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Little Big Adventure
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 | Info |
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| Autor | | 1 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (36 votes) | | 1+ |
 |   | | 1.9 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 2.6 |
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| Name: | Little Big Adventure - Twinsens Adventure |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 1995/01 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Entwickler: | Adeline |
| Hardware: | 4/86-25Mhz, 8MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 11 MB |
| System: | Dos oder Windows |
| Steuerung: | Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auch für Playstation |
| USK: | 12 |
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 | | Herstellerscreens |
 | | PS One Screen |
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| Little Big Adventure - Twinsens Adventure (review von nali_warcow) |
Einiges hat sich in den letzten 10 Jahren geändert. Allein schon die Art und Weise wie man
mit Infos, Trailern und natürlich auch zwangsläufig Spoilern von Games bombardiert wird. Heutzutage
findet man jeden kleinen Newsschnipsel, jedes neue Bild und alle weiteren Infos wenige Sekunden
später im Internet. Selbst wenn man gar nicht alles wissen will, Spoiler lauern überall. Hier
ein Häppchen von der Story und dort einige neue Bilder. Da ist es dann nicht einfach vom finalen
Produkt noch überrascht zu werden. Schön war die Zeit, als ein neues Games noch überwiegend
eine Entdeckungsreise war und die Datenträger der Magazine die einmalige Gelegenheit boten,
durch Demos in Spiele hinein schnuppern zu können. So habe ich eines meiner absoluten Lieblingsspiele
vor fast genau 10 Jahren gefunden. Auf dem unscheinbaren Datenträger der "PC Power" Ausgabe
11/95 befand sich eine Demo zum Spiel "Little Big Adventure: Twinson's Adventure". Die Entwickler
hatten schon durch Alone in the Dark eindrucksvoll gezeigt, was sie auf die Beine stellen können.
Warum das Spiel etwas ganz besonderes ist und auch heutzutage noch durchaus seinen Reiz hat,
soll das folgende Re(tro)view zeigen.
Die erste Hürde, die man heutzutage nehmen muss, ist Installation und Start auf einem modernen
Windows-System. Hier gibt es leider eine ganze Reihe an Stolpersteinen wie Soundunterstützung,
aber auch CD-ROM Treiber unter WinXP sind nicht automatisch vorhanden. Dazu kommt noch das Little
Big Adventure eine sehr eigensinnige Streamingtechnologie verwendet, die auch in der DOS-Box
Probleme bereitet. Wer nicht gerade einen alten Rechner, einen reinen DOS-Modus oder ein Dual-Boot-System
zur Verfügung hat, für den stehen jedoch drei Möglichkeiten zur Verfügung, den Klassiker
zu spielen. So gibt es einen inoffiziellen Windows Patch für das Dos-Spielchen. Hierbei werden
einige Dateien ins Spielverzeichnis kopiert, danach die Patch.exe ausgeführt und die Sounddateien
ins Spielverzeichnis kopiert. Dann noch etwas mit den Soundeinstellungen (eventuell in Verbindung
mit VDMSound) hantieren und das Spiel läuft. Leichter geht es mit dem Programm LBAWin. Hier
wird das Spiel zunächst ganz normal installiert und danach wird LBA Win installiert. Hiermit
kann man nun ohne weitere Einstellungen LBA problemlos unter Windows betreiben. Sollte man sich
für keine dieser Möglichkeiten erwärmen, so kann man LBA auch mit einem virtuellen Rechner,
wie beispielsweise MS Virtual PC 2004 oder VMWare, spielen. Das Spiel selbst ist für heutige
Verhältnisse sehr bescheiden in Sachen Festplattenplatz. Etwa 10 MB für's Game reichen aus und
die 32 MB für die Sprachdateien können auf Wunsch auch nach jedem Spiel wieder von der Platte
gelöscht werden. Das Spiel liegt außerdem in der deutschen Version als multilinguale Fassung
vor und der Spieler kann jederzeit zwischen Deutsch, Englisch und Französisch im Setup wechseln.
