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Suffering, The
Suffering:Ties that Bind
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Summoner 2
Swords and Soldiers
Syberia
Syberia 2
System Shock
Scrapland

Rückseite ]

Info
Autor 2
 2
 2
 2
Gesamt (35 votes) 2
 1.6
 1.3
 1.8
Team (2 votes, siehe hier)3+
Name:Scrapland
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2005/02
Publisher: Deep Silver
Entwickler: Mercury Steam
Hardware: 800Mhz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 1500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für Xbox
USK: 12
Scrapland (comment von jan)

Einleitung

Die Printmagazine machen es vor. In den ach so tollen Meinungskästchen der unterschiedlichen Redakteure erfährt man Details, was sie am Spiel mochten, was nicht und was verbesserungswürdig wäre. Kaum aber sind die Meinungen in der Endbewertung voneinander zu unterscheiden. Bis auf ein paar optische Prozentpunkte kommen die Redakteure mit dem Persilschein für objekive Spielebewertungen meist zum gleichen Ergebnis. Dass wir hier bei yiya.de höchst subjektive Bewertungen anstreben, sollten Stammleser mittlerweile wissen und so kann es auch passieren, dass man komplett anderer Meinung ist - auch schon mal innerhalb unseres Reviewteams. Deswegen gibt es, auch der Fairness wegen gegenüber den Spieleentwicklern, in diesem Fall eine Art "Gegendarstellung" in Form dieses Comments, in dem der Rezensent einen viel positiveren Eindruck vom Spiel Scrapland gewinnen konnte, als ich in meinem Review. (yak)

Comment von jan

In Scrapland geht es um Roboter, um einen Planeten voller Roboter, aber im Grunde doch wieder nur um einen ganz speziellen mit Namen D-Tritus. Das muss ein cleveres Kerlchen sein, denn er baute sich mal eben selbst aus alten Ersatzteilen zusammen. Ansonsten gibt sich die Spielfigur mysteriös wie ein (Anti-)Held aus einem Spagetti-Western, man weiß nur, dass er auf der Reise ist. So wie Golden Boy durch Japan und Caine durch die USA, wandelt er durchs Universum. Das Spiel schildert nun die Ereignisse während eines Stops dieser Reise und zwar den Besuch auf Scrapland. Obwohl, schildern ist vielleicht das falsche Wort, es klingt zu passiv, der Spieler muss schon ordentlich was leisten und Besuch klingt auch zu untätig, denn D-Tritus macht nicht Urlaub, sondern bekommt sofort einen Beruf zugewiesen. Er wird Reporter, ein Job den sonst keiner machen will, und wie es der Zufall will, stolpert er gleich in die Riesenstory schlechthin: Mord an Prominenten!

Das erste prominente Opfer (es kommen im Laufe des Spieles noch ein paar dazu) ist der Erzbischof. Der Klerus auf Scrapland ist wichtig und mächtig, da er die Baupläne für jeden Roboter in einer großen Datenbank hütet. Aus dieser Datenbank kann jeder zerstörte Roboter gegen ein gewisses Entgelt rekonstruiert werden. Mord bedeutet also hier, dass ein Bauplan gelöscht wird und somit eine "Wiederbelebung" nicht mehr möglich ist. Außer Bischöfe trifft man auf Scrapland noch auf Banker, Beamte, Polizisten, Wächter, Söldner, Boten, Heftmaschinen und zwar in sehr großer Stückzahl. Auch die vermeintlich individuellen, einzigartigen Figuren wie Betty, Humphrey und Berto kann man an verschiedenen Orten gleichzeitig sehen. Die Designer waren bemüht, Scrapland eine belebte Spielwelt zu verpassen und das ist auch gelungen, manchmal sogar zu belebt, an jeder zweiten Ecke haben sich Polizisten mit Söldnern mit Bischöfen in der Wolle.

