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Jedi Outcast
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
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| Gesamt (152 votes) | | 2+ |
 |   | | 2 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.2 |
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| Name: | Jedi Knight 2 - Jedi Outcast |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/03 |
| Publisher: | Lucas Arts |
| Entwickler: | Ravensoft |
| Links: | www.jediknight.net |
| Hardware: | 350Mhz, 64MB RAM, 16MB Open-GL, HD 665 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | ja |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.04 |
| Bemerkung: | auch für Mac, Xbox, Gamecube erhältlich |
| USK: | 16 |
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| Jedi Knight 2 - Jedi Outcast (review von yak) |
Es war einmal...
So beginnen nicht nur die alten Märchen der Gebrüder Grimm, sondern auch eines der beliebtesten
Märchen aus Hollywood, das auf den Namen Star Wars hört und dessen geistiger Vater George
Lucas ist.
Von vielen als Revival des Science Fiction Film gehandelt, ist Star Wars jedoch nicht
mehr, als ein Fantasy Märchen in einem SciFi-ähnlichen Umfeld. Wenn Star Wars somit leider
den Schwanengesang anspruchsvoller SciFi Thematik einläutete, muss man dieser Filmserie
jedoch einiges zu Gute halten. Es sorgte dafür, dass dem Kino wieder zu altem Glanz und
langen Schlangen an der Kasse verholfen wurde, die Wiedergabetechnik in Bild und Ton danach
positiv beeinflusst wurde, miese Spezialeffekte jetzt wirklich der Vergangenheit angehörten
und die orchestrale Filmmusik, die in den 70er Jahren durch Popsongs und andere Verbrechen
ersetzt wurde, wieder etablierte.
Was heute daraus geworden ist, sieht man auf dem Konto von Mr. Lucas und dem Merchandisingwahn
in den Kaufhäusern. Somit ist es auch kein Wunder, dass die Marke "Star Wars" in allen erdenklichen
Formen vermarktet wird und die interaktive Spielewelt macht sicher keine Ausnahme. So durften
wir bereits u. a. in Spielen wie X-Wing, Tie-Fighter, Shadows of the Empire, Force
Commander und Jedi Knight den Kampf gegen Gut und Böse austragen.
Leider wurden dabei die Spiele zunehmend schlechter und das ehemals gute Prädikat "Lucasarts"
wurde nicht mehr im gleichen Atemzug mit einem Qualitätsspiel erwähnt. Vorbei die Zeiten
von X-Wing und Jedi Knight. Man musste sich mit "Gurken" wie Force Commander und Rogue Squadron
begnügen und bekam langsam das Gefühl, dass man hier mehr Marke als Spiel erhält - was man
von dem Softwareunternehmen Lucasarts so nicht kannte. Das Star Wars Jünger jedoch nicht
alles "fressen", hat man dann schliesslich auch erkannt und nachdem einige der Entwickler
nicht mehr für Lucasarts zur Verfügung standen, die für frühere Hitgames verantwortlich
waren (Totally Games und die Designer von Jedi Knight (Nihilistic)), musste man, um an alte
Erfolge anzuknüpfen, etwas über den Tellerrand schauen.
Was also tun? Eine Fortsetzung zu einem der erfolgreichsten und besten
Games aus der Star Wars Reihe von Leuten produzieren zu lassen, die sich
im Genre auskennen. Gelandet ist man bei Ravensoft, die schon für Hexen
2, Heretic 2 und Star Trek Voyager Elite Force verantwortlich waren. Die
Wahl des Spiels fiel auf Jedi Knight aus dem Jahre 1997, das damals viele
Fans fand und es schaffte, das Star Wars Universum mit einer packenden
Geschichte in das Gewand eines 3D-Shooters mit kniffeligen Rätseln zu
packen. Kann es nun die Fortsetzung in der dritten Inkarnation (das indizierte
Dark Forces ist eigentlich der 1. Teil der Serie) schaffen, das Label
Lucasarts wieder zu etablieren ?
Kyle Katarn, der Söldner, der ein Jedi Ritter wurde, ist Held unserer Geschichte. Nachdem
er sich, wie wir in der Missions-CD zu "Jedi Knight: Mysteries of the Sith" erfahren konnten,
der Dunklen Seite der Macht angeschlossen hat, sagte er sich nun vollständig von der Macht
los und unterstützte die neue Allianz als Söldner im Kampf gegen das Imperium. Mit von der
Partie ist seine Lebensgefährtin Jan Ors und ihr Auftrag führt sie auf einen Horchposten
des Imperiums.
