 |
Indiana Jones LdK
|
|
 |
 | Info |
|---|
| Autor | | 3+ |
 |   | | 2 |
 |   | | 2 |
 |   | | 2 |
 |  |  |  |
| Gesamt (14 votes) | | 2 |
 |   | | 2 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.9 |
|
| Name: | Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/04 |
| Publisher: | Lucas Arts |
| Entwickler: | The Collective |
| Links: | Indiana Jones.com |
| Hardware: | 733Mhz, 128MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 1750 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | ja |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.01 |
| Bemerkung: | auch für MAC, PS2, Xbox |
| USK: | 12 |
|
|
| Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft (review von yak) |
Die Legende lebt! Passend zum Kinostart des vierten Indiana Jones Filmes scheint die Zeit
mehr als geeignet, einen kleinen Rückblick auf die Indiana Jones Spiele zu machen. In mehreren
Games durfte der Held bereits sein Können unter Beweis stellen und einige von ihnen sind zu
Recht zu Genre-Klassikern avanciert. Allen voran natürlich die Adventure, die heute immer noch
Garant für Spielspass sind.
In unserem Re(tro)view wollen wir uns jedoch mit einem der beiden 3D-Action-Adventure befassen,
die sich gameplaytechnisch nicht ohne Selbstzweck an der beliebten Tomb Raider Reihe orientieren.
LucasArts beauftragte das Studio The Collective (u. a. Deep
Space 9: The Fallen), um die neuen Abenteuer des peitschenschwingenden, charismatischen
Archäologen auf den Screen zu bringen. Im April 2003 war es dann soweit und Indy war bereit,
um auf PC, Xbox und PS2 die Legende der Kaisergruft zu lüften.
Technik
Trotzdem das Spiel bereits 5 Jahre alt ist, macht es immer noch eine recht gute Figur. Das
liegt auch daran, dass man die Bildschirmdarstellung problemlos bis auf 1600x1200 hochschrauben
kann. Die Texturenqualität ist dabei noch sehr gut, wenn es um Details geht, So sind z. B. Wandmalereien
oder Felswände sehr hoch aufgelöst und wirken fast photorealistisch, andererseits sind die Bodentexturen
dafür aber recht verwaschen. Das stört aber kaum, da der Gesamteindruck, auch im Hinblick auf
eine atmosphärische Beleuchtung, sehr zufriedenstellend ist. Die Figuren sind gut modelliert
und die Animationen gelungen. Man hat es hervorragend geschafft, die Eigenart der Bewegungen
von Harrison Ford mit hohem Wiedererkennungswert umzusetzen. Ansonsten bekommt der Indy-Fan
optisch genau das zu sehen, was er sich wünscht: Orientalische Schauplätze, verborgene Dschungel-Tempel,
Katakomben, Spelunken in Hong Kong, alte Schlösser oder Nazi bevölkerte Geheimanlagen.
Besonders das Spiel mit Licht und Schatten präsentiert die Schauplätze sehr atmosphärisch.
Akustisch fährt die Legende der Kaisergruft das volle Programm auf. Erstklassiger Sound,
die deutsche Originalstimme von Harrison Ford, begleitet von weiteren Synchronprofis, die vollkommene
Kinoatmosphäre aufkommen lassen. Ergänzt durch die bekannten Indiana Jones Themen von John Williams,
die für das Spiel mit vollem 80 köpfigen Orchester neu aufgenommen wurden und vom Komponisten
Clint Bajakian in seine eigene Komposition hervorragend eingebunden wurden. Musikalisch befindet
man sich hier auf gewohntem Terrain und wenn der Raiders March ertönt, fühlt man sich als Spieler
direkt noch ein wenig heldenhafter, wenn man die Schergen besiegt oder ein geheimes Artefakt
gefunden hat.