Da ich gerade dabei bin wie sich das Spiel präsentiert, ein paar Worte zu Grafik und Ton. Die Grafik gefällt, die 3D-Modelle, besonders der Gebäude, gefallen mir, es ist alles farbenfroh, aber trotzdem so abgestimmt, dass sich die einsammelbaren Gegenstände wie Munition genauso gut von der Umgebung abheben, wie die Richtungsanzeigen/Zielmarkierungen. Das Spiel bietet den zeitgemäßen Bloomeffekt, für mich ist das nichts, aber wer´s will bekommt ihn. Sogar mit geringen Auflösungen und Detailstufen macht das Spiel noch einen guten Eindruck. Erstaunlich kurz sind die Ladezeiten für die Level, besonders wenn man bedenkt, wie groß die Stadtabschnitte sind und was sich dort alles tummelt. Man wird somit nicht lange aus dem Spiel gerissen, der Spielfluss bleibt erhalten, ein Umstand der mir wichtig ist.

Die Musikbeschallung ist bestimmt nicht jedermanns Geschmack, der Roboterspielwelt angepasst klingt es nach Frühwerken von Kraftwerk, aber wirklich sehr früh und noch sehr experimentierfreudig. Neben der einen oder anderen heroischen Melodie und treibenden Synthesizerbeats die vor allem bei Kämpfen als Untermalung ertönen, kommen in ruhigen Passagen Klänge zum Einsatz, die der eine oder andere vielleicht aus der Bayern 3 Space-Night gewohnt ist, sowas hat seine Fans (wie mich) ist aber in keiner Weise massenkompatibel. Die deutsche Sprachausgabe ist durchwachsen, die merkwürdigen Stimmen passen irgendwie schon zu den merkwürdigen Erscheinungen der Roboter, auch dass man sich robotertypisch meist eher emotionslos äußert, ist nicht verkehrt, dass sich die Sprecher aber nicht einigen können, ob man englische Begriffe und Eigennamen englisch oder (übers Knie gebrochen) deutsch ausspricht, ist schon ärgerlich. Richtig nervend sind aber die kurzen Worthülsen, die einen der Gegner im Flugkampf immer und immer wieder um die Ohren haut, nach 2 Minuten hat man alle gehört und besonders schlimm, wenn so ein Quälgeist sich meldet, wird er auch noch im kleinen Bild eingeblendet und verdrängt die eigentlich sehr wichtige Schutzschildanzeige des gerade ins Visier genommen Flugobjekts.

Da bin ich im Grunde auch schon beim Gameplay, dessen Beschreibung der Großteil dieses Reviews ausmachen wird.

Der Übersicht halber fange ich mit dem Multiplayer an. Dort kann man sich auf jeweils 13 Maps mit den bekannten Spielarten Deathmatch und Team-Deathmatch vergnügen. Die Maps sind unterschiedlichen Bereichen von Scrapland nachempfunden, natürlich nun mit Abgrenzungen, damit man sich in einer kleinen Gruppe nicht erst vor jedem Abschuss die Augen nach einem Gegner blutig suchen muss. Man kann sogar sagen, dass die Maps sehr gelungen sind, sie spielen sich sehr flüssig, die aufsammelbare Munition ist schön verteilt und die Umgebung lässt schon das eine oder andere taktische Überraschungsmoment zu. Taktische Entscheidungen gilt es auch schon vor dem Kampf zu treffen, indem man sich für sein Raumschiff und dessen Panzerung und Bewaffnung entscheidet. Geldsorgen wie im Soloplayer hat man dabei nicht, aber das jeweilige Maximalgewicht des Schiffes stellt einen vor die Wahl: Nehm ich die schnellsten und oft auch schwersten Motoren? Oder nehme ich alle Waffen bzw. nehme ich bei jeder Waffe alle freien Einbauluken oder nehme ich nur 2 oder 3 der vielleicht 4 möglichen? Was bleibt da noch übrig, so dass ich meine Schilde verstärken kann? Somit gibt es kein "Überschiff", keine Ideallösung, es hängt auch davon ab, wie die Gegner spekulieren/zusammenschrauben und es ist so für etwas zusätzliche Spannung gesorgt. Als weitere Spielmodi stehen One Flag (mit 3 Maps) und Flag Hunt (mit 13 Maps) zur Auswahl. Bei der Flaggenjagd kommt es in erster Linie auf geschickte Flugmanöver an, es gilt auf der Map verteilte Flaggen einzusammelt, wer die meisten hat gewinnt. Damit dies nicht wie Pilze suchen wird und jeder nur seine Stelle im Gebiet abgrast, ist jeweils nur eine Flagge vorhanden, ist die erste Flagge erbeutet worden, wird die nächste irgendwo auf der Map freigeschaltet. One Flag verbindet nun schnödes Deathmatch mit Punkte abfahren/sammeln, indem nur einer (der die eine Flagge hat) in der Lage ist, durch Bereiche abfahren Punkte zu sammeln, alle anderen versuchen in der Zwischenzeit ihm durch Abschuss diese Flagge abzunehmen. Auch im Soloplay wird auf diese beiden Grundprinzipien, Sachen einsammeln und Gegner abschießen zurückgegriffen, dabei wird aber schön variiert/verändert, dass zumindest bei mir keine Langeweile aufkam und ich das Spiel als sehr abwechslungsreich empfand. Aber der Reihe nach.

