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Need for Speed: MW
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| Autor | | 3+ |
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| Name: | Need for Speed: Most Wanted |
| Genre: | Racing |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/12 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Links: | nfs-planet.de |
| Hardware: | Xbox360 |
| System: | Xbox360 |
| Multiplay: | Xbox Live |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auf für PC, Xbox, PS2, GC |
| USK: | 12 |
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Egal ob am PC oder auf der Konsole, wer Rennspiele spielt, dem sollte zumindest der Name
"Need for Speed" ein Begriff sein. Die erfolgreiche Serie kann inzwischen schon auf zahlreiche
Ableger zurückblicken. Nachdem EA mit "Need for Speed - Underground 1 & 2" den Spieler illegale
Straßenrennen in Höchstgeschwindigkeit geboten hat, steht ein weiterer Nachfolger seit Ende
2005 im Regal. "Most Wanted", so der Untertitel, soll für spannende und actionreiche Rennen
innerhalb einer Großstadt, inklusive Verfolgungsjagden mit der Polizei, für ordentliche Adrenalinschübe
sorgen. Doch das "neue Feature" Polizei ist eigentlich kalter Kaffe. Zuletzt in Hot Pursuit
konnten sich Spieler aufregende Verfolgungsrennen liefern. Was in Underground schmerzlich vermisst
wurde, soll nun für viel Spaß sorgen. Wem das Spiel Spaß machen könnte, soll das folgende
Review klären.
Das Review basiert zum Großteil auf der Xbox 360 Version von "Most Wanted". Diese unterscheidet
sich jedoch bis auf einige grafische Updates nicht sonderlich von den im November veröffentlichten
Versionen der anderen Systeme. Neben den vielen Fassungen für die unterschiedlichen Systeme
gibt es auch zwei Fassungen des eigentlichen Spiels. Hierbei handelt es sich um die so genannte
"Black Edition". In Deutschland gibt es diese nur für die PlayStation 2. Diese Fassung beinhaltet
neben einem Blick hinter die Kulissen, einen exklusiven Wagen, einen speziell getunten BMW,
sowie drei exklusive Rennen und exklusive Vinyls. PC und Xbox Fassungen der Black Edition gibt
es hierzulande nicht.
Karrieretiefpunkt
Vielleicht hätte es sich der Held des Spiels doch anders überlegen sollen. Als Newcomer verschlägt
es ihn in die Stadt Newport, wo sich der namenlose Held gleich mit den örtlichen Rasern der
Stadt anlegt. Illegale Straßenrennen scheinen die Freizeitbeschäftigung jedes zweiten Bürgers
zu sein und der Rest arbeitet bei der Polizei. Naja, fast. ;) Doch wie sollte es auch anders
sein, der Neustart in Newport verläuft für ihn nicht sonderlich glücklich. Im Rennen gegen die
Nr. 1 der "Blacklist" verliert der Spielcharakter nicht nur das Rennen, sondern auch das Fahrzeug,
das als Wetteinsatz diente. Während sich der Gegner namens "Razor" aus dem Staub macht und ihn
ganz ohne Fahrzeug zurücklässt, hat Mia da etwas andere Pläne. Sie scheint durchaus gewillt
zu sein, den Neuen zu helfen. Ausgerüstet mit einem eher drittklassigen Fahrzeug muss er sich
langsam in der örtlichen Blacklist hocharbeiten und einen Konkurrenten nach dem anderen besiegen.
Die Geschichte ist zwar nicht sonderlich originell, doch ordentlich präsentiert wäre dies durchaus
gute Kost für ein Rennspiel. Need for Speed - Most Wanted beginnt, fast schon EA typisch, mit
einer gekonnten Mischung aus Zwischensequenzen, Ingamegrafik und kurzen Passagen, in denen der
Spieler selber eingreifen kann. Doch nach dem sehr stimmungsvollen Intro ist scheinbar das Pulver
der Storypräsentation verschossen. Danach dümpelt sie eher nebenbei mit und statt sehenswerter
Zwischensequenzen mit Schauspielern, gibt es immer wieder gleiche Charaktervorstellungen und
Textfenster zu sehen, während sich der Spieler wieder nach oben arbeitet. In unzähligen Rennen
gilt es nicht nur zu siegen, sondern auch entsprechendes Ansehen bei den anderen Fahrer zu erhalten,
indem für eine stetige Erhöhung des Kopfgeldes gesorgt wird.
