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Prince of Persia Classic
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| Autor | | 2 |
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| Gesamt (2 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 2.2 |
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| Name: | Prince of Persia Classic |
| Genre: | Jump n Run |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2007/06 |
| Publisher: | Ubisoft |
| Links: | Jordan Mechner |
| Hardware: | Xbox360 |
| System: | Xbox360 |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | Remake auf für PS 3, Original für 15 weitere Plattformen (Mac bis Handheld) |
| USK: | 12 |
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 | | SNES Version |
 | | PC Version |
 | | PC Version |
 | | SNES Version |
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Über 20 Jahre ist es inzwischen her, dass Jordan Mechner 1989 ein Jump & Run auf den Markt
gebracht hat, was nicht nur technisch beeindruckend war, sondern den Grundstein für eine erfolgreiche
und spielerisch hochwertige Franchise bildete, die im Laufe der Zeit mit zahlreichen Nachfolgern
versehen wurde. Im Mai 2010 folgte sogar eine wirklich sehenswerte Filmumsetzung, die gerade
für Fans der Serie eine stimmige Mischung aus bekannten PoP-Elementen, neuen Ideen und 120-Minuten-Filmhandlung
darstellt.
Mit der Sand of Time-Reihe , Warrior
Within & The Two Thrones hatte
Ubi Soft zwischen 2003 und 2005 das Spielkonzept erfolgreich modernisiert und in schöner 3D-Optik
aufpoliert, nachdem der erste Versuch von Red Orb Entertainment 1999 nicht ganz so optimal ausgefallen
war. Der aktuelle Kinofilm war nicht nur für Ubi Soft eine Gelegenheit, nach dem Cell-Shading-Abenteuer
Ende 2008 eine Rückkehr zum Sands of Time-Gameplay zu wagen, sondern es ist eine gute Gelegenheit
einen Blick auf die Anfänge des agilen Prinzen zu werfen.
Wie hat die Serie begonnen, wie sah das Gameplay ursprünglich aus, wie gut hat das Spiel
die lange Zeit optisch überstanden und wäre das HD-Remake von Prince of Persia 1 für Xbox Live
Arcade und Playstation Network vielleicht einen Blick wert? Dies und mehr nostalgische Erinnerungen
im folgenden Review von "Prince of Persia Classic".
Versionen, Varianten & Bezugsmöglichkeiten
Nicht nur heutzutage versuchen die großen Publisher ein erfolgreiches Produkt auf möglichst
viele Plattformen zu bringen, um mehr Gewinn einzufahren, auch vor 20 Jahren wurden erfolgreiche
Konzepte portiert. Die erste Version erschien 1989 für den Apple II und wurde in den folgenden
Jahren auf nahezu allen erdenklichen Systeme umgesetzt. Es folgten bis 1992 Versionen für Amiga,
PC, Sega CD, Master System und NES. Neben zusätzlichen Umsetzungen für Handhelds gab es 92 auch
noch eine ganz besondere Version für das SuperNintendo. Während sich das Spiel von Apple II
bis PC lediglich durch Kleinigkeiten (etwa andere Hintergründe) in der Optik unterschied, bekam
der Käufer mit der SNES-Variante ein unglaublich stark erweitertes Spielerlebnis geboten. Dazu
mehr im Abschnitt XXL-Version.
