yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

M - Alien Paranoia
M.A.C.H.
M.Griffin Bounty Hunter
Machinarium
Mafia
Majin a.t. F. Kingdom
Malice
Marble Blast
Mario & Luigi: P. in Time
Mass Effect
Mass Effect 2
Matrix - Path of Neo
Max Payne 2
MechAssault 2
Mechwarrior 2
Mechwarrior 3
Mechwarrior 4 Veng.
Medal of Honor Breakt.
Medal of Honor Deluxe
Medal of Honor R. Sun
Medal of Honor: E.A.
Medal of Honor: PA
Medieval Lords
Memorick
Men of Valor
Metal Gear Solid 4
Metalheart
Metroid Prime
Miami Vice
Micky Epic
Mini Ninjas
Mirrors Edge
Mission: Impossible OS
Moment of Silence
Morrowind
Morrowind: Tribunal
Mortyr
MotorStorm
Mummy, The
Morrowind


Info
Autor 2
 1.5
 1.5
 2.5
Gesamt (3.855 votes) 1
 1.7
 1.7
 2.3
Team (2 votes, siehe hier)1
Name:Morrowind - The Elder Scrolls 3
Genre: Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2002/09
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Bethesda
Offiz. Sites: Game
Links: Planetmorrowind.de
Hardware: 500Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 1000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.2.0722
Bemerkung: auch für Xbox erhältlich
USK: 12
Morrowind - The Elder Scrolls 3 (comment von yiya)

Traditionell gehört zu jedem Walkthru der Site auch ein Kommentar und eine abschließende Beurteilung, die für Morrowind allerdings nicht leicht fällt. Belegt durch divergente Votings in den 'Your Tops' und an anderer Stelle scheiden sich an dem Spiel offenbar die Geister, findet man sowohl die Einstufung "sehr gut", wie erkennbar auch die Frage "Was soll das eigentlich?". Da inhaltlich, mit Vorzügen und Nachteilen im Detail, das Spiel bereits bestens durch das Review von mountainking beschrieben ist, will ich mich hier auch im Wesentlichen nur mit dieser Frage befassen.

Auffällig an Morrowind ist insbesondere:

Das Spiel ist enorm umfangreich und 'non-linear' (im begrenzten Sinne). Für kein anderes Spiel hat das Schreiben einer Lösungshilfe so viel Zeit gekostet und das, obwohl ich im Wesentlichen nur die von Stiggi zusammengestellten Questfolgen validiert, an die deutsche Version angepaßt und ergänzt habe. Fast 400 Einzelquests sind dabei zusammengekommen, davon nur ca. 25 im Haupthandlungsfaden.
Im Bezug auf das zugrundeliegende Spielsystem hat man neue Wege beschritten: Bei Verzicht auf bekannte RPG-Regelwerke eine beliebige Charakterentwicklung auf Grundlage von Fertigkeitsnutzung und Lernen (Geld) statt auf Grundlage von Erfahrungspunkten benutzt und das Spiel selbst auf leichte Erweiterbarkeit ausgelegt.
Das Spiel ist ein 'Kunstprodukt', und das im doppeltem Sinne. Es ist sowohl in Teilen enorm künstlerisch, wie auch teils ohne Leben.
Es stellt die Spielfigur in den Fokus, läßt ihn allein mit seinen Aufgaben und Zielen.

Was nun den Umfang angeht, so stellt der für sich weder ein Plus noch ein Minus dar. Zwar neige ich selbst eher zu Filmen und Büchern, die Überlänge haben - bieten sie doch Raum für Überdurchschnittliches und bei Gefallen hat man halt mehr davon - aber Kürze ist kein Handicap (und in manchen Bereichen sogar Verpflichtung:) In Verbindung mit dem Spielsystem führt der Umfang Morrowinds zu der, von mir am meisten geschätzten Eigenart des Spiels: Es bietet eine graphisch beeindruckende Welt mit 'virtuellem Lebensraum' für viele Stunde. Bei näherem Hinsehen durchaus mit dem Potenzial, weit über Morrowind und aktuell verfügbare Erweiterungen hinaus, ein 'Reservat' für Liebhaber von Fantasy-Szenarien zu bilden.

Zumindest stellt das Spiel ein wichtiges und eigentlich überfälliges Experiment in diese Richtung dar. Ein Schritt, glücklicher als bei komplett computer-generierten Spielumgebungen, aber auch in Vielem noch zu verbessern! So treibt das Prinzip der Fertigkeitsnutzung seltsame Blüten und ist auch nur halbherzig umgesetzt, da vielmehr das Prinzip Geldpunkte statt Erfahrungspunkte zum Tragen kommt.

