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Mirrors Edge
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
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 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (21 votes) | | 2 |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.2 |
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| Name: | Mirrors Edge |
| Genre: | Ego- Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2009/01 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Entwickler: | Dice |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 2.4Ghz, 1GB RAM, 256 MB PixelShader3, HD 8000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Gamepad |
| Sprache: | Multilingual |
| Patch: | 1.01 |
| Bemerkung: | Internetaktivierung notwenig, auch für Xbox360/PS3 |
| USK: | 16 |
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| Mirrors Edge (review von geuer) |
Jeder hat schon einmal eine Großstadt erlebt. Mal wirkt sie mit ihren riesigen Gebäuden
kalt, dunkel und grau. Zu anderer Zeit scheint sie wie eine sonnendurchflutete Schönheit - ein
einziges architektonisches Wunderwerk; in seiner Gänze nicht fassbar und doch unglaublich anziehend.
Von welcher Seite man die Stadt auch immer wahrnimmt, eines bleibt den wenigsten vergönnt: Ein
Blick über die Dächer hinaus, fernab von den müden Blicken anderer; losgelöst vom irren Treiben
der Massen, befreit von der eingeschränkten Sicht zwischen den Betonzeilen.
Diesmal gibt sich EA zusammen mit Dice die Ehre und entwickelte eine futuristische Stadt,
auf deren Dächern der Spieler in einer bisher ungesehenen Agilität die urbanen Systeme erkundet.
Was letztendlich genau dahinter steckt und wie gut die Umsetzung tatsächlich gelungen ist, soll
im folgenden Review geklärt werden.
Schäubles Vision
Die einst pulsierende und lebendige Stadt, die Faith - Hauptprotagonistin und sogleich Identifikationsperson
#1 des Spielers - ihr eigen nennt, wird schleichend vom Überwachungsnetzwerk des Staates umschlossen.
Die meisten Menschen wählen den bequemen Weg und finden sich mit der immer steriler und vermeintlich
sicherer werdenden Umgebung ab. Im Untergrund allerdings bildet sich eine Gegenbewegung, die
der totalen Überwachung und der Korruption der Regierung entgegenzutreten versucht. Das wichtigste
Bindeglied zur Informationsübermittlung im Kampf gegen das System stellen die sogenannten Runner
dar. Diese liefern wertvolle Informationen, Nachrichten und Botschaften von einem Widerstandskämpfer
zum nächsten; umgehen somit die Überwachung des Staates und finden sogar größtenteils Toleranz
bei der Polizei. Dass dies nicht lange so bleibt, wird schnell deutlich: In einer ihrer Missionen
wird Faith plötzlich von Polizisten verfolgt, ja sogar beschossen. Ab diesem Punkt geht alles
ganz schnell: Faith befindet sich zur falschen Zeit am falschen Ort, wird für einen Mord verdächtigt
und begibt sich nun während der Flucht auf die Suche nach dem wahren Übeltäter.
Die Story wird durch Cutscenes im Comicstil in einer sehr passenden Form wiedergegeben. Der
Bruch von der 3-D-Spielumgebung in die 2-D-Comicwelt ist nicht störend, da die Umsetzung schlichtweg
gut gelungen ist. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen, ist die Rahmenhandlung inklusive Wendungen
und der obligatorischen Auflösung sehr schön in Szene gesetzt, inhaltlich für Spiele dieser
Art gut erdacht und vermag den Spieler für rund 6-8h zu unterhalten. Die reine Story kann somit
überzeugen, wenngleich es nicht über das Handlungsniveau eines B-Movies hinauskommt, der ein
wenig gesellschaftliche Missstände anprangert. Für ein Computerspiel dennoch gut, leider aber
nicht in der Art umwerfend oder faszinierend, wie es durchaus hätte werden können.
Renn so schnell du kannst!
