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Port Royale 2
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (61 votes) | | 1 |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 2 |
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| Name: | Port Royale 2 |
| Genre: | Wirtschafts-Sim |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/05 |
| Publisher: | Ascaron |
| Entwickler: | Ascaron |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 700Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.1 |
| USK: | 6 |
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Nachdem uns Ascaron noch vor kurzem mit "Piraten - Herrscher der Karibik" (Review)
die abgespeckte Version von Port Royale als Pirates! Klon präsentierte, kommt nun der echte
Nachfolger Port Royale 2. Den Vorgänger selbst habe ich damals wegen der Fülle an Bugs ziemlich
früh in die Ecke geworfen. Da der Name Ascaron in aller Regel für eine schier unendliche Masse
Bugs beim Release steht, ging ich auch den Nachfolger mit einer ziemlich großen Dosis Skepsis
an. In diesem Sinne dann auch gleich zu Beginn ein Hinweis, den man kaum glauben mag. Ascaron
hat es mit Port Royale 2 tatsächlich geschafft, ein bugfreies Spiel auf den Markt zu bringen.
Eigentlich traurig, dass man sich darüber freuen muss, aber im Fall Ascaron sicher mehr als
erwähnenswert :).
Am Spielprinzip und der Technik hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel verändert,
was wahrscheinlich auch ein Grund dafür ist, dass wir bei diesem Spiel auf keinerlei Bugs treffen.
Vor jedem Spiel wird zunächst festgelegt, welcher der 4 im Spiel verfügbaren Nationen man
sich anschließen will. Zur Auswahl stehen hier England, Frankreich, Holland und Spanien. Zudem
muss entschieden werden, ob man lieber mit mehr Gold und einem schlechteren Schiff, oder umgekehrt
starten will. Auch ein Bonus auf die Eigenschaften Treffsicherheit, Charisma, Handelserfahrung
und Fechten gilt es zu verteilen. Wurde die Auswahl getroffen, startet das Endlosspiel und man
befindet sich als kleiner bedeutungsloser Händler mit seinem kleinen Schiff in der Karibik.
Nun gilt es, Ruhm und Reichtum zu erlangen. Richtige Szenarien sucht man in diesem Spiel vergeblich!
Zwar steht dieser Menüpunkt im Spiel zur Verfügung, doch verbirgt sich dahinter eigentlich das
Tutorial, welches Anfängern die Grundzüge des Spiels näher bringen soll.
Die Möglichkeiten in Port Royale 2 sind sehr vielfältig. So kann man seinen Weg als Pirat,
Freibeuter oder Händler gehen. Um Letzteres jedoch kommt niemand herum, denn das Herz dieses
Spiels ist ganz klar der Handel. Wer in diesem Spiel etwas erreichen will, muss sich zunächst
ein Handelsimperium aufbauen. Denn ein höherer Rang ist gebunden am eigenen Reichtum. Jeder
Klassenaufstieg erfolgt bei einem ganz bestimmten Kontostand. Mit jedem Aufstieg steigt das
Ansehen, sowie die Berechtigung weitere Kapitäne einzustellen und weitere Konzessionen zu erwerben.
Konzessionen werden benötigt, um in einer Stadt Fabriken und Plantagen zu erwerben bzw. zu bauen.
So gilt es also gerade in den ersten Stunden des Spiels zwischen den verschiedenen Städten Handel
zu treiben. Die Preise im Spiel werden in Echtzeit berechnet und richten sich nach Angebot und
Nachfrage. Sind bestimmte Güter in einer Stadt besonders knapp, so wird dies auf der Karte angezeigt.
Bei weiten Strecken kommt man jedoch oftmals zu spät und ein anderer Händler hat schon die Nachfrage
gedeckt. Da die Preise in Echtzeit berechnet werden, empfiehlt es sich ohnehin in jeder Stadt
nur geringe Mengen der eigenen Ladung zu verkaufen, da der Preis mit jeder verkauften Tonne
automatisch fällt. So macht es also mehr Sinn, die gesamte Ladung auf mehrere Städte zu verteilen,
will man den bestmöglichen Profit erzielen.
Hat man eine Weile fleißig Handel betrieben und so sein Konto etwas gefüllt, wird gebaut.
