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Rush for Berlin
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| Name: | Rush for Berlin |
| Genre: | Echtzeitstrategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/05 |
| Publisher: | Deep Silver |
| Entwickler: | Storm Region |
| Hardware: | 1.7Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| Patch: | 1.23 |
| USK: | 16 |
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Monat für Monat kommen Massen an Spielen auf den Markt, bei denen nicht nur das Gameplay
oftmals recht ähnlich ist, auch einige Schauplätze erfreuen sich bei Entwicklern und vermutlich
auch den Spielern großer Beliebtheit. Nach Panzers: Phase Two haben sich die ungarischen Entwickler
Stormregion gleich an ihr nächstes RTS im WW2 Setting gemacht. Herausgekommen ist "Rush for
Berlin", das Ende Mai 2006 veröffentlicht wurde. Worin die Stärken des Spiels liegen, womit
es sich von anderen Spielen anzugrenzen versucht und wo im schon bald kommenden AddOn nachgebessert
werden kann, soll das folgende Review zeigen.
Neben der normalen Fassung gibt es auch eine Collectors Edition, in deren Box sich neben
der Spiel DVD und einem recht umfangreichen, farbigen Handbuch, eine Adler-Statue, eine Artbook,
eine Soundtrack CD, ein Kartenspiel und ein Poster befindet. Die etwa 4,5 GB an Daten sind recht
schnell auf die Festplatte kopiert und dann steht lediglich die Hürde in Form des Kopierschutzes
"Starforce" auf dem Programm, das sich auf dem Testsystem als sehr zickig herausgestellt
hat. Im Gegensatz zur Previewversion, die ebenfalls Starforce hatte oder andere aktuelle mit
StarForce geschützte Spiele, lies sich Rush for Berlin anfangs überhaupt nicht starten. Die
Überprüfung der Disk begann und hing dann in einer Endlosschleife fest. Auch Neustarts, Deinstallierung
und Neueinrichtung der Kopierschutztreiber brachten keiner Besserung. Der Patch auf Version
1.10 besserte die Lage auch nicht, bis sich das Spiel über Tricks schließlich starten lies.
Dazu wurde zuerst die Disküberprüfung gestartet, danach durch ein Öffnen des Laufwerks unterbrochen,
aber nicht abgebrochen. Während das Infofenster des Kopierschutzes über die fehlende Disk klagte,
wurde das Laufwerk wieder geschlossen und Autostart abgebrochen. Nun galt es während das Laufwerk
noch beim "Einlesen" der Disk war, schnell auf den Button "Wiederholen" bei der Kopierschutzabfrage
zu klicken, worauf die Disk mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gefunden wurde.
Wir ziehen nach Berlin
Wie es der Name im Titel schon andeutet geht es im Echtzeitstrategiespiel Rush for Berlin
um die Einnahme der deutschen Hauptstadt. Entweder auf Seiten der Westalliierten oder der Russen
kann sich der Spieler daran machen und Kämpfe im Jahre 1944 und 1945 bestreiten. Die Kampagnen
orientieren sich dabei an historischen Fakten und Ereignissen, erfährt allerdings auch
immer wieder Ausnahmen und Änderungen, so dass insbesondere die deutsche Kampagne von der Realität
abweicht. Hier ist es auf Seiten der Deutschen möglich, den Krieg durch geheime Prototypen doch
noch zu gewinnen. Allerdings ohne Hitler, der wird durch einen kleinen Geschichteeingriff beseitigt.
Im Spiel schlägt der Anschlag von Graf Stauffenberg im Juli 1944 nicht fehl, wodurch versucht
wird, die doch etwas heikle Thematik für ein Spiel abzuschwächen. Als kleinen Bonus gibt es
außerdem einen etwas kürzen Feldzug auf Seiten der Franzosen zu bestreiten. Vor und meist nach
jeder Mission gibt es eine ansehnliche Videosequenz, die jedoch nichts daran ändern kann, dass
die ganzen Missionen und Aufträge alle irgendwie ohne Bezug zueinander gespielt werden. Abgesehen
von historischen Daten oder Hintergründen hätten die Missionen auch in einer ganz anderen Reihenfolge
präsentiert werden können und es wäre kaum aufgefallen. Das Handbuch schreibt zwar von einem
Wettlauf mit Ziel Berlin und der Spieler würde förmlich merken, dass es immer mehr in Richtung
Berlin geht, doch im Spiel selbst ist davon wenig zu bemerken.