Nach einem kurzen einleitenden Intro steuert der Spieler Faith aus der Egoperspektive. Diese
ist auf der ständigen Flucht vor der Polizei und versucht gleichsam die Verschwörung rund um
die Ermordung des neu amtierenden Präsidenten aufzudecken. Um diese hochgesteckten Ziele zu
erreichen, muss sie nicht nur schnell laufen, sondern auch agile Bewegungen ausführen können,
da diverse Hindernisse überwunden werden müssen. Das dabei stark an der Sportart "Le Parkour"
orientierte Gameplay, stellt sich in der Steuerung für die Verhältnisse des Genres als komplexes,
zugleich schnelles Zusammenspiel im Drücken der richtigen Tasten heraus. Einmal mit entsprechender
Geschwindigkeit unterwegs, besteht die Fortbewegung aus der geschickten und sinnvollen Kombination
aus Sprung-, Roll- und Kletterbewegungen - inklusive Wandlauf und dem Schwingen von Stange zu
Stange. Die Besonderheit liegt dabei ganz klar in der gewählten Egoperspektive, die die gesamte
Fortbewegung zunächst ungewohnt erscheinen lässt, denn eine solche Agilität gab es in einem
First-Person-Shooter noch nie. Und schon hier sollte dem aufmerksamen Leser eine Frage ins Auge
stechen. Was haben wir hier nun? Ein Jump-n-Run oder einen Ego-Shooter? Tatsächlich handelt
es sich um eine geschickte Mischung aus beidem, wobei die Agilität mitsamt der Bewegung ganz
klar vor dem notgedrungenen Schießen mit einer Waffe steht. So rennt man ein weitläufiges Dach
entlang, schwingt sich mit Eleganz über einen Zaun, erklimmt in Windeseile die nächste Mauer
und springt schon fast im nächsten Moment über eine tief klaffende Häuserschlucht, um im Anschluss
durch eine geschickt angesetzte Rolle Verletzungen zu vermeiden. Dass dabei auch mal die Orientierung
verloren geht, ist keine Seltenheit. Um genau das zu verhindern, haben die Entwickler die sogenannte
"Runner-Vision" ins Spiel integriert. Diese färbt möglich wählbare Wege rot, sodass die Wegfindung
ein Kinderspiel wird. Gerade zu Beginn ist das ein nützliches und notwendiges Feature, um den
Bewegungsfluss beizubehalten. Ich persönlich schaltete nach angemessener Spielzeit diese Hilfe
aus, wodurch der Weg zum Ziel nicht mehr in jener strikten Linearität vorgegeben wurde. Die
Möglichkeiten, um zu einem Punkt zu gelangen, erscheinen dadurch vielfältiger und die Welt an
sich wirkt offener; der Run über die Häuser unsagbar frei.
Doch nicht immer ist es möglich durch einfaches Rennen dem Gegner zu entwischen. An einigen
Stellen ist der Kampf unausweichlich. Auch hier beweist Faith ihr akrobatisches Können. Von
einfachen Schlägen mit der Faust über einen gut platzierten Jump-Kick bis zur kompletten und
sofortigen Entwaffnung inklusive KO-Schlag, bietet das Spiel auch kämpferisch viele Möglichkeiten.
Gerade die schnelle Entwaffnung der Gegner, die durch einen einfachen Tastendruck während kurzer
Rotfärbung der feindlichen Waffe ausgeführt wird, ist während späteren Teilen des Spieles unabdingbar,
denn Schnelligkeit bringt Zeitvorteile. Da das rote Aufblinken der Waffe gerade in fortführenden
Kapiteln einem unglaublichen Reaktionstest gleicht, haben die Entwickler noch eine Zeitlupenfunktion
hinzugefügt. Diese ist generell jederzeit verwendbar und lädt sich durch weiteres Rennen von
selbst wieder auf. Bei Kämpfen im Allgemeinen ist dennoch äußerste Vorsicht geboten, da man
gegen große Gegnermassen schlichtweg keine Chance hat - zu schnell wird man erschossen. Daher
gilt es in den meisten Fällen die Beine in die Hand zu nehmen und die Flucht zu ergreifen.
Zusätzlich können Waffen aufgenommen werden, die mit ihren stark begrenzten Magazinen eine
vorläufige Alternative zur Flucht bieten. Dies spielt sich dann wie in einem herkömmlichen Ego-Shooter.
Zu empfehlen ist diese Vorgehensweise nur bedingt, da dadurch die Agilität stark eingeschränkt
und die Aufmerksamkeit des Feindes schneller herangezogen wird.
Sind die grundlegenden Techniken rund um Kampf und Bewegung erst einmal erlernt, kann der
Spaß beginnen. Hier hat man in der Steuerung die Auswahl zwischen Gamepad und Tastatur/Maus.