Gefangen in der Endlosschleife
Nach dem actionreichen Start findet sich der Spieler in einem Versteck in einem der drei
Stadtteile wieder. Lediglich mit einem nicht sonderlich leistungsstarken Fahrzeug ausgestattet,
gilt es nun genug Geld in die Kasse zu bekommen und im Ansehen aufzusteigen. Das Ziel der Einzelspielerkampagne
besteht darin, nach und nach alle 15 Kandidaten auf der Blacklist in Zweikämpfen zu besiegen,
die natürlich in Form von Straßenrennen ausgetragen werden. Doch damit ein Kontrahent überhaupt
gegen den Nobody antritt, gilt es das Ansehen zu steigern, so dass der Gegner herausgefordert
werden kann. Dafür muss er jeweils eine Reihe an Rennen gewinnen, eine festgesetzte Anzahl von
"Meilensteinen" erreichen und außerdem das Kopfgeld einen bestimmten Wert erreicht haben. Wer
fleißig ist und mehr Kopfgeld sammelt, als für den nächsten Gegner nötigt ist, der hat beim
nächsten Herausforderer weniger zu tun, da der Betrag jeweils dem Kopfgeldkonto angerechnet
wird. Anders sieht es bei den Rennen und Meilensteinen aus. Hier hat es keinen Sinn beispielsweise
statt der benötigen vier Rennen fünf Rennen zu meistern. Es müssen jeweils die Rennen aus einer
vorgegebenen Liste pro Gegner gemeistert werden. Einziger Vorteil, wenn der Spieler hier mehr
als benötigt erfolgreich absolviert, ist mehr Geld zum Tunen des Fahrzeugs bzw. mehr Kopfgeld
durch erfolgreiche Meilensteine. Durch diesen immer wieder gleichen Ablauf fühlt man sich ein
wenig wie in einer Endlosschleife. Absolviere einige Rennen, erreiche einige Meilensteine und
sammle etwas Kopfgeld. Dann kann ein Kandidat herausgefordert und besiegt werden. Danach beginnt
das Spiel erneut. Abgesehen von der leider nur noch im Hintergrund ablaufenden "Story" - von
einigen Handyanrufen mal abgesehen - sind auch die zu bestehenden Herausforderungen etwas eintönig.
Ganz besonders bei den Meilensteinen und den damit verbundenem Kopfgeld haben die Entwickler
das volle Potential längst nicht ausgenutzt. Aber was ist überhaupt ein "Meilenstein"? In Most
Wanted bedeutet dies, dass sich der Spieler dazu mit den Gesetzeshütern anlegt. Die kürzesten
Meilensteine im Spiel sind die Radarfallen. Überall in der Stadt tauchen nach und nach immer
mehr davon auf. Die Aufgabe des Spielers besteht einleuchtender Weise darin, mit einer bestimmten
Mindestgeschwindigkeit durch eben diese Radarfallen zu flitzen. Wo es anfangs noch gilt, recht
gemächlich auf großen, langen und breiten Straßen mit nicht sonderlich hoher Geschwindigkeit
erwischt zu werden, steigen die Anforderungen schnell an. Die Geschwindigkeiten steigen immer
weiter und es wird auch immer schwerer, mit der Geschwindigkeit überhaupt dorthin zu kommen.
Bedingt durch Steigungen, unübersichtliche Straßen und scharfe Kurven ist einiges an Übung erforderlich.
