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Lego Star Wars
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (55 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.4 |
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 |   | | 1.9 |
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| Name: | Lego Star Wars |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/04 |
| Publisher: | Eidos |
| Entwickler: | Traveller's Tales |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Links: | Star Wars.com |
| Links: | Lego |
| Hardware: | 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Multiplay: | Co-Op |
| FFeedback: | nein |
| Sprache: | Deutsch |
| Patch: | 1.2 |
| Bemerkung: | auch für Xbox/ PS2 |
| USK: | 6 |
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| Lego Star Wars (review von yak) |
Ach, als ich noch jung war, so etwa vor... ok, besser nicht :-), es ist zumindest so lange
her und ich war noch so klein, dass ich das frenetische Treiben unseres Wellensittichs namens
"Mucki" mit den roten Legosteinen völlig falsch interpretierte - eher so eine
"Er spielt damit Schubkarre-Version" (aka "Dänische Schlittenfahrt").
Jedenfalls gab es diese komischen bunten Steine aus Dänemark ausschliesslich noch in der Basisversion,
ohne den Zwang irgendein lizenzträchtiges Etwas nachbauen zu müssen. Legosteine waren vergleichbar
mit der Baustelle des kleinen Mannes im Kinderzimmer. Die Vierer-Steine für den Grundbau und
doppelt so lange, um ein Fenstersims zu bauen, die doofen Zweier, die oft recht früh ausleierten
und nur zum Stopfen merkwürdiger Baulücken geeignet waren. Lego war damals der Grundbaukasten
für Phantasie. Einfach ohne festen Plan losbauen, wie mit dem Schienensatz einer elektrischen
Eisenbahn, nur mit viel komplexeren Möglichkeiten, ohne sich an vorgefertigte Pläne halten zu
müssen. Und so entstanden die technischen Wunderwerke meiner Kindheit. Kugelbahnen, auf denen
Glasmurmeln den beschwerlichen Weg durch allerlei Labyrinthe, Wippen und sonstige Hindernisse
bestehen mussten oder ein merkwürdiger Kasten, einem Tresor sehr ähnlich, der sich nur durch
bestimmte Aktionen öffnen lies. Lego bot gewillten Kindern eine Vielzahl an Möglichkeiten. Doch
diese weichten mit der Zeit auf, als die bösen Spezialsteine ihren Tribut forderten und teure
Zusätze wie Elektromotoren das Repertoire erweiterten, von den dann auch kommenden kleinen Figuren,
als Konkurrenz zu Playmobil ganz zu schweigen. Doch viel schlimmer wurde es, als die Legopakete
dann in Sets veröffentlich wurden, mit deren Inhalt man nur ganz bestimmte Dinge bauen konnte.
Von Piratenschiff über Tankstelle bis hin zum Roboter. Schlimm, wenn dann ein wichtiges Teil
fehlte oder die kleine gemeine Cousine das mühsam gebaute Objekt der Begierde der Lego-Tonne
als Einlage zur leckeren Steinchensuppe zufügte und sie genüsslich umrührte. Das war's dann
für den Roboter :-). Lego tendierte leider dahin, dass man sich hauptsächlich auf themengebundene
Modelle spezialisierte und sich mehr und mehr von Baukastenprinzip trennte. Nachvollziehbar,
denn Kreativität steht heute leider in direkter Konkurrenz zu werbeträchtigen Lizenzen. Die
Kids sind halt eher auf den Nachbau von Harry Potter's Hogwarth oder des Millenium Falken aus
Star Wars fixiert, als sich selbst ihre eigene Phantasiewelt zu bauen.
Und das ganze Lizenz zur Lizenz beruhend auf einer Lizenz Gedöns trägt in der heutigen medialen
Reizüberflutung ganz besondere Blüten, die man nun auch als Computerspiel erleben darf. Da gibt
es so eine Filmserie namens Star Wars, die man in der schlauen Chefetage der Bauklötzchenmanager
als ideal ansieht, um mehr von dem Plastik unter den Kids verteilen zu können. Also sichert
man sich die Lizenz, Legomodelle aus dem Star Wars Universum herzustellen. Was macht dann ein
Publisher, der gerne ein Computerspiel zu Star Wars veröffentlichen will, es aber vom bösen
und gierigen Onkel Lucas nicht bekommt, weil er selbst lieber doofe und einfallslose Spiele
dazu produzieren lässt oder dessen finanzielle Mittel nicht für die Originallizenz reichen?
