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Miami Vice
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| Name: | Miami Vice - The Game |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/08 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Rebellion |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | Film-Site |
| Hardware: | Sony PSP |
| System: | Sony PSP |
| Multiplay: | Co-Op |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| USK: | 18 |
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 | | Herstellerscreens |
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Im August 2006 schafft Miami Vice den Sprung von der Fernsehserie auf die große Leinwand.
Da ist es in der heutigen Zeit schon selbstverständlich auch entsprechende Spiele in die Händlerregale
zu bringen. Das Actiongame mit Namen "Miami Vice - The Game" kommt von Rebellion, die einigen
Spielern durch "Alien vs. Predator" bekannt sein sollten. "Miami Vice" kommt jedoch ausschließlich
für die Playstation Portable von Sony und ansonsten für kein anderes System. Was die Entwickler
aus der Hardware herausgeholt haben und ob das Spiel auch Nicht-Miami-Vice-Fans bei Laune halten
kann, soll das folgende Review zeigen.
Cops auf Drogensuche
Wer erwartet im Spiel zum Film die Handlung des Kinostreifens nachspielen zu können, wird
eine Überraschung erleben. Die Entwickler sind nicht den einfachsten Weg gegangen und haben
einfach die Story übernommen. Das Videospiel hat eine ganz eigene Geschichte und lässt den Spieler
in der Rolle der beiden Cops Crockett und Tubbs den Kampf gegen die Drogenszene in Miami aufnehmen.
Auf einem ganz normalen Streifenalltag bekommen die Beiden einen Funkspruch von Castillo. Freddi
Luiz, ein ehemaliger FBI Mitarbeiter, hat Ärger mit seinen neuen "Partnern". Dabei geht es um
eine halbe Tonne "Gras", wodurch nicht nur die Probleme beginnen, sondern auch der Kampf gegen
die örtliche Drogenszene. Immer mal wieder lockern vor und nach einigen Missionen Zwischensequenzen
das Spielgeschehen etwas auf und geben Hinweise, wo es weitergeht. Dennoch kann die Präsentation
nicht darüber hinwegtäuschen, dass die eigentliche Handlung recht dünn erzählt wird. Ein Miami
Vice Freak mag vielleicht Zusammenhänge erkennen, aber eine durchgehende Handlung ist weniger
erkennbar. Vielmehr dienen solche Sequenzen dazu die Handlungsschauplätze grob miteinander zu
verbinden. Besonders ärgerlich, wenn am Ende zwar der "Bösewicht" geschnappt wird, sich die
wahren Drahtzieher aber in der Endsequenz verdrücken und der Abspann über den Schirm rollt.
Spaß für zwischendurch
Nachdem sich der Spieler für einen der beiden Cops und einen der drei Schwierigkeitsgrade
entschieden hat, beginnt das Actionspiel nach einem kurzen Intro beginnt der ersten Mission
im Haus von Freddy, nach der man sich durch zehn weitere Missionen zu ballern hat. Aufgelockert
wird der Spielerverlauf durch einige Missionen, in denen der Spieler nicht mit dem Cop durch
irgendwelche Gebäude schleicht, sondern auf Kanälen oder an der Küste mit einem Motorboot herumfährt.
Allerdings sind gerade die Bootsfahrten extrem eintönig und langweilig ausgefallen. Im Küstenbereich
wird jeglicher Versuch aus dem linearen Level zu (ent-)kommen, durch unsichtbare Wände im Wasser
blockiert. Da bleibt dem Zocker nichts anderes übrig, als einfach mit dem Boot dem Flussverlauf
geradeaus zu folgen und nebenbei einige feindliche Boote abzuschießen. Der Spieler muss dabei
lediglich das Boot steuern und die Feuertaste betätigen. Die Anvisierung des nächsten Feindes
erfolgt automatisch. Die 3rd-Person Actionabschnitte erfordern da schon etwas mehr Geschick.
Am Anfang einer jeden Mission kann der Spieler jedoch erst noch die nächsten Schritte auf der
Übersichtskarte planen. Neben dem nächsten Missionsziel gibt es mehrere Orte auf der Karte,
die besucht werden können. Die Polizeizentrale hat dabei nicht nur die Funktion den Spielstand
zu sichern, sondern hier kann auch gehackt werden. In jeder Mission kann ein "Flash-ROM Speicher"
gefunden werden. Diese Speicher können in der Zentrale - in Form eines kleinen Minispielchens
- gehackt werden. Im Minispiel gilt es, in drei Schwierigkeitsstufen unter Zeitdruck auf dem
Bildschirm befindliche fliegende Quader zu zerstören. Um dies zu bewerkstelligen, kann der Spieler
durch Aufladen kleine Explosionen um das eigene, steuerbare Objekt erzeugen. Trifft die Explosion
die Quader oder deren "Schüsse", so zerplatzen die Objekte und hinterlassen kleine "Kugeln",
die eingesammelt werden müssen. Sind genügend eingesammelt und die Zeit ist nicht abgelaufen,
dann ist eine Phase überstanden. Wird der Spieler jedoch von Schüssen getroffen oder kollidiert
mit den Objekten, dann wird jeweils eine der gesammelten Kugeln wieder abgezogen. Ist der Hack
schließlich erfolgreich, dann kann sich der Spieler dafür beim Waffenhändler der Gegend ein
Update für eine Waffe kaufen. Kaufen, wohlgemerkt. Wie zuletzt in True
Crime ist auch in Miami Vice der Spieler selbst für die Ausrüstung des Undercovercops zuständig.