Je nach Bekanntheitsgrad des Wagens sollte der Spieler jedoch nicht zu lange mit einem Affentempo
durch die Stadt rasen. Die Polizei ist durchaus aufmerksam und je öfter das Fahrzeug bei einem
Gesetzesverstoß gesehen wurde, desto stärker wird nach selbigem gesucht. Hat die Polizei den
Spieler noch nicht auf der "Fahndungsliste" , dann kann entweder ordentlich Chaos
auf den Straßen verursacht werden, bis eingegriffen wird oder es wird gleich ein Meilenstein
oder eine Verfolgung aus dem Menü gestartet.
Es gilt jedoch nicht nur den Gesetzeshütern schnellstens zu entwischen, sondern das Kopfgeld
zu steigern und weitere Meilensteine zu erreichen. Sei es, dass der Spieler mindestens X Minuten
verfolgt wird, eine bestimmte Anzahl an Polizeifahrzeugen rammt oder eine festgesetzte Anzahl
an Straßensperren durchbricht. Als erfolgreich wird der Meilenstein dabei erst gewertet, wenn
es der Spieler auch geschafft hat, dem Arm des Gesetzes zu entkommen. Dazu eignen sich insbesondere
die in der Stadt verteilten "Pursuit Breaker", wodurch die Verfolger kurzzeitig aufgehalten
oder gar ausgeschaltet werden. Bei diesen einsturzträchtigen Objekten handelt es sich um Tankstellen,
Gerüste oder andere große Objekte. Hat es der Spieler geschafft und ist den Blicken der Gesetzeshüter
entkommen, dann gilt es nur noch für einige Zeit unentdeckt zu bleiben, bis die Verfolgung abgebrochen
wird. In diesem so genannten "Cool-Down"-Modus darf kein Streifenwagen den Spieler sehen, ansonsten
geht der Spaß wieder von vorne los. Entsprechende Verstecke, in denen die Fahnder den Spieler
von der Straße nicht sehen können, sollten deshalb schnellstens aufgesucht werden. In "Cool-Down"-Spots
kann der Spieler diese sonst recht langwierige Prozedur deutlich beschleunigen. Nur wer er schafft
die Cops abzuhängen und wieder unterzutauchen, hat die jeweils in der Verfolgung gemeisterten
Meilensteine auch geschafft. Auch Kopfgeld gibt es nur, wenn der Spieler nicht gefasst wurde.
Die erfolgreiche Flucht gestaltet sich jedoch häufig etwas schwieriger und teilweise frustrierend.
Da rast man durch einen Pursuit Breaker, die Cops werden aufgehalten und zehn Meter weiter versucht
man um die nächste Ecke abzuhauen und da kommen einem schon wieder die nächsten neuen Einsatzkräfte
entgegen. In den ersten etwa 30% des Spiels stehen außerdem noch nicht alle drei Stadtteile
zum Befahren offen. Im Spiel wird dies einfach durch eine Sperrwand bewerkstelligt. Allerdings
ist diese zum Großteil transparent und die anderen Fahrzeuge können diese durchfahren. In hektischen
Verfolgungsjagden passiert es daher anfangs immer wieder, dass der Spieler mit Vollgas in eine
solche Barriere kracht und dadurch unter Umständen die Flucht misslingt und der Spieler gefasst
wird.
Der Hauptkritikpunkt an den Meilensteinen und der Flucht vor der Polizei ist die Eintönigkeit.
