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Medal of Honor: PA
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (52 votes) | | 2 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 1.9 |
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| Name: | Medal of Honor: Pacific Assault |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/11 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 1.5Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.2 |
| USK: | 18 |
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| Medal of Honor: Pacific Assault (review von nali_warcow) |
Mit Medal of Honor begann die Welle
mit WW2 Shootern. Damals gab es noch die ersten "WOW-Effekte", als man die Landung
in der Normandie nachspielen konnte. Doch irgendwann wird es langweilig. Nach zwei AddOns kehrte
dann etwas Ruhe in die MoH Serie ein und andere Spiele wie Call
of Duty bemühten sich, entsprechende Schlachten noch intensiver, sprich mit noch mehr gescripteten
Szenen, darzustellen. Gleichzeitig stellten diese Spiele, neben der sicherlich diskussionswürdigen
Thematik, auch die Frage in den Raum, wie lang ein Spiel sein sollte, wenn man dafür etwa 45€
auf den Tisch legen muss. Während die ehemaligen Entwickler 2015 an einem ähnlich Games (Men
of Valor) arbeiteten, war man bei EA nicht untätig und werkelte an einem Nachfolger der
bekannten Serie. Wie schon im Konsolenableger "Medal
of Honor - Rising Sun" verschlägt es den Spieler in "Pacific Assault" ebenfalls
in den Pazifik und den sehr bekannten Kampf um Pearl Harbor. Statt Deutscher sind nun die Japaner
die bösen Jungs, die es möglichst rasch zu beseitigen gilt. Was sich sonst noch getan hat und
wieso es der Serie nicht gelingt mit Call of Duty gleichzuziehen, wird im folgenden Review geklärt.
Das Spiel wird hierzulande nur auf DVD ausgeliefert, was aufgund der Datengröße von 3 GB
auf der Platte sicherlich keine schlechte Idee ist. Neben der normalen Version gibt es auch
eine gut 5-10 € teurere Directors Edition (Spiel jedoch hier in engl. Sprache) mit Gallerien,
Videos und Musiktracks. Doch diese Extras befinden sich auch in der Collectors Edition ausschliesslich
auf der gleichen DVD wie das Spiel und damit ist es insgesamt nicht ganz verständlich, wieso
es diese "Kleinigkeiten" nicht gleich für alle Käufer gibt. So erhält man beispielsweise
den Soundtrack nicht mal auf einer separaten CD, wie es beispielsweise bei der "Call of
Duty" Erstauflage der Fall war (und das ohne Aufpreis!). Beim Spielen gab es keine Probleme
mit dem Kopierschutz und schwerwiegende Fehler und Bugs traten nicht auf. Was in einigen Foren
immer mal wieder zu lesen war, dass Scriptszenen nicht funktionierten, starteten, etc. war nicht
nachvollziehbar bzw. trat nicht auf. Das Review basiert auf dem kurz nach Verkaufsstart erhältlichen
Patch#1, der für Modemuser mit einer nicht unerheblichen Größe von 60 MB anfällt.
Von einer Sekunde zur anderen in der Hölle
Ganz in der Medal of Honor Tradition eröffnet auch Pacific Assault mit einem wahrhaft eindrucksvollen,
interaktiven Intro. Der Spieler hockt zusammen mit seinen Kameraden in einem Landungsboot und
es geht in Richtung Küste. Die kleine Insel heißt Tawara, liegt im Pazifik und wird von den
Japanern gehalten. Das Ziel der jungen Marines ist es, die Insel um jeden Preis zu erobern.
"Wir sehen uns am Strand" sind die letzten Worte, die ausgetauscht werden, wenige Augenblicke
später ist das vergessen, der Kampf hat begonnen. Doch es läuft nicht gut, mit der Bordwaffe
wird zwar am Steg ordentlich aufgeräumt, Explosionen sind zu sehen, die Gegner schreien und
fallen reihenweise auf die Planken oder ins Wasser. Doch dann passiert es, das Boot wird getroffen,
es geht über Bord und nun sitzt man gefangen zwischen Trümmern und dem Strand, wo die Verteidiger
alles an Munition in Form sehr tödlicher Geschosse in Richtung Spieler schicken. Man kämpft
sich voran, duckt sich, bekämpft die Gegner vor und neben sich, die Kameraden fallen, schreien,
man torkelt, von Lärm, Explosionen und Leid umgeben geplagt, erreicht man das Land. Einige weitere
Marines sind auch schon da und versuchen die Stellung zu halten und den Abschnitt zu räumen.
