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Men of Valor
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
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 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (33 votes) | | 2 |
 |   | | 2 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.9 |
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| Name: | Men of Valor |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/12 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | 2015 |
| Links: | Komponist Inon Zur |
| Hardware: | 1.3Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.3 |
| Bemerkung: | auch für Xbox |
| USK: | 18 |
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 | | Vergleich Xbox / PC |
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Neben dem zweiten Weltkrieg wird auch das Vietnam-Setting inzwischen von den Entwicklern
gern mal als Abwechslung verwendet, wie zuletzt in Battlefield:
Vietnam, Shellshock NAM 67 oder
dem Dschungelshooter Vietcong. Nach Medal of Honor, arbeiteten die Entwickler 2015 nun an harter
Konkurrenz in Form von Men of Valor, womit sie Pacific
Assault und Call of Duty auf die
Plätze verweisen wollen. Wie packend ist der Ausflug in den Dschungel geworden, wie viel
Script muss sein und wie schlägt es sich im Vergleich zu ähnlichen Titeln? Alles Fragen, auf
die das folgende Review Antworten hat.
Men of Valor ist im Gegensatz zu den Spielen von EA und Activision auf PC und Konsole in
einer fast inhaltsgleichen Fassung erhältlich. Die Xbox Version bietet neben dem identischen
Singleplay-Modus auch noch die Möglichkeit an, die Kampagne im COOP-Modus per Splitscreen zu
spielen- dem PC bleibt dies leider verwehrt. Dazu bekommt es der PC Käufer mit einer ganzen
Reihe an CDs zu tun. Die vier CDs benötigen bei der Installation knapp 4 GB Datenvolumen.
Doch wenn gleich es nicht für eine DVD Version gereicht hat, so gibt es wenigstens eine Doppel-DVD-Hülle,
so dass die Disks nicht lose in der Packung rumfliegen. Bei den Handbüchern gibt es erstaunliche
Unterschiede. Während der Konsolenfassung ein recht knappes Handbuch beilag und viele Sachen
nur grob und knapp erläutert werden, ist die PC Version da etwas umfangreicher. Da gibt es etwas
mehr allgemeine Hintergrundinfos, aber auch beispielsweise eine komplette Waffenübersicht. Weder
Abstürze, noch Kopierschutzvorkehrungen machten irgendwelche Probleme während der Testphase.
Die Ruhe ist vorbei
Schon vor der Teilung von Vietnam konnte das Land auf eine lange Kriegsgeschichte zurückblicken.
Nach der Teilung stand Nordvietnam unter der Kontrolle von Ho Tschi Minh und wurde zu einem
kommunistischen Land, das eng mit China verbunden war. Der südliche Teil des Landes wurde von
den USA unterstützt, insbesondere wegen der Furcht, dass sich der Kommunismus im Norden ausdehnen
und sich in Südostasien ausbreiten würde. Seit 1965 leistete die USA - aufgrund der Verpflichtung
im Kampf gegen Aggressoren - Hilfe im Kampf gegen Guerillakämpfer, die vom Norden aus organisiert
wurden. In Men of Valor übernimmt der Spieler die Rolle von Dean Shepard, der als US Marine
1965 dort stationiert ist. Die anfängliche Ruhe im Land ist schnell vorbei. In einem Moment
spielten die Soldaten noch Football und wenige Sekunden später kracht und explodiert es an mehreren
Stellen im Stützpunkt. Ein Teil der Truppen zieht aus, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Die Erkundungsfahrt verläuft anfangs auch noch ganz gemütlich. Die Soldaten plaudern und nehmen
es überwiegend recht locker. Doch plötzlich steht ein Tier auf der Straße und versperrt den
Weg. Als einer der Soldaten vom Fahrzeug klettert und das Tier wegführen, will tritt dieser
versehentlich auf eine Mine und es kracht gewaltig. Das nächste was die Soldaten mitbekommen
ist, dass sie von allen Seiten aus unter Feuer genommen werden. Da gilt es vorrangig die Stellung
zu halten, die Angreifer auszuschalten und schließlich in den Wald hinein zu verfolgen. Der
Kampf in Vietnam hat begonnen und inmitten dieser grünen Hölle verbringt man nun den Rest seiner
Dienstzeit.
