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Runaway
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| Team (2 votes, siehe hier) | 2+ |
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| Name: | Runaway - A Road Adventure |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/11 |
| Publisher: | dtp |
| Entwickler: | Pendulo Studios |
| Hardware: | 333Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 630 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus |
| Sprache: | Deutsch |
| USK: | 12 |
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 | | Wie klischeehaft...die Schöne in Nöten
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 | | Sushis HQ (netter Bildschirmschoner)
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 | | Voodoo lässt die Puppen tanzen
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 | | Dopeman = Rastafari Rutger ?
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 | | Kontakt mit Trantor...Übermittlung beginnt
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 | | ja, ja die Wüstensonne trocknet aus
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 | | Ein Unglück kam selten allein
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 | | Ein neues Spielzeug für die ´Damen´?
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 | | Quaks Bruchpilotenkabinett
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 | | Studentenbude :-)
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 | | Halb 10 in D und kein Knoppers zu sehen
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 | | Wissenschaftler unter sich
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 | | Begegnung der 3. Art?
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 | | Immer diese Drückeberger
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 | | Flower Power...ähhh ´Frauen´ Power
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| Runaway - A Road Adventure (review von look) |
Also es geschah folgendes...
Auf der Fahrt zur Bücherei lief mir ein bildhübsches Mädchen vor den
Wagen. Ich bekam ein Riesenschreck. Sie tauchte so plötzlich auf, dass
ich nicht mehr ausweichen konnte! Zum Glück war nichts Schlimmes passiert.
In der Notaufnahme des Krankenhauses wurde sie gründlich untersucht. Sie
war unverletzt, stand aber unter schwerem Schock - nervöses Unfalltrauma,
glaube ich. Man wollte sie für 24 Stunden zur Beobachtung dort behalten.
Um sie ruhig zu stellen, gab man ihr ein Schlafmittel. So würde sie sich
am besten erholen. Was soll ich sagen? Ihr Name war Gina und sie war einfach...hinreißend.
Ich konnte einfach nicht weiter fahren und diesen Engel an diesem wildfremden
Ort allein lassen...
Dies ist der vom Hauptdarsteller Brian Basco (Brian - Brain, ein Zufall?)
geführte Monolog zum Einstieg in das Geschehen dieser Perle eines Adventures.
Wie der Name schon vermuten läßt "Runaway - A Road Adventure", hat dieses
Spiel wirklich die Anleihen und Intentionen eines Roadmovies, was allein
schon das cineastisch anmutende Intro, welches natürlich im typischen
Ich-Erzählerstil einher kommt, vermittel - selbst Kameraschwenks, Texteinblendungen
und gezeigte Motive lassen keinen Zweifel daran, dieses Spiel hat viele
Vorbilder im Filmgenre ... (Aufblende)
Brian Basco, unser Alter Ego, bekommt die Chance, endlich eine Doktorantenstelle
als Physiker in Berkeley besetzen zu können. Voller Vorfreude, entflieht
er dem namenlosen Vorort des Big Apple und will sich mit seinem 15 Jahre
altem Automobil nun endlich auf nach Kalifornien machen. Doch welch Gedanke
schießt ihm noch durch den Kopf. Kurz vor der Abreise will er noch, anstatt
es sich nachschicken zu lassen, ein bestelltes Buch abholen, auf das er
lange gewartet hatte. Auf diesem Wege fährt er die hübsche Gina an. Für
einen Mann mit trockener Berufsthematik dürfte es dementsprechend schwer
fallen, eine solche Frau wieder allein zu lassen. Gina, kurz bei wachem
Verstand, fleht ihn im Krankenhaus an, sie nicht allein zu lassen, sie
faselte noch irgendwas von "man würde sie umbringen wollen" und entschlummerte
wieder, nun denn, auf ans Werk, dies ist schließlich ein reinrassiges
Point & Click Grafikadventure und ein solches Geschöpf will man doch nicht
verprellen :-).
Bevor es hier nun um die Spielbesprechung geht, ein kleiner Rückblick
darauf, warum dieses Spiel erst jetzt den Weg auf die Festplatten der
geneigten Spielergemeinde fand. Im Grunde, wurde das Spiel von der kleinen,
spanischen Spieleschmiede "Pendulo Studios" schon vor zwei Jahren auf
den spanischen Markt gebracht. Ancheinend werden nur noch der Ostblock
und spanische Genreliebhaber wirklich adäquat mit Abenteuerstoff versorgt.
