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Runaway 3  

Rückseite ]

Info
Autor 2
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 1.5
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Gesamt (6 votes) 3+
 0.1
 1.1
 1.4
Name:Runaway 3 - A Twist of Fate
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2009/12
Publisher: Crimson Cow
Entwickler: Pendulo Studios
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1.7Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 8000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: WinXP/Vista/Win7, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.11
Bemerkung: auch für Nintendo DS
USK: 12
Runaway 3 - A Twist of Fate (review von nali_warcow)

Fast drei Jahre hat es gedauert, bis die Pendulos Studios endlich den dritten und letzten Teil der Runaway-Trilogie auf den Markt gebracht haben. Sicherlich ist es immer eine feine Sache, wenn nicht im Jahresrhythmus neue Aufgüsse erscheinen, allerdings war das Ende von Runaway 2 doch recht abrupt und zudem sehr offen gehalten. Während Adventure-Liebhaber zumindest in der Zwischenzeit auf viele andere Produkte zurückgreifen konnten und auch 2009 mit wirklich schönen Games bedient wurde, so wollten Runaway-Fans wissen, wie die Geschichte weiter- und vor allem ausgeht.

Ab Mitte November 2009 war das schließlich dann möglich. Ist Runaway 3 ein passender Abschluss der Trilogie geworden? Alles zu den Rätseln, der Präsentation und mehr im folgenden Review.

Während Spiele heutzutage in einer handlichen DVD-Box ausgeliefert werden und lediglich noch in Einzelfällen auf demolierungsanfällige Euroboxen mit Jewelcase gesetzt wird, so fällt der dritte Runaway-Titel allein schon aufgrund der Verpackung auf. Das Spiel befindet sich in einem XL-Jewelcase in Größe einer DVD-Box. Das Handbuch wird dabei auch gleich als "Cover" verwendet und ist in zwei Versionen zu haben- bzw. war zu haben. 300 Special Editions wurden in Deutschland verteilt, die dem glücklichen Käufer die Chance auf ein Wochenende in New York gaben, wenn man das Handbuch einschickt. Alle anderen, die nicht gewinnen, bekommen das Handbuch vom Entwicklerteam signiert zurück. Neben dem Handbuch, was zwar noch immer in Farbe, aber deutlich dünner ausgefallen ist, als noch im Vorgänger, befindet sich lediglich noch die Spiel-DVD in der Verpackung. Eine Karte, wie noch in Runaway 2, oder eine Soundtrack CD, wie zuletzt beispielsweise bei Machinarium, gibt es nicht.

Ein Leben nach dem Tod

So ganz nahtlos setzt die Handlung von "Runaway 3: A Twist of Fate" nicht an die letzten Ereignisse des Vorgängers an. Einige "Details" werden ausgelassen und die Geschichte startet mit einer Gerichtsverhandlung. Angeklagt ist Brian Basco. Er soll Colonel Kordsmeier erschossen haben, mit dem Brian in Runaway 2 ein unschönes Aufeinandertreffen hatte. Ärgerlicherweise kann sich Brian zudem an überhaupt nichts erinnern und wird zwecks genauerer Untersuchungen in die Psychiatrie "Happy Dale" eingewiesen. Doch es wird für Gina, Brians Freundin, noch schlimmer: Einige Tage später klingelt das Telefon und ihr wird mitgeteilt, dass Brian gestorben ist. Die Beerdigung findet wenig später auf dem Friedhof statt, wo die Sache noch mysteriöser wird: Ginas Handy klingelt und Brian meldet sich. Er will aus dem Sarg raus, der inzwischen eingegraben wurde. Das neue Abenteuer hat begonnen.

In Bezug auf die Geschichte haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben und schaffen es durch lauter kleine Ereignisse, Szenenwechsel und Überraschungen den Spieler bei Laune zu halten und zu motivieren. Man möchte einfach wissen, was genau passiert ist und wie es weitergeht. Twist of Fate ist zudem nicht nur eng mit dem Vorgänger verwoben, sondern erzählt die Handlung aus zwei unterschiedlichen Sichtweisen. In der Gegenwart steuert der Spieler Gina, die Brian helfen möchte, während der Spieler in der "Vergangenheit" bzw. in Rückblenden dahinter kommt, was in der Anstalt Happy Dale eigentlich passiert ist und was es mit Brians Tod auf sich hat. Aufgrund der engen Verzahnung mit "Dream of the Turtle" wäre es zudem schon gut, hilfreich und motivierend, wenn man als Spieler den Vorgänger gespielt hat. Optional und ein wenig versteckt kann man sich zwar im "Journal" des Spiels einige Worte zu den Geschehnissen im Vorgänger anhören, aber das große Rekapitulieren kommt erst gegen Ende von Teil 3, dafür aber in einer sehr nett aufgemachten Szene. Für Fans und Kenner nicht schlecht, aber für Gelegenheitsspieler oder Leute, die sich nach 3 Jahren nicht mehr an alle Details erinnern können, doch etwas ungünstig. Da wäre eine Zusammenfassung in Bild & Ton am Anfang doch stimmiger gewesen. Bis schließlich ein "finaler Abspann" über den Schirm flimmert, der die Reihe zumindest halbwegs abschließt (und natürlich alles für einen möglichen Nachfolger offen lässt), gilt es allerdings einige Rätsel und Aufgaben zu lösen.

