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Scarface
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
 |   | | 2.5 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2 |
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| Gesamt (18 votes) | | 2 |
 |   | | 2.3 |
 |   | | 1.2 |
 |   | | 1.8 |
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| Name: | Scarface - The World Is Yours |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/08 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Radical Entertainment |
| Hardware: | 1.8Ghz, 256MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur/ Gamepad |
| Sprache: | Deutsch/Englisch |
| zensiert: | ja |
| Patch: | 1.02 |
| Bemerkung: | auch für Xbox, PS2, Wii |
| USK: | 18 |
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Wie man eine gute Lizenz in den Sand setzen kann hat EA zuletzt eindrucksvoll mit der millionenschweren
"Der Pate"-Lizenz gezeigt und ein mehr
als schwaches Spiel abgeliefert. Dabei klang auf dem Papier die Kombination aus Lizenz und GTA-Spielprinzip
noch so gut. Dass irgendwie zwischen den ganzen Ausgaben für bekannte Marken und der Veröffentlichung
auf zahlreichen Plattformen der Spielspaß ein auf der Strecke bleibt, zeigen Lizenzumsetzungen
immer wieder. Ganz akut ist dies bei der Versoftung von Fluch
der Karibik 3. Aber es geht auch besser, wie Entwickler Radical Entertainment mit "Scarface:
The World Is Yours" recht eindrucksvoll zeigt. Wieso hier ein in sich sehr stimmiges Gesamtwerk
abgeliefert wurde, das mehr als nur einen flüchtigen Blick wert ist und wie sich das Spiel gleichzeitig
von GTA abhebt, zeigt das Review.
Das Spiel gibt es für PC, Playstation 2, Xbox und demnächst auf für die Wii. Die Next-Gen-Konsolen
Playstation 3 und Xbox 360 sind leer ausgegangen. Dieses Review basiert auf der PC Fassung,
die jedoch mit den Konsolenablegern identisch ist. Schon der Film Scarface war alles andere
als zimperlich und wurde von der Bundesprüfstelle in der Originalfassung indiziert. Entsprechend
blutig ist auch die Softwarevariante ausgefallen. Herausgekommen ist am Ende mal wieder die
typische, deutsche Kuriositätenlösung: Freigabe ab 18 und gleichzeitig wurde am Spiel geschnitten
und zensiert. Eine Änderung in der deutschen Version betrifft die Menge des Pixelblutes. Im
Original spritzt der rote Saft reichlich, wohingegen die USK 18-Fassung lediglich leichte "Blutwölkchen"
beinhaltet. So ist zumindest noch immer ersichtlich, ob der Feind getroffen wurde. Ganz weggefallen
sind dagegen die Anzeigen, welches Körperteil beim Gegner getroffen wurde. Auch entsprechende
Verstümmelungen und das Abtrennen von Körperteilen ist nicht mehr enthalten. Zu guter Letzt
wurde auch noch die Kettensäge vollständig aus dem Spiel gestrichen, wodurch eine Rachemission
ebenfalls nicht mehr vorhanden ist. In dieser Mission galt es eine ganz Horde Feinde lediglich
mit dieser einen Waffe zu beseitigen. Die Ausstattung der PC Version ist insgesamt recht dünn
ausgefallen. In der obligatorischen DVD Box befindet sich neben dem DVD-Datenträger nur ein
etwa elf Seiten dünnes Heftchen, das rudimentäre Infos zum Spiel und einigen Funktionen gibt.
Da Scarface jedoch ein recht komplexes Spiel ist und zahlreiche Möglichkeiten bietet, wäre ein
wenig mehr an Infos hilfreich gewesen. Aber wenigstens gibt es eine umfangreiche Übersicht der
Tastenbelegung (über zwei Seiten). Mit dem aktuellen Patch auf Version 1.0.2 lief Scarface wunderbar
unter Windows XP. Unter Windows Vista lies sich das Spiel zwar installieren und starten, doch
ein Spielen war aufgrund von erheblichen Grafikfehlern nicht möglich.