Den Feind verfolgen
Der Feind wurde also auf den Reisfeldern zurückgeschlagen. Nun sammeln sich die Leute um
den Anführer und die nächsten Befehle werden gegeben. Es geht rein in den Wald und die Verfolgung
wird aufgenommen. Gleichzeitig ist der Trupp ja auch weiterhin auf der Suche nach dem Versteck
der Jungens bzw. sucht man ja noch immer den Ursprung, von wo aus die Raketen auf die Basis
abgefeuert wurden. Im dichten Gebüsch geht es langsam voran. Die Gespräche untereinander verstummen
abrupt, als eine Feindpatrouille gesichtet wird. Geduckt im Gras versteckt wartet man den günstigsten
Moment ab, zielt auf den vordersten Kämpfer und kurz vor der Entdeckung wird das Feuer eröffnet.
Die beiden letzten Gegner schaffen es nicht mehr rechtzeitig in Deckung zu gehen und werden
von den anderen Mitglieder niedergestreckt. Einige Zeit und Gegner später kommt das Team
schließlich an einen Hügel, der extrem gut abgesichert ist. Überall haben sich die Gegner in
kleinen Mulden oder hinter Erdhaufen verbarrikadiert und leisten starken Widerstand. Insbesondere
das MG Nest ganz oben auf dem Hügel stellt eine große Gefahr dar. Wie es der Zufall will, wird
der Spieler natürlich dazu auserkoren, sich bis zur Spitze durchzukämpfen und den Punkt mit
einer Rauchgranate zu markieren, damit Verstärkung dorthin gerufen werden kann. Im Sperrfeuer
der Teammitglieder hechtet man nun zwischen hohem Gras und Gegnerverstecken nach oben, nimmt
gekonnt Deckung und schaltet die Feinde aus, ohne von den sehr treffsicheren Schützen erwischt
zu werden. Wenige Treffer würden das Aus bedeuten. Mit nur noch wenigen Lebenspunkten und einer
stark blutenden Wunde fliegt man förmlich ins nächste Erdloch in der Nähe der Spitze in Deckung.
Damit der Verlust an Trefferpunkten möglichst gering ist, wird erst mal die Wunde bandagiert
und die Blutung gestoppt. Danach wird noch schnell der Gegner, der hier auf dem Boden liegt,
untersucht und eine kleine Feldflasche, welche die Gesundheit auffrischt und etwas Munition
geborgen. Dann robbt man vorsichtig zum "Ausgang" und spät in Richtung Ziel. Der Bunker ist
in Reichweite und die Granate schnell geworfen. Nun aber schnell wieder in Deckung, das Bombardement
setzt wenige Augenblicke später ein. Danach ist die Verteidigung des Gegners auf dem Hügel erst
mal geschlagen und die Marines formieren sich neu und nehmen hinter den Trümmern eine Verteidigungsstellung
ein. Einige wenige Vietcongs aus der Umgebung machen noch einen letzten verzweifelten Gegenangriff,
doch dann kommen auch schon die Helis und holen den Trupp ab.
