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Jack Orlando Dir.Cut
Jagged Alliance 2
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Jagged Alliance 2  


Info
Autor 1
 2.5
 2.5
 3
Gesamt (398 votes) 1
 2
 2.3
 2.4
Name:Jagged Alliance 2
Genre: Runden-Strategie
Produkt: Vollversion
Release: 1999/06
Publisher: Topware
Entwickler: Sirtech
Offiz. Sites: Game
Hardware: 133Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Addon: ja
Serie: ja
Patch: 1.07
USK: 16
Herstellerscreens
Jagged Alliance 2 (review von dark198th)

Ständig hörte man von Terminverschiebungen, den ersten Teil kannte ich nicht und auch die Screenshots und Berichte zu JA2 konnten mein Interesse nicht wirklich wecken. Dennoch habe ich einfach blind zugegriffen. Und um es gleich vorwegzunehmen: den Kauf habe ich nicht bereut.

Jagged Alliance 2 ist in erster Linie ein rundenbasiertes Strategiespiel. Wie Ihr aber feststellen werdet, steckt in diesem Spiel noch sehr viel mehr. Die Verknüpfung zwischen Planungs- und Handlungsfreiheit, sowie der Wirtschafts- und Rollenspielaspekt machen das Spiel unwahrscheinlich interessant und fesselnd.

Die Handlung spielt in einem fiktiven südamerikanischen Land namens Arulco, welches von der Herrscherin Deidranna ausgebeutet und tyrannisiert wird. Enrico Chivaldori, Deidrannas Ex-Mann und ehemaliger Präsident des Landes, sendet Euch aus, um sein Land mit Hilfe der dort fast zerschlagenen Rebellenbewegung aus der Tyrannei zu befreien. Vor dem Start kann zwischen 3 verschiedenen Schwierigkeitsstufen gewählt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit einzustellen, ob im Spiel mehr oder weniger unterschiedliche Waffen vorkommen sollen. Des weiteren gibt es eine zusätzliche Spielvariante, den Scifi-Modus. Auch wenn es zunächst nicht so klingt, so ist der Scifi-Modus durchaus unterhaltsam und schadet der eigentlichen Story keineswegs. Es tauchen halt nur ab und an ein paar Alienmonster in euren Minen auf, welche ihr entfernen müsst, damit diese wieder Geld abwerfen. Eine recht spaßige Angelegenheit.

Das Spiel beginnt mit einem mittelprächtig gemachten Video, welches den Spieler in die Handlung einführt. Anschließend kommt der Laptopbildschirm, von wo aus während des gesamten Spiels alle wichtigen Dinge organisiert werden. Erste Priorität ist es, einen Charakter zu erschaffen. Dazu müssen unter anderem sehr merkwürdige Fragen in einem Psychotest namens "BSE" beantwortet werden. Die Antworten haben später Auswirkung auf die Eigenschaften des Charakters und somit auf das gesamte Spiel. Ausserdem stehen auch noch einige Skillpunkte zur Verfügung, welche auf Eigenschaften wie Gesundheit, Beweglichkeit, Treffsicherheit usw. verteilt werden. Hier sollte sehr bedacht vorgegangen werden, weil sich einige Eigenschaften während des Spiels schwer bis gar nicht verbessern lassen, andere wiederum sehr gut. Ist der Charakter erschaffen, steht die Zusammenstellung eines Team im Vordergrund. Es gibt hier 2 Organisationen, welche Söldner über ihre Internetseite anbieten. Teure, aber professionelle Söldner gibt es bei AIM. MERC bietet seine Söldner sehr viel billiger und zudem auf Rechnung an. Der Haken dabei ist, dass es sich bei Merc-Söldnern meist um unfähige und durchgeknallte Psychopathen handelt. Sowohl bei AIM als auch bei MERC gibt es eine Menge Informationen zu den besonderen Fähigkeiten und der Vergangenheit der einzelnen Söldner. Das schöne bei JA2 ist, dass jeder Söldner seinen individuellen Charakter hat.

Ist das Team zusammengestellt und sind alle Mails im Postfach gelesen, kann zur Übersichtskarte gewechselt werden. Hier wird ganz Arulco in einzelne Sektoren aufgeteilt. Einige wichtige Städte sind gleich zu sehen, während andere erst nach bestimmten Ereignissen oder Lösen eines Quests erscheinen. Jede Stadt besteht aus mehreren Sektoren. Das vordergründige Ziel ist es, alle Städte nach und nach zu erobern, um an deren Minen zu kommen, welche Geld für bessere Söldner und Ausrüstung abwerfen. Außerdem wird hier der Status jedes einzelnen Söldners angezeigt. Söldnern können Aufgaben wie Trainieren, Reparieren, Heilen usw. zugeteilt werden. Auch die Marschrouten von Sektor zu Sektor werden hier festgelegt. Zu Beginn wird das Team von einem Hubschrauber in einem verwüsteten Vorort abgesetzt und muss Kontakt mit den Rebellen aufnehmen. Und schon beginnt das eigentliche Spiel.