Ich kam sehr gut mit der Tastatur- und Maussteuerung zurecht, während andere wohl eher auf die
Zweitsteuerung schwören. Das ist letztendlich Geschmackssache, lässt sich nach gewisser Eingewöhnung
allerdings von beiden Seiten gut spielen. Doch während des Spieles wird schnell deutlich, dass
es auch bei diesen Möglichkeiten der Steuerung bleibt. So erwirbt man während des Spielverlaufs
keine neuen Fähigkeiten, die das Rennen interessanter gestalten, Faith schneller machen oder
stärken. Eine kleine Neuerung in der Steuerung hätte dem Spielverlauf und der Abwechslung im
Gameplay durchaus gut getan. Dennoch ist festzuhalten, dass sich die ständige Flucht fordernd
und gut spielbar steuert. Die Egoperspektive kommt ohne jegliches HUD aus. Sowohl eine Health-
als auch eine Munitionsanzeige sind nicht vorhanden. Dadurch wirkt das Sichtfeld von vornherein
weniger eingeschränkt und frei. Gegenstände oder gar ein Inventar gibt es nicht. Treten Verletzungen
durch einen Sturz aus großer Höhe oder durch das Kreuzfeuer der Polizei auf, färbt sich der
Bildschirm langsam schwarz/weiß. Dies ist sehr stilvoll gehalten und ersetzt eine Health-Anzeige
lückenlos. Nach der Verletzung tritt ein Selbstheilungsprozess in Kraft, der nach kurzer Zeit
die volle Lebensenergie wiederherstellt und im wahrsten Sinne des Wortes die Farbe zurück ins
Spiel bringt.
Ein Meer aus Dächern
Grafisch weiß das Spiel zu überzeugen. Die Umsetzung für den PC kann im Vergleich zu den
Konsolen sogar noch mit kleinen grafischen Extras wie zusätzlichen im Wind wehenden Flaggen,
realistischeren Windeffekten oder detaillierter splitterndem Glas punkten. Mit der entsprechenden
Hardware werden gerade bei schnellen Szenen unglaubliche Bilder erzeugt, die in ihrer wahren
Intensität gar nicht richtig aufgenommen werden können. Gerade die Weitsicht bei den vielen
Außenarealen ist beeindruckend. Die Stadt, wenngleich nicht komplett begehbar, da die Story
und somit auch der Spieler einem linearen Handlungsstrang folgt, liegt einem einfach zu Füßen.
Man selbst hat die uneingeschränkte Kontrolle über wählbare Wege und das wird auch grafisch
spürbar. Die Schauplätze im Spiel belaufen sich dabei grob auf zwei verschiedene Areale, die
sich als solches das ganze Spiel über abwechseln. Entweder befindet man sich draußen auf den
meist übersichtlichen Dächern der Stadt oder in begehbaren Gebäuden, die durch eine rote Tür
gekennzeichnet sind. Gerade die Außenareale sagten mir eher zu, da sie Freiheit suggerieren.
Innenareale dagegen sind enger und wirken weitaus linearer. Gerade in Gebäuden wirkt die Grafik
schlicht, hat bei näherem Hinsehen allerdings weiterhin ein sehr hohes Niveau. Auffallend ist
dabei ein von Areal zu Areal wechselnder Farbton, der den Räumen zusätzlichen Stil verleiht.
Auch digitale Anzeigetafeln in Fahrstühlen oder generell elektronisch erzeugte Werbung ist stets
gestochen scharf lesbar. Vieles davon fügt sich wunderbar in den Kontext der totalen Überwachung
ein und erzeugt somit eine glaubwürdige Atmosphäre. Grafisch ist somit sowohl der Innenteil
als auch die äußere Umgebung überzeugend umgesetzt. Die Gebäude sind meist einheitlich weiß/grau
dargestellt. Dies unterstützt nicht nur die Utopie des Überwachungsstaates, sondern fügt sich
als einheitliches Ganzes optisch sehr passend in eine futuristisch vorstellbare Darstellung
der Grundstory. Ansonsten bietet das Spiel durchweg einen hohen grafischen Standard - ob es
nun die bereits erwähnte stilistische Farbwahl diverser Areale, die Darstellung anderer Charaktere
oder gar die zahlreichen fotorealistisch anmutenden Situationen im Spiel betrifft. Vor allem
Bewegungen jedweder Art wissen durch ihre butterweichen Animationen zu überzeugen. Es wirkt
einfach alles wie aus einem Guss. Einzig allein die fehlende Abwechslung bietet den Ansatz für
einen Kritikpunkt. Nach gewisser Zeit ähneln sich die Vorgehensweisen, um von einem bestimmten
Punkt zum jeweiligen Ziel zu gelangen, sehr stark. Insofern gibt es keine Überraschungen mehr.