Leider ist das Original bis heute nicht als legale Freeware zu haben, so dass PC-Spieler
dank DOS-Box den Klassiker immer und auf allen Systemen spielen könnten, auf der eine DOS-Emulation
läuft. Noch ein Exemplar auf eBay und Co zu bekommen wird schwer und leider wird der Titel auch
noch nicht auf der DRM freien Downloadplattform gog.com geführt, was insbesondere auch deswegen
schade ist, da es für den PC auch einen Leveleditor und einige sehr gelungene Fan-Erweiterungen
gibt. Die bekannteste und auch gleichzeitig eine der schwersten Fan-Mappacks ist "Prince of
Persia 4D", was auch Profis vor eine ordentliche Herausforderung stellt. Ansonsten haben Konsolenbesitzer
einige Möglichkeiten, um den Klassiker auf dem Fernseher spielen zu können. Sands of Time, ein
Spiel der letzten Konsolengeneration, das noch auf der Xbox 360, Wii und den ersten PS 3-Geräten
mit PS 2-Abwärtskompatibilität läuft, beinhaltet den Oldie als versteckten, freischaltbaren
Bonus auf der Disk. Gleiches gilt für Wii-Käufer, die sich den neusten Titel, "The Forgotten
Sands", gekauft haben. Nach wenigen Minuten Spielzeit kann über eine Retro-Potion das Original
aus dem Jahr 1989 im Extras-Menü freigeschaltet werden.
Aber es geht auch ganz ohne Freischaltung. Im Playstation Network Store und auf dem Xbox
Live Arcade-Marktplatz gibt es für ca. 10 € ein HD-Remake. Auch auf diese Version
wird etwas weiter unten genauer eingegangen. Käufer, die in die Collectors Edition von "The
Forgotten Sands" investieren, finden in der Verpackung einen Gutscheincode, um sich das Gameloft-Remake
kostenlos über den jeweiligen Onlinestore der HD-Konsole laden zu können. Zwar würde es sich
auch anbieten, auf der Virtual Console der Wii die NES und SNES-Version als kostenpflichtigen
Download anzubieten, aber bislang sucht man den Klassiker dort vergebens.
Spielzeit: 60 Minuten
Wie es schon der Titel nahelegt, so ist Spiel in Persien angesiedelt. Während sich der Sultan
des großen, persischen Reiches im Ausland befindet, um Krieg zu führen, hat der Wesir Jaffar
die Herrschaft übernommen. Was aber noch fehlt, um den Thron vollständig eingenommen zu haben,
ist das Jawort der Prinzessin. Allerdings hält die Tochter des Sultans nicht viel von Jaffar
und hat sich zudem in einen anderen verliebt. Das grausige Ultimatum von Jaffar lautet daher:
Heirate mich oder stirb. Die Bedenkzeit beträgt eine Stunde. Und während der Sand langsam in
der Uhr nach unten rinnt, beginnt das eigentliche Spiel. Der Spieler schlüpft natürlich in die
Rolle des namenlosen Liebhabers, der aus den Kerkern des Palastes entkommen und Jaffar besiegen
muss, bevor die Zeit abgelaufen ist…
Neben allerlei Wachen und Fallensystemen ist die Zeit der kniffligste Gegenspieler im Spielverlauf.
Die Bedenkzeit der Prinzessin schwindet nämlich in Echtzeit und der Spieler hat lediglich eine
Stunde Zeit, um alle 12 Level zu schaffen, Jaffar im Anschluss zu besiegen und den Sprint zu
den Gemächern der Tochter des Sultans noch im Zeitlimit zu schaffen. Wenn keine Sekunde mehr
verbleibt, dann heißt es Game Over und es muss ein neuer Anlauf in Level 1 begonnen werden.
Stirbt der Held dagegen in einer der zahlreichen Fallen, stürzt etliche Meter in den Tod oder
wird von einer Wache besiegt, dann ist noch nicht alles verloren. Mit einem neuen Leben geht
es wieder vom Start des aktuellen Levelabschnitts los. Während alle Schalter, aufgesammelten
Tränke und Veränderungen im Level zurückgesetzt werden, so gibt es die "abgelaufene Zeit" nicht
zurück. Damit das Spielerlebnis aber nicht zu frustrierend wird, kann das Spiel auf dem PC ab
Level 3 gespeichert werden (STRG + G). Gesichert wird allerdings nur die verbleibende Zeit und
die Lebenspunkte, aber nicht die Position des Spielers. Auf den Konsolenumsetzungen gibt es
Passwörter, die einen ebenfalls an den Anfang des Level starten lassen und dabei ebenfalls nur
die verbleibende Zeit und den aktuellen Gesundheitszustand des Spielers codiert beinhalten.
