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Loki
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (19 votes) | | 4+ |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 1.1 |
 |   | | 1.2 |
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| Name: | Loki - Im Bannkreis der Götter |
| Genre: | Action Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2007/06 |
| Publisher: | Crimson Cow |
| Entwickler: | Cyanide Studios |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 2Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 8000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.0.8.3 |
| Bemerkung: | Coop-Modus, zufallsgenerierte Welt |
| USK: | 16 |
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| Loki - Im Bannkreis der Götter (review von nali_warcow) |
Actionrollenspieler haben 2007 eine wirkliche große Auswahl an Titeln. Während zuletzt das
50-Stunden-Monster "Dawn of Magic" genauer
unter die Lupe genommen wurde, folgt nun der nächste Kandidat. "Loki: im Bannkreis der Götter"
buhlt ebenfalls um die Gunst der Käufer und orientiert sich vom Setting und Gameplay stark an
den Vorbildern Diablo und Titan
Quest. In der großen, zufallsgenerierten Welt warten auf kampflustige Zocker etliche Tausend
Feinde. Wie sich der Titel im Gegensatz zu den Mitbewerbern schlägt und an welchen Stellen Entwickler
Cyanide noch nacharbeiten muss, soll das Review klären.
Loki kommt in eriner kleinen Eurobox, inklusive Klappcover. Darin befindet sich eine Doppel-DVD-Hülle,
die neben der Spiel-DVD ein extradickes Handbuch beinhaltet. Auf über 100 farbigen, gut lesbaren
und mit zahlreichen Bildern aufgelockerten Seiten, wird jede Kleinigkeit des Spiels erklärt.
Ein Stichwortverzeichnis rundet die sehr gelungene Dokumentation ab. In den ersten Wochen nach
Release des Spiels hat der Entwickler eifrig daran gearbeitet, Fehler auszumerzen und außerdem
Features nachzureichen, wodurch der Titel inzwischen schon um einiges "runder" läuft. Trotzdem
gab es in der zuletzt getesteten Version 1.0.5.0 Ärgernisse, wie extreme Instabilität beim Zusammenspiel
mit einer Geforce8-Grafikkarte. In sehr unregelmäßigen Abständen verabschiedete sich nicht nur
das Spiel, sondern zog auch den gesamten Rechner in die Knie, wodurch ein kompletter Neustart
notwendig war. Außerdem gab es einige sehr unschöne Bugs, wie etwa beim Magier, der sich in
vielen Fällen nach dem Aussprechen des Feuerwandzaubers nicht mehr bewegen konnte.
Wie nahezu alle aktuellen Spiele, so setzt auch Loki auf einen Kopierschutz, um den unerlaubten
Einsatz von Kopien zu verhindern. Allerdings muss der ehrliche Käufer nicht immer die Disk im
Laufwerk haben. Nach einer Disk-Verifizierung kann der Titel die nächsten drei Tage ohne DVD
bzw. insgesamt 30 Mal ohne Datenträger im Laufwerk gestartet werden. Wer die Disk zwischendurch
im Laufwerk hat, der "lädt" sein Guthaben ( Tage / Spielstarts) wieder auf. Ein nettes Goodie,
allerdings sollte der Text, der dem User dies erklärt, doch überarbeitet werden. Nur mit Mühe
versteht man, was überhaupt gemeint ist.
Seth macht Ärger
Der Ärger in Loki beginnt in Ägypten im 13. Jahrhundert vor Christus. Eine verhüllte Person
befindet sich auf dem Weg zu einer Pyramide. Angekommen geht es zielstrebig hinein, bis das
Herz des monumentalen Bauwerks erreicht ist. Ein wenig Magie und kurze Zeit später ist Seth,
Gott des Chaos und des Verderbens, wiedererweckt. Damit nehmen die Probleme von Loki ihren Lauf.
