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Killzone 2
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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 |   | | 2 |
 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (12 votes) | | 2+ |
 |   | | 2 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 2.2 |
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| Name: | Killzone 2 |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2009/02 |
| Publisher: | Sony |
| Entwickler: | Guerilla |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | PlayStation3 |
| System: | PlayStation3 |
| Multiplay: | Internet |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| USK: | 18 |
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Los Angeles, Mai 2005: Die nächste, und inzwischen (2009) "aktuelle", Konsolengeneration
steht in den Startlöchern und die Flut an Infos, PR-Meldungen und Ankündigungen breitet sich
im Internet aus. Große Töne spukt jeder der drei Konsolenhersteller, doch bei Sony Computer
Entertainment hat man ein Problem: Die Hardware in Planung, die Entwickler arbeiten sich gerade
erst ein und lauffähiges Demomaterial liegt nur in sehr begrenztem Umfang vor. Um aber der Presse
und den potentiellen Kunden den Mund wässrig zu machen, wird eine ganze Reihe eindrucksvoller
Videos präsentiert, die im Nachhinein als "Target Rendersequenzen" bezeichnet werden. So sollen
die Spiele einmal aussehen, so stellt man sich bei Sony die Power der Playstation 3 vor und
mit den Bildern - und aufgeblasenen technischen Spezifikationen - will man sich von der Konkurrenz
abheben, die noch im gleichen Jahr auf den Markt kommen will. Bei Sony dauert es länger und
es wird ein recht holpriger Launch im November 2006/ März 07 hingelegt. Motorstorm kann nicht
wirklich mit dem bombastischen Video mithalten, Titel, wie "Eight Days" oder "The Getaway" werden
in den folgenden Jahren eingestellt und es wurde ruhig um das Trailer-Herzstück der E3 2005:
Killzone 2.
Nach dreieinhalb Jahren, mehreren Hundert Next-Gen-Titeln auf Xbox 360, Playstation 3 und
dem PC hat Entwickler Guerrilla Games die Arbeiten am exklusiven Playstation 3-Shooter endlich
abgeschlossen. Nach Jahren des Wartens war es endlich so weit. Seit Ende Februar können Sony-Fans
die Läden stürmen und den düsteren Actionshooter im Handel erwerben. Die Erwartungen sind so
gigantisch, wie das Marketing, um nach einem überdurchschnittlichen Killzone 1 auf der Playstation
2 nun auch endlich einen exklusiven, "Must Have"-Shooter auf dem System zu haben. Ist aus Killzone
2 wirklich der "Halo-Killer" geworden? Kann das Spiel halten, was durch Trailer propagiert wurde?
Dies und mehr nicht nach der Werbung oder einem Klick auf "nächste Seite", sondern direkt im
folgenden Reviewtext.
Auch zu Sonys Killzone 2 gibt es natürlich nicht nur eine 08/15-Version in transparenter
Blu-Ray-Hülle. Für einige Euros mehr - oder bei einigen Händlern erstaunlicherweise sogar für
weniger Geld - gibt es eine Limited Collectors Edition als Steelbook-Variante. Der Mehrwert
der Sammleredition beschränkt sich rein auf die optische Aufmachung. Zusätzlich zum Spieldatenträger
gibt es auch in der Deluxe-Variante lediglich ein dünnes Handbuch und einen Werbeflyer für das
offizielle Lösungsbuch. Während die Werbung farbig daherkommt, gibt es das Anleitungsbooklet
lediglich in schwarzweiß. Für den Einstieg werden die nötigsten Infos, wie Steuerung, Waffen
und Spielklassen im Multiplayer, abgedeckt. Egal welche Version der Spieler kauft, ob teuer
in Deutschland oder günstig im Ausland, alle Sprachfassungen sind auf der Disk enthalten. Beim
ersten Start kann die gewünschte Sprache eingestellt werden, was allerdings aktuell (Stand Anfang
März) eine "permanente Entscheidung" ist. In den Spieloptionen kann die Sprache nicht geändert
werden und ein Umstellen der Ländersprache in den Playstation 3-Systemeinstellungen bringt auch
keine Abhilfe. Lediglich Spieler, die ihren Spielstand löschen und damit wieder bei Null anfangen,
können die Sprache wechseln. Außerdem ist der Killzone 2-Spielstand gegen Kopiern geschützt
und lässt sich nicht auf andere Datenträger, wie etwa einen USB-Stick zwecks Backups, überspielen.
