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Kingdom Hearts 2
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
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| Gesamt (24 votes) | | 1 |
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 |   | | 1.4 |
 |   | | 2.3 |
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| Name: | Kingdom Hearts 2 |
| Genre: | Action Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/09 |
| Publisher: | Buena Vista Interactive |
| Entwickler: | Square Enix |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | Playstation2 |
| System: | Playstation2 |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| USK: | 6 |
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| Kingdom Hearts 2 (review von yak) |
Eigentlich schienen die Herzlosen doch dank der Hilfe von Sora, Donald, Goofy und vielen
weiteren Helden des Disney und Final Fantasy Universums in die Flucht geschlagen, doch meistens
kommt es anders, als man denkt. Zum Glück zumindest für die wartende Spielerschaft, die nach
dem ersten Teil schon ungeduldig auf die Fortsetzung wartete, um endlich wieder mit ihren kleinen
und großen Helden gemeinsam in den Kampf ziehen zu können.
Teil 1 von Kingdom Hearts verband
in einem Action RPG höchst gekonnt die Welten der Disney Figuren mit denen des Final Fantasy
Universums, ob die Fortsetzung ein würdiger Nachfolger ist und ob kleine Designmängel der Vorgängers
behoben wurden, soll unser Review zeigen.
Technik
Wie schon im Vorgänger ist es den Entwicklern wieder einmalig gelungen, den Charme der Disneywelten
einzufangen. Die Figuren sehen aus, wie aus einem echten Trickfilm. Wieder wirkt alles wie aus
einem Guß und die Animationen entsprechen ihren Originalen bis hin zum kleinsten Detail. Der
etwas irre Blick vom Drachen Mushu, der majestätische Gang von Simba aus König der Löwen,
die etwas glucksend wirkende Art zu Reden von Goofy, der panische Blick von der Krabbe Sebastian,
alles fügt sich zu einem kleinen Gesamtkunstwerk zusammen und unterstützt die ohnehin schon
durch die gelungenen Dialoge und die Charakterzeichnungen stimmende Chemie zwischen den Figuren
weiter. Wie im Vorgänger gibt es für das Heldenteam auch wieder ein paar ganz spezielle "Verkleidungen".
So werden sie wie bereits aus Arielle bekannt wieder zu Unterwassergeschöpfen und zu Mumien
und Vampiren in der Welt von Jack Skellington, dazu gesellt sich jetzt noch die Welt vom König
der Löwen, in denen sich Held Sora zu einem Löwen und Goofy zu einer Schildkröte verwandelt.
Schön ist auch der Schwarz-Weiss-Retro-Level, in denen Donald und Goofy zu ihrem Aussehen der
20er Jahre zurrückkehren und ebenso Sora wie ein "Lakritzmännchen" erscheint. Ebenso phantasiereich
wurde auch die Verkleidung des wilden Trios gestaltet, wenn sie sich in die Welt von TRON begeben.
Eine wirklich einmalige Leistung der Designern. Neu in Kingdom Hearts 2 sind die "Realwelten",
bzw. Spielabschnitte, die auf Nicht-Trickfilmen basieren. Im neuen Teil darf man so neben TRON
auch Abenteuer mit den Piraten aus "Fluch der Karibik" bestehen. Hier zeigt sich auch, wozu
die gute PS2 graphisch noch in der Lage ist. Die Figuren sehen ihren Filmvorbildern extrem ähnlich
und wurden ausgezeichnet umgesetzt, wenn z. B. die Piratenbrut das Mondlicht durchschreitet,
werden sie wie im Film auch zu den schaurigen Horrorknochengestalten. Etwas unglücklich sehen
hier jedoch die Laufanimationen aus, die für "reale" Figuren ein wenig zu comichaft daherkommen.
Aber das ist nur eine eigentlich nicht zu erwähnende Kleinigkeit für ein ansonsten perfekt auf
den Screen gebrachtes Game. Aufgemotzt wurden vor allem die Spezialeffekte. Hier hat man ordentlich
in die Trickkiste gegriffen, wenn Sora z. B. eine Welt mit seinem Schlüsselschwert versiegelt.