Befinden sich keine Gegner im Sektor, läuft das Spiel in Echtzeit ab. Ein oder mehrere Söldner lassen sich wie von diversen Echtzeittiteln gewöhnt, auswählen und bewegen. In jedem Sektor gibt es eine Menge zu erforschen. So ziemlich jeder Schrank und jede Kiste läßt sich öffnen - einige nur mit Gewalt, Schlüssel oder Dietrich. Mit vielen gefundenen Teilen kann man zunächst nichts anfangen. Später aber können sich viele Dinge als sehr nützlich erweisen, weil sich aus ihnen brauchbare Dinge basteln lassen. So ergeben "Stahlrohr + Sekundenkleber + Klebeband" eine Laufverlängerung, welche die Reichweite einiger Waffen erhöht. Die Bastelarbeit und die Anbringung der Laufverlängerung an eine Waffe kann aber nur ein Söldner durchführen, welcher einen hohen technischen Skill hat. Gleiches gilt für andere Dinge wie Sprengstoff , Medizin oder das eben schon genannte Knacken von Schlössern. Darum sollte bei der Zusammenstellung des Teams auf Ausgeglichenheit geachtet werden. Am unteren Bildschirmrand befindet sich das leicht zu bedienende Interface, mit welchem die Söldner ausgewählt und ausgerüstet werden können. Sobald ein Gegner im Sektor auftaucht, wechselt das Spiel in den rundenbasierten Modus. Von jetzt an benötigt jede Aktion, egal ob Laufen, Schiessen oder Nachladen, Aktionspunkte. Wie viele Aktionspunkte dem einzelnen Söldner zur Verfügung stehen, hängt von seinen Fähigkeiten, dem Gesundheitsstatus und auch seinem Gepäck ab. Je genauer gezielt wird, desto mehr Aktionspunkte werden benötigt. Für Feuerstöße werden ebenfalls mehr Punkte benötigt. Auch die Waffen selbst unterscheiden sich mit unter darin, dass sie unterschiedlich viele Aktionspunkte für die einzelnen Feuermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Hat jeder einzelne Söldner seine Punkte aufgebraucht, kann die Runde beendet werden und der Computer beginnt seine Züge. Je nach Erfahrungslevel eines Söldners können Runden aber auch unterbrochen werden. Liegt ein Söldner in guter Deckung und hat er einen hohen Erfahrungslevel, so sieht er einen feindlichen Söldner vielleicht gerade die Tür aus einem Gebäude rausgehen und unterbricht die Runde des Gegners. Hat er aus der letzten Runde noch Aktionspunkte übrig, so kann er diese nutzen, um entsprechend zu reagieren. Gleiches kann auch umgekehrt passieren. Darum sollte möglichst oft Deckung hinter Felsen oder Gebäuden gesucht werden. Ob sich ein Söldner stehend, geduckt oder liegend an den Gegner heran pirscht, spielt ebenfalls eine große Rolle. Außerdem gibt es noch die Option "Schleichen", welche im Rundenmodus aber mehr Aktionspunkte benötigt. Einige Häuser ermöglichen es, auf deren Dächer zu klettern und so eine bessere Übersicht zu bekommen. Besonders effektiv - und gerade im späteren Verlauf des Spiels sehr zu empfehlen - ist der Kampf in der Nacht. Sind die eigenen Söldner erst mit Nachtsichtgeräten ausgestattet, haben sie in der Dunkelheit einen klaren Vorteil. Verletzte Söldner können auch im Rundenmodus verbunden werden. Vorraussetzung dafür ist natürlich ein entsprechender Skill und ein Erste-Hilfe-Kasten. Auch das kostet Aktionspunkte und die betreffenden Söldner stehen nicht zum Kampf zur Verfügung. Söldner können sich aber auch selbst verbinden. Verbindet man seine Söldner nicht, werden sie früher oder später verbluten und an ihren Verletzungen sterben. Die komplette Heilung hingegen ist nur im Echtzeitmodus möglich.