Die Ruhe ist vorbei
Nicht auf der Erde, sondern auf dem Planetoiden Twinsum spielt die Geschichte. Wie der Name
schon andeutet, befindet sich diese Welt zwischen zwei Sonnen, was für entsprechende Klimazonen
gesorgt hat. Von den warmen Polen an geht es über gemächliche Zonen bis hin zum eisigen Gebirgsmassiven,
die die Welt umspannen. Hier leben Quetsch (menschenähnliche Wesen), Hasen und Elefanten friedlich
zusammen. Doch es konnte natürlich nicht ewig so gut weiter gehen. Der Tyrann Dr. FunFrock hat
seit seiner Machtübernahme dafür gesorgt, dass kein Frieden herrscht und die Leute in ständiger
Angst leben. Da er auf modernste Möglichkeiten zurückgreifen kann, wird durch unendlich viel
geklonte und treu ergebene Soldaten für Ruhe und Ordnung gesorgt. Überall wurden Teleporter
errichtet, so dass jederzeit Verstärkungstruppen geschickt werden können. Vor einigen Jahren
wurde dann damit begonnen, die Population des Planeten auf der Südhalbkugel zu konzentrieren.
Dabei wird extrem schnell und aggressiv gegen Widerständler vorgegangen. Alles was den Bewohner
geblieben ist, ist eine Legende und ihr Glaube an die Gottheit "Sendel". Eines Tages träumt
ein junger Quetch namens Twinsen davon…
Little Big Adventure, oder auch kurz LBA genannt, präsentiert sich als Actionadventure, in
dem der Spieler aus der 3D-Isoansicht einen Charakter durch die Welt steuert. Die Welt besteht
aus einzelnen Parzellen, die aus vorgerenderten Sprites und Hintergründen bestehen und zudem
Objekte als echte 3D Modelle eingefügt werden. Neben Actioneinlagen, in denen es gilt mit einem
magischen Ball die Gegner zu beseitigen, bietet das Spiel auch andere Aspekte wie Schleichen,
Reden und kleineren Puzzel- und Sprungaufgaben. Dazu stehen dem Spieler vier unterschiedliche
Verhaltensarten zur Verfügung. Ein Teil des Spielreizes macht auch das Erkunden der Umgebung
und Eintauchen in die sehr schön gestaltete Welt aus.
Vorbei an den Wachen
Für den Spieler beginnt das Spiel dann leider nicht ganz so schön. Da selbst merkwürdige
Träume nicht gern gesehen sind, besonders, wenn man darüber redet, erwacht Twinsen in einer
Gefängniszelle. Nur in einer Sträflingskluft gekleidet beginnt dort nun das Abenteuer. Was also
tun? Am Besten das, was in keiner Anstalt gewünscht ist: einfach etwas Dampf ablassen und im
aggressiven Modus herumlaufen und wild um sich schlagen. Wie sollte es auch anders sein, wenige
Augenblicke später kommt eine Wache mit einer schwebenden Plattform herein. Ein linker und ein
rechter Haken und schon ist die Wache im Reich der Träume. Jetzt schnell auf die Plattform
und schon verlässt man die Isolationszelle. Die Wachen an der Kontrolle bemerken den Helden
zwar, doch auch sie haben im Nahkampf keine Chance. Eine Wache hinterlässt außerdem einen Schlüssel.
Jetzt kann man sich an die weitere Erkundung der Anlage machen. Schon im nächsten Raum sieht
man eine weitere Wache, die jedoch extrem feige ist und sofort den Weg in Richtung Notrufknopf
antritt. Mit einer kleinen Sprinteinlage kann man diese jedoch noch rechtzeitig abfangen. Am
Besten wäre es wohl, sich eine passende Verkleidung zu besorgen, damit man nicht so auffällt.