Doch es läuft nicht alles so, wie geplant und ein der Dunklen Seite zugewandter Jedi namens
Desann tötet Jan. Kyle, von Rache getrieben, begibt sich zum Tal der Jedi, um mit der dort
gewonnenen Kraft Desann niederstrecken zu können, denn ohne dass "Die Macht mit ihm
ist", hätte er keine Chance auf Erfolg. In der Jedi Schule trifft er auf Luke Skywalker,
dem er einst sein Laserschwert anvertraute, um es nun für den Kampf gegen Desann zurückzufordern:
Desann hat durch die Macht im Tal der Jedi eine Armee von "Hinterbliebenen" mit Jedi-Eigenschaften
erschaffen. Jetzt muss sich Kyle bei Luke erst einigen Prüfungen unterziehen, um seine Jedifähigkeiten
wieder aufzufrischen und mit der Macht erneut vertraut zu werden.
Realisiert wurde das Game mit der bewährten Quake 3 Arena Engine aus dem Hause id Software,
die schon ihren Einsatz bei American McGee's Alice, Heavy Metal FAKK², Star Trek Voyager:
Elite Force, Return to Castle Wolfenstein und Medal of Honor: Allied Assault fand. Durch
Ravensoft's Engine-Modifikationen wurde die Graphik und besonders die Figurendarstellung
ordentlich aufgepeppt. So gibt es nun gelungene Gesichtsanimationen und die Sichtweite der
Locations zeigt nicht mehr den sonst so starken "Innenraumcharakter", den die Quake Technologie
immer als Limitierung mit sich brachte. So sehen die Szenerien weiträumiger und grösser
aus, als bei den genannten Vorgängerspielen der Q3 Engine. Auch entfällt das ständige Nachladen
der Levelabschnitte, wie man sie noch aus Elite Force Voyager kannte und die Levelgrösse
und -Architektur ist enorm. Preis dafür scheint jedoch die lange Ladezeit beim Levelwechsel
zu sein.
Die Weite und Grösse der Umgebung vom Vorgängerspiel Jedi Knight wird jedoch nicht erreicht.
Damals hatte man wirklich das Gefühl, sich in einer kompletten Spielwelt zu befinden, alles
war grösser und nicht zu sehr eingegrenzt, denn so richtig "los" wird Jedi Outcast den Innenraumcharakter
der Engine dennoch nicht, was auch zum Teil an dem streng vorgegebenen Lösungsweg liegt,
der selten alternative Routen zulässt. Graphisch werden wir auf sehr unterschiedliche Weise
verwöhnt. So versuchen wir uns auf dem Horchposten Kejim, einer Sumpflandschaft, einem Sternenzerstörer,
einem verruchten Stadtviertel, einer Müllpresse, der Jedi Schule, einer Mine und u. a.
auch der Wolkenstadt. Für Abwechslung ist also gesorgt.
Die Animation der Figuren ist gelungen und eindrucksvoll, wenn z. B. getroffene Sturmtruppen
zusammenbrechen oder die Hinterbliebenen fast im Stile von "Crouching Tiger, Hidden Dragon"
per Salto und Überschlag durch die Lüfte schwingen und ihre Angriffe vollziehen. Die Figuren
sind detailreich und scheinen 1 zu 1 aus den Filmen zu stammen. Besonders nett
ist die Weltraum-Bar, die viele verschiedene Spezies des Star Wars Universums bereithält.
Zwischensequenzen werden sehr eindrucksvoll mittels der Spieleengine dargestellt, aufgepeppt
mit einigen Rendersequenzen. Auf mit Schauspielern gefilmte Sequenzen, wie beim Vorgänger,
muss man leider verzichten. Der hatte hier mehr zu bieten, auch was die Story insgesamt
angeht.
Leider gibt es auch einige Schwachpunkte. So ist die Animation der Gesichter fast nie
lippensynchron und teilweise bleibt der Mund sogar vollständig geschlossen. Auch die Aktivierung
des volumetrischen Schattens sorgte für Probleme. So hatten die Figuren danach eine Art
Rasterung auf den Texturen und die Schatten erschienen im Spiel an unkontrollierten Stellen.