Tony am Ende
Wer bei Scarface nur eine schlichte Umsetzung der Filmhandlung erwartet, wie es in "Der Pate"
der Fall war, wird schnell eines Besseren belehrt. Das Spiel beginnt unmittelbar am Endes des
Film, als Tonys Villa angegriffen wird. Statt im Kugelhagel zu sterben haben sich die Entwickler
dazu entschlossen, Tony den Angriff schwer verletzt überleben zu lassen. Allerdings verliert
er all seine Macht, seinen Einfluss, Waffen, Drogen und einen Haufen Geld. Nachdem Tony einige
Zeit untergetaucht war, kehrt er einige Monate später wieder nach Miami zurück. Doch die Dinge
haben sich gewandelt: Ehemalige Freunde machen nun ihr eigenes Ding und Tony setzt alles daran,
seinen verlorenen Einfluss wiederzuerlangen. Die Errichtung eines neuen "Imperiums" ist dabei
die Hauptaufgabe des Spielers. Immer mal wieder gibt es eingestreute Ingamesequenzen, die die
Handlung vorantreiben. Sei es, dass man auf alte Bekannte trifft oder die Macht in den einzelnen
Gebieten nach und nach wieder an sich reißt. Die Inszenierung ist dabei durchweg gelungen und
kann gelungenen Präsentation von GTA - San Andreas oder dem Film mithalten. Freunde des F-Wortes
werden sich auf jeden Fall über die sehr filmnahe Ausdrucksweise freuen.
Mehr als ein schlichter GTA-Klon
Spielerisch erinnert Scarface an eine Mischung aus GTA - insbesondere Vice City, da der Teil
auch in Miami spielt und zahlreiche Anlehnungen an Scarface beinhaltet - und an "Der Pate" von
EA. Aus beiden Spielkonzepten haben sich die Entwickler gute und funktionierende Elemente herausgesucht
und in einem Spiel kombiniert. Neben Fahr- und Ballermissionen gilt sich mit dem Drogenhandel
und zahlreichen Geschäftsübernahmen zu beschäftigen. Gerade die Geschäftsübernahmen und das
Ansammeln von Ansehen, Respekt und Geld ist ein zentraler Aspekt des Spiels. Doch Macht bekommt
man nicht ohne Geld und davon wird einiges benötigt. In der Welt von Scarface kommt jedoch nicht
am Ende einer Mission einfach auf mysteriöse Art und Weise ein Batzen Geld auf's Konto, sondern
es muss hart erarbeitet werden: Drogenhandel. Über unterschiedliche Möglichkeiten kann der Spieler
mehr oder weniger von dem Zeug anhäufen und schließlich unter die Leute bringen. Dadurch kommt
"schmutziges Geld" in die Tasche. Spätestens bei der nächsten Verhaftung würde solches Geld
- wie auch Drogen - eingezogen. Entsprechend gilt es bei der nächsten Bank das Geld "waschen"
zu lassen, wobei auch gleichzeitig der Spielstand gesichert wird. Das Geld kann Tony dann nicht
mehr genommen werden und steht gleichzeitig für zahlreiche Investitionen zur Verfügung. Ruhm
und Ansehen wird nicht nur durch Taten errungen, sondern durch den Kauf sogenannter "Exoten".
Darunter fallen die unterschiedlichsten Objekte und Gegenstände, die Tonys Imperium vergrößern,
ausbauen und ausschmücken. Mit allerlei Objekten lässt sich die Villa ansehnlicher Gestalten,
der Fuhrpark (Wasser & Land) kann ordentlich aufgestockt werden und es können Investitionen
getätigt werden, die den Ruf steigern. Neue Ruf-Stufen ermöglichen den Kauf neuer Gegenstände
oder schalten neue Waffen frei, die der freundliche Waffenhändler direkt in den Kofferräum in
Tonys Auto packt. Der Spieler muss nämlich nicht durch die Stadt laufen und ein herrenloses
Fahrzeug klauen oder den Besitzer aus dem Wagen ziehen (man kann es jedoch machen), sondern
kann über ein Telefon auch Kontakt zum nächsten "Fahrer" aufnehmen. Sein Chauffeur liefert das
gewünschte Gefährt wenige Augenblicke später und kann Tony auch als Begleiter zur Seite stehen.
Im Kofferraum liegen dann alle Bleispritzen, von denen Tony jedoch nur eine begrenzte Anzahl
in die Tasche stecken kann. Müssen anfangs noch Fäuste und Pistolen reichen, kommen im weiteren
Spielverlauf immer stärkere Waffen bis hin zum Raketenwerfer dazu. Der Spieler ist auch nicht
verpflichtet, sich immer den eigenen Wagen "liefern" zu lassen. Herrenlose und fahrende Kraftfahrzeuge
können auch in Scarface entwendet werden. Die Auswahl kann dabei zwar nicht ganz mit GTA mithalten,
wo vom Fahrrad bis zum Düsenjet alles geboten wird, doch die Auswahl ist trotzdem sehr groß,
wobei sich die Fahrzeuge auch recht unterschiedlich steuern lassen.
