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Paradise
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (2 votes) | | 4+ |
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| Name: | Paradise |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/08 |
| Publisher: | Anaconda |
| Entwickler: | White Birds Productions |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | Benoit Sokal |
| Hardware: | 800Mhz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| USK: | 12 |
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Nicht nur Geheimakte Tunguska und
Baphomeths Fluch buhlen augenblicklich im Adventurebereich um die Gunst der Käufer, auch Paradise
geht auf Kundenfang. Benoit Sokal, der kreative Kopf hinter dem Spiel, sollte vielen Spielern
schon durch die beiden Syberia-Teile
bekannt sein. Wie gelungen das Spiel von White Birds Productions ist, das den Spieler in einen
fiktiven, afrikanischen Staat versetzt und wie gut es sich gegen die aktuelle Konkurrenz schlägt,
soll das folgende Review zeigen.
Vermarktet wird das Adventure hierzulande von DTP, die wieder einmal für eine umfangreiche
Synchronisation und Verpackung gesorgt haben. In der kleinen Eurobox - inklusive Klappcover
und Prägung - befindet sich die eigentliche Spiel DVD-Hülle. Das Spiel liegt praktischerweise
als DVD-Version in der Box, jedoch leider nur als deutsche Fassung. Bei einem Festplattenbedarf
von lediglich 2 GB wäre sicher noch genug Platz auf der DVD gewesen. den Käufern eine multilinguale
Fassung anbieten zu können. Die Anleitung ist mit 15 Seiten zwar nicht sonderlich umfangreich
und leider auch nur in schwarzweiß gehalten, doch für den problemlosen Einstieg reicht die sie
allemal. Nicht ganz so schön waren die im Testverlauf immer wieder auftretenden Hänger im Spielverlauf,
wenn eine Taste auf der Tastatur gedrückt wurde. Da das gesamte Spiel jedoch auch ausschließlich
mit der Maus gesteuert werden kann, ist dies glücklicherweise kein allzu dramatisches Problem.
Willkommen in Mauranien
Wer etwas von der Spiel-Geschichte haben möchte und einen großen Spoiler nicht vor dem Spielen
erleben möchte, sollte weder die Packungsrückseite noch das Handbuch bezüglich Story und
Charaktere lesen. Daher die Handlung nur so weit, wie dies der Spieler am Anfang von Paradise
mitbekommt: Auf einem gigantischen, metallischen Raddampfer sitzt ein alter Herr in einer dunklen
Ecke. In Gedanken ist er bei seiner Tochter, die er gerne wiedersehen möchte. Szenenwechsel:
Ein Flugzeug fliegt durch die Lüfte und stürzt schließlich im Dschungel ab. Spielstart: Eine
junge Frau kommt in einer Kammer des Palastes wieder zu sich. Sie kann sich weder an ihren Namen
erinnern, noch weiß sie, was sie hier eigentlich wollte. Eine Palastdienerin klärt sie darüber
auf, dass sie sich in Mauranien, Afrika, im Harem von Madargane befindet. Ann, so ist wohl einer
Aufzeichnung zu Folge ihr Name, ist in einer fremden Welt. Sie weiß lediglich, dass sie einen
Weg nach Hause, nach Europa finden muss. Raus und fort aus Mauranien, einem Land, welches vom
Krieg heimgesucht wird...
Das ganze Spiel über ist Ann auf einer Suche. Auf einer Suche nach vielen Dingen. Einen Weg
in ihre Heimat. Eine Suche nach dem schwarzen Leoparden und einer Suche nach den Geheimnissen
ihrer Vergangenheit. Inhaltlich hat das Spiel zahlreiche Möglichkeiten die Handlung zu entfalten,
den Spieler zu fesseln und zu überraschen. Leider haben die Entwickler viele Chancen vertan.
Die Handlung wird sehr lose und mit wenigen Überraschungen und Wendungen erzählt. Die Videos,
die jeweils unterschiedliche Schauplätze verbinden, sind wunderbar, doch sie "verbinden" meist
nur die Schauplätze und außerdem verlaufen sehr viele Nebenstränge der Handlung im Sand. Zu
viele Personen werden schnell unwichtig. Zu viele Ereignisse haben keine wirkliche Auswirkung
oder spätere Berücksichtigung. Der Spieler hat sehr oft das Gefühl, durch ein gestelltes Szenario
zu wandeln, in dem vieles nur für die Konstruktion und Einbettung der Rätsel geschaffen wurde.