Die einzige Möglichkeit einer Sicherung wäre über ein komplettes Konsolenback im Playstation
3-Systemmenü, wobei die Sicherung aber auch nur auf dem gleichen System wieder zurückgespielt
werden kann. Im Falle eines Konsolendefekts wäre der Spielstand verloren/ unbrauchbar.
Für volljährige Spieler aus Deutschland, die gerne die happigen Euro-Preise unterstützen,
gibt es auch noch eine erfreuliche Nachricht: Killzone 2 ist komplett ungeschnitten. Eine Demo
gibt es auch, allerdings nicht für Spieler mit deutschem Playstation Network-Account.
Gegenangriff: Der Krieg geht weiter
Killzone 2 setzt genau da an, wo die beiden Vorgänger auf der Playstation 2 (Verteidigung
von Vekta) und Playstation Portable (letzte Aufräumarbeiten) aufgehört haben. Nachdem die Interplanetary
Strategic Alliance (ISA) den Angriff der Helghast auf Vekta zurück geschlagen hat, wird es Zeit
für einen Gegenangriff. Die Planung sieht vor, den Heimatplaneten Helghan anzugreifen und den
Anführer, Emperor Scolar Visari, zu schnappen, um den Krieg schnell und einfach zu beenden.
Zu diesem Zweck wird eine größere Kreuzerflotte losgeschickt. Eins der Schiffe ist die "New
Sun", worauf Sergeant Tomas "Sev" Sevchenko stationiert ist, der Hauptcharakter und "Superkämpfer",
in dessen Rolle der Spieler schlüpft. Nach einer knappen Einsatzbesprechung (und eines netten
Rendervideos vor dem Spielstart, der die actionreichen Auseinandersetzungen zeigt) beginnt dann
auch die Invasion von Helghan. Mit Dropships werden die Kämpfer vom Orbit aus auf die Planetenoberfläche
gebracht, wo die Verteidiger alles in den Kampf werfen, was verfügbar ist. Leicht wird es die
ISA, und speziell Sev, nicht haben…
Die Präsentation liegt dabei überwiegend auf solidem Shooter-Niveau. In Zwischensequenzen
bereiten sich die Soldaten auf den Kampf vor, es gibt Abstürze, Rückschläge und einige interessante
Entdeckungen und Entwicklungen. Die kurzen, teils actionreichen Zwischensequenzen, werden auch
nett präsentiert, sind stimmig und nie zu lang. Große Erwartungen sollte man allerdings auch
nicht haben. Killzone 2 ist ein Shooter, der nicht so großen Wert auf Story oder Charaktere
legt. Es gibt zwar einige Stellen, etwa wenn ein Kamerad stirbt oder ein Rückschlag in Kauf
genommen wird, wo der Titel aus der Masse an 08/15-Handlungen heraussticht, aber ansonsten ist
alles doch recht austauschbar und die Charaktere bleiben eher blass.
Action, Action und noch mehr Action
Doch nur die wenigsten Spieler werden sich Killzone 2 kaufen, um eine tiefgründige Charakterentwicklung
zu erleben oder eine epische Geschichte. Es wird eben eine weitere Episode der Art "Gut gegen
Böse" präsentiert. Zwischen den eingestreuten Storyhäppchen und kurzen Dialogen gibt es das,
was Killzone 2 ausmacht: Action. Wie schon in Killzone 1 für die Playstation 2, so läuft der
Spieler in Ego-Sicht durch die Welt und schießt allein oder mit Begleitern auf alle Helghast
in Sichtweite. Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: So ganz kann das eigentliche Action-Gameplay
nicht mit dem klasse inszenierten E3 2005-Trailer mithalten. Lediglich in Ausnahmefällen gibt
es größere Kämpfe, wo zahlreiche ISA-Soldaten gegen die Helghast antreten und selbst dann wird
selten die Intensität eines Call of Dutys erreicht, wo sprichwörtlich um einen herum die Hölle
ausbricht und der Spieler das Gefühl hat, mitten in einem virtuellen Kriegsschauplatz zu stecken.
