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Icewind Dale 2
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
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 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (164 votes) | | 2+ |
 |   | | 2 |
 |   | | 2.1 |
 |   | | 2 |
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| Name: | Icewind Dale 2 |
| Genre: | Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/11 |
| Publisher: | Interplay |
| Entwickler: | Black Isle |
| Links: | Icewind-Dale.de Fansite |
| Links: | Forgotten Realms Fansite |
| Hardware: | 350Mhz, 64MB RAM, keine 3D-Karte nötig/ jedoch unterstützt, HD 1800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 2.01 |
| USK: | 12 |
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Vor- ist bekanntlich ganz knapp nach der Schadenfreude die zweitschönste
und passt zudem bestens in die Weihnachtszeit.
Genau dieses Gefühl rief die Aussicht auf das Erscheinen von Icewind
Dale 2 in den letzten Monaten bei mir wach, nachdem Neverwinter Nights
meine Erwartungen nicht recht erfüllen konnte. Ich hatte schlicht wieder
einmal große Lust auf ein schönes isometrisches Party-RPG in der Tradition
der alten Black Isle-Titel, bei denen Baldurs
Gate und Planescape
Torment eher storylastiger daherkamen, der erste Teil der Icewind
Dale-Saga hingegen vor allem harte und zahlreiche Kämpfe präsentierte.
Zudem stand in letzterem Spiel keiner der Charaktere storymäßig im Mittelpunkt,
vielmehr brauchte der Norden der Vergessenen Reiche eben die Hilfe erfahrener
Söldner zur Abwehr der "üblichen" Bedrohungen und genauso stellt sich
auch die Story des Nachfolgers dar. Das bedeutet auch, dass es nicht möglich
ist, Charaktere aus IWD 1 zu importieren, sondern man beginnt entweder
mit einer selbsterstellten oder einer der vorgefertigten Gruppen. Nachdem
diese per Schiff glücklich in Targos, einer der Zehnstädte des Nordens,
gelandet ist, begegnen ihr gleich ein paar feindselige kleine grüne Männchen,
die sich jedoch überraschenderweise nicht als Marsianer, sondern als Goblins
herausstellen, die die Stadt seit einiger Zeit terrorisieren.
Damit nimmt eine recht weitverzweigte, insgesamt 6 große Kapitel umfassende
Story ihren Lauf, die einige Jahre nach der des Vorgängers spielt und
bei einigen kleinen Begebenheiten wird auch klar, dass man sich mit der
alten Truppe nicht ganz umsonst abgemüht hat, denn deren Taten sind zumindest
manchen noch ein Begriff. Ansonsten wird eine Verbindung zwischen den
beiden Teilen aber hauptsächlich durch die Geographie hergestellt, so
erblickt man beispielsweise wieder das gute alte Kuldahar mit seinem Herzstein,
wenn es auch grafisch etwas aufgemotzt wurde. Das liegt daran, dass eine
neuere und wohl die letzte Version der berühmten Infinity-Engine benutzt
wurde. Der Hauptunterschied ist, dass jetzt höhere Auflösungen über 800x600
hinaus unterstützt werden, ansonsten besticht IWD 2 mit sehr schönen und
unterschiedlich gestalteten Leveln, die keinen enttäuschen werden, der
diese Engine nicht von vornherein als überholt ansieht. Mehr kann man
aus den technischen Voraussetzungen wohl nicht herausholen. Zusätzlich
wurden alle Spell-Icons und die Grafiken für die Gegenstände und Tränke
umgebastelt, die damit jetzt auch viel besser voneinander zu unterscheiden
sind. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich diese Art RPGs optisch
entwickeln wird, ich finde, dass dabei Dungeon
Siege als Vorbild sogar besser wäre als Neverwinter
Nights, auch im Hinblick auf die übersichtliche Steuerung einer Party
in richtigem 3D-Umfeld.
Aber zurück zum aktuellen Spiel: alte Hasen werden hier keinerlei Einstiegsprobleme
haben, weder was die Grafik, noch was das Gameplay betrifft, denn auch
dieses ist natürlich sehr eng an das des Vorgängers angelehnt. Die wichtigsten
Steuerbefehle erfolgen mit der Maus und durch die allmächtige Pausentaste
lässt sich zu jeder Zeit alles nach Wunsch einstellen, von der Bewegungsrichtung
über die ausgewählten Angriffsarten oder Zauber bis zur taktischen Aufstellung
der Gruppe. Auch die Pathfindingprobleme unserer Helden werden vielen
bekannt vorkommen. Sicher war es schon schlimmer, aber richtig zur vollkommenen
Zufriedenheit des Spielers ist es immer noch nicht, wenn man wirklich
mal in Gebäuden schnell aus der Reichweite von Zaubern gelangen muss und
sich die Damen und Herren gegenseitig die Achillessehnen eintreten oder
an der Wand entlangtasten.
