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Sacred
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 | Info |
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| Name: | Sacred |
| Genre: | Action Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/03 |
| Publisher: | Take 2 |
| Entwickler: | Ascaron |
| Hardware: | 800Mhz, 256MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 2.28 |
| USK: | 12 |
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| Sacred (review von ronin) |
Seit Jahren schon begeistert das Uraltspiel Diablo2
die Action-Rollenspiel-Fans. Mit immer neuen Patchen und dem süchtigmachenden Item-Sammeltrieb
konnte noch kein anderer Genrevertreter den guten alten Diablo vom Thron schubsen. Dies liegt
allerdings auch am Mangel an guten Alternativen. Am ehesten konnte man noch die Dungeon
Siege Reihe von Microsoft als direkten Rivalen bezeichnen; der scheiterte allerdings an
einer zu geringen Komplexität und einem schwachen Itemsystem.
Mit Sacred von Ascaron betritt ein neuer Herausforderer die Arena und
schickt sich an, dem All-Time-Classic die Stirn zu bieten. In wieweit
das gelingt, soll das folgende Review zeigen.
Vorab wie immer ein paar Worte zur technischen Präsentation.
Grafik: Die ersten Ähnlichkeiten zum Genreprimus offenbaren sich
in diesem Bereich. Zwar sind die 2D-Landschaften detaillierter und weniger
grobkörnig anzusehen, an ein Dungeon Siege Niveau kommt Sacred allerdings
nicht heran. Dafür wirken die verteilten Landschaftselemente einfach zu
"aufgeklebt". Vor allem beim Höhenwechsel fällt das negativ auf, da der
Unterschied zwischen einem Tal und einem Wechsel auf die darüberliegende
Ebene erst beim zweiten Hinsehen erkennbar wird. Den routinierten Diablo-Spieler
stört das allerdings wenig, kann er doch bei Sacred jede Änderung an seiner
Ausrüstung direkt am Avatar bewundern. Egal ob Armschiene, Schulterpanzer
oder ein magischer Amazonenbogen, jedes Item ist individuell zu sehen.
Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, was man den einzelnen
Charakteren auch ansieht. Durch die Möglichkeit zwischen drei Zoomstufen
zu wählen, kann das Geschehen auch problemlos aus nächster Nähe betrachtet
werden. Leider hat sich die am weitesten entfernte Zoomstufe als einzig
spielbare herausgestellt. Die verbleibenden Alternativen gewähren leider
viel zu wenig Überblick, auch läßt sich die 2D-Isoperspektive nicht drehen
(was ich persönlich sehr angenehm finde ;-)). Auch der dynamische Tag
und Nachtwechsel sowie die Wettereffekte tragen zur Atmosphäre bei. Die
Kampfanimationen sind gut gelungen und glänzen durch abwechslungsreiche
Hieb- und Stichanimationen. Es ist eine Wonne, die Seraphin mit ihren
Comboattacken zwischen den Gegnern wüten zu sehen. Aber anscheinend hat
bei den Motion-Capture-Szenen das Geld für ein echtes Pferd gefehlt. Jeder
Gaul läuft, als hätte er einen Besenstiel verschluckt; tänzelnder Ballett-Hengst
statt orkisches Schlachtroß. Auch manche Laufbewegungen wirken hölzern.
Ein recht zwiespältiges Bild in diesem Bereich. Die grafischen Effekte
von Zaubern und Auren etc. sind nett anzusehen und wohl das Einzige, was
die Grafikkarte leicht belasten sollte. Egal ob Meteoritenhagel, Blitzattacken
oder einfach ein Teleport von A nach B, alles wirkt stimmig und nicht
übertrieben. Die riesige Welt Ancaria erscheint durch das hohe Gegneraufkommen,
die vielen Tiere und NPCs sehr lebendig und hat dadurch einen Atmosphärebonus
zum Genreprimus. Leider ruckelt die Grafik vor allem in Städten und Dörfern
sehr häufig, was bei meiner Hardware und der vergleichsweise einfachen
Grafik von Sarced unverständlich bleibt. Auch kam es teilweise zu kompletten
Performanceeinbrüchen, die vor allem bei Meteoritenattacken meines Magiers
auftraten, aber dazu später mehr im Bugbereich. Nichtsdestotrotz bleibt
die Abteilung Grafik im grünen Bereich, denn auch Diablo2 war zum Zeitpunkt
seines Erscheinens nicht gerade ein Glanzstück.