Er lizenziert die Lizenz zur Lizenz und kann nun ein Spiel veröffentlichen, das auf den reizvollen
Namen Star Wars hört. Dass zusätzlich Lego im Titel erwähnt wird, stört da den gemeinen Fan
wenig, schließlich ist Star Wars ja Star Wars und das verkauft sich selbst, wenn ein ordinärer
Hundehaufen in einer Glasvitrine und Replika-Echtheitszertifikat mit "Jar-Jar-Bäh" betitelt
wird, ein Butterkeks mit "Wookies-Cookies" oder ein Glas Mineralwasser unter "Yoda-Soda" den
Weg in den Fanshop findet. Natürlich alles in streng limitierter Auflage, die so lange limitiert
ist, bis alle Idioten eins haben. Da ist die Erwartungshaltung auf ein Spiel, basierend auf
den Plastikversionen der lucasschen Wollmilchsau doch eher gering. Ob Entwickler Traveller's
Tales, der momentan auch für Disney das Spiel zum Narnia Film entwickelt, ein stimmiges und
unterhaltsames Spiel auf die Beine stellen konnte, soll unser Review zeigen.
Technik:
Um es kurz zu machen. Ich hätte nie gedacht, dass man so viel Charme auf Grundlage der Bauklötzchen
in ein Spiel zwängen kann. Die Graphik ist mehr als gelungen und die Steine und Figuren kommen
wirklich "Out of the Box". Alles scheint, mit Ausnahme einiger Spezialbauteile, wirklich aus
kleinen Einzelteilen zusammengesetzt, seien es die einzelnen Schauplätze oder die Figuren selber.
Die Oberflächen haben den bekannten Kontaktpunkt, so als ob dort jeweils der nächste Stein aufgesetzt
werden kann, das geht selbst soweit, dass selbst der kahlköpfige Mace Windu dieses "Markenzeichen"
auf seinem polierten Haupt zur Schau trägt und theoretisch ein x-beliebiges Verkehrsschild aus
der Lego-Fahrschule dort Halt finden würde. Die Figuren bewegen sich, steif wie man es
von den eingeschränkt beweglichen Legofiguren kennt, auch entsprechend im Spiel so, was aber
einen sehr eigenständigen Stil hat und wirklich witzig aussieht. Generell muss man wirklich
sagen, dass alleine die Tatsache hier seine beliebten Filmhelden mehr oder weniger durch das
Design schon persifliert dargestellt, spielen zu können, viel zum Vergnügen beiträgt. So
bestehen die Figuren auch aus den hinlänglich bekannten Einzelteilen. Torso mit Armen und eingeklickten
Beinen, ein aufgesetzter Kopf und die "Frisurenkappe", die den guten Obi Wan spätestens in Spielkapitel
2 wie einen Verschnitt aus Barry Gibb und den "Mann aus den Bergen" erscheinen lässt, wohingegen
der gute Anakin eher William Shatners Anspruch auf das schlechtes Toupet seit "T.J. Hooker"
streitig macht. Den größten Lacher gibt es dann, wenn man der hochschwangeren Padme einfach
das "Schwangerschaftsupgradsteinchen" auf den Bauch klemmt :-). Ebenso erreicht das Feature
Partikeleffekte neue Höhen, wenn man im Kampf die Feinde erledigt oder selbst einmal dran glauben
muss, dann zerbröseln die Figuren in ihre einzelnen Bauteile und nicht selten kommt es vor,
dass der "Frisurtopf" dann schon mal fröhlich und kopflos durchs Bild rollt oder Darth Maul
nach dem Kampf recht zweigeteilt in die Tiefe stürzt. Dass einige Legodarsteller besser als
die Filmakteure sind und zumindest zwei unterschiedliche Gesichtsausdrücke perfekt darzustellen
verstehen, sieht man des öfteren, wenn sich der "lachende Mund" in den "grimmigen Mund" von
Null auf Hundert durch Achsenspiegelung verändert oder sich die lieblichen Kulleraugen urplötzlich
in Xe verwandeln, was unweigerlich den Übergang in eine andere Bewusstseinsebene verdeutlicht.