Taktik ist gefragt
Auch Rush for Berlin setzt, wie viele WW2-Strategiespiele, weniger auf Basisbau, sondern
vielmehr auf das taktisch kluge Vorgehen mit einigen wenigen Einheiten. Allerdings gibt es in
einigen Missionen bzw. im Mehrspielermodus nicht nur Verstärkung auf der Karte, sondern auch
die Möglichkeit, Einheiten und Fahrzeuge in eingenommenen Fabriken auszubilden. Die Einheitenpalette
der vier spielbaren Parteien weißt recht unterschiedliche Einheiten auf. Bei den Fußtruppen
gibt es unterschiedliche Varianten. Vom Scharfschützen, über Flammenwerfer bis hin zum Bazooka-Schützen.
Im Fuhrpark befinden sich Aufklärungsfahrzeuge, Flugabwehrkanonen und Panzer. Auf der Karte
sind außerdem unterschiedlichste Abwehrmöglichkeiten wie Feldhaubitzen vorhanden. Hier sollte
der Spieler möglichst nicht das Geschütz beseitigen, sondern lediglich die Bedienmannschaft.
Dadurch können solche Gerätschaften der eigenen Truppe einverleibt und der Gegner mit den eigenen
Waffen geschlagen werden. Sehr wichtig ist es außerdem die eigenen Truppen bei Gesundheit zu
halten. Nicht nur, weil Verluste nicht immer leicht und schnell ersetzt werden können, sondern
weil die Einheiten im Laufe der Schlacht Erfahrung sammeln und dadurch im Rang aufsteigen, was
wiederum in etwas besseren Angriffs- und Verteidigungswerten resultiert. Für Fußtruppen gibt
es deshalb einen Mediziner und für Fahrzeuge einen Versorgungs-LKW, wodurch eingeschlagene Truppenverbände
und Einheiten wieder auf Vordermann gebracht werden können und gleichzeitig ein kleiner Trupp
eine ganze Karte durchkämmen kann. Entsprechend gut sollte der Spieler die eigenen Mediziner
und LKWs schützen und die des Feindes dagegen möglichst zuerst zerstören. Auf der Karte verteilt
befinden sich außerdem kleine Stützpunkte unterschiedlicher Größe. Vom Vorratslager mit einigen
Kisten bis hin zu großen Fabriken gibt es einige Flaggen auf jeder Karte. Wie es beispielsweise
Battlefield-Spieler kennen, müssen lediglich einige Truppen neben einer solchen Flagge platziert
werden und schon wird diese, wenn keine Gegner in der Nähe sind, eingeholt und die eigene Flagge
gehisst. Die eroberten Objekte können - je nach Typ - Einheiten heilen oder gar Nachschub produzieren.
Neben den regulären Einheiten kann der Spieler auch bis zu vier Offiziere auf dem Schlachtfeld
kommandieren. Richtig eingesetzt können sie dem Spieler beim Vorgehen gegen den Feind deutlich
unter die Arme greifen. So kann der Offizier per Funk Luft- und Artillerieunterstützung anfordern
oder Nachschub auf der Karte abwerfen lassen. Ähnliche Möglichkeiten bieten auch die normalen
Aufklärungsfahrzeuge, die Luftangriffe und Aufklärungsflüge ermöglichen. Weiterhin verfügt jeder
Offizier über drei Fähigkeiten, die unterschiedliche Boni bringen. So kann beispielsweise der
Artillerieoffizier der Deutschen die Reichweite und den Schaden des Artilleriegeschützes um
25% verbessern, in welchem er sich befindet und in regelmäßigen Abständen Artillerieschläge
herbei beordern. Doch auch die normalen Einheiten können auf Zusatzfähigkeiten zurückgreifen,
die sich an der Einheitenklasse orientieren. Sanitäter können ein Lazarett aufbauen, welches
in der Nähe befindliche Einheiten heilt und Panzerjäger können Panzersperren errichten.
Auf dem Weg nach Berlin
Die Kampagnen der Westalliierten, Russen und Deutschen bestehen jeweils aus sieben Missionen.