Was man nicht alles aus Kokosnüssen machen kann
Das Ziel ist schon fast in Reichweite. Lediglich eine Leiter trennt Ann noch vom Fallenplatz
für den Leoparden. Also schnell die Leiter runter und…. Verdammt da fällt doch glatt der Haken
zum Aufhängen des Köders aus der Tasche und hinab in den Dschungel. Einen Weg nach unten scheint
es nicht zu geben und das Objekt ist wichtig. Irgendwie müsste sich die Heldin runterlassen
können. Da hilft wohl alles nichts. Die Baumhaussiedlung muss nach einer entsprechenden Möglichkeit
durchsucht werden. Einige Zeit später hat Ann eine wahrlich eindrucksvolle Maschine gefunden.
Der eigentliche Nutzen erschließt sich zwar nicht sofort, aber zumindest ein Teil der Maschine
ist eine Waage. Stellt sich Ann auf die kleine Plattform, so drehen sich unterschiedliche Räder,
an denen Kokosnüsse angebracht sind. Scheinbar handelt es sich hier um eine Kokosnusswaage der
Eingeborenen. Nur wozu? Der zweite Teil der Maschine scheint eine Art Arbeitstisch zu sein,
auf dem ründliche Gegenstände aufgebahrt werden können. Vielleicht Nüsse? Dann könnte dieses
Gerät eventuell aus Kokosnussfasern ein Seil herstellen? In dem Fall würden sicher noch einige
Kokosnüsse gebraucht. Doch mit ein wenig Sucharbeit lässt sich davon gleich ein ganzes Dutzend
in einer Hütte finden. Jetzt gilt es nur noch sich Gedanken darüber zu machen, wie die Apparatur
verwendet wird. Endlich fällt der Groschen: Ann stellt sich auf die Waage und ihr Gewicht wird
in "Nüssen" angezeigt. Das wären 2,5 Nüsse. Also kommt zuerst eine ganze Nuss auf die Werkbank,
die von der Maschine verarbeitet wird und danach noch eine. Für die halbe Nuss wird eine ganze
Nuss erst geteilt und dann verarbeitet. Fertig ist ein Seil aus Kokosnussfasern, welches genau
auf Anns Gewicht ausgelegt ist. Damit im Gepäck macht sich die Heldin auf, den verlorenen Haken
zurück zu bekommen.
Auf der Suche
Ganz so abstrakt müssen Spieler bei Paradise in den seltensten Fällen denken. Es gibt auch
zahlreiche leichtere Aufgaben in der staubigen Welt. Anzumerken sei jedoch, dass Paradise -
ohne Ausnahme - ein klassisches Point & Klick Adventure ist. Kein Zeitdruck und keinerlei Actionszenen
in denen der Hauptcharakter sterben kann. Einzig einige kurze und einfache Geschicklichkeitsaufgaben
gilt es zu meistern. Beispielsweise muss der Charakter von Seerose zu Seerose springen, bevor
diese untergehen oder aber im richtigen Moment an einem nicht so freundlichen Tier vorbeilaufen,
wenn sich dieses gerade vor dem in der Luft schwebenden Vogel in Sicherheit bringt. Die eigentlichen
Aufgaben und Rätsel beschränken sich auf bekannte Adventurekost. Hierbei wird auf klassische
Aufgaben zurückgegriffen. Gespräche müssen geführt, Objekte kombiniert und Maschinen bedient
werden. Auch in der Welt von Mauranien gibt es die unterschiedlichsten Apparaturen. Neben der
weiter oben angesprochenen Seilmaschine gilt es beispielsweise auch ein Dampfbad zuzubereiten,
Kohle zu transportieren oder einen Leoparden durch ein drehbares Gangsystem zu bekommen. Mit
einigen Versuchen lassen sich diese Aufgaben recht problemlos lösen. Ebenfalls vorhanden sind
Aufgaben, in welchen der Spieler etwas mischen oder herstellen muss, wie beispielsweise eine
Parfüm, ein Foto oder eine warme Mahlzeit. Die klassischen Kombinationsaufgaben von Paradise
sind, wenn der Spieler weiß, was zu tun ist, nicht sonderlich kompliziert. Die Hürde liegt eher
darin, die Logik zu erkennen und Hotspots zu finden. Gerade der erste Abschnitt des Spiels,
im Palast des Prinzen, ist für den Einstieg ein wenig zu kompliziert. Viele Laufwege und teilweise
kuriose Hotspots sorgen anfangs für ein wenig Frust. In mehreren Bildern ist das Wasserbecken
zu sehen, doch nur in einem Bild an einer Stelle kann der Krug mit Wasser gefüllt werden. Anderes
Beispiel: In einem Friseursalon gilt es im Austausch einen wichtigen Gegenstand zu bekommen.