In den einzelnen Stadtteilen vom virtuellen Miami treiben sich auch zahlreiche Gangs herum,
die auf Ärger aus sind und ihren Einfluss auf keinen Fall verlieren wollen. Daher ist es immer
wieder hilfreich einen Begleiter an der Seite zu haben, der mit ins Kampfgeschehen eingreift.
Gerade um die größeren Drogengeschäfte gut abschließen zu können und das Viertel übernehmen
zu können, müssen diese Gangs ausgeschaltet werden. Doch Tony muss sich erst langsam wieder
nach oben arbeiten. Ein wenig Kleingeld bringen einfache Drogenmissionen, in denen der Spieler
vom Händler einige Gramm Stoff besorgt und danach auf der Straße Abnehmer zu finden hat. Um
jedoch größere Mengen absetzen zu können und ein wenig schneller ans Geld zu kommen, gilt es,
die in der ganzen Stadt verteilten Geschäfte und die Stadtgebiete zu übernehmen. Als erstes
muss dazu eine lohnenswerte Firma zur Tarnung übernehmen werden, die die Drogen unter die Kunden
bringt. Die bisherigen Ladenbesitzer haben jedoch kein großes Interesse, den Laden einfach so
aufzugeben. Aber sie haben alle irgendwelche kleinen und großen Probleme, die Tony dann erst
für sie erledigen darf. Da gilt es Waren rechtzeitig zum Ziel zu bringen, der Konkurrenz eins
auszuwischen oder sich mit den schon angesprochenen Gangs in der Umgebung zu befassen, damit
sie keinen Ärger mehr machen. Ist der Ladenbesitzer glücklich, kann das Unternehmen käuflich
erworben werden. Bei der Beschaffung der unterschiedlichen Drogenmengen steht Tonys Freund Felix
jederzeit als "Berater" zur Seite, der entsprechende Kontaktpersonen kennt, um mehr Drogen beziehen
zu können. Hier gilt es zuerst die Ware ins nächste Lager zu bringen und in darauf folgenden
Drogenverteilungsmissionen die Ware zu verteilen. Die ganz großen Mengen werden schließlich
in der Karibik erworben, wobei sich Tony hier auch mit Piraten und der Küstenwache herumschlagen
darf.
Im Spielverlauf wird jedoch nicht nur der "Chef" persönlich gesteuert, sondern auch einige
Handlanger warten auf die Kommandos des Spielers. Der Fahrer hat in den Nebenmissionen die Aufgabe
Zielfahrzeuge zu entwenden und in die nächste Garage zu bringen und als Attentäterin gilt es
eine Reihe an Zielen auszuschalten, was unter anderem auch einen schönen Berg Geld einbringt.
Ganz so viele und auch unterschiedliche Nebenbeschäftigungen wie in GTA gibt es dann aber nicht,
so dass Langzeitmotivation und Spielzeit ein wenig kürzer ausfallen. Auch stellt sich zwischendurch
immer mal wieder ein klein wenig Eintönigkeit ein, wenn wieder nur neue Drogen zu beschaffen
sind. Hier bietet GTA ganz klar die bessere Motivation durch ständig andere Missionen. Insgesamt
20 bis 25 Stunden wird der Spieler damit beschäftigt sein, Tony wieder zurück zu Ruhm und Reichtum
zu verhelfen. Bis zum Ende ist es jedoch ein knackiger Weg, der sich eher an den fortgeschrittenen
Actionspieler richtet. Scarface ist zwar nicht zu schwer, doch gerade im späteren Verlauf schwankt
der Schwierigkeitsgrad recht stark. Das "interaktive Intro", in dem der Spieler Tony lebend
durch den Angriff auf seine Villa bringen muss, ist nicht optimal. Die Inszenierung ist zwar
bombastisch, aber für den Anfang ist der Kampf für Einsteiger zu schwer.