Was beim Spielen sofort auffällt, nichts ist wirklich neu, fast jede Spielidee hat man schon mal gesehen, aber es macht Spaß und das sollte die Hauptsache sein. Also besser gut geklaut…

Der Beginn im Soloplayer zeigt, dass die Designer die eine oder andere Stunde GTA3 gespielt haben. Man besitzt im HUD unten links eine kleine Karte und wird durch einen Pfeil zum Missionsziel gelotst. Fremde parkende Raumschiffe kann man sich einfach aneignen und bei Geldmangel haut man auf die Stadtbevölkerung ein, da diese meist nette Summen hinterlassen, oh, deutsche GTA3 Spieler kennen das nicht, aber in allen anderen Versionen ist diese Geldeinnahmequelle vorhanden, ja und wenn man es zu bunt treibt, hat man bekannter Weise die Polizei an der Backe, die dann ihrerseits das Feuer auf einen eröffnet. Auch GTA typisch meldet sich bald als Nebenstrang zur eigentlichen Storyline ein zusätzlicher Auftragsgeber, hier in der Form des verrückten Spielers. Und auch das Suchen nach versteckten Gegenständen ist dabei, wobei sich Scrapland darauf beschränkt in zwei, drei Gebäuden statt in der ganzen Stadt suchen zu lassen. Zur Stadt ein Wort, sie ist groß, ziemlich groß und in mehrere Bezirke aufgeteilt Jeder Bezirk ist eine Map und da wie angesprochen die Ladescreens nur kurz auf dem Bildschirm auftauchen, macht es auch als Ganzes einen schönen komplexen Eindruck. Komplex ist gut, wirr trifft es aber schon besser, auch nach Stunden des Spielens wird man in der Stadt leider nicht "heimisch", richtige Ortskenntnisse erlangt man im ganzen Spiel nicht, Teilstücke erkennt man immer wieder, weiß in etwa wie man fliegen muss, das z. B. jene Wand weiter oben oder weiter unten einen Tunnel zum Durchqueren hat, aber das was mich bei GTA 3 und Vice City oft gepackt hat, die Lust einfach mal missionslos durch die Gegend zu brettern, dieser Wunsch kam bei Scrapland nie auf. Auch Need vor Speed Underground hat auf den Spielplan der Scrapland Entwickler gestanden, denn ein nicht unwesentlicher Teil des Spieles dreht sich ums Aufmotzen des fliegenden Untersatzes. Mit Hilfe von Bauplänen, die man entweder durch Suchen findet oder die man in einigen der zahlreichen Aufträge für andere beschaffen soll (und natürlich eine Kopie für sich behält) kann man sich aus diversen Chassis, Motoren und Waffen bedienen und sein Traumgefährt zusammenstellen. Die richtige Wahl des Fluggeräts macht viel aus und erleichtert das Bestehen der meisten Missionen sehr. Darum sollte man z. B. auch sehr gründlich nach den ersten 6 Bauplänen, die auf der Wache versteckt liegen, suchen, dadurch bekommt man schon ziemlich am Anfang mit der Hummel ein solides Chassis, das einen fast bis ans Spielende gute Dienste erweist. Das Bauplansuchen ist im Grunde ziemlich leicht, die Verstecke einfach, wenn man bedenkt, dass man doch wie in verschiedenen Missionen in einen anderen Roboter schlüpfen könnte, der eine kann fliegen… also auch mal auf Schränke und Regale von oben herab geschaut, ein anderer ist ziemlich winzig, na da wird wohl auch was in den kleinen Lüftungsschächten liegen… Wenn man bei der ersten Suche einen Ort sieht, der zwar keinen Bauplan verbringt aber eigentlich ein gutes Versteck wäre, keine Angst, einfach den Ort vormerken, später gibt's noch mal die Suchaufgabe und dann wird es schon dort liegen. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß dabei.

