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Medal of Honor: E.A.
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
 |   | | 2 |
 |   | | 2 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (6 votes) | | 2+ |
 |   | | 2 |
 |   | | 2 |
 |   | | 2.3 |
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| Name: | Medal of Honor: European Assault |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/06 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | MOH News |
| Hardware: | Xbox |
| System: | Xbox |
| Multiplay: | Splitscreen |
| Sprache: | Deutsch |
| Bemerkung: | auch für PS2 und GameCube |
| USK: | 18 |
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| Medal of Honor: European Assault (review von nali_warcow) |
Die Medal of Honor Reihe von Electronic Arts geht in die nächste Runde. Nachdem zuletzt
mit Medal of Honor: Rising Sun auf den
Konsolen und Medal of Honor: Pacific Assault
auf dem PC das Kriegsgeschehen verlagert wurde, geht es mit dem neusten Spross auf bekanntes
Terrain. Der Titel European Assault verrät es schon. Wieder einmal gilt es den Kampf gegen das
Dritte Reich aufzunehmen. Warum aber das nur für die Konsolen erschienene Spiel durch sinnvolle
Änderungen und Erweiterungen der beste Titel für die Konsolen ist, soll das folgende Review
zeigen.
Das Handbuch zum immerhin knapp 55 € teueren Spiel ist sehr dünn ausgefallen. Auf weniger
als 10 Seiten werden gerade einmal die Padbelegung, einige Worte zum HUD, dem allgemeinen Vorgehen
und Mehrspielerspieltypen genannt. Auf farbige Abbildungen wurde genauso verzichtet wie auf
etwas detailliertere Infos, wie es noch zuletzt in Rising Sun zu Waffen und Charakteren praktiziert
wurde.
Bekannte Präsentation
Bei der Präsentation orientiert sich auch European Assault an der Art und Weise der Vorgänger.
Als Basis dient wieder die Rahmenhandlung des Zweiten Weltkrieges. Der Spieler, in der Rolle
des US Army Lieutenant William Holt, wird in das OSS berufen. Hierin erlebt er spannende und
actionreiche Kämpfe während des Zweiten Weltkrieges und er besucht dabei im Laufe des Games
unterschiedliche Schauplätze. Das Spiel beginnt mit Kämpfen in der Hafenstadt St. Nazaire und
danach steht ein Abstecher nach Nordafrika auf dem Programm. Hier wird zusammen mit den Desert
Rats gegen Rommel gekämpft, bevor es schließlich in kühlere Regionen geht. Nachdem in Russland
die Schlacht um Stalingrad geschlagen wurde, geht es zum Showdown in die Ardennen. Präsentiert
werden die Missionen jeweils durch eingespielte alte Videos, danach folgt eine Einsatzbesprechung
und meist gibt es am Anfang und am Ende der jeweiligen Mission noch eine kurze Zwischensequenz.
Überlebenskampf
16 Dezember 1944. Ein kleines Dorf in den Ardennen. In der Verteidigungsstellung hockend
erfolgt eine knappe Lagebesprechung. Es ist zu ruhig und so bekommt ein Glückpilz die Aufgabe
die Lage hinter dem Hügel zu checken. Doch schon auf halben Weg dorthin ändert sich die Situation
schlagartig. Explosionen, Schreie und die Hölle bricht überall fast gleichzeitig aus. Innerhalb
weniger Sekunden müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden. Mit diesem starken Vorstoß
des Gegners war nun überhaupt nicht zu rechnen. Während Kameraden im nahen Umfeld fallen, erfolgt
der Befehl zum Rückzug. Alles zurück zum Geschützstand, dort neu formieren und verteidigen.
Doch das ist leichter gesagt als getan. Überall wird gekämpft, die Gegner stürmen in Massen
das Dorf und auch der erste Panzer rumpelt heran. Los geht es. Im Feuerschutz der Kameraden
geht es aus der Verteidigungsstellung hinter die nächste Mauer. Zwei Gegner kommen von links
und werden mit zwei Kopftreffern schnell ausgeschaltet. Um die kleine Gruppe von rechts haben
sich die Begleiter glücklicherweise gekümmert und mit einer Granate für Ruhe gesorgt. Gerade
will man mit einem Hechtlauf in Richtung nächste Deckung weiter zum Rückzugspunkt sprinten,
da trifft der Befehl ein, sich möglichst noch um den deutschen Befehlshaber zu kümmern, der
sich etwas weiter links vom Weg in der Windmühle verschanzt hat. Auch Scharfschützen könnten
es dem Team schwer machen weiterzukommen. Während sich die Begleiter um die nächsten anrückenden
Gegner kümmern, läuft der Spieler zum Eingang der Windmühle. Eine Granate sorgt für Ruhe im
Erdgeschoss. Nun die Waffe durchladen und über die Wendeltreppe hinauf, während dabei
die Gegner niedergemäht werden. Genau mit dem letzten Schuss im Magazin ist der Anführer oben
beseitigt und die Zusatzaufgabe wird mit einem weiteren Leben und Heilpacks belohnt. Jetzt aber
schnell weiter zum Hauptziel. Immer in Deckung hinter den Trümmern, Mauern und anderen Hindernissen,
arbeitet man sich weiter vor. Im Gebäude angekommen werden die noch vorhadenen Kräfte gebündelt.
