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Nosferatu
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (15 votes) | | 3 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.2 |
 |   | | 1.8 |
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| Name: | Nosferatu - The Wrath of Malachi |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/11 |
| Publisher: | Eidos |
| Entwickler: | Idol |
| Hardware: | 733Mhz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 350 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | Ati Patch |
| USK: | 16 |
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Bei wenigen Lebensfragen werden die grundlegenden Unterschiede zwischen
Frauen und Männern so offensichtlich wie beim Thema Hochzeit. Denken Letztere
vor allem an die Junggesellenparty und stellen sich die bange Frage, ob
das Budget des Schwiegervaters in spe auch für die Spezialbiere ausreicht,
kann die holde Weiblichkeit, vorzugsweise im Rudel, Wochen, ja Monate
mit Brautkleid-Katalogen und dem Erstellen von mindestens 2 Dutzend Designvarianten
für die Einladungskarten verbringen. Allen Heiratsmuffeln geben die Entwickler
von Idol mir "Nosferatu - The Wrath of Malachi" nun einige schlagende
neue Argumente in die Maushand. Genau dieses Ereignis steht nämlich am
Beginn einer Serie äußerst grausamer Ereignisse und optischer Einblicke,
die selbst dem stärksten Mann das Blut bereits in den coronaren Arterien
anstatt im dafür eigentlich im Hinblick auf die Hochzeitsnacht prädestinierten
Organ gefrieren lassen. Besondere Skepsis ist eigentlich bereits angebracht,
wenn die eigene Schwester einen transsylvanischen Adligen auf dessen Schloss
zu heiraten beabsichtigt. Leider war die Familie des Haupthelden ebenfalls
bereits zu sehr mit den Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt, um das wenigstens
verdächtig zu finden und so kommt es, dass sich James Patterson, als er
endlich auf dem Herrschaftssitz von Graf Malachi eintrifft, als Einziger
noch in Freiheit befindet. Im Gegensatz zur realen Welt ist bei dieser
potentiellen Ehe doch tatsächlich der Mann der Blutsauger und er hat den
gesamten Rest der buckligen Verwandtschaft samt einiger enger Freunde
bereits in verschiedenen Ecken seiner Burg weggesperrt. Der Plot ist damit
bereits recht offensichtlich, James muss versuchen, anhand einer Liste
die Reste seiner Familie zu retten. Das geschieht dadurch, dass er, ähnlich
wie bei CS,
alle Personen einzeln in den sicheren Eingangsbereich des Schlosses eskortiert.
Jeder der Geretteten offeriert dann zusätzlich noch ein kleines Gimmick
als Belohnung, eine Knoblauchzehe oder wahlweise einen Revolver und ähnliche
nützliche Dinge. Erschwert wird das Ganze allerdings dadurch, dass für
die Mission nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht und zunehmend
wird klar, dass auch noch wesentlich mehr auf dem Spiel steht als "nur"
die Weiterführung des Stammbaums einer verarmten britischen Adelsfamilie.
Nosferatu ist von vornherein als Low-Budget Titel konzipiert gewesen,
was einerseits bei einer Bewertung zu berücksichtigen ist, andererseits
aber auch keinesfalls heißt, dass er weniger Spaß macht, sofern dieses
Wort bei einem Horror-Shooter anwendbar ist. Für mich ist in dieser Hinsicht
eher entscheidend, ob die selbst gesteckten Ziele mit den Mitteln überhaupt
erreicht werden können und dies sogar gelang und beides möchte ich im
Fall von Nosferatu auf jeden Fall bejahen.
Das Spiel bietet keine grafische oder spieltechnische Revolutionierung des
Genres, aber, wie gesagt, darum geht es nicht. Anstatt eines sich selbst ständig
auf die Füße tretenden Overkills an Ansprüchen war das Ziel ganz offensichtlich
viel mehr die Kreation einer wirklichen Horroratmosphäre, die sich in zahlreichen
Details auch in der Filmgeschichte bedient. Nicht zufällig wurde der Name "Nosferatu"
gewählt, der allein bereits auf den gleichnamigen Stummfilmklassiker von F.W.