Die ab und zu eingestreuten größeren Kampfpassagen beschränken sich auf Stellungskämpfe oder
die Eroberung eines Gebäudes, wobei die Kollegen hier stark nach Script vor- bzw. nachrücken,
wenn der Spieler einen bestimmten Punkt erreicht hat. Den Großteil der etwa sechs bis acht Stunden
Spielzeit verbringt der Spieler entweder allein oder zusammen mit einem Begleiter.
Geboten wird dabei bekannte Actionkost, die solide präsentiert wird. Es geht durch Gebäude,
Seitengassen, Fabriken, Abwassertunnel und über Hausdächer. Speziell in der ersten Hälfte präsentiert
sich Killzone 2 recht gewöhnlich. Statt Terroristen oder Aliens lauern eben überall die bösen
Helghast mit Gasmaske und roten Augen. Meist geht es einfach nur geradeaus, hier und da muss
ein Schalter betätigt, ein Leiter hochgeklettert oder eine Sprengladung gelegt werden. Es ist
nicht wirklich schlecht, aber es fehlt an Augenblicken, die einem in Erinnerung bleiben. Einen
Konvoi hat man als Spieler beispielsweise schon in etlichen anderen Spielen beschützt. Spaßig
ist es aber noch immer, etwa von Haus zu Haus zu hetzen, Geschützstellungen zu beseitigen und
RPG-Schützen den Garaus zu machen, damit diese die Kollegen nicht weiter belästigen. Zwar fordernd,
aber mitunter auch ein wenig eintönig und zäh sind einige längere Gefechte und Kämpfe in einem
Areal. Sei es, dass der Spieler mit einem Kollegen einem Hinterhof eingesperrt ist oder die
Stellung halten soll, während die Gegner in Horden angreifen. Die Wellen hinterlassen hierbei
einen Serious Sam-Eindruck, wobei Killzone 2 jedoch sehr viel weniger Variationen bietet. Zu
99% sind es gleiche/ähnliche Gegner mit Gewehr, Shotgun oder Raketenwerfer, wobei letztere extrem
tödlich sind. Mitunter kommt bei den längeren Kämpfen gegen zahlreiche Gegnerwellen auch noch
dazu, dass ein Überleben nicht so einfach ist, so lange der Spieler noch keine Abwehrstrategie
und geeignete Position im Areal gefunden hat. In solchen Situationen sind mehrere Anläufe notwendig,
um den ganzen Kugeln auszuweichen und den Kampf unbeschadet zu überstehen.
Die KI-Kollegen sind leider auch meist nur eine dürftige Hilfe und erfüllen eher die Funktion
einer Zielscheibe für die Helghast. Während der Spieler die Kollegen durch einen "Gesundheitsschock"
wieder ins Leben rufen kann, so heißt es sofort "Game Over", wenn Sev zu Boden geht. Abgesehen
von einigen frustrierenden Passagen, wie etwa der Kampf allein gegen einen fliegenden Zwischengegner,
führt ansonsten Geduld und vorsichtiges Vorgehen zum Ziel. Die Kontrollpunkte sind dabei auch
überwiegend fair verteilt und strecken das Spiel nicht unnötig in die Länge.
Insgesamt klingt das jetzt vielleicht nicht ganz so positiv, wie sich manch einer erhofft
hat, aber gerade wer Interesse an bekannter Kost und einem fordernden Schwierigkeitsgrad hat,
wird solide bedient. Speziell in der zweiten Spielhälfte haben die Entwickler auch für mehr
Abwechslung und markante Szenen gesorgt, so dass Killzone 2 da doch deutlich an Fahrt gewinnt.