4 Operationen und allerlei Abwechslung
Bevor man sich ins Gefecht stürzt, sollte man auf jeden Fall den optionalen Trainingskurs
besuchen, der von Bewegung über Waffentraining bis hin zu einem Übungseinsatz im Dschungel und
Rauchgranaten alles zeigt, was für die nächsten Aufträge notwendig ist. Diese sind durchweg
fordernde Missionen für mindestens fortgeschrittene Spieler. Wer also noch wenig Erfahrung mit
Shootern bzw. Shootern mit Schwerpunkt Realismus statt Arcade hat, sollte auf jeden Fall den
untersten Schwierigkeitsgrad wählen. Selbst da wird man stellenweise etliche Versuche brauchen,
bis man eine Mission oder einen Abschnitt erfolgreich geschafft hat. Dies hängt nicht nur mit
den stellenweise sehr knackigen Gegnern zusammen, sondern auch mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen
Speichersystem. Ähnlich wie beispielsweise bei FarCry,
kann man auch in Men of Valor nicht frei speichern. Am Anfang eines jeden Abschnitts einer Mission
wird automatisch ein fester Spielstand angelegt. Je nach Länge und Schwierigkeitsgrad des Levels
gibt es eventuell auch ein oder gar zwei Checkpoints im Abschnitt. Doch diese werden vom Spiel
nur temporär gespeichert und spätestens, wenn man das Game oder den Level beendet, ist der Checkpoint
weg. Es würde zwar überwiegend darauf geachtet, dass vor vielen schweren Stellen ein Checkpoint
ist oder gar ein neuer Abschnitt anfängt, doch an anderen Stellen ist es auch eine recht lange
"Durststrecke". Da kämpft man sich gut 10 oder 15 Minuten mühseligst durch ein Dorf, zieht danach
ohne Checkpoint weiter und eine Biegung später wird man Opfer von zwei sehr ungünstigen
Treffern und kann es erneut versuchen. Insbesondere die Stellen, in denen man kurz vor dem Erreichen
des Abschnitts oder Checkpoints stirbt, sind sehr frustrierend. So hätte der leichte Schwierigkeitsgrad
gerne ein oder zwei Checkpoints mehr haben dürfen oder aber die Xbox Version generell,
weil - bedingt durch die Steuerung per Pad - das Game da noch 'ne Ecke schwerer ist. Wer gegen
Ende des Spiels beispielsweise die irre stark verteidigte Zitadelle zurückerobert hat, weiß
dann auch, was er geleistet hat. Doch trotz des Speichersystem bzw. wenn man dies mal nicht
betrachtet, dann liefert Men of Valor ein sehr packendes und abwechslungsreiches Spiel ab, in
dem man auf sich stolz sein kann, eine der späteren Missionen erfolgreich absolviert zu haben
(Und es ist keine Schande, wenn man in Mission 1 etliche Versuche bei der Erstürmung des Hügels
braucht).
In insgesamt vier Operationen nimmt der Spieler den Kampf gegen den Vietcong auf. Jede dieser
Operationen besteht aus zwei bis vier Missionen, die sich wiederum aus zwei bis sechs Abschnitten
zusammensetzen. Macht somit in der Summe über 50 mehr oder weniger große Level. Aufgrund des
hohen Schwierigkeitsgrades kann man daher auch gut eine Spielzeit von 20 bis 25 Stunden ansetzen.
Einige Abschnitte sind recht einfach, da läuft man recht locker durch, bei anderen gibt es Missionsbesprechungen
mit Vorgesetzten und andere Missionen sind anspruchsvolle Aufgaben, in denen man sich vorsichtig
durch die tödliche Welt tastet. Wie viele andere Spiele, so ist auch Men of Valor ein sehr,
sehr lineares Spiel geworden und das Leveldesign lässt recht wenig bis gar keinen Raum für irgendwelche
Alternativwege oder Erkundungen der Landschaft. Wobei die Level jedoch stellenweise beim Betrachten
gar nicht so "feste" Begrenzungen haben. Da liegen Trümmer/ Steine im Fluss, ein Baumstamm ist
im Weg, etc., die den Weg blockieren. Da kann man über so manchen kleinen Stein oder Stamm nicht
hinwegklettern oder bei der Verteidigung des Hügels das "Loch" gar nicht nach vorne verlassen.