Auch die aus dem ersten Teil eher an die Lego-Abteilung erinnernden Passagen, in denen man per
GUMI-Schiff durchs Weltall fliegt und kämpft, sehen jetzt großartig aus. Unverständlich scheint
mir jedoch in der Standardkonfiguration ein graphisch absolut überladenes Navigationsmenü auf
dem Spielscreen. Warum man ein funktionales Display in maßlos überschnörkeltem Design gewählt
hat, bei dem z. B. oben ein kleiner Zug entlangfährt, um nochmals das Spielareal zu zeigen,
macht wenig Sinn. Es lenkt viel zu sehr vom Spielgeschehen ab und kostet dafür auch noch etwas
vom Sichtbereich. Zum Glück lässt sich dies abschalten und auf die Kingdom Hearts 1 Darstellung
reduzieren.
Beim Sound lies man die gleiche Sorgfalt walten wie bei Vorgänger. Das Kingdom Hearts Thema
in einer leichten Variante und neuem Zusatzthema (das aber extrem an das Tomb Raider Thema erinnert)
hat sofort Wiedererkennungswert, jedoch vermisse ich bei der Musik etwas das Pompöse des Vorgängers.
In den einzelnen Levels gibt es leider nur in drei Spielarealen Originalthemen zu hören und
zwar aus Nightmare before Christmas, TRON und Fluch der Karibik, in den "Original" Disney Kreationen
gibt es dies "In-Game" leider nicht, obwohl sicher genügend Kompositionen der Originale
auch für packende actionreiche Szenen vorhanden gewesen wären. So muss der Level im Schloss
aus "Die Schöne und das Biest" ebenso wie "König der Löwen" auf bekannte Originalkompositionen
verzichten, lediglich in den Bonusgames bei Winnie Puuh und in der neuen Arielle Bonuswelt darf
man Originalsongs und Themen hören. Im Vorgänger war das zwar auch nicht viel anders, aber man
versuchte sich hier zumindest stilistisch den Originalen anzunähern, etwas, das man vom neuen
Teil in diesem Punkt aber nicht behaupten kann.
Großartig wurden aber wieder die Stimmen umgesetzt, die, soweit verfügbar, auch den Originalbesetzungen
entsprechen. Verzichten muss man leider auf Otto Waalkes als Mushu, der im ersten Teil noch
den kleinen Drachen sprach. Schade, weil Mushu jetzt einen viel größeren Auftritt hat. Klasse
ist, dass man auch wieder kleinere Rollen mit ihren Originalstimmen besetzte. So schreckt der
für mich schon zur Synchronlegende gehörende Schauspieler Friedrich Schönfelder (der u.a. auch
Rex Harrison in My Fair Lady und viele andere Schauspieler wie Alec Guinness, Vincent Price,
David Niven usw. synchronisierte) trotz seiner nun schon 90 Lenze nicht davor zurück, wieder
die Rolle des Kaisers von China zu sprechen. (Hier eine Hörprobe).
Leider muss man wie schon beim Vorgänger auf die englische Originalfassung verzichten.
Die Steuerung wurde zum Glück überarbeitet und die Kamera ebenso, so dass es diesbezüglich
keine der aus dem Vorgänger bekannten Probleme mehr gibt. Die Kamera wird mit dem rechten Analogstick
ausgerichtet und es können jetzt auch Items als Hotkeys belegt werden, sodass die Fummelei des
ersten Teils hier nicht mehr vorzufinden ist.
Gespeichert wird wieder wie üblich an speziellen ausreichend vorhandenen Speicherpunkten.
Es stehen drei Schwierigkeitsgrade zu Wahl. Wobei hier der normale für geübte Kingdom Hearts-Spieler
sicher zu leicht ausfallen dürfte. War Teil 1 auf normaler Einstellung schon recht anspruchsvoll,
ist dies Teil 2 nicht mehr so. Hier empfiehlt es sich, vielleicht gleich auf schwer zu spielen.
Im Vergleich zum Vorgänger gibt es diesmal eine ordentliche PAL-Anpassung ohne schwarze Balken.
Gameplay
Prinzipiell hat sich am Spielprinzip wenig geändert und Kingdom Hearts 2 bleibt ein actionorientiertes
3rd Person RPG. Da sich an der allgemeinen Spielmechanik wenig geändert hat, wird das Thema
hier auch nicht so ausführlich behandelt und wir empfehlen die Lektüre unseres Reviews
zum Vorgänger. Erfreulich ist, dass man versucht hat, einige wirkliche Mängel des ersten
Teils zu beheben, worauf wir später noch eingehen werden.