Die Steuerung ist leider das Sorgenkind der Kaisergruft. Schon zum Release sträubten sich
damals aktuelle Gamespads, bei der Belegung aller Steuerungsfunktionen. Vehement weigerte sich
das Auswahlmenü der Gegenstände und Waffen, mit dem digitalen Steuerkreuz zu harmonisieren und
auch die Gamepads von heute bilden da leider keine Ausnahme, so dass sich Dr. Jones besser mit
der Kombination Maus und Tastatur ins Abenteuer stürzt. Leider fällt die Steuerung und
Bewegung etwas zu schwammig aus, so dass präzises Positionieren schwierig ist und man gerne
schon mal etwas über das Ziel hinausläuft. Die Kollisionsabfrage ist zwar großzügig und der
Held stürzt nicht sofort ab, bei fummeligen Aufgaben kann das aber dennoch manchmal frustrierend
sein. Schlimm ist leider auch die Kameraführung, die oft die Übersicht vermissen lässt und gerade
in engen Passagen absolut ungeeignete Bildausschnitte präsentiert, die sich auch bei manueller
Justage nicht immer zum Positiven ändern lässt und oft in Blindflügen endet. Man gewöhnt
sich daher ein Spielen an, das solche extremen Kameraauschnitte vermeidet. Dazu dreht sich die
Kamera oft auch viel zu schnell, was der Orientierung weiter schadet. Dieses Phänomen kann aber
auch an den hohen Frameraten liegen, die durch die modernen Rechner, die die Mindestanforderungen
um ein Zigfaches überschreiten, liegen. Etwas ärgerlich ist, dass bei hohen Auflösungen die
gerenderten Zwischensequenzen und Ladebildschirme nur in einer niedrigen Auflösung vorliegen.
Sie werden nicht auf die gewählte Bildschirmauflösung skaliert, sondern verkommen leider auf
Briefmarkengröße.
Innerhalb der Levelabschnitte kann nicht gespeichert werden, es wird jeweils nur nach dem
Laden eines neuen Abschnittes gespeichert. Da Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft
kein ganz einfaches Spiel ist und es auch hin und wieder einige Try & Error Passagen gibt, kann
das schon mal für Frust sorgen. Es gibt drei wählbare Schwierigkeitsgrade, wobei der mittlere
auch für geübte Spieler ausreichend Herausforderung bietet. Vista Besitzer bleiben jedoch leider
außen vor, hier lässt sich Dr. Jones nicht zum Abenteuer animieren, nur zur Ausgabe eines Direct
3D Fehlers.
Besonders erwähnenswert ist noch das Handbuch, das im Stile eines Reisejournals geschrieben
wurde. Handschriftliche Notzien, Briefe, Karten oder Zeitungsauschnitte im 30er Jahre Look erklären
die wichtigsten Dinge. Kein Vergleich zu den stupiden und lieblosen Installations-Faltblättern,
wie sie sonst zu finden sind. Hier hat man sich noch sehr viel Mühe gegeben, auch das Handbuch
"abenteuerlich" zu gestalten.
Gameplay
Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft präsentiert sich als 3rd Person Action Adventure,
in dem man den Helden Indiana Jones durch viele Abenteuer und Schauplätze begleiten darf. Die
Reise beginnt in Ceylon und natürlich steht etwas ganz Besonderes auf dem Programm. Indy macht
sich auf, um die sagenumwobene "Verlorene Stadt" zu finden. Der Ceylon Level dient zugleich
als Tutorial und macht mit der Steuerung und dem Spielprinzip vertraut. Hier zeigt sich, dass
man Gameplay technisch mehr oder weniger auf den Spuren einer gewissen Lara Croft wandelt, gewürzt
mit Indiana Jones Zutaten, zu denen natürlich auch die altbekannte Peitsche zählt. Der Spieler
lernt mit Indy rennen, schwimmen, klettern, sich an schmalen Felssimsen entlang schleichen,
um die Ecken zu spähen, sich mit der Peitsche wie mit einer Liane an geeigneten Gegenständen
über Abgründe zu hangeln, mutige Sprünge zu absolvieren, Waffen zu benutzen und im Faustkampf
seinen Mann zu stehen. Indy ist in jeder Hinsicht ein agiler Held und bereitet bei der Steuerung
wenig Probleme, auch wenn, wie schon erwähnt, die Steuerung ein wenig schwammig ausfällt und
präzises Positionieren nicht immer einfach fällt. Dafür ist die Kollisionsabfrage jedoch recht
großzügig und pixelgenaues Steuern nicht erforderlich, zudem kann Indy schleichen. Sollte er
in diesem Modus mal einen Schritt zu weit gehen, greift er immer an die nächste Kante, wodurch
ein Sturz in den Abgrund vermieden wird.