Die internationale Lizenz zum Vertrieb ging an den Publisher "Dinamic
Multimedia". Doch leider, wie das immer so ist, ging dieser Pleite und
riss die Lizenz natürlich mit sich. Erst ein Jahr später hatten es die
Macher endlich geschafft und konnten die Lizenz wieder zurück kaufen.
Nun stand dem Erfolg eigentlich nichts mehr in Wege, denn ein klassisches
Grafikadventure ist so selten geworden wie Steuersenkungen.
Durch die unwirklichen Wege des Internets bahnten sich die ersten Bilder
und Informationen den Weg bis hin zu den Liebhabern des Genres. Ihnen
ist es zu verdanken, dass sie sich nicht damit abfinden wollten, dass
ein solches Spiel nun den irdischen Weg alles vergänglichen gehen sollte
- die Aktivisten der Stunde übten mit Mails und Unterschriftenaktionen
so viel Druck aus, dass die Entscheidung, es doch noch international heraus
zu bringen, keine Frage der Möglichkeit war, sondern ein Muss. Wie dem
auch sei, der Sache angenommen hat sich in Deutschland "dtp", dessen "Shoe
Box" Ableger spätestens seit Gothic ein Begriff sein dürfte.
Anstatt das Spiel nun durch eine eher laue Umsetzung zu malträtieren,
hat der deutsche Publisher wirklich in die Vollen gelangt - um es vorweg
zu nehmen, es ist eine der besten Synchronisationen der letzten Jahre
dabei entstanden. Damit auch ja alle Fans ihr bevorzugtes Produkt bekommen,
ist man zu der Entscheidung gelangt, nicht nur eine schnöde DVD-Box auf
den Markt zu werfen, nein, denn da auch der Schreiber dieser Zeilen ein
Anhänger der Eurobox ist, dürfte es euch freuen zu hören, dass das Spiel
sowohl in einer Eurobox ausgeliefert wird, als auch in einer, in dieser
befindlichen, DVD-Box. Wie man sieht, die Querelen haben es verzögert,
jedoch nicht verhindern können und mit ein wenig Glück und einigen weisen
Entscheidungen ist es nun käuflich zu erwerben, als eine Art Hommage an
die ausgestandenen Querelen dürfte man daher auch die ersten Zeilen aus
dem Handbuch ansehen
"...vielleicht haben Sie es nicht gewußt, aber Sie haben seit Jahren
auf dieses Spiel gewartet. Das hätten Sie nicht vermutet, oder? Es gehört
zu der Sorte, die seit Jahren nicht zu finden war: ein Abenteuer von Spielern
für Spieler....".
Zurück zum primären Tenors dieses Reviews. Runaway wartet, trotz der
zwei jährigen Verzögerung, mit einer wunderschönen Comicgrafik auf. Es
glänzt nicht nur mit Detailliebe und der typischen comicartigen Vermischung
von versuchter Realitätstreue und dem einhergehenden Purismus der Darstellung
eines Comic, nein, anders als noch bei dem Genrekönig "Baphomets Fluch",
hat man versucht, die Neuerungen der Technik perfekt mit dem Geschmack
vieler Spieler zu verbinden. Herausgekommen ist eine 2D Grafik, so wie
man es von Trickfilmen her kennt und der technischen Möglichkeit diese
Darstellung nun unter zu Hilfenahme von 3D Techniken möglichst getreu
darzustellen. Diese Errungenschaft zeigt sich besonders deutlich bei den
Animationen der Protagonisten, ich hab selten so was Flüssiges sehen können,
kein hängenbleiben, keine stockenden oder abgehackten Bewegungen - selbst
die Banalitäten wie die "Denkerposen" und die Interaktion mit der Umgebung,
sind perfekt integriert. Dies sind aber nur die technischen Aspekte, viel
wichtiger ist doch das, was die Grafiker und Designer geleistet haben,
jede Figur wurde individuell konzipiert, ihre Bewegungen wurden auf die
Form und den Charakter abgestimmt, natürlich, wie es sich gehört, wurden
viele Klischees bedient. So ist die Verursacherin dieses Chaos in das
man Brian stürzt, natürlich die Augenweide - weiblicher Art - schlecht
hin, die bösen Buben des Spiels mußten die Grobschlächtigkeit in Form
von Fjodor und die Hinterlistigkeit von Gustav besitzen. Unser Alter Ego,
alias Brian Basco, ist wie immer die drahtig - durchtrainierte Intelligenzbestie,
die ein solches Abenteuer bestehen muss. Äußerst interessant gestaltet
sind zudem die Nebencharaktere, am gelungensten findet man dort wohl dieTransvestitengruppe
(Lula, Carla und Mariola), oder die Freigeister (Sushi, Saturn und Rutger)
in der verlassenen Westernstadt. Allen Charakteren wurde ein individuelles
Auftreten verpaßt, gepaart mit Bewegungsanimationen, die wie gezeichnet
aussehen und wirklich einzigartigen Gesichtsanimationen, allen voran die
der "Bosse".