Doch damit sich der Inhaber von seinem elektrischen Ventilator trennt, soll der "manuelle Ventilator"
repariert werden. Der zu findende Hotspot ist auf dem Boden neben dem Sessel versteckt und besteht
aus einem Fußpedal, wo lediglich eine neue Feder eingesetzt werden muss, worüber sich die beiden
Segel an der Decke wieder zum Wedeln bringen lassen. Um die Stadt zu verlassen, muss Ann einen
vom Prinzen unterschriebenen Passierschein, inklusive Foto, vorweisen können. Doch wenn der
Spieler schließlich das Foto auf dem Formular hat und dies vom Prinzen unterschreiben lassen
will, gibt der Charakter nur ein Statement der Art "Ich sehe dazu keinen Grund" ab. Die
Lösung für diese Aufgabe: Der Spieler kann die Aufgabe, den Passierschein unterschreiben zu
lassen, einfach ignorieren. Dies geschieht - sang und klanglos - ganz automatisch am Ende des
Palastabschnitts. Hier wären einige Dialogzeilen mehr sicherlich nicht verkehrt gewesen, damit
der Spieler auf den rechten Weg gebracht wird. Generell gibt sich Ann, wenn sie nicht gerade
mit anderen NPCs spricht, sehr wortkarg.
Liegt der Palast und die Stadt des Prinzen hinter Ann, so ist das Abenteuer jedoch noch lange
nicht zu Ende. Neben einer Baumsiedlung, warten noch andere Schauplätze. Es geht durch die Wüste,
über Minenstollen tief ins Innere der Erde und auch ein Rebellenlager steht auf dem Besuchsplan.
Gerade die kürzeren und kompakteren Handlungsplätze bieten bekannte Adventurekost mit meist
recht gelungenen Adventureelementen. Es gilt einen Fluchtweg zu finden, geheime Gänge und Räume
wollen gefunden oder aber ein Floß mit Hilfe von Auftriebskörpern wieder in Schwung gebrach
werden. Größte Enttäuschung am Ende ist der völlig lose Handlungsstrang des Leoparden. Immer
wieder im Laufe des Spiels hat sich Ann um diesen zu kümmern und muss ihn finden oder einfangen.
Selbst kurz vor dem Showdown wird ein umfangreiches Ritual abgehalten. Der Spieler fragt sich
vielmehr, wieso man sich laufend um das Tier gekümmert hat und so viele Rätsel um den mystischen,
schwarzen Leoparden zu absolvieren waren, wenn dieser am Ende gar keine Rolle spielt. Gerade
zum Ende hin schienen den Entwicklern ein wenig die Ideen auszugehen und so gibt es gleich eine
ganze Reihe an Affen-Rätseln: Zuerst befindet sich ein Affenrudel in einem Geschützturm und
muss per Gasgranate vertrieben werden, ein Rudel versperrt den Weg und muss mit der Sprinkleranlage
vertrieben werden, dann klaut ein Affe einen wichtigen Gegenstand und gibt diesen erst im Tausch
zurück und schließlich blockieren wieder Affen den Weg und müssen durch den Duft einer zubereiteten
Mahlzeit weggelockt werden. Je nach Können sollten Adventurespieler etwa 10 bis 15 Stunden für
Paradise einplanen.
