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Longest Journey, The
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| Autor | | 2+ |
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 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (38 votes) | | 1+ |
 |   | | 0.7 |
 |   | | 2 |
 |   | | 2.5 |
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| Name: | The Longest Journey - Special Edition |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/01 |
| Publisher: | Anaconda |
| Entwickler: | Funcom |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 266Mhz, 64MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 1000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/XP, DX6 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | V1.60 |
| Bemerkung: | Neuauflage / Lauffähig unter WinXP |
| USK: | 6 |
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| The Longest Journey - Special Edition (review von nali_warcow) |
Spiele, Preise und Verfügbarkeit sind die Dinge, die man nicht immer verstehen muss. So mancher
Vollpreistitel verkauft sich auch Monate und Jahre nach dem Release bestens, während andere
Games schon innerhalb kürzester Zeit merklich im Preis gesenkt werden (müssen). Viele Spiele
tauchen auch in etlichen Budget-Reihen auf und werden x-mal vermarktet. Allerdings gibt es auch
immer mal wieder Titel, die schon wenig später kaum noch zu bekommen sind. Bei The Longest Journey,
ein Point & Klick Adventure, das vor knapp sechs Jahren erschienen ist, war lange Zeit lediglich
als gebrauchte Version zu horrenden Preisen erhältlich. Anfang 2006, kurz vor dem Erscheinen
des Nachfolger "Dreamfall", hatte Publisher dtp ein Einsehen mit den Schmachtenden und eine
Special Edition auf DVD veröffentlicht. Was an der Special Edition so besonders ist und
wieso das Adventure in der sehr preisgünstigen Region von unter 20€ in jede Adventuresammlung
gehört, soll das folgende Review zeigen.
Zwar liegt das Spiel in einer kleinen Eurobox, doch darin befindet sich eine ganz gewöhnliche
DVD Hülle. Neben einem kleinen Werbeflyer für weitere Adventures befindet sich neben der Spiel
DVD auch ein etwa 30 Seiten starkes Handbuch in der Box. Gerade in der Preisklasse von unter
20€ alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Das Bonusmaterial der Special Edition ist
eher dünn ausgefallen. Drei Wallpaper, einen Trailer zum Nachfolger Dreamfall, den sich jeder
Interessierte auch über die Webseite runterladen kann und Infos in HTML Form, wie sie auch auf
einer Webseite zu finden sind, bieten nicht gerade ein Kaufargument für Besitzer der Originalversion.
Neben Aprils Tagebuch im Spiel ist es insbesondere die volle Windows XP Unterstützung, womit
das Spiel nun aufwartet. Das wurde jedoch auch den Besitzern der alten Fassung jetzt mit einem
Patch ermöglich. Die Special Edition lies sich ohne Absturz oder Bug durchspielen und macht
im Gegensatz zu vielen anderen Spielen auch keine Probleme, wenn die Anwendung minimiert wird.
Lediglich FSAA hatte das Spiel nicht sonderlich gern und präsentierte um den Mauszeiger herum
unscharfe "Grafikklötzchen".
Die Welt im Ungleichgewicht
Träume sind manchmal realer, als man dies wahrhaben möchte. April Ryan hat es da nicht besser,
eher im Gegenteil. Ihre Träume sind nicht einfach nur Alpträume, sondern sorgen dafür, dass
die Studentin ihr größtes Abenteuer erlebt und für ein wiedereinkehrendes Gleichgewicht auf
der Welt sorgen muss. Was nicht jeder weiß: Es gibt nicht nur eine Welt. Während April in einer
futuristischen Großstadt im Jahre 2209 lebt, gibt es noch eine zweite, eher bizarr, orientalisch
und mittelalterlich angehauchte Welt. Viele Tausend Jahre lang wurde die STARK, die Welt der
Wissenschaft und ARCADIA, die Welt der Magie vom 13. Hüter im Gleichgewicht gehalten. Dieser
sorgte für das Gleichgewicht beider Welten. Doch diese wurde gestört und beide Welten drohen
unterzugehen, wenn nicht schnellstens etwas unternommen wird. Während die "normalen" Bewohner
der Welten die ersten "Risse" und "Ungleichgewichte" nur sehr selten mitbekommen, wird April
sehr stark davon beeinflusst. Sie scheint sehr empfänglich dafür zu sein. Könnte es sich bei
ihr vielleicht um die Eine handeln, die die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen soll? Während
die Studentin anfangs den Ereignissen und Prophezeiungen wenig Glauben schenkt, ändert sich
dies schon bald, nachdem sie Cortez kennen gelernt hat…
Präsentiert wird die Geschichte umfangreich und spannend. Zum einen durch den Einsatz von
vorgerenderter Zwischensequenzen, Ingamesequenzen und vielen Dialogen mit NPC Charakteren, die
mitunter sehr ins Detail gehen und für eine glaubhafte und spannende Inszenierung sorgen. Das
bedeutet jedoch auch, dass sich das Spiel an Personen richtet, die eben nicht mal auf Kurzdialoge
aus sind, sondern sich mit solch einem mystischen und umfangreich vorgetragenen Thema beschäftigen
wollen. Gerade die vielen Dialoge und Charaktere tragen viel zur sehr gelungenen Atmosphäre
bei.