Gelungene Knobelkost

Nachdem sich der Spieler dann vom kleinen Einleitungsschock und Brians scheinbar vorgetäuschten Tod erholt hat, wartet auch schon der Mauszeiger auf die Eingabe. Jetzt liegt es am Spieler, das Abenteuer von Gina und Brian zu einem glücklichen(?) Ende zu führen. Wie es sich für die Reihe gehört, so handelt es sich um ein waschechtes Point & Klick-Adventure, was sehr viel richtig macht. Erfreulich für sicherlich so manches Adventure-Herz ist das Fehlen irgendwelcher Farb- oder Klangpuzzle, es gibt keine zeitkritischen Aufgaben, keine Schieberätsel oder irgendwelche Labyrinthe, die nur dazu dienen sollen, die Spielzeit zu strecken. Sterben können die Figuren zudem auch nicht, da es aus jedem Schlamassel einen Ausweg und nie eine Sackgasse gibt.

In Runaway 3 wird klassisch geknobelt, Gegenstände aufgesammelt, im Inventar untersucht oder kombiniert und an geeigneter Stelle angewendet. Ab und zu stehen auch sehr unterhaltsame Gesprächsaufgaben auf dem Programm, um etwa von einem NPC eine benötigte Information zu bekommen. Speziell beim ersten Runaway war einer der größten Rätsel-Kritikpunkte die starre Vorgabe der Lösung. Erst wenn bestimmte Aktionen durchführt wurden, ließen sich einige Objekte verwenden oder gar in einer Tasche ein Gegenstand finden. Zumindest mit dem Finden und Aufnehmen gibt es im Teil 3 keine Probleme. Wenn der Charakter etwas nehmen kann, dann geht es entweder sofort oder es gibt einen Grund, wie etwa einen Handwerker, der auf seine Tasche aufpasst und sie deswegen nicht durchsucht werden kann. Lediglich mit der Klickreihenfolge wurde es mitunter ein wenig übertrieben. So reicht es beispielsweise an einer Stelle nicht, sich nur die Lucke über einem Schrank anzusehen, um mit dem NPC darüber zu sprechen. Erst wenn Brian selbst durch Benutzung des daneben befindlichen Tischs festgestellt hat, dass er wohl nicht in das Loch passt, kann man den freundlichen CPU-Kollegen um Hilfe bitten. Da man die Räume in einem Adventure allerdings eh immer sehr genau untersucht und die Anzahl der Interaktionspunkte überschaubar ist, also kein so großer Schwachpunkt. Nervig hier und da, aber mehr - zum Glück - auch nicht.

Insgesamt lässt sich zu den Rätseln sagen, dass sich Twist of Fate bequem "runterspielen" lässt. Fast immer hat man eine recht gute Vorstellung wohin es geht, was gemacht werden muss und welches Problem anzugehen ist. Die Szenen in den einzelnen Kapiteln sind gut überschaubar, kompakt gehalten und auch lange Laufwege gibt es nicht. Es gibt jeweils ein oder zwei Puzzelstränge, an denen gearbeitet wird. Sicherlich nicht unbedingt die herausfordernde "Kopfnuss an Kopfnuss" für Adventure-Freaks, aber insgesamt von der Rätsellogik her der zugänglichste und nachvollziehbarste Teil der Runaway-Serie. Meist hat man auch nicht das Gefühl, von allzu künstlich gestalteten Aufgaben. Lediglich einige Sachen, wie etwa ein Schneidbrenner, den man unter einer Metallplatte im Boden findet, wirkt doch etwas gestellt.

