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Incredible Challenge
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 | Info |
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| Autor | | 4+ |
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| Gesamt (4 votes) | | 3 |
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 |   | | 1.2 |
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| Name: | Incredible Challenge |
| Genre: | Puzzle/Knobel Action |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/03 |
| Publisher: | dtp |
| Entwickler: | Monster Studios |
| Hardware: | 450Mhz, 64MB RAM, 3D-Karte, HD 80 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX7 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Bemerkung: | "Editor liegt bei, bereits veröffentlicht als ""Chain Reaction""" |
| USK: | 6 |
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Ab und zu hat so manch "älterer" Spieler, der nicht erst mit den ganzen Hype-Wellen angefangen
hat zu daddeln, kleine (oder auch große) Nostalgieerinnerungen. Da wird so mancher Klassiker
entstaubt und die etlichen GHz und GB RAM vergisst man. Stellenweise passiert es dann auch mal,
dass es einen alten Klassiker in neuer Form wieder auf den Markt gebracht wird. Schubweise haben
Remakes wieder Hochkonjunktur. Spieler, die vor vielen Jahren an Knobelkisten wie "The Incredible
Machine" oder "Sid & Al's Incredible Toons" viel Zeit verbracht haben, bekamen mit "Crazy
Machines: Die Erfinderwerkstatt" bzw. "Neue
Herausforderungen" wieder viel Spaß für wenig Geld. Jetzt steht ein weiteres Game im
Regal, das auf der Packung mit dem Schriftzug "Das neuste Kultspiel der Erfinder von 'The Incredible
Machine' " wirbt. Können auch hier Fans bedenkenlos zugreifen?
Bei einem Preis von 10 € durchaus verständlich kommt das Spiel in einer DVD Verpackung ohne
gedruckte Anleitung daher. Wer diese braucht, kann sich ein sechs Seiten umfangreiches Tutorial
im Word-Format ausdrucken, Kenner des Spielprinzips können jedoch darauf verzichten. Die Installation
geht sehr schnell, was auch an der recht geringen Größe von knapp 80 MB liegt. Nach wenigen
Sekunden ist das Spiel geladen und lief im Test absolut fehlerfrei und Abstürze, etc. gab es
nicht. Ohne jedoch dem nun folgendem Review zu viel vorweg zu nehmen, erlebt man jedoch nach
Spielstart einen kleinen Dämpfer. Fast jeder hat heutzutage mindestens eine Desktopauflösung
von 800 x 600 eingestellt, doch "Incredible Challenge" startet in gigantischen 640
x 480 Pixeln, wobei es leider weder im Spiel noch durch eine Änderung der INI-Datei möglich
ist, sich die Optik etwas zu verschönern. Da gilt es schwere Geschütze in Form von Kantenglättung
bei der Grafikkarte aufzufahren, wenn man nicht mit dieser doch mehr als unansehnlichen Optik
leben will. Wer das Spiel jedoch so in dieser Form sieht und in den letzen Jahren im Internet
herumsurfte, der könnte das Spiel sogar schon kennen. Ursprünglich brachten es die Entwickler
"Garage Games" als "Chain Reaction"
2002 auf den Markt, was einiges erklärt. Während es auf der Webseite mit über 40 Aufgaben noch
gut 19$ kostet, erhält man die lokalisierte Fassung mit über 50 Aufgaben deutlich preiswerter.
Ed will nach Hause
Ed, das Raketenmonster, hat es mal wieder geschafft. Hoch auf einem Pfahl hockt er und kommt
nicht wieder zu seinem Zielpunkt - einer leuchtenden Plattform. Es liegt daher am Spieler, diese
Aufgabe zu bewältigen. Einige Grübeleien später ist dann auch eine Lösung für das Problem gefunden.