Um zu verhindern, dass Seth seinen Wunsch nach Rache und Zerstörung so richtig ausleben kann,
ist natürlich wieder einmal ein mutiger Held gefragt, in dessen Rolle natürlich der Spieler
schlüpft. Bevor es jedoch ins actionreiche Hack'n Slay-Abenteuer geht, gilt es noch, sich für
eine der vier möglichen Charakterklassen zu entscheiden. Im Gegensatz zum kürzlich getesteten
Dawn of Magic, in denen alle Charaktere hauptberuflich Magier waren und lediglich die Startwerte
variierten, wird bei Loki wieder bekannte RPG-Kost geboten. Eine griechische Amazone, eine aztekische
Schamanin, ein ägyptischer Kampfmagier und ein nordischer Barbar stehen zur Auswahl. Jeder Charakter
hat entsprechend individuelle Stärken, Schwächen und verfügt jeweils über drei Skilltrees (sogenannte
Götterbäume), worüber zahlreiche Fertigkeiten erlernt werden können.
Holpriger Start
Noch schnell einen Namen für den angehenden Helden ausdenken, den Schwierigkeitsgrad festlegen
und dann kann das Abenteuer auch schon beginnen, was dann auch überraschend schnell passiert.
Ohne große Einleitung oder gar einem Tutorial steht der angehende Held herum und wartet auf
die Befehle des Spielers. Das Besondere in Loki besteht darin, dass jeder Charakter in einer
anderen Welt startet. So beginnt für den Magier das Spiel in Ägypten, wohingegen Barbaren-Spieler
sich zuerst durch die eisige Kälte von Skandinavien kämpfen. Entsprechend unterschiedlich gestalten
sich die Aufträge und es wird für ein wenig mehr Abwechslung gesorgt, wenn man die Geschichte
mit einem frischen Helden erneut in Angriff nehmen möchte. Trotzdem ist der Start nicht gerade
ein Highlight von Loki. Spieler, die schon einmal ein Actionrollenspiel der Marke Diablo oder
Titan Quest gespielt haben, werden zwar recht zügig einen Zugang zum Spiel finden, doch die
Entwickler werfen dem Spieler leider extrem viele Knüppel zwischen die Beine. In der Startphase
bekommt das umfangreiche Handbuch einen entsprechenden Sinn, da man sich die Grundlagen und
insbesondere die Eigenarten des Spiels selbst beibringen bzw. überhaupt finden muss. Mehr dazu
später. Auch die Wahl des Charakters bestimmt ein wenig den Frustfaktor. Wer Spielprinzip und
den Einsatz der Götterkräfte und eine sinnvolle Skillung nicht vollständig verstanden hat, wird
mit dem Magier schon nach wenigen Spielminuten kleinere Probleme bekommen. Im Kern besteht Loki
jedoch aus all den Faktoren, die die ganzen letzten Jahre ein Action-Rollenspiel ausgemacht
haben. Quests annehmen, Monster verkloppen und den Helden immer weiter steigern und besser ausrüsten.
Entsprechend gib es hier und da NPCs (auch in Form von Göttern), die dem Spieler große und kleine
Aufgaben anvertrauen. So gilt es Zutaten für eine besondere Trankmischung zu finden, Unholde
auszuschalten, Gebiete zu sichern und Personen aus der Gefangenschaft zu befreien. Ganz so leicht
wird das Abenteuer jedoch nicht, da verständlicherweise diverse Feindesscharen etwas dagegen
haben, dass der Held sein Ziel erreicht. Die Palette der Widersacher ist sehr umfangreich ausgefallen
und bietet die volle Bandbreite an mythologischen Gegnern und bekannten RPG-Schurken: Tiger,
Wildschweine, Eisbären, Trolle, Riesen, Geister, Wölfe, Zentauren, Amazonen, Riesen-Skarabäen,
Würmer, Statuen, Skelette, Zombies, Nymphen, Hydren, Gorgonen, Zentauren und Zyklopen. Damit
jedoch nicht genug, immer wieder gibt es großen Zwischen- und Endgegner, die teilweise etliche
Treffer einstecken können oder gar mehrfach besiegt werden müssen. Im Kampf gegen Fenris etwa
gilt es diesen zuerst durch viele Treffer ordentlich zu ärgern, so dass der Riesenköter schließlich
in die überdimensionierte Falle läuft. Für den Fall, dass nicht der Gegner sondern der eigene
Charakter zu Boden geht und der rettende Heiltrank zu spät eingenommen wurde, fällt die "Strafe"
ausgesprochen gering aus. Weder verliert der Held seine Ausrüstung, Erfahrungspunkte oder Gold,
noch heißt es "Game Over". Im Todesfall wird der Charakter an den Leveleingang zurückteleportiert
und lediglich die Gegner werden ein klein wenig stärker, was jedoch wieder zurückgesetzt wird,
wenn der Abschnitt verlassen wird.
