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Risen
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
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| Gesamt (78 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 1.4 |
 |   | | 1.9 |
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| Name: | Risen |
| Genre: | Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2009/10 |
| Publisher: | Deep Silver |
| Entwickler: | Piranha Bytes |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Links: | World of Risen |
| Links: | World of Gothic |
| Hardware: | 2Ghz, 1GB RAM, 256 MB PixelShader3, HD 2500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.1 |
| Bemerkung: | auch für Xbox360 (UK/US Versionen PC/Xbox nur in Englisch) |
| USK: | 12 |
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"Risen? Noch nie von gehört… ein neues Rollenspiel von Piranha Bytes… soll wie Gothic sein…
so so" war wohl meine erste Reaktion, als mir Dark davon erzählte. Meine Begeisterung hielt
sich ziemlich in Grenzen, daher konnte ich mich ein paar Wochen später schon gar nicht mehr
an das Gespräch erinnern…
Doch die Tage zogen ins Land und nach und nach kamen mehr Informationen ans Tageslicht. "soll
bugfrei sein…. die bisherigen Tester sind begeistert…. Kommt pünktlich, keine Verschiebungen…."
Und ich? Ich dachte nur wehmütig an Gothic
3, an die ganzen Ankündigungen, meine damalige Vorfreude, die ernüchternden Aussagen der
ersten Spieler, Bugs, Patches, Community Patches, mieses Kampfsystem, etc. etc. und dass das
meiste auch noch davon stimmte. Wahrscheinlich hab ich Gothic 3 am Ende auch nur gespielt, weil
sich aufgrund der Community Patches die Gemüter halbwegs beruhigt hatten. Ich fand´s dann am
Ende auch gar nicht so schlecht, aber enttäuscht war ich dennoch, was sich in einem nur einmaligen
Durchspielen bemerkbar gemacht hat. Das Addon von Gothic 3 habe ich erst gar nicht mehr gekauft.
Zunächst wollte ich daher erst einmal 2 Monate abwarten, bevor ich auch nur einen Gedanken an
einen Risen-Kauf verschwenden wollte. Doch wie es dann meistens so ist, macht man sich ja dann
doch vorher schon mal schlau. Und tatsächlich, die Meinungen über ein bugfreies Spiel häuften
sich, auf "World of Risen" gab es immer neuere Infos und der Termin wurde tatsächlich gehalten.
Je mehr ich an Infos fand, desto neugieriger wurde ich und kaum war das Spiel raus, besorgte
mir Dark noch eine der letzten Collector´s Edition zum "Normalpreis". Zwischenzeitlich gingen
die Dinger ja für über 100 Euronen, weil ausverkauft, über die Online Ladentheke…
Ein Wort vielleicht noch zur von mir gekauften Collector´s Edition, welche gegenüber der
Normalfassung 10€ mehr gekostet hat. Neben der aufwendigeren Verpackung lag dem Spiel noch der
Soundtrack, ein Making Of, eine Karte der Insel und ein Beta Account für das nächste
Piranha Bytes Spiel bei. Da Spiel und Soundtrack auch der normalen Verkaufsversion beiliegen,
muss jeder für sich selbst entscheiden, ob der Mehrpreis gerechtfertigt ist. Hier gehen auch
die Meinungen innerhalb des YiYa-Teams auseinander.
Doch hat sich der Kauf gelohnt? Hat Piranha Bytes aus alten Fehlern gelernt? Konnte mich
das Spiel überzeugen? Lest selbst.
Das Spiel und die Story
In einem kurzen Intro wird erzählt, dass die mächtigen Götter die Erde verlassen und sich
nun die einstigen Sklaven, die Titanen, erheben und die Welt in Chaos und Verderben stürzen.
Der namenlose Held erlebt als blinder Passagier mit, wie der mächtige Inquisitor Mendoza auf
dem Meer erfolglos gegen einen der Titanen kämpft, sich aber im Gegensatz zur restlichen Besatzung
wegteleportiert. Das Schiff kentert und wird vom Meer an den Strand einer Insel gespült. Und
hier beginnt dann das eigentliche Spiel. Als Schiffbrüchiger erkundet ihr die Insel und deren
Geheimnisse und lernt die Bewohner und die Besatzer kennen. Diese bestehen aus drei Fraktionen;
Die Banditen um ihren Anführer Don Esteban, die in den Sümpfen leben, die Inquisition in der
Hafenstadt, geführt von dem Inquisitor Mendoza und die Magier, die in der Vulkanfestung leben
und die Hüter der heiligen Flamme sind, denn diese scheint der Grund dafür zu sein, dass die
Insel bisher von den Titanen verschont wurde. Da auf der ganzen Insel auf unerklärliche Weise
Ruinen aus dem Boden stiessen, ist man auf der Insel vor allem darauf aus, diese zu erforschen
und zu plündern. Dabei geht es den einen nur um das Gold, während die anderen an den verborgenen
Artefakte interessiert sind. Doch im Laufe des Spiels geht es nur noch um eines: In das Innere
der Insel vorzudringen und das große Geheimnis zu lüften.
Das Spiel selbst ist in 4 Kapitel unterteilt, die sowohl oberirdisch als auch in vielen Dungeons
durchgespielt werden, ohne dass irgendwelche Abschnitte der Insel neu geladen werden müssen.
Im Grunde ist die ganze Insel von Anfang an komplett zugänglich, Grenzen bilden neben dem Meer
nur starke Gegner oder magischen Barrieren, die erst im späteren Spielverlauf durchdrungen werden
können. Der namenlose Held findet sich wie gesagt zunächst als Schiffbrüchiger an einem Strand
der Insel wieder. Nicht wirklich stark, und vor allem vollkommen untrainiert, muss er sich nun
durch die Wildnis bis zum ersten Anzeichen einer Zivilisation durchschlagen. Schnell wird klar,
dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man sich einer von drei Fraktionen anschließen muss,
um die Story weiter zu verfolgen.
Damit der Held nicht hoffnungslos verloren ist, bekommt er im Laufe des Spiels die Möglichkeit
seine Fähig- und Fertigkeiten immer weiter zu verbessern. In der Regel erfolgt eine Verbesserung
durch Lehrer oder Tränke. Aber auch Hilfsmittel wie Ringe oder Amulette können den einen oder
anderen Skill verbessern. Aber was gibt es überhaupt zu verbessern? Zum einen sind da die körperlichen
Fähigkeiten wie Kraft, Geschick, Mana, Weisheit und Lebenspunkte. Die ersten drei Punkte können
bei Lehrern oder durch Tränke verbessert werden. Weisheit ausschließlich durch Lesen an Schreibpulten
oder Steintafeln und die Lebensenergie durch Tränke oder Stufensteigerungen aufgrund von Erfahrungspunkten.