Der Waffenhändler versorgt den Spieler dabei nicht nur mit Waffenverbesserungen, sondern auch
mit Waffen. Erst wenn eine Waffe auch gekauft wurde, kann diese in zukünftigen Missionen als
Startwaffe verwendet werden. Um die Munition muss sich der Spieler allerdings nicht kümmern,
davon gibt es jeweils einen festen Startvorrat und Nachschub muss im Level den besiegten Gegnern
abgenommen werden. In den Missionen kann der Spieler jederzeit auf eine vollständige Karte des
Schauplatzes zugreifen. Im Normalfall ist darauf lediglich das Missionsziel angegeben. Allerdings
kann die Karte auch die Position von Überwachungssystemen, Gegnern, Drogen und Medipacks anzeigen.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Spieler diese Informationen von Freddy vor der Mission
"gekauft" hat. Auch Freddy will schließlich von etwas leben und rückt die jeweiligen Infos nur
gegen Bezahlung raus. Allerdings gibt er sich nicht mit Bargeld zufrieden, sondern will Stoff
sehen. Je nach Mission hätte er gerne pro Info etwas "Gras" oder eine andere Droge. Sollte der
Cop in den letzten Missionen nicht genug davon aufgesammelt haben, so kann auch einer der zahlreichen
Dealer der Gegend aufgesucht werden. Hier kann der Spieler in den Leveln aufgesammelte Drogen
verkaufen oder selber welche erwerben. Dabei gilt es zu beachten, dass die Preise je nach Dealer
schwanken. So kann beim einen Dealer "Gras" mit deutlich mehr Gewinn verkauft werden, allerdings
ist der Kerl im Einkauf zu teuer, so dass hier lieber bei einem anderen gekauft werden sollte.
Um im Kampf etwas besser geschützt zu sein, kann der Cop auch in Panzerung investieren und hält
dadurch einige Treffer mehr aus. Für diese ganzen Aktionen zwischen den Missionen stehen dem
Spieler nur eine begrenzte Anzahl an Tagen zur Verfügung, bis die nächste Mission in Angriff
genommen werden kann. Im normalen Spielmodus sind die 16 Spieltage jedoch mehr als ausreichend
für die Beschaffung zusätzlicher Infos, Drogenhandel und Aufrüsten der Spielfigur.
Nach den ganzen Vorbereitungen geht es dann endlich in eine der insgesamt elf Missionen des
Spiels. Fährt der Spieler dabei nicht mit dem Boot umher, so geht es ballernd und schleichend
durch unterschiedliche Schauplätze. In einer Mischung aus Sam
Fisher und Fire for Effect tastet
sich der Spieler dabei durch die einzelnen Missionen. Das Kernelement von Miami Vice ist die
Deckung. Vorsichtig muss sich der Cop von einer Deckung zur nächsten vorarbeiten und möglichst
aus der Deckung heraus feuern. Wer es auf die Rambo-Tour versucht, wird schon sehr bald von
den zahlreichen Gegnern zur Strecke gebracht. Gerade wenn der Spieler etwas geduckt umherschleicht
und erst versucht die Lage zu sondieren und die Feinde zu erwischen, wenn sie noch ahnungslos
ihre Patrouillen ablaufen, kann das eine oder andere Medipack gespart werden. Kommt es dann
doch irgendwann zum unausweichlichen Kampf, gilt es möglichst in Deckung zu bleiben und die
Feinde schnell und schmerzlos zu erledigen, bevor eventuell Verstärkung kommt oder der Spieler
eingekreist wird. Doch damit muss der Spieler nur rechnen, wenn er planlos in das Areal stürmt.
Ansonsten geht es eher langsam durch die linearen Level. Die Feinde huschen dabei zwar ab und
zu von einer Deckung zur nächsten oder ergreifen den Rückzug, doch haben sie erst einmal eine
"gute Position" gefunden, agieren sie sehr vorhersehbar. Kurz hinter die Deckung und dann tauchen
sie kurzzeitig wieder hervor und schießen in Richtung Spieler. Gerade Feinde auf großer Entfernung
sind dabei sehr treffsicher. Der Levelaufbau des Spiels ist sehr linear gehalten. Dabei werden
unterschiedliche Kombinationen aus (meist eckigen) Räumen und Gängen verwendet. Egal ob sich
der Spieler durch ein Haus kämpft, eine Lagerhalle säubert oder ein Schiff infiltriert, das
Leveldesign ist relativ schlicht und geradlinig. Unterschiedliche Ebenen sind auch nicht vorhanden
und nur ganz selten steht ein Feind etwas höher auf einer Treppe oder einem Vorsprung.