Zuerst wird mit Hilfe einer Taste und einer Lupe die Lunte am Raketenantrieb gezündet, wodurch
Ed kurz auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt wird und nach rechts düst. Sein Flug geht jedoch
nicht unendlich lange, da er schon bald in eine Grube fällt, dabei glücklicherweise jedoch durch
ein Trampolin aufgefangen wird und nun zu hüpfen beginnt. Hat Ed eine bestimmte Höhe erreicht,
stößt er gegen eine diagonale Absperrung und wird dadurch nach links geschleudert. Der geschickte
Einsatz eines Ventilators, versetzt Ed einen kleinen letzten Impuls mit einem weiteren Trampolin
ist das Ziel erreicht und der Level geschafft.
Ed will immer wieder nach Hause
Wie schon am Beispiel zu erkennen ist, gilt es in "Incredible Challenge", ähnlich wie in
Crazy Machines, durch eine geschickte Kombination von Gegenständen und Objekten das Ziel zu
erreichen. Der Großteil der Teile ist dabei fest auf der Spielfläche verankert und kann nicht
verschoben oder verändert werden. Mit den wenigen freien Teilen soll der Spieler dabei jeweils
immer die Aufgabe lösen. Der große Nachteil im Spiel fällt schon sehr rasch auf. Es gibt nur
ein Ziel in allen Aufgaben. Das Raketenmonster Ed muss auf eine blinkende Plattform geschafft
werden und das über 50ig mal hintereinander. Wieso die Entwickler da nicht etwas einfallsreicher
waren und mehr Abwechslung einbauten, ist ein großes Rätsel. Gerade das große Vorbild "The Incredible
Machine" hatte doch etliche unterschiedliche Ziele und an diesem Spiel haben viele der ehemaligen
Entwickler, wie beispielsweise Jeff Tunnel, mitgewirkt. Da wechseln sich lediglich unterschiedliche
Hintergründe ab und immer wieder gilt es, Ed über eine bestimmte Strecke zu befördern oder einen
passenden Schups zu geben. Während einige Aufgaben dabei durchaus sehr durchdacht sind, wie
beispielsweise eine, in der Ed in einen Hügel rutscht, eine Falltür geöffnet werden muss und
dadurch eine an einer Kette schwingende Kugel ihn weiterschubst und zum Ende hin noch im richtigen
Moment eine Bowlingkugel für den Zielschubs sorgt, sind so manch andere Level deutlich weniger
durchdacht und originell.
Neben vielen Wiederholungen der Ideen, sprich Levelrecycling, muss man auch viel Ausprobieren
und Pixelschieberei in Kauf nehmen. Dazu kam es sogar vor, dass eine Aufgabe anders ablief,
obwohl kein Teil verändert wurde. So schafft es Ed mal über den Hügel und mal nicht. Sehr wirr
ist auch die Aneinanderreihung der Aufgaben. Beispielsweise ist der erste Level für viele Einsteiger
nach dem Tutorial doch sicherlich ein harter Brocken, die danach folgenden sind wieder deutlich
einfacher. Dieses Problem gibt es auch später immer mal wieder. So mancher Level lässt sich
auch mit wenigen Handgriffen meistern und über die Hälfte der Teile bleiben unbenutzt. Die im
Spiel enthaltende Physikengine ist auch nicht gerade sehr förderlich für den Spielspaß. Zwar
muss man sich auf der einen Seite nicht mit so einer feinfühligen Engine wie in Crazy Machines
streiten, aber Ed wird z. B. beispielsweise von einer kleinen Kugel von 100 auf 0 in 1 Sekunde
gestoppt. Die Kugel fliegt dafür jedoch durch den halben Level.
An Objekten wird all das geboten, was Kennern solcher Spieler bekannt sein dürfte. Lupen,
Lampen, Generatoren, Spiegel, Balken, Kugeln/Bälle, Dynamit und viele weitere Bauteile sind
vorhanden. Wer will kann auch eigene Level konstruieren, was aufgrund der auch hier festen Zielbedingungen
(Ed auf die Plattform bringen) längst nicht so lange faszinieren kann und weniger Möglichkeiten
bietet, als vergleichbare Produkte.