In einem der Nebenräume findet man eine Aufseheruniform. Außerdem wandert die holografische
Karte ins Inventar. So ausgestattet geht es über die Treppe in den nächsten Stock. Dank Verkleidung
wird man nicht erkannt und kann sich der Wache am Alarmknopf ohne Probleme nähern. Wenige Schläge
reichen auch hier, damit die Gefahr gebannt ist. Der Anstaltsleiter ist zwar sehr wütend, im
Kampf jedoch kein wirklicher Gegner. Schließlich hinterlässt er einen Schlüssel, so dass man
endlich die Anstalt verlassen kann. Doch draußen lauert schon die nächste Gefahr. Twinsen hat
sozusagen den Hinterausgang erwischt und ist in einem kleinen Hof gelandet. Über den Zaun kommt
man nicht hinüber und am schmalen Ausgang steht eine Wache mit schussbereiter Waffe. Aber nur
nichts überstürzen und erst mal den Hof genauer untersuchen. Da findet man auch schon gleich
zwischen den Kisten ein Kleeblatt, welches einem im Todesfall ein neues Leben spendieren würde.
Sehr weit würde man hier auf dem abgesicherten Gelände wohl nicht kommen, doch man sieht einen
Hasen an einem Müllhaufen graben. Der könnte einem vielleicht helfen. Doch dazu muss man an
der Wache vorbei. Also schnell in den Laufmodus gewechselt und mit einem Spurt geht es raus,
an der verdutzen Wache vorbei und in Sicherheit zum Hasen. Die Wache scheint kein Verlangen
zu haben, Twinsen zu verfolgen. In folgendem Gespräch verrät der nette Hase dann auch, wie man
hier unbemerkt rein und rauskommt. Einfach im Müll warten, bis der Müllwagen kommt und dann
unauffällig hineinklettern. So geht es dann auch gut versteckt durch den abgesicherten Bereich,
durch das Tor bis hin zur Müllsammelstelle. Nun aber auf nach Hause, vorbei an den Wachen und
den Grunden für sonderbaren Träume finden. Noch ahnt Twinsen nicht, dass er der Auserwählte
in der Legende ist, der Dr. FunFrock stürzen soll…. So beginnt dann die eigentliche Story des
Spiels. Die Story wird dabei sehr atmosphärisch und mit überraschenden Wendungen präsentiert.
Neben den Gesprächen lockern immer mal wieder vorgerenderte Videos das Geschehen auf.
Von der Wüste bis zur Gebirgskette
Das Abenteuer beginnt auf der Zitadelleninsel, einer von über 10 Inseln auf dem Planeten.
Nachdem der Spieler aus der Anstalt geflohen ist, geht es schnurstracks ins traute Heim. Doch
die Wiedersehensfreude mit Zoe dauert nicht lange. Wegen angeblicher Beihilfe zur Flucht wird
diese abgeführt und Twinsen bleibt nun nichts anderes übrig, als ihr zu helfen und dabei die
Welt vom Tyrannen FunFrock zu befreien. Die Inseln sind dabei in jeweils mehrere Abschnitte
unterteilt, die in kleinen und überschaubaren Parzellen geladen werden. Neben Außenbereichen
stehen auch Kanalisationen und allerlei Gebäude zur Erkundung bereit. In einigen findet man
lediglich einen NPC, der einem Tipps gibt oder man kann einige Schränke untersuchen und etwas
Gold oder Gesundheit finden. Dabei sind die Entwickler sowohl fair als auch unfair vorgegangen,
je nach Sichtweise des Spielers. Auch wenn man alle Wachen in einem Abschnitt beseitigt und
alle Schränke durchsucht, sobald man den Bereich erneut betritt sind alle Gegner wieder da und
alle Objekte wieder mit Geld und Gesundheit befüllt. Gerade wenn man viel hin- und her rennt,
stört man sich natürlich schon etwas an den wiederholenden Wachen, doch dafür iwirkt sich ein
Fehler oder Geldprobleme nie groß aus. Man kann sich ja beliebig oft Nachschub besorgen. Das
gilt jedoch auf für normale Schlüssel, um Türen und Kisten zu öffnen. Da reicht es z. B. nicht,
am Hafen den Diko einmalig zu besiegen, dies muss man bei jedem Besuch dort wiederholen, damit
man einen Einmalschlüssel für das Tor bekommt. Ebenfalls ein kleiner Gemütsspalter ist das Speichersystem.