Aprils erster Bruch
Hätte sich April doch bloß nicht darauf eingelassen. Aber nun steht sie in der Polizeistation
und es gibt kein Zurück mehr. Jetzt gilt es nur noch den Zugang zum Archiv zu erlangen, so dass
sie sich am Computer zu schaffen machen und die Daten für den Informanten finden kann. Leider
gibt es jedoch einige Probleme, die noch bewältigt werden müssen. Zum einen ist die Eingangstür
defekt und zum anderen verwehrt die Dame am Empfang den Einlass. Nach einem Gespräch mit den
beiden Technikern steht außerdem fest, dass sich diese nicht vom Fleck rühren werden, da sie
gerade ihre ausgedehnte Mittagspause machen. So lange also kein Formular vorgelegt wird, das
die Gewerkschaftspausen aufhebt, ist nichts zu machen. Eine Suche im Werkzeugkasten der Arbeiter
fördert zwar ein solches Formular zu Tage, doch ist dies von der letzten Woche und somit ungültig.
Aber wenigstens hat April ja die Formularnummer und kann sich von der Dame an der Information
ein neues geben lassen. Jetzt noch schnell ein "Zurück an die Arbeit. Gez. Der Polizeipräsident"
drauf geschrieben und es sollte klappen. Oder auch nicht, wie April feststellen muss. Wie der
dicke Kollege grinsend erklärt, nachdem er den Schreck überwunden hatte, ist dies nur das Formular
für Werktage. Heute ist aber ein Feiertag / Wochenende. Es wird also ein spezielles Formular
mit Sonderzusatz benötigt. Doch auch das kann April an der Information besorgen und die Herren
müssen wieder an die Arbeit. Die Besten scheinen sie jedoch nicht zu sein. Der Schaltkasten
neben der Tür ist zwar nun offen, doch die Reparatur zieht sich elendig hin. Hier muss wohl
etwas nachgeholfen werden. Da fallen schließlich die beiden Telefone ins Auge, die in der Halle
zu finden sind. Einfach die Nummer von einem Telefon merken und das Telefon vom anderen Gerät
aus anrufen. Nun beide Techniker jeweils an einen Apparat schicken und April kann sich mit der
Tür beschäftigen. Ein Kurzschluss sorgt dafür, dass die Tür aufgeht und weiter geht's. Doch
halt, da wurde die Rechnung ohne die Dame an der Info gemacht, die April zurück ruft. Aber auch
hier fällt April ein Ablenkmanöver ein. Nachdem erkundet wurde, welches Formular am ungünstigsten
in der großen Wand hinter der Dame zu erreichen ist, wird diese mit der Anfrage nach eben diesem
Schriftstück abgelenkt und April huscht rein.
