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Judge Dredd vs. Death
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 | Info |
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| Autor | | 4 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1 |
 |   | | 1 |
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| Gesamt (13 votes) | | 3+ |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.1 |
 |   | | 1.4 |
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| Name: | Judge Dredd - Dredd vs. Death |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/10 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Rebellion |
| Links: | 2000 AD |
| Hardware: | 700Mhz, 128MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 1300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | ja |
| Patch: | 1.1 |
| Bemerkung: | auf für Xbox, PS2, GameCube. Coop Modus |
| USK: | 16 |
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Sylvester Stallone hat es nicht leicht. Als wegen chronischer Mundwinkelstarre
mehrfach mit der Goldenen Himbeere ausgezeichneter Schauspieler - ein
Schicksal, das er mit der sich ebenso chronisch für eine Schauspielerin
haltenden Madonna teilt - werfen ihm die Produzenten nach wie vor hauptsächlich
Drehbücher von Actionfilmen hinterher. Dabei würde er so doch so gern
Charakterrollen in Rosamunde Pilcher-Verfilmungen spielen. Aber vorerst
dürfte wohl eher noch ein vierter Teil der Rambo-Serie ins Haus stehen,
gälte es doch eigentlich, die leichte politische Schieflage des letzten
Sequels zu korrigieren. Man erinnere sich, Rambo kämpfte dort Seite an
Seite mit islamischen Mudschahedin gegen die bösen Russen. Anstatt mit
Pfeil und Bogen russische Hightech-Helikopter zum Absturz zu bringen,
könnte er diese nun selbst nutzen, um Terroristen von ihren Kamelen zu
schießen.
Aber widmen wir uns weniger einem zukünftigen Kinospektakel als der
Vergangenheit, deren Bewertung sich durch aktuelle Begebenheiten durchaus
wandeln kann. Denn die Bekanntschaft mit dem Spiel "Judge Dredd: Dredd
vs. Death" ließ mich nämlich meine den künstlerischen Gehalt betreffende
Einschätzung des auf derselben Comicvorlage basierenden Films mit eben
jenem S. Stallone als Titelheld noch einmal überdenken. Ich will es mal
so ausdrücken: von letzerem würde ich mir noch eher eine Fortsetzung wünschen.
Als Judge in Megacity schlüpft man in eine Rolle, die sich Law-and-Order-Verfechter
nicht schöner ausdenken könnten. Die umständliche Trennung zwischen Exekutive
und Judikative ist hier ebenso aufgehoben wie das ewige Warten auf einen
Prozess nach der Verhaftung eines Angeklagten dramatisch verkürzt. Die
Judges übernehmen einfach gleich beide Aufgaben, Festnahme und Verurteilung
erfolgen in einem Aufwasch, ein perfektes Beispiel für zunehmende Effizienz
der Rechtssprechung, die sicher viele Freunde finden würde. Noch dazu,
weil offenbar bereits das Sprayen von Graffitis genügt, um Handschellen
angelegt zu bekommen und hinter Gittern zu verschwinden. Andererseits
gibt es auch noch größere Probleme, ausgelöst durch die sogenannten Dark
Judges, die aus ihren Gefängnissen entkommen sind und in teilweise untotem
und körperlosem Zustand die Bürger der Stadt bedrohen. Der Anführer der
bösen Horden und zweiter Namensgeber des Spieles heisst passenderweise
Judge Death, wobei es mir leider nicht gelungen ist, herauszufinden, ob
der ebenfalls auftauchende Judge Mortis eventuell sein Zwillingsbruder
sein könnte. Ihnen gilt es nun den Garaus zu machen und wer könnte dazu
eher prädestiniert sein als der legendäre Judge Dredd höchstpersönlich,
unterstützt von mehr oder minder willigen (dazu später mehr) Kollegen?
