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Jedi Academy
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 | Info |
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| Name: | Jedi Knight - Jedi Academy |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/09 |
| Publisher: | Lucas Arts |
| Entwickler: | Ravensoft |
| Links: | jediknight.net |
| Links: | StarWars.com |
| Hardware: | 450Mhz, 128MB RAM, 32MB Open-GL, HD 1300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.1 |
| Bemerkung: | kommt für Next-Gen Konsolen |
| USK: | 16 |
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| Jedi Knight - Jedi Academy (review von yak) |
Es war (wieder) einmal...
... vor langer, langer Zeit.
Nun, so lange auch wieder nicht, konnten wir doch erst im letzten Jahr
so richtig den verklemmten Jedi in uns raushängen lassen und in Jedi Outcast
(siehe
Review) der "Dunklen Seite der Macht" zeigen, was es heißt, die Macht
in sich zu tragen.
Mit Jedi Knight: Jedi Academy schickt uns Lucasarts/Ravensoft erneut
in die Galaxie, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Die Handlung beginnt
nach den Abenteuern Kyle Katarns, dem wir zuletzt in Jedi Outcast mit
helfender Hand ans Schwert greifen durften. Diesmal übernehmen wir jedoch
die Macht über einen jungen Jedi Schüler, der seine Ausbildung in der
Jedi Academy absolvieren soll. Doch das aus einem normalen Schuljahr meistens
nichts wird, sollte uns spätestens seit Harry Potter bekannt sein und
so stürzt das Raumschiff voll mit "Erstklässlern" auf Yavin 4 ab und Jaden
wird zwangsweise Zeuge einer "Erschütterung der Macht". Eine Splittergruppe
der Hinterbliebenen, die Kyle wohl im Vorgänger übersehen haben muss ;-);
ist dabei ertappt worden, wie sie merkwürdige Rituale am Tempel praktizieren.
Sie wollen, wie sich später herausstellt, bestimmten Orten, an denen sich
Konzentration von Macht befindet, diese für ihre Zwecke entziehen um die
Wiedergeburt einer seit langem verstorbenen furchterregenden Gestalt möglich
zu machen. Das können rechtschaffene Jedis natürlich nicht zulassen und
da Meister Luke Skywalker sich lieber ein wenig von der Macht erschüttern
lässt, ist es nun an Jaden, der Dunklen Bedrohung Einhalt zu gebieten.
Ob Jedi Academy auch für uns Spieler eine "Erschütterung der Macht" ist,
soll das Review zeigen.
Zur Technik: Ravensoft, die immer eng mit id Software zusammen
gearbeitet haben, verwendeten daher wie üblich die Quake3 Engine, mit
der sie auch schon im Vorgänger Jedi
Outcast das Star Wars Universum eindrucksvoll auf den Screen gebracht
haben. Doch der Zahn der Zeit nagt auch an der besten Engine und die Q3
Technologie ist nicht mehr ganz up to date. Probleme, die schon in Jedi
Outcast Grund für Beanstandung gaben, wurden nicht abgestellt, bzw. teilweise
sogar "verschlimmbessert". So wurde bei der Gesichtsanimation so gut wie
gar nichts geändert, in meinen Augen sogar noch weniger an Details umgesetzt,
wie im Vorgänger. So scheint die Mundbewegung lediglich aus zwei Animationsphasen
zu bestehen und die Zähne der Figuren sehen aus wie schlecht angepasste
dritte Zähne, die mehr außerhalb des Mundes nach ihrer wahren Bestimmung
suchen. Auch Augen und Mimik sind zu ruckartig und verderben so ein wenig
die ansonsten ordentliche graphische Gestaltung. Die Animationen der Figuren
sind auffällig in den Zwischensequenzen nicht besonders gelungen.
So scheinen Skywalker und Co eher auf Schlittschuhen über den Boden zu
gleiten, als zu laufen und man hat eher den Eindruck, als ob es sich um
Figuren aus der Augsburger Puppenkiste handelt, die leicht über dem Boden
schweben und dabei die Beine in der Luft bewegen, um Laufen zu simulieren.