Neben den ganzen Missionen, die sich um die Beschaffung und Verteilung von Drogen drehen,
gibt es auch zahlreiche Aufträge, die sich etwas stärker am GTA-Spielkonzept orientieren. Auch
in der Welt von Scarface warten die unterschiedlichsten Aufgaben auf den Spieler. Es stehen
wilde Verfolgungsfahrten auf dem Programm und auch zahlreiche sehr bleihaltige Aufträge müssen
erledigt werden. Gekämpft wird in den unterschiedlichsten Orten in und um Miami; auf den Straßen
und in Gebäuden. Mit reichlich Munition geht es gegen zahlreiche Widersachern - vom einfachen
Gangmitglied bis hin zu korrupten Polizisten - ins Feld. Im Gegensatz zu GTA steht der Held
jedoch nicht einfach nur herum und feuert auf die Angreifer, sowohl das Deckungssystem als auch
die Möglichkeit unterschiedliche Trefferzonen bei den Feinden anvisieren zu können, geben dem
Kampf deutlich mehr Tiefgang. Insbesondere auch, weil Tony nur wenige Treffer einstecken kann,
bis dann die Meldung "You Fucked Up" erscheint und es vom letzten Checkpoint der Mission weiter
geht. Es ist jedoch nicht nur wichtig die Feinde durch möglichst gezielte Treffer schnellstens
auszuschalten, sondern es gilt auch, die "Rage"-Anzeige zu füllen. Dies geschieht durch Beschimpfen
der besiegten Gegner, was allerdings ein wenig fummelig von der Hand geht, da neben bewegen
& feuern auch noch die Beleidigen-Taste betätigt werden muss. Ist die Anzeige schließlich voll,
kann Tony in den Rage-Modus wechseln und die Feinde schneller und effizienter beseitigen. Der
Spieler ist dann nicht nur unverwundbar, sondern bekommt je nach Treffer auch noch Gesundheit
"zurück", wodurch gerade knifflige Passagen deutlich leichter zu schaffen sind. Zu viel Aufmerksamkeit
ist jedoch auch für Tony nicht sonderlich hilfreich. Wenn ihn die Cops schon suchen, kaum dass
man den Fuß vor die Tür gesetzt hat oder die nächste Gang auf der Suche nach ihm ist, dann ist
die Luft eindeutig zu heiß. In solchen Fällen sollte sich Tony erst einmal darum kümmern das
sogenannte "Heat-Meter" ein wenig zu senken. Hier kann entweder direkt eine Summe per Satellitentelefon
gezahlt werden oder Tony besticht den nächsten Polizisten. So lange die Aufmerksamkeit auch
noch nicht zu groß ist, reicht es, wenn der Held ein wenig im Schatten bleibt und sich ruhig
verhält. Das Interesse der Behörden lässt dann ganz automatisch mit der Zeit nach.
Knöpfchen drücken
"Scarface: The World is Yours" spielt sich zwar grob gesagt wie GTA, allerdings mit einigen
Besonderheiten in der Steuerung. Neben Laufen, Benutzen, Waffen wechseln/ nachladen/ feuern
gibt es ein spezielles Zielsystem. Per Knopfdruck wird das nächste Ziel grob erfasst, was eine
Mischung aus dem Auto-Aim der GTA-Konsolenfassungen und der PC-Ports entspricht. Doch während
ein "Rahmen" um den jeweils anvisierten Feind angezeigt wird, kann mit dem Fadenkreuz innerhalb
dieses Rahmens noch auf bestimmte Körperteile wie Bein, Arm oder Kopf, gezielt werden, wodurch
nicht nur mehr Schaden verursacht, sondern auch die Rage-Anzeige gefüllt wird. Außerdem gibt
es immer mal wieder kleine Minispielchen, in denen im richtigen Moment auf's Knöpfchen gedrückt
werden muss. Diese Steuerung wird immer dann eingesetzt, wenn Personen "überzeugt" werden sollen
oder "Verhandlungsgeschick" gefragt ist. Also etwa, wenn der Spieler sein Geld in die Bank zum
"Waschen" bringt oder Drogen handeln will. Zuerst gilt es eine Taste zu drücken, bevor eine
Linie, die den äußeren Rand eines Kreises ausfüllt, wieder den Anfang erreicht hat. Danach muss
schnell auf eine "Linie" am unteren Bildschirmrand geachtet werden, wo sich eine Markierung
von links nach rechts bewegt und im richtigen Moment durch einen weiteren Tastendruck gestoppt
werden muss. Je genauer der Spieler die Tasten druckt, desto weniger Prozente verlangt etwa
die Bank für das Waschen des Geldes oder desto mehr Gewinn wird mit dem Verkauf der Drogen gemacht.