Mit einem Mech durch die Gegend zu stapfen, eine Invasion zu erleben während um einen herum
alles zerbricht, ein Abwehrgeschütz zu bedienen, einen Abstecher in eine Wüstengegend zu machen
und sich durch einen fahrenden Güterzug zu ballern, sind die eingestreuten Highlights, die es
im späteren Spielverlauf gibt. Dadurch hinterlassen die letzten 50% einen frischeren Eindruck
und auch die Handlung kommt mit einigen interessanten Zwischensequenzen zum Vorschein.
Wer nicht nur einfach durch die Levels rennt und ballert, kann auch zahlreiche versteckte
Koffer und Symbole finden, die allerdings keinen spielerischen Sinn haben. Spaßiger ist da eher
den Kampf erneut in einem höheren Schwierigkeitsgrad in Angriff zu nehmen, wenn man eine größere
Herausforderung sucht. Nach dem ersten Durchspielen gibt es neben leicht, normal und schwer
nämlich auch noch einen Elite-Modus, auf dem der Held gerade einmal 2-3 Treffer aushält. Dank
der inzwischen auch auf der Playstation 3 erhältlichen Achievements, bzw. Trophies, wie Sony
die Erfolge bezeichnet, können sich Spieler auch hier mit virtuellen Orden schmücken. Dazu zählt
das Abschließen des Spiels auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, die Beseitigung von 500, 1000
und 1500 Gegner und vielen weiteren Aufgabenstellungen, die sowohl Leistungen im Einzelspielermodus,
als auch aus Multiplayergefechten umfassen. Leider fehlt Killzone 2 ein Coop-Modus, den immer
mehr Spiele - und speziell Shooter - beinhalten. Gerade zusammen mit einem Kumpel macht es doppelten
Spaß und auch höhere Spielstufen sind in dem Fall für Nicht-Freaks eine motivierende Option.
Obwohl das ganze Gameplay nach Coop-Modus schreit und der Spieler fast nie allein ist, ist ein
gemeinsames Durchspielen der Kampagne nicht vorgesehen.
Verrenkungsspielchen gegen die KI
Das Killzone 2 ein Ego-Shooter ist, wurde ja schon gesagt und dürfte nach den ganzen Trailern
und Videos keinen verwundern. Der Spieler kann allerdings den Charakter nicht nur einfach durch
die 3D-Welt steuern, springen und kämpfen, sondern es gibt auch ein Deckungssystem. Ähnlich
wie in Gears of War, Ghost Recon, Rainbow Six Vegas, Quantum of Solace und anderen Shootern,
so ist Deckung das A und O, um zu überleben. Auch auf den unteren Schwierigkeitsgraden überlebt
der Charakter einen Kugelhagel nicht lange. Zudem regeneriert sich die Gesundheit erst nach
kurzer Zeit wieder, so dass ein vorsichtigen Vorantasten und taktisch kluges Vorgehen unabdingbar
ist. Auch die Gegner sorgen dafür, dass der Spieler nicht einfach als Rambo spielen kann. Die
KI-Angreifer agieren mitunter recht schlau, nutzen die vorhandene Deckung geschickt aus, tauchen
nicht immer wieder an genau der gleichen Stelle auf, tasten sich in der Überzahl in kleinen
Gruppen vor und sind extrem treffsicher. Damit der Spieler wirklich überlebt und vorankommt,
ist die angesprochene Deckung sehr wichtig. Leider wirft die Steuerung dem Spieler in diesem
Punkt jedoch einige Knüppel zwischen die Füße und sorgt für schmerzende Finger. Im Gegensatz
zu anderen Spielen, wo sich der Charakter per Knopfdruck in Deckung begibt und dann so lange
hinter der Wand / Kiste bleibt, bis der Spieler die Taste erneut drückt, muss in Killzone 2
