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Rayman 3
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
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| Gesamt (58 votes) | | 1 |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 1.4 |
 |   | | 2.1 |
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| Name: | Rayman 3 - Hoodlum Havoc |
| Genre: | Jump n Run |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/03 |
| Publisher: | Ubisoft |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | rayman-fanpage.de |
| Links: | Walkthru bei mag64 |
| Hardware: | 600Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 650 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auch für Xbox, Gamecube, PS2 |
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 | | Globox & Rayman |
 | | Fernlenkrakete |
 | | Snowboard-Abfahrt |
 | | Luftwaffen Hoodlums |
 | | Guter Cop, böser Lum |
 | | Arztbesuch mit Globox |
 | | Im Sumpf des Verbrechens |
 | | Hoodlum-Püree |
 | | Herr der Sieben Meere |
 | | The Heat is on |
 | | Hoch hinaus |
 | | Hoodlumscher Ausguck |
 | | Flugtour durch den Sumpf |
 | | Gefangen |
 | | Knochenwege |
 | | Angriff der Klon-Hoodlums |
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| Rayman 3 - Hoodlum Havoc (review von yak) |
Ich hüpfe, also bin ich...
Na ja, nicht so ganz, denn unser Held muss zumindest ohne Arme und Beine
auskommen.
Aber genau das ist Raymans Stärke, denn wie sonst sollte er seine Fäuste
in fliegende Geschosse verwandeln können und seine Akrobatik so flexibel
und dehnbar wie ein Gummi-Einmachring sein.
Alles hätte so schön sein können, nachdem Rayman das Wunderland im Vorgänger
vom bösen Robo-Piraten-Admiral Klingenbart befreien konnte. Wohlverdient
gingen also Rayman und sein bester Freund Globox ihrer anstrengenden Haupttätigkeit
nach... dem Faulenzen.
Doch es lief was schief im Zauberwald. Einer der sonst so liebenswerten
Lums verwandelte sich in die böse schwarze Variante (jedoch ohne Atemschutzmaske
und schwerer Atmung). Diese böswillige kleine Kreatur namens Andre zog
noch jede Menge anderer Lums auf die sozusagen dunkle Seite der Macht.
Sie verwüsteten das Land und nagten jedem Tier regelrecht die Pelle vom
Leib, um sich aus ihrem Fell Uniformen zu "stricken", so dass der Wald
bald eher den Eindruck einer Freikörperkulturszene vermittelte, als es
ansässigen Sittenwächtern lieb wäre. Die Hood-Lums terrorisierten unter
der Führerschaft von Andre das Land und verbreiteten in ihren neuen Uniformen
Angst und Schrecken, obwohl die Hoodlums nicht größer waren, als eine
wohl genährte Kuhfliege.
Kopf mit Verkleidung sozusagen, denn der Rest des Hoodlums besteht mehr
oder weniger aus ungefüllter Uniform. Kleider machen ja bekanntlicherweise
Leute. Das kann Rayman natürlich nicht durchgehen lassen und macht sich
sogleich auf den Weg. Wenig später prügelt Rayman dann auch Andre aus
seiner Hoodlum Uniform. Hätte doch Globox bloß nicht wieder seine Klappe
so groß aufgerissen, denn dann wäre ihm einiger Ärger (und uns viel Spaß)
erspart geblieben. Genau in dem Moment, als Andre in Panik fliehen wollte,
verschluckt Globox den schwarzen Lum...
Technisch lässt Rayman 3 keinerlei Wünsche offen. Für mich gehört es
derzeit eindeutig zu den graphisch schönsten Programmen, selbst im Vergleich
zu Spielen auf Basis der Unreal
2 Engine. Mit viel Liebe zum Detail und wunderschönen Landschaften
und Levelszenarien, verfeinert mit eindrucksvollen Spezialeffekten, verwöhnt
die Engine das Spielerauge. Spiegelnde Oberflächen, realistische Wasserdarstellung,
Nebel im Sumpf oder brodelnde Lava im Hauptquartier des Bösewichtes wissen
zu überzeugen. Schöne Animationen der Figuren, hohe Sichtweiten und stabile
Framraten runden das Bild ab. Die Liebe zum Detail innerhalb der Level
versetzt den Spieler auch sogleich in eine ferne Traumwelt, sei es ein
großer Wald mit riesigen Bäumen, ein nebliger Sumpf, in dem eine alte
Sumpfhexe ihr Unwesen treibt, ein schneebedeckter Berggipfel oder eine
unterirdische Maschinenanlage.
