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Jagged Alliance 2
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 | Info |
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| Autor | | 1 |
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| Gesamt (367 votes) | | 1 |
 |   | | 2 |
 |   | | 2.3 |
 |   | | 2.4 |
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| Name: | Jagged Alliance 2 |
| Genre: | Runden-Strategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 1999/06 |
| Publisher: | Topware |
| Entwickler: | Sirtech |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 133Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Addon: | ja |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.07 |
| USK: | 16 |
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 | | Herstellerscreens |
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Ständig hörte man von Terminverschiebungen, den ersten Teil kannte ich nicht und auch die
Screenshots und Berichte zu JA2 konnten mein Interesse nicht wirklich wecken. Dennoch habe ich
einfach blind zugegriffen. Und um es gleich vorwegzunehmen: den Kauf habe ich nicht bereut.
Jagged Alliance 2 ist in erster Linie ein rundenbasiertes Strategiespiel. Wie Ihr aber feststellen
werdet, steckt in diesem Spiel noch sehr viel mehr. Die Verknüpfung zwischen Planungs- und Handlungsfreiheit,
sowie der Wirtschafts- und Rollenspielaspekt machen das Spiel unwahrscheinlich interessant und
fesselnd.
Die Handlung spielt in einem fiktiven südamerikanischen Land namens Arulco, welches von der
Herrscherin Deidranna ausgebeutet und tyrannisiert wird. Enrico Chivaldori, Deidrannas Ex-Mann
und ehemaliger Präsident des Landes, sendet Euch aus, um sein Land mit Hilfe der dort fast zerschlagenen
Rebellenbewegung aus der Tyrannei zu befreien. Vor dem Start kann zwischen 3 verschiedenen Schwierigkeitsstufen
gewählt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit einzustellen, ob im Spiel mehr oder weniger
unterschiedliche Waffen vorkommen sollen. Des weiteren gibt es eine zusätzliche Spielvariante,
den Scifi-Modus. Auch wenn es zunächst nicht so klingt, so ist der Scifi-Modus durchaus unterhaltsam
und schadet der eigentlichen Story keineswegs. Es tauchen halt nur ab und an ein paar Alienmonster
in euren Minen auf, welche ihr entfernen müsst, damit diese wieder Geld abwerfen. Eine recht
spaßige Angelegenheit.
Das Spiel beginnt mit einem mittelprächtig gemachten Video, welches den Spieler in die Handlung
einführt. Anschließend kommt der Laptopbildschirm, von wo aus während des gesamten Spiels alle
wichtigen Dinge organisiert werden. Erste Priorität ist es, einen Charakter zu erschaffen. Dazu
müssen unter anderem sehr merkwürdige Fragen in einem Psychotest namens "BSE" beantwortet werden.
Die Antworten haben später Auswirkung auf die Eigenschaften des Charakters und somit auf das
gesamte Spiel. Ausserdem stehen auch noch einige Skillpunkte zur Verfügung, welche auf Eigenschaften
wie Gesundheit, Beweglichkeit, Treffsicherheit usw. verteilt werden. Hier sollte sehr bedacht
vorgegangen werden, weil sich einige Eigenschaften während des Spiels schwer bis gar nicht verbessern
lassen, andere wiederum sehr gut. Ist der Charakter erschaffen, steht die Zusammenstellung eines
Team im Vordergrund. Es gibt hier 2 Organisationen, welche Söldner über ihre Internetseite anbieten.
Teure, aber professionelle Söldner gibt es bei AIM. MERC bietet seine Söldner sehr viel billiger
und zudem auf Rechnung an. Der Haken dabei ist, dass es sich bei Merc-Söldnern meist um unfähige
und durchgeknallte Psychopathen handelt. Sowohl bei AIM als auch bei MERC gibt es eine Menge
Informationen zu den besonderen Fähigkeiten und der Vergangenheit der einzelnen Söldner. Das
schöne bei JA2 ist, dass jeder Söldner seinen individuellen Charakter hat.
Ist das Team zusammengestellt und sind alle Mails im Postfach gelesen, kann zur Übersichtskarte
gewechselt werden. Hier wird ganz Arulco in einzelne Sektoren aufgeteilt. Einige wichtige Städte
sind gleich zu sehen, während andere erst nach bestimmten Ereignissen oder Lösen eines Quests
erscheinen. Jede Stadt besteht aus mehreren Sektoren. Das vordergründige Ziel ist es, alle Städte
nach und nach zu erobern, um an deren Minen zu kommen, welche Geld für bessere Söldner und Ausrüstung
abwerfen. Außerdem wird hier der Status jedes einzelnen Söldners angezeigt. Söldnern können
Aufgaben wie Trainieren, Reparieren, Heilen usw. zugeteilt werden. Auch die Marschrouten von
Sektor zu Sektor werden hier festgelegt. Zu Beginn wird das Team von einem Hubschrauber in einem
verwüsteten Vorort abgesetzt und muss Kontakt mit den Rebellen aufnehmen. Und schon beginnt
das eigentliche Spiel.