die Deckungstaste, die auch gleichzeitig - ohne Deckung - als Duckentaste fungiert, die ganze
Zeit gedrückt gehalten werden. Allein das ist schon sehr ungünstig und eine Anstrengung für
die Finger, doch aufgrund einiger erheblicher Ergonomieprobleme beim Playstation 3-Gamepad wird
es noch schlimmer: Egal mit welcher der acht Gamepadbelegungen man spielt, Ducken/Deckung liegt
immer auf L2 und das ist genau die Gamepadtaste, die auch noch nach unten wegklappt, wodurch
der Finger ständig abrutscht. Doch mit L2 allein ist es nicht getan. Hockt der Spieler hinter
der Deckung, dann werden zusätzlich einige Finger benötigt, um die Feinde anzugreifen. Mit einer
Taste (etwa im Layout Alternative 2) muss zusätzlich zu L2 auch noch L1 gedrückt werden, um
den Waffenzoom zu verwenden und der dritte Finger der linken Hand soll dann auch noch ruhig
den Stick bedienen, um die Feinde aufs Korn zu nehmen. Auch nach längerer Spielzeit ist das
System weder eingängig noch brauchbar. Vielmehr passt man sich den Unannehmlichkeiten an und
greift auf altbekannte Methoden, wie Strafen zurück, um etwas aus einer Ecke oder hinter einer
Säule aufzutauchen. Bei den Problemen wundert es auch nicht, dass die Entwickler die Deckung
per Tastendruck im Multiplayermodus komplett gestrichen haben.
Ein anderer Knackpunkt, jedoch einer, an den man sich eher gewöhnen kann, ist die generelle
Aiming-Steuerung. Movement und Zielen fühlen sich ausgesprochen träge, langsam und schwammig
an. Speziell zu Beginn hat man das Gefühl, ein Input-Lag zu haben und das sich Feinde schneller
bewegen, als man nachjustieren kann. Über den Sensitivitätsregel in den Optionen kann man hier
zwar ein wenig nachbesser, der schwammige/ träge Eindruck bleibt allerdings bestehen. Die restliche
Steuerung funktioniert da schon sehr viel besser und problemloser.
Ansonsten gibt es umfangreiche Statistiken und die Möglichkeit, jeden gemeisterten Level
und jeden Unterabschnitt erneut in Angriff zu nehmen. Ein Wechsel des Schwierigkeitsgrades ist
zudem auch möglich und es werden Bestzeiten für die einzelnen Missionen & Unterabschnitte gespeichert.
Als kleines Goodie gibt es zudem einige Sixaxis-Spielereien. Sei es, dass der Ladebildschirm
schwenkt / wackelt, wenn das Gamepad nicht ruhig gehalten wird oder beim Snipern eine ruhige
Hand nun doppelt belohnt wird. Wirklich wichtig ist die Bewegungserkennung lediglich beim Manipulieren
von Drehrädern oder dem Anbringen von Sprengsätzen, bei denen das Pad entsprechend geneigt/
gedreht werden muss. Die restliche Steuerung und Verwendung des Waffenarsenals erfolgt ganz
normal und gewohnt über die Standard Gamepadtasten.
Im Vergleich zur Konkurrenz waren die Entwickler bei Killzone 2 ein wenig knausriger und
gestatten neben Handfeuerwaffe und Granaten lediglich eine zusätzliche Waffe. Hier kann der
Spieler aus diversen Varianten von Sturmgewehr, Shotgun, Sniper und Co wählen. Neben stationären
Geschützen, Granat- und Raketenwerfer gibt es auch nicht ganz so gewöhnliche Wummen, wie etwa
eine Elektrokanone oder Teslitgranaten. Munition hinterlassen entweder Feinde oder aber der
Spieler bedient sich bei den recht regelmäßig verteilten Munitionsstationen oder Munitionskisten.