Im Vergleich zu Medal of Honor: Pacific
Assault sind diese Begrenzungen dennoch etwas besser und zumindest, wenn man nicht im Wald
umherstreift, sieht man die Grenzen nicht ganz so offensichtlich. Doch selbst im Wald/ Dschungel
haben die Leveldesigner die "Wände" an den Seiten des Schlauches, worin man sich bewegt, durchweg
schöner ausgestattet. Hier sieht man nicht gleich die so offensichtliche Wandtextur wie in Pacific
Assault. Wo das Spiel dann jedoch extrem auftrumpfen kann, sind die Level und Aufgaben. Hier
wird eine sehr große Bandbreite geboten. Mal kämpft man sich zum nächsten Ziel einfach durch
ein Stück Dschungel und die Gegner lauern im Unterholz. Da zieht man als Säuberungsaktion von
Dorf zu Dorf, eine actionreiche Bootsfahrt bei Nacht, Kämpfe am Tag oder im Regen, der Spieler
nimmt an größeren Operationen teil und erstürmt eine Hügelkette und hat nicht nur mit den verschanzten
Gegner zu kämpfen, sondern auch einem unfähigen Kommmandanten, der die Bomber falsch eingeteilt
hat und man die eigenen Geschosse fast auf den Kopf bekommt. Da hastet man mal im Deckungsfeuer
der Kameraden, um eine Stelle zu markieren, ein anderes Mal gibt man selber jemanden Deckung
und muss nicht immer die Drecksarbeit leisten, da muss ein Verletzter aus dem Gebiet geschafft
werden oder man kriecht durch das Tunnelsystem der Vietcong. Während man in Medal of Honor:
Pacific Assault ein grobes Missionsziel hatte, das man dann stellenweise über etliche Level
verfolgte, so sind sie hier deutlich abwechselungsreicher, wenn gleich auch nicht wie bei Call
of Duty, wo man 10 oder mehr Ziele in einem Abschnitt hatte. Hier legt man einen Hinterhalt
an einem Fluss, wird dabei dann von den erstaunlich starken Gegnern fast eingekesselt, es gilt
zu fliehen und die Basis auf dem Hügel zu erreichen. Dort muss man diese dann gegen die Feinde
verteidigen. Oder aber eine Landzone muss verteidigt werden. Da sitzt man in einem Augenblick
noch als Schütze im Heli und wenig später streift man durch den Dschungel und muss die Kameraden
retten. Genauso stehen Straßenkämpfe an, Kämpfe in völlig zerbombten Gebieten oder bei Nacht
in einem Schützengraben während die Stellungen überrannt werden. Selbst bei ähnlichen Sachen
wie dem Ausschalten eines Panzers gibt es Abwechslung. Mal muss man diesem eine Sprengladung
anheften, mal durch ein Haus hetzen und eine Panzerfaust auftreiben oder aber man "markiert"
diesen für einen Helikopterangriff. Zwischen den Missionen gibt es zum einen immer wieder Videosequenzen
aus authentischen Filmmaterial, die kommentiert werden bzw. mit Hintergrundinfos über die Aktivitäten,
etc. Außerdem gibt es vor und nach den Missionen Briefwechsel zwischen Dean Shepard und seiner
Familie, worin er von seinen Erlebnissen und Gefühlen berichtet und erfährt gleichzeitig
neben dem alltäglichen Leben auch die Sorgen und Ängste der Familie. Auch so mancher Verlust
muss betrauert werden.
Waffen, Gegner und Begleiter
Im Laufe des Spiels bekommt man eine ganze Reihe an Waffen in die Hand. Unterschiedliche
Pistolen, Gewehre, MGs, Granatwerfer und Sniper sind vorhanden. Bis zu vier Waffen (zwei "größere",
eine Handfeuerwaffe und Granaten) kann man bei sich tragen. Munition findet man entweder im
Feld an einigen mehr oder weniger stark befestigten Munitionslagern oder aber man schnappt sich
einfach entsprechende Sachen beim Gegner, der diese nach seinem Ableben sicherlich nicht mehr
brauchen wird. Dazu muss man den Gegner allerdings erst durchsuchen, weshalb man dies tunlichst
nicht im Kampf machen sollte. Außerdem bekommt man den Großteil an Gesundheitsfläschchen beim
Gegner, welche man sich auch "raussuchen" muss. Nur ab und zu findet man ein Gesundheitskit
wirklich irgendwo rumliegen. Je nach Treffer blutet man neben dem eigentlichen Schaden mehr
oder weniger stark. Hier gilt es nun, die Wunde möglichst schnell zu bandagieren, so dass man
keine zusätzlichen Lebenspunkte verliert. Man hat ohnehin schon recht wenig Gesundheit, doch
wenn man sich bandagiert, kann man schlecht kämpfen und braucht daher möglichst ein ruhiges
Plätzchen, etwas Deckung oder sollte sich zumindest, hinlegen um nicht als Zielscheibe in der
Landschaft zu stehen. Stehen ist sowieso keine so gute Idee bei diesem Spiel, weil die Gegner
stellenweise eine erstaunliche Treffergenauigkeit haben. So manchen Gegner hat man gar nicht
gesehen und schon wurde einem ein ordentlicher Treffer verpasst. Daher muss man sich immer voll
auf das Spiel konzentrieren. Mal eben so locker durchlaufen oder meinen, den Actionhelden spielen
zu müssen, geht hier nicht. Die Gegner hetzten oftmals gekonnt von Deckung zu Deckung oder verkriechen
sich hinter Objekten. Manche laufen auch erst weg und könnten eine leichte Beute abgeben, wenn
man schnell reagiert. Stellenweise wird auch versucht, den Spieler einzukreisen. Einige Gegner
sind auch nicht so ganz helle und bemerken den Spieler dagegen erst recht spät oder aber an
einigen Stellen laufen sie wie aufgescheuchte Hühner herum. Doch insgesamt machen sie ihre Sache
gar nicht mal so schlecht. Am ärgerlichsten sind da einige Stellen, in denen die Gegner einfach
so respawnen. Wenn man dies bemerkt, dann sind die Gegner so dicht dran und man hat mitunter
schon verloren. Da ahnt man nichts und plötzlich ist rechts aus dem Busch ein Gegner gekommen.