Zunächst besitzt jeder Spieler nur eine Konzession für seine Heimatstadt. Dort können nun Fabriken
und Plantagen gebaut werden, um zukünftig seine selbst hergestellten Güter zu verkaufen. Unterschieden
wird hier zwischen Rohstoffen, Grund- , Fertig-, Kolonial- und Importwaren. Letztere können
nicht produziert werden, sondern kommen mit Transportkonvois aus der alten Welt, während Kolonialwaren
von eben diesen Konvois dann mit zurück genommen werden. Hier kommt dann auch der Unterschied
der Städtetypen ins Spiel. In Gouverneursstädten werden Fertigwaren produziert und Importwaren
aus der alten Welt angeliefert, für welche es in den Kolonialstädten große Nachfrage gibt. Die
Kolonialstädte wiederum produzieren die für die Fertigwaren nötigen Rohstoffe und Kolonialwaren,
welche wiederum von den Gouverneursstädten benötigt werden. Das ist ein riesiger Kreislauf,
der im späteren Spielverlauf dazu führt, dass man auch die benötigten Rohstoffe selbst produziert,
anstatt diese irgendwo günstig einzukaufen, was natürlich sehr viel teurer ist.
Man ist jedoch nicht allein als Händler in einer Stadt. Früher oder später wird es in jeder
Stadt eng, da es an Baugrund mangelt. Hier hat der Spieler nun die Möglichkeit andere Händler
zu ruinieren, indem er die Preise dauerhaft niedrig hält, so dass die ansässigen Händler ihre
Betriebe schließen müssen. Alternativ kann er die Betriebe aber auch aufkaufen.
Der Transport aller Waren erfolgt mit Konvois. Jeder Konvoi kann aus bis zu 10 Schiffen bestehen.
5 dieser 10 Schiffe können als Eskorte markiert und entsprechend ausgerüstet werden, um die
Transportschiffe zu beschützen. Hat man erst mal ein größeres Imperium, macht es natürlich weder
Sinn und Spaß, jeden Konvoi manuell zu steuern. Darum gibt es die Möglichkeit, automatische
Handelsrouten zu generieren. Hier kommen dann die Kapitäne ins Spiel, welche für diese automatischen
Handelsrouten benötigt werden. Diese können in Kneipen angeheuert werden. Für eine automatische
Handelsroute jedoch benötigen sie auch eine gewisse Erfahrung. Im späteren Spielverlauf findet
man Lehrer, welche die eigenen Kapitäne in bestimmten Bereichen ausbilden. Ansonsten gilt das
Motto "Learning by doing" :-) Mit jedem Rang steigt die Anzahl der Kapitäne, die man einstellen
darf.
Läuft die Produktion der eigenen Betriebe erst mal reibungslos und werfen auch die Handelsrouten
Gewinn ab, füllt sich langsam das Konto und man kann sich anderen Dingen zuwenden. Steht man
sich gut mit einer Nation und hat auch schon einen Gouverneur auf sich aufmerksam gemacht, erteilt
dieser dem Spieler Aufträge und bietet Kaperbriefe zum Verkauf an. Kaperbriefe sind notwendig,
um Schiffe einer entsprechenden Nation anzugreifen. Natürlich geht das auch ohne Kaperbrief,
jedoch ist dies Piraterie und hat zur Folge, dass das Ansehen nicht nur bei der Nation sinkt,
welche man angreift, sondern auch bei allen anderen Nationen. Den Auftrag, die Stadt einer anderen
Nation zu annektieren, bekommt man jedoch immer nur vom Vizekönig.
Das Kampfsystem der Schiffe klingt sehr viel schwieriger als es eigentlich ist. Für den Kampf
stehen maximal 5 Schiffe zur Verfügung. Greift man nun ein anderen Konvoi an, kommt ein Fenster,
welches den Spieler darüber informiert, aus wie viel Schiffen ein Konvoi besteht und wie viel
dieser Schiffe Begleitschiffe sind. Das Unfaire bei der Sache ist nun, dass der Gegner mit 5
Schiffen gleichzeitig in den Kampf zieht, während der Spieler immer nur ein Schiff zur gleichen
Zeit steuern kann. Ist dieses zu stark beschädigt, so kann eines der anderen 5 Schiffe gewählt
werden, während sich das andere automatisch zurück zieht. Das klingt äußerst unfair, ändert
aber nichts daran, dass die Kämpfe insgesamt trotzdem viel zu einfach sind, was auf Dauer für
etwas Langeweile sorgt. Mit der richtigen Taktik ist jeder Militärkonvoi einfache Beute, egal
aus welchen Schiffstypen er besteht. Dafür ist es nicht mal erforderlich, dass man selbst große
Schiffe im Konvoi hat, obwohl dies natürlich hilfreicher ist und die Sache noch einfacher macht.