Die Kampftalente bestehen aus dem Umgang mit Schwertern, Äxten, Stäben, Bögen und Armbrüsten.
Diese Talente werden durch Lehrer oder magischen Gegenständen wie Amulette und/oder Ringe gesteigert.
Voraussetzung hierzu sind natürlich Lernpunkte, die aufgrund von Erfahrungspunkten entstehen.
Magier und Ordenskrieger können zudem Kristallmagie erlernen, die sich in Feuer-, Frost- und
Geschossmagie unterteilt.
Neben diesen Punkten gibt es noch weitere Skills zu erlernen. Die dabei einzusetzenden Lernpunkte
sind zum Glück überschaubar, da auch teilweise mehrere Stufen erreicht werden müssen. So gibt
es wieder unterschiedlich schwer zu öffnende Truhen, die je nach Skill mit einem Dietrich geöffnet
werden können, oder halt auch nicht. Schmieden, außer in Gothic 2, eine bisher eher zu vernachlässigende
Fähigkeit, bekommt hier ebenfalls ein ganz andere Bedeutung, da neben besseren Waffen nun auch
magische Ringe und Amulette hergestellt werden können, die die eigenen Werte verbessern. Natürlich
gibt es auch wieder Taschendiebstahl, ebenfalls in mehreren Stufen erlernbar, die vor allem
Geld sparen können, in dem man Questobjekte nicht kaufen oder gewaltsam an sich nehmen muss.
Allerdings kann man immer nur einen Gegenstand dabei klauen und auch ist der Vorgang an sich
zeitlich begrenzt, sonst gibt es nämlich was auf die virtuelle Mütze.
Wichtig ist, dass man sich schon ziemlich früh überlegen sollte, welcher Fraktion man später
beitreten will. Das heißt aber nicht, dass man das dann auch früh machen muss, auch Gildenlos
lässt sich schon vieles auf der Insel erkunden. Jede Fraktion hat eine bevorzugte Kampfart.
Als Magier skillt man in 1-3 Magiearten. Als Bandit sollte man sich direkt am Schwert oder der
Axt ausbilden lassen, als Ordenskrieger wird der Stabkampf bevorzugt. Zusätzlich können auch
Bogen und Armbrust eingesetzt werden. Jede Kampfart hat zehn Ausbaustufen, für jede Stufe werden
Lernpunkte und genügend Gold benötigt. Da Risen nicht so spendabel bei den Erfahrungspunkten
ist, ist ein schwertkämpfender Meister der Kristallmagie, der obendrein noch eindrucksvoll mit
der Axt oder einem Kampfstab rumwedelt, während er den Besitzer/Bewacher der schwer zu öffnenden
Truhe beklaut, eher selten anzutreffen (was nicht heißen soll, dass es nicht machbar wäre mit
einer geschickten LP-Verteilung, sowie diversen Hilfsmittelchen wie Ringe und Amuletten:)).
Grundsätzlich ist es aber so, dass nach Festlegung für eine Fraktion nur die bevorzugten
Kampfarten bis zur Meisterstufe trainiert werden können. Wer sich für den Weg des Ordenskriegers
entscheidet, kann z. B. nur bis Stufe 7 beim Schwertkampf trainieren. Gold ist gerade am Anfang
Mangelware, weshalb ich relativ früh mit unbenutzten 30 LP durch die Gegend lief, weil mir keiner
etwas umsonst beibringen wollte, nicht einmal Stärke, Geschicklichkeit oder Mana. Ohne Diebstahlfähigkeiten
ändert sich auch nicht wirklich etwas daran, weshalb gerade die Fähigkeiten Schlösser Knacken
und Schleichen von Anfang an wichtig sind. Manche Skillstufen und Fertigkeiten können im Laufe
des Spiels auch durch Ringe und Amulette erreicht werden, z. B. Akrobatik, Schleichen, Mana/Stärke/Geschick+X
etc. aber auch alle Kampfarten können um einen Rang verbessert werden, z. B. Schwertkampf. Da
diese Ringe aber natürlich nicht von Anfang an zur Verfügung stehen und auch nur 2 gleichzeitig
benutzt werden können, sollte man abwägen, ob nicht vielleicht lieber doch der eine oder andere
Lernpunkt zur rechten Zeit nebenbei investiert werden sollte.
Natürlich gibt es auch wieder Kräuter, Tränke, Alchemie und Rezepte. Auch hier wird auf Bewährtes
gesetzt, z. B. benötigen permanente Tränke wieder eine spezielle Zutat. Dafür gibt es dann einen
ordentlichen Zuwachs an Kraft, Geschick oder Mana, was wiederum LP und Gold spart. Zusätzlich
können auch Kochrezepte genutzt werden, um Lebenskraft/Mana wiederherzustellen oder sogar permanent
zu steigern, allerdings sind die Zutaten dafür eher Mangelware. Voraussetzung für die Tränke
ist wiederum die Fertigkeit Alchemie, welche in drei Stufen ausgebaut werden muss. Die Investition
der LP lohnt sich aber schon allein wegen der permanten Tränke. Vor allem in den ersten beiden
Kapiteln werden dem Held eine Menge Quest mit auf den Weg gegeben.
Die Quests an sich stellen Gothic-, bzw. Rollenspielerfahrene vor keine wirklichen Neuerungen
oder Herausforderungen. Hier wird auf Altbewährtes gesetzt. Die Dialoge mit den NPC´s stellen
einen auch nicht großartig vor die Überlegung, ob die Antwort jetzt gut oder schlecht war, soll
heißen, egal was man anklickt, das Ergebnis ist in der Regel das gleiche. Hierbei gibt es nur
ganz wenigen Ausnahmen, z. B. wenn man sich zwischen der Aufnahme bei den Banditen oder Ordenskriegern/Magier
entscheiden muss. Und für die Fälle, dass man mal einen NPC beleidigt oder sonst wie verärgert,
läßt sich dieser in der Regel mit einem Witzezauber wieder beruhigen.
Die drei Fraktionen
Wie bereits erwähnt gibt es drei Fraktionen, zwischen denen man sich im ersten Kapitel entscheiden
muss. Die Banditen, die Ordenskrieger und die Magier. Die Banditen kann man als erstes kennenlernen,
was ich im übrigen auch empfehle, da die dortigen Quest nur solange gelöst werden können,
solange man sich nicht für den Weg als Magier oder Ordenskrieger entschieden hat. Wie in Gothic
2 sind hier eher die rauen Burschen am Werk. Die Banditen setzen sich aus Kämpfern, Jägern und
sonstigen Handlangern zusammen und lehren die Kampfarten Schwert, Axt, Bogen und Armbrust. Als
Bandit gibt es keine Möglichkeit, Runen- oder Kristallmagie anzuwenden. Im Laufe der Geschichte
kann aber wenigstens die Herstellung von Spruchrollen erlernt werden, sofern der Held neben
der Fähigkeit hierzu auch diverse Zutaten in seinem Inventar hat. Aber hauptsächlich wird hier
das Schwert oder die Axt eingesetzt, unterstützt von einer Fernkampfwaffe wie Bogen oder Armbrust.