Sobald der Spieler Sowjets und Alliierte zum Sieg geführt hat, kann die alternative Geschichte
in Deutschland begonnen werden. Wer sich in diesen drei Kampagnen gut schlägt und vorankommt,
der schaltet zusätzlich vier Missionen der französischen Kampagne frei, die etwas kürzer ausgefallen
ist. Für einen leichteren Einstieg empfiehlt es sich, sich ein wenig mit dem recht gut gemachten
Tutorial auseinander zusetzen, das sämtliche Grundlagen des Spiels schnell erklärt. Danach
kann der Spieler die eigentlichen Missionen in Angriff nehmen, wobei der Schwierigkeitsgrad
in drei Stufen justierbar ist. Sollte eine Mission zu schwer oder auch zu leicht sein, kann
jederzeit aus der Übersichtskarte heraus jede Mission mit einem anderen Schwierigkeitsgrad gestartet
werden. Vor jedem Einsatz gibt es ein kurzes Video, das die Mission einleitet. Doch bevor es
endlich aufs Schlachtfeld geht, wartet noch eine Einsatzbesprechung und die Einheitenauswahl
auf den Spieler. Hier werden wichtige Ziele noch kurz angesprochen und der Spieler kann sich
entscheiden, welche Einheiten aus der Stammarmee mit in die Schlacht genommen werden. Diese
Einheiten übernimmt der Spieler von Mission zu Mission und profitiert deshalb ganz besonders
von der steigenden Erfahrung der Truppen, vorausgesetzt natürlich, die jeweilige Einheit überlebt
die nächste Schlacht. Auch Rush for Berlin setzt beim Missionsdesign auf recht bekannte Kost.
Je nach Mission gilt es sich durch die Karte zu kämpfen oder einfach eine Stellung zu halten.
Festungen und feindliche Basen wollen erobert, Einheiten beschützt und Sabotageanschläge verhindert
werden. Bei Nacht und Nebel gilt es V2 Raketenstellungen zu zerstören oder einen flüchtenden
Gegner aufzuhalten. Aber auch Brückensprengungen gilt es zu verhindern und einfach die Position
zu halten und ggf. auf Verstärkung hoffen. Oder es müssen Wrackteile in einem Gebiet gefunden
und beseitigt werden, bevor diese dem Feind in die Hände fallen. Auch eine Indoor-Mission steht
auf dem Programm. Allein an der reinen Aufzahlung der Aufgaben ist zu sehen, dass das Spiels
zwar bekannte Kost bietet, dafür aber ein sehr breites Spektrum an Aufgaben beinhaltet. Innerhalb
einer Mission wechseln die Ziele bzw. es kommen neue Hauptziele dazu. Zusätzlich kann der Spieler
sich einige Abschnitte durch Sekundärziele erleichtern, wie beispielsweise das Sprengen eines
schmalen Durchgangs zwischen zwei Bergen, wodurch die Verstärkung des Gegners aufgehalten wird.
Eine Mission endet allerdings immer automatisch, sobald alle Hauptziele erreicht wurden, wodurch
der Spieler keine Chance hat, danach noch offene Sekundäraufgaben zu erledigen oder sich gar
auf die Suche nach geheimen Bonusaufgaben zu machen. Einige dieser Bonusziele sind allerdings
auch mit Hauptaufgaben verknüpft. So kann der Spieler etwa ein Bonusziel erreichen, wenn er
besonders schnell ein Ziel erfüllt. Ab und zu sorgt ein Zeitlimit für ein wenig mehr Spannung,
wenn eine Stellung zu halten oder ein Ziel eingenommen werden muss. Sehr schön präsentieren
sich auch einige Missionen, in denen der Spieler etwas mehr als nur den einen, direkten Weg
hat, das Ziel zu erfüllen. So kann man in einer Mission beispielsweise den Piloten des abgestürzten
Wracks finden, der dann die Trümmer zeigt, die beseitigt werden müssen. Oder der Spieler
wartet einfach bis der Gegner die Trümmer abtransportieren will und zerstört dann die LKWs mit
den Trümmerteilen. Entsprechend abwechslungsreich und unterschiedlich sind auch die Schauplätze
ausgefallen. Neben grünen Wiesen mit einigen kleinen Hütten, schmalen Wegen und einigen Pflanzen
gibt es auch kargere Gegenden, wüstenähnliche Areale, Schneelandschaften und Städte. Überwiegend
bewegt sich der Spieler dabei mit seinen Einheiten durch nahezu vollständig zerstörte Stadtbereiche,
in denen ein vorsichtiges Vorgehen extrem wichtig ist. Aber einige Gebäude haben die Kämpfe
bislang gut überstanden und dort haben sich entsprechend feindliche Einheiten verschanzt. Der
Spieler ist nicht immer nur am Tag unterwegs und Nachteinsätze stehen mit auf dem Programm.