Zur Story sollte nicht zuviel verraten werden, da dies eigentlich an jeder Ecke und Kante
zu Spoilern führen würde, auch was Teil 1 betrifft. Angehenden Kingdom Hearts Fans sei es aber
dringend angeraten, Teil 1 vorher zu spielen, sollten sie dies noch nicht getan haben. Die Story
von Teil 2 setzt schon einiges voraus und ist auch wesentlich komplizierter im Aufbau. Die Kenntnisse
des Vorgängers erleichtern hier das Verständnis um einiges. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben,
dass Kingdom Hearts 2 den Spielern storytechnisch schon einiges abverlangt. Andere Dimensionen,
Schattenwesen, Parallelwelten, "gespaltene" Persönlichkeiten und zuerst viel wirr erscheinende
Storyfragmente bieten schon recht schwere Kost und hier differenziert sich der neue Teil auch
von seinem Vorgänger, dessen Story etwas leichter zugänglich ist. Kingdom Hearts 2 erscheint
manches Mal schon ein wenig übertrieben mit immer wieder neuen grauhaarigen Kapuzenmännern,
die man kaum unterscheiden kann und fast ein wenig an die wirre Story (?) von Matrix 2 erinnert,
auch wenn später alles wieder zusammenpasst. Eindrucksvoll auf den Screen gebracht wird es durch
mit der Engine erzählte Zwischensequenzen zweifelsohne - und die können auch schon gerne einmal
10 Minuten dauern. Fast schon ein wenig zuviel des Guten.
Ein Tutorial, besser gesagt Epilog, führt in das Spielprinzip ein und macht den Spieler mit
den meisten Optionen vertraut. Jedoch beginnt man die Abenteuer nicht als Sora, sondern als
Roxas, dessen Ähnlichkeit mit Sora jedoch nicht zu leugnen ist. Und so reist und "abenteuert"
man sich durch die City, verdient sich etwas mit Nebenjobs, um einen Badetrip mit seinen Freunden
finanzieren zu können. Zwar tauchen hin und wieder ein paar dunkle Gestalten auf, Dinge verschwinden
auf merkwürdige Weise, aber so richtig spannend wird es nicht. Das gilt auch für den gesamten
Epilog, der mit ca. drei Stunden(!) Spielzeit zwar die Freundschaft der Figuren untereinander
und ihren Zusammenhalt mehr als deutlich macht, jedoch an einigen Stellen sicher etwas Straffung
vertragen könnte. Es ist zum Teil wirklich langweilig und reine Laufbotenarbeit, bis man endlich
wieder mit Donald, Goofy und Sora im Team die Welt vor den dunklen Mächten retten kann. Und
diese sind irgendwie auch nicht so leicht unterzukriegen. Zu den Herzlosen hat sich jetzt noch
eine neue Spezies gesellt: die Niemande! Also scheint es wieder an der Zeit, das Schlüsselschwert
hervorzukramen und ins Gefecht zu ziehen.