Die Animation der Figuren lässt keine Wünsche offen. Hier wurde zudem viel
Wert auf Charakterdesign gelegt, wie man es schon aus guten Trickfilmen her kennt
(siehe auch unser Interview
mit Don Bluth). Rayman hat seine ganz individuelle Art, sich zu bewegen und
auch zu agieren, genau wie Globox, der gerne mal dumm daneben steht und sich fragend
den Kopf kratzt. Selten findet man ein Spiel, wo Charaktergestaltung und Animation
so eng mit dem Gameplay und dem künstlerischen Gesamteindruck verwebt scheint.
Das eine wäre ohne das andere nicht denkbar. Hier hat man nicht einfach drauf
los entwickelt, sondern eine ganz konkrete Vorstellung davon gehabt, wie und vor
allem auch warum etwas so gestaltet wurde. Das setzt sich auch genau so in der
akustischen Realisation fort. Die Figuren reden miteinander, als ob man Betrachter
einer Comedyshow ist, es passt zur jeweiligen Spielsituation und ist absolut komisch.
Die deutsche Synchronisation ist mit das Beste, was man seit langem zu Gehör bekommen
hat. Raymans Freund Globox wird von Guildo
Horn (Sprach-Demo 1, Sprach-Demo
2), intoniert, der seine Aufgabe absolut phantastisch gemacht hat (siehe
unser Interview). Gratulation dazu! Einige Sätze aus Rayman 3 werden sicher
bei mir zu All-Time-Classic Spiel Zitaten werden, so zum Beispiel, wenn Globox
zu Rayman vermutet, dass er schwanger sei und Andre, im Bauch von Globox dazu
immer einen passenden dummen, fiesen, gemeinen, bösewichtigen, sarkastischen Spruch
auf Lager hat. Großartig! Die Geräusche sind auf gleich hohem Niveau. Es knallt,
rappelt und ruckelt, wenn Rayman durch die Level klettert, springt oder auf die
Gegner ballert. Wasser blubbert, Vögel zwitschern, Hoodlums grummeln und alles
zusammen bildet ein akustisches Rundumerlebnis ohne Fehl und Tadel.
Im Bereich Musik trumpft Rayman 3 erneut auf. Um es kurz zu sagen. Rayman
3 hat den Groove, was man spätestens nach der Intromusik feststellen muss.
Absolut tolle Musikstücke begleiten unseren Held ohne Arme und Beine durch
die Szenarien. Dschungelrhythmen, wenn wir durch die Wälder reisen, eine
Fidel, die leichtes Frankensteinhorrorambiente im Sumpf verbreitet oder
auch keltisch angehauchte Orchestrierung mit Chor sorgen für die akustische
Untermalung. Stilistisch erinnert die Musik ein wenig an die gute alte
Cartoonzeit, gewürzt mit dem Stil von Danny Elfman aus "Lottergeist-Beetlejuice".
Rayman 3 ist vom Art-Design und der technischen Realisierung ein absolut
rundes Programm geworden, dem man anmerkt, dass es mit viel Herzblut entstanden
ist, etwas, das man in der heutigen Zeit leider immer seltener findet,
besonders bei Spielserien, die eher innovationshemmend sind.
Gespielt werden kann Rayman 3 wahlweise über Tastatur, Maus oder Gamepad,
wobei ich nur jedem gewillten Spieler empfehle, andere Varianten als einem
Gamepad mit 2 analogen Sticks und möglichst viel Buttons, außer
Acht zu lasssen. Ohne Gamepad ist Rayman 3 nicht spielbar, bzw. man würde
sich den Spielspass extrem verderben. Mit dem richtigen Pad lässt sich
dann auch der gliederlose Knirps ohne Probleme steuern.