In einer Mission gilt es bis zum Sonnenaufgang durchzuhalten, nur leider wird dies grafisch
nicht entsprechend in Szene gesetzt, sondern lediglich ein Timer zählt die Zeit nach unten.
Je nach Mission werden lineare oder offener gehaltene Missionen präsentiert. So stark wie die
Abwechslung variiert, so stark ändert sich auch der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Missionen.
So passiert es mehrfach, dass auf eine schwere Mission ein sehr leichter Auftrag folgt oder
anders herum. Da auch zwei Kampagnen von Anfang an spielbar sind, wird hier für eine weitere
Aufsplitterung des Schwierigkeitsgrades gesorgt. Einsteiger werden sicherlich in einigen Missionen
Probleme haben und müssen sich an den harten Kriegsalltag erst gewöhnen und die Truppen vorsichtig
und mit Bedacht über die Karte dirigieren. Für Fortgeschrittene sollte das Spiel im Einzelspielermodus
insgesamt für 15 bis 20 Stunden recht gute Unterhaltung bieten. Im Notfall kann der Schwierigkeitsgrad
auch für jede Mission geändert werden. Ursprünglich war auch vorgesehen, dass ein wenig stärker
der Wettlauf in den Missionen im Vordergrund steht, was sich in den Previewversionen in Form
eines deutlich sichtbaren Timers bemerkbar machte. Dieser ist nun in den Missionen nicht mehr
zu sehen, lediglich ein Infobalken gibt darüber Auskunft, wie gut der Spieler noch im Zeitplan
der aktuellen Mission liegt. Spielerisch sind die Auswirkungen zu vernachlässigen und es ist
irrelevant, ob der Spieler nun 10 Minuten länger an einer Mission sitzt oder nicht. Lediglich
Spieler, die möglichst viele Punkte am Ende der Mission bekommen wollen, die weiter am optimalen
Lösungsweg für eine Mission tüfteln und dabei auch versuchen, möglichst alle Sekundär- und Bonusziele
zu erfüllen, werden auf diese Angabe achten.
Multiplay
Neben den Einzelspielerkampagnen bietet Rush for Berlin auch einen Mehrspielermodus an. Etwas
versteckt im LAN Modus kann der Spieler aber auch allein gegen die CPU antreten. Alternativ
kann online gespielt werden, wofür aber ein GameSpy-Account benötigt wird. Nicht nur beim Onlinespiel,
auch beim LAN-Game versucht das Spiel den CD-Key online zu überprüfen. Existiert keine Internetanbindung,
dann kann jedoch trotzdem gespielt werden nachdem eine entsprechende Meldung (Server konnte
nicht erreicht werden.) weggeklickt wurde. Insgesamt maximal sechs Spieler können sich im Mehrspielermodus
austoben und dabei auf eine Reihe recht unterschiedlicher Spieltypen zurückgreifen. Im Koopmodus
geht es allein oder mit Freunden gegen die CPU ins Feld, wobei entsprechend vorgegebene Ziele
erreicht werden müssen. Der Deathmatchmodus ist ein simples, freies jeder gegen jeden Spiel,
in dem es einfach gilt, alle Feinde von der Karte zu fegen. Der Domination-Modus macht sich
die sowieso auf den Karten vorhandenen Flaggen zu Nutze. Diese gilt es einzunehmen und entsprechend
zu halten, damit gepunktet wird. Entweder gewinnt dabei das Team bzw. der Spieler, der nach
Ablauf einer vorgegebenen Zeit die meisten Punkte oder wer zuerst eine bestimmte Punktzahl erreicht
hat. Die verbleibenden beiden Spieltypen sind ausschließlich für menschliche Spieler ausgelegt.