Hier hätte man sich unbedingt mehr Mühe geben müssen. Komischerweise fällt
dies nur innerhalb der mit der Engine erzählten Zwischensequenzen so unangenehm
auf, im Spiel hat man diesen Eindruck kaum. Hier wirken die Animationen
ordentlich und detailliert, was besonders in den Zeitlupeneffekten auffällt,
wenn man (wahlweise) z. B. dem letzten Gegner einer Gruppe mit dem Laserschwert
das Thema Trennkost veranschaulicht. Roboter der Bauart C3P0 bewegen sich
wie aus dem Film bekannt und Taun Tauns haben ihre vertraute, watschelnde
Gangart. Hier hat man sich sehr viel Mühe gegeben. Ansonsten entspricht
die Levelgestaltung einem hohen Niveau und die Locations scheinen 1:1
aus den Filmen übernommen. Alles sehr detailreich und atmosphärisch umgesetzt.
Lediglich die größeren Außenlevel kommen hier schlechter weg. Hier gibt
es wenig Details und oftmals dazu noch schlechte, grobauflösende Texturen.
Sicher ein Problem der benutzten Q3 Technologie, die mit großen Außenarealen
immer so ihre Probleme hatte. Das Problem mit der dynamischen Beleuchtung,
dass schon bei Jedi Outcast auftrat, wurde nicht behoben. So findet man
bei Aktivierung dieser Option immer noch eine Art Licht-Raster auf den
Figuren, was besonders in den Gesichtern negativ auffällt. Die Spezialeffekte
wurden jedoch sehr gut umgesetzt. So sehen der Blitzangriff, der Machtschub
oder Explosionen eindrucksvoll aus und die Laserschwertduelle sind hier
sicher ein Highlight. Ein sehr schönes Gimmick: Regentropfen verdampfen
bei Kontakt mit dem Laserschwert. Jedoch sieht man in einigen Effekten
wie z. B. der Aura, die den Spieler bei der Selbstheilung umgibt, im Farbverlauf
einen "Farb-Treppeneffekt", wie man ihn früher aus der 16Bit Farbtiefendarstellung
her kennt und im ersten Level "poppt" das Gras unmittelbar wie aus dem
Nichts vor dem Spieler auf, was mehr als komisch wirkt. Ein sehr negativer
Ersteindruck, der jedoch später im Spiel, mangels vorhandenem Gras, nicht
wiederholt wird. Absolut lächerlich hingegen wirkten die Gesichtsanimationen
in der Briefingübersicht, die an den "Charme" von Wing Commander 1 erinnerten.
So bestanden Luke oder Kyle Kartan scheinbar in der Animation nur aus
2-3 Bildern und diese in mehr schlecht als rechter Qualität. Insgesamt
ist die Graphik ordentlich, jedoch nicht auf dem Stand des derzeit Möglichen,
was um so mehr verwundert, da es teilweise im Spiel zu starken Einbrüchen
in der Framerate kam. Probleme gab es auch bei der Aktivierung von dynamischem
Lichtern. Hier traten bei mir grundsätzlich alle 6-7 Sekunden Bildaussetzer
in Form von komplett weißen Screens auf, die gerade in der Egoperspektive
mehr als nervig waren und die Abschaltung der Funktion notwendig machten.
Ärgerlich ist auch der "Bug", der unter Win XP die Q3 Engine
grundsätzlich nur mit 60Hz auf den Screen bringt und manuelle Einstellungen
vor jedem Spiel nötig macht.
Der Sound, der in EAX Advanced HD Besitzer einer Soundblaster
Audigy beglückt, ist mehr als gelungen, was nicht verwundert, denn man
hat Zugriff auf die Soundbibliotheken von Lucas Film. So klingen alle
Geräusche vertraut, seien es die Waffen oder das "Jabib, Jabib" Gegrunze
der Taun Tauns. Die Synchronisation ist gelungen und es wurden für alle
Rollen Profisprecher eingesetzt, wenn sie auch nicht immer lippensynchron
waren. So leiht wieder der dt. Schauspieler Hans Georg Panczak dem virtuellen
Mark Hamill als Luke Skywalker seine Stimme. Negativ fallen hier nur die
oft wiederholenden Gegnersamples auf, deren Variationen bereits nach einiger
Spielzeit erschöpft sind und uns eher denken lassen, einen Kampf gegen
Klon-Krieger zu führen, als gegen Dunkle Jedis, Sturmtruppen oder den
Hinterbliebenen. So wird der Eindruck extrem "ausgebremst", gegen reale
Gegner anzutreten, weil man nach 2 Stunden Spielzeit irgendwie alles schon
mal gehört hat. Positiv ist jedoch, dass man das Spiel multilingual veröffentlicht
hat. Es ist jederzeit möglich, die Sprachausgabe und den Text auf das
engl. Original zu wechseln.