Die ersten Schritte als Kämpfer sind nicht gerade leicht, sind doch die Gegner nicht nur sehr
stark und schnell, sie zeigen zudem ein recht beindruckendes Gruppenkampfverhalten auf. Bei
mehr als einem Gegner wird man schnell umzingelt und von allen Seiten angegriffen, welches das
virtuelle Leben schnell zum Erlischen bringt. Es empfiehlt sich daher, solche Kämpfe möglichst
nicht auf freiem Felde durchzuführen. Auch gegen andere NPC´s, z. B. in Arenakämpfen, ging nichts
mit der einfachen Gothic 3 Hauruck Methode.
Mit zunehmenden Skills in Schwert oder Axt, mehr Kraft, besserer Rüstung und vor allem Übung,
läßt es sich dann dennoch relativ gut durch die Landschaft schnetzeln. Damit es aber nie zu
einfach wird, werden die Gegner zunehmend stärker. Schmieden, Alchemie und Schlösser knacken
sind dabei sehr hilfreiche Zusatzfertigkeiten. Bei Schwertern gibt es drei verschiedene Typen,
Einhand-, Bastard- und Zweihandschwerter. Als Verteidigung gegen die manchmal blitzschnellen
Attacken kann außerdem ein Schild eingesetzt werden, welches vor allem gegen Tiere hervorragend
als Schutz dient. Je weiter die Fertigkeit Schwertkampf ausgebaut wird, desto besser werden
Schnelligkeit, Kombos, sowie die Fähigkeit, Bastard- und Zweihandschwerter auch mit einer Hand
zu führen, wodurch wiederum eine Hand für ein Schild frei wird. Das Schmieden half mir dabei,
nicht nur eine Menge Geld für bessere Schwerter zu sparen, sondern ich konnte vor allem auch
bessere Schwerter selbst herstellen oder gefundene, aber defekte (Quest)Schwerter neu schmieden.
Außerdem konnte ich an der Goldschmiede wertvolle magische Amulette und Ringe herstellen, welche
den Schutz oder die Angriffsstärke erhöhten.
Doch wie lebt es sich eigentlich als Mitglied einer der drei Fraktionen und gibt es auch
Unterschiede? Hierzu drei kleine (Kurz)Geschichten…
Aus dem Tagebuch des Banditen
Der 3. Tag bricht an. Endlich mal gut geschlafen. Wurde auch Zeit. Hat schon gut Kraft gekostet,
mir hier einigermaßen Respekt zu verschaffen und ne eigene Bude zu haben. Artefaktstellen zu
untersuchen oder verschollene Kameraden zu finden ist ja gut und schön, bringt aber kaum was
ein. Aber nachdem ich gestern Ricardo, Domingo, Craig und diesem Großmaul Brogar in der Arena
auf die Fresse gehauen habe, ist die Stimmung schlagartig umgeschlagen. Und dank Oscar´s Schwert
spricht nun selbst der Don mit mir und gibt mir sogar direkt einen heiklen Auftrag. Ich soll
mich in seiner alten Hafenstadt mal umhören, was die Ordenskrieger, so nennen sie hier "die
Weißen", so alles treiben. Außerdem soll ich mit seinen "Spionen" Kontakt aufnehmen. Blöd nur,
dass er mir keinen Namen nennt. Alles muss ich selber rausfinden...
4.Tag. Was für ein Leben in der Stadt. Der Weg hierhin war zwar beschwerlich, da überall
diese Viecher rumlaufen, aber mit dem richtigen Schwert zur Hand ist auch das zu schaffen gewesen.
Außerdem konnte ich direkt mal testen, was mir ein Jäger beigebracht hat, nämlich den Viechern
das Fell abzuziehen. War auch gut so, denn die Felle habe ich hier direkt für einen Auftrag
benötigt. Die "Weißen" außerhalb der Stadt haben wohl den Schuss noch nicht gehört. Nur weil
ich da rum laufe, wollten die mich gleich zwangsrekrutieren. Aber nicht mit mir, ob das Großmaul
nochmal aufsteht, nachdem ich ihm übel eins auf die Rübe gezimmert habe? Kam in die Hafenstadt
dann auch nur durch die "Hintertür" rein. Hat mich zwar 'ne Stange Gold gekostet, aber zum Glück
habe ich dank meines Talentes Schlösser zu knacken auch ein bisschen was zusammengespart. Erstaunlich,
wie viele herrenlose Kisten hier in der Landschaft rumliegen. In der Stadt habe ich mittlerweile
alle Kameraden gefunden. Die hatten alle direkt was für mich zu tun. Die "Weißen" sind auch
auf mich zugekommen und wollten mich für ihre Dienste einspannen, wenn die wüßten. Aber anhören
kann man sich das ja mal. Im Hafen sitzt Käpitän Romanov in einer Zelle. Arbeitet wohl auch
mit dem Don zusammen, wollte ihm zur Flucht verhelfen, wollte er aber nicht. Stattdessen soll
ich mich um Patty, der Besitzerin der Hafenkneipe kümmern. Süßes Ding, was will Romanov nur
von ihr? Hab ihr geholfen, die Stadt zu verlassen, ohne dass es die Weißen mitbekommen haben.
Wofür sich ein Besuch im Bordell alles lohnen kann.
5. Tag. Die Hafenstadt habe ich durch. Nachdem ich ein paar Aufträge erledigt hatte, hatte
mich Esteban´s rechte Hand ins Vertrauen gezogen. Soll dem Don ausrichten, dass alles für seine
Rückkehr vorbereitet sei. Zusammen mit der Nachricht und einem Päckchen geht es wieder ins Banditenlager.
Aufgrund meiner mittlerweile gesammelten Erfahrungen bieten mir wieder einige Lehrer ihre Dienste
an, entsprechende Bezahlung vorausgesetzt natürlich. Der Alchemist beim Don ist ganz ok, der
wollte mich in die Geheimnisse der Alchemie unterweisen, damit ich mir endlich selbst ein paar
Heiltränke brauen kann. Ist auch gut so, schließlich habe ich mittlerweile schlimmere Viecher
als Wölfe und Keiler gesehen. Außerdem sind eine bessere Rüstung und dickere Schwerter langsam
mal fällig. Muss auch noch dem Umgang damit trainieren, bin noch zu schlecht, alsdass ich ein
vernünftiges, mittlerweile selbstgeschmiedetes, Bastardschwert mit meinem neuen Schild zusammen
tragen könnte. Da muss doch was zu machen sein…
6. Tag. Der Don war gut drauf. Hat mich nach Überbringung meiner Nachricht befördert. Bin
jetzt Jäger, warum ich aber 1000 Goldmünzen für die Klamotten ausgeben soll, hab ich nicht verstanden.