Befinden sich keine Gegner im Sektor, läuft das Spiel in Echtzeit ab. Ein oder mehrere Söldner
lassen sich wie von diversen Echtzeittiteln gewöhnt, auswählen und bewegen. In jedem Sektor
gibt es eine Menge zu erforschen. So ziemlich jeder Schrank und jede Kiste läßt sich
öffnen - einige nur mit Gewalt, Schlüssel oder Dietrich. Mit vielen gefundenen Teilen kann man
zunächst nichts anfangen. Später aber können sich viele Dinge als sehr nützlich erweisen, weil
sich aus ihnen brauchbare Dinge basteln lassen. So ergeben "Stahlrohr + Sekundenkleber + Klebeband"
eine Laufverlängerung, welche die Reichweite einiger Waffen erhöht. Die Bastelarbeit und die
Anbringung der Laufverlängerung an eine Waffe kann aber nur ein Söldner durchführen, welcher
einen hohen technischen Skill hat. Gleiches gilt für andere Dinge wie Sprengstoff , Medizin
oder das eben schon genannte Knacken von Schlössern. Darum sollte bei der Zusammenstellung des
Teams auf Ausgeglichenheit geachtet werden. Am unteren Bildschirmrand befindet sich das leicht
zu bedienende Interface, mit welchem die Söldner ausgewählt und ausgerüstet werden können. Sobald
ein Gegner im Sektor auftaucht, wechselt das Spiel in den rundenbasierten Modus. Von jetzt an
benötigt jede Aktion, egal ob Laufen, Schiessen oder Nachladen, Aktionspunkte. Wie viele Aktionspunkte
dem einzelnen Söldner zur Verfügung stehen, hängt von seinen Fähigkeiten, dem Gesundheitsstatus
und auch seinem Gepäck ab. Je genauer gezielt wird, desto mehr Aktionspunkte werden benötigt.
Für Feuerstöße werden ebenfalls mehr Punkte benötigt. Auch die Waffen selbst unterscheiden sich
mit unter darin, dass sie unterschiedlich viele Aktionspunkte für die einzelnen Feuermöglichkeiten
in Anspruch nehmen. Hat jeder einzelne Söldner seine Punkte aufgebraucht, kann die Runde beendet
werden und der Computer beginnt seine Züge. Je nach Erfahrungslevel eines Söldners können Runden
aber auch unterbrochen werden. Liegt ein Söldner in guter Deckung und hat er einen hohen Erfahrungslevel,
so sieht er einen feindlichen Söldner vielleicht gerade die Tür aus einem Gebäude rausgehen
und unterbricht die Runde des Gegners. Hat er aus der letzten Runde noch Aktionspunkte übrig,
so kann er diese nutzen, um entsprechend zu reagieren. Gleiches kann auch umgekehrt passieren.
Darum sollte möglichst oft Deckung hinter Felsen oder Gebäuden gesucht werden. Ob sich ein Söldner
stehend, geduckt oder liegend an den Gegner heran pirscht, spielt ebenfalls eine große Rolle.
Außerdem gibt es noch die Option "Schleichen", welche im Rundenmodus aber mehr Aktionspunkte
benötigt. Einige Häuser ermöglichen es, auf deren Dächer zu klettern und so eine bessere Übersicht
zu bekommen. Besonders effektiv - und gerade im späteren Verlauf des Spiels sehr zu empfehlen
- ist der Kampf in der Nacht. Sind die eigenen Söldner erst mit Nachtsichtgeräten ausgestattet,
haben sie in der Dunkelheit einen klaren Vorteil. Verletzte Söldner können auch im Rundenmodus
verbunden werden. Vorraussetzung dafür ist natürlich ein entsprechender Skill und ein Erste-Hilfe-Kasten.
Auch das kostet Aktionspunkte und die betreffenden Söldner stehen nicht zum Kampf zur Verfügung.
Söldner können sich aber auch selbst verbinden. Verbindet man seine Söldner nicht, werden sie
früher oder später verbluten und an ihren Verletzungen sterben. Die komplette Heilung hingegen
ist nur im Echtzeitmodus möglich.
Wer sich mit Waffen nicht auskennt, wird dies spätestens nach Jagged Alliance2 tun. So ziemlich
jede erdenkliche Waffe kommt in diesem Spiel vor. Wichtige Aspekte bei der Auswahl einer Waffe
sind Reichweite, Durchschlagskraft und die benötigten Aktionspunkte zum Feuern. Aber auch Haltbarkeit
und Schwierigkeiten bei eventuell anfallenden Reparaturarbeiten sollten nicht unbeachtet bleiben.