Wie schon gesagt lebt bei Rayman 3 das Gameplay besonders von der Symbiose
Art-Design und Action. Die Graphik, der Ton, die Sprache, die Musik, der
Levelaufbau und jedes weitere kleine Detail machen das Spielerlebnis Rayman
3 zu etwas ganz Besonderem und das eine lässt sich kaum vom anderen trennen.
Das beginnt schon beim grandios gemachten Tutorial. Murfy, der fliegende
Gnom, der Rayman schon im Vorgänger "genervt" hat, ist auch diesmal wieder
zur Stelle, um Rayman mit seinen alten und auch neuen Fähigkeiten vertraut
zu machen. Seine Kommentare sind einfach zu köstlich, wenn er über den
Text meckert, den er laut Drehbuch zu sagen hat. "Drücke die Springen
Taste, um zu Springen." Danach lässt er sich dann ausgiebig darüber aus,
wie sinn- und gehaltvoll doch eine solche Äußerung wohl sei und wozu sonst
schon eine Sprung Taste zu benutzen wäre. Danach mischt sich dann noch
das Handbuch mit in den Dialog ein, meckert mit Murfy rum und droht ihm
mit Rausschmiss. Alles schön sarkastisch, was Rayman 3 damit auch vom
doch eher lieblicheren Rayman 2 unterscheidet.
Die Dialoge sind wirklich eine Klasse für sich. So muss man damit rechnen,
dass Murfy kurz vor dem ersten Kampf mit Bösewicht Andre Rayman sagt.
"Pass auf, gleich wird er dir noch sagen, er sei dein Vater" :). Im Tutorial
lernt man auch gleich die Unterschiede zum Vorgänger. Anders als in Rayman
2 erhält er jetzt seine besonderen Fähigkeiten nur temporär. So kann er
z. B. die Eisenklaue (der frühere Lum-Strahl) nur zeitlich begrenzt einsetzen,
um sich an den Haken hin und her zu schwingen und Eisenfäuste, die er
u. a. zum Türen sprengen benötigt, verfliegen nach einer gewissen Dauer
wieder. Verfeinert wurden aber seine Kampftechniken. So ist es ihm jetzt
möglich, einen Rundschlag zu vollführen. Benutzt er das Strafen, kann
er eine Faust boomerangähnlich im Kreisbogen zum Gegner abfeuern und somit
hinter Deckung verschanzte Gegner attackieren. Auch im Nahkampf ist er
nun besser gewappnet und kann siegreich aus einem Faustkampf hervorgehen,
wenn er die Hoodlums aus ihrem Outfit prügelt.
Bei "normalen" Spielen ist es meist üblich, dass sich Held X in Level
Y begeben muss, um endlich Bösewicht Z zu erreichen. Anders bei Rayman
3. Hier schleppt man den Bösewicht bereits die ganze Zeit mit, denn so
langsam fühlt er sich in Globox Bauch pudelwohl und will auch nicht mehr
raus. Also muss ein Arzt her, der ihn entfernen soll und so beginnt die
Reise von Rayman und Globox.
Rayman muss "arbeiten"- Globox jammert und ist wehleidig- Andre
macht im Bauch von Globox Terror, meckert rum, will was zu trinken, droht
Globox, wenn er ihm nichts gibt, dass er seine Därme aussaugt- Globox,
die treue Seele, lässt sich von Andre überreden Pflaumensaft zu trinken,
obwohl Andre weiss, dass Globox darauf allergisch reagiert- Globox wird
schlecht und rülpst Riesenblasen, auf denen Rayman zur nächsten Ebene
hüpft. Kurz gesagt: Bei Rayman 3 tritt man die Reise mit dem wohl lustigsten
Dreigespann der Spielgeschichte an, bei dem kein Auge trocken bleibt.
