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Pirates!  


Info
Autor 1+
 2
 2.5
 2
Gesamt (15 votes) 1
 1.4
 1.9
 2.3
Name:Pirates!
Genre: Action Adventure
Release: 1987/01
Publisher: Microprose
USK: keine
Pirates! (special von mishra)

Die Möwen kreischen.

Lieblich höre ich wie die Wellen den Bug meines Flaggschiffes umspielen. Die See ist träumerisch ruhig. Hier stehe ich nun, auf der Kommandobrücke meiner kampferprobten Fregatte, der Bloody Mary.

Mein Name ist Admiral mishRa. Ich bin ein walisischer Seefahrer und zugleich Marquis der englischen Krone. Wann und wo ich geboren wurde, weiss ich nicht. Wer meine Eltern waren, wurde mir nie erzählt. Mit 6 Jahren wurde ich als Schiffsjunge auf der Santa Verona angeheuert, einem altem Seelenverkäufer, welchem man nicht zutraute, dass er den heimischen Hafen je wieder sehen würde ...

Den Erinnerungen nachsinnend starre ich in den azurblauen Himmel. Die karibische See zeigt sich von ihrer besten Seite. Ich kann sie schmecken und ich schmecke die Gefahr, welche da draussen auf meine Flotte wartet.

Es war bei Sonnenaufgang, als der Ausguck ein Fluyt Frachtschiff meldete. Ein netter Happen für einen so jungen Tag!

Die spanische Flagge nahm ich mit Genuss wahr, denn was gibt es schöneres als reiche spanische Handelsschiffe zu jagen, den meist wohlhabenden Kapitän zu kidnappen und gegen ein gutes Lösegeld einzutauschen. Der Befehl war also klar: "Flagge hissen!", "Breitseite, Feuer!", "Fertig machen zum entern!"

Aber welch böses Erwachen! Dieses kleine Handelsschiff feuerte mit einer Breitseite, welche auf eine Kanonenstärke schliessen liess, die ungewöhnlich für den spanischen Durchschnittshändler war. Noch mehr überraschte mich eigentlich, dass die Spanier das Feuer eröffnet hatten, kaum das unsere Flagge gehisst war. Eine böse Vorahnung beschlich mich: Waren sie vorbereitet? Sollte dies etwa einer dieser widerwärtigen Piratenjäger der spanischen Krone sein? Es war anzunehmen, dass mich statt der 80 Tonnen feinster Güter und der üblichen Besatzungszahl von ca. 15 Männern, 180 Männer erwarteten, die darauf brannten, mir die Kugeln ihrer 28 Kanonen in den Rumpf zu jagen. Nicht dass ich mit meiner Flotte von 6 Schiffen und 1.200 Mann Besatzung, welche 120 Kanonen bedienten, unterlegen wäre, aber es war unüblich, dass ein so kleiner Jäger einen Flottenverband angriff.

Zügig gab ich die Befehle zum sofortigen Rückzug und die Erscheinung am Horizont gab mir recht, nicht weniger als 10 Masten von spanischen Galeonen konnte ich ausmachen. Das war ein Desaster, 3.000 Mann Besatzung, 240 Kanonen...

Die Winde standen günstig, raumachterlich vor dem Wind, dies machte mich gegenüber den Galeonen überlegen, die Flucht glückte. Mir müssen wichtige Nachrichten entgangen sein, vielleicht ein Machtwechsel? Ist mein befreundeter Gouverneur in St. Kitts noch im Amt? Haben die Spanier etwa die "Caribbe Islands" erobert? Warum sonst trifft man auf einen so starken Verband in einem englisch-französischen Gewässer?

Der Gouverneur ist über meinen Bericht sehr überrascht und bittet mich - mit einer dezenten Anspielung auf meinen Kaperbrief der englischen Krone - nachhaltig darum, die Feinde Englands mit allen Kräften zu jagen, die Städte zu plündern und die Schiffe zu versenken. Natürlich komme ich um einen Besuch bei der reizenden Tochter des Gouverneur in Nevis nicht umhin und verbringe dort einige glückliche Stunden.