Abgerundet wird das Erscheinungsbild von den typischen Comichintergründen
und den Szenariengestaltungen. Passend zum Roadmovie-Image spielt man
in einem 16:9 Bildausschnitt. Die Zwischensequenzen reihen sich nahtlos
in den Handlungsstrang ein, der Übergang zwischen Spielgrafik und Zwischensequenz
ist fließend und wird sogar kombiniert. Leider gibt es einen doch äußerst
selten zu bestaunenden Nebeneffekt, die Spielgrafik sieht nämlich sogar
besser aus als die der Zwischensequenzen. Diese wirken leider etwas verschwommen
und besitzen die typischen 16 Bit Farbübergänge und Abstufungen, trotzdem,
die Darstellung in diesen kann man selbst in Trickfilmen wohl nicht überbieten,
allein die benutzte Technik setzt hier die Grenze. Soundtechnisch fügen
sich die Hintergrundmusik und die Geräuschkulisse in die jeweiligen Levelabschnitte
bestens ein. Sie sind äußerst unaufdringlich und unterstützen trotzdem
das Szenario.
Was allerdings das Prädikat "wertvollster Beitrag" in diesem Spiel bekommt,
sind die Synchronisationsleistungen. In einem Adventure sind diese eminent
wichtig, schließlich läßt sich nur durch Interaktivität mit den NPC´s
die Geschichte weiter führen. Um so besser, dass dtp sich dabei nicht
lumpen ließ und die Firma "Toneworx"
mit der Synchro betraute. Diese haben alle Register gezogen. Es sind auch
namenhafte Sprecher wie Jennifer Bötcher alias "Gina" vertreten, die unter
anderem schon ihre Stimme Liv Tyler, Drew Berrymore, Jennifer Lopez oder
der "kindliche Kaiserin" in der unendlichen Geschichte angedeihen lies,
oder Beate Hasenau alias "Meerhexe Ursula" aus Ariel die Meerjungfrau
oder Golden Girls, oder Bernd Stephan alias "John Cleese" oder, wer kennt
ihn nicht, den Parfümverkäufer aus Monkey Island 4. Was das Schöne daran
ist, es gibt im gesamten Spiel keinen Ausreißer, alle Stimmen passen zum
Charakter und wurden äußerst professionell umgesetzt, eine Glanzleistung
sind vor allem die Stimmen der Transvestiten und die der Bösewichte. Etwas
besseres hab ich seit Jahren nicht mehr spieletechnisch über den Äther
hören können. So wie es scheint, hat man sich die Mühe gemacht und das
Ganze auch gegenlesen lassen. Daher gibt es keine Stimmungsinterferenzen
in Gesprächen, die immer dann vorkommen, wenn der letzte Gesprächsführer
nicht weiß, in welcher Form der vorherige sprach (z. B. auf wütend folgt
teilnahmslos *graus*).
Da es sich um einen reinrassigen Vertreter des Point & Click Adventures
handelt, ist die Tastatur nur nötig, wenn man einen Speicherstand beschriften
möchte, alles andere wird durch eine simple Mausteuerung vorgenommen.