Murnau mit Max Schreck als Vampir verweist, welcher schon durch Optik und Beleuchtung
wesentlich schreckenerregender ist als viele moderne Blut- und Goreorgien. Zusätzlich
ist auch die Story recht ähnlich. Sehr deutlich werden die Parallelen zu Filmen
nicht zuletzt bei der Grafik des Spieles, das auf einer eigenen Engine basiert,
die technisch sicher nicht auf der Höhe der Zeit ist, was aber, und das meist
sehr gelungen, durch das artifizielle Verwenden von Filtern und Wechseln von
Beleuchtung und Farbgebung mehr als ausgeglichen wird. Der Bildschirm wird manchmal
geradezu körnig und ist deutlich den erwähnten alten Filmen nachempfunden, auch
die Zwischentexte oder die Informationen aus gefunden Büchern bzw. von Geretteten
erscheinen in Tafeln, die an Stummfilmeinblendungen erinnern. Da man sich ausschließlich
innerhalb des Schlosses bewegt und Innenlevel in der Regel einfacher darzustellen
sind, fallen die Limitierungen der Engine auch nicht so sehr ins Gewicht. Sie
kann zumindest recht glaubwürdig verschiedene Arten von Dunkelheit darstellen
und einen wirklich hellen Raum wird man während des Spiels kaum zu Gesicht bekommen.
Dafür viele dunkle Ecken, Grabmale und Fenster, durch die gespenstisches Mondlicht
fällt, wolkenverhangenen Himmel, fledermausgefüllte Mausoleen oder neblige Grotten
voller Särge. Nein, dieses Spiel ist definitiv kein passendes Geburtstagsgeschenk
für die SIMS-liebende Freundin. Die naheliegendste Parallele stellt wohl Undying
dar, ebenfalls in First-Person-Perspektive, allerdings mit abwechslungsreicherer
Grafik und wesentlich tieferer Story. Im Hinblick auf den Anteil der Schrecksekunden
und die Horror-Intensität sehe ich Nosferatu allerdings klar vorn.
Um einen gewissen Wiederspielwert zu erreichen und auch für das Fehlen
eines Multiplayermodus zu entschädigen arbeiten die Entwickler stark
mit Zufallselementen. So wird die Burg bei jedem neuen Start eines Spiels
komplett neu generiert, genauso wie natürlich die Orte, an denen sich
die zu rettenden Leutchen befinden. Zusätzlich sind auch Ort und Zeit
der erscheinenden Monster bei jedem Neuladen wieder in anderer Weise festgelegt.
Das gesamte Spielareal unterteilt sich in kleine Level, die zwischendurch
laden (nachdem sie, wie gesagt, zu Beginn neu erschaffen und verbunden
wurden) und meist durch verschlossene Türen voneinander abgetrennt sind.
Schlüssel finden ist demnach die zweitwichtigste zu erfüllende Aufgabe,
sonstige Rätsel gibt es eigentlich nicht. Eine weitere Folge des Konzeptes
ist, dass man sich natürlich auch nie in der Sicherheit wiegen kann, ein
Gebiet von Monstern gesäubert zu haben und sich darin auf dem Rückweg
sicher bewegen zu können. Apropos Erscheinen: viele der Gegner funktionieren
nach dieser Methode, sie fallen durchs Dach oder steigen aus dem Boden
auf, springen durch Fenster oder aus zu zerstörenden Dimensionstoren.
Die damit erzeugten Überraschungseffekte sind logischerweise ein Muss
für das Funktionieren des Konzeptes.
Auch die mythologischen Gattungen der Gegner entstammen dem zu erwartenden
Arsenal: Vampire, Ghuls, tollwütige Hunde oder Zombies. Es gibt zusätzlich
einige langzahnige Zwischenbosse, die nur mit der "beherzten" Benutzung
eines Pflocks endgültig besiegt werden können, wie überhaupt manche Monster
gegen normale Waffen weitgehend immun sind, dafür dann aber das Weihwasser
sehr unschön finden. Die somit dem Helden zur Verfügung stehenden Mittel
sind einerseits sehr robust und ungefähr der Zeit (Anfang des 20. Jahrhunderts)
bzw. dem Ort des Geschehens angepasst, wie altertümliche Steinschlosskanonen
und ein moderneres MG, oder aber eher übersinnlicher Natur (Weihwasser,
Kruzifix).
Trotz des zufälligen Entstehens der Level sind diese doch meist recht
geradlinig und die Vielfalt der variierend eingesetzten Mittel nicht wahnsinnig
groß. Das Geschehen krankt auch ein wenig an den ziemlich vorsintflutlichen
Bewegungs-, Polygon- und Animationsraten der Monster. Hier gäbe es im
Vergleich zu anderen aktuellen Titeln objektiv sicher einiges zu bemängeln.
Gleiches gilt für die mäßige KI, die nur deswegen weniger in Erscheinung
tritt, weil sich die Monster in den meist engen Räumen sowieso nicht besonders
schlau verhalten könnten. Ich benutze hier bewusst den Konjunktiv, denn
inwieweit die bemängelten Aspekte den Spielspaß beeinträchtigen, kann
nur jeder für sich entscheiden. Meiner Meinung nach sind aufgrund der
Voraussetzungen gewisse Abstriche kaum zu vermeiden und sie wurden an
den Aspekten vorgenommen, die den Gesamtrahmen nur unwesentlich beeinträchtigen.