Immer wird "nur" gerannt, gesprungen, ein Gegner umgeworfen - wieder gerannt und gesprungen
- und generell schnellstmöglichst versucht den nächsten Ort zu erreichen.
Das an sich fordernde Gameplay mit der damit verbundenen Action lässt einen diesen Sachverhalt
kaum bemerken. Dies ist der innovativen Spielweise und dem flüssigen Ablauf zu verdanken. Doch
nach einiger Zeit ähneln sich zusätzlich auch verschiedene Abschnitte. Nicht nur, dass man prinzipiell
acht Stunden am Stück die gleichen Bewegungen mit der Hauptfigur ausführt, bilden die Schauplätze
weiterhin eine mindere Abwechslung. Das sei an dieser Stelle nicht falsch zu verstehen. Es wird
sich viel Mühe gegeben. So begibt man sich durch die Tiefen der Kanalisation, verliert sich
in U-Bahn-Schächten oder befindet sich im Herzen der Stadt - dem Rechenzentrum auf dem höchsten
Gebäude. Doch bestehen die Außenareale weiterhin schlichtweg aus Dächern und die Innenareale
führen meist durch diverse, sich in ihrer Fülle ähnelnde Räume. Kurz: Dach bleibt Dach, Raum
bleibt Raum. Das ist dem Spiel im Grunde nicht einmal zu verübeln, da es ein weitgehend realtistisches
Szenario einer utopischen Großstadt darstellen soll. Und da gibt es nun einmal nur Dächer über
Dächer und hauptsächlich steril wirkende Räume. Doch innerhalb der innovativen Steuerung mit
ihren zahlreichen Möglichkeiten und der fantastischen Egoperspektive würde eine ebenso abgedrehte
sprich abwechslungsreichere Szenerie einen zusätzlichen Pluspunkt bilden. Dabei hätte man das
Gebiet der Stadt nicht verlassen müssen. Zusätzlichen Kick und die erfrischende Abwechslung
hätte ein gut erdachter Park, eine erquickende Mülldeponie oder ein öffentliches Gebäude wie
Kino oder Theater mit zusätzlichen spielerischen Möglichkeiten und gegebenenfalls geschickt
gescripteten Ereignissen geboten. Damit hätte der zusätzliche hinzukommende Kritikpunkt der
scheinbaren Menschenleere mitsamt der kurzen Spielzeit von lediglich sechs bis acht Stunden
ausgemerzt werden können.
Die Stadt wirkt gerade wegen ihrer Größe alles andere als lebendig. Dass die Bevölkerungsdichte
auf den Dächern nicht ersichtlich wird, ist nachvollziehbar. Doch auch der Run durch Büros,
Einkauszentren oder U-Bahn-Schächte offenbart dem Spieler keine einzige Menschenseele - einmal
abgesehen von der Polizei und gelegentlich anderen erscheinenden Runnern. Gerade der Aufruhr
von Menschenmassen durch die plötzlich auftauchende Polizei, erschrockenen Personen beim Anblick
der Runner oder die bloße Darstellung vermeintlich alltäglicher Abläufe hätten dem Spiel ein
unglaublich atmosphärisches Plus verliehen. Einzig und allein schattenhafte Umrisse der in der
Stadt lebenden Menschen sind manchmal von den Dächern herab in die Tiefe blickend erspähbar.
So wird der Sachverhalt der scheinbar menschenleeren Stadt zwar durch oft sichtbare Hinweisschilder
mit Warnungen, die ausdrücken, dass die Bevölkerung aus Sicherheit das getraute Heim nicht verlassen
sollte, legimentiert; verstärkt zusätzlich die Darstellung des einsamen Schicksals der Runner,
die mehr oder weniger im Alleingang als Bindeglied der Untergrundorganisationen gegen den totalitären
Staat agieren - lässt im Nachhinein dennoch den faden Beigeschmack einer menschenleeren Stadt
übrig. Eine lebendige Umgebung ist in diesem Sinne somit schlichtweg nicht gegeben.
Der Wind pfeift in den Ohren
Die grundlegende Soundkulisse im Spiel inklusive musikalischer Untermalung ist sehr gut gelungen.