R.I.S.K. (Race-Intensive Strategic Kombat) beinhaltet unterschiedliche Ziele für die einzelnen
Spieler, die es jeweils zu erfüllen gilt. So kann es als Aufgabe geben, bestimmte Objekte zu
halten, die auf der Karte durch Buchstaben gekennzeichnet sind oder aber der Spieler kann sich
selber aussuchen, welche Objekte er hält und verteidigt, muss allerdings eine vorgegeben Anzahl
halten. Genauso gibt es als Ziel auch die Zerstörung bestimmter neutraler Einheiten oder das
Einsammeln von zufällig auf der Karte abgeworfenen Kisten. Neben der Beseitigung des feindlichen
Teams und der Eliminierung einer bestimmen Anzahl an Einheiten gibt es als Ziel auch die Sicherung
eines Prototyps, der allerdings für alle sichtbar auf der Karte angezeigt wird. Der R.U.S.H.
Modus (Relentless Utilized Score Hunt) konzentriert sich schließlich neben den Zielen auf Punkte,
die es für die einzelnen Aufgaben zu erreichen gilt. Wie im Domination-Modus gilt es entweder
eine Punktzahl zu erreichen oder nach einer vorgegebenen Zeit die meisten zu erzielen. Noch
ist die Kartenauswahl des Spiels zwar recht überschaubar, doch sind die bislang erhältlichen
sehr ordentlich und durchdacht designt. Ein leistungsstarker Editor ist auch schon angekündigt
und sollte spätestens dann für ausreichend Mapnachschub sorgen. Schön wäre es, wenn bis dahin
auch noch ein wenig an den Mehrspieleroptionen gearbeitet wird. Bislang sind die Optionen sehr
dürftig und bieten recht wenig Justiermöglichkeiten. Dann könnten auch durchaus mehr Spieler
Interesse haben und ein Spielchen wagen. In der jetzigen Form ist der Mehrspielermodus auf recht
schnelle Gefechte ausgelegt. Abgesehen von leichten Stabilitätsproblemen des Mehrspielermodus
fehlen für ein ESL Spiel bislang auch noch grundsätzliche Dinge wie beispielsweise eine Replayfunktion.
Präsentation
Wer schon ein ähnliches (WW2)Echtzeitstrategiespiel gespielt hat, der sollte sich bei Rush
for Berlin sehr schnell zurechtfinden, den Rest erledigt das Tutorial. Mit recht wenigen Schaltflächen
lassen sich die Kommandos geben, Einheiten bewegen und Spezialaktionen ausführen. Kleine Pop-Up-Fenster
informieren über Stärken, Schwächen und Besonderheiten von Einheiten und Schaltflächen. Über
Reichweite und Aktionsgebiete informieren entsprechende eingeblendete Kreisradien, wenn der
Spieler den Mauszeiger über eine Einheit bewegt. Wie in anderen Spielen können Einheiten gruppiert
und ihnen unterschiedliche Verhaltensweisen zugeordnet werden. Zur besseren Sichtbarkeit werden
außerdem Einheiten der Stammarmee, die von Mission zu Mission mitgenommen werden, durch anders
farbige Lebensbalken hervorgehoben. Die Einheiten reagieren insgesamt auch recht gut auf die
gegebenen Befehle bzw. können sich auch einigermaßen selber verteidigen und den Gegner angreifen.
Lediglich in etwas engeren Durchgängen und beim Vormarsch größerer, gemischter Truppen könnte
die Wegfindung besser sein. Nicht immer klappte das Überfahren feindlicher Fußtruppen, da sie
einfach nicht starben, als der Panzer über sie fuhr. Doch im Notfall bzw. wenn der Spieler einen
Moment in Ruhe planen will, kann jederzeit über die Space-Taste das Geschehen pausiert werden.
Alternativ ist es auch möglich mit doppelter Geschwindigkeit zu spielen. Sehr schön ist auch
der recht weite Zoom-Out ausgefallen, wodurch der Spieler immer einen sehr guten Überblick über
das Geschehen behalten kann. Sämtliche Texte wurden recht ordentlich ins Deutsche übersetzt.