Bei dem, was ich durchgemacht habe, hätte er mir die umsonst geben müssen, mit Goldabzeichen.
Egal, soll mit dem Inquisitor Kontakt aufnehmen. Tolle Nummer. Beim letzten Mal in Richtung
Vulkanfestung wollten die mich direkt Hops nehmen und jetzt soll ich schon wieder dahin? Merkwürdigerweise
lassen die mich aber diesmal in Ruhe, nachdem ich mich als Bote ausgegeben habe. Hab Mendoza
dann in der Vulkanfestung aufgespürt und mit ihm geredet. Der Mann ist schon beindruckend mit
seinem roten Okular. Vor allem seine Waffe hätte ich gerne, an die muss doch irgendwie ranzukommen
sein… Mendoza stimmt einem Friedensvertrag tatsächlich zu, aber nur, wenn ich vorher für ihn
etwas erledige. Ich soll 5 Kristallscheiben besorgen. Wenn es sonst nichts ist. Die Magier sind
ein wenig hochnäsig, lassen mich aber in Ruhe. Einer will mir aber was beibringen, nämlich Spruchrollen
herzustellen. Hab zwar schon einige gefunden, aber schaden kann das sicher nicht. Wer weiß,
wofür man die später mal gebrauchen kann. Er hat da auch was zum Lesen. Hört sich interessant
an, spüre förmlich, wie ich weiser werde, scheint sich aber sonst nicht auszuwirken. Auf dem
Rückweg zum Don finde ich eine merkwürdige Pflanze, heißt wohl "Heldenkrone". Mal den Alchemisten
fragen, was ich damit machen kann. Irgendwie hab ich das Gefühl, das es eine ganz besondere
Pflanze ist… Tja, der Don hat eine der Kristallscheiben, scheint ja leichter zu sein, als ich
dachte. Aber der will jetzt auf einmal auch alle Scheiben haben. Will wohl ne bessere Verhandlungsposition
gegenüber Mendoza haben. Wenn das mal gut geht. Die Pflanze ist tatsächlich was Besonderes,
zusammen mit anderen seltenen Pflanzen kann ich meine Kraft und mein Geschick ohne Extra Training
steigern und kosten tut es auch nichts. Brauche nur noch das passende Rezept dazu und muss meine
Alchemiekünste perfektionieren. Nichts leichter als das. Könnte auch mein "Mana" damit steigern.
Was für ein Blödsinn, sollen das mal die Typen in der Vulkanfestung machen, die scheinen sowieso
ein wenig verstrahlt zu sein. Ich hau lieber richtig zu… Patty habe ich auch wieder getroffen,
saß immer noch draußen vor der Stadt. Sie erzählt mir von ihrem Vater, auch so ein Pirat, und
das er Hinweise zu seinen Schätzen hinterlassen hat. Ob da auch so ne Kristallscheibe bei ist?
Ich helf ihr auf jeden Fall mal ein wenig. Die Kleine ist ganz schön schlagkräftig. Wie sie
die Viecher plattmacht ist schon beindruckend, da lerne ich schon allein vom zuschauen.
7. Tag. Tja, keine Kristallscheibe erhalten, dafür muss ich aber für Patty vergrabene Schatztruhen
Ihres Vaters finden. Hab ja auch sonst nix zu tun. Wenigstens hat sie mir auf der Karte die
Standorte eingezeichnet, sonst hätte ich mich ja dumm und dusselig gesucht. Jetzt tauchen auch
noch Skelette und Guhle auf, ich glaub, ich brauch da erst mal ein wenig mehr Training, vielleicht
sollte ich mir doch ne Armbrust besorgen….
8. Tag. Riesenskorpione, Echsenmenschen, Aschebestien… Scheiße, auf was hab ich mich da eingelassen.
Hiilllffeeeeeeee…..
Aus dem Tagebuch des Magiers.
4.Tag. Bin mittlerweile in der Hafenstadt angekommen. Im Grunde hätte ich mir den Umweg über
das Banditenlager auch sparen können, auf der anderen Seite habe ich da viel gelernt. Sei´s
drum. Sowohl die "Weißen" als auch die Banditen werben hier um mich. Je nachdem, wem ich was
gebe, gibt Pluspunkte. Die Banditen sind mir nicht ganz geheuer. Haben mich im Lager schon schlecht
behandelt. Ständig dieses Rumgefuchtel mit den Schwertern und Äxten. Ich setze lieber meinen
Verstand ein. Deswegen lese ich auch jedes Schreibpult und jede Steinplatte, die ich finde.
Hat mir zwar bisher noch nichts gebracht, aber ich bin mir sicher, dass sich das eines Tages
auszahlen wird. Hab mich mit Meister Belschwur angefreundet. Er kümmert sich um die armen Seelen
in der Stadt. Daher helfe ich ihm auch gerne. Hab als Dank ein Empfehlungsschreiben von ihm
für Kommandant Carlos und Meister Pallas in der Vulkanfestung erhalten. Carlos ist der Anführer
der Ordenskrieger in der Stadt. Die sind zwar auch nicht wirklich nett, aber ganz anders als
die außerhalb der Stadt. Die wollten mich doch glatt verhaften und als Ordenskrieger zwangsrekrutieren.
Hab die Beine in die Hand genommen und gelaufen, bis ich den Hintereingang zur Hafenstadt gefunden
habe. Konnte mit meiner Redekunst nicht viel ausrichten und musste die Wache bestechen, aber
egal, jetzt bin ich hier und fühle mich wohl.
5. Tag. Hab mich entschieden, die Banditen auszuliefern oder aus der Stadt zu vertreiben.
Carlos war so dankbar, dass er mich mit einer Empfehlung in die Vulkanfestung schickt. Dort
angekommen, hat mir Meister Pallas aufgrund der Empfehlung von Meister Belschwur die Wahl gelassen,
ob ich Krieger oder Magier werden möchte. Hab ohne zu zögern die Magierausbildung gewählt. Hab
schon viel über die Kräfte der Magier gehört und kann es kaum erwarten. Vorher soll ich allerdings
noch einen Mordfall für den Inquisitor aufklären. Na gut, ein bisschen Detektiv spielen ist
für mich ja kein Problem…
6. Tag. Magierausbildung? Pustekuchen. Wäre ja auch zu einfach gewesen. Statt Magie zu erlernen,
hab ich erst mal einen Kampfstab organisieren müssen. Anschließend sollte ich auch noch zeigen
was ich drauf habe. Also wieder in der Arena rumgeprügelt. Neben dem Mörder muss ich nun u.
a. noch einen Magier in der Festung finden, der irgendwo in den Gewölben rumläuft. Hab zwar
den Geheimgang gefunden, aber der Magier ist nirgends zu sehen, dafür aber verschiedene Kristallkugeln.