Während sich einige der Überlebenden hinter die stationären MGs klemmen, gehen andere in den
ersten Stock. Der Gegner versucht einen letzten verzweifelten Angriff auf das Gebäude. Problematisch
sind dabei insbesondere die Panzer. Viel Zeit für Vorbereitungen bleibt nicht. Während es nur
wenige Fußtruppen überhaupt bis zum Eingang des Gebäudes schaffen, räumen die Panzer extrem
schnell unter den Kollegen auf. Hier muss schnellstens eine Lösung her. Also fix die Bazooka
geschnappt. Der erste Schuss wird gleich vom halb zerstörten Fenster abgegeben. Mit den wenigen
Schüssen wird man die Tigerpanzer nicht beseitigen können. Doch glücklicherweise stehen vor
dem Haus auch noch einige Raketenabwehrstellungen. Im Kugelhagel geht es also wieder runter
ins Erdgeschoss und nach draußen. Einige Augenblicke später ist die Lage zumindest hier wieder
einigermaßen unter Kontrolle, doch die nächsten Ziele hält der Befehlshaber auch schon
parat…
Kurz und actionreich
Die vier Abschnitte des Spiels sind aufgeteilt in 2 bis 4 Missionen, wobei das Spiel mit
insgesamt 11 Missionen und einer Spielzeit von etwa 8 Stunden nicht gerade Rekordwerte erreicht.
Sicherlich, wenn Profis meinen das Spiel auf "leicht" durchzuspielen, dann können
sie durchaus die Zeit auch noch weiter drücken, doch im schweren oder heldenhaften Modus braucht
man eine ganze Weile länger. Aber spätestens in Russland werden es auch alle anderen Spieler
merken. Bei European Assault kann man nicht einfach so durch den Level rennen und die Gegner
im Vorbeigehen beseitigen. Gerade auch wenn man sich schnell vom Team löst, unterwegs einige
Ereignisse auslöst, so dass neue Gegner kommen, dann steht man sehr schnell allein auf verlorenem
Boden. Da muss man schon bedächtiger vorgehen, die Deckung ausnutzen und versuchen zusammen
mit dem Team zu kämpfen. So neu ist es im Shooterbereich nicht, aber gerade WW2 Shooter nagen
am Problem, dass sie zwar actionreich und packend, doch gleichzeitig auch extrem linear sind.
Das ist bei Medal of Honor: European Assault erfreulicherweise etwas anders. Zwar zeigen auch
hier die Entwickler, was man alles Schönes mit Scripten und Co machen kann, um den Spielern
ein packendes Erlebnis zu präsentieren. Doch das Leveldesign ist hier etwas offener. So ist
stellenweise die Wahl, ob man nun durch das mittlere Gebäude geht, an der Hecke links entlangschleicht
oder einen Sturmangriff um das rechte Gebäude macht recht banal, doch sind esdurchaus andere
Vorgehensweisen. Da kann man sich das Leben durchaus erleichtern, wenn man es nicht frontal
versucht. Allerdings kann man auch genauso gut in eine nachteilige Situation geraten, wenn man
einen bestimmten Weg einschlägt, was mitunter auch an einigen Script und Triggern liegt.
Da kommt plötzlich an genau einer Stelle Verstärkung oder das eine Gebäude, in dem man Gegner
an den Fenstern im oberen Stockwerk erledigt hat, sich dann doch nicht als leer herausstellt
und man neue an den Waffen vorfindet. Gerade auch wenn man im recht offenen Gelände kämpft,
hat man durchaus die Möglichkeit die Sache auch etwas anders anzugehen. Da fällt man den Gegner
in den Rücken oder in die Flanke, man kann hinter den Panzer gelangen oder findet auch das ein
oder andere zusätzlich Heilpack oder Wiederbelebung.
