 |
Enter the Matrix
|
|
 |
 | Info |
|---|
| Autor | | 4 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 0.5 |
 |   | | 1.5 |
 |  |  |  |
| Gesamt (47 votes) | | 4+ |
 |   | | 1.1 |
 |   | | 0.6 |
 |   | | 1 |
|
| Name: | Enter the Matrix |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/05 |
| Publisher: | Atari |
| Entwickler: | Shiny |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | What is the Matrix? |
| Links: | David Perry |
| Hardware: | 800Mhz, 128MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 4300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| Sprache: | Deutsch/Englisch |
| Patch: | 1.52 |
| Bemerkung: | auch für Xbox, PS2, GameCube |
| USK: | 16 |
|
 | | Schuss aus der Deckung |
 | | Daumenschraube für Agent Smith |
 | | Vampirpfählung |
 | | Vampirschloss |
 | | The Sniper has you! |
 | | Zeitlupenschuss |
 | | Ruckelt trotz Pentium 4 |
 | | Autobahnverfolgung |
 | | Ghost vs. Trinity |
 | | Niobe in Action |
 | | Postannahmestelle |
 | | Kanalisation |
 | | Gotcha |
 | | Niobe am Steuer |
 | | Gummibeine? |
|
| Enter the Matrix (review von yak) |
Bei Spielen, die auf Basis einer dicken Lizenz beruhen, zieht sich einem
meist als erfahrener Spieler der Magen zusammen, wenn man die "Ausschüttung"
bisheriger Spielesoftware betrachtet.
Ab und zu gab es mal Lichtblicke, aber im Groben haben die Lizenzumsetzungen
aus Film, Buch und TV einen faden Beigeschmack. Die im Spiel umgesetzten
Ideen waren selten in der Lage, die Atmosphäre (sofern vorhanden) des
Vorbildes angemessen umzusetzen. Technisch zumindest sind Lizenzgames
besser geworden und vertrauen nicht mehr ausschließlich auf den
schweren Namen.
Ausnahmen bestätigen die Regel und so gab es auch Spiele wie The
Thing, James
Bond oder DS9-
The Fallen. Eine der wohl am heißesten gehandelte Lizenz der letzten
Jahre ist sicher Matrix. Ursprünglich eher als "Sleeper" gehandelt und
ohne viel Hype entwickelte sich Teil eins zum Kino-Blockbuster. Woraus
natürlich folgt, dass man die "Tour" in Sequels erneut abziehen möchte,
um für volle Kassen bei Produzenten und Verleih zu sorgen.
Die Idee zur "Matrix" ist vom Konzept sicher nichts Neues, gab es Ähnliches
schon in den 40zigern (Between two Worlds) mit vergleichbarer Story. Auch
die alten Schwarz-Weiss-Sendungen "Rod Serling's Twilight Zone" aus den
50ziger hatten oft innovativere Ideen. Also eigentlich nichts Neues. Neu
ist vielleicht, dass das "aktuelle" Kinopublikum diese "alten Kamellen"
nicht mehr kennt und somit die Geschichte um Neo, der in einer vorgegaukelten
Scheinwelt lebt und zum Retter der Welt erkoren wird, als neu empfunden
wird.
Shiny, das Softwarestudio um David Perry, das seit Earthworm Jim keinen
Verkaufs-Hit mehr landen konnte, jedoch gute, innovative und vielleicht
auch ein wenig zu verrückte Spiele produzierten (Messiah, MDK, Sacrifice),
konnte sich die Rechte zur Umsetzung an Matrix sichern und lieferte rechtzeitig
zum Kinostart der Fortsetzung "Matrix Reloaded" das Spiel zum Film ab.
Ob das Spiel nun dem Film gerecht wird, ist, wie so vieles im Leben,
Geschmacksache. Nachdem ich den Film im Kino gesehen habe blieb für
mich nur zu hoffen, dass das Game nicht solcher Murks wird, wie die Kinofortsetzung,
die mich sehr enttäuscht hat. Es kann nur besser werden, dachte ich...
Zur Technik: Realisiert scheint das Game mit einer aufgemotzten
Messiah Engine, da noch einige Relikte aus alter Zeit daran erinnern.