Die Musik, wie sollte es auch anders sein, ist die aus den bekannten
Filmen. Jedoch hat man wiederum, wie schon von mir im Vorgänger bemängelt,
den selben "Fehler" begangen. Dass man auf das beliebte und bekannte Star
Wars Hauptthema nicht verzichten kann/will, scheint ohne Frage, jedoch
sollte eine Spielproduktion von diesem Kaliber auch auf die Feinheiten
und Vorgaben achten, die ein Franchise Marke "Star Wars" mit sich bringt.
Filmkomponist John Williams hat die Filmmusik zu Star Wars nach der Leitmotiv-Technik
komponiert, wie sie einst von Richard Wagner etabliert wurde. Dies bedeutet,
dass bestimmte Charaktere ihr eigenes musikalisches Erkennungsthema besitzen.
Wer das Darth Vader Thema kennt, weiß, was gemeint ist. Die Spieleproduzenten
scheint es aber kaum zu stören und so haben sie kräftig in dem Musikfundus
gewütet, was vielleicht nicht alle Spieler stören wird, mir aber als Freund
der orchestralen Filmmusik sauer aufstößt, wenn man z. B. das Liebesthema
zwischen Han Solo und Prinzessin Leia plötzlich in einem Kampfgefecht
hört, ist das mehr als unpassend. Hier wäre sicher ein Musikproduzent
notwendig, der diese Sache überwacht und sozusagen Star Wars konform gehalten
hätte. Dass so was möglich ist, hat Lucas Arts ja bereits in anderen
Spielen unter Beweis gestellt. So konnte man in "Shadows of the Empire"
eine gelungene Neukomposition (erhältlich als Enhanced-CD bei Varese
Sarabande) von Joel McNeely hören, der neue Themen fließend mit den
bekannten Williams Standards verknüpfte. Auch Clint Bajakian durfte für
"Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft" ähnlich verfahren.
(Selbiger durfte übrigens aber im vorliegenden Spiel als Musikeditor wirken).
Dafür ändert sich die Musik jedoch dynamisch zum Spielgeschehen.
Gesteuert wird vorzugsweise mit Maus und Tastatur, die frei konfigurierbar
ist, jedoch bei der Belegung des Zehnerblocks etwas Schwierigkeiten machte
und erst zur Übernahme "gezwungen" werden konnte, nachdem er vorher deaktiviert
und dann mit den gewünschten Tasten belegt werden konnte. Jedi Academy
unterstützt auch die Steuerung mittels Joystick, was sicher auch daran
liegt, da das Programm für die gängigen Next-Generation Konsolen
umgesetzt wird. Positiv fällt wieder auf, dass auch Mäuse mit Force Feedback
Funktion unterstützt werden.
Gameplay: Konnte man Jedi Outcast noch vorrangig als einen Egoshooter
bezeichnen, der sich durch sein hervorragendes Leveldesign und einem guten
Anteil an Rätseln von der Mainstream-Shooter-Masse abheben konnte, muss
man bei Jedi Academy etwas umdenken. Zwar ist es jederzeit möglich, das
Spiel in der Egoperspektive zu spielen, doch dominieren schnell die Vorzüge
des Laserschwertkampfes, der im Gegensatz zum Kampf mit Feuerwaffen mehr
Vor- als Nachteile besitzt und man Jedi Academy daher besser dem Genre
3rd Person Action zuordnen sollte. Anders als beim Vorgänger, wo man sich
sein Laserschwert erst noch als Jedi verdienen musste, startet man in
Jedi Academy gleich mit der Waffe aller Waffen und "gewöhnt" sich schnell
an die Vorzüge. Somit "verkommt" das Waffenarsenal in Jedi Academy fast
zum nutzlosen Beiwerk, gäbe es nicht einen Level, in dem man ohne auskommen
muss. Doch der Reihe nach.
Ähnlich wie bei den "Voyager Elite Force" Spielen darf man
sich zu Beginn des Spiels einen Charakter zusammenbasteln und auch, was
in diesem Genre eher selten ist, zwischen Männlein und Weiblein wählen.
Aus einem großen Fundus des Star Wars Universums darf man zwischen Mensch
oder Alien wählen, ihm seine Kleidung in Schnitt und Farbe auf dem Leib
schneidern und auch das Aussehen des Laserschwertes bestimmen. Sehr schön
gemacht, da die so geschaffene Figur auch entsprechend in allen mit der
Engine erzählten Cut Szenen "auftritt", was die Identifikation mit der
Figur unterstützt und viel stimmiger wirkt, als vorgerenderte Sequenzen.
