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Keepsake
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (20 votes) | | 2 |
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| Name: | Keepsake |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/11 |
| Publisher: | Frogster Interactive |
| Entwickler: | Wicked Studios |
| Hardware: | 1Ghz, 256MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 1400 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Patch: | 1.6 |
| USK: | 6 |
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 | | einziges wirkliches Manko - Animationsarmut |
 | | unterer Erholungsbereich |
 | | Lydias Visionen |
 | | Multiple-Choice Gesprächsinterface |
 | | Kräutergarten im Winter |
 | | Der Beweis - Drachen gab es wirklich |
 | | Planetarium der magischen Art |
 | | Die Wächter |
 | | magisches Rätselergebnis |
 | | verwaister Speisesaal |
 | | Teleporterwahnsinn |
 | | Inventar gefundener und findbarer Dinge |
 | | Rätselhilfssystem (integrierter Erklärbär) |
 | | Physik mal anders |
 | | nach getaner Arbeit |
 | | Logikrätsel der einfachen Sorte |
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| Keepsake (review von look) |
Endlich - Lydia, die Hauptprotagonistin, hat es geschafft an die Dragonvale Akademie zu
kommen, um dort die geheimen Künste der Magie zu erlernen. Jene, über die Grenzen hinaus bekannte,
ehrwürdige Schule, wird von Nathaniel geleitet, der Vater ihrer Jugendfreundin Celeste, weshalb
die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen, nach all den Jahren, das euphorische Gefühl eines
neuen Lebensabschnittes noch verstärkt. Jedoch ist der Empfang mehr als enttäuschend - niemand
ist da, sie vor den Toren der Akademie willkommen zu heißen, dabei hatte Celeste versprochen,
sie dort zu empfangen. Wie ausgestorben wirkt die Szenerie und die einzig auffindbare menschliche
Seele vor den Toren ist der Händler Mustavio, der sich betrübt zeigt, dass heute noch kein einziger
Schüler vorbei kam, um sich das Angebot des fahrenden Händlers anzusehen.
So beginnt das Erstlingswerk der neuen unabhängigen Entwicklerrepräsentanz, die unter dem
Namen "Wicked Studios" firmiert und auch aus einigen ehemaligen "Microïds" (bekannt u. a. durch
Syberia, Still
Life) Mitarbeitern besteht, damit sind Adventure kein reines Neuland für sie. Ein Novum
ist vielleicht, dass das Spiel seine Weltpremiere auf dem deutschen Markt feierte, sitzen die
Entwickler doch in Montreal. Keepsake gehört zu der altbekannten Unterart der Renderadventure,
unterscheidet sich jedoch zu den letzten Veröffentlichungen aus jenem Genre durch das sehr auf
Fantasy bedachte Setting. Ob sich das Spiel lohnt, sollen die folgenden Zeilen reflektieren.
Unverrichteter Dinge wieder abzuziehen, ist nicht unser Ding, also gilt es, in der Rolle
von Lydia, Einlass zu finden in die Räumlichkeiten der Akademie, es wird sich doch wohl innerhalb
der Mauern jemand finden, der Licht ins Dunkel bringen kann? Man stößt jedoch nur auf verwaiste
Flure und Hallen der Schule. Der einzige Lichtblick und von nun an ständiger Begleiter von Lydia
ist Zak, ein sprechender Wolf, bei dem es sich nach eigenen Bekunden um einen von Schülern der
Akademie scherzhaft verzauberten Drachen und magische "Kreatur" eines der Lehrer handelt. Viel
Aufschlussreiches erfährt man anfangs nicht von ihm, da eingesperrt in einem Spint, gibt es
auch für ihn keine Erklärung, warum sich scheinbar niemand mehr in der Schule aufhält. So dringt
man im Verlaufe des Spieles immer tiefer (besser höher) und weiter in die Schule vor. Auf der
Suche nach Antworten für diese Merkwürdigkeit, erfährt man jedoch zunehmend verwirrendere Dinge
aus Notizen, den sich verhaspelnden Zak und die auch noch seit neuesten Lydia plagenden Visionen,
die nur eines thematisieren - Celeste. Wo zum Teufel sind alle und was ist mit Celeste? Warum
sollte Lydia wieder weggeschickt werden? Die Versessenheit Zaks auf einen weiteren Transformationstrank
und die sich widersprechenden Aussagen von ihm, bzw. Merkwürdigkeiten (Höhenangst, als Drache?).