Zur Hand geht Vierkantkinn Dredd außerdem sein persönlicher "Lawgiver",
die spezielle Waffe der Judges. Sie beeindruckt vor allem durch ihre Vielseitigkeit,
obwohl sie kaum größer als eine Pistole ist, kann man damit verschiedene
Arten von Munition verschießen, beispielsweise hitzesuchende oder speziell
für das Durchbrechen von Panzerung gedachte Geschosse. Es geht das Gerücht
um, dass viele Spieler ein nahezu zärtliches Verhältnis zu ihrem "Lawgiver"
entwickeln, der auch mit sanfter Stimme den Wechsel der Munitionssorte
ansagt. Außer dieses zur Grundausstattung gehörenden all-in-one-Pakets
kann man nur noch eine weitere Waffe mitnehmen, in der Regel aufgeklaubte
Shotguns oder leichte MGs. Solchermaßen ausgerüstet zieht man nun durch
die Megacities, die sowohl über- als auch unterirdisch mit optischen Reizen
sehr sparsam umgehen, sieht man von den riesigen Werbetafeln ab. Die wahrscheinlich
einzige Neuerung, die das Spiel dem Genre der FPS hinzufügen kann, ist
das relativ schamlose, auf Red Bull abzielende product placement. Hier
öffnen sich zweifellos ganz neue Möglichkeiten jenseits der indirekten
Werbung für die verschiedenen Waffenhersteller. Die vielen Neonreklamen
sind allerdings neben den Farben der Punkfrisuren einiger Gegner das so
ziemlich einzig Bunte in diesem Spiel, welches sich zu einem großen Teil
in eher trister Atmosphäre abspielt, wozu Vampire und Zombies, Kollateralschäden
der Aktivitäten der Dark Judges, zusätzlich beitragen. Grafisch kann man
hier weder einen Schönheits- noch Originalitätspreis vergeben, die meisten
Texturen sind langweilig und trist und wiederholen sich, ohne dass man
allerdings eine wirklich überzeugende Grundstimmung aufbauen kann. Die
Gegnervielfalt hält sich auch in Grenzen, wobei einige der Modelle durchaus
witzig gemacht sind, ist man denn bösartig genug, stark übergewichtige
Damen mit Einkaufstaschen lustig zu finden (ich bin es zweifellos :)).
Neben der grundsätzlichen Jagd auf die Dark Judges ergeben sich während
des Spieles verschiedene, immer wieder auftauchende Missionsziele. Oft
muss man eine bestimmte Anzahl von Zivilisten retten, also an einen bestimmten
Ort geleiten oder alle Monster im Gebiet unschädlich machen. Dies kann
bei menschlichen Gegnern auch durch Festnahme geschehen, die damit verbundenen
Urteilsverkündungen samt Kommentar sind anfangs auch noch unterhaltsam,
auf die Dauer aber ebenfalls öde. Um noch ein gewisses Mindestmaß an Rechtsstaatlichkeit
zu gewährleisten, ist Dredd dazu angehalten, nicht an jedem das Gesetz
per "Lawgiver" zu vollstrecken, sondern zwecks Hebung der Reputation auch
mal zu unblutigen Methoden zu greifen. Dies wird dann am Ende der Level
mit einem höheren Rang und beispielsweise der Freischaltung bestimmter
Level für den Arcade-Modus belohnt. Nicht, dass es die Mühe wert wäre,
da dieser in erster Linie furchtbar langweilig ist, aus simpel zusammengeschusterten
Leveln besteht und allein die Zeitbegrenzung, in der man eine bestimmte
Aufgabe erledigen muss, für so etwas wie Spannung sorgt. Leveldesign und
Grafik präsentieren sich also weitgehend unterdurchschnittlich. Interaktivität
mit der Umgebung existiert nicht, alles ist völlig linear. Das äußert
sich darin, dass in Innenleveln (die noch zu den "besseren" zählen, das
Krankenhaus und das Einkaufszentrum wären hier zu nennen) entweder 9 von
10 Türen verschlossen sind oder in anderen Gegenden einfach alles einfach
völlig zerstört ist und man das Ende des Levels quasi schon am Anfang