Sowas gab es in der Form bisher noch nicht und alles passt so perfekt
in das Umfeld, dass man mehr oder weniger glaubt, einem Zeichentrickfilm
zuzusehen. Dabei wiederholen sich die Dialoge nie so oft, als dass der
Eindruck entsteht, dass jedesmal der selbe Text abgespult wird. Vielmehr
gibt es situations- und levelabhängig immer etwas Neues zu hören. Es wirkt
niemals aufdringlich vorgeskriptet, sondern vielmehr spontan. Wenn man
z. B. in einem späteren Level versiegelte Tore öffnen muss, stellt sich
Globox davor uns sagt Rayman, dass er es am besten in die Hand nehmen
wird. Dann fängt er an, alle möglichen Zauberformel aufzuzählen. Rayman
muss unterdessen das Rätsel knacken, indem er mehrer Gegenstände besorgen
muss. Dabei passiert man aber zwangsweise wieder Globox, der immer noch
eifrig bei der Sache ist, seine "Beschwörung" dann aber kurz unterbircht
und auf Rayman eingeht, indem er ihm sagt, dass er gleich soweit sei,
um dann wieder weiter zu machen. Schafft Rayman es dann endlich, alle
Teile aufzusammeln, öffnet sich die Türe und Globox verbucht, selbstsicher
wie er ist, den Erfolg auf seinem Konto.
Das ist alles so stimmig und fliessend eingebunden, dass das Spielen
es eine wahre Wonne ist. Man hat richtig das Gefühl, mit realen Figuren
zusammen zu spielen, die auf einen eingehen und gemeinsam mit an der Story
basteln. Das beschränkt sich jedoch nicht ausschliesslich auf das Dreigespann,
sondern ebenso auf die Zwischengegner. So muss Rayman sich nicht wundern,
wenn die alte Sumpfhexe ihn mal nebenbei darauf anspricht, wann er denn
das letzte Mal ein Mädchen gesehen hat und er ja (als Frosch verwandelt)
recht ansehnliche Froschschenkel besitzt. Auch entwickeln sich die Charaktere
innerhalb des Games weiter. So gewöhnt sich Globox langsam an seinen "Gast"
und nimmt mehr und mehr eine Vaterrolle an, was wiederum neuen Stoff für
witzige Dialoge gibt.
Aber es ist nicht einfach damit getan, Globox zum Arzt zu bringen, denn
Andre scheint sich mehr und mehr in Globox verbissen zu haben. Auf dem
Weg von einem Spezialisten zum anderen müssen einige Endgegner, verrückte
Hoodlums auf Stelzen, die die Sümpfe durchqueren, erledigt und die von
ihnen gefangengenommenen Kleinlinge aus den Käfigen befreit werden. Doch
einfacher gesagt als getan. So sind viele Käfige nicht auf direktem Wege
erreichbar, unüberwindliche Abgründe müssen erklommen werden oder nicht
zugängliche Schalter aktiviert werden. Hier kommen dann auch die
Spezialfähigkeiten von Rayman ins Spiel. So hilft ihm beispielsweise die
Panzerfaust, Türen zerbersten zu lassen, die Eisenkralle ist nützlich,
wenn es darum geht, wir Tarzan von einem Haken zum anderen zu schwingen
oder aber eine Lenkrakete, um Gegner auszuschalten oder selbige durch
verwinkelte Tunnelsystem zu lenken, um dort einen Schalter zu aktivieren.
Auch die Propellerkappe ist hilfreich, wenn man längere Flugphasen benötigt
oder höhere Ebenen erreichen muss.
Besonders schön haben die Designer auch noch die kleine Stealtheinlage
realisiert, die im letzten Spieldrittel von Rayman absolviert werden muss.