'Non-Linearität' nach meinem Verständnis gib's im Spiel eigentlich nicht, braucht damit auch keinen zu 'erschrecken'. Zwar warten auf den Spieler eine Unzahl an Quests und der Zeitpunkt, wann er welche Aufgaben übernimmt ist frei wählbar, aber im Rahmen einer Quest gib's leider kaum unterschiedliche Lösungswege. Im Gegenteil, das Spiel zeigt sich teils ziemlich intolerant, wenn eine Folge von Einzelschritten bei der Erfüllung einer Aufgabe vorgesehen ist. Beispiele: 'Legionskameraden' sind nur 'in Legionsuniform' ansprechbar - auch die gefangene Kollegin bleibt lieber im Kerker, als mit jemanden in zweifelhafter Gewandung mitzugehen(?) Sieht das Spiel einen Hinweis auf den Aufenthaltsort einer Zielperson vor, so fehlen u. U. Dialogoptionen, wenn man die Zielperson direkt aufspürt(?)

Ein notwendiges elementares Zugeständnis, sich ergebend aus 'virtuellem Lebensraum' und Fülle an Quests, muss man allerdings dem Spiel machen: Die Verfolgung des Haupthandlungsfadens darf nicht als das Ziel des Spiel verstanden werden. Ziele können darüber hinaus mannigfaltig selbst gesetzt und verfolgt werden.

Kunstprodukt meint wirklich, dass Morrowind schön ist! Es macht einfach Spaß, in seine Welt hineinzutauchen und Bestandteil von ihr zu werden. Allerdings vielleicht besser stundenweise, immer mal wieder, denn sonst kommt der Eindruck des gegängelt seins stark in den Vordergrund. Die Quests sind überwiegend simpel, bieten zwar durchaus eine Fülle von Variationen (hole, bringe, finde, beschütze, begleite, töte, befreie, täusche, stehle,...) werden aber in willkürlicher Folge von den Questgebern vergeben und ohne Einbettung in einen erkennbaren größeren Rahmen leicht nervig. Ein wenig hilft diesbezüglich, gleichzeitig für mehrere Questgeber zu arbeiten, wodurch das Spiel komplexer und interessanter wird.

Dazu, dass Morrowind aber neben 'künstlerisch' auch 'künstlich' und ohne Leben wirkt, trägt neben dem Fehlen erkennbarer Quest-übergreifender Ziele bei, dass praktisch eine ganze Spielebene fehlt, die der Dialoge. Es gibt absolut keine Dialogführung sondern nur Ansprechoptionen. Selten wird eine Geschichte erzählt und wenn dann nur als Lesestoff. Hinterfragen, sich nach eigenem Ermessen auf eine Geschichte einzulassen, Informationen durch eine geschickte und dem Gesprächspartner angepaßte Redeführung herauszubekommen, ist kaum möglich. Eine Notwendigkeit vor einem Dialog abzuspeichern existiert praktisch nicht, auch wenn einige Ansprechoptionen unweigerlich und unvorbereitet zu einer nicht mehr korrigierbaren Entscheidung führen. Schade, entfällt damit doch ein interaktives, spielerisches Kennenlernen der Zusammenhänge und die NPCs nehmen so kaum Gestalt an. Da NPCs zudem 24 Stunden lang am gleichen Fleck verharren bzw. in einem begrenzten Raum herumwandern, gewinnen sie auch auf andere Weise kaum an Leben. Es ist schon absurd, wenn man jemanden aus einem Kerker befreit und ihn dann noch Tage später inmitten seiner Häscher vorfindet. Ebenso, wenn zwar das beobachtete Aufschließen einer versperrten Tür eine Reaktion auslöst, man aber nach unauffälligem Öffnen beliebig in das Sperrgebiet hinein- und herausgehen kann - ob mit gezücktem Schwert oder Dietrich, es kümmert keinen.

'Alleingelassen' wird der Spieler aber nicht nur im Kontext zu den NPCs. Ohne Multiplayer-Option und insbesondere ohne Begleiter-Option (man kann zwar dauerhaft je einen im Hauptspiel und der Missions-CD bekommen, temporär auch weitere - keinen aber, der einen kaum verzichtbaren Teleportzauber mitmachen würde) muss sich der Spieler wahrlich allein durch das Szenario hangeln. Manchem wird dies Einerlei sein, mir selbst war eine Party unterschiedlicher Charaktere immer sympathischer, spannt sich durch sie doch ein weiterer Bogen für Handlungen, Witz und Skurilität auf. Und was ist schon menschlicher und kann für mehr Gesprächsstoff sorgen, als die Wahl des richtigen Begleiters? ;)

In meinem persönlichen Fazit ist Morrowind inhaltlich ein befriedigendes Spiel, eine Empfehlung trotz einiger Schwächen wert, wenn vielleicht und kurioserweise nicht unbedingt für eingefleischte RPGler. Doch bezaubernd und innovativ wie es ist, wäre in Manchem auch ein sehr gut gerechtfertigt. Meine Endwertung ist daher (mit der Bitte um Differenzierung) der Kompromiß, das gut. (yiya im April 2003)



Serie: "Morrowind" (Review), Missions-CDs: "Tribunal", (Review, Comment), geplant: "Bloodmoon"



Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei yiya, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de