Man klickt sich durch die Einzellevel, um von einem Ort zum anderen zu
gehen, untersucht die Umgebung mittels Mauszeiger, der seine Gestalt ändert
sobald etwas Wichtiges gefunden wurde (ähnlich wie bei Monkey Island und
Konsorten). Mit einem Rechtsklick kann man diesen Gegenstand nun identifizieren
oder bestimmen, wenn man diesen aufnehmen möchte. Gespräche sind im typischen
Multiple Choice Verfahren zu führen. Die Kombination einzelner Gegenstände
ist einfach möglich. Das Inventar ist über einen Button zu erreichen,
der erst sichtbar wird, wenn man mit dem Mauszeiger den eigentlichen Bildschirm
verläßt, wo auch das Optionsmenü zu finden ist. Leider ist das Finden
von Gegenständen oder der richtige Ort zur Interaktion manchmal etwas
schwer auszumachen, da es bald pixelgenau angeklickt werden möchte. Das
Laden eines Speicherstandes führt immer zuerst zu einem Monolog von Brian,
der die Geschehnisse des letzten Levels nochmals zusammenfaßt (kann abgebrochen
werden), was dazu führt, dass man sich nochmals auch entfallene Dinge
ins Gedächtnis rufen lassen kann. Das Laden einzelner Level und vor allem
der Unterlevel geht zügig von statten.
Die Rätsel sind endlich wieder mal nach dem Geschmack gestandener Spieler
und bedürfen wieder einiges an Hirnschmalz und kombinatorischer Fähigkeit,
um sie zu lösen. Es sind nicht die trostlosen Versuche wie bei "Largo
Winch" zu finden, oder die zu einfachen eines "Syberia".
Endlich wieder herausfordernde Rätselkost bei der man manchmal wieder
um Ecken denken muss. Der Versuch die Rätsel logisch wirken zu lassen
ist aber trotzdem an einigen Passagen gescheitert. Warum sollte z. B. ein
Skalpell schärfer werden, wenn ich es ins Feuer lege oder warum trägt
ein Nagel, den ich in den blanken Fels schlage, das Gewicht eines Erwachsenen?
Das schönste Mißverständnis gab´s beim Vermischen von Benzin mit Wasser.
Seit wann ergibt das eine Emulsion die in Verbrennungsmotoren funktioniert
(das klappt schon, aber nur mit Zusätzen, jedenfalls im realen Leben :-)
)??. Des weiteren sollte man manchmal auch öfters an der gleichen Stelle
suchen, da nicht alles Findbare gleich ins Inventar übernommen wird, worüber
man geteilter Meinung sein kann, denn ein überquellendes Inventar ist
ebenso spielhemmend, wie die vergebliche Suche nach dem letzten Teil der
Kette. Wie auch in anderen Spielen zu finden, gibt es in Runaway kleine
"Geschicklichkeitsspiele" die die Suche nach Lösungen etwas auflockern-
leider etwas dünn gesät, aber gut plaziert. Trotz der manchmal divergierenden
Lösungen zwischen Spiel und Realität muß man sich auf solche Unwägbarkeiten
einstellen, handelt es sich doch schliesslich um ein Adventure und macht
es dieses Genre doch dadurch erst interessant. Wäre es zu leicht, gäbe
es das Glücksgefühl bei einer Lösung wohl nicht so oft wie hier.
Es gibt nur ein paar kleinere Mängel, auch wenn diese äußerst banal sind.
Technisch gesehen ist das Spiel kaum zu kritisieren. So konnten ich keine
Abstürze o.ä. feststellen. Einzig der Sound machte ab und an Probleme,
vor allem beim Levelwechsel, der durch ein Nachladen begleitet wird, kam
es immer wieder zu Stockungen und Aussetzern, jedoch nicht weiter tragisch.
Des weiteren hört man vor allem beim Benutzen eines Kopfhörers in den
Gesprächen ein leichtes Rauschen heraus. Wie schon erwähnt, sind die Zwischensequenzen
etwas verwaschen und haben wohl nicht den farblichen Umfang, den sie bräuchten,
um den Anschein der Spielgrafik zu wahren. Beim Handling war man jedoch
nicht durchgängig konsequent, so wußte man meist nicht, ob man dem Gegenüber
nun das Item geben oder mit ihm sprechen sollte, um so den Gegenstand
zu überreichen. Das war´s auch schon.
Da das Spiel eher einem Film ähnelt, jedenfalls in der Aufmachung und
Spielführung, sind Cineasten sicherlich nicht überrascht, die eine oder
andere Anspielung aus dem Genre des Roadmovies oder allgemein des Films
zu finden - dies gipfelt in einer Unterhaltung über Woody Allen, somit
ist also auch für Spässe gesorgt, wenn diese auch nicht mit dem Holzhammer
kommen. Aufmerksame Naturen werden schon das eine oder andere Déjà-vu
erleben :-) (z. B. erinnert die Transvestitengruppe doch sehr dem Film
"Priscilla, Königin der Wüste"). Da die Geschichte durch ein Review nicht
gespoilert werden sollte, enthalte ich mich der Beschreibung der Geschehnisse-
nur soviel sei verraten- es werden euch immer irgendwelche Steine in den
Weg gelegt, nicht jeder sagt euch die Wahrheit und ihr müßt euch mit einer
Menge schräger Vögel abgeben (vor allem der am Krater hat´s mir angetan).