Sound: Ascaron hat sich die lobenswerte Mühe gemacht, professionelle
Sprecher für die einzelnen Charaktere und auch für so manchen NPC zu verpflichten.
Prominentestes Beispiel ist die Stimme des Gladiators, welche vom deutschen
Synchronsprecher von Bruce Willis (Martin Lehmann) gesprochen wird. Das
rettet zwar die Klischeestory in keiner Weise, verleitet aber wenigstens
nicht zu unfreiwilligen Schmunzlern Marke Diablo2. Die Sprecher wirken
motiviert und durchweg professionell. Ähnliches gilt für die Hintergrund-
und Kampfgeräusche. Vögel zwitschern in Waldgebieten, Zikaden zirpen in
der Wüste, Ancaria wirkt auch hier sehr lebendig und glaubwürdig. Im Kampf
erkennt man, ob man mit Schlag-, Hieb- oder Stichwaffen kämpft oder ob
der eigene Charakter langsam zu Grunde geht ;-). Die kleinen Goblins laden
mit ihren hart aber herzlichen Sprüchen immer wieder zum Schmunzeln ein.
Auch die Hintergrundmusik ist stimmig, wirkt nie aufdringlich und paßt
sich den Spielsituationen an. Alles in allem wurde auch im Soundbereich
gute Arbeit geleistet.
Steuerung: Die Steuerung präsentiert sich in Sacred genreüblich.
Mit Maus und Shortcuts bewaffnet geht es den Goblins und Orks an den Kragen.
Man klickt auf der Karte einen Punkt an und der Held bewegt sich eben
dahin. Mit der linken Maustaste schlägt man zu, mit der rechten werden
Spezialattacken ausgeführt. Durch die einzelnen Aktionen klickt man entweder
per Maus oder, wenn es denn schnell gehen soll, per Shortcut. Alles in
allem sehr einfach und intuitiv, wenn da nicht eine wichtige Funktion
fehlen würde: Die individuelle Tastaturanpassung. Selbst nach zwei Monaten
war es mir nicht möglich, dieses außergewöhnliche Future zu entdecken.
Entweder habe ich Goblinreste auf den Augen oder diese Funktion wird (wie
so vieles andere auch ;-)) nachgepatched. Da die Standardeinstellung
nicht immer optimal ist, fällt dies besonders unangenehm auf. Ein weiteres
Manko ist die Beschränkung auf max. vier Kampfkunst-Slots, denn nur diese
vier Slots sind mit Shortcuts belegt. Das heißt praktisch, dass ich mich
vor einem Kampf für max. vier Kampfkünste entscheiden muss. Leider müssen
auch noch die Combos (Kombinationen aus verschiedenen Kampfkünsten) in
dieser Slotreihe untergebracht werden. Unterm Strich bleibt da Platz für
zwei Combos und zwei Kampfkünste. Ein bißchen wenig, bedenkt man die große
Vielfalt an möglichen Spezialfähigkeiten. Durch das actionreiche Gameplay
bleibt somit auch kaum Zeit, die Slots während des Kampfes neu zu belegen.
So versucht man, nicht mehr als zwei Kampfkünste zu steigern, wodurch
das ohnehin schon recht stupide Geklopfe noch eintöniger wird. Ein designtechnisch
absolut nicht nachvollziehbarer Schritt.