Wie schon im Vorgänger muss man nicht alleine in die Schlacht, man wird wieder von Donald
und Goofy als Hauptbegleiter unterstützt und kann je nach Welt im Tausch den "Levelhelden" mit
ins Team nehmen. Es geht z. B. mit Aladdin auf Großwesirjagd, mit Jack Skellington durch Halloween-Town,
mit Simba durchs geweihte Land oder mit TRON in das Innere eines Großrechners, alle mit ihren
eigenen Spezialfähigkeiten. Spezialfähigkeiten erlangt man wie gehabt durch Levelaufstieg und
kann sie durch Abilitypunkte aktivieren oder deaktivieren. Besondere Angriffskombos, verstärkte
Magie usw. stehen auf dem Programm. Das Equipment kann in den Levels gefunden oder in Läden
erworben werden. Es zeigt sich aber leider, wie schon beim Vorgänger, das wirklich interessante
Items und Waffen selten in den Shops zu haben sind, hier gibt es immer noch etwas Ballancingprobleme,
wenn auch nicht mehr so extrem wie zuvor. Ärgerlich ist es, dass man im Laden bei den zur Auswahl
stehenden Rüstungsgegenständen und Waffen nicht deren Eigenschaften mit dem momentan ausrüsteten
Equipment vergleichen kann. So kann ein teurer Kauf eines neuen Schildes für Goofy zu einer
sinnlosen Ausgabe werden, wenn die Eigenschaften unter der des bereits ausgerüsteten Gegenstandes
liegt. Positiv ist jedoch, dass es jetzt fast in jeder Welt einen Shop gibt, in Teil 1 konnte
man nur in einer Stadt einkaufen. Es können auch wieder Items hergestellt werden, was jetzt
etwas leichter in der Handhabung ist, jedoch keineswegs in der Umsetzung, denn die benötigten
Rohwaren sind knapp und werden nur selten von Gegnern gedropt. Somit wird die Itemerstellung
sicher nur etwas für ganz akribische Spieler, für den "Hausgebrauch" ist dies allerdings nicht
geeignet. Nett gemacht ist, dass die Shopinhaber, die für die Itemfabrikation zuständig
sind, je nach "Beschäftigung" mitleveln und später bessere Ausrüstung
und Items produzieren können. Die Rufmagie ist ebenso wieder mit von der Partie und hat
ein paar neue Freunde bekommen. Alien Stitch ist dabei und auch Chicken Little (Aus Himmel und
Huhn).
Kommen wir zu den Dingen, die in Teil 2 neu sind. Ingesamt zeigt sich das Spiel noch etwas
actionorientierter, als der Vorgänger. Es gibt weniger kleine Rätsel und Knobelaufgaben, vielmehr
kämpft man sich von einer Arena zu nächsten und wird dabei auch strenger an die Hand genommen,
als zuvor. Es gibt nicht mehr so viel "links und rechts" zu bestaunen, die meisten Kisten liegen
direkt auf dem Weg und viel Überraschungen und Secrets gibt es nicht. Eigentlich eine unnötige
Hinwendung zum Mainstream, da die Bonusaufgaben im Vorgänger ohnehin optional waren, das Spiel
und die Welten aber dadurch interessanter wirkten und man so auch öfters angeregt wurde, nach
Erhalt einer neuen Fähigkeit einen bereits erledigten Level nochmals zu besuchen. Das fehlt
im neuen Teil im Grunde völlig. Es gibt zwar wieder das Winnie Puuh Album und die Arena bei
Herkules und einen Bonuslevel mit Arielle, in denen man nette Geschicklichkeitsspiele zu Filmoriginalsongs
absolvieren kann, aber das war es dann auch schon. Eine Aufgabe wie z. B. die 101 verschwundenen
Dalmatiner, die in allen Welten verstreut waren, findet man diesmal nicht. Ebenso gibt es keine
Trio-Techs mehr, die neue Level oder Geheimräume öffnen. Nicht neu, aber wesentlich umgänglicher
sind jetzt die GUMI-Schiff Abschnitte. Sie spielen sich flotter und actionreicher und laufen
nicht mehr im Schneckentempo des Vorgängers ab, sondern beschleunigen auf Star Wars Niveau.
Aus dem lahmen Minispiel wurde jetzt ein kurzweiliger Actionkracher mit schöner Optik. Neu dafür
ist jetzt, dass Sora andere Formen annehmen kann. Er kann sich zeitbeschränkt in verschiedene
(vom Level abhängige) mit zwei Schwertern bewaffnete Kampfmaschinen verwandeln, um den Gegnern
einzuheizen. Diese Formen leveln jeweils eigenständig bei Nutzung und durch Erreichen neuer
Fähigkeiten profitiert auch der normale Sora. Da das Spiel auf normal aber nicht wirklich schwierig
ist und ich auf diesem Level nur einmal (gewollt) dahingeschieden bin, gab es selten Anlass
auf die Spezialformen zu wechseln, ebenso wie der Einsatz der Rufmagie. Leider ist der Schwierigkeitsgrad
normal viel zu leicht ausgefallen, sodass man sogar selten Items wie Heilung oder auch den Einsatz
von Magie nutzt, weil man einfach mit der Hau-mit-dem-Schwert-drauf-Methode problemlos durch
kam. Daher ist die Änderung der Steuerung und der Itemnutzung zwar positiv zu sehen, im normalen
Schwierigkeitsgrad aber auch fast nutzlos. Schön jedoch, dass man jetzt auch Items auf die Hotkey
legen kann und nicht mehr für einen Heil- oder Manatrank wild im Menü herumblättern muss. Hinzugekommen
ist der Auto-Equipmodus. Hier füllt sich das Item automatisch nach, wenn man es entsprechend
eingestellt hat. So wird verhindert, dass man plötzlich im Kampf blank dasteht. Positiv ist,
dass man jetzt die Figuren auch während des Kampfes beliebig austauschen kann und Teamzusammensetzungen
nicht nur an den Speicherpunkten durchführen kann. Stellt sich das Biest z. B. als etwas schwerfällig
im Kampf gegen den Levelboss heraus, holt man einfach schnell wieder Goofy ins Team zurück.