So hat man das Gefühl, etwas Eigenes zu erleben und nicht die Renderkonserve
vorgeeiert zu bekommen, die ein jeder Spieler sieht.
Nachdem wir auf Yavin 4 Zeuge einer angehenden Verschwörung wurden, geht
es erst mal auf in die Jedi Academy, um mit unserem Kumpel Rosh gemeinsam
unter der Leitung Kyle Katarns die Grundausbildung zu absolvieren. Wir
werden vertraut mit der Macht und den Möglichkeiten, die einem Jedi dadurch
zur Verfügung stehen. Und bald sind Kräfte wie Schub, Sprungkraft, Geschwindigkeit
Macht-Griff oder Gespür neben dem Laserschwerttechniken keine Fremdwörter
mehr für uns, wenn wir aus dem Irrgarten der Tempelanlagen z. B. Steine
mittels des Machtgriffes aus dem Gemäuer ziehen, um sie als Treppe zu
benutzen oder Wände durch die Schubkraft einstürzen lassen. Gespür lässt
uns Dinge erkennen, die einem Normalo verborgen bleiben und wir sehen
versteckte Schalter oder die verbleibende Lebensenergie unserer Feinde.
Nach der Grundausbildung geht es auch schon los, denn Luke Skywalker fühlte,
"Mal wieder" wie Kyle Katarn schnippisch bemerkt, eine "Erschütterung
der Macht". So werden die jungen Padawane in unendliche Weiten geschickt,
um die Macht-Diebe dingfest zu machen.
Die Missionen sind sehr abwechslungsreich gehalten. So gilt es
unterschieldliche Orte, die man auch teilweise aus dem Filmen kennt, zu
besuchen. Auf der Speisekarte stehen z. B. Hoth, Tatooine, Corellia, Coruscant,
die Festung von Darth Vader oder eine unterirdischen Grabstätte. Es gilt,
einen beispielsweise einen Gangsterboss stellen, einen auf die Stadt zurasenden
Zug aufhalten, eine Tarnvorrichtung zu deaktivieren, Händler auf einem
Planeten zu retten, Gefängnisinsassen befreien und dafür Sorge zu tragen,
dass sie nicht von den riesigen Rancors gefressen werden oder Sprengsätze
an einer Außenbasis anbringen. Zwischendurch dürfen wir auch noch per
Speed-Bike durch die Wüste jetten, einen Geschützturm übernehmen oder
auf dem Eisplaneten Hoth Taun Tauns reiten. Ein für mich absolutes Highlight
war der riesige mutierte Rancor, der weitläufige Lagerhallen in Schutt
und Asche verwandelt und nebenbei auch ein paar unserer Feinde zum Frühstück
verschlingt, was man auch sehr schön für eigene Zwecke ausnutzen konnte
und so schwere Gegner einfach in seinen "Frühstücksraum" lockte, bis man
schließlich das riesige Vieh selbst für eine Grillparty der besonderen
Art vorbereitet. Auf einem mit riesigen Sandwürmern besiedelten Plabeten
muss man vorsichtig von Stein zu Stein hüpfen, um nicht im Verdaungstrakt
selbiger zu landen, um mit den dort geborgenen Ersatzteilen seinen eigenen
Flieger wieder flott zu bekommen. Zwischengegner lockern zudem das Spielgeschehen
auf. Langeweile kommt so niemals auf, auch wenn das Leveldesign zwar großflächig
angelegt ist, sind die Missionen dennoch ziemlich linear und selten fordern
sie besonders viel Jedi-Hirnschmalz. Im Vergleich zum Vorgänger eher leichte
Kost, was die Puzzles betrifft. Zwar machen manche Aufgaben es nötig,
die Jedifähigkeiten einzusetzen, für meinen Geschmack ist diese Option
jedoch etwas zu unterentwickelt. Hier wäre mehr möglich gewesen. Nur hin
und wieder ein paar Wände mit Schubkraft eindrücken oder mit der Gespür-Macht
die richtige Kombination von Schalterstellungen zu erkennen, ist mir etwas
zu wenig.