Im Morgengrauen stechen wir Richtung San Juan in See, um kleinen Krämerseelen aufzulauern. Manchmal bekommt man auch von einem spanischen Kapitän, der beim Duell dem Tod ins Antlitz schaut, Informationen über die Route der sagenhaften Treasure Fleet. Das Glück war uns hold. Nach nur wenigen Seetagen brachten wir ein fettes Handelsschiff auf. Der Kapitän war ein feiger Hund und wimmerte nach der ersten Breitseite um Gnade und hisste die weisse Flagge. Meine Wut über so viel Feigheit ging mit mir durch. Erst einige Breitseiten später gab ich den Befehl, das Feuer einzustellen. Der Mast war gebrochen und auch sonst war nicht mehr viel übrig. Dunkle Rauchschwaden stiegen aus dem Laderaum empor.

"Fertig machen zum entern!" Gnadenlos fielen meine Swashbuckler über die Besatzung her und verschonten keinen. Der Kapitän wurde gefangengenommen und die Beute umgeladen. Trotz der starken Zerstörungen konnten wir noch 80 Tonnen Zucker erbeuten. Danach wurde das Schiff versenkt. Mit diesen erheblichen Beschädigungen wäre es ein Hindernis für die gesamte Flotte gewesen. Unser Gefangener wurde zum Abschluss dieses wunderschönen Tages, bei Sonnenuntergang, kielgeholt. Die Männer waren glücklich.

Die Beute und die Gedanken an den Hafen daheim motivierten sie. Die Winde standen günstig für eine schnelle Heimkehr. Noch einige dieser unbedarften Händler und der Laderaum war gefüllt bis zur Decke. Der Erfolg macht übermütig, so ist es nunmal. Dem Drängen meiner Leute gab ich nach und wir entschlossen uns, San Juan zu plündern. Zusammen mit meinen ersten Offizieren einigten wir uns darauf, dies von der Landseite her zu bewerkstelligen, da San Juan mit einem gewaltigen Fort zur Verteidigung der Seeseite versehen war. Bei Einbruch der Dunkelheit erklommen wir mit 1.100 Männern die Mauern des Forts. Die spanischen Wachen waren auf einen Angriff nicht vorbereitet und somit zerschlug sich meine Sorge, dass die Spanier von meinen Übergriffen auf ihre Schiffe bereits erfahren hatten und bei der Kunde, dass sich ein Pirat in den Gewässern aufhält, alles Gold weggeschafft haben. Der Gouverneur flüchtete vor der Übermacht und übergab somit die Stadt in unsere Hand.

Damit hatte ich San Juan für die englische Krone erobert und eine Ernennung zum Duke war mir gewiss. Bei der Ankunft in Antigua wurde ich von einem zwielichtigen Gesellen abgefangen, der mir versprach, Hinweise über den Aufenthalt meiner Schwester zu geben, welche ich in meinem Leben noch nie gesehen hatte. Mein innigstes Ziel waren nicht Macht und Reichtum, sondern ich wollte meine Familie finden. Gerüchte gaben mir Recht in der Annahme, dass meine Eltern und meine Schwester sich in dem Gebiet der karibischen See aufhalten. Als Ziel wurde mir Havanna genannt. Dies ist jedoch weit entfernt und ich entschloss mich, die Reise erst nach einer Pause von mehreren Wochen anzutreten. Diese wollten wir nutzen, um die Schiffe zu reparieren und zu warten, die Männer zu ihren Frauen zu lassen und die ausgegebenen Anteile an der Beute, von immerhin 110.000 Dukaten, zu versaufen.

An dieser Stelle enden die Aufzeichnungen des Seeräubers mishRa. Ob er seine Familie und zu Glück und Reichtum gefunden hat, werden wir nie erfahren. Das einzige, was noch überliefert wurde, ist, dass er in einem Teufelsstreich eine schwere spanische Galeone mit einer Pinasse eroberte. Mit 28 Mann war er irgendwo vor der Westküste Hispaniolas. Die Pinasse hatte ein gebrochenes Steuer und ein Leck. Am Abend sichteten sie die Galeone und schlichen sich in der Dämmerung an sie heran, dabei bedacht, unter ihrem Heck zu bleiben und von der gewaltigen Breitseite des Schiffes fernzubleiben. Als sie sich nahe genug herangeschlichen hatten, bohrten sie Löcher in ihr eigenes seeuntüchtiges Schiff und kletterten in einem Alles-oder-Nichts Angriff auf das Heck. Sie überraschten den Kapitän beim Kartenspielen.

Er war nicht davon ausgegangen, dass eine armselige Pinasse eine Gefahr darstellen könnte...




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