Zwecks Ablenkung der Gegner kann er hier die Lenkrakete einsetzen, um
einen riesigen Gong zu betätigen, zu dem dann alle Bösewichte rennen,
um nach dem Rechten zu sehen. Für Rayman jedenfalls der geeignete Zeitpunkt,
hinter ihrem Rücken vorbeizuschleichen. Aufgrund Raymans Physiologie -
sprich seinem Haarpropeller - gibt es anders als bei den üblichen Jump
& Run Games selten Todesstürze, da man meistens sanft an andere Stelle
landen kann. Daher ist es auch unproblematisch, dass nur bei Levelwechsel
automatisch gespeichert wird.
Besonders viel Liebe haben die Entwickler auch noch bei den Endgegnern
gezeigt. So hilft hier selten die übliche Hau Drauf Methode, vielmehr
muss man deren Schwachpunkte erkennen und diese dann gegen sie einsetzen.
Warum also nicht selbst einmal, wie es die Sumpfhexe mit uns macht, etwas
Zaubertrank ihn ihre Richtung schwappen lassen, damit sie sich selbst
zum Frosch verwandelt? Einfallsreich wie das Leveldesign sind auch die
Gegner. So gibt es einen Hoodlum, der Ryman in einer Arena mit Riesnestampfern
zu Brei verarbetein möchte, einen irren Schlossbesitzer, der Rayman per
Snipergewehr von einem Raum des Gruselschlosses zum nächsten jagt oder
das absolut furiose Finale, dass mich eine Stunde harte Endgegnerarbeit
mit mehrerer Reinkarnationen kostete, damit aber eindeutig zu den besten
Spielfinalen der Gamegeschichte gehört. Die Klonkriege sind ein Osterspaziergang
dagegen ;-).
Gewürzt wird Rayman 3 noch, wie schon im Vorgänger, mit kleinen Zwischeneinlagen.
So darf man z. B. eine furiose Snowboardabfahrt geniessen, mit einem Raumgleiter
Bösewichte jagen, Kanonen auf einem Segelschiff abfeuern, um zu verhindern,
dass es versenkt wird oder nachdem man in einen fiesen Schrumpfstrahl
geraten ist, im eigenen Schuh eine Autoscooterfahrt veranstalten. Für
Abwechselung ist also gesorgt. Wem das jedoch noch nicht reicht, der wird
mit jeder Menge Bonus belohnt. Für das Absolvieren jedes Levels werden,
je nachdem, wieviel Punkte man dort erzielen konnte (berechnet durch aufgenommene
Gegenstände, befreite Kleinlinge usw) , Extras freigeschaltet. Erreicht
man eine bestimmte Höhe, darf man Bonusspiele ausprobieren oder Filme
ansehen. So gibt es Varianten vom alten 2D Rayman, Hoodlum Tennis oder
Burgen verteidigen. Die Filme, die freigeschaltet werden können, sind
mehr oder weniger Lehrvideos für angehende Hoodlums, die erklären,
wie man Rayman am besten (und schmerzhaftesten) erledigen kann. Alles
"live" und mit "freiwilligen" Versuchskaninchen (die so in die Wäsche
gucken, als ob sie wüssten, was sie erwartet). Sehenswert, lustig und
böse.
Jeden Level darf man erneut versuchen, um sein Ergebnis verbessern zu
können und damit am "Wettlauf um die Lums" teilzunehmen. Hat man
Rayman 3 einmal durchgespielt, erhält man einen Code, mit dem man sich
auf der Raymanzone- Site registrieren und in die Bestenliste aufgenommen
werden kann.
Behaupten einige Printmagazine, dass Rayman 3 von Schwierigkeitsrad eher
was für die "lieben" Kleinen ist, kann ich dies nicht bestätigen.
Es kann nur daran liegen, dass sie es lediglich bis zum 3 oder 4 Level
gespielt haben. Danach zieht der Schwierigkeitsgrad nämlich deftig an
und hält den Spieler gut "bei Fuss" bis zum Finale. Jedoch bis auf ein
paar Ausnahmen selten unfair und motivationshemmend.