Nach jeder erfolgreich absolvierten Mission darf man seiner Spielfigur,
im Gegensatz zu Jedi Outcast, selbst einen neuen Machtpunkt zuordnen und
kehrt hierbei zu einer Light-Macht-Variante des Urprogramms Jedi Knight
zurück, wenn auch in viel eingeschränkterer Form. Man hat Standardkräfte,
die nicht selbst modifiziert werden können und sich automatisch im Spielverlauf
erhöhen. Dazu gehören z. B. Schub, Sprung oder Geschwindigkeit. Selbst
wählen kann man zwischen Mächten der Guten und Dunklen Seite. Heilung
oder Geistestrick sind beispielsweise die Mächte eines rechtschaffenen
Jedis wo hingegen der bekannte vadersche Würgegriff und Blitzattacke eindeutig
der dunklen Seite zugetan sind. Machteigenschaften gibt es jeweils in
3 Stärkegraden, was bedeutet, dass man maximal 3 Machtpunkte einer Eigenschaft
zuordnen kann. Ihre Wirkung ist dementsprechend anders. So kann man in
der ersten Stufe der Machtheilung lediglich unter Bewegungslosigkeit seine
Gesundheit wieder herstellen. In der dritten Stufe ist dies bei vollem
Fußmarsch möglich. Ein Blitz der dunklen Seite in Stufe 1 gleicht eher
einem kleinen Kurzschluss, Stufe 3 lässt ein breitfächriges mittleres
Gewitter auf die Feinde los. Spezialisierung ist hier angesagt, denn alle
Mächte nur auf Stufe 1 zu bringen, macht wenig Sinn, daher besser einige
zur vollen Power upgraden und sich z. B. zwischen Kräften wie Schutz, Lebenskraftentzug
oder Rage entscheiden.
Vor jeder Mission darf man sich aus dem Waffenarsenal zwei Wummen aussuchen
und zusätzlich eine Minen- oder Granatenart. Jedoch wird dies, hat man
einmal die Kraft des Laserschwertes für sich erkannt, eher zu einer nichtigen
Aktion. Einmal, weil man die Waffen ohnehin kaum einsetzt und zum anderen,
weil in den Leveln schnell genug neue Waffen zu finden sind. Imperiales
Schnellfeuergewehr, Disruptorgewehr, der Wockie-Bogenwerfer oder ein tragbares
Raketensystem sehen wie gesagt schön aus, sind aber eigentlich unnötig.
Jedi Academy lebt wie schon gesagt von den Schwertkampfduellen und dem
Einsatz der Macht. Einen Gegner mit dem Würgegriff beim Kragen zu fassen
und in den Abgrund zu schleudern oder dabei auch mit dem Schwertwurf auszuschalten,
macht einfach mehr Sinn (und Spass). Sturmtruppen werden gleich reihenweise
zu Gyros verarbeitet oder mit dem Machtschub über die Brüstung geschleudert.
Komboattacken und Spezialangriffe, die mit steigender Machtfähigkeit
möglich sind, runden das Bild ab. So darf man einen Rollangriff starten,
Saltos durchführen mit darauf folgendem Todesstoß oder den Gegner durch
einen Tritt zurückwerfen. Auch Wände sind für einen geübten Jedi geeignet,
daran hochzulaufen und einen gekonnten Rückwärtssalto zu absolvieren.
Warum nicht mal den Gegner mit dem Machtgriff schnappen und ihn auf das
eigenen Laserschwert ziehen? Je nachdem, für welche Laserschwertart man
sich im weiteren Spielverlauf entscheidet, gibt es noch bis zu drei Kampfeigenschaften.
So kann man z. B. den Kampfstil auf schnelle Angriffe voreinstellen oder
auf langsamere, dafür aber viel wirksamere Hiebe. Sollten die Gegner uns
zuviel Lebensenergie kosten, dann nutzen wir einfach die Macht der Heilung,
genügend Machtreserven vorausgesetzt, um uns selbst wieder zu regenerieren,
was aber selten ein Problem darstellt, da sich die Macht selbst nach einiger
Zeit wieder "auffrischt". Soviel Spaß der Schwertkampf auch macht,
birgt er jedoch auch Nachteile, womit wir bei der Kritik im Gameplay angelangt
wären.