Dabei werden alle Einleitungen in deutscher Sprache vorgetragen, wohingegen sich die Einheiten
in der jeweiligen Landessprache melden. Allerdings beschränken sich die gesprochenen Meldungen
und Anweisungen auf die Einführung einer Mission. Dialoge in den Missionen, wie etwa neue Zielanweisungen
oder Informationen von geretteten Einheiten, werden lediglich in Textform präsentiert, was nicht
nur etwas die Atmosphäre drückt, sondern auch im Kampf wenig Beachtung findet, aber dennoch
einen Großteil des Schirms "zukleistert". Verpassen muss der Spieler jedoch nichts, alle Anweisungen
und Texte können jederzeit in einem Log nachgelesen werden. Grafisch weiß Rush for Berlin recht
gut zu gefallen. Die einzelnen Karten wurden überwiegend sehr schön und abwechslungsreich gestaltet
und zeigen eine breite Palette an Schauplätzen. Von Schneelandschaften über Wiesen bis hin zu
zerstörten Städten wird einiges geboten. Insbesondere die Einheiten machen in der höchsten Zoomstufe
einen sehr ordentlichen Eindruck und Explosionen sind ansehnlich in Szene gesetzt. Allerlei
Objekte wie Zäune, Bäume oder Stromleitungen können demoliert und zerstört werden. Abgesehen
von den NS Zeichen ist das Spiel ungeschnitten und gefallene Soldaten hinterlassen den einen
oder andern roten Fleck auf dem Boden. Nicht sonderlich gelungen sind dagegen Performance und
Ladezeit. Selbst bei recht kleinen Karten dauert es recht lange, bis der Spieler endlich im
Spiel ist. Das Spielgeschehen selbst läuft dann leider auch nicht immer ruckelfrei bzw. in einer
überhaupt akzeptablen Geschwindigkeit. Mit 15 FPS kann durchaus noch recht ordentlich gespielt
werden, aber bei teilweise 8 FPS ist der Spaß vorbei. Dieses Problem tritt primär bei etwas
größeren Schlachten auf, welche gleich zu Beginn der Mission starten. Allerdings sind dabei
auch nicht so viele Einheiten beteiligt und ein Runterschrauben der Grafikoptionen brachte nicht
ein FPS mehr. Die Musik untermalt das Kampfgeschehen durch eine ganze Reihe orchestraler Musiktracks.
Überwiegend bleibt sie zwar im Hintergrund, doch gerade die aufkommende Dramatik in den Kämpfen
und der Sieg nach einem Scharmützel werden musikalisch sehr schön in Szene gesetzt. Je nach
Fraktion sind recht unterschiedliche Tracks zu hören, welche sich an landestypischen WW2-Klängen
orientieren.
Meinung
Stormregion liefert mit Rush for Berlin zwar bekannte, aber überwiegend sehr solide WW2-RTS-Kost
ab. Sowohl die grafische Gestaltung als auch die sehr abwechslungsreichen Missionen wissen dabei
zu gefallen. Der Gegner geht recht schlau vor und trotz des schwankenden Schwierigkeitsgrades
wird man stetig motiviert weiter zu spielen, weil die Bedienung zum Großteil einfach und bequem
von der Hand geht. Auch der Mehrspielermodus weiß mit unterschiedlichen Spieltypen zu gefallen,
wenn man ein Freund schneller Kämpfe ist. Dank des angekündigten Karten Editors sollte sowohl
für Einzel- als auch Mehrspielerfreunde bald ausreichend neues Material im Netz zu finden sein.
Nicht so schön sind dagegen eine Reihe kleiner und großer Probleme. Angefangen beim sehr zickigen
Kopierschutz, den mitunter merklichen Performanceeinbrüchen bis hin zum doch etwas schwach rübergebrachten
Wettlauf nach Berlin. So schön die Missionen sind, irgendwie wäre etwas mehr Zusammenhalt und
eine bessere Verknüpfung inklusive einer durchgehend präsentierten Handlung doch schöner gewesen.
Auch der Mehrspielermodus läuft noch nicht so rund und stürzt öfter ab. Wer ein aktuelles WW2-RTS
sucht, der kann zu Rush for Berlin greifen, außer man möchte kein Spiel auf der Platte haben,
in dem auch die Deutschen eine spielbare Kampagne abbekommen haben. Trotz einiger kleiner Schwächen
und insgesamt bekannter Kost schafft es Rush for Berlin, den Spieler einige Zeit mit abwechslungsreichen
und anspruchsvollen Missionen zu unterhalten, taktisch fordernd zu sein und gleichzeitig eine
erfreulich einfache und bequeme Bedienung zu bieten, so dass sich der Spieler auf das eigentliche
Gameplay konzentrieren kann. Wer es preiswerter will, greift zu Codename Panzers Platinum.
Geschrieben am 17.07.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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