Direkt mal testen, mich sieht hier ja jetzt keiner. Telekinese ist was Feines. Finde damit versteckte
Vorrichtungen oder Gegenstände, die ich vorher übersehen habe. Ist ja klasse. Dann Levitation,
ich kann schweben…, Schlösser knacken, ist ja einfach, Nautilusverwandlung? Das sind doch diese
kleinen Viecher, die ich am Strand immer plattgemacht habe. Na gut, mal schauen was passiert…
7. Tag. Endlich werde ich als Magier aufgenommen. Hab auch eine neue Robe geschenkt bekommen.
Sieht leider äußerst bescheiden aus, aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul,
oder? Das Ritual war kurz und schmerzlos, aber jetzt kann ich meinen Geist einsetzen und Feuer-,
Frost- und Geschossmagie verwenden. Bin zwar noch etwas schwach darin, aber ich bin ja lernfähig.
Meister Abrax hat mir auch ein Rezept verkauft, mit dem ich mein Mana permanent steigern kann,
brauche nur noch die entsprechenden Zutaten, vor allem eine seltene Pflanze namens "Heldenkrone".
Mendoza hat auch prompt einen Auftrag für mich. Er will ins Innere des Vulkans, dafür braucht
er aber 5 Kristallscheiben….
Aus dem Tagebuch des Ordenskriegers
1.Tag. Was für ein Tag. Fand mich an einem Strand wieder, keine Ahnung wie ich das überlebt
habe. Neben mir hat noch Sara überlebt, viele andere haben es nicht geschafft. Sara hat mich
gebeten, einen Unterschlupf zu suchen. Leichter gesagt als getan, den Geräuschen nach zu urteilen,
sind wir nicht allein hier, also erst einmal eine Waffe gesucht. Hab dabei neue Regeln für mich
festgelegt. 1. Keine Hemmungen haben, wenn es um das eigene Überleben geht. Also alle Leichen
geplündert, sämtliche Pflanzen, Früchte und sonstigen essbaren Gegenstände eingepackt. Nach
ein paar Metern habe ich die ersten Tiere gesehen (sind es überhaupt Tiere, ich hab solche Wesen
noch nie zuvor gesehen). Sind sehr aggressiv und griffen mich an, konnte mich aber erfolgreich
wehren. Bin den Weg langgelaufen, bis ich eine Hütte gefunden habe. Könnte für Sara erst einmal
reichen, also wieder zurück zum Strand gelaufen und Sie geholt. Unterwegs dabei verschiedenes
Getier gemeuchelt. Nachdem ich Sara in der Hütte abgesetzt hatte, bin ich weiter ins Innere
der Insel gegangen. Hab dann eine weitere Hütte gefunden, die von dem Jäger Neil bewohnt ist.
Er war sehr hilfsbereit und bot mir an, mich zum Banditenlager oder zur Hafenstadt zu begleiten.
Er hat mir auch einiges über die Insel und die Einwohner verraten. Das Banditenlager wird von
Don Esteban angeführt der früher in der Hafenstadt lebte. Diese wurde nun von den Ordenskriegern
unter Führung des Inquisitors Mendoza eingenommen. Die Banditen leben jetzt in den Sümpfen und
plündern Ausgrabungsstellen und Tempel, die vor einiger Zeit aufgetaucht sind. Bei der Auswahl
zwischen Sumpf und Stadt habe ich mich schnell für die Stadt entschieden. Neil begleitete mich,
allerdings nur bis zum nächstgelegenen Bauernhof. Warum, sollte mir bald klar werden…
2. Tag. Mir brummt der Schädel. Wo bin ich und was will dieser Pallas von mir? Und wie bin
ich überhaupt hierhergekommen? Langsam fang ich an, mich zu erinnern. Neil brachte mich bis
zum nächsten Bauernhof. Dieser wird von dem Magier Tristan und ein paar Novizen bewirtschaftet.
Nachdem ich mich dort ein wenig nützlich gemacht hatte, begleitete mich der Novize Tellur noch
in Richtung Hafenstadt. Er erklärte mir, dass ich besser den nördlichen Eingang nehmen soll,
da ich mich sonst in der Vulkanfestung wiederfinden würde. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem
zweiten Bauernhof vorbei. Aber anstatt mich da auch freundlich zu empfangen, haben die direkt
auf mich eingeprügelt. Als ich wieder zu mir kam, blickte ich in das Gesicht von diesem Meister
Pallas. Nun bin ich in der Vulkanfestung gelandet anstatt in der Stadt. Ordenskrieger wollte
ich ja sowieso werden, frage mich nur, ob ich nicht lieber erst einmal Kontakte in der Stadt
geknüpft hätte? Jetzt ist es zu spät, also versuche ich das Beste daraus zu machen. Zunächst
darf ich den Umgang mit dem Stab lernen. Nichts leichter als das. Nach ein wenig Training hab
ich meine ersten Kameraden herausgefordert. Sind nette Jungs, bis auf den Ausbilder Bronco und
sein Liebling Kato. Man könnte meinen, die beiden haben was miteinander, naja, gibt halt keine
Frauen in dem Kloster. Nachdem ich Kato ordentlich einen verbraten habe, meinte Bronco mich
doch gleich anpöbeln zu müssen. Dummerweise hatte ich vorher schon ne dicke Lippe riskiert und
durfte zum Dank erstmal alle Stuben fegen. Da er offensichtlich nachtragend ist, wollte er mir
dann auch noch persönlich meinen Trainingsstand testen. Hab ordentlich eins auf die Fresse bekommen.
Er war einfach ne Nummer zu stark für mich. Also weiter trainieren und mal schauen, wer sonst
noch was für mich zu tun hat. Der Inquisitor hat mich mit der Untersuchung eines Mordfalls beauftragt.