Ist der Händler, was er vorgibt zu sein? Warum ist die versorgende Infrastruktur abgeschaltet
und wie setzt man alles wieder in Betrieb? Und wie kommt man an den Wächtern vorbei?
Rätselkost
Fragen über Fragen deren Antworten wir mit Hilfe des Lösens von Rätseln selbst ergründen
müssen. Womit wir auch schon beim ureigenen Spielprinzip eines Adventure angelangt sind. Hintergrundgeschichte
und Rätsel sind eng miteinander verwoben und bilden eine passende, niemals unnatürlich, bzw.
deplaziert wirkende Einheit, was der Spieltiefe und Integration in jene zu Gute kommt. Bei den
im Spiel vorkommenden Rätseln handelt es sich fast ausschließlich um Knobeleien mit logischem
Aufbau. Sie sind alle entweder durch Überlegung selbst lösbar oder man bekommt z. B. durch Schriftrollen
oder Kommentare von Zak rudimentäre Hilfestellungen in Form von Hinweisen, was zu tun ist. Die
Bandbreite erstreckt sich über eine Vielzahl von schon aus anderen Genrevertretern bekannten
Kopfnüssen, am ehesten vergleichbar mit mystadaptiver Rätselkost. So gilt es z. B. Gerätschaften
wieder in Betrieb zu nehmen, indem man Knöpfe und Rädchen in der richtigen logischen Reihenfolge
bewegt. Es gilt Minispiele (a la Minotaurenlabyrinth) zu meistern, Tränke zu brauen, Türen zu
öffnen, aber auch durch Vorgaben gewisse Objektabhängigkeiten zu abstrahieren oder Aussagen
gewissen ethischen Werten zuzuordnen. Ein etwas ausführlicheres Beispiel: Wer einen Trank brauen
will, braucht erst mal ein Rezept, dumm wenn man das Rezept nicht lesen kann, also muss ein
Weg gefunden werden, jenes Rezept zu verstehen. Ist dies geschafft, sind es die Zutaten, die
einen auf Trab halten, denn nicht alles lässt sich so einfach finden, nicht zu vergessen, der
richtige Zauberspruch. Wer die Geräte und Hebel in der Akademie nutzen will, muss erst mal dafür
Sorge tragen, dass auch der "Strom" angeschaltet wird, um sich so neue Räumlichkeiten zu erschließen.
Bei jener Prozedur kommt einem z. B. ein altbekanntes Spielchen (u.a. im Film "Stirb langsam3"
zu bewundern) unter. Wie bekommt man 4 Einheiten in ein 5 Einheiten fassendes Behältnis, wenn
man nur jenes und ein 3 Einheitenbehältnis zur Verfügung hat ;-)?
Der Schwierigkeitsgrad variiert dabei doch beträchtlich. Es gibt keinen gradlinig ansteigenden
Verlauf, was die schwere der Aufgaben anbelangt. Schon eines der Rätsel am Anfang, dürfte so
manchen ungeübten Spieler zur Verzweiflung treiben. Die Aufgabe scheint simple Mechanik zu sein
- alle Maschinen müssen untereinander verbunden werden, dabei helfen Skizzen auf den Stellrädchen,
aber wer es mit Trial & Error versucht, wird bald aufgeben wollen, da die Laufwege sich über
mehrere Ebenen und Renderadventure typisch auf mehrere Szenenbilder erstrecken. Jedoch kann
für solche Frusterlebnisse Entwarnung gegeben werden, denn Keepsake ist, was Einsteigerfreundlichkeit
anbelangt, kaum zu toppen. Im Spiel integriert ist ein sozusagen vierstufiges Hilfesystem enthalten,
ein Novum für mich, das einem zuerst nur Tipps gibt, wie das Rätsel zu lösen ist. Sollte die
erste Erklärungsstufe nicht ausreichen, kommen zwei weitere Stufen, die man anwählen kann und
aus den Tipps werden Beschreibungen, wie die Lösung aussehen könnte. Bei spätestens der dritten
Stufe, ist so auch ein schwer anmutendes Rätsel eigenhändig zu schaffen. Trotzdem gibt es keinen
Todpunkt, sollte man es wirklich Widererwarten nicht selbstständig hinbekommen, denn Stufe 4
des Rätselhilfesystems löst bei nochmaliger Nachfrage das Rätsel und gibt so den Weg für den
weiteren Spielverlauf frei. Das Hilfssystem ist auch außerhalb der Rätsellösungen vorhanden
und hat dann den Zweck, einem den nächsten Schritt vorzugeben, wohin man gehen muss. In Anbetracht
der Weitläufigkeit der Schule durchaus eine sinnvolle Hilfe, leider nicht ganz durchdacht, da
nur die naheliegende Szenerie gezeigt wird, jedoch nicht der Weg dorthin. Wenn man also vergessen
hat, wo z. B. die Küche ist, hilft einem das auch nicht weiter ;-), eine Karte wäre wirklich
schön gewesen. Über das System kann man geteilter Meinung sein, es unterbindet durchaus Frustmomente
und hilft Ungeübten über schwierige Passagen hinweg, ohne dass auf externe Lösungshilfen zurück
gegriffen werden muss. Jedoch liegt eine gewisse Gefahr darin, es sich zu einfach zu machen.