Zum Glück sind solche Stellen, wo das Script wohl etwas zu spät aktiviert wird, recht selten
bzw. in den meisten Fällen laufen die Gegner vom Spawnpunkt erst noch ein kurzes Stück zu ihrem
"Verteidigungspunkt" und man kann noch reagieren. Dennoch hätte man dies besser lösen müssen.
In der Xbox Fassung sind die Gegner etwas langsamer in der Bewegung/ Reaktion, wenn gleich es
auch hier einige Gegner gibt, die einen scheinbar auch auf dem Boden liegend in grünster Umgebung
erkennen können. Im Gegensatz zu Pacific Assault kann man den Kollegen nie Befehle geben, sondern
diese begleiten einen automatisch durch die Level. Meist klappt dies auch recht gut und sie
kämpfen als Trupp. Da suchen sie sich Deckung und schalten so manchen Gegner aus, der einem
gefährlich wird. Nur ab und zu kommen sie scheinbar nicht so ganz mit und bleiben etwas zurück.
Doch sie können, genau wie auch die Feinde, den Granaten recht gut.
Steuerung des Spiels
Zum Großteil orientiert sich Men of Valor an der Shooter-bekannten Steuerung. Die Tasten
sind auf dem PC frei konfigurierbar. Bei der Xbox Steuerung machte sich das Fehlen der Granatenwurftaste
unangenehm bemerkbar, weil man hier dann immer erst mit dem Steuerkreuz umschalten musste. Sehr
gut gelungen ist den Entwicklern auch das "Lehnen" um Ecken/ Kisten oder Bäume. Bei anderen
Spielen gibt es neben der normalen Steuerung dafür zwei Extratasten. Doch wenn man hier im Spiel
in den Anvisierungsmodus geht, in dem man genauer Zielen kann, dann ist man automatisch auch
im Lehnen-Modus. Einfach dann dazu die Tasten für Slide Links/Rechts drücken und man kann ganz
simpel aus der sicheren Deckung heraus feuern. Ausgenommen vom Speichersystem gab es keine weiteren
Mankos an der Bedienung. Die Menüs waren gut gegliedert, die Missionsziele dank Kompass immer
gut zu finden und die Anweisungen eindeutig.
Der Mehrspielermodus
Der Mehrspielermodus wartet mit einer ganzen Reihe an Spieltypen auf. Neben bekannten Sachen
wie Deathmatch und TeamDeathmatch gibt es auch Sachen wie "Dokumente erlangen", wo es gilt z.
B. ein Bündel mit Nachrichten zur eigenen Basis zu bringen bzw. ein Team muss verhindern, dass
dies geschieht. Im "Suchen und Zerstören" Modus sammeln beide Team Teile eines Mörsers auf,
welche um die Basis herum verstreut sind und muss diese zusammensetzen. Bei Frontline gilt es
von der eigenen Basis ausgehend die Punkte in Form von Flaggen einzunehmen und zu halten. Für
diese Spieltypen stehen identische Karten zur Auswahl, die sehr abwechslungsreich und mal mehr
und weniger dicht an Missionsschauplätzen orientiert sind. Auf der Xbox stehen leider deutlich
weniger Karten zur Verfügung und auch die Optionen sind geringer. Bots gibt es leider auf beiden
Systemen keine. Worüber sich Konsolenbesitzer jedoch freuen können ist der zusätzliche COOP-Modus,
in dem man im Team an einer Konsole die Kampagne durchspielen kann. So wird doch die ein oder
andere Schlacht leichter. Allerdings ist den Entwicklern hier ein Lapsus unterlaufen, der nicht
für langen Spielspaß sorgen wird. Zumindest per Option hätte man in diesem Modus einstellen
müssen, dass gestorbene Spieler wieder respawnen ähnlich wie z. B. in Halo. Hier sollte doch
der Spaß im Vordergrund und nicht der gestorbene Spieler zum Zuschauer degradiert werden. Bei
der PC Version gab es extrem wenige Server und noch viel weniger Spieler online - ebenso der
Ping war nicht gerade berauschend.