Aufgemotzt scheint aber eher übertrieben, da im Grunde keine wesentlichen
Detailverbesserungen zu finden sind. Die Figurendetails sind in Ordnung,
die Levelgraphik ist aber bestenfalls Durchschnitt. Kein Vergleich mit
aktuelleren Engine oder Genrekollegen. Die Levelgraphik orientiert sich
natürlich an den Matrixszenen des Films und daher sollte es nicht verwundern,
wenn man ausschließlich durch siffige Häuserschluchten, Büroräume, Kanalisation
und über Dächer rennt, schießt und Fußtritte verteilt. Jedoch sticht keiner
der Level durch außergewöhnliches Leveldesign, Detailreichtum oder graphische
Hingucker hervor. Ein paar nette Lichteffekte gibt es im "Vampirschloss"
zu sehen, das auch zu den etwas schöner gestalteten Umfeldern gehört.
Die Figuren sind gut gelungen und entsprechen dem Aussehen der Schauspieler.
Die Animationen sind sehr unterschiedlich. Das Laufen der Spielfiguren
wirkt etwas wie im Marionettentheater, wenn die Puppen leicht über dem
Boden gehalten werden, um Laufbewegungen zu simulieren. Der wohl geplante
Effekt, eine anmutige, schnelle und "Out of this World Bewegung" darzustellen,
ging dem Animationsteam leider völlig daneben. Die Beinbewegungen wirken
zappelig und die Arme bewegen sich wie beim Dirigenten der Blasmusikkapelle
im Musikatenstadl. In den Fights und Actionsequenzen konnte dies jedoch
ausgeglichen werden. Hier wirkt alles viel realistischer. Besonders in
den Zeitlupeneffekten ist dies schön anzusehen, auch wenn dabei ein weiteres
Defizit zu Tage kommt und man bemerkt, dass unser Spielcharakter den Gegner
eigentlich nicht richtig "im Griff" hat, wenn er ihn am Kragen packt und
durch die Gegend wirft. Leider krankt die Engine noch an den alten Dingen,
mit denen Bob der Engel aus Messiah schon zu kämpfen hatte. So gibt es
massig Clipping-Fehler und die Figuren sind nicht ganz "dicht". So kann
man an schlechten Polygon-Klebestellen schon mal durch sie/ bzw. in sie
hinein sehen (aber keine Angst, sie sind definitiv hohl :-)). Auch greifen
die Protagonisten zum Türöffnen gerne mal durch die Wand, statt an die
Klinke. The Matrix has you !
Im Gegensatz zu der ansonsten graphisch mittelmäßigen Darstellung gibt
es dann kurioserweise aufwendig gemachte Gimmicks wie ein Bücherregal,
aus dem man die Bände einzeln, physikalisch richtig, herzauspurzeln lassen
kann. Unverständlich ist jedoch, warum das Spiel auch auf Rechnern, die
weit oberhalb der empfohlenen Hardwareausstattung liegen, oft ruckelt.
Bei den Graphikdetailoptionen, die nur außerhalb des Spieles modifizierbar
sind, lässt sich die Polygondetailstufe herunterschalten, worauf man aber
besser verzichten sollte, es sei denn, man steht auf viereckige Autoreifen
und einer Spielfigur, die evolutionstechnisch an Tomb Raider 1 erinnert.
Geschludert hat man auch bei der Speicherung der Optionen, denn einige
Detaileinstellungen müssen jedes Mal vor Neustart wiederholt aktiviert
werden.
Soundtechnisch ist Enter the Matrix gelungen, konnte man doch auf die
Originalstimmen (engl. Sprachausgabe, deutsche Untertitel) und Geräusche
des Filmvorbildes zurückgreifen. Hier gibt es nichts zu meckern. Auch
bei der Musik konnte man die Komposition von Don Davis (mit zusätzlicher
Musik von Erik Lundborg) verwenden und damit viel von der Matrix Atmosphäre
einfangen. Leider wird das Kampfthema aufgrund der vielen Kämpfe auch
ständig wiederholt und damit spätestens nach der ersten Hälfte nervig.
Hier hätte man besser ein paar Variationen des Hauptthemas verwenden,
bzw. spärlicher einsetzen sollen. Meine Matrix 1 Soundtrack CD bleibt
deswegen jetzt sicher häufiger dem CD Player fern.
Gesteuert wird Enter the Matrix über Maus /Tastatur oder über Gamepad,
wobei man dem Spiel hier eindeutig die Cross-Plattform Entwicklung ansieht.
Das Zielen mit der Maus im Snipermodus ist dermaßen unpräzise, dass man
gerade in zeitlich limitieren Levelabschnitten Wutausbrüche zurückhalten
muss, weil man mal wieder eher etwas in Richtung Malen nach Zahlen oder
einen Zauberspruch Marke Black & White oder Arx
Fatalis auf den Screen um den Gegner herumgepinselt hat. Die Figuren
steuern sich auch ansonsten eher "wabbelig" und machen viel zu unpräzise,
große Schritte im Charme von Hollywood on Ice, was anfangs sehr gewöhnungsbedürftig
ist. Probleme gab es auch, wenn man als Eingabegerät die Maus aktiviert
hat und gleichzeitig ein Gamepad angeschlossen ist. So lief die Figur
ohne Steuerimpuls fröhlich nach vorne und konnte erst nach dem Abstöpseln
des Gamepads zur Ruhe gebracht werden.