Werde ich mich dem mal widmen und auch die Aufgaben für die ganzen Meister angehen. Bei der
Morduntersuchung kam ich dann nicht weiter. Wollte auf den Friedhof, aber die Wache wollte mich
nur durchlassen, wenn ich meine Eintopf abgebe. Das machte mich stutzig, wenn hier einer freiwillig
diese Pampe essen will. Also mal probiert und siehe da, ich merkte förmlich, wie sich meine
Kraft steigerte. Leider ließ mich die Wache jetzt erst recht nicht mehr rein und vermöbeln half
da auch nicht weiter. Ich glaub, der Kerl ist unbesiegbar… Dank des erneuten Trainings und frisch
gestärkt hab ich mich dann noch mit Bronco "unterhalten". Diese Unterhaltung wird er wohl noch
lange im Gedächtnis behalten. Auf jeden Fall ist meine Kampfausbildung nun beendet und ich kann
das restliche Kloster erkunden und die anderen Meister kennenlernen. Diese hatten natürlich
auch alle etwas für mich zu tun. Das wichtigste ist aber wohl, dass ich das Kloster nun verlassen
darf/muss. Aber nicht mehr heute. Bin einfach kaputt.
3. Tag. Kaum bin ich aus dem Kloster raus, gibt es wieder was zu tun. Der Novize Paul steht
vor dem Kloster und macht sich in die Hosen. Ein paar Gnome haben ihm zugesetzt, werde ich mich
mal drum kümmern. Direkt neben ihm sehe ich eine merkwürdige Pflanze, die sich Heldenkrone nennt…
Die Gnome waren schnell erledigt, allerdings waren die ganz schön flink und fielen mir ständig
in den Rücken. Trotzdem frage ich mich, wie Paul überhaupt seine Ausbildung schaffen konnte,
wenn er nicht mal diese Gnome erledigt bekommt. Naja, dieses Weichei will bestimmt mal Magier
werden, die haben´s ja nicht so mit Waffen. Weiter runter zur Straße finde ich einen Eingang
zu einer kleinen Ruine. Im Innern finde ich die Überreste von Nathan. Er hat einen Kristall
bei sich, den wollte doch einer der Magier haben… Danach ging es weiter zum Bauernhof, wo ich
vorgestern noch vermöbelt wurde. Als Mitglied des Ordens sprechen die nun auch mit mir. Auch
hier gab es einiges für mich zu tun. Als nächstes ging´s zur Hafenstadt. Als Mitglied des Ordens
bin ich natürlich direkt Richtung Haupttor marschiert, warum noch großartig den Hintereingang
suchen? Nur leider kein Erfolg gehabt. Die Wache unterhält sich zwar mit mir, aber reinkommen
tue ich trotzdem nicht. Grummel, das gibt es doch gar nicht, wollen die mich veräppeln, quasi
nach dem Motto "den Neuen lassen wir mal ein wenig laufen". Also doch den Weg zum Hintereingang
eingeschlagen, ich muss ja schließlich irgendwie da rein. Mehrere Wölfe, Keiler und Gnome später
stehe ich dann endlich vor dem nördlichen Eingang zur Hafenstadt. Hier schiebt einer von der
alten Stadtwache seinen Dienst und ist auch relativ umgänglich. Allerdings will er Gold sehen,
damit er mich reinlässt. Da ich gerade nicht so viel habe, muss ich mich also erstmal noch ein
wenig in der Gegend umschauen. Zum Glück liegt nicht weit entfernt eine Kiste, allerdings nur
mit einem Dietrich zu öffnen. Dumm, das ich gar nicht weiß, wie man damit umgeht. Hätte ich
mir vom Schmied doch besser mal beibringen lassen. Vielleicht kann mir das ja auch in der Stadt
jemand zeigen, da sollen ja Banditen sein, um die ich mich kümmern soll… Da ich also nicht genug
Gold dabei habe, unterhalte ich mich nochmal mit der Wache und weise dezent darauf hin, dass
ich gerade aus der Vulkanfestung komme. Spätestens als ich anfange von dem Inquisitor Mendoza
zu sprechen, habe ich ihn genknackt und komme so in die Stadt…
Die Systemvoraussetzungen
Risen habe ich auf meinem mittlerweile nun 2,5 Jahren alten Rechner ohne Probleme installiert.
Die Sorge, dass ich für das Spiel mal wieder einen neuen Rechner brauchen würde, haben sich
erfreulicherweise nicht bestätigt. Es läuft wunderbar, relativ selten hatte ich Ruckler bei
hohen Details. Die Spielstartgeschwindigkeit ist bei mir nicht überragend, was mich bei dem
System allerdings auch nicht wirklich wundert. Dafür werden aber Savegames innerhalb einer Sekunde
angelegt, es findet dabei nicht einmal eine Unterbrechung des Spiels statt. Das Laden eines
Spielstandes dauerte ca. 5-10 Sekunden, verglichen mit Gothic 3 also Traumwerte. Die Speicher-
und Ladefunktion habe ich wie bei allen Gothic Teilen auch zur Genüge genutzt ;-) Auf einen
nervigen Kopierschutz oder Registrierungsarien wurde Gott sei Dank verzichtet. Zum Spielen muss
lediglich die DVD im Laufwerk sein. Ein paar Mal wurde sie aber erst beim zweiten Versuch erkannt.
Bugs
Bugs sind zwar trotz der hohen Vorschusslorbeeren wieder vorhanden, aber diese halten sich
tatsächlich in Grenzen. Wirklich schwerwiegende Bugs habe ich nicht erlebt und die wenigen Abstürze,
die ich hatte, lagen eher daran, das im Hintergrund noch weitere Programme am Werkeln waren.
Ein paar der Bugs möchte ich an dieser Stelle dennoch mal erwähnen (die sich sicher leicht mit
einem Patch beheben lassen).
- Speichern und Neuladen während eines direkten Kampfes beinhaltet das Problem, dass das
Spiel schon weiterläuft, während der Ladescreen noch zu bewundern ist. Sofern man daher nicht
schon während des Ladenvorgangs blockt, ist das Leben ausgehaucht, bevor der Ladevorgang fertig
ist.
- Gegner bleiben ganz gerne mal auf Anhöhen stehen oder bewegen sich erst gar nicht, wenn
sie im Fernkampf angegriffen werden
- Eine Quest im 3. Kapitel lässt sich nicht abschließen, hat aber keine Auswirkungen auf
den Spielverlauf, nur die Erfahrungspunkte bleiben liegen.
- Eine invertierte Y-Achse musste jedes Mal bei einem Neustart erneut eingestellt werden.
- Im Osttempel landete man beim Durchschreiten einer Türe fast immer auf der darüber liegenden
Etage und muss dann wieder runter laufen und es erneut versuchen.
Daneben ist mir eine schlechte Zuordnung der Umgebungsgeräusche bei Tieren und kämpfenden
NPC´s aufgefallen, vor allem wenn sich der Gegner unter- oder oberhalb befindet. Auch scheint
trotz Games for Windows Logo keine Gamepad Unterstützung zu existieren, was merkwürdig ist,
da es ja eine X-Box Version gibt. Was auch keine gute Idee ist, ist im Savegame Ordner Unterordner
für alte Spielstände anzulegen. Das führt dann dazu, dass sich keine weitere Savegames anlegen
lassen mit Ausnahme von Quick- und Autosavegames.