Die wenigen Ziele tauchen wie ein falscher Fünfziger immer wieder auf. Gilt es anfangs noch
mindestens zwei Polizeifahrzeuge zu rammen und eine Verfolgung von zwei Minuten zu überstehen,
so wird die Zahl einfach immer weiter angehoben. Später sind es dann vier Fahrzeuge und vier
Minuten, 22 Fahrzeug und sieben Minuten, etc. Auch mit den anderen Zielen, wie Sachschaden im
Wert von X Dollar und durchbrochene Polizeisperren, verhält es sich genauso. Umso hartnäckiger
der Spieler ist, desto länger die Verfolgung dauert und je höher der Fahndungslevel ist, desto
mehr Polizeiaufgebot stellt sich ihm in den Weg. Gerade am Anfang und mit einem geringen Fahndungslevel
muss der Spieler schon teilweise gut aufpassen, damit der Verfolger ihn nicht aus den Augen
verliert, so "schwach" ist die erste Reaktion der Polizei. Neben unterschiedlichen Fahrzeugen
und einem Hubschrauber stellen die Gesetzeshüter gerne immer wieder Straßensperren auf. Entweder
stehen nur einige Fahrzeuge quer zur Fahrbahn, durch die sich der Spieler geschickt durchschlängeln
kann oder zwischen den Fahrzeugen sind sehr wirkungsvolle Nagelbretter ausgelegt. Werden diese
berührt, so ist die Verfolgung nicht mehr zu gewinnen. Die Reifen sind platt und lassen sich
nicht im James Bond Stil einfach wieder aufblasen. Sollte man also am Ende gefasst werden, dann
kann der Spieler entweder durch eine kleine Geldzahlung die Sache unter den Tisch kehren lassen
oder es wird eine Art "Du kommst aus dem Gefängnis frei"-Karte ausgespielt, die man - zusammen
mit anderen möglichen Boni - nach dem Sieg über einen Opponenten im Blacklist-Rennen bekommt.
Allerdings lässt sich mit Geld nicht alles regeln. Maximal drei Mal kann der Spieler mit seinem
Auto wieder frei gelassen werden. Danach wird das Fahrzeug beschlagnahmt. Für den Fall sollte
am Besten noch ein zweites Fahrzeug in der Garage stehen oder genug Geld auf dem Konto haben.
Doch es gibt noch eine andere Alternative: Spielstände. Der Spieler kann sich entscheiden, ob
er im Spiel Auto-Save aktiviert oder jeweils manuell speichern will. Wer manuell speichert,
der lädt einfach nach einer erfolglosen Flucht den letzten Spielstand neu und versucht es nochmals.
Das schont den Geldbeutel und man hat beliebig viele Versuche. Allerdings hat manuelles Speichern
auch einen unschönen Nebeneffekt. Am Ende, vor dem letzten "Rennen", hat der Spieler keine Möglichkeit
manuell zu speichern. Wer hier scheitert und nur manuelles Speichern eingestellt hat, der kann
zwei Rennen erneut spielen.
Gummiband-KI
Abseits der Meilensteine und Verfolgungen gibt es auch noch die klassischen Rennen in unterschiedlichen
Varianten. Alle Rennen werden jeweils auf einem in der Stadt abgesteckten Kurs ausgetragen,
wobei der normale Straßenverkehr meist auch noch unterwegs ist. In einigen Rennen taucht auch
zusätzlich die Polizei auf und sorgt für etwas mehr Nervenkitzel. Alle frei geschalteten Strecken
können außerdem im Quickrace gegen Freunde im Splitscreen oder über Xbox Live ausgetragen werden.
Spiel man jedoch mit Freunden, dann fehlt leider das große neue Feature Polizei und somit wird
Most Wanted im Mehrspielermodus leider nur wieder auf ein normales Rennspiel beschränkt. In
der Kampagne kann der Spieler entweder direkt durch die virtuelle Stadt fahren und die Rennen
und Meilensteine direkt in der Welt "starten" oder aber die gewünschte Aufgabe wird sofort im
Menü ausgewählt. Neben insgesamt 28 Rundkursen unterschiedlicher Länge und Rundenzahlen gibt
es auch über 40 Sprint-Rennen, die keine geschlossenen Kurse sind. Ganz ohne Gegner werden die
zahlreichen Checkpoint-Rennen ausgetragen. Hier gilt es den nächsten Checkpoint zu erreichen,
bevor die Zeit abgelaufen ist. Fehler kann sich der Spieler hier meist nicht erlauben und auch
die Wahl des richtigen Fahrzeuges ist sehr wichtig. Die Drag-Rennen des Spiels sollten Need
for Speed Underground Zocker schon kennen. Auf diesen meist recht kurzen Strecken kommt es weniger
auf das fahrerische Können, sondern vielmehr auf ordentliche Schaltung der Gänge an. Der Spieler
kann hier das Fahrzeug nicht mehr ganz frei steuern, sondern lediglich die Fahrspur bestimmen.