Wenn man kritisieren möchte, dann wäre das eher bei der nun kürzeren Spielzeit, die mit etwa zehn bis zwölf Stunden deutlich unter dem von Teil 2 liegt. Sollte der Spieler trotzdem einmal an einer Stelle hängen, so gibt es mehrere Möglichkeiten, um eine Lösung zu finden. Wie fast alle modernen Adventures, so kann sich der Spieler auch in Runaway 3 per Knopfdruck sämtliche auf dem aktuellen Schirm vorhandenen Objekte, Interaktionspunkte und Ausgänge anzeigen lassen. Zudem wird ein Journal geführt, das in kurzen Worten noch einmal erledigte Aufgaben und Ereignisse rekapituliert, was durchaus die ein oder andere Erinnerungslücke schließen kann und einem plötzlich einfallt, was man machen könnte oder wo es weitergeht. Wer "persönlichere Hilfe" braucht, der kann sich zudem mit der Supportabteilung von Pendulo verbinden lassen, wo ein "alter Bekannter" den Support-PC entdeckt hat und den Spieler durch kleine Andeutungen und Hinweise wieder auf die Richtige Bahn bringt. Also so, wie die Lucasflim-Hotline in Monkey Island 2, nur diesmal wird einem auch tatsächlich geholfen.

Neben alten Bekannten aus den Vorgängern bekommt es der Spieler auch mit einer Reihe neuer Figuren zu tun, die sich gut ins Runaway-Universum einfügen. So trifft Gina etwa auf eine verrückte Parapsychologin, die auf der Suche nach Geistern ist und Brian lernt in der Psychiatrie einen ganzen Schwung NPCs kennen, die einem mehr als einmal schmunzeln lassen, wie etwa der Wärter Ernie, der "Elvis Brain Academy" auf einem DS spielt. Ein anderer Patient hat einen Pac-Man-Teppich und der Spieler darf sich um Verständnisprobleme bei einer schwedischen Sargbauanleitung kümmern. Der Humor ist stimmig, stets passend und nicht übertrieben.

Technik & Präsentation

Erfreulicherweise setzt auch der neuste Runaway-Titel wieder auf Comic-Optik, behält den bekannten Stil bei und verfeinert die Grafikpracht lediglich durch mehr Details. Allerdings werden das Besitzer von Low-End-Rechnern merklich spüren. Reichten beim letzten Point & Klick Abenteuer, was nicht so viel anders aussieht, noch 500 MHz, so müssen Ende 2009 mindestens 1,7 GHz vorhanden sein, um die virtuelle Welt starten zu können. Ebenfalls "raus" sind Besitzer kleinerer Monitor und Notebookbesitzer mit wenigen Pixeln. Twist of Fate benötigt einen Monitor bzw. Grafikkarte, die mindestens 1280 x 720 Pixel ausgibt / berechnet. Etwas kurios ist zudem das PC untypische 16 zu 9 Verhältnis, wodurch auch Breitbildbesitzer kleine, schwarze Balken haben werden. Wer zudem lieber höhere / native Auflösung seines Monitors verwendet will, der bekommt das Spiel mit schwarzen Balken um die die 1280 x 720 Spielpixel. Bei der Steuerung orientiert sich Runaway an den typischen Adventure-Gegebenheiten. Mit der Maus wird der Charakter durch die Welt geschickt und mit einem Linksklick mit dem jeweiligen Objekt interagiert bzw. ein Doppelklickt bringt die Spielfigur direkt zu der Stelle oder lädt sofort den nächsten Raum. Per Rechtsklick kann zudem zwischen den Aktionen Benutzen (Nehmen, Reden, etc.) & Ansehen gewechselt werden. Wer nicht die Hand von der Maus nehmen möchte, kann Zusatzfunktionen, wie Journal, Spielhilfe oder Inventar per Mausklick auf das entsprechende Symbol am oberen Bildschirmrand öffnen, zusätzlich gibt es für die Aktionen auch Shortcuts, die die Bedienung merklich erleichtern und einiges an Mausmetern ersparen. Trotzdem ist die Steuerung nicht ganz perfekt. Der Maus-Tastatur-Wechsel spielt sich auf Dauer nicht so schön und es gibt noch andere Kleinigkeiten: Wird ein Objekt im Inventar aufgenommen, um in der Spielwelt verwendet zu werden, dann muss nicht nur das Inventar zuerst manuell (sprich per Tastendruck) geschlossen werden, sondern der Gegenstand kann auch nur in dem Inventarfeld wieder abgelegt werden, wo er aufgenommen wurde. Andere Felder können zwar leer sein, aber dort ist keine "Ablegeinteraktion" möglich. Die Taste zum Anzeigen aller Hotspots (Objekte und Ausgänge im aktuellen Bild) ist zwar hilfreich, allerdings muss die Taste erst wieder erneut betätigt werden, damit die Anzeige wieder umschaltet und mit einem Punkt interagiert werden kann. Mitunter erscheint die Textanzeige am unteren Bildschirmrand auch mit etwas Verzögerung, was beim "Absuchen" an einigen Stellen eine recht fummelige Sache war und in einer Szene sind zwei Kisten nebeneinander, wovon eine hinter einem Objekt (Charakter) versteckt ist. Allerdings ist der Charakter selbst auch ein Interaktionspunkt und da beide Kisten die gleiche Bezeichnung haben, ist man ohne Einsatz der Hotpot-Hilfe hier aufgeschmissen und kommt nicht weiter.