Während des hitzigen Rennens spürt man nahezu den erschöpften Atem Faiths - fast so als wäre
es der eigene. Ein Sprung von einem zum nächsten Dach endet mit gut gelungenen, gehetzt klingenden
Rollen, woraufhin sich schnelle Schritte im Eiltempo hörbar vervielfachen. Zerberstendes Glas,
verfolgende Helikopter und die aggressive Polizei sind - um nur einige Beispiele zu nennen -
soundtechnisch gut umgesetzt. Auch die Musik sagte mir sehr zu. Gerade der Musiktitel im Hauptmenü
und bei den Credits untermalt regelrecht das freie Spielgefühl, veranschaulicht somit auf erweiterter
Ebene das Geschehen. So erwarten einen zuweilen durchaus poplastige, aber zur Hektik durchaus
passende Tracks. Alternativ werden die umgebenden Dächer gepaart mit der brillanten Optik durch
einen ruhigeren, somit stilvolleren Eintritt dem Spieler eröffnet. Die deutsche Sprachausgabe
ist gut gelungen, wenngleich mir die englische Stimme von Faith mehr zusagt. Auch eine Erwähnung
dürfen hier diverse Fehlsprünge erhalten, die einen mit einem schmerzhaften Knacken auf den
Boden der Tatsachen - besser gesagt auf den Boden der Stadt - zurückholen.
Online-Features und Zusätze
Auch bei Mirrors Edge wird, wie bei allen neuen von EA veröffentlichten Spielen, eine Zwangsaktivierung
während der Installation über das Internet gefordert. Weiterhin stützt sich der Spieleriese
damit auf die Hoffnung Verkaufszahlen zu erhöhen, da der Handel von Gebrauchtartikeln dank weiterhin
vorhandener Installationsgrenze weitgehend unterbunden wird. Auch hier kommt wieder der EA-Download-Manager
zum Einsatz, inklusive wünschenswerter (allerdings nicht notwendiger) Internetverbindung während
des Spiels. Die normale Kampagne wird komplett offline gespielt. Nach dem ersten Durchgang werden
einige Extras wie eine Artwork-Gallerie und sämtliche im Spiel sichtbare Filmsequenzen freigeschaltet.
Dies ist zwar nett anzuschauen, bildet allerdings weder einen Wiederspielwert, noch vermag es
länger als zehn Minuten zu beschäftigen. Anders sieht die Sache bei zusätzlichen Extras aus.
So existieren neben der Kampagne zwei Spielmodi: Speed-Run und Time-Trial. Während man bei ersterem
nach einer bestimmten Zeitangabe das Level auf der Suche nach Abkürzungen durchsprinten muss,
gilt es bei der zweiten Variante auf dem Gebiet verteilte Checkpoints zu durchlaufen. Beide
Modi spielen sich im Grunde nicht nur sehr ähnlich, sind im Endeffekt sogar genau das Gleiche.
Nach und nach schaltet man so weitere Time-Trial- bzw. Speed-Run-Areale frei. Diese sind leider
alle dem Hauptspiel entliehen, bekamen somit keine neuen Karten spendiert. Wer also nicht darauf
aus ist, alte Levels wieder und wieder unter Zeitdruck zu durchschreiten und neue Bestzeiten
zu erzielen, kann auch einfach nochmal die Kampagne spielen. Das Online-Feature besteht - wer
hätte das gedacht - ausschließlich aus dem Vergleich der jeweiligen Bestzeiten untereinander
inklusive optionaler Darstellung des weltbesten Spielers als mitlaufenden Ghost. Das soll nicht
heißen, dass gerade der Zeitdruck und der eigene Wille sich stets zu verbessern, nicht weiterhin
ein forderndes Spielerlebnis erzeugt - nur hat es einfach nichts Neues zu bieten. Natürlich
vermag es in gewissem Maße zu fesseln, doch bin ich kein Mensch, der ein Level bis in die Unendlichkeit
erforscht, um am Ende nur eine weitere Zehntelsekunde zu erbeuten. Dies ist allerdings dem einfachen
Rankingsystem geschuldet. Weitaus interessanter wären in dieser Form Runs im Mehrspielermodus
gewesen. Dadurch wäre die fesselnde Brisanz der Geschwindigkeit; die Wichtigkeit jeder Nanosekunde
sichtbar verdeutlicht. In einer möglichen Mehrspielervariante hätten auch die alten Strecken
aus dem Singleplayer nicht gestört. So allerdings verkommt das Online-Feature zum einfachen
Vergleich der Bestzeiten untereinander, was einem Echtzeitrennen um Welten unterliegt. Schön
ist die weltweite Einordnung der eigenen Leistung natürlich trotzdem, doch für mich auf Dauer
nicht reizvoll. Wünschenswert wären ebenso neu herunterladbare Karten gewesen. So gibt es zwar
für die Konsolen und den PC ein "Pure-Time-Trial-Map-Pack", das mit sieben neuen und innovativen
Karten auf den freudigen Spieler wartet, doch muss man dafür zusätzlich 7,99€ berappen, um es
aus dem EA-Store laden zu können. Ich finde, dass gerade solche Zusätze zur Leistung dazugehören
sollten, gerade wenn man das Spiel zum Vollpreis erworben hat. Der obligatorische Trailer für
die Karten ist sehr vielversprechend und bietet genau diese Art von Extra, die ich mir gewünscht
und vorgestellt habe. Den Aufpreis von rund acht Euro empfinde ich dann als wahre Dreistigkeit.