Am Anfang wird ein Name eingegeben und darunter wird jeweils beim Betreten eines neuen Abschnitts
gespeichert, sprich: ein Spielstand wird immer wieder überschrieben. Es gibt jedoch auch die
Möglichkeit das Spiel zu beenden und dann eine "Kopie" vom Spielstand anzulegen, so dass man
später darauf zurückgreifen kann. Dabei muss man nur darauf achten, dass - wenn man die "Sicherheitskopie"
lädt, fortan diese immer wieder überschrieben wird. Das System ist in der Form sicherlich nicht
ganz ausgereift und umständlich. Es bedeutet zudem, dass man nicht mitten in einem Abschnitt,
z. B. vor einer Aktion, speichern kann, wobei jedoch die Abschnitte auch nicht riesig sind.
Nur ab und zu muss man eine etwas längere Passage überstehen. So lange man genügend Kleeblätter
gesammelt hat, startet man nach einem Tod wieder am Anfang des Abschnitts, allerdings mir voller
Gesundheit und aufgefülltem Manaspeicher. Twinsens Reise führt den Spieler über den ganzen Planeten
mit den unterschiedlichsten Schauplätzen. Mal ist es eine Wüstengegend, Eislandschaften, Fabriken
und Laboratorien, allerlei Gebäude, Abwasserkanäle oder einfache Wohngegenden, die der Spieler
abklappert. Dabei ist das Spiel recht offen und mehrfache Besuche sind ganz normal. Da findet
man dann plötzlich einen Geheimgang oder ist stark genug es mit bestimmten Gegnern aufzunehmen.
Gerade für die Aufgaben ist es wichtig, möglichst viel zu erkunden, Gespräche aufmerksam zu
verfolgen und sich auf die unterschiedlichsten Aufgaben gefasst zu machen. Manche davon sind
recht simpel und kompakt gestaltet. Da gibt einem der Hafenarbeiter eine Karte für die Fähre,
wenn die Kisten richtig angeordnet werden oder die Bewohner vertrauen Twinsen, wenn er Gegner
im Abschnitt beseitig. Dann gibt es Schleichpassagen, Actionabschnitte oder aber das Spiel überlässt
es dem Spieler, wie er vorgehen will. Es gilt sich mit den Rebellen durch eine eisige Schlucht
zu kämpfen oder in einem Tempel Fallen und Kletteraufgaben zu meistern. Einige Aufgaben sind
recht simpel, wenn man das wie und wo weiß. So würde einem der Bibliothekar helfen, wenn das
Wasser besser schmecken würde. Eigentlich nicht schwer. Mit Hilfe der Kombination von Kraftstoff
und einem Fahrzeug geht es zum Wasserturm und dort schüttet man etwas Sirup ins Wasser. Nur
das Ziel, sprich Wasserturm, muss man erst finden, den Kraftstoff dafür kaufen und den Sirup
gibt es auf einer anderen Insel. Wer jedoch sucht und sich wichtige Infos merkt, hat es stellenweise
leichter. So findet man mitunter den einen oder anderen Hinweis, den man sehr viel später gut
gebrauchen kann. Da wird einem frühzeitig verraten, dass viele Siegel mit Statuen überdeckt
sind oder es wird eine Schalterkombination für den Tempel nebenbei erwähnt. Es gibt eine ganze
Reihe an NPCs im Spiel, von denen nicht alle freundlich sind und so mancher Bewohner oder Angestellter
arbeitet für die Gegenseite und ruft schnell die Wachen. Wieder andere helfen einem und geben
Tipps oder lenken Wachen ab. Wenn die Gegenleistung stimmt, dann findet man so manche hilfsbereite
Person. Stellenweise gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten weiterzukommen und man findet
auch Bereiche, die nur als Goodie dienen und Forscher belohnen. Insgesamt wurde auch auf nette
Details geachtet. Auf der ersten Segelreise ist dem Helden noch schlecht. Hat man sich später
aber einen Katamaran gekauft und einige Runden damit hinter sich, gibt es ein anderes Video
bei der Überfahrt mit der Fähre. LBA ist somit kein Spiel, das man mal eben als ungeduldiger
Spieler zockt. Man muss sich schon darauf einlassen und die Welt erkunden. Für das grobe Ziel
gibt es eine Holomap und für alles andere die grauen Zellen. Gut 30 bis 35 Stunden ist man mindestens
mit dem Game beschäftigt, bis der Abspann über den Screen rollt.