Präsentation
Die Steuerung geht insgesamt recht ordentlich von der Hand und ist gerade für einen PSP Shooter
angenehm zu bedienen. Mit einer Taste geht der Charakter hinter dem Objekt in Deckung und kann
danach beliebig hinter der Deckung nach links und rechts dirigiert werden. Auch das Feuern aus
der Deckung heraus geht problemlos von der Hand. Nicht möglich ist, sich zu bewegen und gleichzeitig
zu feuern oder die Waffe im Anschlag zu halten. Hierfür fehlt ein zweiter Analogstick, wodurch
gerade Gegner, die direkt vor einem auftauchen und einige Treffer austeilen können, bevor der
der Cop im Zielmodus ist, zur Gefahr werden. Dank eines Laserpointers an jeder Waffe geht das
Zielen mit dem Analogstick einigermaßen gut von der Hand, doch gerade auf größere Entfernungen
ist das Fadenkreuz zu klein und schwammig. Mitunter sind es nur wenige Pixel, die es direkt
auf den Feind auszurichten gilt. Hier reagieren die Feinde selbst im "normalen"-Modus ausgesprochen
fix. Gerade wenn unterwegs gezockt werden soll, dann muss der Spieler schon sehr nah am Display
kleben, um den Zielpunkt exakt auszurichten. Zumindest ein klein wenig Autoaim wäre ganz hilfreich
gewesen. Dank zahlreicher Medipacks sind die Missionen jedoch nicht all zu schwer und auch Einsteiger
sollten die Endsequenz zu sehen bekommen. Diese rollt dann leider auch mit etwa fünf bis acht
Stunden viel zu früh über den Schirm. Wer genug Geld hat oder einen Mitspieler mit einer weiteren
PSP und einem zweiten Spiel kennt, der kann sich auch daran machen und Miami Vice im COOP Modus
durchspielen. Allerdings zählt es dabei nicht, wenn das Spiel schon im Einzelspielermodus beendet
wurde, im Mehrspielermodus müssen alle Level erneut der Reihe nach frei geschaltet werden. Optisch
und akustisch wurde nicht das volle Potential der PSP ausgeschöpft. Die Levelbereiche sind meist
recht klein und mitunter detailarm gestaltet. Da stehen in rechteckigen Räumen einige feste
Objekte herum und mehr als zwei oder drei Gegner sind selten auf dem Schirm. In Wasserabschnitten
sieht der Spieler beispielsweise, wie Texturen schlecht aneinander "geklatscht" wurden.
Aber auch die Landschaft am Ufer weist mit tristen Farben eher auf- statt zu gefallen. Dass
es auch besser geht, zeigen einige Abschnitte bzw. Level in denen die Entwickler für ansehnliche
Grafik und Dekorierung gesorgt haben. Ein Einsatz am Pier oder auf einem Containerschiff sind
merklich schöner umgesetzt. Abgesehen von einigen Fässern oder zerbrechlichen Vasen lassen sich
Objekte nicht groß beeinflussen. Ausnahmen bilden hier entsprechende Zielbereiche, die gesprengt
werden sollen. Insgesamt zeigen Spiele wie GTA
oder Prince of Persia, dass aus der
PSP einiges mehr in Sachen Grafik und Präsentation herauszuholen ist. Während die Musik einigermaßen
stimmig im Hintergrund spielt und auch entsprechend anzeigt, wann alle Feinde in einem Areal
besiegt sind, wissen die Soundeffekte nicht so sehr zu gefallen. Die Waffen klingen noch akzeptabel
und in den Zwischensequenzen gibt es passable Sprachausgabe. Doch in den Missionen werfen einem
die zahlreichen Gegner immer wieder die gleichen Beleidigungen an den Kopf. Hier wäre es schön
gewesen, die Ingamedialoge deaktivieren zu können oder einfach mehr Abwechslung zu haben.
Meinung
Wer einfach ein wenig Action/Shooterspaß auf der PSP erleben möchte, kann mit dem Spiel einige
vergnügliche Stunden verbringen. Allerdings nicht so viele, da das Game doch etwas kurz geraten
ist. Es ist zwar löblich, dass die Entwickler eine eigene Story erzählen wollen, allerdings
geschieht dies doch etwas halbherzig und wenig motivierend. Das Gameplay ist - abgesehen von
einer sehr feinfühligen Anvisierung der Gegner - insgesamt recht stimmig. Es macht Spaß sich
von Deckung zu Deckung zu bewegen und die Feinde nacheinander auszuschalten. Auch mit Drogen,
Ruf und Updatemöglichkeiten sind gute Optionen vorhanden, doch mit der Zeit wird das Spiel recht
eintönig und die Ansätze wirken etwas halbherzig. Ein wenig länger hält der Spaß allerdings
im COOP Modus, auf dem auch höhere Schwierigkeitsgrade zum erneuten Spielen motivieren können.
Zum Vollpreis insgesamt etwas zu wenig Inhalt, aber spätestens zum Budgetpreis für Actionspieler
ein netter Schnack für Zwischendurch.
Geschrieben am 11.08.2006, Testkonfiguration: Sony PSP
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