Bei den Missionen haben sich die Entwickler recht viel Mühe gegeben diese abwechslungsreich
und unterschiedlich zu gestalten, was auch überwiegend gut gelungen ist. Allein schon die unterschiedlichen
Settings sorgen dafür. Ansonsten variieren Ziele und Aufgaben. Mal muss die Stellung im Schützengraben
oder einem Gebäude gehalten werden, anrollende Panzer zerstört werden, es gilt Gebäude zu stürmen,
Signale für Bombardierungen zu aktivieren und unterirische Tunnel und Bunker auszuräuchern.
Mal ist es eher ein langsames Vorrücken durch eine zerstörte Stadt, in der an den Fenstern und
hinter Gebäuden und Trümmerteilen Gegner erscheinen, ein anderes Mal wird der Eingang der
Kirche gesprengt und die Gegner stürmen selber das Gebäude oder man muss im Kugelhagel vom Nebengebäude
einen halb zerstörten Turm raufhechten. In den Missionen gibt es jeweils ein Hauptziel, welches
zwingend erfüllt werden muss. Dazu gibt es aber immer auch eine ganze Reihe an optionalen Nebenzielen,
wobei man viele einfach im Vorbeigehen erledigt. Mal soll man sich mit jemanden treffen, Verstärkung/
Luftunterstützung rufen oder etwas sprengen (z. B. Kommunikationsanlagen). Etwas eintönig wird
es nur, da jeder Level wiederholende Ziele hat. So gilt es in jeder Mission irgendwelche geheimen
Dokumente zu finden und auch einen kleinen "Boss-Gegner" gilt es zu beseitigen. Von der Atmosphäre
her gibt es bei den Missionen und der Präsentation wenig zu meckern. Was lediglich etwas stört
sind die überwiegend immer nur stationären Panzer und das Ende des Spiels. Es ist schön und
fordernd, wenn der Schwierigkeitsgrad im Spielverlauf gut ausballanciert anzieht. Aber beim
Bunker am Ende ging irgendwie der Entwicklerwille durch. Da werden die Gegner einfach in Massen
auf den Spieler losgelassen.
Enttäuschender Mehrspielermodus
Neben der Solokampagne bietet Medal of Honor: European Assault auch einen Mehrspielermodus.
Allerdings ist dieser mehr nettes Beiwerk als wirklich langer Spielspaß. Das liegt u. a. daran,
weil lediglich per Split Screen an einer Konsole mit bis zu vier Spielern gespielt werden kann.
Weder Xbox Live noch System Link werden unterstützt. Und wenn es nur SplitScreen Modus gibt,
warum dann keine COOP-Kampagne? Das gesamte Spiel über hat man drei Begleiter an seiner Seite.
Da wäre ein 2, 3 oder vielleicht 4 Spieler COOP Modus doch wirklich eine Leichtigkeit gewesen.
Aber so hat es lediglich für eine Reihe an sehr unterschiedlichen Spieltypen und Maps gereicht.
Hier kann man zwischen Dathmatch und Teamvarianten wählen, es können unterschiedliche Flaggeneroberungsspiele
oder Einzelkämpferspiele wie King of the Hill ausgetragen werden. Nur mit max. 4 Spielern kommt
da nicht so der Spaß auf, zumal der sichtbare Bereich extrem klein wird. Auch die Maps können
nicht ganz so überzeugen, was sicherlich daran liegt, da die PS2 Version bis zu 8 Spieler im
MP ermöglicht. Da dürfen natürlich nicht so viele Details auf den Karten sein. Im Mehrspielermodus
ist es somit also nur sehr bedingt zu empfehlen.
Steuerung, Gameplay & KI
Die Steuerung von European Assault ist wunderbar für's Gamepad ausgelegt, insbesondere im
Vergleich zu den Vorgängern und einigen anderen Spielen. Die Bewegung des Charakters geht locker
und einfach von der Hand und dank farbig aufleuchtendem Fadenkreuz übersieht man auch keinen
Gegner. Etwas wundern muss man sich mitunter über so manche Treffer. In einigen Situationen,
in denen man den Gegner sehr gut im Visier hat und eigentlich einen Volltreffer gelandet hat
oder den Gegner unter /über die Deckung trifft, nimmt dieser scheinbar keinen Schaden. An anderen
Stellen dagegen hat man eher etwas daneben geschossen oder konnte lediglich die Spitze vom Kopf
sehen, landet aber dennoch einen Volltreffer. Wie in WW2 Shootern und Co üblich, so kann man
sich auch hinhocken, auf dem Boden robben oder um die Ecke schauen. Einfach beim Zielen mit
der linken Schultertaste mit dem Analogstick herumlehnen. Maximal zwei Waffen von Pistole über
MG bis hin zu Bazooka und Scharfschützengewehr kann der Spieler bei sich tragen. Außerdem kann
man im Notfall auch mit dem Kolben zuschlagen, sollte man einen Gegner so nah an sich herangelassen
haben. Aber auch auf Granaten kann bzw. für stärkere Gegner wie Panzer sollte man zurückgreifen.