Offline und Online
Killzone 2 bietet neben der Einzelspielerkampagne auch einen Mehrspielermodus. Gezockt wird
dabei ausschließlich über das Playstation Netzwerk, einen reinen LAN-Modus oder gar Splitscreen
gibt es nicht. Aber dafür hatten die Entwickler zumindest ein wenig Mitleid mit reinen Offlinezockern.
Im Gefechtsmodus kann der Spieler auf sämtlichen Karten und Spieltypen gegen bis zu 15 Bots
antreten, die - je nach Schwierigkeitsstufe - eine gute Hilfe für Einsteiger sind, aber auch
besseren Spielern eine ordentliche Herausforderung bieten.
Das eigentliche Herzstück ist allerdings der Kampf gegen andere Spieler aus Fleisch und Blut
und dazu wird lediglich ein kostenloser PSN-Account benötigt. In der Kriegszone, so die deutsche
Bezeichnung des Multiplayerparts, können sich bis zu 32 Spieler auf den neun mitgelieferten
Karten austoben. Wer nicht einfach nur einem beliebigen Spiel beitreten möchte, hat viele Auswahlmöglichkeiten.
Es lassen sich speziell die Games anzeigen, om denen Freunde zocken, die Serverliste kann manuell
durchsucht und gefiltert werden und wer gar nichts passendes findet, kann auch selbst ein Spiel
anlegen und dabei aus zahlreichen Parametern und Optionen wählen. Neben so alltäglichen Sachen,
wie etwa Karte oder Spieltyp, können auch Bots hinzu geschaltet werden, sollten zu wenig Spieler
auf dem Server sein. Ähnlich wie es Battlefield (Bad Company) oder Call of Duty vormachen, so
bemühen sich auch die Entwickler von Killzone 2 durch Ränge und freischaltbare Extras, den Spieler
bei Laune zu halten, zu motivieren und an das Spiel zu binden. Anfangs, auf Stufe 1 (als Gefreiter),
kann der Spieler noch keine Klasse oder spezielle Waffe wählen. Wer aber fleißig online ist
und Punkte sammelt, schaltet über weitere Ränge mehr Möglichkeiten frei. Darunter fallen aber
nicht nur neue Waffen, sondern auch die unterschiedlichen Spielerklassen (Sanitäter oder Ingenieur),
höhere Munitionsmengen und auch manche Spielfeatures gibt es erst, wenn man sich bewährt hat.
So wird etwa der Feldwebel-Rang benötigt, um einen Clan erstellen zu können. Zudem gibt es eine
wahrlich umfangreiche Spielauswertung auf killzone.com zu sehen. Hier wird nicht nur jeder Treffer
akribisch genau vermerkt, auch viele andere Auswertungen sind auf der Seite zu finden. Wer will,
der kann schauen, in welcher Körperregion die Treffer landen oder sich Replaydaten ansehen.
Zudem gibt es Clan und Turniersupport.
Während in anderen Spielen immer nur ein Modus gezockt wird, so bietet Killzone 2 die Möglichkeit,
unterschiedliche Spielvarianten auf einer Karte zu spielen, wobei der Wechsel während der laufenden
Partie erfolgt. Der Host kann bestimmen, welche Modi alle vorkommen dürfen. Nach einigen Minuten
Eliminierung, bis das Zeitlimit abgelaufen oder das Abschusslimit erreicht wurde, kommt vielleicht
ein Eroberungsmodus, Suchmission oder Überfall. Bei letzterem geht es darum, dass ein Spieler
als Ziel ausgesucht wird und Team A das Ziel vor Team B verteidigen muss. Im Gegensatz zur Konkurrenz
ist das eine interessante Abwechslung, wobei es doch Geschmacksfrage bleibt, ob einem solche
kurzen und wechselnden Missionsziele gefallen oder vielleicht doch lieber ein Server ohne Spieltyprotation
gewählt wird. Der Mehrspielermodus selbst läuft sehr flüssig und problemlos. An vollen Servern
mangelt es zum aktuellen Zeitpunkt auch nicht.