Ein Adventure lebt nun mal von der Lösung von Aufgaben, sie machen den gewissen Reiz aus und
sind ein Grossteil der Spielzeit zugegen, aber die Omnipräsenz des Hilfssystem ist es, die einen
ständig verleiten kann, es sich einfacher zu machen und den Spielspass, der aus der eigenständigen
Lösung resultiert, zu mindern - eine Option zum Abschalten, um nicht in Versuchung zu kommen,
wäre hier das gewisse i-Tüpfelchen gewesen.
Akustische Szenerie
Keepsake ist voll synchronisiert worden. Dabei sind zwar keine in Spielekreisen bekannten
Sprecher zum Einsatz gekommen, die Qualität ist dennoch als sehr gut zu bezeichnen, was wohl
auch daran liegt, dass man die Protagonisten mit Sprechrolle im Spiel an beiden Händen abzählen
kann. Die beiden wichtigsten Sprecherrollen mit dem meisten Text sind eh Lydia und Zak. Mag
die Stimme von Zak am Anfang nicht so recht passen für einen Wolf, ergibt sich im Verlaufe des
Spieles eine Erklärung, die das Timbre stimmig werden lässt. Bei der Anzahl von ca. 35000 gesprochenen
Worten sind vereinzelt nur ein paar kleinere Unpässlichkeiten zu entdecken, die in Nebensätzen
nicht ins Gewicht fallen. Szenerietypische Klänge sind passend in die unterschiedlichen Spielpassagen
eingebracht, Windpfeifen und Vögelgezwitscher in Außenbereichen, knarrende Dielen o. ä. im Innenbereich.
Vor allem die unterstützenden Klänge (an)laufender Maschinen sind gut gelungen. Einzig bei den
Lauf- und Gehgeräuschen hätte ich mir eine größere Variation gewünscht, so schlimm wie in "Shadow
of Memories" ist es jedoch bei weitem nicht. Musikalisch ist das Spiel unaufdringlich, Loops
einzelner Musikstücke setzen nahtlos und niemals nervend ein, bleiben jedoch auch kaum im Gedächtnis.
Es gibt vom Hauptthema gewisse Variationen, die passend zur jeweiligen Szene einsetzen, wobei
die Variationen niemals aufdringlich wirken. Sie sollen wohl emotional etwas unterstützen, sind
für ein solches Vorhaben aber kaum bemerkbar. Das Spiel bietet 3D Sound, der mit passender Anlage
ein gutes Raumgefühl vermittelt, was Größe und Hall der verschiedenen Lokalitäten anbelangt.
Leider ist jene Funktion im Spiel selbst nicht an- und abwählbar und führt bei z. B. Stereokopfhörern
dazu, das Dialoge zu leise und kaum verständlich sind. Dieser Umstand lässt sich zwar über Start/Ausführen/dxdiag/Sound/Hardwarebeschleunigung
abstellen, eine Ingamefunktion wäre hier aber angebrachter gewesen.
Graphisches Umfeld
Renderadventuretypsich ist die Grafik sehr stimmungsvoll, detailreich und mit viel Liebe
für Kleinigkeiten umgesetzt. Erkauft wird sich die stilvolle, hardwareschonende Szenerie durch
die feste Auflösung auf 640x480, 800x600 oder 1024x768. Bei der weiten Verbreitung von TFTs
mit einem 5:4 Verhältnis der Auflösung, wäre eine weitere Option für 1280x1024 sinnvoll gewesen.