Zwei Welten wollen gerettet werden
Mit einem kurzen, atmosphärischen Prolog in einer scheinbaren Traumwelt Aprils beginnt das
Abenteuer. Nach diesem Alptraum mit unglücklichem Ausgang landet der Spieler in einem New York
des Jahres 2209 und gleichzeitig im ersten von dreizehn Kapiteln. Nach und nach taucht April
bzw. der Spieler in die mystische Welt ein und gleichzeitig eröffnen sich immer wieder neue
Schauplätze. Diese sind sehr abwechslungsreich gehalten und decken die unterschiedlichsten Orte
ab. So ist der Spieler in der modernen Welt in einer Großstadt unterwegs, fährt mit der U-Bahn
umher, muss sowohl in runtergekommene Viertel als auch den nobelsten Wohnbereichen nach Informationen
suchen, ein schon beschriebener Einbruch in eine Polizeistation steht auf dem Programm und das
alltägliche Leben im Wohnheim oder dem Cafe ist Teil des Abenteuers. Nicht fehlen darf in so
einer modernen Welt ein Abstecher in den Weltraum, aber auch die andere Welt, ARCADIA, will
besucht werden. Einer mittelalterlich anmutenden Stadt werden mehrere Besuche zuteil, inklusive
Kneipe, Markt, Bibliothek und Hafenbereich. Das Abenteuer in dieser zweiten Welt führt April
aber auch auf das Meer hinaus, in die mobile, schwebende Wohnung eines Magiers, zu Unterwasserwelt
und auf eine tropische Insel mit antiquiertem Telefonsystem. Der Spieler arbeitet dabei nicht
einfach nur einen Schauplatz nach dem anderen ab, sondern erlebt viele Wechsel von einer Welt
in die andere, wo immer neue Aufgaben warten, mal auf der Flucht oder auf der Suche. Mal handelt
es sich um einen nächtlichen Abstecher und ein anderes Mal herrscht schönster Sonnenschein.
Im Spielverlauf macht April die Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten NPCs, die die Welt
bevölkern. Einige sind - zumindest anfangs - nicht ganz so freundlich und hilfsbereit, andere
wollen nur helfen, bei anderen ist man sich da nicht so sicher. Wem kann man eigentlich noch
trauen in dieser zu Grunde gehenden Welt? Die Aufgaben, die es zu lösen gilt, sind ebenso abwechslungsreich
und bis zu Kapitel 10 vom Schwierigkeitsgrad her einigermaßen steigend. Es gilt einfach Kombinationsaufgaben
zu lösen, in denen Objekte im gleichen Bild miteinander benutzt werden müssen oder Gegenstände
wollen gefunden werden. Dazu ist dann auch stellenweise etwas Köpfchen nötig. Damit die Zange
vom Schlauch genommen werden kann, muss erst der Druck abgelassen werden, indem am Kontrollpult
herumgefummelt wird. Einige Aufgaben, wie das Finden des Stundenzettels in der eigenen Wohnung
und damit Abrechnen beim Chef, werden durch Laufwege etwas verlängert, was in den meisten Fällen
aber nicht ganz so schlimm und ausufernd ist. Nur wenn man sich wegen einer Kleinigkeit durch
etliche Screens klicken muss, weil etwas vergessen wurde oder die Aufgabe nicht ganz klar ist,
dann sinkt die Motivation etwas. Um einige Aufgaben überhaupt erst angehen zu können, müssen
bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Erst wenn der Arbeiter vor dem Kino auf die nicht immer
funktionierende Leuchtreklame angesprochen wurde, kann sich April am Sicherungskasten zu schaffen
machen. Davor ist dieser nicht anwählbar. Doch meist sind die Rätsel einigermaßen logisch und
nachvollziehbar gestaltet und eine Kombination von aufgeblasener Gummiente plus Zange zum "angeln"
eines Schraubenschlüssels von den Bahngleisen stellt die Ausnahme da. Stellenweise bekommt der
Spieler auch Hilfe von NPCs, insbesondere einer sprechenden Krähe, die eine ganze Reihe an Aufgaben
für April erledigen kann. Da wird die Gegend erkundet, eine Statue von Taubendreck frei gepickt
oder der Spieler durch den Wald dirigiert, was sinnigerweise in einer Karte resultiert, in der
nur noch die Orte angewählt werden müssen. Gerade ab Kapitel 10 sind dann einige härtere Kopfnüsse
zu bewältigen. Es gilt Tränke zu mischen, eine sehr mysteriöse Anordnung auf einem Sockel zu
verstehen und ein Sprachtelefon auf einer Insel einzurichten. Wer die Aufgaben ohne Hilfe lösen
will, der wird einige Zeit brauchen. Anfänger können an solchen Stellen etwas schummeln und
einen Blick in die auf DVD mitgelieferte Lösung werfen, was jedoch den Spielspaß deutlich mindert.