Zu den Jump & Run Einlagen gesellt sich als weiteres Spielelement noch der Kampfmodus. Natürlich
wollen böse Buben Indys Schatzsuche verhindern, ob Nazis, wilde Tiere, Anhänger des Drachenkultes
oder säbelschwingende Türken: Indy muss seinen Mann stehen. Ob mit Waffen, der Peitsche oder
bloßen Fäusten, in Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft ist viel Kampf angesagt, für
meinen Geschmack aber schon zu viel, so dass manches Mal der Eindruck entsteht, eher ein Prügel-,
als Abenteuergame zu spielen. Das Kampfrepertoire reicht von Faustschlägen, Abwehren und dem
Einsatz von Hieb und Stichwaffen, über MG, Pistole bis hin zur Armbrust. Hinzu kommt natürlich
die Peitsche, mit der es möglich ist, Gegner zu entwaffnen, oder sie mit einem gekonnten Schlenker
in den Würgegriff zu nehmen und zu sich heranzuziehen, um sie dann im Faustkampf zu erledigen.
Leider ist es aber so, dass der Großteil der Kämpfe im Nahkampf enden, was bedeutet, dass Indy
sich im Faustkampf oder mit Säbeln oder Sperren zur Wehr setzten muss. Eines ist nämlich ausgesprochene
Mangelware: Munition für Schusswaffen. Hinzu kommt, dass Schusswaffen auch nicht die erwartete
Durchschlagskraft besitzen und oft mehrere Treffer notwendig sind, um einen Gegner auszuschalten.
Effektiv sind sie wirklich nur, wenn man den Gegner unbemerkt, in der 1st Person Ansicht, mit
einem gezielten Kopfschuss erledigt. Dazu hat man aber leider nur sehr selten Gelegenheit. Die
Kämpfe an sich sind spannend in Szene gesetzt. Indy kann die fallengelassenen Waffen der Gegner
nutzen, um sie zu bekämpfen, geht er durch einen Schlag zu Boden, verliert er die getragene
Waffe (und manchmal auch seinen geliebten Hut), so dass er sich erst wieder bewaffnen muss.
Dem Gameplay hätte jedoch insgesamt gut getan, den Fokus im Bereich Kampf ein wenig zu reduzieren.
Zur Auflockerung gibt es auch noch einige Action-Passagen, in denen man sich z. B. in Hong Kong
in einer Rikscha-Verfolgungsjagd zur Wehr setzen oder auf einer Seilbahngondel Flugzeuge erledigen
muss. Ärgerlich, und das verstärkt die Munitionsarmut noch weiter, ist, das beim Levelwechsel
die erhaltenen Items nicht übernommen werden. Spart man sich mühsam einige Lebenstränke oder
Munition auf, so hat man im Folgelevel leider nichts davon, was besonders im Vorlevel zum Finale
Frust bereitet. Das gilt auch für Tränke, die die Lebensleiste erhöhen. Im Folgelevel ist Indy
wieder auf Ursprungsniveau. Ansonsten kommt man im Prinzip mit der "Lebensenergie" immer gut
zurecht, da es in den Leveln jeweils mehrere Wasserbrunnen gibt, an denen Indy neue Kraft schöpfen
und auch seine Feldflasche zur Reserve auffüllen kann.