Die Stunde der Wahrheit: Trailer vs. 2009-Release
Was noch bleibt ist die Frage nach der Optik. Mitte 2005 wurde viel versprochen und bei einigen
klappte damals die Kinnlade runter, was da im Trailer geboten wurde. Inzwischen ist einige Zeit
vergangen und die Technik hat große Schritte gemacht. Egal ob PC, Xbox 360 oder Playstation
3, so mancher Entwickler hat gezeigt, was grafisch alles möglich ist. Das Endprodukt Killzone
2 muss sich in der Hinsicht allerdings nicht vor der Konkurrenz verstecken. Auch wenn die Versprechen
nicht unbedingt zu 100% erfüllt wurden, gibt es doch einige Aha-Momente. Optisch wird ein Call
of Duty mit düsterer und dreckiger Grafik geboten und es gibt zudem teils eindrucksvolle Kulissen
und Hintergründe. Sofern vorgegeben, lassen sich auch einige Gebäude oder Säulen eindrucksvoll
beschädigen und auch die Aus- und Beleuchtung kann sich sehen lassen. Unabhängig jetzt davon,
ob Titel X oder Titel Y nun bessere Texturen hat, hier und da vielleicht eine Schwäche zu sehen
ist, das Gesamtbild von Killzone 2 ist extrem gut. Objekte wirken nicht irgendwie künstlich
in die Landschaft gesetzt und auch bei vielen Feinden läuft das Geschehen ohne große Ruckler
oder Aussetzer. Speziell für ein Playstation 3-Titel ist es wunderbar, dass keine X GB große
Zwangsinstalltion nötig ist, alles wird direkt und von der Blu-Ray geladen. Innerhalb der Missionen
gibt es keine Ladezeiten, allerhöchstens einen kurzen Ruckler, wenn neben dem neuen Abschnitt
Raum ein Checkpoint angelegt wird. Dank ausreichend Speicherkapazität auf der Disk sind auch
alle Versionen mehrsprachig. Wer also nicht auf die durchaus solide deutsche Übersetzung steht,
darf auch im Original spielen. Nur, wie schon eingangs erwähnt, ist die Spracheinstellung leider
an den kopiergeschützen Spielstand gebunden. Ein gutes Soundsystem zahlt sich für Killzone 2
zudem doppelt aus. Nicht nur die gesamte Klangkulisse wirkt eindrucksvoll und der Kugelhagel
gefährlich, auch der Sound ermöglicht es, sehr gut zu erkennen, von wo aus die Feinde angreifen
und aus welcher Richtung gerade die Treffer kommen. Es gibt nämlich keine HUD-Kennzeichen, wenn
der Spieler beschossen wird, lediglich Blut spritzt auf den Schirm und das Bild geht schrittweise
in einen Schwarzweiß-Modus.
Meinung
Das ist er also. DER Shooter für die Playstation 3. Am leichtesten lässt sich die Erwartung
an die Optik abhaken. Hier hat Entwickler Guerillia saubere Arbeit abgeliefert und präsentiert
einen Titel, der sich vor den anderen "Großen" - egal ob auf der PS 3 oder der Konkurrenz -
nicht verstecken muss. Im Einzelspielermodus fällt die ganze Sache schon eine Ecke ernüchternder
aus. Ist ja alles ganz nett inszeniert, aber es wird wenig / kaum was geboten, was man nicht
schon in X anderen Games gesehen und erlebt hat. Mehr Höhepunkte, mehr Mittendrin-Momente und
vielleicht ein Coop-Modus wären Dinge, die Killzone 2 deutlich aufwerten würden. Also kaufen
oder nicht? Es lohnt sich daher auf jeden Fall vor dem Kauf einen Blick in die kostenlose Demo
zu werfen, die auf Playstation Stores außerhalb Deutschlands zu finden ist. Ein Patch, der etwa
die Mankos in der Bedienung eliminiert, könnte den Titel auch auf eine 2 hieven, so ist aber
aktuell nur eine 3+ drin.
Geschrieben am 06.03.2009, Testkonfiguration: PlayStation3
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