Das Wechseln des Roboters und somit Erlangen dessen Spezialfähigkeiten wird nicht nur zum Bauplansammeln benötigt, oft kommt man auch nur "in Verkleidung" z. B. als Polizist oder als Bischof in wichtige Gebäudeteile. Auch werden die Flugmissionen, die den Großteil des Spieles ausmachen hier und da durch kleine "zu Fuß" Einsätze in Verkleidung aufgelockert. So zieht man einem Beamten als Banker Geld aus der Tasche, muss als fliegender Bote eine Nachricht abfangen und diese vor allem gegen andere ziemlich diensteifrige Boten verteidigen, als Beamter muss man die Zeit verlangsamen um einen anderen Beamten abzufangen, da diese Spezies ziemlich flink werden kann, wenn sie merken, dass jemand was von ihnen will und Arbeit droht. Meist kommt jede Verkleidung nur einmal zum Einsatz, es steht dem Spieler aber frei, im späterem Verlauf noch mal auf diese Fähigkeiten zurückzugreifen, wenn man also knapp bei Kasse ist noch mal zwischendurch den Banker spielen oder wenn man von allen verfolgt wird in einen flinkeren Roboter schlüpfen.

In den Reviews und Tests die ich bis dato las, kam stets als Kritikpunkt "die langen und dadurch langweiligen Wege" und ich weiß bis heute nicht was damit genau gemeint ist. Die Gebäude sind schon etwas größer, aber in meinen Augen in keiner Weise übertrieben, eine Bank, ein Polizeirevier ein Rathaus sollte doch auch kein 2 Zimmercontainer sein, oder? Auch die Flugwege von einem Missionsziel zum nächsten sind meines Erachtens kurz gehalten, oft wird man auch gleich zur U-Bahnstation gelotst, die einen sofort ins gewünschte Gebiet bringt. In meinen Augen kein Vergleich zu den wirklich langen und nur zur Spielzeitverlängerung eingefügten Missionsanfahrten bei Mafia (über die sich niemand beschwert hatte (Anmerkung von yak: oh doch! ;) ). Auch kam mir keine der Missionen als, wie es anderswo hieß, "Dienstbotengang" vor. So was wird bekanntlich gern am Anfang von Rollenspielen eingesetzt. Unter der Maßgabe "bringe/hole/melde" wird man durch die Gegend geschickt und plättet allerhöchsten dabei ein paar Monster. Natürlich werden bei Scrapland meist Lappalien verlangt a la "besorge mir…", nur führt das nicht zu stumpfem Rumrennen und Gegner kloppen sondern ist einfach der Aufhänger um dem Spieler ein weiteres kleines Spielchen zu servieren. Ich sprach schon davon, dass die beiden MP-Spielmodi Leute abschießen und Sachen einsammeln im Solo ständig variiert werden, so ist fast immer Abwechslung gegeben, nur an zwei Stellen nicht, aber da unterstelle ich den Designern mal, dass sie sich einen kleinen Spaß erlaubten. So hat man ziemlich am Anfang ein normales Bojenrennen, kurze Zeit später wieder ein Bojenrennen, danach erhält man den Auftrag einen Beamten zu vernichten und zwar samt Raumschiff, man lockt ihn aus dem Gebäude und er fährt wieder mal ein Bojenrennen gegen einen, schon wieder, und dann auch gleich verloren, aber während man sich ärgert fällt einem ein, hoppla es ging doch gar nicht ums Rennen, ich muss den doch vernichten, also schnell den Kerl noch gesucht und erledigt. Es gab noch so einen Moment, wo ich auch dachte, "hey Wiederholung", zurücklehnen, ich weiß wie der Hase läuft und beim zweiten Mal lief es dann etwas anders… aber das verrat ich natürlich nicht. Was ich verraten bzw. aufzeigen will, ist, wie unterschiedlich die vielen restlichen Missionen sind. So muss man Moskitoschwärme aufstöbern und beseitigen, diese Moskitos kommen in so großer Stückzahl auf einen zu, dass es etwas an Serious Sam erinnert, daher immer schön die Gegnermasse hinter einen her fliegen lassen, in den Schwarm feuern und aufpassen, dass man dabei immer auch die Munition aufsammelt, denn ohne diese kämpft es sich schlecht. Bei einem Massaker das man anrichten soll, muss spätestens alle 20 Sekunden mindestens ein Raumschiff zerstört sein und das immer und immer wieder. Ein anderes Mal muss ein Gegner durch Beschuss eine Zeit lang auf geringer Schildstärke gehalten werden, ihn aber ganz abschießen ist untersagt, da man ja noch mit ihm reden will. Auch kann es passieren, dass man gerade sein Raumschiff betreten hat und schon angegriffen wird, wie z. B. vom Bürgermeister (ja Scrapland scheint nicht gerade friedfertig), da heißt es erst mal stiften gehen, um aufmunitionieren zu können und dann gut gerüstet dem Widersacher entgegenzutreten. Es ist auch hier und da der Fall, dass es die beste Lösung ist, man geht überhaupt mal stiften, weil der Gegner zu stark ist und das Spiel besteht erst mal darin, einen rettenden Platz zu finden, aber wann das ist, sollte jeder selbst rausfinden…