Gegner & Interaktion
Auf seiner Reise begegnet der Spieler leider nicht nur freundlichen Figuren, sondern auch
üble Gestalten. Die Palette ist zwar umfangreich und geht vom Wärter mit Knüppel über Soldaten
und Schlägertrupps bis hin zu automatischen Verteidigungssystemen und Robotern, überwiegend
trifft man jedoch auf die normalen Soldaten, die mit einem Gewehr für den Fernkampf ausgestattet
sind. Manche Gegner laufen feste Pfade ab, andere stehen Wache und einige schlafen auch. Neben
dem Faustschlag steht ein magischer Ball zur Verfügung, den man auf die Gegner schleudern kann.
Nach einigen Treffern sind diese dann auch Geschichte, allerdings ist das genaue Zielen nicht
einfach und gerade wenn die Gegner auch noch Schusswaffen haben, ist Kampf nicht die beste Lösung.
Gerade wenn man vom Gegner getroffen wird, hat man stellenweise keine Chance zu entkommen. Da
torkelt der Held von einem Treffer in den nächsten und liegt schnell am Boden. Doch wer wirklich
kämpfen will, kann sich auch geeignete/ geschützte Positionen suchen und von dort angreifen.
Die Gegner sind nicht sehr helle und wissen nicht gegen Angriffe vorzugehen, wenn sie den Spieler
nicht sehen.
Die Steuerung des Helden geht mit den vier Richtungstasten und einer Actiontaste einfach
und schnell von der Hand. Doch Twinsen kann mehr als nur umhergehen und Aktionen ausführen.
Man kann jederzeit zwischen den vier Bewegungstypen wechseln. Im normalen Modus geht der Held
und bei Interaktion werden Gegenstände untersucht oder mit Personen gesprochen. Im sportlichen
Modus läuft man herum und kann aus dem Stand springen. Sehr nützlich, will man an den Wachen
vorbei. Nicht so schön am Laufmodus ist die ständige Kollision mit Objekten und Wänden. Hier
reicht schon die geringste Geschwindigkeit und bei der kleinsten Berührung taumelt der Held
und sieht kurzzeitig Sternchen. Im Kampfmodus kann man ordentlich austeilen und wenn man unentdeckt
bleiben will, bietet sich der geduckte Schleichmodus an. In jedem dieser Bewegungsmodi ist Schaden
und Wurfart des magischen Balles anders. Während der Ball im normalen Modus geradeaus fliegt
und wenig Schaden verursacht, kann man im unauffälligen Modus den Ball auch über hohe Objekte
werfen.
Das Speichersystem wurde schon angesprochen, es ist nicht optimal, aber stört in meinen Augen
den Spielfluss auch nicht sonderlich. Die Abschnitte sind klein und die Rücksetzpunkte somit
fair.
Grafik & Sound
Es ist immer wieder erstaunlich Grafik im Wandel der Zeit zu sehen. Heutzutage ist man verwöhnt
von Hunderttausend Polygonen auf dem Schirm und LBA zeigt dagegen die Anfänge. Lediglich Charaktere
und Objekte bestehen aus Polygonen und davon auch nur gerade vielen. Die Texturen sind auch
nicht gerade sehr hochauflösend. Da merkt man den Zahn der Zeit deutlich. Die statischen Hintergründe
sind zwar auch nichts gegen moderne Renderbilder und zeigen sehr deutlich vielen Wiederholungen.