Um es mit Dr. McCoys Worten zu sagen "Er ist tot Jim!". Insgesamt hat man sich sehr viel Mühe
gegeben, die Graphik Lego-authentisch zu belassen, jedoch auch genügend anspruchsvoll, um nicht
den großen Graphikblendern hinterher zu hinken. So gibt es sehr schöne Spiegeleffekte und eindrucksvolle
Weltraum-Massenschlachten, die großartig und opulent in Szene gesetzt wurden. Etwas peinlich
hingegen erscheint der Hinweis und die damit verbundenen Auswahloption im Graphikmenü, dass
man Lego Star Wars nur auf Geforce 6 Karten mit Pixelshader 3.0 in voller Pracht genießen kann,
was eher auf einen Deal mit Nvida hindeutet, als auf die technische Notwendigkeit, denn so außergewöhnlich
sehen die Effekte nicht aus und wären sicher auch auf anderen Karten von anderen Herstellern
möglich.
Der Sound ist ebenso gelungen umgesetzt, was nicht verwunderlich ist, konnte man doch auf
die Sounddaten von Lucasfilm zurückgreifen. So klingt und scheppert es altvertraut auch im Legouniversum
wie im "echten" Star Wars. Sprache gibt es nicht viel, da die Legofiguren generell nicht "richtig"
Sprechen und somit auch der Charme eines Slapstick Humors mehr zur Geltung kommt, was ausgezeichnet
passt. Lediglich einige Grummler von Yoda lassen Frank Oz vertraute Stimme wiedererkennen, ganze
Sätze bleiben aber auch bei ihm außen vor. Die Musik ist ebenso vom Original und so erklingen
John Williams vertraute Themen. Hier auch viel passender als in den anderen Star Wars Games,
weil man sich hier größtenteils auch die Mühe gemacht hat, die Themen zu verwenden, die auch
im Film für entsprechende Szenen gedacht waren. Lediglich in Episode 3 gab es hier wieder Ausrutscher
und Lea's Theme, eigentlich ein Liebesthema, erklingt völlig deplaziert. Aus Musik des neuen
Films muss man im Spiel verzichten, was sicher daran lag, dass die Musik zur Spielentwicklung
noch nicht vorlag.
Gespielt wird am besten mit einem Gamepad, alles andere macht wenig Sinn. Die Kameraführung
ist größtenteils ok und bereitet wenig Probleme. Eine manuelle Kamerajustage ist jedoch nicht
möglich und es gibt einige Szenen, die etwas unübersichtlich scheinen, was aber gewollt ist,
da sich dort oft Secrets verbergen und die Designer es so vermieden haben, die Geheimnisse zu
einfach zu gestalten. Leider gibt es keine Force Feedback-Effekte.
Gespeichert wird automatisch pro Level, was auch kein Problem darstellt, den sterben kann
man in Lego Star Wars dauerhaft ohnehin nicht. Man bekommt lediglich ein paar Punkte Abzug und
wird wieder direkt ins Geschehen gebeamt, mit Ausnahme des Endkampfes. Technisch gab es keinerlei
Probleme und das Game lief stabil. Ärgerlich war jedoch, dass sich die Einstellung "Surroundsound"
in den Optionen nicht dauerhaft speichern lies und man es nach jedem Neustart wieder einstellen
musste.
Gamplay/Kritik:
Lego Star Wars kombiniert nicht nur die Handlung der Filmepisoden 1-3 in einem freundlichen
3in1 Paket, sondern kombiniert auch geschickt ein paar Spielprinzipe. Ein recht einfaches aber
spaßiges Hack n Slay, ein paar kleine Rätsel, jede Menge Secrets, etwas Jump & Run, gewürzt
mit ausgeprägtem Sammeltrieb nach freischaltbaren Charakteren und weiteren Gimmicks, dazu wie
heutzutage leider viel zu selten, ein kooperativer Spielmodus, bei dem sich jederzeit ein weiterer
Spieler anschließen kann. Lego Star Wars erzählt dabei alle Teile der ersten Trilogie in unterhaltsamen
und actionreichen Kapiteln nach und so startet man in Dexters Bar durch die Türe mit der Aufschrift
Episode1 und findet sich sogleich wahlweise als junger Obi Pada-Wan Kenobi oder Qui Gong mitten
im Getümmel des rauchdurchzogenen Konferenzsaales. Schnell ein wenig Jedimacht benutzt, um die
versperrte Türe in Einzelteile zu zerlegen und das Laserschwert gezückt, um die angreifende
Roboterarmee in Ersatzteile zu verwandeln, dabei auch möglichst alle Legosteine einsammeln,
denn dadurch erhöht sich das Jedi-Ranking bei Abschluss der Mission. Geschickt mit den Laserschwerter
die ankommenden Schüsse abgewehrt und möglichst damit zurück zum Feind schleudern oder sich
wie der Sensenmann durch die Reihen schneiden. Ein Sprung mit Angriffsattacke sorgt für eine
extra Portion Power und durchbricht so manches Schutzschild der Gegner. Zu zweit kämpfen sich
die beiden Jedis durch die Gänge der Station und schleudern mit der Macht die Angreifer gegen
die Wand, bis sie an eine verschlossene Türe gelangen, die nur von einem Protokolldruiden geöffnet
werden kann. Und hier kommt das sehr spaßbringende Feature aus Lego Star Wars: das Abklatschen.