Story / Gameplay: Die Kampagne von Sacred kommt nicht gerade originell
daher. Böser mißverstandener Zauberer beschwört Dämon, der sich gegen
ihn wendet. Die Folge sind Horden von Untoten und Dämonen, die über das
Fantasyland Ancaria herfallen. Ein Held muß her - We need YOU!
Je nachdem welchen Anfangscharakter man wählt, liegt der Startpunkt und
der Storybeginn ein wenig anders, wie man es schon aus Westwood's Nox
kennt. Während der Dunkelelf mit seiner verbotenen Liebschaft, der Waldelfin,
in einer dunklen Höhle startet, nimmt das Gladiatordasein in einer Arena
seinen Lauf. Bis auf kleinere Wendungen bleibt die Story hiernach gleich.
Der Hauptplot läßt den Spieler in jedes Gebiet des riesigen Ancaria reisen
und ist mit einer Spielzeit von ca. 20 Stunden recht groß, wobei die Möglichkeit
besteht, mit einem neuen Schwierigkeitsgrad (insgesamt 4) nach dem ersten
Durchlauf neu zu starten. Für Levelfetischisten gibt es also genug zu
tun. Wie schon oft erwähnt besteht die Möglichkeit, zwischen sechs Charakteren
zu wählen. Neben handelsüblichen Klassen wie Magier, Waldelfin oder Gladiator
sind auch Exoten wie Vampirlady, Dunkelelf und Seraphin dabei. Für das
Review mussten der Gladiator und der Magier ihre Qualitäten unter Beweis
stellen, aber auch die anderen Charaktere wurden kurz angetestet. Vor
allem die Vampirlady und die Seraphin spielen sich recht unverbraucht
und erfrischend. Die Möglichkeit, bei ersterer eine Vampirgestalt anzunehmen
und auf ein komplett neues Kampfkunstrepertoire zurückzugreifen, reizt.
Hat man sich für einen Avatar entschieden, nimmt die Story ihren Lauf.
NPCs erteilen Quests durch deren Erfüllung man zusätzliche Erfahrung
sammelt und Gold oder Items als Belohnung erhält. Sind die Hauptquests
noch an eine feste Story gebunden und relativ anspruchsvoll (zumindest
von der inhaltlichen Umsetzung her), kommen die Nebenquests oft als Random-Aufgabe
daher. Gehe dahin, töte das, komm wieder her. Leider fallen die Belohnungen
oft so mager aus (außer Erfahrung kommt fast nie ein gutes Item dabei
heraus), weswegen man diese lieber links liegen läßt und der Hauptstory
folgt. Löblich sei hier allerdings erwähnt, dass jeweils die Richtung
des nächsten Nebenquests und Hauptquests per Pfeil angezeigt wird. Gleiches
Problem tritt beim Erforschen des riesigen Areals auf. Hat man sich dazu
entschlossen, neben den "Hauptwegen" der Story zu wandeln und nach ewiger
Latscherei endlich in einem versteckten Lager mitten im Wald eine geheimnisvolle
Truhe gefunden, erhält man meistens nur Gold oder anderen wenig wertvollen
Plunder. Oftmals war die vermeintliche Schatzkiste auch einfach nur leer.
Wenn man schon eine so riesige, fast komplett begehbare Welt aufbaut,
dann bitte auch mit den entsprechenden Belohnungen für entdeckungsfreudige
Abenteurer.
Im Gegensatz zu Diablo kann in Sacred während des Kampagnenspiels an
jeder Stelle gespeichert werden. Auch eine komfortable Quicksafe-Funktion
ist enthalten. Der Schwierigkeitsgrad ist seit mehreren Patches enorm
angestiegen, weswegen man oftmals eine bestimmte Zeit in einem Gebiet
leveln sollte, um später nicht gegen übermächtige Gegner antreten zu müssen.
Jeder Gegner hat einen Kreis unter seinen Füßen, der durch unterschiedliche
Farben das Level angibt; auch die Lebensenergie wurde hier untergebracht.