Zum Gameplay: Die Story orientiert sich an den Geschehnissen des
Films "Matrix Reloaded" und erzählt mittels der Protagonisten Ghost und
Niobe parallel zu der Filmhandlung zusätzliche Handlungstränge. Dafür
wurden laut Hersteller extra Szenen mit der Originalbesetzung für das
Spiel gedreht (so zumindest der Wortlaut, bis man auf die Idee kommt,
diese für eine Extended Directors Cut Version der DVD zu verwenden ;)
). So kann man sich zu Spielbeginn für einen der Spielcharaktere und einen
von drei wählbaren Schwierigkeitsgraden entscheiden. Das Spielprinzip
ist recht einfach erklärt: Man rennt mit seinem gewählten Charakter durch
die Level, ballert alles nieder oder verwickelt die Gegner in Martial
Arts Kämpfe, in denen selbst Jackie Chan aussehen würde, wie Terence Hill
und Bud Spencer in ihren besten Zeiten. Eine Mischung aus 3rd Person Action
Prügelspiel mit Shootereinlagen und gelegentlichen Fahrzeugen-Missionen.
Damit hat es sich im Grunde auch schon, was nicht unbedingt schlecht sein
muss. Als Genrekollegen bieten sich hier Max Payne, Heavy
Metal FAKK², Heretic
2 oder sogar American
McGee's Alice an. Das besondere Feature, wenn auch nicht mehr als
Innovation zu bezeichnen - jedoch sicher das Erkennungszeichen der Matrix
Filme- ist der Zeitlupenmodus, im Spiel Focus genannt. Damit werden unsere
Helden noch etwas "heldischer" und es ermöglicht ihnen besondere Special-Moves
in Zeitlupe. So kann man die Wand hochlaufen, Supersprünge absolvieren
und vieles mehr. Wer jetzt sagt, "ist doch von May Payne abgeguckt",
hat sicher recht, aber Max Payne hat es, was wenige wissen, von einem
Spiel namens "Requiem: Avenging Angel" abgekupfert, was Jahre
zuvor veröffentlicht wurde und dort wesentlich besser und vor allem spaßiger
ins Gameplay eingebunden wurde. Ein leider völlig untergegangener, guter
und innovativer Shooter.
Man "lernt" in Matrix neue und zusätzliche Kombomoves, jedoch ist ihr
Einsatz eher Makulatur um zu zeigen, dass es sich um beliebte Szenen aus
Matrix handelt. Zwingend einsetzen muss man sie selten und das Spiel lässt
sich mit kleinen Ausnahmen, wo man notwenigerweise auf die Focus Zeitbremse
treten muss, auf "konventinelle" Art durchspielen, was auch am moderaten
Schwierigkeitsgrad liegt und der Tatsache, dass sich die Gesundheit nach
einem Kampf unter Gegnerabstinenz selbstständig wieder auffüllt. Die Möglichkeiten,
die Matrix-Elemente sinnvoller ins Gameplay einzubinden, bleiben leider
ungenutzt. So führt man die Spezialmoves wie "Wandrauflaufen" oder ähnliches
nur aus Spaß an der Freude aus und nicht, weil es das Gameplay erfordert.
Warum nicht einmal eine Wand rauflaufen müssen, weil man den höher gelegenen
Abschnitt sonst nicht erreichen kann oder Secrets mit Spezialwaffen findet?
Damit verschenkt das Spiel eine gute Möglichkeit, aus der Lizenz etwas
wirklich Passendes zu machen. Negativ fällt auch die Kameraführung
in den Kämpfen auf, bei denen man ohnehin oft nicht weiss, was gerade
abläuft, da vieles automatisiert scheint und man oft erfolgreicher mit
der "Einfach-drauf-losklicken-Methode" fährt, als mit überlegtem
Einsatz von Spezialmoves. Einmal in einem Kampf verwickelt, rotiert die
Kamera um das Spielgeschehen, wie in einem MTV Musikvideo, was für Außenstehende
zwar Kino-like aussehen mag, dem Gameplay aber wenig förderlich ist und
oft für Desorientierung sorgt. Man fühlt sich hier eher als Zuschauer,
statt als Spieler, auch wenn die Optik eine gute Dynamik vermitteln kann.