Apropos Abschnitte: Im Gegensatz zum sieben Jahre alten Diablo 2 und der aktuellen Konkurrenz
in Form von Titan Quest, setzt Loki auf einzelne Abschnitte, die nacheinander geladen werden.
Statt einer per Hand gestalteten Welt warten im Spielverlauf in den vier Regionen insgesamt
etwa 200 Kartenabschnitte unterschiedlicher Größer auf den Spieler, wovon ein Großteil zufallsgeneriert
wird. Lediglich Städte, wichtige Gebiete und Bossareale sind immer gleich. Während die Außenbereiche
meist quadratische Flächen sind, bestehen Höhlen und Katakomben aus diversen, zufällig aneinander
geordneten Gängen und Räumen. Bis jedoch der letzte Gegner besiegt wurde, alle vier großen Welten
"abgearbeitet" wurden und der Held das Spiel auch nur auf der leichtesten Schwierigkeitsstufe
(Sterblicher) beendet, vergeht viel Zeit. Über zu wenig Inhalt bzw. Spiel fürs Geld kann man
sich bei Loki ganz sicher nicht beschweren. Jeweils etwa 10 bis 15 Stunden darf für jede Welt
eingeplant werden, wobei jeweils zwischen 5000 und 10.000 Feinde den virtuellen Tod erleiden.
Als zusätzlichen Motivationsschub bietet das Spiel außerdem in höheren Schwierigkeitsgraden
zusätzliche Storyhäppchen und weitere Quests. Zudem startet das Abenteuer mit jedem Charakter
anders und die Wahl, in welche Welt es als nächste geht, liegt ebenso beim Spieler. Loki
selbst passt entsprechend die Gegner und die Spielwelt an den Level des Helden an. Wer außerdem
nicht gern allein spielt, kann jederzeit mit seinem Helden in den Coop-Modus wechseln und sich
im LAN oder Internet austoben. Wer kein "freies Spiel" möchte, bei dem auf den Charakter auf
der eigenen Festplatte zurückgegriffen und damit Cheatern Tür und Tor geöffnet wird, kann über
"GameConnect" auch einen reinen Onlinecharakter erstellen. Bis zu sechs Spieler können gemeinsam
gegen die Feinde in die Schlacht ziehen, wobei allerdings ein maximaler Levelunterschied dafür
sorgt, dass das Gameplay nicht all zu sehr aus den Fugen gerissen wird und ein Level 4-Spieler
von einem 50iger-Charakter durchgezogen wird. Da die Welt von Loki in einzelne Abschnitte unterteilt
ist, kann außerdem nur der Spielleiter Abschnittswechsel oder den schnellen Teleport in ein
anderes Gebiet einleiten. Mit den Spieltypen "Duell" und "Schlacht" gibt es außerdem die Möglichkeit,
im 1on1 oder als Team gegeneinander anzutreten. Zuletzt gibt es auch noch einen Coop-Herausforderungsmodus,
der wie die Coop-Kampagne, von maximal sechs Spielern gezockt werden kann. In diesem Modus gilt
es gegen zahlreiche (End)Gegner in einer Arena anzutreten.
Fähigkeiten und Ausrüstung
Die vier unterschiedlichen Charaktere beginnen, wie sollte es auch anders sein, das Abenteuer
als schlecht ausgerüstete Anfänger und müssen sich den Weg bis zur Level 200-Grenze erst hart
und mühselig erarbeiten. RPG-typisch gibt es für jeden besiegten Gegner und für jedes erfolgreich
absolviertes Quest einige Erfahrungspunkte auf das virtuelle Konto. Wie es aus anderen Spielen
bekannt ist, so kann mit jedem Stufenaufstieg in Attribute wie Stärke oder Lebenspunkte investiert
werden. Zusätzlich verfügt jeder Charakter noch über drei "Götterbäume", die jeweils einem Gott
zugeordnet sind und diverse Fertigkeiten und Angriffe ermöglichen. Der Magier kann sich beispielsweise
zwischen Ra, Horus und Seth entscheiden und hat Zugriff auf zahlreiche aktive und passive Zauberfertigkeiten.