So ist das Erfahrung/Aufwand-Verhältnis bei gelben und orangen Gegnern
optimal, bei grünen/grauen zu niedrig und bei roten Gegnern zu hoch. Während
des Spielens kam es allerdings immer wieder vor, dass Gegner bis zur Farbe
orange 1 Schadenspunkt an meinem schwächlichen Magier machten, rote Gegner
aber plötzlich 200 Schadenspunkte. Teilweise passierte es auch, dass mein
Held von einer Level 1 Goblinhorde (Farbe grau) chancenlos zerfetzt wurde.
Auch hier kann man wieder nur auf ein Patch hoffen. Bis auf die teilweise
seltsame Schadensberechnung wurde hier gute Arbeit geleistet, wenn durch
den unglücklichen Respawn (Wiedererscheinen der Gegner ab einem bestimmten
Zeitpunkt) das Spiel nicht unwahrscheinlich zäh gestaltet worden wäre.
Ein Beispiel: Ich kämpfe mich mit meinem Gladiator fast eine Stunde durch
ein Wüstengebiet, verbrauche meine ganzen, teuren Heiltränke und erhalte
dann von dem dort ansässigen Lagerkommandanten die Aufgabe, den selben
Weg zurück zu laufen und eine Nachricht zu überbringen. Gut, sagt sich
mein Held, der Weg ist ja sauber, bis auf einen gewissen Haltbarkeitsverlust
meiner teuren Unique-Stiefel sollte das kein Problem sein, allerdings
reicht das Geld nicht mehr für ein paar Heiltränke. Leider sind alle auf
dem Herweg niedergemachten Gegner wieder da. Wieder dauert der Rückweg
eine Stunde, allerdings ist es ohne Heiltränke unnötig schwer und man
muss öfter Neuladen. Der Spielfluss wird dadurch unwahrscheinlich gebremst
und eintönig. Das erneut durchlaufene Gebiet kennt man schon, die Gegner
auch und besondere Gegenstände droppen sowieso kaum in den niedrigeren
Levels. Diese schnelle Respawn-Zeit scheint mir für Multiplayerspiele,
wo es sowieso nur auf das Leveln des Charakters ankommt, sinnvoll, für
den Singleplayerpart ist es Gift für den Spielspaß. Ein ähnliches Prinzip
gab es zwar auch in den Diablo-Teilen, aber hier erschienen die Gegner
nur nach jedem neugestarteten Spiel wieder. Eventuell findet Ascaron mit
der Zeit, und einigen Patches, eine bessere Lösung.
Eine Besonderheit in Sacred ist die Möglichkeit, Kampfkünste in sogenannten
Combos zu kombinieren. Die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt und lediglich
auf maximal vier Kampfkünste pro Combo begrenzt. Indem man zu den häufig
in Dörfern anzutreffenden Combomeistern geht, kann man seine Kombinationen
nach Lust und Laune zusammensetzen, auch können hier Kampfkunst-Runen
gegen andere eingetauscht werden. Es haben sich allerdings nur Combos,
in denen ohnehin oft gebrauchte Kampfkünste in Reihe geschaltet wurden,
bewährt. Da die Aufladezeit der Combos mit zunehmender Stärke immer länger
dauert, können diese sehr wirkungsvollen Attacken leider nur selten verwendet
werden. Da in Sacred prinzipiell keine Mana-Energie vorhanden ist, muss
das jeweilige Attribut des Charakters, welches die Aufladedauer verkürzt,
gesteigert werden. Allerdings gibt es auch Tränke, die eine sofortige
Aufladung herbeiführen. Alles in allem fand ich das vielgepriesene Combosystem
eher schlecht umgesetzt und aufgrund der langen Aufladedauer nicht sonderlich
hilfreich. Neben diesem besonderen NPCs existieren noch Schmied und Händler.
Während beim Händler Items und Tränke gekauft, sowie verkauft werden können,
setzt der Schmied Runen und Schmuck in sockelbare Waffen ein. Einen Haltbarkeitsverlust
bei Waffen und Rüstung wie in Diablo2 gibt es bei Sacred nicht.