Neben Gas und Bremse gilt es zusätzlich im richtigen Moment rauf- und runter zu schalten. Im
Gegensatz zu anderen Rennen ist hier ein Unfall das Ende. Da gilt es sich ganz genau einzuprägen,
wann wo welche Fahrzeuge auf der Straße sind bzw. diese kreuzen. Aber auch die stark verzögerte
Lenkung bzw. der langsame Spurwechsel muss einkalkuliert werden. Als weiteren Spielmodus gibt
es mit Lap-Knockout eine Variante des Rundenrennens. Jeweils der letzte Spieler einer Runde
scheidet aus, bis sich nur noch die beiden letzten Fahrer ein hoffentlich spannendes Duell liefern.
Die Speedtrap-Rennen haben im Gegensatz zu all den anderen Rennmodi einen etwas anderen Schwerpunkt.
Hier muss der Spieler nicht zwangsläufig als erster durchs Ziel, sondern bei den Messpunkten
auf der Strecke jeweils eine möglichst hohe Geschwindigkeit haben. Diese gemessenen Geschwindigkeiten
werden am Ende addiert und darüber der Sieger bestimmt.
So viele Modi und Strecken das Spiel auch bietet, der Spieler hat sich mit der KI der gegnerischen
Fahrer anzufreunden. Diese ist jedoch leider nicht ganz so, wie es gerade Gelegenheitsspieler
und Einsteiger gerne hätten. Most Wanted bietet nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad und dieser
ist dynamisch gehalten. Kauft sich der Spieler also ein besseres Fahrzeug oder investiert in
Updates, so steigern sich die anderen Fahrer ebenfalls. Entsprechend hat der Spieler immer Gegner
zu schlagen, die deutlich stärkere Wagen haben, aber aufgrund des dynamischen Schwierigkeitsgrades
theoretisch auch von einer Ente geschlagen werden könnten. Einerseits mag so ein anpassungsfähiger
Gegner für sowohl Profis als auch Einsteiger spaßige Unterhaltung bieten, wenn diese Anpassung
jedoch auch ins Renngeschehen übertragen wird, dann ist es eher eine Spaßbremse. Andererseits
ist es extrem frustrierend, wenn man sich nicht den kleinsten Vorteil verschaffen kann. Bis
zum Ende besteht nahezu immer die Möglichkeit, das Rennen noch zu verlieren. Die Gegner hängen
wie Kletten am Fahrzeug des Spielers. Dabei ist es ganz egal, ob man nun auf einer Passage einige
Sekunden herausfahren konnte oder nicht. Wenig später sind die anderen Wagen wieder hinter einem.
Selbst wenn die CPU Mitstreiter in die nächste Mauer geschickt werden, an einem Objekt hängen
oder durch den Untergrund oder kleine Kollisionen gebremst werden, der Spieler kommt nicht weg.
Selbst nachdem die CPU aufgrund einer Kollision und eines Umweges so weit hinter dem Spieler
lag, dass das Fahrzeug auf dem Radar gar nicht mehr angezeigt wurde, so war er dennoch etwa
20 bis 25 Sekunden später wieder da. Einen ganz kleinen Vorteil hat der Spieler allerdings auch.
Man kann sich einfach möglichst lange hinter die CPU Fahrer hängen und erst kurz vor dem Ziel
vorbeifahren. Bis dahin fahren sie einfach "ihr Tempo". Auch wenn der Spieler selber einen Unfall
verursacht und beispielsweise in eine Wand oder Absperrung kracht, man kann sich sicher sein,
dass die anderen Fahrer zurückschalten und "hinter der nächsten Ecke warten". Zwar braucht der
Spieler für die Aufholjagd etwas länger als die CPU Fahrer, doch ein Einholen stellt kein Problem
dar. Außer der Spieler liegt kurz vorm Ende des Rennens hinten, dann zeigen die anderen Fahrer
kein Erbarmen. Dieses Verhalten trifft nicht nur auf die Gegner in den normalen Rennen zu, sondern
auch auf Blacklist-Kandidaten und Polizei. Die Gesetzeshüter können ebenfalls erstaunliche Beschleunigungen
hinlegen. Ebenso haben die Herrn Verfolger kein Problem, von einer Sekunde zur nächsten die
Fahrtrichtung zu wechseln, ohne physikalische Begrenzungen in Sachen Beschleunigung oder Abdrängen.