Das Prinzip ist eigentlich immer gleich. Zunächst dezimiert man mit Streukugeln die Mannschaften
auf den gegnerischen Schiffen. Bei kleineren und wendigeren Schiffen werden dann gegebenenfalls
noch Kettenkugeln eingesetzt um die Segel zu zerstören, um so eine Flucht zu verhindern. Danach
geht man, natürlich möglichst mit dem größten Schiff und der größten Mannschaft zum Entern über.
Hier sollte man vielleicht mit einem Patch nachhelfen, da es in meinen Augen besser für den
Spielspaß wäre, wenn der Angriff auf einen Militärkonvoi ein wenig mehr herausfordernder wäre.
Greift der Spieler ein Schiff an, auf welchem sich der gegnerische Kapitän befindet, so kommt
es zu einem Fechtkampf. Das Prinzip ist hier recht einfach und viel zu anspruchslos, da es schier
unmöglich ist, einen Fechtkampf zu verlieren. Vorteil bei den Fechtkämpfen ist, dass die beiden
Kapitäne die Sache unter sich ausmachen und die Mannschaften verschont bleiben.
Anders dagegen verhält es sich mit den Angriffen auf Städten. Hier gibt es mit dem Angriff
zur See und den Angriff zu Land gleich 2 Möglichkeiten. Beim Angriff über Seeseite gilt es zunächst,
in der Stadt vor Anker liegende Militärkonvois auszuschalten. Danach müssen die Türme im Hafen
zerstört werden und genau hier liegt die Schwierigkeit. Hat eine Stadt nur 3-4 Türme, ist die
Sache mit nur 5 Schiffen durchaus lösbar. Vor allem dann, wenn die Türme weit auseinander liegen.
Bei mehr Türmen jedoch wird die Sache schwierig, da die Treffer durch Türme sehr viel Schaden
an den eigenen Schiffen verursachen. Hat eine Stadt also zuviel Türme, bleibt nur der Angriff
über Landseite oder der Einsatz mehrerer Konvois. Hierfür jedoch ist sehr viel Material und
eine große Mannschaft erforderlich, welche zudem möglichst mit Musketen ausgerüstet sein sollte.
Gesteuert werden die Soldaten dann in Echtzeit. Insgesamt ist der Kampf aber auch wieder sehr
anspruchslos und von keiner Taktik abhängig. Ausschlaggebend sind hier Anzahl der Soldaten und
die Ausrüstung.
Wie die Kämpfe, wird auch der Handelspart auf Dauer recht langweilig. Hier geht es dann nur
noch darum, dass Kapital zu verzehnfachen und das eigene Imperium auf möglichst viele Städte
auszudehnen. Anreiz sind hier auf lange Sicht nur noch Aufträge zum Annektieren von Städten
und der Erhalt eigener Städte als Belohnung.
Grafisch ist Port Royale 2, welches die gleiche Engine wie der Vorgänger benutzt, sicher
nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, was ich aber keinesfalls als störend empfinde. Die Musikuntermalung
ist hervorragend und die Steuerung geht einfach und unkompliziert von der Hand. Wie eingangs
schon erwähnt, sind während des Tests mit einer Spielzeit von gut 40 Stunden keinerlei Bugs
oder Abstürze aufgefallen.
Alles in allem hatte ich mit Port Royale 2 eine Menge Spaß. Das Spiel hat zumindest in den
ersten 20-30 Stunden ein unwahrscheinlich großes Suchtpotential. Irgendwann aber war zumindest
bei mir die Luft raus, wobei das von Spieler zu Spieler sicher unterschiedlich sein mag. Ich
möchte auch gar nicht ausschließen, dass das nur eine vorläufige Flaute ist und mich die Sucht
in geraumer Zeit wieder packt, um mein Imperium weiter auszubauen. Wer Spaß an Spielen dieser
Art hat, sollte auf jeden Fall zugreifen, denn er bekommt ein umfangreiches Wirtschaftsspiel
mit vielen Möglichkeiten und tollem Flair. Trotzdem hätte ich mir mehr gewünscht.. Das Fehlen
von Kampagnen und Szenarien ist im Grunde nicht zu entschuldigen und gehört bei Spielen dieser
Art einfach dazu, auch wenn ich selbst eher zu den Endlosspielern gehöre.
Geschrieben am 06.08.2004, Testkonfiguration: AMD2000+, GeForce 4, 512 MB Ram, SB Audigy
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