Teilweise "verrieten" sich dadurch Gegner, die man noch nicht sehen konnte dadurch, dass
ihre Schatten durch die Wand geworfen wurden. Was mich jedoch am meisten ärgerte war, dass
mein sogenanntes Lichtschwert eigentlich eine Mogelpackung war. Konnte man im Vorgänger
das Licht vom Schwert noch zum Erleuchten dunkler Passagen als eine Art Lampe benutzen,
verweigert es uns nun in der Fortsetzung diesen Dienst. Trotz "Lampe an" bleibt es dunkel
und wir sind auf das Nachtsichtgerät angewiesen. Eine merkwürdige Designentscheidung,
denn auch atmosphärisch war diese Option im Vorgänger beeindruckend.
Der Sound entspricht genau der Kulisse, die man aus den Filmen kennt. Kein Wunder, denn
man konnte auf die Original-Sound-Bibliotheken zurückgreifen. Leider unterstützt das Programm
kein EAX und die Ortung der Geräusche ist bei der Nutzung von einem 4- Boxen System nicht
zuortbar. So kann man nicht an der Herkunft des Sounds erkennen, aus welcher Ecke der Feind
naht. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, dass dies schon bei "Uraltgames" wie Half Life
oder Thief phantastisch realisiert wurde. Auch konnte man teilweise Gespräche der NPC hören,
die eigentlich hinter dicken Wänden abliefen und evtl. auch erst später im Spiel "abgespielt"
werden sollten. Vielleicht ein Problem beim Scripting der Soundausgabe. Allgemein war auch
die Sprachausgabe viel zu leise. Man konnte kaum ein Wort hören und selbst die Einstellung
und Justieren im Setup brachte nicht den gewünschten Erfolg und lies mich zusätzlich die
Untertitel aktivieren. Die Synchronisation ist gelungen und man konnte die deutschen Synchronsprecher
von Luke Skywalker und Lando Calrissian gewinnen. Das Programm liegt multilingual vor und
wer die engl. Version installiert, darf Lando-Schauspieler Billy Dee Williams sein Ohr schenken.
Die Musik ist ein zwei-"klingendes" Schwert. Sicher ist die Original-Filmmusik
von John Williams der Erkennungsfaktor Nummer 1 und ohne seine Star Wars
Fanfare wäre es sicher nur der halbe Spass. Man hat verzichtet, für das
Spiel eine neue Komposition zu verwenden und grundsätzlich altbekannte
Themen eingebaut. Wer sich in der Machart der Komposition auskennt, wird
wissen, dass Maestro Williams die Musik in Wagners Leitmotiv-Stil komponiert
hat. Was das bedeutet? Jeder Charakter hat ein spezielles eigenes Musikthema.
So wird euch sicher das bekannte Darth Vader Thema ein Begriff sein, wie
auch das Liebesthema zwischen Han Solo und Prinzessin Lea. Warum nun meine
Kritik? Im Spiel bediente man sich nun der Musikthemen ohne Rücksicht
auf deren Zugehörigkeit mit den Figuren und Handlungen. So erklingt das
Liebesthema von Han Solo und Lea nun vollkommen kontextlos im Spiel während
einer Zwischensequenz. Das Thema der Imperators wird in den Kampfsequenzen
"verbraten" und die Musik aus "Das Imperium schlägt zurück" während der
Asteroidenverfolgungsszene findet ihren Einsatz in der Wolkenstadt, die
nach der Kompositionsvorgabe von John Williams ein vollständig eigenes
Thema besitzt. Sicher nur für Puristen erkennbar, jedoch vermeidbar gewesen.
Besser hat man es im Falle des Star Wars Spieles "Shadow of the Empire"
gemacht. Hier hat man den Filmkomponisten Joel McNeely beauftragt, basierend
auf den Themen von John Williams, eine vollständig eigene Komposition
zu entwerfen. Damit hat man gewährleistet, dass zwar die bekannten Hauptthemen
vorhanden sind, jedoch auch genug neues und "unbelegtes" Material zur
Verfügung steht. Auch schränkt zuviel "Konservenmusik" die notwendige
dynamische Veränderung gemessen an der Spielsituation zu sehr ein.
Gespielt werden kann Jedi Outcast am besten über Tastatur in Verbindung mit einer Wheelmaus.
Unterstützt werden jedoch auch Joysticks und Gamepads und Besitzer einer IFeel Maus.