Faszination Gameplay
Wie schon oben beschrieben, besteht das Spielziel darin, den Helden durch die unterschiedlichsten
Dungeons und Palastabschnitte zu navigieren, um den jeweiligen Ausgang zu erreichen. Da der
Spieler allerdings immer nur einen Bruchteil der teilweise sehr großen Level sieht, gilt es
erst einmal die Umgebung genauer zu erkunden und einen Weg aus dem "aktuellen Bildschirmabschnitt"
zu finden. Allein das ist nicht immer ganz einfach. Ist links oder rechts ein Durchgang zu erkennen,
dann muss die Spielfigur den Abschnitt nur in die jeweilige Richtung verlassen. Ähnliches gilt,
wenn ein Loch in der Decke oder am Boden zu sehen ist. Ein unbedachter Sprung nach unten ist
allerdings selten zu empfehlen, da die Gewölbe teilweise einige Meter in die Tiefe gehen. Besser
ist es daher, sich erst einmal vorsichtig nach unten zu lassen und kurz an der Kante festzuhalten,
um die Lage zu sondieren. Befindet sich unter einem eine Plattform oder eine Stachelfalle? Lässt
man sich an dieser Seite des Lochs runter oder besser auf der anderen? Immer mal wieder versperren
zudem Fallgitter den Weg und es müssen Bodenplatten geöffnet werden, damit der Spieler schnell
durchschlüpfen kann, bevor das Gitter wieder zufällt. In Kombination mit Fallen und Klettereinlagen
ergeben sich interessante Geschicklichkeitspassagen, wie etwa Torplatte aktivieren, nach oben
klettern, links über den Abgrund springen, an der Kante festhalten, nach oben ziehen und schnell
noch geduckt durch die Tür, bevor sich diese wieder geschlossen hat. Außerdem im Levelsortiment:
Bodenplatten, die ein Fallgitter runterkommen lassen und nicht berührt werden dürfen oder heimtückische
Sprungeinlagen, die im nächsten Bildschirm im Tod enden, wenn nicht schnell reagiert wird oder
der Spieler "ungünstig" abspringt. Aber auch Stacheln, die aus dem Boden schießen und den Spieler
aufspießen, wenn dieser einfach nur über die unscheinbaren Löcher lauft, sind eine Gefahr und
bedeuten den sofortigen Tod.
Die Kombination und Varianz der unzähligen Klettereinlagen, Schalterätsel und "Überraschungen"
im Levelverlauf sind die ganz große Stärke des Titels. Es gibt zwar insgesamt nur eine geringe
Anzahl an "Bauteilen", die zur Verfügung stehen, aber daraus wurde sehr viel gemacht. Eine wackelnde
Bodenplatte, die, wenn der Prinz drauf steht, wenige Augenblicke später nach unten fällt, kann
nicht nur einen (Rück)Weg versperren, sondern beispielsweise auch eine Falle darunter zerdrücken,
eine Wache ausschalten oder eine Bodenplatte dauerhaft nach unten drücken. Aber genauso kann
die lose Platte in der Decke über dem Prinzen angebracht sein und es muss von unten dagegen
gestoßen werden, um einen Ausgang aus dem aktuellen Bildschirmabschnitt zu finden. Auch profitiert
das Spiel davon, dass nicht jeder Weg, jedes Loch in der Decke oder Hangelmöglichkeit nach unten
wirklich zum Ausgang des Levels führt, sondern auch zahlreiche Sackgassen vorhanden sind. In
einigen lauern nur tödliche Falle, in anderen gibt ein Heiltrank einen Gesundheitspunkt wieder,
der etwa abgezogen wird, wenn die Spielfigur mehr als eine Etage nach unten fällt oder eine
Bodenplatte auf den Kopf bekommen hat. Außerdem gibt es Tränke, die dauerhaft einen Lebenspunkt
dazugeben, was gerade in den späteren Leveln sehr willkommen ist. Forschernaturen werden daher
gut belohnt.