Egal ob man nun ein stationäres MG benutzen will, eine Bombe anbringt oder den Begleitern ein
Heilpack spendiert. Einfach das Objekt anschauen und die entsprechenden Taste drücken. Das Team
ist nicht nur ein Goodie im Kampf gegen die Gegner und kann mit zwei Kommandos - Stellung halten
und folgen - befehligt werden. Außerdem bestimmt die Anzahl der überlebenden Teammitglieder,
wie viele Medipacks man als Bonus für die nächste Mission bekommt. Je nach Schwierigkeitsgrad
startet man nämlich nur mit einigen wenigen. Entweder kann man selber jederzeit im Kampf damit
die eigene Gesundheit schnell wieder aufbessern oder den Kameraden helfen. Da muss man abwägen,
was sinnvoller ist. Außerdem gibt es Feldflaschen, die die Gesundheit des Spielers sofort wiederherstellen.
Das Problem bei solchen Spielen ist oftmals, dass man kleine Heilpacks oder Munition nur schwer
ausmachen kann. Hier haben die Entwickler im Gegensatz zum sonstigen sehr authentischen Setting
und wunderbarer Atmosphäre eine Entscheidung getroffen, die sicherlich nicht allen Spielern
gefallen wird. Egal ob Munition, Granaten oder Gesundheit. Alle diese wichtigen Objekten haben
ein aussagekräftiges und gut sichtbares, drehendes 2D Icon über sich. Man sieht somit ganz genau,
wo ein Gegner etwas fallen gelassen hat. Gespeichert werden kann innerhalb einer Mission nicht.
Das ist nur nach einer Mission möglich. Wobei es etwas komisch ist, warum hier eine Nachfrage
kommt und man erneut bestätigen muss, da der Spielstand überschrieben wird. Ein Auto-Save
am Ende einer Mission wäre ja ausreichend gewesen. Sollte man in der Mission sterben, entweder
weil man kein Heilpack mehr hat oder nicht rechtzeitig selbiges eingenommen hat, ist die Mission
noch nicht gleich verloren. Stirbt der Spieler, so wird lediglich ein Punkt von den Wiedereinstiegspunkten
abgezogen und wenige Augenblicke später steht man wieder auf den Beinen. Gerade durch die Erfüllung
von Sekundärzielen bekommt man den ein oder anderen Wiedereinstiegspunkt. Es gibt aber auch
Nachteile. Stirbt man in einer Gegnergruppe bzw. weil man von Gegnern eingekesselt ist, dann
wird es nicht gerade leichter, wenn man an genau dieser Stelle weitermachen kann, da man sich
weiterhin in der Gefahrenzone befindet. Außerdem sinkt durch eine Wiederbelebung der Adrenalinspiegel
auf Null. Adrenalin ist in European Assault ein Balken, der sich entweder durch Kopftreffer
bei den Gegnern oder durch das Heilen der Teamkameraden füllt. Ist der Balken voll, so kann
man jederzeit per Tastendruck für eine kurze, begrenzte Zeit eine Art Blutrausch erleben. In
dieser Zeit ist man unverwundbar, die Zeit läuft langsamer ab und man hat unendlich Munition.
Vom Gameplay her ist European Assault ein sehr taktisches Spiel, wie man es erwarten sollte.
Planloses Rumlaufen und wild auf die Gegner feuern bringt wenig bis gar nichts. Hier muss man
sich langsam und vorsichtig vorantasten. Gerade auch weil der Gegner mitunter Verstärkung bekommt,
sollte man immer möglichst alles säubern, damit man es nicht mit einer Übermacht von allen Seiten
zu tun bekommt. Die Gegner verhalten sich dabei recht unterschiedlich. Nur einige haben wirklich
Ausfälle. Dies geschieht meist in Verbindung mit neuen Gegnern, die beispielsweise ein Haus
stürmen, in dem sich der Spieler befindet oder wenn Angriffswellen in Richtung Spieler kommen.