Nun zum eigentlichen Gameplay des Spieles. Wieviel Ego-Shooter ist notwendig, um ein Mainstream-Programm
zu gewährleisten und wieviel Rätselspass ist für die Massen der "Ich will alles plattschiessen-Community"
erträglich, um erfolgreich zu sein?
Nach den ersten Missionen, die man noch ohne jegliche Jedi-Kräfte und auch ohne Laserschwert
absolvieren muss, wird spielablauftechnisch kein grosser Unterschied zu vergleichbaren Shootern
merkbar. Jedoch wird man schnell feststellen, dass die Rätsel hier einen wesentlich höheren
Stellenwert haben, als das einfältige "Drücke Schalter und öffne Tür Syndrom", welches man
aus Return to Castle Wolfenstein kennt. Bei Jedi Outcast wird weitaus mehr an Hirnschmalz
gefordert, was das Gameplay sehr positiv beeinflusst. So muss man z. B. bestimmte Kombinationen
finden, um eine Funkstation zu aktivieren.
Auch ist das Umfeld stark in das Puzzlelösen eingebettet. Erfrischend
anders, als bei Konkurrenzprodukten, die ihr Umfeld nur als Wohnort für
Gegner bereitstellen. Da kann man schon mal eine Schleuse im Hangar öffnen,
um die Astronautenfähigkeit der Sturmtruppen ohne Sauerstoffgerät zu prüfen,
den Boden einer Glasbrücke wegschiessen, während ein Gegner sie überquert
und ihn somit wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen, auch wenn
er sich einige hundert Meter unter ihm befindet. Die Rätsel sind wirklich
knackig, wenn sie auch in der Mitte des Spieles sporadischer werden. Vergleichbar
ist der Rätselanteil ungefähr mit Ravensofts Hexen 2, das schon damals
die gelungene Kombination aus Shooter und Adventureteil zeigte.
Der Review einer der grössten deutschen Gamemagazine bemängelte den Schwierigkeitsgrad
der Rätsel und hätte sich da weniger gewünscht, was ich absolut nicht nachvollziehen kann.
Geht ein Entwickler endlich einmal den Weg, sich durch ein vom allgemeinen shooterüblichen
Schema abzuwenden, wird gleich Kritik laut. Meinen ausdrücklichen Dank an die Gamestar für
den Aufruf an Stagnation in der Spieleindustrie :(.
Interessanter wird das Spiel noch, wenn Kyle seine Jedimacht und sein
Schwert zurückerhält. Kyle gewinnt in zunehmendem Spielverlauf bestimmte
Jedi-Eigenschaften, die er auch zwingend für seinen Erfolg zum Einsatz
bringen muss. So erlernt er den Supersprung, das Heilen, den Geistestrick,
den Würgegriff, Lichtblitze und einiges mehr, jeweils in unterschiedlichen
Stärken. Diese Kräfte muss er auch für den Rätselteil zum Einsatz bringen.
Beispielsweise den Geistestrick, um einen Sicherheitsoffizier hinter schusssicheren
Glasscheiben davon zu überzeugen, die Türe zu öffnen oder mit der Kraft,
Gegenstände zu bewegen, nicht erreichbare Schalter zu aktivieren. Leider
ist dieser Anteil im Spiel zu offensichtlich und zu linear angelegt. Selten
musste man an diesen Stellen überlegen, welche Kraft zum Einsatz kommen
muss. Hier hat man zu krampfhaft versucht, die Jedimächte ins Gameplay
einzubinden. Für alternative Lösungsansätze bleibt hier kein Spielraum.
Die Secretsuche war im Vorgänger noch eine lohnende Herausforderung, da man durch das
Auffinden aller Secrets am Levelende mehr Machtpunkte bekam und diese dann in einem Eigenschaftsmenü
auf seinen Charakter verteilen konnte. Man konnte selbst entscheiden, in welcher Macht man
sich stärken wollte und ob man eher die Macht der Dunklen Seite erlernt oder die Gute Seite.
Diese Option steht nicht mehr zu Verfügung. Man hat keinen Einfluss auf die Machteigenschaften,
denn sie wird zwingend von Programm vorgegeben, da auch sonst einige Rätsel nicht lösbar
wären.