sieht. Damit einher geht ein Problem, das mir den "Genuss" des Spieles
zusätzlich und grundlegend erschwerte. Während der ganzen Spielzeit existierte
eine unheimlich nervende Ungenauigkeit in der Steuerung. Jede Bewegung
erfolgte immer um wenige Millisekunden verzögert, aber auch dies nicht
so gleichmäßig, als dass man sich daran gewöhnen konnte. Bei einem Shooter
wirkt sich diese Art Problem natürlich ganz besonders gravierend aus,
weil einfach schnelle Reaktionen und genaues Zielen wahnsinnig erschwert
werden, also die eigentlich einzig wichtigen Herausforderungen (Rätsel
oder ähnliches gibt es gar nicht). Da Munition recht spärlich verteilt
ist und meine Trefferquote wegen dieses ständigen Watens durch virtuellen
Morast ins Bodenlose fiel, kämpfte ich meist mehr mit meiner nahezu leeren
Pistole als mit Gegnern. Über die Verbreitung dieses Bugs kann ich kein
eindeutiges Urteil fällen, ich bin definitiv nicht der Einzige, den er
betraf, aber es gibt andererseits auch genügend Spieler, die ihn nicht
bemerkten. Für mich bedeutet er allerdings ein fortwährendes Ärgernis,
das eine faire Bewertung nicht gerade erleichtert, wobei ich auch ohne
diese Umstände kaum ein Fan von Judge Dredd geworden wäre. Die nahezu
nicht vorhandene AI der Gegner wirkt sich hier zusätzlich erschwerend
aus, da Monster in der Regel in größeren Mengen auf einen zustürmen und
taktisches Vorgehen überhaupt keine Rolle spielt, stattdessen aber eben
gerade das weitgehend unmögliche schnelle Ausweichen und Schießen. Auch
der IQ der Judges, denen man in einigen Missionen zu Hand geht, liegt
offenbar nicht prinzipiell über dem eines gemeinen Vampirs oder eines
durch Fastfood degenerierten Hausfrauenhirns, schaffen sie es doch, an
im Weg stehenden Treppen und Türen mit konvulsivischen Zuckungen auf immer
zu verweilen.
Ähnlich wie bei anderen relevanten Bewertungskriterien ist auch der Sound
nicht sonderlich beeindruckend, die Musik besteht aus dem üblichen, dem
SF-Szenario sicher prinzipiell angemessenen, aber eben völlig hausbackenem
Elektrogedudel. Die Soundeffekte bleiben zweitklassig, die Waffen klingen
so furchteinflößend wie Küchengeräte, allein die Synchronstimme von Judge
Dredd ist halbwegs akzeptabel und sorgt durch die trockenen Kommentare
für einige wenige spaßige Momente.
Neben der normalen Spielkampagne und dem erwähnten Arcade-Modus bietet
Judge Dredd auch noch Coop und Multiplayer gegen Bots oder -falls erhältlich-
wahlweise menschliche Gegner im Netz an. Aus dem genannten technischen
Grund waren letztere für mich allerdings völlig unspielbar, entsprechen
optisch aber dem niedrigen Standard des ganzen Spiels. Da können auch
die auf dem Papier durchaus interessanten neuen Varianten des Deathmatch
nichts ändern. Witzig ist die Vampir-Methode, bei der die eigenen Gesundheit
ständig sinkt und nur durch Verletzen des Gegners wieder aufgefrischt
wird, weniger überraschend die Begrenzung der Respawns (=Leben) entweder
für den Spieler oder das Team. Zusammen mit einem Freund mag also der
Coop-Modus das Spiel eventuell zu einem wenige Stunden (unter 10) währenden
Zeitvertreib machen, darüber hinaus fällt mir ehrlich gesagt kaum ein
wirklicher Kaufgrund ein. Dafür ist Judge Dredd einfach in zu vielen Bereichen
biederstes Mittelmaß und ob Comicfans damit zufriedener sein könnten als
mit dem erwähnten Film kann ich mir auch kaum vorstellen.
Geschrieben am 03.03.2004, Testkonfiguration: AMD2000+, GeForce 4, 512 MB Ram, SB Audigy
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