Bis der Spieler wirklich alle Gegner besiegt und sich nach und nach durch die Blacklist nach
oben gearbeitet hat, vergeht einige Zeit. Durchaus kann man einen ganzen Nachmittag damit verbringen,
etwas Kopfgeld zu sammeln, doch aufgrund der oben genannten Ärgernisse kann die ganze Zeit aber
auch vertan sei, weil man jeweils am Ende nichts erreicht hat und geschnappt wurde oder einfach
keine Lust mehr hat, weil ein Polizeiwagen einen zum x-ten Mal gefunden hat, als man gerade
im Cool-Down-Modus war.
Sicherlich nicht spielspaßentscheidend, aber sehr kurios waren so einige Zeitangaben vor
dem Rennen, wenn man gegen die einzelnen Kandidaten der Blacklist fährt. Da werden angebliche
Bestzeiten der Kontrahenten präsentiert, die überhaupt nicht stimmen können. So legt der Gegner
im Spiel auch mal ohne Probleme eine Zeit hin, die ist 30 Sekunden unter seiner angegebenen
Bestzeit. Gerade in Rennen mit mehreren Runden, sind die Bestzeiten des Gegners teilweise um
zwei oder drei Minuten zu gut.
Tuning, Fahrzeuge & Steuerung
Über 30 Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller kann der Spieler im Laufe der Storykampagne
steuern und erwerben. Zu den anfangs eher schwächeren und langsamen Fahrzeugen Marke Golf oder
Audi gesellen sich später auch sehr schnelle Fahrzeuge der Hersteller Mercedes und Porsche.
Entweder kann der Spieler diese beim Autohändler kaufen oder aber den Kontrahenten abknöpfen
und so einiges an Geld sparen. Wer meint, die Karre hat nicht genug Leistung, der kann auch
in zusätzliche Ausstattung investieren bzw. diese in der Werkstatt verbessern lassen. Motor,
Bremsen, Nitro und Reifen sind nur einige der Möglichkeiten, bei denen der Spieler nachbessern
kann. Zwei bis drei Varianten gibt es in jeder Kategorie, die sich direkt auf die drei Eigenschaften
eines Wagens auswirken. Maximalgeschwindigkeit, Beschleunigung und Handhabung lassen sich teilweise
merklich steigern. In Verbindung mit dem dynamischen Schwierigkeitsgrad und der Tatsache, dass
neue, bessere Wagen bzw. Fahrzeuge der Gegner schon gleich Updates besitzen und das nächst bessere
Fahrzeug sowieso über kurz oder lang gekauft wird, ist ein Aufrüsten eher überflüssig. Im Gegensatz
dazu ist die Möglichkeit, das Fahrzeug durch Farben, Vinyls und unterschiedliche Spoiler, Radkappen,
Motorhauben, etc. deutlich nützlicher. Mit jedem Verstoß gegen die Verkehrsregeln steigt langsam
aber kontinuierlich der Fahndungslevel (bei der Verfolgung durch die Polizei geschieht dies
auch, allerdings merklich schneller). Durch entsprechende optische Änderungen am Fahrzeug lässt
sich dieser Fahndungslevel wieder senken, wenn man einfach mal wieder etwas durch die Stadt
fahren möchte, ohne dass gleich die Fahndung aufgenommen wird.