Im Feuerbereich reicht die Palette z. B. vom schlichten Feuerball über Feuerwände bis hin zum
Meteoritenschauer. Mit 17 Fertigkeiten pro Götterbaum wird reichlich Abwechslung geboten und
unterschiedliche Spielstrategien ermöglicht. Bis jedoch alle Fertigkeiten optimal ausbalanciert
wurden, dauert es noch ein wenig. Magier sollten beispielsweise aktuell nicht auf Osiris setzen,
da die Blitzangriffe im Vergleich zu Feuer und Eis extrem schwach ausgefallen sind. Allerdings
kann der Spieler (fast) ohne Scheu einfach mal in Fertigkeiten investieren, bei "Nichtgefallen"
lassen sich hier verteilte Skillpunkte jederzeit wieder, gegen eine geringe Gebühr, rückgängig
machen. Der einzige Haken liegt hier jedoch darin, dass die Skillpunkte für jeden Götterbaum
einzeln "verdient" werden müssen. Im Prinzip hat jeder Skilltree einen eigenen Erfahrungspunktezähler.
Durch die Wahl des Gottes, der am Altar in jeder Stadt geändert werden kann, bestimmt der Spieler,
in welchem Götterbaum Erfahrung gesammelt wird. Die Punkte dafür kommen von den besiegten Gegnern
und den erledigten Quests. 75% der Erfahrung wandern auf das "normale" Erfahrungspunktekonto
und 25% gehen auf den Punktezähler der aktuell gewählten Gottheit und tragen dazu bei, den Level
im Götterbaum zu steigern. Wem das Ansammeln der Punkte für den Götterbaum zu langsam geht,
der kann am Altar nicht nur den Gott wechseln, sondern zusätzlich wertvollere Items und Objekte
opfern. Sind es in den ersten Spielminuten noch die gewöhnlichen, "weißen" Items, welche aufgesammelt
werden, so kommen im weiteren Spielerlauf immer mächtigere Objekte dazu, bis schließlich mit
gelben (göttlichen) Objekten das Beste zu finden ist, was die Welt von Loki bietet. Für heroische,
mystische und göttliche Gegenstände reicht jedoch der leichteste Schwierigkeitsgrad nicht aus.
Dafür muss schon in einer höheren Spielstufe gezockt werden.
Während in Dawn of Magic noch Ebbe auf dem Heldenkonto war, so gibt es in Loki mehr als genug
Gold. Die Auswahl an Gegenständen ist gigantisch, die Feinde lassen schon recht schnell brauchbare
Objekte fallen, die sich auch noch wunderbar verkaufen oder opfern lassen. Rüstungen, Waffen
und Ringe sind in den unterschiedlichsten Varianten vorhanden und steigern diverse Attribute
und Fähigkeiten. Für jede Charakterklasse gibt es entsprechend spezielle Gegenstände, die nur
ein bestimmter Charakter tragen kann. Außerdem gibt es Runen und "Material", womit beim Schmied
aus einer starken Waffe oder erstklassigen Rüstung noch ein wenig mehr herausgeholt werden kann.
Die Items lassen sich dabei aber nicht nur durch zusätzliche Legierungen oder Runen verstärken,
sondern können auch demontiert und wieder verbaut werden. Alternativ gibt es auch dafür von
den Händlern einige Goldstücke, die von A wie Axt bis Z wie Zweihänder alles im Sortiment haben,
was der Held so braucht. Verstaut werden die zahlreichen Items im gut sortierten Inventar, welches
ganz ohne "Kästchenverwaltung" auskommt, sondern einfach eine bestimmte Anzahl an Waffen, Rüstungen
und Gegenständen erlaubt. Wie auch in Titan Quest vermisst man eine Kiste, in der nicht benötigte
Items zwischengelagert werden können. Heil- und Manatränke verbrauchen erfreulicherweise keinen
zusätzlichen Platz und werden einfach "gestapelt", wobei es leichte und starke Tränke gibt.