Grafik
Grafisch hat mir Risen sehr gut gefallen, vor allem im Hinblick auf die geringen Systemanforderungen.
Die Wassereffekte sehen hervorragend aus und auch die Umgebung mit ihren Tag/Nachtwechseln in
Verbindung mit dem Wetter kommt sehr gut rüber. Was mir überhaupt nicht gefiel, war das Aussehen
des Helden. Das passte meiner Meinung irgendwie gar nicht. Auch die Rüstungen waren nicht wirklich
schön, da bin ich von Gothic deutlich besseres gewohnt. Ebenfalls der Bereich der Gesichtsmimik
ist nicht mehr Up-to-Date und lippensynchron ist auch etwas anderes.
Gameplaykritik
Endlich wieder Kapitel, drei Fraktionen am Anfang, eine durchdachte und geradlinige Story,
kein übertriebenes Skillen (eher zu wenig), also vieles, was mich persönlich in Gothic 3 gestört
hat, ist nicht mehr vorhanden. Dafür wurden einige Sachen verfeinert, am stärksten profitiert
davon in meinen Augen das Kampfsystem. Zunächst dachte ich, das wird wieder ein wildes Rumgeklicke,
doch so ist es nicht. Es ist ein sich aufbauendes Kampfsystem, das immer weitere Möglichkeiten
zuläßt, je stärker man sich darin ausbilden läßt. Wichtig ist neben dem richtigen Timing gerade
zu Anfang auch die Möglichkeit zu blocken, was gerade bei schnellen Attacken von Wölfen und
Keilern, aber auch bei harten Schlägen von NPC´s in Arenakämpfen neben der Quicksave/-load Taste
meist die einzige Möglichkeit ist, die Kämpfe irgendwie zu überstehen.
Nach drei Durchgängen fand ich den Weg des Magiers aufgrund seiner Kristallmagie insgesamt
am einfachsten, um das Spiel durchzuspielen und er eignet sich vor allem dazu, sich zunächst
mit der Welt und den Quest vertraut zu machen. Auf Schmieden und Taschendiebstahl kann man meiner
Meinung nach als Magier und Ordenskrieger sicherlich verzichten, nicht aber auf Alchemie, Schlösser
knacken und das Erlernen der Siegel für die Runenmagie. Ich muss allerdings zugegeben, dass
ich eigentlich kaum Runen genutzt habe, schon gar nicht die "höherwertigen". So waren meinen
meistgenutzten Runen am Ende Licht, Levitation und Eile. Letzeres war dann meine Lieblingsrune,
da es diesmal keine Tränke oder sonstiges gibt, schneller vorwärts zu kommen, Teleportsteine
mal ausgenommen. Es gibt zwar auch zu jeder Rune Spruchrollen, aber so viele Eile-Spruchrollen
gibt es denn dann auch nicht, außer man stellt sich selbst welche her. Aber auch als Bandit
oder Ordenskrieger ist das Spiel gut zu schaffen, es gibt genügend "Helfer", die sehr gut positioniert
sind, um einem im Kampf gegen die Gegner zu unterstützen. Und wenn gar nichts mehr geht oder
es viel zu einfach ist, kann ja auch noch zwischen drei Schwierigkeitsgraden umgeschaltet werden.
Zu Erwähnen ist vielleicht noch, dass man als Ordenskrieger sich entweder direkt "festnehmen"
lassen oder erst einmal in Ruhe das Banditenlager und die Hafenstadt aufsuchen kann. In die
Stadt wird man auch bei der ersten Variante zwangsläufig hingeschickt, mit dem Vorteil, jederzeit
die Stadt auch wieder verlassen zu können. Jedoch sind dann im Banditenlager die Quests nicht
mehr vorhanden, genauso wenig wie man als Bandit keine Quest im Kloster ausführen kann.
(wobei auch das geht, aber das müsst ihr selber rausfinden:-).
Trotz meiner anfänglichen Begeisterung für das Spiel muss ich leider auch erwähnen, dass
Piranha Bytes nicht der ganz große Wurf gelungen ist. Das Spiel ist ohne Frage gut, aber nichts
desto trotz gibt es auch negative Punkte zu berichten. So wird das Spiel irgendwann ab dem 2.
Kapitel zunehmend langweilig, was vor allem daran liegt, dass auf einmal kaum noch neue Quest
auftauchen. Diese wurden zum Großteil auf die ersten beiden Kapitel gelegt. Die Aufgaben in
Kapitel drei und vier ziehen sich wie Kaugummi und die Quests bieten kaum noch Abwechslung.
Im 2. Kapitel wird nach 5 Kristallscheiben gesucht, im 4. Kapitel sind es dann 5 Rüstungsteile/Waffen
und Kapitel 3 dient lediglich der Erforschung des Vulkaninneren und der Befreiung des Vulkanklosters.
Gegner respawnen zwischen den Kapiteln viel zu wenig. Die stärkste Rüstung und Waffen gibt's
erst am Ende und wenn man sich nicht noch ein paar Gegner im vorherigen Spielverlauf "übrig
lässt", hat man davon dann auch nichts mehr, weil diese für den Endkampf nicht gebraucht werden.
Überhaupt gibt es nur sehr wenige Rüstungen, die sich auch nicht, z. B. durch Schmiedekunst,
verbessern lassen.
Ein weiteres typisches Piranha Bytes Problem sind die sich ständig wiederholenden Kommentare.
Nach spätestens zweimal Erzschürfen muss ich nicht nochmal hören, ob sich die Ausbeute gelohnt
hat oder nicht. Schon gar nicht, wenn das Ergebnis sowieso immer 5 Brocken plus ab und an mal
einen Edelstein beträgt und es auch nur zwei Kommentare gibt, die anscheinend per Zufallsgenerator
ausgewählt werden. Und auch auf diese unnützen Gegenstände wie Seilrolle, Baumstämme, Bänke
oder auch sonstige Items, die nur das Inventar zumüllen, weil sie keine wirklichen Sinn haben,
könnte man wirklich mal in Zukunft verzichten. Viele der Quest haben eigentlich gar keine Auftraggeber
und starten und enden dann quasi in einem Zug. Da hätte man auch drauf verzichten können und
die Erfahrungspunkte anders verteilen können. Hinzu kommt dann noch, dass es auch nur ganz selten
Auswirkungen hat, wie man sich mit den NPC´s unterhält. Weder auf die Story, noch auf die meisten
Quests hat es eine Auswirkung. Schade auch, dass die NPC´s wie immer größtenteils vor ihrer
Bude/ am gleichen Standort stehen. Das ist bei questrelevanten NPC´s zwar von Vorteil, geht
aber zu Lasten der Atmosphäre.