Kritik: Jedi Academy spielt sich in der ersten Spielhälfte für
meinen Geschmack viel zu einfach. Das Laserschwert ist eine viel zu übermächtige
Waffe und machte für mich die erste Spielhälfte recht langweilig, trotz
gewähltem normalen (von vier möglichen) Schwierigkeitsgrad. Man nutzt
im Spiel kaum konventionellen Feuerwaffen, weil es mit dem Schwert wesentlich
einfacher ist. Hier ist die Gameballance nicht gelungen und das Szenario
verliert so an Spannung und Atmosphäre. Das Laserschwert wirkt praktisch
wie ein undurchdringliches Schutzschild, da es die ankommenden Geschosse
abwehrt. Die Gegner der ersten Level werden daher zum Kanonenfutter degradiert,
sollte man dennoch einmal unter Lebensenergiemangel leiden, hilft hier
die Machtheilung. Die Herausforderung des Spiels tendiert hier eher gegen
Null, denn wer wählt schon freiwillig eine schlechtere Waffe, um im Spiel
eine höhere Herausforderung zu finden? Als Spieler fühlt man sich einfach
schnell unterfordert. Hier haben die Designer versagt. Auch der höhere
Schwierigkeitsgrad ändert daran eher wenig.
Interessant wird es aber, sobald Gegner ins Spiel kommen, die selbst
mit dem Laserschwert kämpfen, doch die Diskrepanz zwischen den "normalen"
und Jedigegnern ist viel zu groß. Jedi Outcast hatte das Problem geschickter
gelöst, da man sich dort erst sein Laserschwert verdienen musste. Da man
die Laserschwertduelle am geeignetsten in der 3rd Person Ansicht spielt,
geht auch einiges an Atmosphäre verloren. Ein Spiel dieser "Bauart" wirkt
aus der Ego-Sicht einfach viel eindrucksvoller, was man spätestens in
der Mission bemerkt, in der man ohne Schwert auskommen muss und dann in
der Egosicht durch die Star Wars Welt schreitet. Da die erste Spielhälfte
dadurch viel zu leicht ist, empfehle ich auch Anfängern, zumindest den
Schwierigkeitsgrad "normal" zu wählen.
Die Story in Jedi Academy wird eigentlich nur in ein paar Hauptmissionen
erzählt. Nach einem Hauptblock darf man dann dreimal zwischen 5 Zwischenmissionen
wählen, die mit der eigentlichen Story wenig zu tun haben. Sie bilden
eigene, meist recht kurze, kleine Kapitel, die zwar abwechslungsreiche
Missionsziele beinhalten, aber den Spannungsbogen der Story unterbrechen.
Hier überkommt einem ein wenig das Gefühl, wie bei "Gunman Chronicles",
dessen Missionen auch eher wie zusammenhanglose aneinandergefügte Mod's
wirkten. Die Möglichkeit, welche Mission man in welcher Reihenfolge auswählen
kann (mit der Option, nur 4 von 5 ausführen zu müssen), bringt da nur
wenig "Freiheitsgefühl" und wer ist schon so dumm, einen Level zu überspringen/auszulassen,
hat man doch mehr als teuer genug dafür bezahlt.
Nicht gelungen ist die Möglichkeit der Machtverteilung. Es ist im Spielablauf
egal, für welche Seite der Macht man sich entscheidet und vor allem, welche
Macht man vorrangig einsetzt. So konnte man im Spiel alle Machtpunkte
in die Dunklen Mächte investieren und die Gegner scharenweise mit dem
(dunklen) Würgegriff ausknipsen, zu einem Dunklen Jedi wurde man deswegen
jedoch noch lange nicht. Hier zeigte das alte Jedi Knight, wie man es
richtig macht. Dennoch kann man sich vor dem letzten Level entscheiden,
welcher Seite man sich anschließt und so ein anderes Spielende erleben.
Sinvoller schiene es hier, den gewählten Weg abhängig vom Machteinsatz
des vorherigen Spielablaufes zu machen.
Die KI im Spiel ist das größte Problem. Bis auf die Gegner mit
Laserschwert scheint man hier alles auf Sparflamme gesetzt zu haben. Sturmtruppen
stehen dumm da, auch wenn man auf sie schießt, selten ergreifen sie die
Initiative oder gehen in Deckung, was auch in Verbindung mit der Übermacht
des Laserschwertes den ersten Spielabschnitt mehr als Träge gestaltet.