Präsentation
Abgesehen von einer kurzen Eingabe eines Profilnamens, worunter die Spielstände abgelegt
werden, lassen sich sämtliche Befehle in Paradise über die Maus erteilen. Die Tastatur ermöglicht
lediglich einige zusätzliche Shortcuts. Die reine Maussteuerung ist insbesondere deswegen sehr
erfreulich, weil auf dem Testsystem jegliche Betätigung einer Taste auf dem Keyboard für
etwa 10 bis 15 Sekunden lange Steuerungs-Hänger sorgte. Das Geschehen lief ohne irgendwelche
Probleme wie Ruckler weiter, der Mauszeiger, Maustasten oder das Keyboard waren jedoch kurzzeitig
lahmgelegt. Ansonsten geht die Steuerung mit der Maus einfach und mit wenigen Klicks recht schnell
von der Hand. Der Cursor verändert je nach Hotspot entsprechend seine Form und zeigt genau an,
ob der Spieler ein interessantes Objekt angewählt hat, ob sich ein Bereich in der Nahansicht
betrachten lässt oder ein Gespräch mit einem anderen Charakter möglich ist. Während entsprechende
Anweisungen mit einem Linksklick gegeben werden, öffnet die rechte Maustaste das Inventar, worin
Gegenstände nicht nur kombiniert, sondern auch untersucht werden können. Allerdings ließen sich
einige wenige Gegenstände nicht näher betrachten, obwohl dies z. B. bei einer Nachricht/ Zettel
durchaus sinnvoll gewesen wäre. Nicht ganz optimal sind einige etwas zu kleine und ungenaue
Hotspots und Fehler in der Wegfindung. Gerade in der Kombination Laufen (Doppelklick linke Maustaste)
und kurzen Entfernungen hat der Charakter des öfteren keinen Weg zum Ziel gefunden oder
sich erst kurz auf der Stelle gedreht. Im Abschnitt der Flussüberquerung war es fast unmöglich,
näher zum Lastwagen zu gehen. Der Cursor zeigt zwar ein Verlassen des Bildausschnitts an, doch
ein Weg wurde nicht gefunden. Nur an einer ganz bestimmten Stelle klappt es schließlich und
die dringend benötigten Auftriebskörper konnten aufgesammelt werden. Als "Goodie" gibt es im
Spiel noch die Möglichkeit, kurzzeitig den Leoparden zu steuern. Allerdings ohne dadurch im
Spiel weiter zu kommen. Allerdings war dieses Minispiel, aufgrund der oben beschriebenen Aussetzer
bei der Steuerung, nicht wirklich spielbar. Die vorgerenderten Hintergründe in Paradise sind
überwiegend ordentlich und stimmig, können allerdings auch nicht durchgehend überzeugen. Teilweise
wirkt die Kulisse ein wenig blass und generell könnte die Welt ein wenig lebendiger sein. Hier
und da tropft ein wenig Wasser, leichte Wellen sind zu sehen, Vögel kreisen am Himmel und
andere Kleinigkeiten sind vorhanden, aber wirkliches "Leben" ist nicht vorhanden. Bei besonderen
Aktionen oder Ereignissen gibt es ansehnliche, vorgerenderte Zwischensequenzen, die jedoch leider
viel zu wenig die Handlung vorantreiben. Die Charaktere werden durch 3D Modelle dargestellt.
Sie sehen zwar nicht schlecht aus und die Texturen sind - gerade im Vergleich zu anderen Adventures
aus dem Jahre 2006 - in Ordnung, doch höher aufgelöst wäre nicht schlecht. Dann würden sich
die Figuren nicht ganz so sehr vom Hintergrund abheben. Die Vertonung des Spiels ist insgesamt
sehr gut gelungen. Die Hintergrundmusik ist stimmig und sorgt für eine entspannte Spielatmosphäre,
wobei die Musik schön dezent im Hintergrund bleibt. Auch bei den Sprechern gibt es keine großen
Mängel. Diese machen ihre Sache recht gut, können allerdings leider nicht die Lücken in der
Storypräsentation schließen. Mitunter wäre der eine oder andere Satz mehr nicht schlecht gewesen.
Auch wäre es schön, wenn einige NPCs mehr als nur "Lass mich in Ruhe" auf Lager hätten.
Meinung
Das Setting ist stimmig, das Szenario frisch, die Hintergründe nett anzusehen und die Puzzle
nicht zu schwer. Doch so ganz kann Paradise seinen Charme nicht vollständig entfalten. Nach
den beiden sehr gelungenen Syberia-Titeln dümpelt die Handlung leider nur nebenher und dient
primär dazu die unterschiedlichen Schauplätze zu verbinden. Bei den Rätseln wird die gesamte
Palette bekannter Point & Klick Aufgaben geboten, von einfachen Laufaufgaben bis hin zur Herstellung
von Tränken und der Bedienung von Maschinen. Lediglich der eine oder andere Hotspot ist ein
wenig zu sehr in den detailliert gestalteten Hintergründen versteckt. Gegen aktuelle Titel wie
Geheimakte Tunguska oder an die ersten
beiden Syberia-Titel kommt Paradise nicht heran. Dennoch wird insgesamt ein interessanter Trip
ins virtuelle Afrika geboten, der nach einigen Anlaufschwierigkeiten zu gefallen weiß.
Geschrieben am 02.10.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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