Doch es sieht nicht gut aus. Es sind zu wenige, die Gegner zu stark und stürmen an. Kugeln fliegen
durch die Luft und Explosionen beeinträchtigen die Soldaten. Dann ist plötzlich Ruhe, das Bild
wird dunkel und das war es. Das nächste was der Spieler mitbekommt ist etwas ganz anderes. Der
Anfang, die ersten Schritte und Ausbildung der Leute, die sich zwei Jahre später in der Schlacht
am Strand vom Tawara-Atoll wieder finden. Nach diesem beeindruckenden und beklemmenden Schauspiel
geht es erst mal etwas gemütlicher weiter. Das Spiel beginnt mit einer längeren Einleitungssequenz,
in der den neuen Rekruten von ihrem Ausbilder erst mal in bester US Manier gesagt wird, was
das Leben als Marine bedeutet. Dann geht es los mit den ersten Übungen. Hierbei werden auch
gleich die im späteren Verlauf immer wieder auftauchenden Kumpels vorgestellt, die Private Tom
Conlin begleiten werden. Nebenbei erfährt man, wie man sich in der Welt von Medal of Honor
- Pacific Assault bewegt, kämpft und als Trupp agiert. Nach der anstrengenden Ausbildung wird
der Spieler dann nach Hawaii versetzt. Anfangs wird er noch von Bobby im Jeep herumgefahren
und kann das wunderbare Ambiente des Stützpunktes genießen. Allerdings wird die Ruhe schließlich
jäh unterbrochen, als japanische Flugzeuge am Himmel auftauchen und aus allen Rohren anfangen
zu feuern. Der Krieg hat begonnen. Da gilt es schnellstmöglich zu den Docks zu kommen und den
Gegnern einzuheizen. Anfangs noch im Fahrzeug sprintet man dann von Deckung zu Deckung, während
es um einen kracht und donnert. Endlich hat man das wartende Boot erreicht und kann sich gleich
hinter die Bordkanone schwingen. Hier erlebt man nun eine Fahrt, wie sie schon in "Medal
of Honor - Frontline" actiongeladen präsentiert wurde. Entlang an sinkenden Schlachtschiffen,
vorbei an qualmenden Schiffen, überall tobt der Kampf und möglichst viele Flieger müssen abgeschossen
werden. Schließlich erreicht man das schwer angeschlagene Schiff USS West Virgina. Es macht
alles andere als einen guten Eindruck, doch statt Ballern gilt es nun erst noch in bester Heldenmanier
durch das Schiff zu hetzen und möglichst viele Leute zu retten, währenddessen es überall brennt
und für die Rettung des Kommandanten gibt es eine besondere Zusatzauszeichnung, wenn man ihn
nicht übersieht. Im letzten Abschnitt gilt es die Angreiffer mit den Bordgeschützen zu vertreiben
und das eigentliche Intro des Spiels kann man endlich als abgeschlossen betrachten. Vorbei mit
den actionreichen und abwechselungsreichen Schauplätzen, nun gilt es im Dschungel die Japaner
zu beseitigen und zum Gegenschlag auszuholen.
Einbahnstraße im Dschungel
Auch wenn es recht lang erscheint, sind aber die ersten insgesamt 14 Abschnitte des Spiels
recht schnell vergangen. Die restlichen etwa 55 Abschnitte sind da leider deutlich weniger abwechslungsreich
und bis auf wenige Ausnahmen, insbesondere am Ende, lediglich nur ein Setting. Etwa 45 Abschnitte
lang geht es durch die grüne Hölle. Anfangs bei Nacht, später auch mal bei etwas hellerem Wetter,
mal bei Regen, dann wieder bei Nacht oder in einem kleinen Sumpfgebiet. Nur an sehr wenigen
Stellen sieht man etwas anderes als grünen Urwald und Bambushütten, Wachtürme und Lager. Mal
gibt es auch eine kurze und knackige Mission am Strand, in der die Stellung gehalten werden
muss und ein Kamerad auf Rettung wartet oder es geht an einer gut verteidigten Küstenbatterie
entlang und ein Sprengstoffdepot soll in die Luft gejagt werden. Eine Mission darf dann auch
in einem Flieger absolviert werden, was jedoch leider aufgrund der sehr schwammigen Steuerung
nicht gerade einfach/ spaßig ist. Zumindest am Anfang kann man sich jedoch noch auf das reine
Ballern im Bordgeschütz konzentrieren, bevor der Pilot die Maschine verlässt und das mit dem
einzigen Fallschirm. Danach steuert man die Maschine aus dem Cockpit und ballert nicht nur auf
gegnerische Flugzeuge, sondern soll auch einen kleinen Inselvorposten vernichten und schließlich
mit Bomben und Torpedos einen Flugzeugträger nebst Zerstörer beseitigen. Den Hauptteil in der
grünen Hölle verbringt man damit, einem übergeordneten Missionsziel hinterherzulaufen. So erfolgt
die Landung in der Nacht und es gilt möglichst schnell die Kommunikation des Gegners auszuschalten.
