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Pirates o.t.Caribb.3(360)
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 | Info |
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| Team (2 votes, siehe hier) | 3 |
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| Name: | Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt (360) |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2007/05 |
| Publisher: | Disney Interactive |
| Entwickler: | Eurocom |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | Film-Site |
| Hardware: | Xbox360 |
| System: | Xbox360 |
| Multiplay: | Splitscreen |
| Sprache: | Multilingual |
| Bemerkung: | Auch für PS 3, nicht inhaltsgleich mit PC/PS2/Wii-Version |
| USK: | 12 |
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| Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt (360) (review von nali_warcow) |
Wie grauenhaft eine Filmumsetzung sein kann, wurde zuletzt mit "Pirates
of the Caribbean - Am Ende der Welt" (PC-Version) gezeigt. Für einen Titel, der sich primär
am Massenmarkt orientiert, war die Umsetzung ein Graus und spielerisch teilweise eine arge Zumutung.
Doch Eurocom hat nicht nur zwei Filme in ein Spiel gequetscht, sondern liefert auch zwei unterschiedliche
Versionen des Spiels aus, die sich inhaltlich merklich unterscheiden. Wie sich die Fassung für
Xbox 360 und Playstation 3 schlägt, worin die Unterschiede im Gameplay bestehen und ob es sich
lohnt für die Next-Gen-Fassungen den Vollpreis zu bezahlen, soll das folgende Review klären.
Fragmentgeschichte
In Sachen Geschichte gibt es keine großen Änderungen. Auch auf der Xbox 360 basiert das Spiel
auf dem 2. und 3. Film. Sowohl vor, in als auch nach den Missionen gibt es ansehnliche Zwischensequenzen,
die es jedoch nicht schaffen eine Handlung, sondern vielmehr Bruchstücke zu erzählen. So springt
der Spieler auch in der Next-Gen-Fassung von Level zu Level und erlebt lediglich herausgepickte
Höhepunkte des Filmvorbilds. Schade, hier wäre deutlich mehr möglich gewesen.
Nett inszenierte Action….
Das erste, was beim Starten des Spiels im Vergleich zur PC und Playstation 2-Fassung auffällt,
ist die deutlich bessere Optik. Das Spiel macht auf den Next-Gen-Konsolen grafisch einen enormen
Schritt nach vorn, was sich auch auf die Atmosphäre niederschlägt. Die Levels wirken deutlich
größer und sind sehr ansprechend ausgeschmückt. Egal ob der Held nun durch Port Royal schlendert
oder sich durch eine Insel kämpft, überall gibt es massig Details, ansehnliche Effekte und zahlreiche
Charaktere auf dem Schirm. Gerade in Sachen Lebendigkeit der Spielwelt hinkt die PC Fassung
deutlich hinterher. Zahlreiche unterschiedliche Leute gehen oder humpeln durch die Städte und
beim Schiffskampf gibt es zahlreiche weitere NPCs, die überall kämpfen und sterben. Auch Charaktere
und Animationen können überzeugen, wobei gerade die Kämpfe ansehnlich in Szene gesetzt wurden.