Ein wichtiges Element von Action-Rollenspielen, was vor allem die Langzeitmotivation
bestimmt, sind die Items - Gegenstände, die den Charakter immer besser
werden lassen und besonders schwer oder selten zu finden sind. War es
in Diablo2 immer die Suche nach jenen schon fast legendären Unique-Items,
die mich immer wieder vor den Monitor zogen, hoffte ich auch bei Sacred
auf ein ähnliches süchtigmachendes Sammelereignis. Leider kann für diesen
Bereich Entwarnung gegeben werden. Selbst die großen Zwischengegner wie
Drachen oder Riesenspinnen droppen zum größten Teil nichts von Wert. Wenn
eine Rune zum Erlernen neuer Kampfkünste fällt, ist das schon ein Ereignis.
Gleiches gilt für geheime Orte und Dungeons, die mit gefährlichen Gegnern
gespickt sind. Man freut sich, in einer entlegenen Ecke eine bröckelige
Treppe hinab ins unheimliche Dunkel gefunden zu haben, kämpft sich durch
Abermillionen schwerer Gegner, nur um dann in einer Truhe 100 Goldstücke
zu finden. Leider zieht sich dieses demotivierende Erlebnis durch das
ganze Spiel. Die besten Items gibt es immer noch beim Händler zu kaufen.
Die Wahrscheinlichkeit, gute Items zu finden steigt mit dem Charakterlevel.
Zusätzlich kann noch ein spezielles Handelstalent gesteigert werden, wodurch
die Wahrscheinlichkeit auf besondere Items erneut steigt. Leider habe
ich in Sacred keine eindeutige Einteilung in Set / Unique / Magische -
Items erkennen können. Lediglich mit grün gekennzeichnete Set-Items waren
manchmal dabei. Ich hoffe, dass mit weiteren Patches mehr Einheitlichkeit
in die Items kommt und vor allem eine motivierender Droprate eingeführt
wird.
Noch ein paar Worte zum Feature Pferdedressur. Es ist möglich, die riesigen
Strecken in Sacred zu Pferde zu überwinden. Auch sind einige Kampfkünste
nur auf dem Pferd ausführbar. Es macht also für manche Charaktere (Waldelfin)
durchaus Sinn, einige Talentpunkte in den Gaul zu investieren. Leider
sind vor allem die Combos und Kampfkünste der Nahkämpfer zu Pferde fast
nicht zu gebrauchen, weswegen auch dieses gut gemeinte Feature weit weniger
nützlich daher kommt als anfangs gedacht. Allerdings hat man aufgrund
der ungünstig verteilten Portale im Lande oftmals keine andere Wahl, als
mit dem doch etwas schnelleren Pferd zu reisen.
Multiplayerpart: Das A und O eines Actionrollenspiels, will es
sich denn ein paar Jährchen am Markt halten, ist der Multiplayermodus.
Bei Sacred bietet Ascaron neben dem LAN und einem offenen Internetspiel
eine eigene geschlossene Serverlandschaft. Das heißt, der Spieler muss
sich (kostenlos) registrieren und kann mehrere Charaktere auf seinem Account
speichern, womit die Cheatgefahr stark vermindert wird. Außerdem erscheint
der Charakter auf einer Art Ladder und kann sich somit im Level mit anderen
messen. Nachdem ich das interne "Sacrednet" ein paar Tage getestet habe,
muss ich enttäuscht sagen, dass aufgrund des noch immer recht instabilen
Services und der vielen Bugs das Spielen keinen Spaß macht. Dass es möglich
ist, einen Charakter in einer Stunde von Level 0 auf Level 100 zu bringen,
spricht eine deutliche Sprache. Auch fehlt die Möglichkeit, eigene Spiele
zu eröffnen. Es gibt lediglich vorgefertigte "Räume", in denen man in
Spiele einsteigen kann. Ich hoffe sehr, dass Ascaron hier noch Abhilfe
schafft, denn die Community um Sacred ist erstaunlich groß und motiviert.