Ansonsten greifen viele Gegner eher aus der Deckung an und legen eine sehr gute Treffergenauigkeit
an den Tag. Sniper und MG Schützen stellen eine deutliche Gefahr dar und eine Horde Gegner hinter
einer Mauer oder anderen Hindernissen muss man auch erst mal ausschalten können. Dabei
verlassen sich die Gegner nicht nur auf ihre Schusswaffen, sondern setzen - wie auch die Begleiter
- recht geschickt Granaten ein. Ansonsten gibt es überwiegend eine abwechslungsreiche Mischung
aus Gegnern hinter Hindernissen. Einige haben einen festen Punkt und schauen ab und zu hervor
und feuern in Richtung Spieler. Andere sind aggressiver und gehen mitunter leicht im Team agierend
vor, wieder andere schauen mal links, mal rechts hervor und es gibt welche, die hechten auch
von Deckung zu Deckung, wenn der Spieler kommt bzw. sich ihnen von der Seite nähert. Die KI
ist zwar nicht perfekt - so reagieren manche Gegner hinter Kisten in einer Ecke nicht / nur
stark verzögert - aber gerade für einen WW2-Shooter mit Padsteuerung sind Gegner KI bzw. Scripte
recht gut darauf abgestimmt. Das eigene Team geht auch überwiegend geschickt vor, geht in Deckung
und nutzt die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Doch stellenweise suchen sich auch mal an ungünstigen
Punkten Deckung, so dass sie von der anderen Seite leicht unter Feuer genommen werden können.
Gerade im späteren Verlauf des Spiels wird es sehr schwer, sie am Leben zu erhalten.
Grafik & Sound
Grafisch ist Medal of Honor: European Assault für die Konsolen der Höhepunkt der Serie. Die
Charaktere sehen gut aus, die Umgebung wirkt sehr stimmig und die Texturen machen einen überwiegend
sehr guten Eindruck. Weder mit Details in den Räumen, Gebäuden oder vielen Kisten, Steinhaufen
und anderen Objekten im Freien wurde gespart. Auch wenn man die Multiplattformentwicklung mit
der PS2 bedenkt und dann im Kopf behält, dass das Leveldesign nicht so starr linear wie bei
den Vorgängern ist, dann kann man mit der gebotenen Grafik recht zufrieden sein. Woran es jedoch
hapert sind einige Animationen der Charaktere, bei denen man eher meint, diese würden über den
Boden gleiten und ich war mit den Models der Panzer recht unzufrieden. Da hätte man mehr machen
können. Insbesondere die starren Panzer sehen aus wie aus einem Block. Heutzutage auch Standard,
aber dennoch erwähnenswert sind lauter Kleinigkeiten wie z. B. Benommenheit bei Explosionen,
Bildfokusierung im Adrenalinrausch und die eingesetzte Physikengine, so dass Gegner gekonnt
aus dem Fenster fallen und andere Stunts vollführen. Wie schon seit dem ersten Medal of Honor
bekannt, so ist der Sound wieder eine Klasse für sich. Egal ob man nun leise durch ein verschneites
Dorf huscht und dabei die Schritte im Schnee hört, einem die Ohren klingen, wenn die Gegnerlawine
auf einen zurollt und es überall um einen herum explodiert oder man einfach den Waffensound
oder der Musik lauscht. Dazu kommen immer wieder allerlei passende Kommentare der Gegner und
Verbündeten, was für eine insgesamt sehr gelungene Soundkulisse sorgt.
Meinung
Eigentlich kann man nur sagen "Bitte mehr davon". Bei Medal of Honor: European Assault gibt
es wirklich wenig zu kritisieren. Die beiden Hauptmankos sind die kurze Spielzeit und der schwache
Mehrspielermodus und der generell fehlende COOP. Ansonsten ist das Spiel jedoch allen anderen
Konsolenablegern der Serie einen Schritt voraus. Die Steuerung ist sehr gut gelungen und geht
wunderbar einfach von der Hand. Gerade wer hier von Rising Sun oder Frontline enttäuscht war
wird sich freuen. Die Ansätze in Richtung größere/ offenere Welt sind eindeutig ein Schritt
in die richtige Richtung. Die Atmosphäre kommt wunderbar rüber und fordernde Gegner runden das
Game ab. Wenn nicht zum Vollpreis, dann gehört es spätestens als Budget-Variante auf den
Einkaufszettel..
Geschrieben am 15.07.2005, Testkonfiguration: Xbox
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