Nichts zu bemängeln gibt es beim Originalsoundtrack, der für eine tolle Kinoatmosphäre vor
dem Schirm sorgt und das überwiegend actionreiche Geschehen stimmig untermalt. Im Kampf klirren
die Säbel, Schüsse sind zu hören und Feind und Freund kommentieren das Geschehen. Allerdings
wiederholen sich die Sprachsamples der Angreifer doch recht schnell und es wurden leider nicht
alle bekannten Synchronsprecher verwendet, dafür jedoch sehr ähnlich klingende Sprecher. Das
Spiel liegt als mehrsprachige Fassung vor und beim Start kann jeweils zwischen Deutsch, Englisch,
Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch gewählt werden
Gameplaymäßig setzt Fluch der Karibik auf eine Mischung aus Kämpfen, Klettereinlagen und
leichter Rätselkost. Überwiegend linear geht es durch insgesamt elf, sehr abwechslungsreiche
Levels. Gekämpft wird nicht nur auf der Flucht aus dem Gefängnis, sondern auch in Tortuga, Port
Royal und Singapur. Wie es sich für echte Piraten gehört, stehen auch actionreiche Seekämpfe,
inklusive Enterung des feindlichen Schiffs auf dem Programm. Auch wenn das Spiel überwiegend
aus Schwertkämpfen gegen zahlreiche anstürmende Feinde besteht, so sind die einzelnen Level
doch recht stimmig verpackt. Mal gilt es eine Zielperson zu verfolgen, sich durch eine mit Fallen
gespickte Insel zu arbeiten oder den Angriff einer riesigen Krake abzuwehren, was deutlich anspruchsvoller
und stimmiger als auf dem PC inszeniert wurde. Nicht so schön ist es jedoch, dass drei der elf
Level auf der "Dutchman" von Davy Jones spielen.
Gameplaytechnisch wird zwar keine God of War-Qualität erreicht, doch gehobene Filmumsetzungskost
sehr wohl. Bei der Verteidigung des Schiffs müssen einzelne Krakenarme durch Pulverfässer zurückgedrängt
werden, Klettereinlagen stehen an, wobei die Krakenarme auf die schmalen Balken schlagen und
zwischendurch kommen auch immer mal wieder Angreifer an Board. An anderen Stellen gilt es Stachelfallen
unbeschadet zu überqueren, vor einbrechenden Bodenplatten zu fliehen oder eine Melodie auf einer
Orgel zu spielen. Immer mal wieder gibt es interaktive Objekte wie Kanonen, die mit einem brennenden
Schwert abgefeuert werden können oder Sprengstofffässer, die Hindernisse aus dem Weg räumen.
Zusätzlich gibt es hier und da versteckte Schätze in der Welt, womit sich Bonusmaterial frei
schalten lässt. Mindestens an einer Stelle pro Level gibt es außerdem ein Duell gegen einen
Zwischengegner, das sich angenehm vom restlichen Kampfgeschehen abhebt. Abwechselnd im Angriff
und in der Verteidigung gilt es sich durch Schläge nach oben, unten oder in den Bauchbereich
zu verteidigen oder anzugreifen. Dank fair verteilter Checkpoints lockern die nett inszenierten
Duelle das Gameplay angenehm auf. Das Next-Gen-Abenteuer dauert auch eine Weile länger,
als die PC & PS2-Fassung und bietet Spielspaß für etwa zehn bis zwölf Stunden.
… aber eine grauenhaft KI und andere Kleinigkeiten
Insgesamt wird mit Fluch der Karibik das Rad nicht neu erfunden und Genrespitzen wie God
of War oder Prince of Persia werden nicht erreicht, aber für eine Umsetzung einer Filmvorlage
bietet der Titel solide Kost. Wenn da nicht eine ganz große Schwäche wäre: Die KI der Begleiter.
Fast in jedem Level ist der Spieler temporär mit ein oder zwei Begleitern zusammen und kämpft
gemeinsam gegen zahlreiche, anstürmende Gegner. Sei es, weil das Schiff geentert wird oder ein
Schatz verteidigt werden muss. Das Problem an diesen Stellen ist jedoch, dass die KI-Begleiter
selten dämlich sind und es nicht schaffen am Leben zu bleiben. Um die Kollegen bei Gesundheit
zu erhalten muss der Spieler im laufenden Spiel von Charakter zu Charakter wechseln und für
die angeschlagenen Leute Heilung suchen und sie aus Einkesselungen befreien. Es darf sozusagen
für drei Leute mit einem Gamepad gespielt werden. Besonders "lustig" wird es dann noch, wenn
irgendwelche Schalter betätigt werden müssen, die sich weiter weg befinden und der Kollege so
extrem schnell eingekreist wird. Wechselt man dann zum eingekreisten Charakter, dann läuft der
andere wieder zurück und der Schalter rückt in immer weitere Entfernung. Die Massenkämpfe
können somit extrem schnell zu Frust werden. Insbesondere, wenn man die Feinheiten nicht ganz
erfasst hat. Wer Pech hat, der kann stundenlang gegen die anstürmenden Feinde kämpfen und es
ist kein Ende in Sicht. Wieder und wieder spawnen neue Gegner und greifen in den Kampf ein.