Jederzeit kann man zu Figuren aus der Gruppe, bzw. neu hinzukommenden wie dem Protokolldruiden,
wechseln und in dessen Haut/Blech/Fell schlüpfen. Das geschieht einfach, indem man in seiner
Nähe den Wechselbutton betätigt. Jetzt ist es ganz einfach, denn als Protokolldruide hat man
zwar keine Verteidigungsmöglichkeit, kann dafür aber die elektronisch verriegelten Systeme bedienen.
Die andere Figur wird dann vom Computer weitergespielt, bzw. vom Coop-Partner. Das Heldengrüppchen
wird dann auch immer umfangreicher und die Truppe wird dadurch um neue Fähigkeiten erweitert.
So kann der gute und von allen Fans innigst geliebte Jar Jar Binks wesentlich höher springen
und von anderen nicht zu erreichende Orte erforschen. Padme oder auch die Palasttruppen haben
einen Blaster, der zudem wie ein Enterhaken an bestimmten Positionen genutzt werden kann und
mit dem sich die Figuren dann auf andere Ebenen emporziehen können. R2D2 kann bestimmte Systeme
hacken und Türen öffnen, ebenso erlauben ihm seine kleinen Manövriertriebwerke kürze Flüge.
Die Jedis und deren Anwärter dürfen natürlich die Macht nutzen und können so Gegenstände zerstören
oder aber auch zerbrochene wieder in ihre ursprüngliche Form bringen, um so z. B. defekte Brücken
oder Stufen wieder passierbar zu machen. Klein-Anakin darf durch enge Luftschächte schlüpfen,
die für die anderen zu eng sind und so das Fortkommen der Truppe sichern. Einige Rätsel sind
dann auch nur von zwei Figuren gleichzeitig zu bewältigen, wobei im Singleplay der Computer
seinen Einsatz nicht verpasst, wenn man z. B. bestimmte Gegenstände nur mit der geballten Macht
zweier Jedis bewegen kann. Dabei sind die Aufgaben selten so schwer oder umständlich, als dass
man zuviel Hirnschmalz dafür verbraten müsste, sie sind aber immer einfallsreich und unterhaltsam
in Szene gesetzt.
Erlegte Gegner oder zerstörtes Inventar hinterlassen aufsammelbare Legosteine, die eine Art
Währung darstellen. Sie sind nicht nur für das Jedi-Rranking bei Missionsende wichtig, sondern
mit ihnen lassen sich auch nette Gimmicks oder neue Spielfiguren freischalten. So darf man in
Dexters Bar zwischen den Missionen neue Blaster, künstliche Bärte, Tipps oder später sogar Darth
Maul als spielbare Figur erwerben, ausreichend "Credits" natürlich vorausgesetzt. Für Abwechslung
sorgen auch die Level, in denen man mit Transportmitteln unterwegs ist. So darf man als Anakin
ein recht furioses Pod Racer Rennen absolvieren und später auch die imposante Weltraumschlacht
aus Episode 3 nachspielen.