So schön jedoch die Locations auch sind, gibt es einige Schattenseiten, die das gute Ergebnis
trüben. Zum einen wäre da die Leblosigkeit zu nennen, die schon fast erdrückend wirkt. Hat man
in anderen Adventurern dieses Subgenres zumindest ab und an mal Bewegung auf dem Schirm von
lebenden Objekten (z. B. Vögeln), sieht es bei Keepsake sehr dürftig aus. Man könnte damit leben
- wer Renderadventure kennt, weiß um die Nachteile dieser Technik - jedoch kommt etwas hinzu,
was in manchen Belangen einfach stört: Animationsarmut. Diese dürfte dem Erstlingswerkstatus
geschuldet sein, es war wohl einfach nicht mehr drin. Dies zeigt sich deutlich z. B. darin,
dass die Visionen die Lydia hat, nur eine Aneinanderreihung von vertonten Standbildern sind.
Dies setzt sich jedoch auch im Spiel fort, es gibt z. B. keine Animationen beim Öffnen
von Türen oder bei Aufnehmen/ Bewegen von Gegenständen. Lydia und Zak können Größtenteils nur
laufen, gehen und ein wenig gestikulieren. Selbst dabei sind kaum Variationen zu finden (wie
auf Bild 1 zu sehen ist). Zak läuft Treppen hoch, als wären es Rampen ohne Stufen, bleibt man
auf jenen stehen, steht unserer Protagonist wie auf ebener Erde, nur eben schräg. Lydia steigt
ebenfalls keine Treppen, sie läuft normal hoch und schwebt dann förmlich. Bei den vielen Treppen
im Spiel wäre zumindest eine solche Animation, die dazu passt, absolut angebracht gewesen. Von
so Kleinigkeiten wie sich bewegenden Mündern der Avatare (Bild 4 unten Links) bei Gesprächen
oder passableren Schattendarstellungen der Protagonisten will ich gar nicht erst anfangen. Trotz
dieser Kritik, die Vielzahl und Weitläufigkeit der Räumlichkeiten mit ihren passenden Variationen
im Design der Akademie entschädigt für so einiges. Wenn man anfangs glaubt, sie wäre groß und
man würde sich ständig verlaufen, so hat man das Wächterrätsel noch nicht gelöst, um in den
oberen Bereich zu gelangen ;-). Stilistisch passen die Szenen wirklich zueinander und ergeben
ein schönes ineinander übergehendes Ambiente. Zumal ab und an auch mal Bewegung ins Bild
kommt, wenn Wasser in Teichen oder Brunnen im Spiel sind, oder Flammen fauchend aus Feuerstellen
schlagen.
Anmerkungen
Die sprichwörtliche Weitläufigkeit des Spieles ist auch sein größter Motivationshemmer,
denn um von einer Location zur anderen zur gelangen, dürfte es wohl das Spiel sein, das die
meisten Szenenwechsel inne hat. Man klickt sich von einem Durchgang zum nächsten, ohne dass
es dort etwas zu tun gäbe. Klar, so eine Schule dürfte sicherlich groß sein, aber muss man wirklich
1/3 des Spieles nur treppauf treppab, Gang hoch, Gang runter laufen? Nach dem 5x wird es irgendwie
öde, so schön sie auch sind. Da hilft es auch nicht, wenn die Hilfefunktion angibt, wo es als
nächstes was zu tun gibt, wenn man dank der Weitläufigkeit einfach nicht mehr weiß, wo der Raum
zu finden ist. Als Tipp dazu, man sollte sich bei www.gamepad.de
durchaus das Teleporterdiagramm ziehen und ausdrucken, es erleichtert das Hin und Her im oberen
Bereich der Schule ungemein. Das Spiel bietet eine gewisse Nonlinearität, sprich: Es ist nicht
nur ein Rätsel nach dem anderen zu lösen, sondern es können mehrere Rätsel gleichzeitig lösbar
sein. Trotzdem ist das Spiel linear und Ereignis B, erfordert Aktion A. Als Beispiel: Im Inventar
sieht man alle Objekte, egal ob schon vorhanden oder nicht. Die noch nicht vorhandenen sind
milchig, aber immer noch zu sehen (Bild 12). Ganz am Anfang des Spieles, bei der Befreiung Zaks,
sieht man auf einem Sideboard Werkzeug, das auch im Inventar angezeigt wird, nur aufnehmen kann
man es nicht. Erst wenn Mustavio uns eine Gefälligkeit anbietet, ist es uns möglich, dies auch
aufzunehmen. So nett die Rätselhilfsfunktion mit integrierter Lösungsmöglichkeit auch ist, so
schade ist es, dass diese bei einem einzigen Rätsel auch animiert aufgezeigt wird. Man sieht
nie, wie es ging, "puff" und gelöst, wie soll da jemand was lernen? Einen Nerver gab
es ganz zum Schluss. Im Spiel selbst sind Videos (z. B. die Visionen) nicht abbrechbar. Das
gilt in allen Belangen, nur zum Schluss war es wirklich unpassend, denn die End-Credits dauern
ca. 5 Minuten und man kann nichts machen - warum muss so was sein? Da passte es gut, dass man
mit den Worten "Vielen dank, dass sie Keepsake gespieh [sic!] haben!" verabschiedet wurde (nichts
für ungut :-) ).