Selbst Tote, die Profanität des Geldes und die Mafia werden euch in den
Wirren unter kommen und das alles nur wegen einer schönen Braut und einem
Kruzifix. Da ihr die Staaten bereist, als sei es ein Kinderspiel die Grenzen
zu überspringen, seid ihr in den unterschiedlichsten Szenarien unterwegs,
ob im Krankenhaus, Museum, Wüstenregion oder Westernstadt, die Level haben
immer ihren eigenen Charme und wechseln des öfteren ihren Schauplatz.
Gepaart mit einer verdammt guten Synchronisation und einem doch sehr
gelungenem Titelsong von der Band "Liquor" - nein, es sind nicht die Cranberries
und auch nicht die Sängerin- ist man mit der vorhandenen Grafik auf der
sicheren Seite eines Toptitels. Die Gestalten die euch während des Spielens
begegnen werden, haben manchmal doch frappierende Ähnlichkeiten mit Charakteren
aus den unterschiedlichsten Filmen oder sind einfach nur eine Klasse für
sich. Zudem sind sie meist äußerst behilflich, je nachdem, über welche
Fähigkeiten sie verfügen, sei es ein Hacker oder ein Rastafari, der euch
in die tiefere Bedeutung des Dopes führt, oder einfach nur ein dealender
Hausmeister (Vertreter?). Den Tipp, sich das Ende auch wirklich bis zum
Ende anzusehen, spar ich mir - das sollten die meisten Abenteurer ja schon
von anderen Spielen kennen :-). Ein Vergleich mit dem doch sehr ähnlich
gestricktem "Baphomets Fluch" halte ich wegen der zeitlichen Divergenz
für unangebracht. Fakt ist jedoch, dass die Grafik der beiden stilistisch
vergleichbar ist, wie auch das Spielprinzip und der Handlungsaufbau eine
gewisse Ähnlichkeit vorweisen. Trotzdem ist Runaway kein Plagiat - dazu
ist das dahinter stehende Konzept zu dicht gestrickt.
Als Fazit läßt sich sagen: Die ca. 20 Stunden Spielspaß erkauft ihr euch
nicht mit High End Rechnern, denn das Spiel ist dank der zeitlichen Verzögerung
äußerst begnügsam, mit der Ausnahme, dass etwas mehr Festplattenspeicher
vorhanden sein sollte. Man darf wohl behaupten, dass dieses Spiel dem
Genre Adventure die eigentliche Bedeutung des Wortes wiedergeben kann
- an all die zweifelnden Publisher: Action Adventure sind kein adäquater
Ersatz für ein durchdachtes Point & Click und bei allen Spielegöttern,
wie man hier sieht, 2D ist noch nicht tot, man muß nur wissen wie man´s
macht. Eine Aufmachung und Handlungsgestaltung eines Roadmovies mit passender
Geschichte runden die leuchtende Erscheinung ab. Sowohl im Bereich Grafik
als auch Sound und Synchronisation gibt es nichts zu bemängeln, es ist
was es darstellen soll, ein Grafikadventure rein und unverbraucht, mit
allem was man sich wünscht. Ich denke eine Kaufempfehlung brauch ich den
geneigten Abenteurern nicht geben, da diese eh schon zugegriffen haben
dürften :-).
Für die Anfänger, Einsteiger und Zweifler, greift beruhigt zu, die Story
weiß zu begeistern, die Rätsel werden euch beschäftigen und fürs Auge
wird auch etwas geboten, selbst der arttypische Humor wurde nicht vergessen.
Da der Verkaufspreis auch noch im Bereich zwischen 30-35€ angesiedelt
ist, dürften alle Bedenken zerstreut sein. Nur wer absolut nichts für
actionlose, kopflastige Spiele übrig hat, sollte die Finger davon lassen
- ansonsten ist "Süchteln" das Gebot der Stunde :-).
Geschrieben am 30.11.2002, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
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