Prinzipiell bekommt man durch das Spiel den kompletten Inhalt in kleinen Episoden geliefert,
wie sie die Kinofilme 1-3 erzählen, was natürlich nicht ohne Spoiler vonstatten geht. Wer also
den aktuellen Film noch nicht gesehen hat, sollte das Spiel evtl. nach Episode 2 "zwischenparken",
wobei mir das Spiel stellenweise mehr Spass bereitet hat, als der Film, denn es wird sehr viel
an Humor und Slapstick geboten. Nicht nur die Zwischensequenzen sind teilweise Comedy pur, wenn
Padme plötzlich vor dem Eingang der Klonfabrik steht und eine "Ding-Dong" Türklingel ertönt,
dessen "Sound" wie "Omma Müllers" 50 Jahre altes Modell im Hausflur für Stimmung sorgt. Ebenso,
wenn der erst sehr zerbrechlich wirkende Yoda plötzlich aus seine Koma erwacht und zur Kampfsau
mutiert, die mehr Saltos in einer Minute auf's Parkett legt, als Jackie Chan in seiner gesamten
Laufbahn. Dass man C3P0 aus Versehen im Kampf einmal etwas zu nahe mit dem Laserschwert gekommen
ist, macht nichts, denn er versucht auch mit nur einem kleinen Legobeinchen sein bestes und
hüpft treu, zwar etwas langsamer, hinter uns her, um die Türe zu öffnen, was fast ein wenig
an Monty Pythons Ritter der Kokosnuss erinnert. Ok, den Arm hab ich im versuchsweise dann auch
noch abgehackt. Oder einfach mal mit der Jedimacht Büsche und Pflanzen aus dem Boden ziehen,
die immer einige zusätzliche Legocredits ergeben - nur nicht wundern, wenn man auf einmal eine
3 Meter Riesenmöhre an Land zieht.
Die von vielen kritisierte recht kurze Spielzeit für den ersten Durchlauf von nur ca. 5-6
Stunden ist jedoch zu relativeren. Wer wie ich gerne auf Secrets aus ist, der verbringt sicher
mehr Zeit in den Leveln um auch alle 10 Behälter pro Level zu finden, denn dafür gibt es auf
dem Parkplatz in Dexters Kantine schicke Goodie zu bestaunen. Das Besondere und Reizvolle an
Lego Star Wars offenbart sich eigentlich erst nach dem ersten Durchspielen, denn je weiter man
im Spiel vorrückt, desto mehr spielbare Figuren werden freigeschaltet. Diese Figuren sind dann
auch in den bereits durchgespielten Leveln anwählbar und machen es so möglich, Teile des Levels
erst richtig zu erkunden und damit dann auch alle 10 Behälter zu erlangen. Hier mal den guten
Jar-Jar zum Einsatz bringen, damit er oben in den Luftschacht klettern kann, den sonst niemand
erreicht oder Anakin durch die engen Schlüpflöcher navigieren, damit man eine Energiebarriere
deaktivieren kann. Spieler die möglichst viele Secrets und Gimmicks freischalten wollen und
einen ausgeprägten Sammeltrieb haben, kommen hier voll auf ihre Kosten und so erhöht sich die
Gesamtspielzeit doch erheblich, wobei das erneute Spielen der Level keinesfalls langweilig ist,
weil einfach das Experimentieren und die Wahl des richtigen Charakters eine gelungene Herausforderung
darstellen - und alle Behälter zu lokalisieren und auch zu bergen, ist nicht immer ganz einfach.
Sollte man dann letztendlich alle Level von den 10 Behältern befreit haben und jeden im Status
"Wahrer Jedi" bewältigt haben, öffnet sich zudem in Dexters Bar noch eine Geheimtüre (die ich
aber leider auch noch nicht habe; ) ).
Abwechslung wird dann noch durch die Bossfights geboten, wenn es z. B. im Schwertkampf gegen
Darth Maul geht oder Count Drokula davon überzeugt werden will, dass seine Wahl
der Altersversorgung nicht die richtige war.
Fazit:
Lego Star Wars ist ein höchst witziges und solides Spielerlebnis, das es zudem blendend vermag,
den mittlerweile doch sehr bierernst gewordenen Jedikult leichtfüßig aufs Korn zu nehmen, ihm
aber dennoch treu bleibt. Technisch ohne Tadel umgesetzt verbindet es die Spielgenres Hack n
Slay, Fighting, Rätsel, Jump & Run und Sammeltrieb in jeweiliger Lightvariante gekonnt zu einem
stimmigen Ganzen. Dazu sorgt ein moderater frustfreier Schwierigkeitsgrad in Verbindung mit
jederzeit möglichem Coop-Modus (leider ohne LAN/Internetoption) dafür, dass Sohnemann es auch
mal mit seinem Vater spielen kann, ohne dass Paps danach an Selbstzweifel zugrunde geht. Versiertere
Spieler finden dann aber noch in der Komplettierung aller Bonusgegenstände und der Option, mit
den freigeschalteten Figuren die Level erneut unter anderen Bedingungen spielen zu können, ausreichend
Wiederspielwert. Ein stimmiges Spiel für die ganze Familie, das zudem im moderaten Mid-Price
Bereich von ca. 25-30 Euro angeboten wird.
Geschrieben am 18.06.2005, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 1GB Ram, SB Audigy2ZS
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