Im Kampf sollte man auch nicht zu knauserig sein, da es immer ein wenig dauert, bis der Trank
anfängt zu wirken. Wer ein wenig mehr Zeit hat, kann auch einfach kurz auf der Stelle warten,
nach einigen Sekunden regenerieren sich Gesundheit und Manavorrat ganz automatisch.
Präsentation
Insgesamt musste sich Loki bislang wenig Negatives vorwerfen lassen. Die Spielzeit ist lang,
die Welt groß und das Gameplay kann durchaus als rund bezeichnet werden. Leider kommen bei der
Präsentation einige Stolpersteine zusammen, die dringendst eine Überarbeitung benötigen. Sicherlich
am leichtesten zu beheben sind einige Mängel in der grundlegenden Handhabung. Neben zusätzlichen
Hilfestellungen beim Start sind es viele Kleinigkeiten im Interface, die sich für einen Titel
im Jahre 2007 einfach nicht mehr gehören. So muss jeder Spieler nach längerer Spielzeit befürchten,
dass er a) eine neue Maus braucht und b) demnächst eine Sehnenscheidenentzündung haben wird.
Bei Loki darf nämlich ganz fleißig geklickt werden, möglichst sogar für jeden Schlag/ Angriff.
Schon die geringste "Störung" im Angriff - etwa durch einen Treffer des Gegners - und der Charakter
verharrt auf der Stelle - statt anzugreifen. Meist wird am oberen Bildschirmrand eingeblendet,
um welchen Gegner es sich handelt und wie viele Lebenspunkte dieser noch hat. Nur leider eben
auch nicht immer. Außerdem ist das Aufsammeln von Gegenständen sehr mühselig. Zuerst gilt es
den "leuchtenden Beutel" auf dem Boden anzuklicken, dann öffnet sich an einer anderen Stelle
des Schirms ein kleines Fenster mit den Gegenständen, die dort liegen und dann muss erst noch
auf "alles aufsammeln" bzw. auf die Gegenstände, die man gerne haben möchte, geklickt werden.
Darüber hinaus lassen sich Objekte auf dem Boden nicht per Tastendruck anzeigen oder gar (halb)automatisch
aufsammeln. Doch es geht auch besser, wie etwa das Questsystem zeigt. Einfach ein Quest anwählen,
das erledigt werden soll, und schon erscheinen auf der Karte entsprechende Hinweise, wo das
Ziel zu finden ist, wobei auch der richtige Ausgang aus dem aktuellen Gebiet hervorgehoben wird.
Auch die Inventarverwaltung ist sehr gelungen und präsentiert sich als sortierte Liste. Hier
können blitzschnell Gegenstände angelegt, in eine Zwischenablage (zum Verkauf) verschoben und
Eigenschaften angeschaut werden. Durch ein kleines Ausrufezeichen wird außerdem angezeigt, ob
der Gegenstand neu im Inventar ist. Aber warum. liebe Entwickler, ist es nicht möglich, einen
Gegenstand mit dem aktuell angelegten zu vergleichen? Weder beim Händler noch im Inventar gibt
es diese Funktion. So etwas ist mindestens seit Diablo 2 Standard. Ebenso unverständlich (und
umständlich) ist der Einkauf von Heiltränken. Ich möchte nicht 50 x auf den Trank klicken, wenn
davon 50 Stück gekauft werden sollen. Aber nicht nur die Bedienung, auch die Optik von Loki
muss sich einige Kritik anhören. Prinzipiell ist es ja gar nicht mal so schlimm, wenn ein Titel
keine neuen Maßstäbe setzt und einem beim Spielen nicht die Kinnlade runterfällt. Irgendwie
wäre es auch zu verschmerzen, dass die Welt zwar solide, aber längst nicht so überwältigend,
wie auf der Rückseite versprochen ("Fantastische Grafik", "Effekte der neusten Generation, wie
Pixelshader 3.0"), wird. Die Unterteilung in einzelne Abschnitte, die jeweils nachgeladen werden,