Hier kämpft man sich nun durch den Dschungel, durch das Unterholz, trockene und nasse Flussbette
und nimmt es mit anstürmenden Gegnermassen auf. Das eigentliche Ziel wird erst nach etlichen
Abschnitten erreicht. Die Gegner kommen urplötzlich mal von vorn, hinten oder der Seite auf
einen zu. Nur ein Teil steht irgendwo rum, ist auf Patrouille unterwegs oder bewacht ein Lager.
Da kommen Feinde scheinbar aus dem Nichts. Manchmal ahnen die Gegner noch nicht, dass man sich
nähert und kann dann versuchen, sich heran- oder vorbeizuschleichen, was an einigen Stellen
dank einer sehr knappen Abkürzung oder einem Weg auch gelingt und den Gegner in den Rücken
fallen kann. Ab und zu gilt es auch mal nach der Eroberung einen Bereich zu verteidigen und
den Gegenangriff abzuwehren oder aber z. B. eine Stellung auf dem Berg zu halten, bis die Luftunterstützung
ankommt und für Ruhe sorgt. Das wäre ja alles irgendwie noch als spannender Dschungelkampf ganz
spaßig und unterhaltsam, wenn man sich durch das Unterholz kämpft. Allerdings ist das Leveldesign
eine absolute Katastrophe. Es gibt nur einen Weg und der ist stellenweise nur so breit, als
würde man auf einer Straße laufen. An den Seiten gibt es eine mehr schlecht als recht gemachte
Dekoration aus Bäumen und Sträuchern und gleich dahinter kommt eine undurchdringbare Wand aus
grünen Texturen. Eigentlich sind es eher Gänge und Räume, mit Bäumen als Wände. Wenn
es nicht ganz so eng ist, dann ist man in einen kleinen Dorf / befestigten Stellung und erlebt
immer wieder die gleichen Kämpfe in und um den Hütten herum. Die Levelabschnitte sind mitunter
auch sehr kurz. Da spielt man erst wenige Minuten und schon gibt es wieder einen Ladebildschirm.
Manchmal ist man auch zu schnell für die Scripts und stößt auf eine unsichtbare Wand, dann dauert
es etwas bis die Kollegen zu Ende geredet haben und dann erst wird es dunkel und der nächste
Abschnitt wird geladen. Hindernisse wie ein umgefallener Baum sorgen dann dafür, dass man nicht
mehr zurück kann. Hat man schließlich die grüne Hölle hinter sich gelassen und die zwar steuerungsmäßig
nicht ganz so "dolle", aber dennoch abwechslungsreiche Flugmission gemeistert, steht
noch die abschließende Eroberung vom Tawara-Atoll auf dem Programm. Was anfangs eine erfrischende
Abwechslung ist, wird auf die Dauer dann auch öde, wenn sich ab Abschnitt 2 alles gleich spielt
und man statt durch den Dschungel die ganzen Zeit durch Schützengräben und zerstörte Gebäude
läuft. Ab und zu gibt es im Spiel auch Zwischensequenzen, welche die Geschehnisse und die Angst,
Sorgen und Wünsche von Tommy und seinen Kumpels zeigen. Im Vergleich zum Vorgänger auf jeden
Fall ein Fortschritt, da waren es nur mehr oder weniger zusammenhangslose Missionen. In Pacific
Assault verbringt man ja auch jede Mission zusammen mit Kameraden und ist nicht mehr als Einzelkämpfer
unterwegs. Bei all der Metzelei von mehreren Tausend Japanern in den ganzen Abschnitten stört
es jedoch etwas, dass aus der eigenen Truppe bzw. von Tommys Freunden bzw. er selbst keiner
fällt (Einer stirbt zwar im LKW, aber auch nur "nebenbei", was man mitunter gar nicht sieht,
zudem keiner seiner engen Freunde).