Nach Kapitel 10 ist dann jedoch der schwerste Punkt des Spiels geschafft und The Longest Journey
wechselt langsam in Richtung Finale. MIt etwas Mitdenken und Kombinationsgabe spielt sich das
Game ab hier dann recht locker. Überwiegend sind es Lauf- und einfache Kombinationsaufgaben,
die es noch zu meistern gilt. Bis allerdings der Epilog über den Schirm rollt, sind gut 30 Stunden
Spielzeit vergangen.
Simple Handhabung und unangetastete Präsentation
Bei der Steuerung handelt es sich um ein klassisches Point & Klick Adventure, das sich auch
locker und leicht ohne viele unnötige Klicks steuern lässt. Der Mauszeiger gibt entsprechend
an, ob ein interessantes Objekt in Reichweite ist und informiert gleich mit einer kleinen Texteinblendung
unter dem Zeiger, was sich der Spieler gerade anschaut. Für Objekte öffnet sich entsprechend
ein simples Auswahlmenü für Untersuchen/ Sprechen/ Benutzen. Das Inventar lässt sich auch schnell
durch einen Rechtsklick aufrufen und die Gegenstände werden jeweils durch aussagekräftige, aber
etwas pixelige Bilder dargestellt. Nicht ganz so gelungen ist das Reisen bzw. der Wechsel von
Bild zu Bild. Der Mauszeiger ändert zwar entsprechend die Farbe, doch die Ausgangspunkte sind
stellenweise etwas klein und ungünstig positioniert. Es wird leicht ein Weg übersehen, was zu
unnötig langen Laufpassagen führt. Wenn es schon eine Karte der Umgebung gibt, dann wäre
es schön, diese aus jedem Schirm aufrufen zu können. An einigen Stellen fällt weiterhin
unangenehm auf, dass der Spieler erst warten muss, bis sich beispielsweise NPCs nach einem Gespräch
wieder in ihre Ausgangsposition / -Animation bewegt haben. Während die vielen Hintergrundbilder
durchweg auch heute noch zu gefallen wissen und die ganzen Szenen sehr detailliert gestaltet
wurden, trifft dies auf Animationen und Charaktere weniger zu. Zwar gibt es beim Spielstart
die Option mit High-Polygon-Models zu spielen, doch viele sind es dennoch nicht. Die Texturen
der Charaktere sind mitunter sehr grob aufgelöst, einfarbig und zeugen vom Alter des Titels.
Damit einhergehend sind manche Animationen recht grob, so dass Charaktere ins Leere fassen oder
aber Objekte gar nicht in der Hand halten, sondern sich die Hand daneben befindet. Hintergrund-Animationen
gibt es zwar einige, doch gerade für größere Bewegungen, wie Wellen am Schiff, werden etwas
verpixelt aufgelöste Videos verwendet. Allerdings hat man sich daran recht schnell gewöhnt,
weil die sonstige Präsentation sehr stimmig ist und das Spiel in atmosphärischer Hinsicht überzeugen
kann. Zusätzlich zu den durchaus noch ansehnlichen Videosequenzen und stimmiger Musikuntermalung
gibt es eine mehr als gelungene Soundkulisse. Die Sprecher machen einen ausgezeichneten Job
und bringen die unterschiedlichen Charaktere, Emotionen und Inhalte der Gespräche wunderbar
rüber. Allerdings wäre auf der DVD noch genügend Platz gewesen, zumindest optional auch die
englische Version anzubieten.
Meinung
In grafischer Hinsicht sieht man dem Spiel durchaus das höhere Alter an. Die Charaktermodels
stechen ins Auge. Hier hätten sich Verbesserungen für eine Special Edition angeboten. Ansonsten
erlaubt sich das Spiel jedoch nur oberflächliche Schnitzer. Die Storypräsentation ist auch heute
noch sehr gut gelungen und muss keine aktuelle Konkurrenz fürchten. Mit viel Liebe zum Detail
zieht das Spiel den Spieler, wenn er sich mit so einer mystischen, bizarren Geschichte auf zwei
Welten anfreunden kann, in seinen Bann. Die Rätsel wissen dabei überwiegend zu gefallen und
Rückschläge gibt es wenige. Wer The Longest Journey noch nicht in seiner Sammlung hat oder erst
vor kurzem mit dem Computerspielen bzw. Adventures angefangen hat, der bekommt mit der Special
Edition ein wunderbares Spiel zum wirklich fairen Preis.
Geschrieben am 25.02.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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