wiegt da schon ein wenig stärker. Die Aussetzer durch die Ladepausen sind teilweise nicht mehr
feierlich. Selbst bei extrem kleinen Abschnitten mit sehr wenigen Objekten dauerte es auf einem
Rechner mit 1 GB RAM teilweise eine Minute und länger. Mit 2 GB lässt sich die Zeit zwar auf
etwa 15 bis 20 Sekunden verkürzen, aber insgesamt stimmt der Hardwarehunger in Bezug auf Optik
überhaupt nicht und wird zum Stolperstein und zur Geduldsprobe. Die grafische Qualität schwankt
außerdem merklich. Teilweise werden sehr ansehnlich und nett gestaltete Areale auf den Schirm
gezaubert und auch die Kämpfe wurden schick (und blutig) in Szene gesetzt. An anderen Stellen
sieht die Optik jedoch deutlich bescheidener aus, wirkt extrem altbacken und klobig und die
FPS-Werte sind trotzdem extrem gering. Es ist natürlich nicht so einfach, per Zufallsgenerator
durchgehend schöne Welten zu präsentieren, wie bei Titan Quest, bei dem die Welt per Hand erstellt
wurde. Allerdings präsentiert sich Loki mitunter extrem blockig und wie eine Mischung wahllos
hintereinander kopierter Elemente. Teilweise gibt es auch Levelelemente, die falsch platziert
wurden und ein Hügel mit einer Truhe gar nicht erreicht werden kann. Besser ist da die musikalische
Untermalung gelungen. Neben stimmigen Soundtracks gibt es solide Kampfgeräusche und überwiegend
sehr ordentliche Sprecher, die die Geschichte vorantreiben. Leider wird das Geschehen jedoch
nicht pausiert, wenn der NPC spricht und so darf sich der Held auch noch gleichzeitig verteidigen.
Wer dabei den Dialog abbricht, hat keine Chance, eventuell verpasste Storyhäppchen erneut zu
hören. Das Gegenüber ist einfach still und gibt keinen Ton mehr von sich. Aber auch andere NPCs,
wie Schmied und Händler, geben keinen Laut von sich. Nicht einmal für eine knappe Begrüßung
hat es gereicht.
Meinung
Die ersten Minuten eines Spiels sind sehr wichtig. Oftmals entscheiden diese darüber, ob
der Spieler Spaß hat, einen Zugang zum Game findet oder es frustriert wieder beendet. Gerade
hier besteht in der aktuellen Version von Loki (1.0.5.0) erheblicher Verbesserungsbedarf. Besonders
RPG-Einsteiger sitzen schnell auf dem Trockenen und auch Veteranen müssen sich in die Funktionen
des Spiels erst einmal "hineinlesen". Zudem hat auch die Wahl des Charakters nicht unerheblichen
Einfluss auf den Spielspaß, da bei ungünstiger Spielweise oder falscher Wahl der Skills (etwa
als Magier auf Osiris setzen) das Abenteuer frustrierend wird. Sind diese Anfangsärgernisse
überstanden und hat man sich an die hardwarehungrige Welt gewöhnt, dann zieht Loki mit der Zeit
richtig an. Es gibt viele Möglichkeiten den Charakter zu entwickelt, vier große Welten und Massen
an Items und Gegenständen. Die unterschiedlichen Spielstufen, Charakterklassen und der Coop-Modus
können lange unterhalten. Ist man erst einmal "drin", dann vergeht die Zeit wie im Flug. Das
Suchtprinzip eines Diablos funktioniert wieder einmal wunderbar. Mit kleinen Änderungen am Interface,
welche unter anderem die Dauerklickorgien beseitigen, wäre durchaus eine 2 möglich. In der aktuellen
Fassung ist der Titel jedoch noch sehr unausgewogen, verbuggt und stürzt mit einer GeForce 8xxx-Karte
laufend ab. Mehr als eine 3+ ist daher aktuell nicht drin.
Geschrieben am 19.07.2007, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
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