Da sieht jeder Tisch und jede Bank genau gleich aus. Doch trotz alledem sieht die Grafik im
Vergleich zu so manch anderen Games gar nicht so veraltet aus. Lediglich die Filme sind inzwischen
qualitativ deutlich rückständig. Im Spiel gibt es eine ganze Reihe sehr atmosphärischer und
passender Musikstücke, die für eine unglaubliche dichte Atmosphäre sorgen. Die Sprecher sind
gar nicht schlecht und können auch heute noch gegen viele Sprecher so manch großen Anbieter
und Hypegames behaupten. Schön auch, dass man jederzeit im Setup die Sprache ändern kann.
Nicht nur für den PC
Neben einer PC Fassung von LBA kam etwa ein Jahr später von EA auch eine Fassung für Sonys
PlayStation 1 heraus. Die Portierung hat sich dabei sehr genau am PC Original orientiert. Zur
besseren Übersicht hat man nun alle Infos wie Geld, Gesundheit, Leben und Mana in einer oberen
Statusleiste. Auch das Speichersystem ist etwas anders. Noch immer sind Leben vorhanden und
ein Betreten eines Raumes/ Abschnitt ist der letzte Checkpoint. Zusätzlich kann man jedoch das
Spiel auch manuell speichern. Im Gegensatz zum PC wird das Spiel ansonsten jedoch nicht automatisch
gespeichert. Wer also vor dem Ausschalten der Konsole vergisst einen permanenten Spielstand
anzulegen, erlebt eine böse Überraschung. Leider ist es in der heutigen Zeit nicht so einfach,
an ordentliche Speicherkarten für PS 1 Spielstände zu kommen. So kam es beim Durchspielen der
PS Version vor, dass gespeicherte Spielstände unbrauchbar waren. Daher regelmäßig in unterschiedlichen
Slots speichern und diese danach mit einem Laden des Spielstandes überprüfen. Die Steuerung
auf der Playstation geht recht einfach von der Hand. Man muss lediglich damit leben, dass man
den Helden nur per Steuerkreuz und nicht mit dem Analogstick lenken kann. In der heutigen Zeit
ist das sicherlich nicht mehr akzeptabel, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich auch dran.
Als Entschädigung gibt es dafür nun eine entschärfte Kollisionsabfrage. Hat man sich auf dem
PC noch bei jeder schnellen Kollision mit Objekten und Wänden gleich einige Zähne ausgehauen
und taumelte umher, bleibt dies auf der Playstation erspart. Am Spiel selber wurden sonst keine
Änderungen vorgenommen. Es fehlen lediglich die im PC optionalen Zoom-Ins bei einigen Aktionen,
wie etwa der Fahrt im Müllwagen aus der Anstalt. Da bei der Konsole ständig von der CD nachgeladen
wird, gibt es leider immer einen kleinen Aussetzer vor Gesprächen. Wie auch die PC Version,
so liegt auch hier das Spiel als multilinguale Fassung vor.
Meinung
Eigentlich ist es ein Trauerspiel, wenn man heutzutage Little Big Adventure spielt und dabei
spreche ich nicht von Sachen wie Speichersystem und ungenaue Wurfmöglichkeiten oder immer wieder
respawnende Gegner. Nein, das sind alles Sachen, die den Spielspaß kaum mindern. Es ist erschreckend,
wie wenig Spiele es gibt, die einen heutzutage noch so faszinieren können. Wo ist das Besondere
in den Spielen geblieben? Die unglaubliche Welt, in die man versinken möchte? Die wunderbare
Atmosphäre und die Entdeckungsmöglichkeiten? Dafür kann man zum fünfzigsten Mal die Schlacht
an der Normandie nachspielen. Es wird wirklich mal wieder Zeit, dass die Entwickler kleine Welten
und Spielspaß erschaffen, statt nur Bekanntes aufzuwärmen. LBA ist auch heutzutage noch ein
wunderbares Spiel, das in keiner Sammlung fehlen sollte. Gleich neben Deus
Ex und Beyond Good & Evil.
Geschrieben am 21.12.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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