Der kooperative Multiplayermodus für die Kampagne macht aber durchaus
Spaß und wurde auch sehr ordentlich umgesetzt. So ist es zum Beispiel
möglich, jederzeit zum befreundeten Charakter hinzubeamen, falls man doch
einmal gestorben ist. Auch die Exp-Verteilung erfolgt einheitlich.
Bugs!: Trotz des relativ umfangreichen Betatests für mehrere Bereiche
des Spiels strotzt Sacred vor Bugs. Selbst jetzt, nachdem Patch 1.66 erschienen
ist, ist es fast unmöglich alle während des Spielens aufgetretenen Bugs
zu beschreiben. Lediglich ein paar besonders schwerwiegende sollen erwähnt
werden. Was mich besonders störte waren die Performanceeinbrüche während
des Einsatzes von Meteoriten. Es kam teilweise vor, dass ich 5 Minuten
und länger mit 1 FPS am Bildschirm fest hing. Bei meiner durchaus aktuellen
Hardware unverständlich Auch die unausgeglichene Schadensberechnung, die
oben schon erwähnt wurde, nervt und macht es schwierig, sich auf die Gegner
einzustellen. Auch kam es oft vor, dass man einen Armschutz findet, dieser
vom Programm aber nur als Waffe benutzbar ist. Es war durchaus keine Seltenheit,
dass ich brutale Orkhorden mit einem Armschutz in der Hand bekämpfen musste.
Oftmals konnte man sein Pferd nicht zurückrufen, weil es in einem Busch
hängen blieb; das passierte leider auch unserem geschickten Magier. Das
war nur ein kleiner Ausschnitt an auftretenden Fehlern, die sicher mit
der Zeit weggepatched werden. Viel schlimmer sind leider noch die Unausgewogenheiten
zwischen den Charakteren und den einzelnen Kampfkünsten. Der Dunkelelf
zum Beispiel besitzt eine Fertigkeit namens Schlachtennebel. Damit kann
er Gegner innerhalb der entstehenden Wolke völlig bewegungslos machen.
Dieser Move funktioniert bei JEDEM Gegner. Die recht schwierigen Drachen
zum Beispiel waren mit dieser Fähigkeit ein Witz. Auch die schon genannte
Möglichkeit, einen Charakter in einer Stunde 100 Level aufsteigen zu lassen,
zeigen, dass hier noch viel Arbeit nötig ist.
Fazit: Sacred gilt sicherlich zu den besseren Diablo2 Klonen.
Auch macht das Spiel einige Elemente des "Urgesteins" nach und setzt diese
recht ordentlich um. Als Beispiel sei hier die umfangreiche Charakterauswahl
genannt. Leider sind die wenigen Innovationen im Spiel nur halbherzig
umgesetzt. Das Combosystem ist zu träge, die Shortcuts zu unflexibel.
Auch die Möglichkeit, eine riesige Welt zu erforschen, bleibt im Ansatz
stecken. Zu lang sind die Laufwege (auch mit Ballett-Gaul) und zu gering
ist die Belohnung. Ähnliches gilt für das Itemsystem, in dem keine Einheitlichkeit
herrscht: Schaufensterbummel beim örtlichen Händler statt Itemsuche in
Dungeons! Trotz der genannten Mängel ist Sacred ein nettes Action-Rollenspiel.
Vom Thron stossen kann es den dicken Diablo zwar nicht, aber als Spielchen
für zwischendurch ist es allemal geeignet. Wer weiß, vielleicht schafft
es Ascaron ja doch noch, mit diversen Patches die Spielbalance und die
vielen Bugs auszubessern.
Geschrieben am 24.05.2004, Testkonfiguration: AMD2400+,Radeon 9800, 1024MB Ram, SB Audigy
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