Das Speichersystem bietet nur 8 Speicherslots, die, wenn sie voll sind, überschrieben werden.
Soweit so gut. Was man sich jedoch dabei gedacht hat, dass bei Nutzung eines älteren geladenen
Speicherstandes nach Abspeichern alle anderen Slots gelöscht werden, entzieht sich meiner
Kenntnis. Komisch auch, dass man aus dem geladenen Spiel zwar speichern, aber einen anderen
Speicherstand nicht laden konnte, das geht nur aus dem Hauptmenü, das man nur erreicht, wenn
man das Spiel startet. Jedoch gibt es auch positive Randbemerkungen. Das Spiel besitzt nicht
nur eine akustische Vollsynchronisation, sondern auch volle Untertitelunterstützung. Diese sind
sogar emotionalisiert worden, schreien ist groß geschrieben und es wird ein anderer Zeichensatz
benutzt, Seufzer, oder Husten wird dargestellt (a la *hust*). Mag für den normalen Spieler keinen
Gegenwert besitzen oder eher komisch wirken, für hörgeschädigte Spieler dürfte dies jedoch sinnvolles
Beiwerk darstellen.
Die Thematik, die sich wie ein roter Faden durchs Spiel zieht, ist sehr auf, nun ja, sie
ist sehr emotional gehalten. Freundschaft, Liebe, Schicksalsschläge..., alles was man in den
Soaps so finden kann. Der gestählte Shooteruberpowner mag damit nicht viel anfangen können,
es hebt sich jedoch von der Masse der "lustigen" und "Held wider Willen rätselt alle platt"
Spiele ab, die es im Genre so gibt. Dank der Hilfefunktion dürfte es wohl eines der besten Einsteigerspiele
sein, die es momentan so gibt und dabei hab ich, ich entschuldige mich mal schon im voraus,
vor allem die weibliche Spielerschaft im Auge, die ansonsten bisher nur Casual Games wie Soltaire
3D spielte (Widerspruch vom Editor :) ). Zudem sind auch längere Pausen nicht nur durch
Inaktivität geprägt. Man sollte es durchaus mal ausprobieren, Lydia und Zak haben sehr viele
Dialoge, die mehr über sie preisgeben, als im Spiel normal vorkommen, sie erscheinen immer dann,
wenn man eine gewisse Zeit mal nichts tut.
Fazit
20 bis 25 Stunden Rätselfreuden erwarten den Spieler mit Keepsake, wenn man sich darauf einlässt.
Man sollte jedoch Renderadventure mögen und damit auch eine gewisse Ausgeglichenheit besitzen,
ansonsten ist es das falsche Spiel. Erfahrene Abenteurer dürften vielleicht etwas unterfordert
sein, für den ein oder anderen ist das Fantasysetting gewiss sehr nett, man sollte die emotionale
Komponente jedoch nicht unterschätzen ( für pubertierende Jungen möglicherweise nicht das
wahre). Einsteiger, oder eher unerfahrene Spieler haben dank des Hilfesystems keine Frustmomente
zu erwarten und können sich voll und ganz der Story hingeben. Die Frage ist aber eher, sind
die Mankos in Sachen Animation und Lebendigkeit es wert übergangen zu werden? So Leid es mir
auch tut, nein, momentan würde ich dieses Spiel zum Vollpreis nur Fans des Genres empfehlen.
Sofern das Spiel in den Midpreissektor fällt, ist dieser Kritikpunkt hinfällig, denn dann bietet
es ein durchaus ansehnliches Preis-Leistungsverhältnis. Für ein Erstlingswerk ein Spiel, das
sich hinter anderen Adventurern nicht zu verstecken braucht und eine gewisse erweiterte Klientel
anzusprechen vermag - wer weiß, vielleicht bekommt man ja die Freundin/Frau so vor den Rechner,
um sein Hobby zu "rechtfertigen" ;-).
Geschrieben am 17.01.2006, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
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