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Return t.C. Wolfenstein
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
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 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (95 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.9 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.1 |
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| Name: | Return to Castle Wolfenstein |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2001/11 |
| Publisher: | Activision |
| Entwickler: | Gray Matter Studios |
| Hardware: | 400Mhz, 128MB RAM, 16MB Open-GL, HD 800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.33 |
| USK: | 18 |
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Wir haben es ja schon immer geahnt: die wahren Verkörperungen des Bösen
können nur aus Soggsn stammen.
Aber anstatt auf naheliegende Personen wie Regina Zindler vom Maschendrahtzaun
zurückzugreifen, gehen Gray Matter und ID gleich über 1000 Jahre in die
Vergangenheit zurück, um dem aus einem sächsischen Herrschergeschlecht
stammenden König Heinrich I. diese Rolle zu übergeben. Zu Beginn von RtCW
wird dieser in einem eher an Diablo erinnernden Vorspann von einem rechtschaffenen
Mönch per Zauberei in ein magisches Gefängnis verbannt, weil er seine
Herrschaft hauptsächlich mit eine Armee von Untoten, kommandiert von Schwarzen
Rittern erlangte und zu erweitern trachtete. Abgesehen von den Untoten
also eigentlich ein ganz normaler König.
Im Jahr 1943 versucht dann eine obskure Sekte -die Wölfe- den Langschläfer
aus seiner Gruft zu befreien, um ihn und seine Mannen für ihre Zwecke
einzuspannen. Was ihre Absichten eigentlich wirklich sind (man vermutet
in dem Fall sicher nicht falsch, wenn man mal wieder auf die Weltherrschaft
tippt), wird allerdings gar nicht so klar. Das liegt jedoch nur an der
speziellen deutschen Version des Spieles, denn in der Originalgeschichte
sind die Wölfe einfach die Nazis, speziell H. Himmler, welche mit allen
Mitteln den Krieg zu gewinnen versuchen. Alternativ zum Wiedererweckungsspielchen
versucht ein Teil der Wölfe auch, mit wissenschaftlichen Methoden aus
den nebenbei befreiten Untoten sogenannte Übersoldaten zu züchten.
Beides findet das "Office of Secret Actions" (die Alliierten) logischerweise
unfair, wahrscheinlich, weil man einem untoten Heinrich I. höchstens einen
revitalisierten Elvis entgegenzusetzen hätte. Daher wird der beste verfügbare
Agenten BJ Blazkowicz (der Held des Spieles) ausgeschickt, um Informationen
zu sammeln und das Vorankommen der Wölfe zu sabotieren. Unterstützt wird
er vom Kreisauer Kreis, einer Widerstandsorganisation innerhalb Deutschlands,
die das OSA vor allem mit Informationen versorgt. Das Rezept ist also:
man nehme historische Tatsachen (Mittelalter- und Okkultismusvorliebe
Himmlers und anderer Nazis, Kreisauer Kreis), mische sie mit futuristischen
Laborexperimenten und Untoten, gebe noch einige bekannte Namen (Blavatsky)
hinzu und heraus kommt eine -im Original- für ein PC-Spiel durchaus brauchbare,
wenn auch sicher nicht gerade brillante Story.
Wie der Name schon nahelegt, handelt es sich beim vorliegenden Spiel
um ein Sequel. Der Vorgänger dürfte den meisten Spieler bekannt sein,
da er zum einen der Urgroßvater aller First-Person-Shooter war und andererseits
hierzulande nicht nur indiziert, sondern sogar verboten ist. Begründet
wird dies hauptsächlich mit den im Spiel reichlich vorhandenen nazistischen
Symbolen, und aus demselben Grund teilt auch die amerikanische Version
des Nachfolgers dieses Schicksal. Die deutsche Ausgabe wurde darum dahingehend
verändert, dass diese Symbole ausgetauscht und auch die Namen einiger
Protagonisten (Himmler heisst Höller, der "Führer" wird als Leitwolf bezeichnet)
verändert wurden. Über den Sinn dieser Zensur zu diskutieren, die für
eine Veröffentlichung in Deutschland natürlich notwendig war, wäre hier
der falsche Ort, allerdings stört es eben wie immer die innere Logik der
Handlung.