Vom Gameplay her ist Need for Speed Most Wanted ein reines Arcadespiel. Wer hier irgendwie
auch nur ansatzweise eine Simulation erwartet, wird enttäuscht. Ansonsten gibt es in Sachen
Fahrgefühl wenig zu bemängeln. Schon nach recht kurzer Zeit ist man gut ins Spiel eingetaucht
und hat das Fahrzeug wunderbar unter Kontrolle. Selbst enge Kurven oder knifflige Passagen sind
dank der Möglichkeit die Zeit zu verlangsamen, kein Problem. Ein Laster vor einem und man möchte
einen waghalsigen Stunt unter dem Fahrzeug durch vollziehen, punktgenau eine Straßensperre durchbrechen
oder den Wagen wieder unter Kontrolle kriegen? Einfach kurz die Zeit verlangsamen und in Zeitlupe
die Anweisungen geben. Durch entsprechend hohe Geschwindigkeit füllt sich die dafür notwendige
"Energie" wieder auf. Genauso verhält es sich auch mit dem Booster, der kurzzeitig für einen
kleinen Extra-Schub sorgt, wenn man noch schnell einen Gegner überholen will oder einige Stundenkilometer
mehr für die Radarfalle braucht. Damit man sich in der Stadt nicht verfährt und nicht nur mit
dem kleinen Radar am Bildschirmrand leben muss, kann der Spieler auch auf eine Stadtkarte zugreifen,
worauf alle wichtigen Positionen wie Läden, Verstecke und Rennen eingezeichnet sind. Auf Wunsch
kann man sich per GPS-Navigationssystem dorthin lotsen lassen. Allerdings geschieht dies in
Form eines einfachen Pfeils, der einfach nur in die Richtung (Luftlinie) des Ziels zeigt. Während
die Menüs überwiegend sehr übersichtlich und gut durchdacht sind, so fehlt leider eine zusätzliche
Abfrage, wenn man ein Rennen gegen einen Blacklist-Kandidaten nach einem von zwei Rennen abbricht,
da man danach die erste Austragung erneut spielen kann. Aber auch bei den normalen Rennen ist
es etwas unschön, dass "Exit" auf A liegt und nicht bestätigt werden muss. Es lohnt sich allerdings,
die zahlreichen Rennstrecken zu kennen bzw. die Stadt zu erforschen. Fast jede Strecke hat mindestens
eine Abkürzung, die durchaus für einige Sekunden Zeitbonus sorgen kann. Insbesondere in Verbindung
mit der Gegner KI kann man doch zumindest kurzzeitig einige Sekunden gewinnen. Die CPU Fahrer
nutzen die Abkürzungen scheinbar nach dem Zufallsprinzip. Selbst wenn die Fahrer hinter einem
liegen und aufholen, dann nutzen sie Abkürzungen nicht konsequent. Doch neben den ganzen
Ärgernissen mit der dynamischen KI schafft Most Wanted es, ein ausgezeichnetes Geschwindigkeitsgefühl
auf den Schirm zu zaubern.
Präsentation
Most Wanted präsentiert sich dem Spieler als eine recht offene und große Stadt, die vollständig
und ohne Ladepausen befahren werden kann. Nur für die Rennen wird jeweils eine entsprechende
Strecke abgesperrt, damit der Spieler nicht zu sehr abkürzen kann. Optisch macht das Spiel einen
sehr ordentlichen Eindruck und die Stadt weiß auch durchaus zu gefallen. Allerdings wäre etwas
mehr Abwechslung als "nur" die Stadt schon nicht schlecht gewesen. Gerade wenn man die offene
und sehr abwechslungsreiche Welt von GTA - San Andreas kennt, dann hat man höhere Ansprüche.
Zwar bietet Most Wanted durchweg ordentliche Texturen und einige zerstörbare Objekte wie Laternen,
Fässer und Fahrzeuge, doch ein wirklicher Next-Gen Titel ist das Spiel auf der Xbox 360 nicht.
Die Blendeffekte, Schäden und Wetteränderungen sehen nett aus, aber teilweise hat das Spiel
mit leichten Performanceproblemen zu kämpfen. Diese waren allerdings nur an einigen Stellen
in Kombination von Laub, Regen, vielen Fahrzeugen und etlichen Spiegelungen auf der nassen Teerdecke
zu bemerken. Abgesehen von einigen Fahrzeugen, vom kleinen Polo bis hin zum großen Laster, ist
in der Stadt recht wenig los. Ein funktionierendes Verkehrssystem gibt es genauso wenig wie
Passanten auf den Gehwegen. Woran sich die meisten Leute sicher stören sind die Farben des Spiels.