Das Spiel ist für den Mainstream-Markt ausgelegt, was bei vielen Gameproduzenten
und Spieledesigner wohl gleichbedeutend sein muss mit "idiotensicher"
(und trotzdem gibt es ein offizielles Lösungsbuch!). Man bekommt mittels
eines Pfeiles angezeigt, wo das nächste Rätsel auf uns wartet, bzw. wohin
man seinen virtuellen Allerwertesten zu bewegen hat und das sogar mit
Entfernungsanzeige. Ein Verlaufen scheidet damit definitiv aus. Auch ansonsten
gibt es nicht viel Gehirnschmalz auf's Brot. Ein Schalter hier, ein Schalter
da, dort eine Maschine zerstören und ab und zu per Sniper Geleitschutz
geben. Für Spieler mit Forschungsdrang bietet Enter the Matrix eindeutig
zu wenig. Ablenkung gibt es durch ein paar Fahreinlagen, in denen man,
je nach gewähltem Spielcharakter, entweder die "Bordkanone" bedienen muss
oder selbst zum Lenkrad greifen darf. Dabei ist die Steuerung der Autos
eine Qual, weil sie sich absolut schwammig lenken lassen.
Insgesamt ist mir aber schon nach der Hälfte des Spiels (nach knapp 3
Stunden) das Spielprinzip viel zu langweilig geworden, weil es keinerlei
Variationen gibt. Entweder ballern oder kämpfen. So freute man sich wie
ein Schneekönig, wenn man dann mal im Vampirschloss zumindest dort die
Feinde auf eine etwas andere Art per Holzpfahl ins Nirwana befördern durfte,
auch wenn es vom Spielablauf nahezu identisch war.
Probleme bereitete auch die simplifizierte Steuerung. Die Automatisierung
sorgte für Probleme und ungewollte Aktionen. So führt die Spielfigur z. B.
automatisch einen Sprung aus, wenn man sich einer Mauer nähert, die man
besteigen kann. Aber eine Mauer kann ebenso benutzt werden, um sich dort
anzulehnen und aus der Deckung zu schießen. So kam es nicht selten vor,
dass meine Figur an der Wand klebte, statt zu springen oder umgekehrt.
Auch die Gegner-Aufschaltautomatik ist nervig, besonders wenn man versucht
wegzurennen und trotzdem noch am Gegner klebt und, statt in die entgegengesetzte
Richtung zu laufen, sich im Radius, fast magnetisch angezogen, um ihn
herumbewegt. Die KI ist zufriedenstellend gelöst, wenn auch einiges
zu sehr geskriptet wirkt.
David Perry hat auf seiner Homepage
einige Goldene Regeln veröffentlicht, an denen sich Spieledesigner orientieren
sollten, um ein gutes Spiel zu entwickeln. Enter The Matrix "verstößt"
leider dagegen öfters. Darunter auch die Vorgabe, dass man als Designer
dem Spieler nicht vorzuschreiben hat, wann und wo er zu speichern hat.
Dass Mr. Perry sein Gebot selbst nicht so ernst nimmt, sollte schon seit
MDK bekannt sein und deswegen gibt es selbiges Verfahren auch in Enter
The Matrix. Lediglich Speicherpunkte zum Levelende sind vorhanden. Aber
auch grundlegende Designfehler machen sich breit und lassen Enter The
Matrix eher als ein Spiel erscheinen, das noch rechtzeitig zum Filmstart
fertig werden musste. So gibt es, trotz des absolut linearen Spielverlaufs,
Bugs im Kanalisationslevel. Dort musste man eine Person namens Ballard
beschützen und darauf achten, dass er überlebt, um dann zum rettenden
Telefon zu gelangen. Nachdem alle Gegner ausgeschaltet waren, kam mir
irgendwie auch (unbeabsichtigt) Ballard vor die Sniperflinte. Die Mission
lief trotzdem weiter, nur mit dem kleinen Problem, dass ich, am Telefon
angekommen, zu Bewegungsunfähigkeit verdammt wurde und den Bereich nicht
mehr verlassen konnte. Ein paar Meter hin und her waren möglich, mehr
jedoch nicht, mit der Folge: Levelneustart.
Warum ich jedoch auf recht eindrucksvolle Weise Fensterscheiben zerstören
kann, durch einige jedoch nicht hindurchspringen kann, bleibt das Rätsel
der Matrix, ein Beweis für Matrix-resistentes Thermopen Fensterglas oder
das stärkste Fliegengitter jenseits des weissen Kaninchenbaus. Dann gibt
es wiederum so dermaßen konstruierte "Rätseleinlagen", die mich in die
Zeit der ersten Computerspiele zurückversetzt. So kann man in der Kanalisation
beispielsweise einen Gang nicht betreten, weil er zu dunkel ist. Also
muss man erst nach unten klettern und die Taschenlampe (im Dunkeln) suchen.