Die Hauptziele des Spiel kann man gar nicht verpassen, weil man direkt vom Leveldesign dorthin
gebracht wird. Neben den Aufgaben einen Punkt zu erobern, Sabotage zu verüben oder eine Stellung
zu halten gibt es auch versteckte Bonusziele und Auszeichnungen, die man einheimsen kann. So
findet man z. B. in einem Tunnel ein Funkgerät abseits des Weges und man die Kommunikation zusätzlich
kappen kann. Oder aber man rettet einen Offizier aus den Flammen. Dennoch sind dies nicht wirklich
Gründe, das Spiel deswegen erneut durchzuspielen. Nach etwa 10 bis 15 Stunden sieht man man
dann auch das Finale des insgesamt recht gestreckt wirkenden Spiels.
Ausrüstung, Verbündete & Gegner
Als Ausrüstung bekommt man entsprechende Pistolen, Gewehre, MGs und Sniper-Gewehre zum entsprechenden
Pacific-Setting mit auf den Weg. An einigen Stellen findet man eine "neue Waffe" und auf Wunsch
kann man sich auch bei den Waffen gefallener Feinde bedienen. Insbesondere der Munitionsnachschub
ist dadurch mehr als gesichert. Zusätzlich zu den zwei Waffen kann man auch noch Granaten und
ein Fernglas tragen, was jedoch nur sehr bedingt von Nutzen ist. Auch kann man sich immer mal
wieder hinter ein feststehendes Geschütz stellen und den Gegner mit stellenweise unendlicher
Munition einheizen. Gesundheit findet man nur noch an sehr wenigen Stellen, meist im einem Lager
oder in einer Hütte liegend. Ist man ansonsten auf dem Schlachtfeld verwundet, sollte man schnellsten
den Sani rufen, damit dieser einen wieder zusammenflickt. Doch dazu muss er auch in Reichweite
sein, was im Kampf ab und zu nicht der Fall ist. Daher lieber etwas eher verarzten lassen, als
dass man auf den Boden sinkt und der Blick "grau" wird. Dann bleibt einem wirklich nicht mehr
viel Zeit, bis man endgültig hinüber ist. Kritische Wunden sollten schnell mit Bandagen
verarztet werden, was wirksamer ist, wenn man dabei stillsteht bzw. liegt und nicht wild in
der Gegend herumläuft (Was allerdings auf "Leicht" und "Mittel" keine Rolle
spielt) Bedenken sollte man auch noch, dass der Sani für den Spieler nicht unendlich viel Verbandsmaterial
hat. Lediglich einige Male kann man die Gesundheit wieder hochpushen lassen. Ansonsten muss
man auf den nächsten Level warten, bis der Vorrat wieder aufgefüllt wird. Im Gegensatz zum Spieler
können die begleitenden NPCs und Kumpels im Kampf jedoch nicht sterben. Gehen sie zu Boden,
dann wechselt der Stern über dem Kopf zu einem Verletzt-Zeichen, welches sie auch gut im dichten
Gebüsch auffindbar macht. Hier kann nun der Sani für eine schnelle Wiederbelebung sorgen oder
aber der Kollege steht nach einiger Zeit automatisch wieder auf und greift wieder ins Geschehen
ein. So lange die Kollegen nicht gerade unter dichtem Feuer stehen machen sie sich recht gut
im Kampf, nehmen einem viel Arbeit ab und man kann auch mal 'ne kurze Pause machen. Das bezieht
sich jedoch eher auf ihre Trefferquoten bzw. das Ausschalten von Gegnern im Sichtfeld. Beim
taktischen Verständnis bzw. dem Vorgehen hapert es ordentlich. Wenn das Script nicht gerade
eine Deckung vorgibt, dann sieht es nicht gut aus. Lediglich vor der ein oder anderen Granate
laufen sie auch gut weg. Aber insbesondere im Häuserkampf können sie wenig und stehen oftmals
im Weg. Dafür überraschen sie jedoch dadurch, dass sie sich beispielsweise auch geduckt hinter
einem durchs Gebüsch bewegen können und die Wachen nicht gleich sofort angreifen. Stellenweise
heißt es dann, man soll mit einer Granate ein MG Nest ausschalten oder aber einen Turm sprengen.