Schießt man einen Gegner nieder, der an einem Geschützturm steht, bleibt
der andere dumm daneben stehen. Bei den Begleitern, die sich uns manchmal
anschließen, versagt die Macht der Wegfindungsroutine gerne einmal. So
hingen meine Jedifreunde in einem Level samt ihrem Laserschwert im Gemäuer
fest und ließen sich nicht zur Teilnahme am Kampf überreden. Weiterhin
störend wirkte in einigen Leveln der "Glaswandeffekt", der in letzter
Zeit in vielen Spielen die Runde macht. Trotzdem man eigentlich den Levelbereich
erreichen müsste, prallt man mehr oder weniger gegen eine unsichtbare
Barriere, die das Weitergehen versagt. Für Mainstream-Gamer, die meist
auf den "Pfad der Tugend" bleiben, sicher kein Problem, für Secretsucher
jedoch ein Graus. Secrets findet man zwar wiederum im Jedi Academy, jedoch
sind sie zu Beginn recht offensichtlich und erst in späteren Leveln gut
versteckt. Ihr "Nährwert" ist jedoch genauso gering, wie im Vorgänger.
Es wirkt sich weder auf den Spielverlauf aus, noch findet man wirklich
etwas Besonderes. In Jedi Knight machte das Secretsuchen noch richtig
Sinn, da man nach dem Auffinden aller Geheimnisse zusätzliche Machtpunkte
verteilen durfte. So macht das Suchen im Jedi Academy wenig Sinn, zumal
man auch nicht während des Spielens über die Gesamtzahl informiert wird
und dies erst beim Beenden des Abschnittes erfährt.
Makulatur sind hingegen die Spielabschnitte, in denen man auf einem Taun
Taun reiten kann, bzw. mit dem Speedbiker durch die Wüste gleitet. Das
Taun Taun steuert sich dermaßen unbeholfen, dass man lieber zu Fuß loszieht.
Auch der Kampf auf dem Rücken des Tieres macht es eher schwieriger, als
die gleiche Aktion per Pedes. Die Speedbiker kontrollieren sich ebenso
schwammig. Die Gegner in diesem Level sind nicht gerade mit IQ angereichert
worden und zudem respawnen sie bis ans Ende aller Tage, so dass einem
eher der Eindruck einer Klonfabrik in den Sinn kommt. Positioniert man
sich an sicherer Stelle und snipert alle Speedbiker vom Gefährt, rückt
unmittelbar ein Neuer an, der sich direkt hinter das nun führerlose Gefährt
wie in einer Schlange an der Aldi-Kasse stellt. Das geht so lange, bis
einem die Munition ausgeht und unten dann ca. 25 unbemannte Speedbiker
"warten". Zeit, einen Gebrauchtbikermarkt auf Tatooine zu eröffnen. Auch
gibt es viele zu scriptabhängige Vorgänge. So konnte ich durch
geschickte Sprungeinlagen ein Gebäude überspringen/klettern,
was wohl nicht vorgesehen war und so durch die Hintertür hinein.
Die Folge. Die Gegner blieben aus. Erst als ich durch den "Haupteingang"
marschierte, waren sie präsent.
Laserduelle mit all ihren Kombomoves sind nicht immer so gezielt einsetzbar,
wie es sich die Programmierer evtl. vorgestellt haben. Der gewünschte
Effekt klappt nicht reibungslos und Duelle tendieren beim Aufkommen mehrerer
Gegnern oft zu normalen Klickorgien, die bessere Ergebnisse erzielen.
Die unstimmige Gameballance macht sich auch bei den Boss-Fights bemerkbar
und unter Einsatz der Macht "Heilung" sind sie meist kein Problem.
Kurzer Angriff, ein wenig im Kreis laufen, damit sich die Macht regeneriert-
Heilung und erneuter Angriff. So bekommt man praktisch jeden "klein".
Sei es Kyle Kartan (gegen den man als selbsternannter Dunkler Jedi antritt)
oder die Rancors im Gefängnis. Die Gegner sind nicht in der Lage, effektiv
unsere Taktik zu untermauern und rennen lediglich hinterher, bzw. bleiben
sogar in einiger Entfernung stehen und "gönnen" uns mehr oder weniger
ungewollt, eine nötige Regenerationspause. Hier hätte ich mir ein wenig
mehr Kick gewünscht.
Allgemein finde ich das Spielumfeld auch ein wenig zu statisch. Star
Wars lebt von großen Szenen und da hat der erste Teil schon mehr geboten.
Dort sah man, wie riesige Raumschiffe andockten oder abgeflogen sind und
viel mehr in Bewegung war. In Jedi Academy wie auch im Vorgänger Jedi
Outcast tut sich hier während des Spiels mit Ausnahme von Cutszenen bescheiden
wenig.