Rayman 3 ist ein fast perfektes Spiel, wenn es da nicht ein paar Kleinigkeiten
gäbe. So gibt es leider einen Bug, der manchmal verhindert, dass ein Level
beendet werden kann. Es gibt an zwei Stellen im Spiel (u. a. auf dem Eisberg)
fliegende Hoodlums als Zwischengegner, die, wenn man sich zu nahe an einem
bestimmten Bereich aufhält, durch einen Clippingfehler durch die Wand
"morphen" und dort nie wieder herauskommen und dementsprechend auch nicht
erledigt werden können, was zu Folge hat, dass man ein notweniges Powerupgrade
nicht erhält.
Warum man trotz Vollinstallation von 1.6 Gigabyte aufgefordert wird,
beim Levelwechsel die CD zu wechseln, ist etwas unverständlich. Ein anderes
Problem ist die Kameraführung, die komischerweise etwas schlechter ausfällt,
als beim Vorgänger und besonders bei den Zwischen- und Endgegnern manchmal
für Probleme sorgt, da das Spielgeschehen nicht im optimalen Blickwinkel
dargestellt wird. Ein Kamerajustieren ist in diesen Spielszenen auch nicht
immer möglich. Probleme bereitete mir auch das Gegneraufschalten beim
Zielen. Ärgerlich fand ich hingegen die etwas enge Zeitlimitierung bei
den Powerups. So war es manchmal eine absolute "Millimeterarbeit", wenn
man eine bestimmte Stelle erreichen musste, bevor das Powerup abgelaufen
ist. Hier hätte man ruhig etwas großzügiger sein können. Unverständlich
hingegen ist es, dass man im Spielmenü ausschliesslich mit der Tastatur
navigieren kann. Etwas differenziertere Force Feedback Effekte wäre auch
nicht schlecht gewesen.
Einen kleinen Rückschritt im Gegensatz zum Vorgänger gibt es jedoch.
Rayman 3 ist komplett linear. Im Vorgänger waren die Level noch durch
eine Art "Weltkarte" verknüpft. Im aktuellen Teil spielt man sie vom Storyverlauf
zwingend hintereinander. Bei Rayman 2 verlangten die Quests einen mehrmaligen
Levelbesuch, was die Welt glaubwürdiger und "runder" erscheinen lies.
Auch gab es keine "sichtbaren" Levelausgänge mehr, was es schwierig machte,
den Level nach allen verfügbaren Secrets zu durchsuchen. Hat man einmal
einen Teillevel verlassen, gab es kein zurück mehr. Die Alternative ist
dann nur, es komplett neu spielen, will man mit 100% abschliessen. Vermisst
habe ich zudem ein wenig die "alten" Freunde. Wo ist mein kleines Granätchen
? :-)
Rayman 3 ist ein würdiger Nachfolger (auch wenn mir Teil
2 einen Tick besser gefiel), der viel Spielspass, verpackt in wunderschöner
Graphik, mit erstklassigem Sound, viel Humor und liebevollen Charakteren
in einer umwerfend komischen Geschichte auf den Screen zaubert. Ein absolut
empfehlenswertes Spiel, das ich bedenkenlos allen, auch genrefremden Spielern,
ans Herz legen möchte. Soviel Spaß, allein schon durch die Interaktion
der Figuren untereinander, habe ich lange nicht beim Spielen empfunden.
Eine Tour de Force an Ideen und der Liebe zum Detail sorgen für mindestens
15 Stunden Spielspass. Rayman 3 bietet auch nach einmaligem Durchspielen
durch die vielen Secrets und Boni ausreichend Motivation, es mehr als
einmal zu absolvieren. Die Story und die Realisation sind einmalig gelungen
und die Interaktion und die Dialoge zwischen den Charakteren sind ein
neuer Innovationssprung in interaktiver Unterhaltung. Zum Nachahmen weiterempfohlen.
Warum Ubisoft Rayman 3 Hoodlum Havoc zum Mid-Price veröffentlicht hat,
ist mir echt ein Rätsel, ich hätte auch bereitwillig mehr gegeben...
... aber so ist das natürlich auch ok :-)
Geschrieben am 18.04.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
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