Alles sollte der Spieler aber nicht trinken. Nicht jedes Gebräu ist bekömmlich. In einigen
Fällen steht das Spiel danach im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Kopf. Immer mal wieder trifft
der namenlose Held zudem auch auf Gegner, die im Schwertkampf besiegt werden müssen. Das Kampfsystem
ist zwar nicht wirklich komplex und die beiden Aktionsmöglichkeiten "Blocken" (im richtigen
Moment drücken, wenn der Gegner zum Schlag ausholt) und "Angriff" reichen immer aus, um sich
auch gegen die stärkeren Gegner zu Wehr setzen zu können.
Es gibt viele Kleinigkeiten, die das Überleben trotzdem erleichtern. So kann ein geschickter
Spieler beispielsweise nah an den Gegner ran und mit einem weiteren Vorwärtsschritt die Seiten
tauschen. Dadurch ergeben sich mitunter interessante und neue Möglichkeiten. Fallen und Abgründe
stellen nicht nur für den Spieler eine tödliche Gefahr dar, sondern auch für die Gegner. Oder
aber der Gegner wird an einer bestimmten Stelle besiegt, damit etwa die Leiche den Bodenschalter
nach unten drückt und somit das Fallgitter sich nicht gleich wieder schließt. Durch Laufen &
Schleichen über und unter den Wachen lässt sich zudem bestimmen, in welche Richtung die Feinde
schauen, was an einigen Stellen hilfreich ist, wenn der Spieler sich beispielsweise erst noch
hochziehen muss, um die kleine Etage zu erreichen, worauf sich der Feind befindet.
Technik aus dem Jahr 1989
Wirklich taufrisch ist Prince of Persia nach über 20 Jahren wahrlich nicht mehr. Steinalt
trifft es da schon viel eher. Allerdings hat sich das 2D-Jump & Run für die lange Zeit - und
nur etwa 0,4 MB Speicherplatzverbrauch - erstaunlich gut gehalten. Natürlich ist man als Spieler
heutzutage besseres gewohnt, als eine Texttafel zur Einleitung, Zwischensequenzen, die lediglich
aus einigen Animationen bestehen und einige Midi-Sounds, die das höchste der akustischen Gefühle
darstellen. (Nicht erst durch Tomb Raider konnte man sich an einem "uh" erfreuen, wenn die Spielfigur
gegen ein Hindernis stößt.) So generisch die Levels auch aufgebaut sind und es die ganzen Levelelemente
nur in zwei Farben (grau für die Kellergewölbe und gelb für die Palastumgebung) gibt, die Levels
aus teils kuriosen Anordnungen von Platten in mehreren Etagen besteht, so machen Fenster, Säulen
und flackernde Fackeln die Kulisse auch heute noch recht lebendig und glaubwürdig. Animiert
ist zwar wenig, aber das, was sich bewegt, wirkt stimmig. Allen voran die Animationen der Spielfigur,
wobei schon 1989 berücksichtigt wurde, dass sich die Spielfigur nicht einfach sofort im Lauf
umdrehen kann, sondern mit Verzögerung reagiert. Ansonsten fällt heutzutage primär auf, dass
die Bewegungen nicht dynamisch ineinander übergehen und jeweils abgeschlossen sein müssen, bevor
die nächste Aktion ausgeführt wird. So braucht der Prinz beispielsweise immer zwei "Kacheln"
Anlauflänge, um danach einen Sprung ausführen zu können, da zuerst die Laufanimation ausgeführt
wird, die zwei Platten braucht und danach der Sprungbefehl, auch wenn dieser eher gegeben wird.
Steht die Spielfigur somit beispielsweise nur etwa 1,8 Platten vor dem Abgrund, dann fällt der
Prinz mit Garantie hinab. Frustrierend spielt sich der gute Prinz aber auch heutzutage nicht,
lediglich nicht ganz so geschmeidig und fehlertolerant, wie in den neuen Spielen, wo der Spieler
sogar zurückspulen konnte, wenn ein Sprung misslang.