Diese Dauerangriffe stoppen erst dann, wenn die Anführer besiegt sind. Je nach Schauplatz sind
es ein bis drei spezielle Minibosse, die beseitigt werden müssen. Problematisch ist dabei jedoch,
dass diese teilweise nur sehr schwer auszumachen sind und in der Masse der Angreifer untergehen.
Von dem Problem genau den Boss anzugreifen noch gar nicht gesprochen. Außerdem reicht es nicht,
diesen einfach mit einigen Schlägen zu malträtieren, nur ein Finish-Move beseitigt den Anführer
endgültig. Damit der Charakter einen solchen Move ausführen kann, gilt es jedoch zuvor die Fechtkunstanzeige
zu füllen. Auch normale Angreifer können mit einem solchen Finish-Move beseitigt werden, wodurch
diese entweder ein wenig Gesundheit oder einen Totenkopf fallen lassen (Beide Objekte sind auch
in diversen Kisten in den Leveln verteilt). Wurden drei Totenköpfe aufgesammelt, dann kann der
sogenannte "Jackanismus"-Angriff eingesetzt werden. Eine grüne Explosion beseitigt alle Angreifer
in Reichweitere und kurzzeitig werden alle weiteren mit einem Schwertschlag ausgelöscht. Geht
man den Kampf jedoch ein wenig systematisch an, dann wird dieser Über-Angriff gar nicht benötigt.
Die Kämpfe gegen die zahlreichen Piraten, Soldaten und Trunkenbolde sind eher einfach gehalten.
Insbesondere gegen die Angriffskombination Schwertschlag, Faustschlag, Schwertschlag kennen
die Feinde keine Gegenwehr. Wird es trotzdem einmal eng, dann kann der Charakter auch noch bis
zu drei Schüsse aus der Pistole abgeben. Außerdem können kleinere Objekte wie Flaschen oder
Messer aufgenommen und damit der nächste Widersacher ausgeschaltet werden. An einigen Stellen,
wie etwa an Klippen, lohnt es sich außerdem den Gegner zu schnappen und in den Abgrund zu befördern.
Steuerung mit Schönheitsfehler
Überwiegend geht die Steuerung leicht und locker von der Hand. Mit recht wenigen Tasten und
dem Analogstick lassen sich die Charaktere durch die Level steuern, Objekte manipulieren und
Gegner angreifen. Auch die ab und zu eingestreuten Sprungpassagen oder Interaktionseinlagen
machen keine Probleme. Wichtige Button, etwa um den großen Sprung zu schaffen, ein Seil zu ergreifen
oder nicht vom wegbrechenden Sims zu fallen, werden sehr deutlich eingeblendet. Die Kampfgeschwindigkeit
wurde im Vergleich zur PC / PS2-Fassung ein wenig zurückgeschraubt und ermöglicht eher taktisch
angehauchte Kämpfe statt wilder Dauerklicks. Wer sich gut anstellt und ein wenig auf die Feinde
achtet, der kann auch fast alle Angriffe blocken. Kurz bevor ein Feind nämlich zuschlägt erscheint
ein roter Kreis unter dem Angreifer, wodurch der Spieler genug Zeit hat, rechtzeitig zu reagieren
und den Angriff blocken zu können. Problematisch wird es jedoch, wenn sich der Angreifer außerhalb
des aktuellen Sichtbereichs befindet. So kommen die meisten Angriffe, die einen verletzten,
aus genau den Richtungen, wo die Kamera gerade nicht hinzeigt. Ein manuelles Nachjustieren ist
zwar jederzeit möglich, doch besser wäre es gewesen, wenn man sich im Kampf nicht noch auf solche
Banalitäten konzentrieren müsste. Nachbesserungsbedarf besteht ebenfalls bei einigen Interaktionspunkten