Wer sich mit Waffen nicht auskennt, wird dies spätestens nach Jagged Alliance2 tun. So ziemlich jede erdenkliche Waffe kommt in diesem Spiel vor. Wichtige Aspekte bei der Auswahl einer Waffe sind Reichweite, Durchschlagskraft und die benötigten Aktionspunkte zum Feuern. Aber auch Haltbarkeit und Schwierigkeiten bei eventuell anfallenden Reparaturarbeiten sollten nicht unbeachtet bleiben. Zudem lässt sich fast jede Waffe zusätzlich mit Laserpointern, Zielfernrohren, Ständern und Schalldämpfern ausbauen und verbessern, welche große Auswirkung auf die Genauigkeit der Waffe haben.

Viele der Charaktere in JA2 lassen sich rekrutieren. Bei einigen muss vorher eventuell ein Quest gelöst werden oder ein bestimmtes Ereignis geschehen. Jedoch können nur Söldner mit hohem Führungslevel andere davon überzeugen, sich dem eigenen Team anzuschließen. In jeder Stadt gibt es eine Bar, in welcher man die unterschiedlichsten Leute antrifft, u. a. die meisten NPC's. Einige Städte besitzen neben einer Mine ein Flugplatz, ein Krankenhaus, Waffenhändler oder eine Werkstatt, welche die Möglichkeiten des eigenen Teams verbessern. Es gibt auch Städte, die keine Mine haben. Dafür gibt es dort viele andere interessante Dinge zu entdecken, welche ich hier nun nicht verraten möchte. Damit eine schon eroberte Stadt nicht zurück erobert werden kann, können Milizen aus den Zivilisten rekrutiert und ausgebildet werden. Das kostet jedoch Geld und Bedarf der permanenten Anwesenheit eines Söldners.

Ein Grund, das Spiel öfter durchzuspielen, sind die von den NPC's vergebenen Quests. Löst man diese, wird dies meist mit mehr Loyalität in der jeweiligen Stadt belohnt, was zur Folge hat, dass die Minen mehr Geld abwerfen. Einige Quests erhält man nur unter ganz bestimmten Vorraussetzungen, es gibt keine Möglichkeit zu sehen, welche Quests im laufenden Spiel zur Verfügung stehen, der Spieler kann sich jedoch unendlich viel Zeit zur Lösung lassen. Genau diese Handlungsfreiheit macht das Spiel so Spielenswert. Die eigentlich Hauptstory wird während den Unterhaltungen mit den einzelnen NPC's weitererzählt. Nach Eroberung einer Stadt, wird ein kleines Video in Spielgrafik eingespielt, welches die Reaktionen der Herrin Deidranna auf die letzten Heldentaten des eigenen Teams darstellt. Zwischendurch kommen auch E-Mails oder es stehen neue Internetseiten für den Laptop zur Verfügung. So kann man später Waffen und Ausrüstung nicht nur finden, sondern auch kaufen. Ein kleiner Minigag, welcher ebenfalls nur durch Herumspielen ans Tageslicht kam: die Verlinkung von einer dieser Webseiten zu einem Blumengeschäft. Bestellt man dort Blumen und sendet sie an die richtige Adresse, wird ein lustiges Extravideo eingespielt.

Die Grafik ist der kleine, aber wirklich nur kleine Schwachpunkt des Spiels. Wenn auch sehr zweckmäßig, sieht sie nicht gerade sehr zeitgemäß aus. Gleiches gilt für die Maximalauflösung von 640x480. Die Musik hingegen ist sehr gut gelungen. Besonderes Lob muss ich Topware für die perfekte Synchronisation aussprechen, welche erheblich zur guten Atmosphäre des Spiels beiträgt. Jeder Charakter im Spiel wird sehr gut gesprochen. Russen usw. sogar mit Akzent.

Jagged Alliance 2 bietet sehr viel Abwechslung und ist deshalb unwahrscheinlich fesselnd. Man versinkt förmlich in dieses Spiel. Die Spieldauer ist durch die Freiheit sehr variabel. Unter 100 Stunden wird man jedoch kaum durchkommen. Die Kämpfe sind verdammt spannend gestaltet und würden für sich allein schon zu einem guten Spiel reichen. Ich kann dieses Spiel nur jedem ans Herz legen. Vor allem ist es wegen seiner Verschmelzung verschiedener Genre und spannenden rundenbasierten Kämpfe eine gelungene Abwechslung zu all den geradlinig verlaufenden Echtzeittiteln auf dem Markt. Die etwas angestaubte Grafik stört schon wegen ihrer Zweckmäßigkeit kaum und beinflußt den Spielspaß in keiner Weise. Der einzige Kritikpunkt wäre der fehlende Multiplayermodus, jedoch bietet JA2 für Singleplayer mehr als genug. Wer JA2 nicht gespielt hat, dem fehlt ein absolutes Highlight der Spielegeschichte.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines bereits auf der Site 'GUN' veröffentlichten Reviews.


Geschrieben am 01.12.2000, Testkonfiguration: keine Angabe
 



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