Für die Wirkung eines echten Horrorfilms unerlässlich ist der geschickte
Einsatz von Geräuschen und Musik. Auch auf diesem Gebiet haben die Entwickler
alles richtig gemacht, ich möchte sogar fast schon von "Perfektion" sprechen.
Anstelle der, zumindest von mir, verhassten musikalischen Dauerberieselung
während des Spielens bewegt man sich meist nur vom Klang der eigenen Schuhe
auf Jahrhunderte altem Steinfußboden und des eigenen furchterfüllten Atems
begleitet durch die Gemächer und Winkel des Schlosses. Plötzlich ertönt
ein helles Kreischen und man dreht sich panisch im Kreis, um den Ursprung
zu identifizieren und den aus dem Nichts aufgetauchten Schattenvampir
schnell (und zwar mit dem Kruzifix weil dieses Monster die Kugeln eines
Colt herzlich wenig "kratzen") zu erledigen, bevor er einem zu nahe kommt.
Natürlich fehlen auch das aus entfernten Räumen zum Helden dringende irre
Lachen des Bösen und die gequälten Schreie gemarteter Kreaturen nicht,
die aber, und das ist besonders wichtig, nicht zu oft eingesetzt werden.
Genauso verhält es sich mit der Musik, die ebenfalls wie in Filmen dann
einsetzt, wenn besondere Gefahr droht oder ein auch neues Gebiet betreten
wird. Diese dezente und gezielte Verwendung garantiert eine grandios schockierende
Wirkung, die durch die Qualität der Musik noch unterstrichen wird. Diese
mag zwar sehr zweckgebunden sein, aber auch hier wird in einem positiven
Sinne mit den Klassikern des Filmgenres umgegangen, denn zu hören sind
ausschließlich auf Orchestersamples voller Pizzicati, Dissonanzen und
dem Spiel mit Laut-Leise-Dynamik basierende Musikstücke. Techno- oder
Rockklänge sucht man hier, abgesehen vom Ende, vergebens und das absolut
zu Recht. Natürlich handelt es sich ausschließlich um Ambientmusik und
nicht um wirklich strukturierte Themen, aber sie ist trotzdem im Rahmen
ihrer Funktion hervorragend gemacht.
Die Hardwareanforderungen von Nosferatu sind vergleichsweise moderat,
die Steuerung entspricht dem üblichen Shooterstandard und erfüllt ihren
Zweck. Neben der Gesundheit spielt auch die Ausdauer eine Rolle, sie wird
ebenso auf dem Screen angezeigt und durch Aktionen vermindert, was schwereres
Atmen und eingetrübte Sicht- bzw. Bewegungsfreiheit zur Folge hat, als
ob das Spiel nicht so schon schwer genug wäre :).
Wirkliche Bugs sind mir keine begegnet, abgesehen davon, dass ich externe
Programme zur Helligkeitsregelung verwenden musste und Blitze deren Einstellungen
wieder rückgängig machten. Normalerweise bewirken diese Ereignisse im
Spiel einen Farbwechsel, beispielsweise von Grau- zu Brauntönen, aber
ich stand danach regelmäßig komplett im Dustern und musste nachregeln,
was in einigen Situationen, speziell beim Kampf gegen Zwischenbosse, etwas
unangenehm war.
Zentrales Anliegen von Nosferatu ist die Erschaffung einer bis in die
Fingerspitzen fühlbaren Horroratmosphäre mit eminenten Anleihen von cineastischen
Vorbildern. Dieses Ziel haben die Entwickler mit Bravour erreicht, das
Zusammenwirken der einzelnen Komponenten ist meines Erachtens beispielhaft.
Offensichtliche Kritikpunkte wie etwas überalterte Grafik, recht simples
Spielprinzip und begrenzte AI (die aber im Rahmen des Spieles sowieso
verschenkt wäre) sollen erwähnt bleiben, ändern aber nichts daran, dass
den Entwicklern mit "Nosferatu" ein im wahrsten und positiven Sinne des
Wortes "fürchterliches" Spiel gelungen ist. Fans von alten Horrorfilmen,
die diese gern einmal nacherleben/spielen möchten, sollten hier auf jeden
Fall einen Blick riskieren und dank der in diesem Sinne herausragenden
Atmosphäre sowie angesichts des Preises lohnt sich dieser auch darüber
hinaus für jeden, der gern die Belastbarkeit seines Nerven- und Durchblutungssystems
testen möchte. Deswegen wäre für das Spiel eine breitere Verfügbarkeit
wünschenswert gewesen, da es in der deutschen Version nur exklusiv
bei Karstadt erhältlich ist.
Geschrieben am 06.05.2004, Testkonfiguration: AMD2200+, 512MB, Geforce 4, SB Audigy
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