Schön, wenn die Kollegen dies fünf Mal rufen, warum machen sie es nicht selber? Da befehlig
einer fast die ganze Zeit die Truppe und gibt Anweisungen (Vorrücken, Rückzug, etc.), doch ganz
sinnig sind diese Befehle nicht immer. Da steht noch ein Gegner und es wird zum Rückzug gerufen.
Oder aber man sprintet in Deckung in die Hütte vor einem und dann heißt es "Tommy stürmt vor,
ihm nach" und alle andern wollen auch in die Hütte. Wenn diese keinen Hinterausgang hat, dann
wird es eng und schwer wieder hinauszukommen. Ab und zu darf man auch mal Befehle geben wie
"Vorrücken", "Mich decken", etc. doch diese sind nach keinem erkennbaren
Schema möglich. Mal hat man kurzzeitig zwei oder drei Befehlsmöglichkeiten und dann wieder nicht.
Die Gegner sind auch nicht viel schlauer. Entweder sie bleiben die ganze Zeit kontinuierlich
hinter ihrer vom Script vorgegebenen Deckung oder aber sie laufen direkt auf einen zu. Was sie
jedoch überwiegend können ist der Übergang in den Nahkampfangriff, wo sie recht schnell reagieren.
Doch ansonsten durchweg Masse statt Klasse. Stellenweise reagierten Gegner/ Mitstreiter kurzzeitig
gar nicht oder machten wirre Animationen an einem Punkt und wurden so zu leichten Opfern.
Handhabung des Spiels
Bei der Steuerung ist alles so, wie man es im Shooterbereich und anderen Spielen kennt. Die
Steuerung geht eigentlich recht gut von der Hand und von bewegen, feuern über nachladen bis
hin zu Quicksave ist alles Wichtige vorhanden und kann frei konfiguriert werden. Ab und zu kann
man auf die entsprechenden Pfeiltasten drücken, damit das Team mal auf einen Befehl reagiert
oder aber man stürmt einfach vor oder zurück und die Kollegen kommen dann schon nach. Sehr unschön
ist jedoch das Ducken und Kriechen umgesetzt. Da ist man dauerhaft in diesem Modus und steht
plötzlich wieder, weil irgendeine Bodenunebenheit, ein Strauch, etc. irgendwie dafür sorgte,
dass man nun den Gegner plötzlich direkt vor sich sieht und meist schon das Feuer eröffnet.
Aber auch die Navigation ist da alles andere als gut. Durch manche Büsche kommt man durch, andere
Kleinststräucher besitzen Kollisionszonen und man ist "eingeklemmt" im Gebüsch und dann kommen
auch meist noch Gegner. Mitunter hat man öfters das Gefühl, dass man den Gegner eigentlich getroffen
habe müsste, doch dieser wurde scheinbar gar nicht oder nur gering verletzt.
Mehrspielerfreuden
So ganz ist der Mehrspielermodus von "Medal of Honor - Pacific Assault" noch nicht
ganz ausgereift. Zur Benutzung des Onlinemodus muss man sich bei EA mit CD-Key und einem Benutzeraccount
registrieren. Das LAN Spiel kommt ohne diese Prozedur aus. Server gibt es einige, allerdings
sind nur auf wenigen Spieler bzw. insgesamt nicht viele online. Auch war der Ping stellenweise
alles andere als gut spielbar. Die drei Spieltypen decken die klassischen Spieltypen, "Jeder
gegen jeden", "Teamgame" und "Eroberung" ab. Zuletzt genannter ist
ja fast schon Standard in Shootern geworden. Ein Team greift an und muss ein Ziel erreichen
und die Verteidiger sollen dies verhindern. Bei Pacific Assault gibt es leider jedoch bislang
nur 9 Maps, diese sind jedoch abwechslungsreich und stimmig gestaltet und laufen geschwindigkeitsmäßig
besser als der Singleplay-Modus. Als Host hat man eine ganze Reihe an Optionen, die eingestellt
werden können. Die Klassen Infanterist, Sanitäter, Pionier und Versorgung können auch konfiguriert
oder auf Wunsch gesperrt werden. Bots gibt es leider weder im LAN noch Onlinemodus.