Bedienung
Bei der Steuerung haben sich die Entwickler etwas übernommen. Das Spiel setzt auf eine 3D
Engine, was eigentlich nicht schlimm wäre, doch im Gegensatz zu dem Knobelspiel aus der Pepper-Games-Reihe
gibt es hier auch die Drehung bei den Leveln, was zum einen umständlich ist und außerdem eher
dazu dient. den ein oder anderen kleinen Schalter zu verstecken. Hilfreicher ist da schon die
Möglichkeit des fast freien Zoomens. Im Gegensatz zu vergleichbaren Titeln kann man in Incredible
Challenge die Objekte nicht nur spiegeln, sondern auch ganz genau ausrichten. Egal ob Spiegel,
Kanone oder Lampe, 360° ist für alle Objekte möglich. Dumm nur, dass es dadurch einen kleinen
Button am Objekt mehr gibt. Dazu kommt auch noch, dass lose Seile oder Keilriemen an den Objekten
hängen und hin und herschwingen. In diesem ganzen Durcheinander das Objekt zu greifen und dabei
weder versehentlich auf die Drehung zu kommen, ein Seil zu lösen oder aber komplett daneben
zu greifen und dadurch den Bildschirmausschnitt zu verschieben, ist da mitunter sehr kniffelig.
Hat man Pech, dann kann man beispielsweise auch ein Seil lösen und dieses dann verlieren und
findet es nicht mehr auf dem Schirm. Die benutzbaren Objekte liegen nicht in einer Kiste, sondern
sind meist in einem Bereich im Level positioniert und werden durch kleine Funken um das Objekt
herum angezeigt. Texte und Buttons sind extrem groß gehalten und es gibt leider nur sehr wenige
Optionen.
Grafik & Sound
Grafisch merkt man dem Spiel deutlich an, dass es aus dem Jahr 2002 stammt. Aber allein schon
eine höhere Auflösung hätte 'ne Kleinigkeit gebracht. Die Texturen sind deutlich gröber als
in Crazy Machines und Animationen findet man wenige. Die unterschiedlichen Szenarien sind leider
lediglich unterschiedliche Texturen für den eckigen Raum ohne spielerische Effekte. Während
alle möglichen Objekte zumindest noch kleine Animationen enthalten, ist Ed scheinbar eine Puppe.
Bis auf den Raketenantrieb ist nicht eine Animation zu sehen. Da waren einem doch Figuren wie
Sid & Al deutlich lebhafter, witziger und sympathischer. Die vier Musikstücke dudeln leise im
Hintergrund und sorgen für einen leisen Hintergrundton in der ansonsten recht unspektakulären
Tonkulisse, gehen einem jedoch bei lauterem Abspielen schon bald gehörig auf die Nerven. Ansonsten
gibt es hier und da mal Geräusche für die Objekte, ein Knallen am Ende und am Anfang ein "Auf
die Plätze", "Fertig" und "Los" zu hören.
Meinung
Crazy Machines hatte mir als inoffizieller TIM-Nachfolger extrem gut gefallen, auch mit den
kleinen Schwächen. Die Aussicht, nun ein neues Games von den Entwicklern zu spielen, war klasse.
Doch schon nach dem ersten Start war die Begeisterung weg. Die Grafik nur in 640er Auflösung,
schwache Optik und dann war es auch ein altes Spiel, das mir sofort bekannt vorgekommen ist.
Das wäre ja vielleicht alles noch zu verschmerzen gewesen, aber die fummelige Steuerung ist
sehr nervtötend, da hilft auch die wunderbare freie Drehung nichts und der Spielspaßkiller war
dann die Eintönigkeit bei den Levelzielen. Also liebe Entwickler: Das könnt bzw. konntet ihr
schon damals besser. So ist Incredible Challenge leider nur beinharten Knobelfans zu empfehlen,
die nach Crazy Machines dringend neues Futter brauchen. Alle anderen sind mit "Der
Erfinderwerkstatt" und "Neue Herausforderungen"
insgesamt deutlich besser beraten.
Geschrieben am 11.03.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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