Grafik, Hardware & Sound
Grafisch setzt das Spiel auf die Unreal Engine und sieht überwiegend recht gut aus. Die Wälder
sind mit sehr vielen Decos in Form von Sträuchern, Hütten und anderen Kleinigkeiten gefüllt.
Da spritzt der Dreck oder fliegen die Splitter bei Treffern. Das Gras bewegt sich und die etwas
freieren Landschaften sehen recht gut aus und es fliegen Vögel umher und andere kleine Tiere
laufen herum. Auch die Models wissen zu gefallen und machen auch aus der Nähe einen sehr guten
Eindruck. Lediglich einige Animationsphasen wirken etwas unfertig. Scheinbar sind Feuer- und
ganz besonders Hitzeeffekte stark in Mode heutzutage und so hat man auch hier ein "Wabbeln"
auf dem Schirm. Auch auf der Xbox machen vielen Texturen in der Nahansicht einen recht guten
Eindruck und man kann dort auch noch die Aufschrift auf dem Rücken des Teamkameraden lesen.
Lediglich die Wasseroberfläche sieht nicht ganz so gelungen aus und die Videos hätten in einer
etwas höheren Auflösung nicht geschadet. Die Musik spielt passend im Hintergrund und ist
im Spiel eher weniger vorhanden/dominant. Dennoch eine mehr als gelungene Komposition von Inon
Zur, der u. a. schon Icewind Dale 2,
Baldur's Gate 2 und Syberia
2 vertonte. Den hörenswerten knapp 18 min Score mit Life-Orchester gibt es zum Download
auf der offiziellen Spielesite. Die deutsche Übersetzung und Sprachausgabe ist gut und Schüsse,
Explosionen und andere Kampfgeräusche hauen einem ordentlich um die Ohren. Bei der Xbox kam
es ab und zu mal zu kurzen Rucklern, die jedoch nicht so negativ aufgefallen sind und beim PC
war durchweg ein problemloses Spielen möglich.
Meinung
Anfangs war mein Interesse am Spiel eher gering und die Erwartungshaltung nicht sehr hoch.
Doch insbesondere nachdem Medal of Honor:
Pacific Assault Abwechslung und spannende Missionen fehlten, füllt Men of Valor dieses Defizit
wunderbar aus. Mal schleicht man durch das Dschungeldickicht, liefert sich spannende Kämpfe
mit den Gegnern zwischen Bambushütten, dann geht es im Helikopter weiter und wenige Abschnitte
später wird in einer groß angelegten Operation ein Hügel gestürmt. Auch grafisch ist das Spiel
sehr gut gelungen. Es wird nicht langweilig und das lineare Leveldesign fällt da nicht so sehr
auf. Hier muss man sich mehr auf die KI konzentrieren, die stellenweise extrem stark ist und
mit ein zwei Treffern zum Neustart zwingt, daher besser vorsichtig durch die Level vorantasten,
statt wild vorzustürmen. Doch da liegt gleichzeitig auch der eigentliche Knackpunkt. Wären die
Schwierigkeitsgrade besser dosiert oder aber auf dem unteren Schwierigkeitsgrad zumindest einige
freie Speichermöglichkeiten, wäre Men of Valor durchweg eine Empfehlung an alle Shooterfans,
die vom ewigen WW2-Setting die Nase voll haben. So leider nur für Profis bzw. fortgeschrittene
Spieler mit viel Ausdauer. Ansonsten würde ich mir in Zukunft zusätzlich lediglich noch den
COOP Modus auch für den PC wünschen. Auch da macht Teamplay Spaß. ;)
Geschrieben am 18.01.2005, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
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