Für Verwunderung sorgt allein schon, dass im Multiplayer-Teil des Spieles
dann plötzlich doch Alliierte gegen Achsenmächte und nicht OSA gegen Wölfe
kämpfen. Wie dem auch sei, aus den ganzen genannten Gründen war RtCW ein
in Spielerkreisen schon aus Nostalgiegründen lange erwartetes Game, welches
aber eigentlich schon mehr als ein einfaches Remake sein sollte. Die Grafik
bietet natürlich durch die verwendete Q3-Engine ein weitaus besseres Bild
und richtiges 3d-Feeling als der Vorgänger. Neben der Burg Wolfenstein
selbst findet man sich in einer Reihe sehr unterschiedlicher Level wieder,
neben einer von Untoten bevölkerten Krypta gibt es eine Luftwaffenbasis,
eine zerbombte Stadt, eine Festungsanlage in Norwegen und anderes mehr.
Alles ist recht detailliert und abwechslungsreich designed worden, wobei
mir einige Dinge schon etwas arm vorkamen, beispielsweise das fehlende
Gras in der Forestmission (es sei denn, die Wölfe sind insgeheim Fans
von sehr kurzem englischen Rasen). Die Grafik ist gut, aber nicht unbedingt
spektakulär. Ähnliches lässt sich für den Sound sagen, auch hier gibt
es keine Überraschungen. Die übliche, durchaus zu den Szenarien passende
Musik läuft im Hintergrund vor sich hin, der Sound der Waffen ist adäquat
umgesetzt. Die deutsche Synchronisation präsentiert wieder die üblichen
Verdächtigen, denn einige der Stimmen kennt man auch schon von anderen
Shootern. Zumindest werden aber diesmal die Unterhaltungen auch tatsächlich
von verschiedenen Personen gesprochen, was die Sache doch etwas realistischer
macht. :)Insgesamt ist die Übersetzung der Gespräche und der recht zahlreichen
Zwischensequenzen ganz gut gelungen, wenn auch, wie meistens, etwas teilnahmslos
und gelangweilt gesprochen wird.
Waffenmäßig wird das übliche Arsenal aufgeboten, neben den zu der Zeit
tatsächlich vorhandenen Pistolen, Gewehren und Granaten gibt es u. a. noch
ein sehr schnelles Maschinengewehr namens "Giftspritze" und ein Teslagewehr,
die sich neben der Pak gerade bei Endbossen gut bewähren. Äusserst hilfreich
sind auch die Gewehre mit Sniperfunktion, da man recht häufig in weiträumigeren
Leveln agiert und sich die Gegner damit früh vom Leib halten kann. Die
Trefferzonen sind allerdings sehr spielerfreundlich angelegt, gerade mit
der Mauser fällt der Gegner auch um, wenn er gar nicht direkt im Fadenkreuz
war. Da diese Waffe im Normalmodus gar kein Fadenkreuz hat, sollte man
in diesem Fall auch kaum treffen, aber das gelingt trotzdem ganz gut,
wenn man den Lauf ungefähr in die Richtung des Gegners hält. Ich habe
trotzdem eine richtige Shotgun vermisst, man hätte dafür gern eins der
3 MG´s einsparen können.
Das Spiel ist unterteilt in 7 Episoden mit jeweils mehreren Missionen.
Zwischen diesen Missionen werden immer wieder kurze, mit der Spielengine
gerenderte Filmsequenzen abgespielt. Leider bestehen die zum größten Teil
aus Lagebesprechungen der OSA, bei denen festgestellt wird, wie furchtbar
und rätselhaft doch alles wäre, was Blazkowicz gerade herausgefunden hat
und beschlossen wird, ihn wieder auf eine weitere Mission zu schicken
um noch mehr herauszufinden. Irgendwie hätte man sich da doch einmal etwas
Besseres einfallen lassen können oder wenigstens hin und wieder andere
Räume benutzen. Die Aufgaben, die man als Spieler zu lösen hat, sind daher
meistens Informationsbeschaffung, Sabotage, Ausschalten bestimmter Gegner
oder Erreichen eines bestimmten Gebietes. Bis auf eine Mission, bei der
man vor allem nicht entdeckt werden darf und garantiert verliert, wenn
man rambomäßig in der Gegend herumballert, lassen sich die meisten Aufgaben
verständlicherweise vor allem mit Einsatz der diversen Schiessprügel lösen.