wie Kanonen, Seilen oder Ölfässern. Nur wenn der Charakter an einer ganz bestimmten Stelle steht
und das Objekt in einem ganz bestimmten Blickwinkel anschaut, nur dann ist eine Interaktion
möglich. Im hektischen Kampf an Deck ist es somit mehr als ärgerlich, wenn die genaue Position
hinter der Kanone gesucht werden muss, damit diese abgefeuert werden darf. Dazu kommt auch noch,
dass einige Objekte erst dann benutzt werden können, wenn ein Script dies erlaubt. Wieso ein
Pirat außerdem nicht schwimmen kann und es sofort "Game Over" heißt, wenn dieser am Pier ins
Wasser fällt, wird ein Geheimnis der Programmierer bzw. ein Relikt aus uralten Videospieltagen
bleiben. Nur in einem Titel, der 2007 auf den Markt kommt, haben solche Ärgernisse nichts mehr
zu suchen.
Langzeitspaß?
In der "Einzelspieler-Kampagne" lassen sich durch das Aufsammeln bestimmter Objekte unterschiedliche
Boni, wie Entwürfe und Konzeptzeichnungen, frei schalten. Außerdem kann sich der Spieler bemühen,
bereits absolvierter Level mit einer besseren Punktzahl zu absolvieren, wozu es allerdings keine
große Motivation gibt. Wer ein zweites Gamepad angeschlossen hat, kann außerdem einen Blick
auf den Mehrspielermodus werden. Hier können zwei Spieler vor einer Konsole entweder im Duell
gegeneinander antreten oder zusammen / gegeneinander einige Massenkampfszenen absolvieren und
schauen, wer am Ende die meisten Kills hat. Entsprechende Level müssen dafür jedoch erst im
Einzelspielermodus-Modus frei geschaltet worden sein. Insgesamt fällt die Mehrspieler-Motivation
jedoch etwas dünn aus und da wäre ein vollständiger Coop-Modus sicher die bessere Beigabe gewesen.
Insbesondere die grauenhaften Passagen, in denen die Begleiter beschützt werden müssten, wären
dadurch um einiges spaßiger.
Meinung
Die gute Nachricht ist sicherlich, dass sich die Next-Gen-Umsetzung doch um einiges besser
schlägt als PC und PS2-Version. Gerade
in Sachen Optik präsentieren die Entwickler ein wirklich sehr schönes Spiel. Schade ist nur,
dass der Rest des Spiels nicht auf ähnlich hohem, konstanten Niveau daherkommt. Für die Hauptzielgruppe,
das Mainstreampublikum, bietet "Fluch der Karibik" auf Xbox 360 und Playstation 3 eine nette
Mischung aus kleinen Rätseln, Jump&Run-Einlagen und vielen Kämpfen. Gerade die Auseinandersetzungen
spielen sich merklich besser als auf dem PC und die Duelle sind gut umgesetzt. Der Kampf gegen
den angreifenden Kraken ist auf der Xbox 360 sehr schön inszeniert. Nur leider lässt das nächste
Motivationstief nach solchen "Highlights" nicht lange auf sich warten. Sei es, dass die dämlichen
KI-Begleiter wieder beschützt werden müssen oder einem das nächste Storyfragment präsentiert
wird. Mit Ach und Krach reicht es für eine 3+, aber es wäre deutlich mehr drin gewesen. Wer
nicht unbedingt einen aktuellen Lizenztitel zum Vollpreis braucht, bekommt sicher bessere Alternativen.
Ansonsten gibt es mit der Prince of Persia
Trilogie oder God of War deutlich bessere Actionspiele.
Geschrieben am 11.06.2007, Testkonfiguration: Xbox360
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