Vielleicht hätte der coole Ghost einfach mal die dunkel getönte Sonnenbrille
in den Kellergewölben abnehmen sollen ;), dann hätte er auch was
sehen können.
Dann gibt es noch eine Autofahrt, in der man ein Flugzeug verfolgen muss,
aus dem ständig riesige Container fallen und als Hindernis auf der Fahrbahn
landen. Ein Hoch auf die Gamedesigner. Sowas gab es glaube ich zuletzt
auf dem Atari VCS und da war es schon ziemlich blödsinnig, ganz zu schweigen
davon, wieviel Laderaum wohl so ein Flugzeug besitzt.Vielleicht aber auch
ein Hinweis, dass während des Flugs Container nachgeladen wurden
und es sich auf einen subtilen Hinweis des Filmtitels "Matrix Reloaded"
handelt. Ok, ok, es ist ja in der Matrix passiert, aber sinnvoller wird
das Gamedesiign dadurch auch nicht, auch wenn es sicherlich als gute Ausrede
für einiges herhalten kann. Deswegen kann man vielleicht auch in einem
Level mit Betäubungsgranaten ein Loch in eine Glaswand sprengen.
Weitere kleinere Anekdoten: In einer Autoverfolgungsjagd bekommt man
mitgeteilt, dass man den zu verfolgenden Wagen nicht entkommen lassen
darf (auch wenn man ihn bereits überholt hat). In einem Level, in dem
man mit Betäubungsgas angegriffen wird, muss man über Regale klettern
und einen sicheren Ausgang finden. Dabei erklingt eine Stimme, die darauf
hinweist, dass wir uns oben im Regal versteckt haben. Schade nur, dass
diese Stimme auch noch erklingt, als ich vom Regal gefallen bin, unten
alle Gegner ausgelöscht habe, wieder rauf geklettert bin und erneut der
Warnausruf erfolgte. Ärgerlich war zudem, dass man im aktivierten Snipermodus
nicht sofort auf eine andere Waffe wechseln kann. Hier muss man erst den
Snipermodus deaktivieren und kann dann eine andere Waffen auswählen.
Die Idee, das Game aus der Sicht von zwei Protagonisten zu erzählen,
ist interessant, wenn auch nicht neu. Leider unterscheiden sich diese
Spielstränge nur geringfügig. Wie so etwas spannender und besser miteinander
verknüpft werden kann, zeigt DS9
The Fallen.
Ein nettes Gimmick sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben: Der Hacker-Modus.
Wer das alte C64 Spiel aus dem Hause Activision noch kennt, ahnt, um was
es sich handelt. In einer DOS-ähnlichen Arbeitsumgebung darf man versuchen,
die Matrix zu hacken und so neue Features frei zu schalten, was sicher
Spaß gebracht hätte, wenn mir das Hauptprogramm gefallen hätte.
Insgesamt bin ich von Enter the Matrix mehr als enttäuscht, auch wenn
das Spiel bereits riesige Verkaufserfolge vorzuweisen hat, aber wie heißt
es doch so schön: Millionen Fliegen können sich nicht irren. Der Spielablauf
wird schneller langweilig, als einem bei der ohnehin recht kurzen Spielzeit
von ca. 5-6 Stunden (pro Spielcharakter) lieb ist. Man kämpft und prügelt
sich durch die Level, ohne dass es großartiges Neues zu tun gibt und schnell
macht sich Monotonie breit. Da können auch die recht gut gemachten Zwischensequenzen
nicht helfen. Nach zwei Stunden Spielzeit fühlt man sich wie in Folge
12587 von GZSZ. Irgendwie hat man alles schon mal gesehen. Enter the Matrix
macht einfach in vielen Bereichen einen unfertigen Eindruck. Dem Spiel
fehlt es an Feintuning und es hat eine Menge technischer Mängel, die auch
nach dem zweiten Patch nicht behoben werden konnten. Würde ich vor die
Wahl gestellt, die rote oder die blaue Pille zu schlucken, würde ich die
Schlaftablette vorziehen. Im Bereich 3rd Person Action Adventure gibt
es eindeutig eine Menge bessere und auch günstigere Games. Sicher nur
empfehlenswert für absolute Matrix oder Prügelspielfans.
Geschrieben am 13.06.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
|