Leveldesign und Grafik helfen dem Spieler dabei, genau sehen zu können, wie man an welchen
Stellen springen kann. Bodenplatten sind immer klar erkennbar, durch hüpfen wackeln lose Platten
und wenn man einmal weiß, dass die Spielfigur aus dem Stand maximal einen Abgrund von drei Kacheln
überspringen kann und sich dann noch festhalten muss, dann lässt sich das Vorgehen sehr gut
im Voraus planen. Doch auch die eigentliche Steuerung ist ausgesprochen rund und funktioniert
mit der Tastatur (oder einem Gamepad mit einem Steuerkreuz) ausgezeichnet. Mit links/rechts
läuft die Figur in die entsprechende Richtung. Nach unten lässt den Charakter, wenn er am Rand
steht, herabklettern, ansonsten geht die Figur in die Hocke. Das "nach oben" Kommando wird für
Sprünge im Lauf eingesetzt, aus dem Stand ergreift die Spielfigur dagegen die Kante über sich
und zieht sich nach oben und im Kampf wird damit geblockt. Zusätzlich gibt es nur eine wichtige
Multifunktionstaste. Die Aktionstaste dient im Kampf als Angriffsschlag, beim Springen & Runterlassen
zum Festhalten an der Kante und in Kombination mit den Bewegungstasten links/rechts zum vorsichten
Gehen. In diesem Modus kann man vorsichtig - und ohne zu sterben - durch Stachelfallen gehen
und auch über eine Kante tritt der Charakter dann nicht hinaus, sondern bleibt pixelgenau davor
stehen. Über 7 und 9 auf dem Nummernblock lassen sich zudem gefahrlos Sprünge aus dem Stand
nach links oder rechts vollführen, ohne Gefahr zu laufen, wie bei der alternativen Kombination
Pfeil links/rechts + Pfeil hoch eine Taste zu früh zu drücken und damit im nächsten Abgrund
zu landen.
HD-Remake für Xbox 360 & Playstation 3
Nachdem im letzten Jahrhundert so ziemlich jedes System eine Version von Prince of Persia
bekommen hatte und der Oldie auf fast allen Sands of Time-Versionen als Bonus beilag, hat sich
Ubi Soft 2007 dazu entschlossen, Gameloft ein Remake des Oldies für aktuelle Download-Systeme
anfertigen zu lassen. 2007 für Xbox Live Arcade und später (2008) auch für Playstation Network-User
gab es ein HD-Remake des Klassikers mit Namen "Prince of Persia Classic". Der erste Unterschied,
der einem sofort ins Auge sticht, ist die neue Grafik. Die Zeiten von 2D-Sprites und Hintergründen
sind vorbei, die Level in der HD-Version erstrahlen in ansehnlicher 3D-Optik, wobei das Geschehen
weiterhin von der Seite dargestellt wird. Außerdem wurde der Grafikstil ein wenig geändert.
Statt grauer Kellergewölbe geht es in der Classic-Version durch eine etwas freundlichere Kulisse,
die sich vom Design und in der Farbgebung sehr stark an Sands of Time orientiert. Auch der Prinz
hat seine weiße Kluft ausgetauscht, Farah übernimmt im Remake die Rolle der Prinzessin und der
böse Wesir wird vom Bösewicht aus Sands of Time übernommen. Sogar der dunkle Prinz hat einen
Auftritt im Remake, wo wird aber nicht verraten. Kenner des Originals dürften es erahnen. Ansonsten
haben die Entwickler das Leveldesign und Gameplay vom Ur-Prinzen 1 zu 1 übernommen und nicht
angetastet. Durch die Breitbildauflösung sieht man links und rechts etwas mehr, Bodenplatten
sind etwas deutlich zu erkennen und der Endkampf läuft leicht anders ab, aber ansonsten wird
klassische Kost geboten. Die Fallen und Abgründe sind alle noch, wo sie waren und tödlich, wie
bisher.