Der andere wichtige Gameplaypart besteht natürlich darin, unbekannte Gefilde zu erforschen,
Rätsel zu lösen, Fallen auszuweichen, um weiter zu kommen oder Gegner abzulenken, um unbeschadet
passieren zu können. Und so erschwert dann auch ein riesiges Krokodil Indys Suche nach dem ersten
Schatz. Hier hat man schon mehr als Erfurcht, einfach ins Wasser zu springen, denn schneller
als es einem lieb ist, steht man bereits auf der Menüliste des gepanzerten Koloss. Hier ist
Taktik gefragt, bzw. ein Ablenkungsmanöver. Ein Stein oder Schädel, je nachdem, was greifbar
ist, möglichst weit entfernt in die Wassergrube geworfen, sollte dafür sorgen, das riesige Reptil
eine Weile abzulenken. Folgt es dem Köder, schnell ins Wasser und zum nächsten sicheren Ort
geschwommen, um weiter zu gelangen. Hier und da mal eine Dynamitladung anbringen, um Mauern
zu sprengen oder verborgene Gruften zu öffnen, um darin befindliche geheime Artefakte zu finden,
die notwenige Schlüssel darstellen, um einen uralten Mechanismus wieder in Gang zu bringen,
um diesen dann mittels Schieberätsel durch das richtige Stellen von Drehreglern zu aktivieren.
Krananlagen können genutzt werden, um Schutt wegzuräumen oder an ihnen empor zuklettern,
um an eine vorher nicht zu erreichende Anhöhe zu gelangen. Geschickt über Stachelfallen springen,
Schalterrätsel lösen, eine Naziuniform zur Tarnung finden, um einen Kontrollpunkt unbeschadet
passieren zu können, in einem versunkenen U-Boot nach Sprengsätzen suchen und natürlich Levelbosse
zu besiegen. Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft bietet hier ausreichend Abwechslung,
wobei die Rätsel aber niemals zu schwer ausfallen, dennoch aber fordernd bleiben. Als Anreiz
für Profis gibt es dazu noch optionale Artefakte, die jeweils gut im Level versteckt und oftmals
auch schwer zu erreichen sind. Hat man alle gefunden, darf man im Hauptmenü eine Bildergalerie
bestaunen.
Das was die Action und Rätseleinlagen jedoch zusammenhält, ist die Story, die hier wirklich
klasse und Kinoreif präsentiert wird. Im Prinzip spielt man einen Indiana Jones Film. Intrigen,
Verrat, eine böse Macht, eine schöne Frau, Mystik, Nazis, die wie immer die Welt kontrollieren
wollen, alte Bekannte, tolle Schauplätze und der typische Indiana Jones Charme wurden hier äußerst
gelungen und atmosphärisch eingefangen.
Fazit
Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft ist auch fünf Jahre nach Erstveröffentlichung
noch ein höchst spielenswertes Game, an dem der Zahn der Zeit nur bedingt genagt hat. Die Graphik
ist immer noch stimmig und zufriedenstellend, der Sound, die Musik und die Synchronisation erstklassig,
ebenso wie die gesamte Präsentation und die Story, etwas, das viele Film- oder Lizenzumsetzungen
nicht besitzen. Das Gameplay, die Kamera und die Steuerung haben zwar einige Macken, insbesondere
hier der zu ausgeprägte Schwerpunkt bei Kämpfen, weit auseinander liegende Speicherpunkte und
einige Passagen der Kletter-, Hüpf- und Peitschenschwingaktionen, die zu sehr nach dem Prinzip
Try & Error ablaufen, doch insgesamt erlebt man eine gelungene Mischung aus Abenteuer und Action
in einer höchst atmosphärischen Verpackung.
Geschrieben am 22.05.2008, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6600, Geforce 8800GT, 4GB RAM, Creative X-Fi Extreme
|