Dabei bekommt man es zum größten Teil mit normalen Soldaten zu tun, die
wiederum in verschiedenen Klassen auftreten. Eine Ausnahme stellen die
Mitglieder einer speziellen Frauentruppe dar, die mir mit ihren schwarzen,
hautengen Lederklamotten eher durch entsprechende Fortpflanzungstriebanregungsfilme
inspiriert scheinen als durch Geschichtsbücher. Aber sie sehen auf jeden
Fall sehr schnuckelig aus und man lernt auch eine Lektion fürs Leben:
Frauen sind ebenso optisch anregend wie in größeren Mengen tödlich. Ausserdem
gibt es noch die ex-menschlichen Gegner, rekrutiert aus Heinrichs alter
Armee und die Kreationen der Biolabors des "Schädels", X-Kreaturen und
Supersoldaten.
Die AI würde ich als recht gut bewerten. Die Gegner sind ziemlich aufmerksam
und sobald man sich bemerkbar macht, kommt zumeist Verstärkung daher.
Es ist mir auch nie passiert, dass, wenn ich einen Soldaten weggesnipert
habe, der Nebenmann einfach weiterlief. Auch die Wegfindungsroutinen sind
sehr gut, die Monster überwinden verschiedene Stockwerke und auch Leitern
um den Spieler zu finden. Andererseits ist das auch wieder dämlich, denn
wenn man sich hinter eine Tür zurückzieht, braucht man nur dort mit der
Waffe im Anschlag zu warten, denn der Gegner wird höchstwahrscheinlich
durch die Tür stürmen. Andererseits versuchen sie durchaus auch, sich
in Sicherheit zu bringen und wegzulaufen oder auch Granaten zu werfen.
Sehr häufig stehen sie allerdings in recht vorhersehbaren Ecken, wenn
also irgendwo etwas ideal für einen Hinterhalt aussieht, dann ist dort
garantiert auch einer.
Steuern lässt sich RtCW wie jeder gängige Shooter, bei einigen Waffen
gibt es eine zweite Feuerfunktion, allerdings nur bei den Snipergewehren.
Das fand ich einerseits etwas wenig, andererseits sind es ja meist realistische
Waffen und eine Pak aus dem Zweiten Weltkrieg mit zielsuchenden Raketen
wäre etwas deplaziert. Positiv hervorheben möchte ich die Ladezeiten,
am Anfang der Mission dauert es zwar etwas länger, aber die Quickloadfunktion
benötigte nur 2 oder 3 Sekunden, selbst auf meinem nicht mehr taufrischen
System. Bugs sind mir nur zweimal in die Quere gekommen, zwei- oder dreimal
ist das Spiel während des Startens stehengeblieben und ich musste neu
booten und während einer Mission waren plötzlich meine ganzen Gewehre
weg und die Pistolen konnte ich nicht mehr nachladen. Nur mit 10 Schuss
ein komplettes Level zu überstehen ist doch etwas viel verlangt, nach
einem Neustart des Levels ging es dann aber wieder. Ansonsten lief RtCW
auch mit hohen Details sehr flüssig, der Hardwarehunger hälts sich also
noch in Grenzen.
Unser Kanzler und die Spitzen der Wirtschaft können dank RtCW langsam
wieder aufatmen. Die ökonomische Talsohle scheint endlich durchschritten,
denn anhand des Multiplayer-Parts des Spieles lässt sich belegen, dass
sich deutsche Qualitätsstandards langsam wieder auf dem Weltmarkt durchzusetzen
beginnen. Die BPjS wird zum globalen Exportschlager und beabsichtigt sicher,
demnächst an die Börse zu gehen. Sichert auch daher auf jeden Fall als
Rentenvorsorge die Aktie Grün! Um nämlich unter anderem auch den Besitzern
des zensierten RtCW das globale Mitspielen zu ermöglichen, sind in allen
Multiplayer-Versionen die Hakenkreuze und ähnliche Symbole entfernt worden.
Und da sage noch mal einer, niemand würde auf unsere Interessen Rücksicht
nehmen. Auf jeden Fall ist der Multiplayer-Teil recht anspruchsvoll, denn
er erfordert in erster Linie Teamplay, Deathmatch gibt es überhaupt nicht.
Stattdessen existieren 3 verschiedene Modi, bzw. eigentlich nur 2. Der
erste entspricht ungefähr dem auch aus UT bekannten Domination, bei dem
bestimmte, mit Flaggen gekennzeichnete Stellen der Map von einem Team
besetzt werden müssen. Besitzt ein Team während des Spieles alle Flaggen,
ist die Runde beendet, ansonsten wird am Schluss gezählt, wer mehr Flaggen
hat. Der zweite Modus ist zielorientiert, jedes Team muss innerhalb der
Runde bestimmte Vorgaben erfüllen, also etwas sprengen oder geheime Nachrichten
übermitteln und der Gegner versucht dann entsprechend, das zu verhindern.