Einen größeren Schwerpunkt hat man jetzt auf Teamangriffe gelegt. Diese kommen jetzt wesentlich
häufiger und durchschlagender zum Einsatz, wenn Donald einen Raketenregen abfeuert oder man
mit Goofy gemeinsam wie ein Wirbelwind auf den Gegner einschlägt. Neu hinzugekommen sind auch
besondere situationsabhängige Aktionen. Nähert man sich z. B. einem Levelboss an einer bestimmten
Stelle, wird durch einen grünen Pfeil angezeigt, dass jetzt ein Specialmove möglich ist. So
wird es z. B. möglich, einen großen Sprung zu vollführen, um auf den Rücken des Gegners zu kommen
oder eine spezielle Angriffstaktik einzuleiten, wie auf einem geflügelten Pferd zu reiten,
um die Hydraköpfe anzutrennen. Das sieht zwar klasse aus, degradiert den Spieler aber auch
ein wenig hin in Richtung Buttonsmashing, statt eigene Taktik umzusetzen, was eigentlich auch
schon meinen Hauptkritikpunkt an der Fortsetzung darstellt. Es ist viel mehr reines Buttonsmashing
geworden, als im Vorgänger, bei dem bestimmte Angriffstaktiken und Anwendung bestimmter Magie
noch einen stärkeren taktischen Hintergrund hatte. Dafür gibt es aber wirklich beeindruckend
inszenierte Bossfights, von denen einige ein wenig an Shadow
of the Colossus erinnern, wenn man in schwindelerregender Höhe auf ihrem Rücken
kämpft. Ärgerlich sind jedoch einige unnütze zeitabhängige Aufgaben, die
eher nervig und aufgesetzt, als spannend wirken. Töte 100 Gegner in X Sekunden ist für
mich kein gelungenes Missionsdesign.
Fazit
Kingdom Hearts 2 ist actionlastiger und gradliniger als sein Vorgänger und bietet weniger
an Secrets und Rätseln, dennoch macht es wieder eine Menge Spaß, mit den vertrauten Disneyhelden
gemeinsam gegen das Böse zu kämpfen, sich TRON anzuschliessen, an Lichtradrennen teilzunehmen,
auf dem fliegenden Teppich durch die Wüste zu rasen, mit Simba und seinen verrückten Gefährten
die Wüste unsicher zu machen, mit Mulan den Kaiser zu retten, den Fluch der Karibik zu enträtseln
oder sich mit Jack Skellington auf die Suche nach Nicky Graus zu machen. Kingdom Hearts 2 bietet
zwar ein etwas anderes Gameplay, fesselt aber dennoch erneut für ca. 35 Stunden vor dem Bildschirm.
Es empfiehlt sich aber dringend, sollte es noch nicht geschehen sein, den Vorgänger vorab zu
spielen, sonst wird man der Story sicher wenig abgewinnen können. Ansonsten findet man in Kingdom
Hearts 2 all die schönen, humorvollen und einmaligen Dinge, die auch schon den Vorgänger
zu einem ganz besonderen Spielerlebnis machten. Zwar hat Teil 1 die Nase etwas weiter vorne,
doch fehlen sollte Teil 2 deshalb in keiner Sammlung.
Geschrieben am 07.11.2006, Testkonfiguration: Playstation2
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