Änderungen gab es lediglich beim Kampfsystem und der Steuerung. Ersteres leider nicht unbedingt
zum Besseren. Gameloft hat versucht, etwas mehr Dynamik ins Gameplay zu bringen, was die Auseinandersetzungen
allerdings auch recht unberechenbar macht. Da die Kämpfe zudem schneller ablaufen, als im Original,
ist schon einiges an Einarbeitung erforderlich, bis man die schweren Gegner, die ständig blocken
& kontern (und der Spieler entsprechend ebenfalls, wenn man keinen Treffer abbekommen möchte),
besiegen kann. Ansonsten ist die Steuerung recht ähnlich geblieben. Lediglich Kleinigkeiten
sind anders. So zeigt eine kleine Fee immer mal wieder, wo es weitergeht, die Aktionstaste ist
nicht mehr für die Aufnahme von Tränken zuständig, so dass man nun auch langsam auf eine Kante
zugehen kann, auf der ein Trank steht, ohne diesen zu nehmen und wenn die Spielfigur über einen
Rand fällt und der Spieler schnell genug reagiert und in die andere Richtung lenkt, dann hält
sich der Prinz noch an der Kante fest. Ein kurzes, automatisches Festhalten erfolgt nun auch,
wenn die andere Seite nicht ganz erreicht wurde und einige Kletteraktionen wurden flüssiger
gestaltet. So muss die Spielfigur nicht mehr genau und ruhig unter einer Kante stehen, um nach
oben zu klettern, das geht jetzt auch direkt aus dem Lauf. Ähnliches gilt für Kletteraktionen
in schmalen Bereichen, da sich der Held automatisch an einer Wand abstoßen kann. Zudem muss
die Figur beim Hochklettern / Runterlassen nicht mehr in die richtige Richtung schauen, sondern
dreht sich ggf. automatisch um. Außerdem ist aus dem Lauf eine Rolle möglich, um noch schnell
unter Gittern durchzukommen und für einen langen Sprung reicht nun eine Plattform Anlauf. Insgesamt
sind das alles schöne Verbesserungen im Detail, wenngleich die Übergänge zwischen den einzelnen
Aktionen teilweise noch immer recht abgehakt und nicht so flüssig wirken, wie in Sands of Time.
Beim Umstieg vom Oldie zum Remake wirkt die Handhabung trotz einiger Komfortfunktionen doch
ein wenig schwammig, woran man sich aber mit der Zeit gewöhnt. Gerade für Einsteiger ist es
auch sehr angenehm, dass es nun Checkpoints in den Leveln gibt, so dass nicht immer alles neu
gespielt werden muss, sollte die Figur mal an einem Sprung, einer Falle oder einem Gegner scheitern.
Auch das 60-Minuten-Zeitlimit ist sehr viel benutzerfreundlicher ausgefallen. Sollte die Zeit
nicht reichen, dann kann man jederzeit im Menü bereits gespielte Level neu angehen und die eigene
Bestzeit versuchen zu unterbieten. Eingesparte Minuten stehen dann wieder für andere Level zur
Verfügung. Über Bestenlisten kann man zudem die eigene Leistung mit der von Freunden und anderen
Spielern auf der ganzen Welt vergleichen. Außerdem kann man sich einen Ghost anzeigen lassen,
wenn ein Level erneut in Angriff genommen wird, der die letzte Bestzeit des Spielers zeigt bzw.
die letzte Route abläuft. Wer es außerdem schwerer haben möchte, der kann sich auch am Zeitspiel
und dem Überlebensmodus versuchen. Beim Zeitspiel tickt die Uhr unerbittlich die 60 Minuten
runter und es ist nicht möglich einen Level erneut zu spielen, um wieder mehr Zeit zu haben.
Der Überlebensmodus ist schließlich etwas für Freaks. Hier tickt nicht nur die Uhr im Hintergrund,
sondern der Spieler hat auch nur ein Leben. Stirbt der Held, dann heißt es Game Over.