Schade, denn das war damals eine der innovativsten Ideen und hat ein wenig Rollenspielskillen
in das Genre Shooter gebracht. Es macht jedoch dennoch aussergewöhnlichen Spass, die
jeweils gut versteckten Secrets im Spiel zu suchen (ich habe übrigens alle gefunden), nur
leider macht es spielerisch keinen Sinn, denn es gibt dafür keine entsprechende Entlohnung
wie im Vorgänger und man findet dort nur Equipment, das auch sonst zu finden ist. Also keinerlei
Extras, die den Aufwand lohnen, noch eine Meldung, dass man ein 'Über-Jedi' ist. Etwas unglücklich
gelöst ist auch, dass man die Anzahl der vorhandenen Secrets erst nach Levelabschluss erhält
und den alten Level neuladen muss, sollte man eins übersehen haben. Bei Return to Castle
Wolfenstein konnte man dies besser lösen, da man kurz vor Levelende eine entsprechende Statistik
eingeblendet bekommen hat.
Waffentechnisch bekommen alle Shooterfans, was ihr Herz begehrt, vom
Raketenwerfer bis zur Sniperwaffe. Hier gibt es nicht zu meckern. Auch
die künstliche Intelligenz der Gegner ist sehr gut, wenn sie auch manchmal
einige Ausrutscher hat. Besonders gut gefallen haben mir die vielen Sniper
in der der Stadt, die einen eher an ein Multiplayerduell mit realen Gegnern
erinnert, als an einen Kampf mit Computergegnern. Jedoch gibt es auch
einige Dummies, die ziellos umher laufen und im Kontrast zu den gewitzten
Gegnern stehen, die ausweichen und dann erneut aus dem Hinterhalt angreifen.
Türen sind jedoch oft für die Gegner ein Tabu, wenn ihr Erscheinen nicht
gescriptet ist, bleiben sie ortsansässig.
Der Lichtschwertkampf nimmt im späteren Verlauf eine wichtigere Rolle
ein. Gegnermassen in kleinen Räumen sind besser mit dem Lichtschwert zu
bewältigen, als mit Schusswaffen. So darf man auch gerne mal sein Lichtschwert
werfen, um einen Gegner auszuschalten. Interessant wird es, wenn die ersten
Gegenspieler auftauchen, mit denen man Lichtschwertduelle austragen muss.
Leider hätte man hier mehr daraus machen können, denn nicht selten wird
es eher zu einer Klickorgie Marke Diablo2, weil das Kampfsystem und der
Kampf an sich zu hektisch sind und man selten genau weiss, was man eigentlich
bewirkt. Hier hätte ich mir eine etwas ruhigere, besser steuerbare und
strategischere Duellmöglichkeit gewünscht. Die vielen möglichen Spezialmoves,
die man ausführen kann, werden jedoch leider im Handbuch (aufgrund des
gewählten farbigen Untergrundes fast nicht lesbar) nicht einmal ansatzweise
erklärt. Dennoch machten diese Kämpfe enormen Spass, auch wenn man oft
nicht wusste, warum man nun an der Seite von Yoda und Obi Wan Kenobi jungen
Jedis den Spruch "Möge die Macht mit dir sein" ins Ohr flüstern muss,
wenn sie gerade eine Rakete in den Todesstern jagen wollen. Den Einsatz
der Jedimächte im Kampf fand ich wenig hilfreich, abgesehen von den Endbossen,
weil sie zu umständlich und teilweise auch zu ineffektiv waren. Hier konnte
man besser Waffen sprechen lassen. Das System ist zu fummelig und was
habe ich davon, einen Gegner zu würgen, wenn mich 3 weitere beschiessen.
Im Vergleich zum ersten Teil vermisse ich auch noch die Anzahl der Zwischengegner.
Zwar bietet Jedi Outcast einige Endbosse, jedoch waren die aus dem Vorgänger
in meinen Augen spektakulärer und abwechslungsreicher. Auch gefiel mir
die Atmosphäre der Vorgängers besser, nicht nur die Story war glaubwürdiger
und spannender, sondern auch das Umfeld aktiver. So konnte man damals
während des Spiels erleben, wie Raumschiffe andocken oder abfliegen. Bei
Jedi Outcast ist dies alles statischer, bzw. nur in den Zwischensequenzen
vorhanden. Dafür bietet es jedoch die Möglichkeit mit einer ferngesteuerten
R2 Einheit ein Sicherheitssystem zu umgehen, mit einem AT-ST einen Canyon
zu pulverisieren oder mit Luke Sykwalker Seite an Seite zu kämpfen. Positiv
ist bei Jedi Outcast auch die Spielzeit. Mit ca. 20 Stunden im Singleplayermodus
liegt diese eindeutig über den 8-10 Stunden Werken der Konkurrenz. Wenn
man dann noch alle Secrets ausfindig machen will, gerne noch mal 10 zusätzliche
Stunden. Der Schwierigkeitsgrad ist enorm hoch, selbst bei der leichtesten
der vier möglichen Stufen, hat man noch reichlich zu tun.