Davon existiert noch eine spezielle Abwandlung, bei der die Zeit, in der
ein Team seine Ziele erreicht hat, gespeichert wird, danach die Seiten
vertauscht werden und das andere Team versuchen muss, diese Zeit zu unterbieten.
Erschwert oder auch verfeinert wird das Onlinespiel dadurch, dass es 4
verschiedene Klassen von Soldaten gibt, aus denen man am Beginn der Runde
wählen kann. Neben dem normalen Soldaten gibt es noch den Ingenieur, den
Sanitäter und den Leutnant, die alle unterschiedliche Fähigkeiten besitzen,
die gerade deswegen wichtig werden, weil es in den Maps keine Munition
oder Healthpacks gibt und jeder zunächst mit seiner Startausrüstung auskommen
muss. Dafür kann der Leutnant dann Munition verteilen, der Sanitäter ist
in der Lage, seine angeschossenen Mitspieler zu heilen, der Ingenieur
ist der Sprengstoffexperte und der Soldat in der Lage, alle Waffen (inkl.
Pak und Sniper) zu verwenden. Daraus ergibt sich, dass man nur dann wirklich
eine Chance hat, wenn wirklich zusammengespielt und -gearbeitet wird.
Es hat sicher nicht die Komplexität von Tribes, ist aber meines Erachtens
prädestiniert für ausgefeiltes Teamplay, das letztlich nur von Clans geleistet
werden kann. Skills allein genügen nicht mehr, wenn man beispielsweise
vor einer zu sprengenden Mauer steht und kein Ingenieur dabei ist, der
vielleicht irgendwo in der Nähe herumliegt, aber ein Sanitäter fehlt,
der ihn heilen könnte. Bisher gibt es aber noch recht wenige Maps und
diese sind zum einen ziemlich groß und ausserdem fast ausschliesslich
aus dem Singleplay importiert. Aber ich denke, dass dem recht schnell
abgeholfen werden wird. Von der Geschwindigkeit her erinnert es natürlich
schon mehr an Q3 als an CS, es liegt dann wieder an den persönlichen Vorlieben,
ob man das mag oder nicht. Auf jeden Fall finde ich das Grundkonzept ganz
gut und auch auf längere Sicht motivierend, wenn neue Maps und Verbesserungen
nachfolgen.
Eine Bewertung des Spiels fällt mir gar nicht so leicht. Stellt man die
Möglichkeiten in Rechnung, die bei der Herstellung dieses Spiels genutzt
werden konnten und die Erwartungen, die damit verbunden waren, kann ich
eine leichte Enttäuschung nicht verhehlen. Das Spiel ist nicht schlecht,
aber auch nicht wirklich herausragend. Vergleicht man es zum Beispiel
unter Berücksichtigung des jeweiligen finanziellen Aufwandes mit dem zumindest
in der ersten Hälfte thematisch und zeitlich sehr ähnlich gelagerten Mortyr,
ist RtCW in manchen Bereichen gar nicht so sehr viel besser, beispielsweise
beim Design der Level, wenn es um Kirchen oder Burgen geht oder auch bei
den Waffen. Ausserdem hätte ich mir bei der Story doch das eine oder andere
Augenzwinkern gewünscht, einige der Charaktere laden geradezu dazu ein,
weil sie absolut klischeehaft gezeichnet werden, aber irgendwie wird das
nicht ausgenutzt. Auch das Ende des Spieles ist vollkommen vorhersehbar
und die Schlussequenz enttäuschend, da wäre sicher mehr drin gewesen.
Dem gegenüber stehen die gute grafische Umsetzung und die AI, aber alles
in allem ist RtCW in meinen Augen ein doch eher durchschnittliches Spiel,
das eine guten Teil seines Reizes aus seinem Thema und den daraus entstehenden
Diskussionen bezieht. Im direkten Vergleich mit neueren Shootern wie AVP2
und NOLF zieht RtCW meines Erachtens deutlich den Kürzeren. Wer aber einen
klassischen Shooter im Stil von Q2 und Konsorten erwartet, wird sicher
nicht enttäuscht werden und wegen des ausbaufähigen Multiplayerteils gebe
ich dem Spiel allerdings sehrsehr knappe 2.
Geschrieben am 15.11.2001, Testkonfiguration: Duron850, GeForce2 MX, 256MB Ram
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