Der XXL-SNES-Port
Neben unzähligen Portierungen und Umsetzungen auf diversen Plattformen, die bis auf kleinere
Änderungen in der Optik immer sehr dicht am Original geblieben sind, gibt es auch eine ganz
besondere Version: Die SNES-Umsetzung aus dem Jahre 92. Der Name Prince of Persia trifft es
fast schon gar nicht mehr, da das Spiel extrem erweitert und ausgebaut wurde. Die 14 Level wurden
auf 20 aufgestockt und bestehende Abschnitte teils massiv aus- und umgebaut. Das neue Zeitlimit,
was nun bei 120 Minuten liegt, lässt erahnen, wie viel mehr Spiel in der SNES-Variante steckt.
Die bekannten Level sind zwar auch enthalten, aber wurden massiv erweitert. Es gibt etliche
neue Räume, teilweise merklich abgeänderte Wege, überarbeitete Passagen und interessante, neue
Ideen. Immer mal wieder gibt es auch ganz neue Level, die meist ähnlich umfangreich ausgefallen
sind. Der Spieler ist auch nicht mehr nur in zwei unterschiedlichen Settings unterwegs, sondern
bekommt sehr viel mehr Abwechslung geboten: Eine kurze Passage auf den Mauern der Burg, es geht
durch Tunnel mit Holzstützen, tempelähnliche Areale und auch eine rötliche Unterwelt wird besucht.
Aber auch kniffligere Gegner, Elite-Wachen und mehr Skelette fordern den Spieler. Immer mal
wieder kommt es zudem zu spannenden Bosskämpfen, die mitunter als Endgegner am Levelende auf
den Spieler warten und teils extrem viele Hitpoints haben. Doch auch neue Fallen, wie Flammen
aus dem Boden, Stampfer von der Decke und Messer aus den Wänden sorgen für mehr Abwechslung.
In Konstellation mit Fallen und Abgründen sind auch die Förderbänder eine nette Sache, wenngleich
solche Konstruktionen nicht ganz ins Setting passen. Ein fünf Level umfassendes Tutorial, worin
der Spieler nach und nach mit den einzelnen Kletter- und Sprungmöglichkeiten vertraut gemacht
wird, und eine schöner gestaltete Introsequenz runden die insgesamt gelungene und stark aufgebohrte
SNES-Fassung ab. Schade nur, dass der Titel bislang noch nicht auf der Virtual Console von Nintendo
Wii zu haben ist.
Meinung
Es ist fast egal, welche Version man sich vom Prinzen zulegt, wirklich viel kann man nicht
falsch machen, wenn man Spaß daran hat, Fallen zu umgehen, Umgebungen zu erforschen, und eingestreute
Kämpfe zu meistern. Auch wenn die Urversion bzw. die SNES-Fassung um die 20 Jahre auf dem Buckel
haben, das 2D-Gameplay und die Steuerung funktionieren auch heutzutage noch ausgesprochen gut.
Es fehlen primär Komfortfunktionen, die moderne Spiele / Pronce of Persia-Titel bieten, wodurch
der Schwierigkeitsgrad etwas höher ausfällt, und eine bombastischere Präsentation. Leichter,
sprich zugänglicher, und optisch moderner ist dagegen schon das HD-Remake. Checkpoints und die
Möglichkeit sich immer wieder verbessern zu können, ermöglichen es auch Anfängern, das Ende
zu sehen. Insgesamt bietet die Neuauflage zwar auch nur ein 60-Minuten-Spiel, aber zumindest
im ersten Anlauf wird keiner das Spiel so schnell durchspielen. Da wäre es schon nicht schlecht
gewesen, wenn Teil 2 auch gleich im Remake enthalten wäre. Oder alternativ einige neue Levels
von den Entwicklern, um etwas mehr Spiel fürs Geld zu bieten. Immerhin kostet der Download 10€
und dafür bekommt man auf dem PC die komplette Sands of Time Trilogie aus der Software Pyramide,
die das Spielkonzept extrem gut ins 3D-Zeitalter gebracht hat und mehr als nur eine Empfehlung
wert ist.
Geschrieben am 05.06.2010, Testkonfiguration: Xbox360
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