Doch wo ein Lichtschwert glüht, ist auch Schatten. Jedi Outcast ist nicht
bugfrei. So gibt es in der Wolkenstadt einen Bug, der verhindert, dass
man das Levelende erreicht. Verursacht dadurch, dass man sich dem Endgegner
nicht in der von den Programmierern vorgesehenen Route nähert. Das Resultat
ist ein Absturz in der Zwischensequenz. Dann gibt es noch einen Bug beim
Erhalt seines Laserschwertes, das man mit der "Pull-Kraft" im Jedi-Tempel
an sich ziehen muss. Hier ist es mir mehrfach passiert, dass ich das Schwert
nicht beim erstem Versuch erwischt habe und es danach nicht mehr auffindbar
war. Das Programm scheint Probleme mit gescripteten Szenen haben. So konnte
man eine Mission nicht beenden, wenn eine Fahrt auf einer beweglichen
Plattform zum Reaktorkern, die dann von Feinden abgeschossen wurde und
man sich mittels Sprung in Sicherheit begeben musste, nicht ausübte. Hier
musste ich also komplett zurück, die gescriptete Sequenz auslösen und
erst dann ging es weiter. Ein weiterer Bug war, dass man das eingeschaltete
Nachtsichtgerät nach dem Aktivieren der Speed-Macht, nicht deaktivieren
konnte. Auch hat Kyle, wenn man ihn für den Schwertkampf in die 3rd Person
Ansicht schaltet, komischerweise andere physische Fähigkeiten, als in
der Ego-Sicht. So kann er in der Aussenansicht etwas besser springen.
Zum durchaus guten Singleplayerpart hat Ravensoft dem Spiel auch einen gelungenen Multiplayerpart
gegönnt. So kann man per Internet oder LAN Jedi-Duelle in unterschiedlichen Spielvarianten
wie z. B. Free for All, Capture the Ysalimari und Duell austragen. Diese Spiele entsprechen
mit Ausnahme von Duell den bekannten Varianten Deathmatch und Capture the Flag. Duell ist
eine Variante, in der zwei Spieler einen Lichtschwertkampf austragen. Die angebotenen Spielvarianten
können sicher mit den zur Verfügung stehenden Jedi-Mächten eine abwechslungsreiche Alternative
im Online-Shooter-Alltag werden, wenn auch derzeit auf den Servern grösstenteils die Deathmatchvarianten
zu finden sind.
Das Spiel wurde für den deutschen Markt zensiert und dadurch sind mit
Laserschwertern keine Körperteile abtrennbar. Eine wie ich finde richtige
Entscheidung, weil sie weder zur "familienfreundlichen" Star Wars Lizenz
passen, noch in den Filmen diese Art von Gewaltverherrlichung zu sehen
ist. Etwas, worauf man verzichten kann. Wer es dennoch nicht missen will
muss Windows auf US Englisch stellen und das Game neu installieren.
Abschließend kann man sagen, dass Jedi Outcast ein gutes, wenn
auch nicht überragendes Programm ist. Ich vermisse leider die Optionen,
die das Original im Bezug auf Charakterentwicklung zu bieten hatte. Vergleicht
man es jedoch mit derzeitigen Konkurrenzprodukten ist es sicher vielfältiger
und einfallsreicher, wenn auch zu linear. Die vergleichbare hohe Gesamtspielzeit,
der abwechslungsreiche Ablauf und der gute Multiplayerpart heben es aus
der uniformen Masse heraus und es wäre auch ein gutes Spiel, ohne die
vorhandene Star Wars Lizenz. An Genre-Highlights wie Alien vs. Predator
2 oder No One Lives Forever kommt es dennoch nicht heran. Hätte man mehr
Zeit auf ein ausgewogeneres Lichtschwertkampfsystem verwendet, wäre es
eine rundere Sache geworden. Dennoch kann man es jedem Shooterfan empfehlen.
Gerade auch die Hinwendung zu einem rästellastigerem Gameplay ist eine
gelungene Abwendung von den anderen Mainstream-Games.
Geschrieben am 14.04.2002, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
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