Das ganze Spiel ist recht farbarm und dunkel gehalten. Alle Bauten und Objekte sind in Grau
und Brauntönen gehalten. Lediglich das eine oder andere Schild, Hydrant auf dem Gehweg oder
die herbstlichen Bäume bringen etwas mehr Farbe in die Landschaft. Doch wenn man dann erst einmal
hinter dem Steuer sitzt und mit 200 Sachen und mehr durch die Stadt rast, dann wird man für
die grafischen Schwächen mehr als entschädigt. Das Geschwindigkeitsgefühl kommt im Spiel ausgesprochen
gut rüber. Nicht weniger trägt die Soundkulisse zur Atmosphäre bei und es werden eine ganze
Reihe unterschiedlicher Soundtracks geboten. Doch bei wilden Verfolgungsfahrten sollte man darauf
eher weniger achten. Viel wichtiger sind da die zahlreichen Funksprüche der Polizei. Diese sind
eine große Hilfe die nächsten Aktionen der Cops vorherzusehen und entsprechend zu reagieren.
Wenn man weiß, dass versucht wird, einen einzukesseln, dann kann man entsprechend gut reagieren.
Auch ist es hilfreich zu wissen, wo Straßensperren aufgebaut werden und wie es mit Verstärkung
aussieht. Teilweise stimmen die Meldungen zwar nicht immer und sorgen für den einen oder anderen
lustigen Moment (Polizist kracht selbstverschuldet in eine Wand -> "Er hat mich gerammt, brauche
Verstärkung."), doch insgesamt ist der Polizeifunk zum Abhören eine wirklich feine Sache, die
auch gute Vorausinformationen bietet. Ansonsten gibt es leider kaum Sprachausgabe, wenn man
von einigen wenigen Zwischensequenzen und Handyanrufen absieht.
Meinung
Abgesehen davon, dass Most Wanted auf der Xbox 360 nicht mit Next-Gen Optik zu überzeugen
weiß, so sind es leider einige unschöne Designentscheidungen, die unangenehm auffallen. Gerade
die Dynamische-Gummiband-KI der Kontrahenten wird nicht jedermanns Geschmack sein. Einsteiger
und Gelegenheitsspieler werden damit schon bei den ersten Rennen zu knabbern haben. Mit ein
wenig Eingewöhnungszeit und Erfahrung, wie man das KI-System ausnutzen kann, werden die Erfolge
zunehmend leichter. Auf der einen Seite erwarten den Spieler zahlreiche recht unterschiedliche
Renntypen und Strecken, die es gegen die CPU zu bestehen gilt. Auf der anderen Seite gibt es
vor jedem „Zwischengegner“ auf der Blacklist entsprechende Meilensteine, die gegenüber der Polizei
errungen werden müssen. Diese Meilensteine sind jedoch extrem unmotiviert und eintönig. Immer
wieder die gleichen Leistungen erbringen zu müssen, dann jeweils nur etwas „besser“, ist nicht
gerade motivierend. Frust und Spaß liegen hier sehr dich beieinander, besonders wenn eine Sekunde
der Unachtsamkeit zum Neustart zwingt und auch Glück beim Entkommen in einigen Stadtteilen extrem
gefragt ist. Enttäuschend ist auf jeden Fall der Mehrspielermodus, bei dem die Polizei einfach
gestrichen wurde. Wer ein Spiel sucht, das man lange Spielen kann, einige Herausforderungen
bietet undsich dabei in der Stadt austoben will, der liegt als fortgeschrittener Spieler mit
Most Wanted gar nicht schlecht. Wer aber lieber ein einsteigerfreundlicheres Spiel mit weniger
Frustpotential, schönerer Grafik, einem Streckeneditor und umfangreichen Mehrspielermöglichkeiten,
möchte, ist mit Project Gotham Racing 3 besser bedient.
Geschrieben am 21.06.2006, Testkonfiguration: Xbox360
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