Zumindest tun sie das immer bei sehr gelungener musikalischer Untermalung,
auch wenn diesmal statt Guru Jeremy
Soule "nur" Inon Zur für den Score zuständig war, der schon bei Baldur's
Gate 2 Thron des Bhaal hervorragende Arbeit geleistet hat. Den meist
großflächigen und ruhigen Hauptthemen steht in Entscheidungskämpfen sehr
dramatische Schlachtenmusik gegenüber, die einem das Gefühl vermittelt,
dass jetzt von jedem Mausklick das Schicksal des gesamten Nordens abhängen
kann.
Die deutsche Lokalisierung ist im Hinblick auf die Übersetzungen sehr
gut gelungen, auch die Synchronstimmen sind weitgehend überdurchschnittlich,
einige alte Sprachsamples wurden übernommen, zum Glück aber durchweg die
besseren. Gelangweiltes Herunterleiern der Texte scheint inzwischen doch
endlich der Vergangenheit anzugehören. Wie auch Icewind Dale 2 zeigt,
lohnt es sich zweifellos, gerade bei Spielen, die eine gewisse Atmosphäre
benötigen, ein paar Teuros mehr für professionelle Sprecher auszugeben.
Natürlich nehmen hier Unterhaltungen keinen so großen Raum ein wie bei
Baldur's Gate 2, schon weil unter den Partymitgliedern keine Kommunikation
stattfindet. Ebenso wie Neverwinter Nights liegt Icewind Dale 2 die neueste
Edition der D&D-Regeln zugrunde, damit ist es also das erste Party-RPG,
in dem dies der Fall sein sollte (Pool of Radiance 2 ausgenommen, aber
dort waren die Regeln wohl eher noch ein Mix aus alten und neueren Regeln).
Besonderen Einfluss hat dies natürlich auf die Charaktererschaffung und
dessen Weiterentwicklung, wobei die Einzelheiten an dieser Stelle nicht
wichtig sind, aber darauf verwiesen werden sollte, dass die Regeln natürlich
an die Gegebenheiten des PC angepasst wurden. Noch mehr muß aber beachtet
werden, dass eben diese Anpassungen in beiden Spielen offensichtlich nicht
identisch sind. Ich vermute, dass in NWN die Regeln noch mehr zugunsten
des Spielers verändert wurden, da man dort ja im Prinzip allein oder mit
nur einem Helfer spielt, im Gegensatz zu den maximal 6 Charakteren in
einer IWD2-Party. Man sollte daher nicht den Fehler machen, seine Erfahrungen
aus NWN zu übertragen, sondern im Zweifelsfall lieber genau auf die Talente
und Fertigkeiten achten. Ich hätte das in Bezug auf meinen Mönch auch
mal lieber machen sollen, da ich ausgehend von NWN auf ein sehr nützliches
Talent (bei dem die für die rüstungslosen Charaktere sowieso wichtige
Geschicklichkeit auch für den Schaden wichtiger ist als Stärke) hoffte,
bis ich dann später merkte, dass eben dieses Talent in IWD 2 offenbar
gar nicht für waffenlosen Kampf funktioniert.
Bei den bei Levelaufstieg erfolgenden Charaktermodifikationen wird eigentlich
auch alles erklärt, das Handbuch ist da eher rudimentär und auch ein als
PDF-Datei beigefügtes Manual weist nicht auf eventuelle Unterschiede hin.
Wenn man unvoreingenommen herangeht, liest man aber wahrscheinlich auch
genauer. :)
Wie schon erwähnt, lagen die Unterschiede zwischen den verschiedenen
Baldurs Gate-Titeln und Icewind Dale 1 vor allem in den unterschiedlichen
Gewichtungen von Story/Quests und Kampf. Nach meinem Empfinden hat man
bei IWD 2 eine leichte Kurskorrektur vorgenommen, zumindest was die ersten
Kapitel betrifft. Dort stehen Aufgaben doch noch eher im Mittelpunkt als
reines Hack&Slay. Speziell im letzten Drittel ändert sich das jedoch wieder
und IWD 2 erinnert gnadenlos an seinen Vorgänger, für den vor allem ständige
Kämpfe gegen große Mengen an Monstern oder Zwischenbosse an der Tagesordnung
waren. Man betritt ein neues Gebiet und ist sofort von Gegnern umringt
und nach einem kleinen Gespräch wird schnell klar, dass auch hohes Charisma
nicht viel hilft und alles in einem Gemetzel enden wird. Hat man dieses
mehr oder weniger lädiert überstanden und bewegt sich zwei Schritte weiter,
startet schon wieder die nächste Sequenz mit neuen Gegnern. Trotzdem finde
ich, dass bei IWD2 die Story und auch die Art und Komplexität der Quests
wesentlich höher ist als bei Teil 1 und somit das Spiel Fans beider "Extreme"
ansprechen sollte.