Scarface kann sowohl mit Maus & Tastatur als auch mit einem Gamepad gespielt werden. Im Wagen
hat sich das Gamepad als deutlich zuverlässiger und genauer herausgestellt, wohingegen der Kampf
mit Maus & Tastatur besser von der Hand geht. Nicht so gut funktioniert das Klauen von Fahrzeugen
auf der Straße. Damit der Fahrer anhält, muss sich der Spieler in den Weg stellen. Hier reicht
es dann jedoch nicht, wie in GTA, einfach das Fahrzeug anzuvisieren und die Benutzen-Taste zu
drücken. Die Taste funktioniert nur, wenn sie eingeblendet wird und dazu muss der Charakter
neben dem Fahrzeug stehen und in Richtung Tür schauen. Doch bis dahin hat der Fahrer oft schon
wieder Gas gegeben und der Held wird leicht angefahren und fällt zu Boden. Während die Fahrer
so schlau sind, sich im günstigen Moment zu verziehen, so haben die Gegner weniger KI-Routinen
bekommen. Die Feinde stellen überwiegend eine Bedrohung aufgrund der Menge oder der verwendeten
Waffe dar und weniger aufgrund besonders schlauer Manöver. Sie kommen zwar locker über GTA-Niveau,
doch dazu ist auch nicht so viel nötig. Auch in Scarface laufen einem die Feinde entgegen oder
bleiben in Ecken stehen. Die zahlreichen Infos auf dem Schirm in Form von HUD, Menüs und Karte
sowie die Imperiumsübersicht sind übersichtlich und klar strukturiert. Schnell lassen sich Sachen
wie der aktuelle Status einsehen oder wichtige Punkte auf der Karte finden. Neben einem Kartenausschnitt
wird beim Spielen der aktuelle Gesundheitszustand, Status der Waffe und wichtige Ereignisse
(Wachsamkeit der Polizei, gesteigerte Werte, etc) angezeigt. Wünschenswert wäre es allerdings,
dass der Spieler auf dem PC ein wenig mehr mit der Maus machen kann - Stichwort Drag & Drop
- und nicht auf Tastenkommandos zurückgreifen muss, die doch ein wenig kryptisch sind und den
Eindruck "schnelle Portierung" hinterlassen.
Präsentation
Optisch präsentiert sich Scarface solide, aber mitunter auch ein wenig durchwachsen. Gerade
die Charaktere wirken merklich detaillierter als im Spiel von Rockstar und Details wie der Sonnenuntergang
sind sehr gelungen. Auch die Innenräume sind durchweg eine ganze Ecke besser als bei San Andreas.
In Sachen Texturen schwankt die Qualität ein wenig und gerade Fahrzeuge wirken ein schwach auf
der Brust. Die Licht- und Schatteneffekte sind nicht so gelungen. Hier merkt man ein wenig,
dass der Titel doch primär für die letzte Konsolengeneration, sprich Playstation 2 und Xbox
1, entwickelt wurde. Der größte "Kritikpunkt", wenn man es so nennen will, ist die eigentliche
Umsetzung der Stadt. Zwar haben sich die Entwickler auch bei Scarface recht viele Mühe gegeben,
das virtuelle Miami abwechslungsreich und ansprechend auf den Schirm zu zaubern, doch insgesamt
kommt nicht so ganz "Leben" auf, wie beim großen Konkurrenten. Auch wirkt die Stadt farblich
zu eintönig. Sehr viel besser sieht es dagegen an der Soundfront auf. Nicht nur die Effekte
sind stimmig, passend und klingen sehr glaubwürdig, auch die durchgehend englische Sprachausgabe
ist sehr gelungen. Selbst wenn es nicht die Originalstimme von Al Pacino ist, sondern André
Sogliuzzo, der unter andern in der englischen Version von Age of Empires 3 und Destroy all Human
(als Präsident) zu hören war. Der Soundtrack ist ebenfalls sehr stimmig und fängt den Flair
der 80iger wunderbar ein. Auch in Bezug auf die Anzahl der Tracks gibt es nichts zu kritisieren.
Die Liste ist extrem umfangreich und kann über den integrierten Musikplayer verwaltet werden.
Meinung
Es ist wirklich schön, mal wieder eine sehr gute, solide und spaßige Lizenzumsetzung zu sehen,
nachdem die Versoftung des Paten doch eher einer Katastrophe gleichkam. Sehr schön ist es auch,
dass Entwickler Radical nicht einfach nur die Filmhandlung wiedergibt, sondern eine "frische
Geschichte" erzählt. Ein schlichter GTA-Klon ist "Scarface: The World is Yours" nicht geworden.
Die Inspirationen sind zwar klar zu erkennen, aber auch frische Ideen und Gameplayelemente sind
vorhanden, wie das Zielsystem oder der Aufbau eines Imperiums. Mit Maus, Tastatur und Gamepad
ausgerüstet kann sich jeder, dem schon Vice City gefallen hat, einige Zeit sehr gut mit Scarface
beschäftigen. Eine höhere Wertung verspielt sich Scarface aber aufgrund einiger, kleinerer Mängel,
die sich immer wieder unangenehm bemerkbar machen, wie etwa das Klauen von Fahrzeugen und der
recht unausgewogene Schwierigkeitsgrad.
Geschrieben am 01.06.2007, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 2GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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