Ein paar Bugs und Ungereimtheiten: In einer Mission muss man mit
Kyle zusammen an einer Müllanlage vorbei. Kyle nimmt einen anderen Weg,
um etwas für uns vorzubereiten. Folgt man ihm aber, sieht man ihn
an einer Stelle im Spiel, wie er in einem großen Schacht wilde Luftsprünge
vollführt. Geht man den "vorgeschriebenen" Weg, trifft man auf seinen
Doppelgänger ;-), wobei der andere weiterhin aktiv rumhüpft. In einer
Mission trifft man auf Boba Fett, der uns daran hindern will, Waffendepots
in die Luft zu jagen und könnte stundenlang mit ihm kämpfen, ohne
ihn zu erledigen. Man kann ihn erst in die Flucht schlagen, wenn zuvor
alle Depots gesprengt wurden. Für meinen Geschmack etwas unsinnig, wenn
auch der Level so geskripted mehr Action bietet. Sinnvoller wird es dadurch
dennoch nicht. Klickt man bei der Machtverteilung auf eine bereits mit
3 Punkten ausgestattete Macht, "hängt" das Programm einige Zeit bevor
man wieder etwas auswählen kann. Die Ladezeiten beim Betreten eines neuen
Levels sind zudem eine wahre Geduldsprobe.
Multiplay: Jedi Academy bietet einen interessanten Multiplayerpart.
Geboten werden bekannte Dinge wie "Jeder gegen Jeden" oder "Capture the
Flag". Interessanter sind dann schon die Duelle, in denen ausschließlich
der Laserschwertkampf zelebriert wird. Der Modus "Belagerung"
bringt hier jedoch eindeutig die meiste Abwechslung ins Spiel. Hier gilt
es, im Team mit bestimmten Charakterklassen und deren jeweiligen Eigenschaften,
unterschiedliche Ziele zu meistern. Zur Wahl stehen z. B. Techniker , Sprengstoffexperten,
Aufklärer oder Jedis, jeweils mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Will
man selbst ein wenig üben, lassen sich mit Ausnahme des Belagerungsmodus
auch computergesteuerte Bots zuschalten, auf die man vielleicht öfters
zurückgreifen muss, als einem lieb ist, denn die Server machen sich sehr
rar und es war im Testzeitraum kaum ein vernünftiges Spiel per Internet
möglich. Interessant ist das Spielprinzip in Jedi Academy aber allemal.
Gerade die Jedi-Mächte bringen auch in alte Spielprinzipe wie "Deathmatch"
genug frischen Wind, da durch die Spezialattacken wie Würgegriff oder
Schub ein Gegner statt mit reiner Waffengewalt auch einfach mal vom Levelrand
geworfen werden kann.
Die deutsche Version ist im Gegensatz zum Vorgänger erfreulicherweise
unzensiert und multilingual.
Fazit: Jedi Academy ist trotz der erwähnten Mängel ein gelungenes
Spiel aus dem Star Wars Universum, wenn es auch im Gegensatz zum Vorgänger
nun ein wenig mehr den Mainstream Spieler hinter dem Ofen hervorholen
soll. Das Spielprinzip ist vereinfacht worden und es gibt (leider) nicht
mehr soviel Levelrätsel, wie in den Vorgängern. Der Focus liegt hier eindeutig
im Kampf mit dem Laserschwert und somit wird es eher zu einem 3rd Person
Action Titel, der vergleichbar mit Blood
Omen 2, Heretic 2, Heavy
Metal FAKK², oder American
McGee's Alice ist. Dennoch trösten abwechslungsreiche Missionen, schöne
Settings und gelungene Laserschwertduelle über die KI Mängel der Gegner
und die unausgewogene Spielballance in der ersten Hälfte hinweg. Jedi
Academy bietet zudem mit seinen ca. 12-15 Stunden Singleplay auch noch
einen interessanten Multiplayerpart. Durch die nicht storyrelevanten Zwischenmissionen
mangelt es jedoch an Atmosphäre bzw. Story, wie die Vorgänger sie ohne
Zweifel hatten. Da helfen auch die Auftritte bekannter Figuren wie z. B.
Chewbacca wenig. Jedi Academy ist ein Titel, dessen Bewertung nicht leicht
fällt. Ein "klassischer" Kandidat zwischen 3+ und 2, dessen reizvoller
Multiplayerpart mich jedoch ganz knapp für die höhere Wertung entscheiden
lässt. An die Qualität der Vorgänger Jedi
Outcast, bzw. Jedi Knight reicht er jedoch nicht.
Geschrieben am 05.10.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
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