Zudem lässt sich fast jede Waffe zusätzlich mit Laserpointern, Zielfernrohren, Ständern und
Schalldämpfern ausbauen und verbessern, welche große Auswirkung auf die Genauigkeit der Waffe
haben.
Viele der Charaktere in JA2 lassen sich rekrutieren. Bei einigen muss vorher eventuell ein
Quest gelöst werden oder ein bestimmtes Ereignis geschehen. Jedoch können nur Söldner mit hohem
Führungslevel andere davon überzeugen, sich dem eigenen Team anzuschließen. In jeder Stadt gibt
es eine Bar, in welcher man die unterschiedlichsten Leute antrifft, u. a. die meisten NPC's.
Einige Städte besitzen neben einer Mine ein Flugplatz, ein Krankenhaus, Waffenhändler oder eine
Werkstatt, welche die Möglichkeiten des eigenen Teams verbessern. Es gibt auch Städte, die keine
Mine haben. Dafür gibt es dort viele andere interessante Dinge zu entdecken, welche ich hier
nun nicht verraten möchte. Damit eine schon eroberte Stadt nicht zurück erobert werden kann,
können Milizen aus den Zivilisten rekrutiert und ausgebildet werden. Das kostet jedoch Geld
und Bedarf der permanenten Anwesenheit eines Söldners.
Ein Grund, das Spiel öfter durchzuspielen, sind die von den NPC's vergebenen Quests. Löst
man diese, wird dies meist mit mehr Loyalität in der jeweiligen Stadt belohnt, was zur Folge
hat, dass die Minen mehr Geld abwerfen. Einige Quests erhält man nur unter ganz bestimmten Vorraussetzungen,
es gibt keine Möglichkeit zu sehen, welche Quests im laufenden Spiel zur Verfügung stehen, der
Spieler kann sich jedoch unendlich viel Zeit zur Lösung lassen. Genau diese Handlungsfreiheit
macht das Spiel so Spielenswert. Die eigentlich Hauptstory wird während den Unterhaltungen mit
den einzelnen NPC's weitererzählt. Nach Eroberung einer Stadt, wird ein kleines Video in Spielgrafik
eingespielt, welches die Reaktionen der Herrin Deidranna auf die letzten Heldentaten des eigenen
Teams darstellt. Zwischendurch kommen auch E-Mails oder es stehen neue Internetseiten für den
Laptop zur Verfügung. So kann man später Waffen und Ausrüstung nicht nur finden, sondern auch
kaufen. Ein kleiner Minigag, welcher ebenfalls nur durch Herumspielen ans Tageslicht kam: die
Verlinkung von einer dieser Webseiten zu einem Blumengeschäft. Bestellt man dort Blumen und
sendet sie an die richtige Adresse, wird ein lustiges Extravideo eingespielt.
Die Grafik ist der kleine, aber wirklich nur kleine Schwachpunkt des Spiels. Wenn auch sehr
zweckmäßig, sieht sie nicht gerade sehr zeitgemäß aus. Gleiches gilt für die Maximalauflösung
von 640x480. Die Musik hingegen ist sehr gut gelungen. Besonderes Lob muss ich Topware für die
perfekte Synchronisation aussprechen, welche erheblich zur guten Atmosphäre des Spiels beiträgt.
Jeder Charakter im Spiel wird sehr gut gesprochen. Russen usw. sogar mit Akzent.
Jagged Alliance 2 bietet sehr viel Abwechslung und ist deshalb unwahrscheinlich fesselnd.
Man versinkt förmlich in dieses Spiel. Die Spieldauer ist durch die Freiheit sehr variabel.
Unter 100 Stunden wird man jedoch kaum durchkommen. Die Kämpfe sind verdammt spannend gestaltet
und würden für sich allein schon zu einem guten Spiel reichen. Ich kann dieses Spiel nur jedem
ans Herz legen. Vor allem ist es wegen seiner Verschmelzung verschiedener Genre und spannenden
rundenbasierten Kämpfe eine gelungene Abwechslung zu all den geradlinig verlaufenden Echtzeittiteln
auf dem Markt. Die etwas angestaubte Grafik stört schon wegen ihrer Zweckmäßigkeit kaum und
beinflußt den Spielspaß in keiner Weise. Der einzige Kritikpunkt wäre der fehlende Multiplayermodus,
jedoch bietet JA2 für Singleplayer mehr als genug. Wer JA2 nicht gespielt hat, dem fehlt ein
absolutes Highlight der Spielegeschichte.
Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines bereits auf der Site 'GUN' veröffentlichten
Reviews.
Geschrieben am 01.12.2000, Testkonfiguration: keine Angabe
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