Nichts zu beanstanden gibt es dagegen beim optionalen Überspringen einzelner Dialogzeilen, der Autosave-Funktionen, die jeweils beim Beenden, sowie beim Kapitelwechsel, eine Sicherung des aktuellen Fortschritts anlegt. Manuelle Spielständen können zudem auch jederzeit angelegt werden und Runaway 3 unterstützt mehrere Adventurespieler durch unterschiedliche Profile, so dass jeder eigene Spielstände verwenden kann. In den Optionen lassen sich zusätzlich optionale Untertitel aktivieren und die Soundlautstärke anpassen, leider aber nur global für Sprachausgabe, Musik und Soundeffekte und nicht individuell.

Wie eingangs schon angesprochen, so hat Pendulo bei der Grafik wieder auf eine schöne 2D-Comic-Optik gesetzt, die durchweg stimmig gehalten ist. Die Welt ist glaubwürdig, die einzelnen Bilder meist recht detailliert und die Kamerawinkel - egal ob nun beim Spielen oder in den Zwischensequenzen - sind ansprechend gewählt. Lediglich das abrupte Umspringen von Ansicht A zu Ansicht B in einigen Räumen, wo etwa hinter einer Trennwand oder vor dem Bildschirm des Spielers noch etwas ist, ist etwas unschön gelöst. Aber dafür wird der Spieler mit sehr geschmeidigen und glaubwürdigen Charakteraktionen entschädigt, wobei auch wirklich viel Abwechslung geboten wird. Und auch der Übergang zwischen Spielgrafik und Zwischensequenz (Video) erfolgt ohne große Brüche, lediglich das Video einer Autofahrt wirkt nicht ganz harmonisch zum Rest des Spiels und erinnert an erste, zaghafte 3D-Versuche in einem Renderprogramm.

Die Akustik von Runaway 3 ist ausgesprochen gelungen. Die Musik ist stimmig und passt sehr gut zum Spielerlebnis und dem Geschehen auf dem Bildschirm. Egal ob es nun kirchliche Klänge in der Kapelle sind oder Festmusik beim Pantomimenkollegen Marcelo. Dazu gibt es passende Klänge, Soundeffekte und eine wirklich rundum gelungene Sprachausgabe, die so manchen Hype-Titel in Qualität weit hinter sich lässt. Sehr schön ist es auch für Kenner der Serie, dass wieder die bekannten Sprecher für die Haupthelden die jeweilige Rolle übernommen haben und alle Charaktere glaubwürdig rüberkommen.

Probleme von Ati-Graphikkartenbesitzern wurden mit dem aktuellen Patch 1.11 behoben.

Meinung

Die Zeit, die sich die Entwickler für den angeblich letzten Teil der Reihe genommen haben, hat sich insgesamt gelohnt. Die Handlung ist motivierend und stimmig, die Verzahnung mit dem Vorgänger für Kenner eine wirklich interessante Sache und optisch kann sich der Titel wirklich sehen lassen. Von den Hintergründen über Animationen bis hin zu Zwischensequenzen wird ein wirklich sehr stimmungsvolles Adventure geboten. Viel Spaß hat man auch an den überwiegend passenden und nachvollziehbaren Rätseln, die gerade auch den Gelegenheitsspielern entgegenkommen dürften. Abgesehen von Kleinigkeiten, wie etwa Umständlichkeit in der Steuerung oder die etwas kürzeren Spielzeit, kann man Runaway 3 nicht nur allen Runaway-Fans empfehlen, sondern auch Neueinsteigern und allen Leuten, die nach Weihnachten noch Geld für ein Adventure übrig haben.


Geschrieben am 24.12.2009, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
 



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