Zu den ganz großen Kritikpunkten gehören für mich allerdings die fehlende Bindung zu den
Charakteren, der doch insgesamt schwache Charakterausbau und die Ideenlosigkeit ab dem 3.Kapitel.
Gothic lebt von Charakteren wie Diego, Gorn, Milten, Xardas etc., die einem nicht nur in einem
Spiel als Weggefährte zur Seite stehen. Bei Risen fällt mir nichts Vergleichbares ein, am ehesten
vielleicht noch Patty und mein beschworenes Skelett mit Namen Fred (welcher ab und zu einen
lustigen, aber passenden Kommentar bringt, wenn man mit ihm durch die Gegend zieht). Viele Charaktere
sind zwar vergleichbar, aber das Spiel geht einfach nicht genug in die Tiefe, um das auch zu
würdigen, bzw. eine Bindung herstellen zu können. Da das Spiel relativ kurz gehalten ist, kann
der Charakter so nicht wirklich ausgebaut werden. Ich erwähnte ja weiter oben, dass zum Glück
nicht so ein übertriebenes Leveln wie bei Gothic 3 existiert und auch diese ganzen Abhängigkeiten
beim Ausbau der einzelnen Fähigkeiten. Aber so wenig musste es dann auch nicht sein, das ist
einfach nicht mehr zeitgemäß. Als Magier habe ich vor allem die verschiedene Runenmagie aus
Gothic 1+2 vermisst. Die hier gebotene Kristallmagie war nicht wirklich befriedigend, zumal
man sich in einem Durchgang (bei normaler Spielweise) nicht mal alle 3 Arten bis zur Meisterstufe
aneignen kann. Hier wäre eine Rückkehr zur alten Magie für die Zukunft schöner. Auch eine stärkere
Unterscheidung zwischen Magier, Ordenskrieger und Bandit wäre schön. Die gibt es zwar wie beschrieben,
aber halt nur halbherzig.
Und durch die Ideenlosigkeit ab der zweiten Hälfte (zumindest kapitelmäßig) leidet, wie ich
finde, die Motivation, das Spiel mehrmals zu spielen und alles bis ins letze Detail herausfinden
zu wollen. Selbst beim ersten Durchspielen wollte ich am Ende nur noch fertigwerden und gar
nicht mehr die letzten Ecken der Insel erkunden. Mehr Spaß hat es da schon gemacht, die ersten
beiden Kapitel in den unterschiedlichen Klassen zu spielen. Aber auch das hielt sich spätestens
ab dem dritten Mal in Grenzen, wenn man feststellt, dass es einfach zu wenig Unterschiede gibt,
weil wie beschrieben die Auswahl der Questdialoge nicht wirklich zu verschiedenen Ergebnissen
führte.
Die Spielzeit beim ersten Durchgang auf mittlerem Schwierigkeitsgrad betrug netto 36 Stunden.
Das hört sich zwar nicht so wenig an, allerdings muss hierbei berücksichtigt werden, dass ich
trotz beschriebenen Motivationsverlusts ca. 98% erkundet habe.
Aber nun genug gemeckert, schließlich gibt es ja auch Gutes zu berichten. Zur Grafik habe
ich mich ja schon geäußert. Die Musik ist ebenfalls wieder erstklassig (vielleicht könnte der
Einsatz etwas variabler sein). Das Spiel ist wieder in Kapitel aufteilt, was eine geradlinigere
Story zur Folge hat. Die ersten beiden davon bieten dann auch eine sehr gute Atmosphäre. Hier
habe ich mich komplett an Gothic erinnert gefühlt und wollte gar nicht mehr aufhören zu spielen,
was dann leider zu einer ganz anderen Art von "Bosskampf" in der realen Welt führte, gegen die
ein Kampf ohne Rüstung mit rostigem Schwert gegen eine Armee von 30 Elitekrieger in Verbindung
mit 20 Aschebestien wie ein Kindergeburtstag wirkt :-) Das Kampfsystem (nicht Magie) hat mir
gut gefallen, aber auch hier könnte sicher noch an der einen oder anderen Stellen gefeilt werden.
Hilfreich fand ich auch, dass bei einigen Quests eine Karte mit den Fundorten automatisch generiert
wird, sonst wäre manche Suche zum Albtraum geworden (ich sag nur Stahlbarts Schatztruhen). Getötete
Gegner/Tiere bleiben auch solange liegen, bis sie geplündert worden sind. Erst danach verschwinden
sie, was ganz gut ist, wenn z. B. 10 Gnome da liegen, aber nur einer den gewünschten Gegenstand
mit sich führt und bei so vielen Leichen "übersehen" wird. Das Balancing ist ebenfalls sehr
gut gehalten. Auch in späteren Kapiteln bleibt das Schwierigkeitsniveau durch neue Gegner erhalten.
Das Gruppenkampfverhalten fand ich auch deutlich herausfordernder als in der Vergangenheit.
Fazit
Ist Risen ein Gothic Remake? Die Frage werden sich so einige gestellt haben und jeder wird
da für sich seine eigene Antwort gefunden haben. Risen ist für mich ein Mix aus Gothic 1-3.
Man nehme ein bisschen Gothic, vieles von Gothic 2, ganz wenig und ein Grafikupdate von Gothic
3, verfeinere hier und da noch ein wenig, gibt den Monstern, NPC´s und Pflanzen einen anderen
Namen und schon hat man Risen. Risen ist inhaltlich aber nicht ganz das geworden, was ich mir
gewünscht habe. Zumindest ist es aber auch nicht weniger geworden, als befürchtet. Vielleicht
sind die Pintanha Bytes zu sehr nach dem Gothic3 Fiasko auf Nummer sicher gegangen. Was aber
unter dem Strich geblieben ist, macht Spass, wenn es auch nicht ganz an die Klasse von Gothic
1-2 heranreicht, dazu ist die zweite Hälfte zu langweilig und die Chemie zwischen den Figuren
nie so eindringlich und atmosphärisch, wie in den vorherigen Teilen. Technisch und vor allem
auch im Bereich Performance gibt es aber keinerlei Beanstandungen. Hier haben die Entwickler
gute Arbeit geleistet. Aber das Wichtigste ist, dass die Story noch sehr viel Potenzial bietet.
Ich denke, wenn Piranha Bytes wieder auf die Vorschläge der Community eingeht (wo ich mir ziemlich
sicher bin), noch an ein paar Stellschrauben dreht und das eine oder andere (hoffentlich Magie)
ändert, dürfte einem erfolgreichem Addon, bzw. der einen oder anderen Fortsetzung nichts im
Wege stehen.
Geschrieben am 11.11.2009, Testkonfiguration: Intel Dual Core 6600, GeForce 8800 GT, 2GB Ram
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