Schade. Dabei gehörte es bei nunmehr älteren Spielen in anderen Genres zum allgemeinen Standard
Karten gratis nachzuliefern. Weiterhin hätte ich mir einen Editor zum erstellen eigener Karten
gewünscht. Dies wäre auch ein absolutes Muss, denn der dadurch entstehende Tausch im Internet
würde das Spiel im Gesamten sehr langlebig gestalten.
Fazit
Mirrors Edge hat viele Stärken, weist aber auch einige Schwächen auf. Zunächst ist die an
sich innovative Steuerung, noch mehr die damit eng verbundene, ungewohnte Egoperspektive zu
loben, die das Spiel als eine Art Jump-n-Run mit Ego-Shooter-Elementen erfrischend neu gestaltet.
Die unglaubliche Agilität, mit der man mit Faith von Dach zu Dach sprinntet, fließt in ein grundlegend
sehr gut gelungenes Gameplay ein. Es spielt sich schnell, zügig und erbarmungslos. Zusätzlich
bietet das Spiel eine herausragende Optik, die mit zahlreichen stilistischen Elementen zeigt,
was Spiele der Next-Gen-Generation leisten können. Weiterhin bietet Mirrors Edge eine durchaus
ansprechende Story mit einer guten Soundkulisse und wundervollem Ambiente. Einige Mankos sind
leider dennoch vorhanden, beeinflussen zwar nicht den Spielspaß, verhindern allerdings die Höchstwertung.
Dazu zählt neben der kurzen Spielzeit das zunehmend eintönig wirkende Leveldesign und die an
sich stets gleiche Vorgehensweise, um von Punkt A nach B zu gelangen. Insofern spielt sich das
Spiel trotz suggerierter Freiheit und einigen spielerischen Möglichkeiten sehr linear. Zusätzliche
Abwechslung in Form eines direkten Schauplatzwechsels hätte dem Spiel sicher gut getan, ebenso
die Spielzeit verlängert. Zusätzliche Extras nach der Singleplayer- kamapagne halten nur bedingt
die Spannung aufrecht. Gerade die Möglichkeiten im Internet wurden nicht konsequent ausgenutzt,
wobei man in dem Bezug vielleicht eine Verbesserung bei dem bereits geplanten zweiten Teil erhoffen
darf. Letztendlich bietet Mirrors Edge dennoch sehr gute Unterhaltung, die allerdings für den
derzeitigen Vollpreis, bedingt durch die verhältnismäßig kurze Spielzeit, den Geldbeutel ein
wenig leer erscheinen lässt. Daher lautet die Devise lieber etwas zu warten, um ein wenig später
ein sehr gutes Spiel in den Händen halten zu können. Die Aussicht auf die hiesige Höchstwertung
ist, wie bereits erwähnt, tendenziell zwar vorhanden, wird durch beschriebene Schwächen allerdings
verhindert, da es erst durch die Ausbesserung jener Mankos vollendende Perfektion erreichen
würde. Schlussendlich bleibt trotzdem ein innovatives Spiel in meinem Schrank stehen, das ich
hiermit jedem Jump-n-Run-Fan als gelungenen Genremix wärmstens empfehle. Kurz: 2+
Geschrieben am 14.03.2009, Testkonfiguration: Intel Quad Core 3,0Ghz, 4GB RAM, GTX260
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