Auf ihre Art sind die Kämpfe auch recht ausgewogen, da man sich oft einer
Gruppe schwerer Gegner gegenübersieht, die im Gegensatz zu Troll X und
Glabrezu Y richtige Namen tragen und ähnlich wie die eigene Party auch
aus Kämpfern und Magiern besteht. Für Abwechslung ist also immer gesorgt
und IWD 2 brilliert dort, wo letztlich auch der Sinn dieses Spiel liegt,
nämlich bei taktisch herausfordernden Auseinandersetzungen.
Zur Auflockerung gibt es auch einige Quests, die etwas Gehirnschmalz
erfordern und ein Battlefield, bei dem man wortwörtlich Hunderte von Monstern
besiegen muss -zum Glück optional, da der Zeitaufwand immens sein kann-
und dafür mit besonderen Gegenständen belohnt wird. Zu den wenigen Waffen,
die unsere Heldentruppe wirklich nicht benötigt, um die Heerscharen der
Chimärenlegion, die sich bald als Hauptgegner herauskristallisiert, zu
dezimieren, gehört die Schneekanone. Die meisten der Schauplätze sind
mehr oder weniger reif für die Winterolympiade, was in einem komplett
aus Eis bestehenden Tempel gipfelt. Zur Abwechslung gibt es aber das von
Lavaseen geprägte Drachenauge. Letzteres machte mir einige zusätzlich
Probleme, denn die dort zu lösenden Quests haben einen starken "Und täglich
grüßt das Murmeltier"-Touch, der sich in vielen aufeinanderfolgenden gescripteten
Szenen und Abschnitten niederschlägt. Das wird immer dann problematisch,
wenn eben diese Scripte partout nicht an den Stellen starten, wo sie es
müßten, weil man sich sonst den Wolf sucht oder genervt zur Suchmaschine
greift. Das war soweit der einzige spielinterne Bug, der mir begegnete,
leider gibt es auch bei IWD 2 das schon aus älteren Titeln bekannte Problem
der Datenübertragung zwischen CD-Rom und HD, die in Komplettabstürzen
resultieren. Bei manchen Systemen führt das zu Neuinstallationen, stellenweise
muss man sogar die CD-Inhalte erst auf die Festplatte kopieren und von
dort installieren. Ich habe das Spiel damit sechsmal neu installieren
müssen, seltsamerweise geschahen diese Abstürze erst in den letzten zwei
Kapiteln.
Die Hardwareanforderungen sind trotz der fehlenden Polygone nicht zu
unterschätzen. Um auch bei größerer Monsterzahl absolut flüssig zu laufen,
braucht das Spiel schon eine Grafikkarte und einen Prozessor der neueren
Generation, wobei niedrige Frameraten natürlich nicht ganz so störend
sind wie bei anderen Spielen, da man den Ablauf des Geschehens ja sowieso
ständig unterbrechen kann und sollte.
Mit IWD 2 wurde mir genau das auf den Gabentisch gelegt, was ich mir
gewünscht hatte: ein anspruchsvolles Quests nicht außer Acht lassendes,
aber hauptsächlich kampforientiertes Party-RPG in der D&D-Welt, das durch
eine verbesserte, wenn auch leicht nostalgische Grafik, professionelle
Musik und recht lange Spielzeit (40 + Stunden) überzeugt.
Den Schöpfern ist meines Erachtens eine sehr gute Weiterentwicklung des
Vorgängers unter Beibehaltung der wichtigsten Charakteristika gelungen.
Jeder der Icewind Dale gern gespielt hat, sollte vorliegendes Spiel unbedingt
antesten, genauso wie alle, die in NWN nicht ganz das gefunden haben,
was sie erwarteten oder erhofften. Und damit sage ich: "Goodbye Infinity",
es war eine schöne Zeit....
Geschrieben am 24.12.2002, Testkonfiguration: AMD2000, GeForce3, 512MB Ram
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