Grafik & Hardware
Grafisch hat sich bei Pacific Assault seit den ersten Tagen ordentlich was getan. Lediglich
Bruchstücke der alten Engine sind noch vorhanden und überwiegend werkeln neuste Codes. Was jedoch
etwas stört ist, dass es kein FSAA gibt. Weder im Spiel noch per Graka-Treiber war es möglich,
dies zu aktivieren, wodurch es viele unschöne "Treppchenbildung" gibt. Da das Spiel
leider auch ein enormer Hardwarefresser ist, ruckelte es dann stellenweise bei 800 x 600 in
einigen Kämpfen. Insbesondere der Anfang in Pearl Harbor oder das Ende wären da zu nennen. Der
Wechsel von Pixel Shader 2 auf 1 brachte jedoch einige FPS mehr und damit konnte ansonsten recht
gut gespielt werden. Nebel, Rauch, Feuer und Blurr-Effekte beim Feuern des MGs oder wenn man
angeschossen wurde, werden wunderbar dargestellt. Insbesondere, wenn man mal nicht nur geradeaus
durch den Dschungel geht, zeigt die Engine, was sie leisten kann und die Maps sehen dann deutlich
besser aus. Im Regen, bei Dunkelheit oder im Nebel wird der Kampf auch deutlich schwerer, sieht
dafür jedoch sehr beeindruckend aus. Die Charaktere weisen einige Details auf und man findet
in den Maps auch Tiere umher laufen oder aber dank rudimentärer Physikengine werden ansehnliche
Effekte ermöglicht und so schwimmt auch mal eine Leiche den Fluss entlang. Leider sind
die Maps recht klein und die Ladezeiten häufig und extrem lang, ganz unabhängig von den Optionen.
Sound & Musik
Im akustischen Bereich war schon der Vorgänger ein Meilenstein und da macht es Pacific Assault
nicht schlechter. Angefangen bei Waffen, Explosionen bis hin zu unterschiedlichen Schrittgeräuschen,
je nach Untergrund, ist dies erstklassig gelungen. Da ist man betäubt von Explosionen, dem Schreien
der Gegner und die Kommandos, welche im Kampf gebrüllt werden. Im Gegensatz zum Vorgänger ist
man ja die ganze Zeit mit Kollegen unterwegs und da werden nicht nur Befehle gerufen, sondern
stellenweise auch etwas Off-Topic Gequatsche geführt. Auch im Kampf gibt es entsprechende Anweisungen
und der Held Tommy gibt auch Kommentare ab. Ebenso gibt es Glückwünsche für einen guten Treffer
beim Gegner, auch wenn die Kameraden diesen eigentlich gar nicht hätten sehen können, oder
aber die Begleiter selbst freuen sich über einen gelungenen Treffer. Zu passenden Schlachtmomenten
kommt ein stimmungsvoller militärisch, orchestraler Soundtrack dazu. Im Hauptmenü des Spiels,
einer kleinen Basis, kann man sich Radiomeldungen wie Werbung, Nachrichten und News aus den
30iger und 40iger Jahren anhören.
Meinung
"Medal of Honor: Pacific Assault" hat es schon nicht leicht. Da war nicht nur der
Erfolgsdruck nach den Vorgängern enorm, auch die Konkurrenz ist heutzutage stärker vorhanden.
So bombastisch der Einstieg ins Spiel ist, wird jedoch die eigentliche Invasion schnell sehr
eintönig. Die Gegner strömen ohne KI auf den Trupp ein oder bleiben an festen Positionen, man
verheddert sich in Büschen, die Level sind im Unterholz fast ohne Ausnahme linear und der Einfluss
auf das Verhalten der eigenen Leute ist extrem gering. Die Scripts können zwar für tolle Augenblicke
sorgen, wenn es im Kampf richtig rundgeht und haben nicht viele Fehler, doch die Monotonie des
Spiels bleibt vorhanden. Die Grafik ist zwar schön, doch leider für sehr viele sicherlich nicht
so gut spielbar und entsprechende Optionen zur Optimierung sind nicht vorhanden bzw. bringen
nicht viel. Da ist das Gesamtpaket "Call of Duty - Gold Edition" insgesamt doch die
bessere Wahl, wenn es nicht zwingend der Pazifik sein muss.
Geschrieben am 15.01.2005, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
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