Auch Teamdeathmatch und eine Art Capture the Flag, wo es darum geht, dass das eigene Team als erstes fünf Flaggen in seinen Reihen trägt, muss man bewältigen. Man greift auch in einen Wahlkampf ein, indem man versucht die Wahlballons des Gegners zu zerstören und gleichzeitig Obacht gibt, dass die eigenen nicht von feindlichen Schiffen abgeschossen werden. Dann gibt es noch Missionen, in denen man dick gepanzerte Transporter zerstören und deren Inhalt aufglauben muss, natürlich besitzen diese Transporter auch Geleitschutz. Später muss man Transporter immer nur leicht ärgern, damit sie Ladung fallen lassen, und diese Ladungen müssen dann "befreundete" Einheiten aufsammeln, wenn dies statt dessen feindlichen Fliegern gelingt, müssen die erst noch zerstört werden, damit die Ladung wieder freiliegt und somit "aufsammelbereit" ist. Man sieht, die Entwickler haben sich wirklich Mühe gegeben, viel mehr Mühe meiner Meinung nach, als bei ähnlichen Spielen wie Aquanox, Freelancer und Co. Aber Mühe alleine nutzt nicht viel, es muss auch spielbar sein, und glücklicherweise ist dem so, das sag ich als einer, der sich sonst meist schwer tut mit Renn- oder Flugspielen jeder Art. Da ich wie gesagt in diesem Genre eher ungeübt bin und im Vorfeld hier und da von fordernden Missionen las, habe ich meist nur auf "leicht" gespielt, der Schwierigkeitsgrad ist jederzeit veränderbar. Auf dieser Schwierigkeitsstufe ging fast jede Mission leicht von der Hand, große Probleme hatte ich nur in den zwei Missionen bei denen es rein auf Geschicklichkeit ankommt. Da war das Bonuszeit-Rennen, bekannt aus Driver und GTA3, in dem man mit einer geringen Countdownzeit beginnt, für jede überfahrene Boje 3Sekunden gut geschrieben bekommt und das Ziel erreichen muss bevor der Countdown auf Null steht und dann die Scanmission, in der man eine Zeit lang im kurzen Abstand einem Raumschiff folgen muss, einem Raumschiff, das sehr flinke, wendige Manöver beherrscht. Da die Unterschiede im Schwierigkeitsgrad eher in Bereichen wie Stärke der Schilde und Feuerkraft der Waffen liegen, sind nun gerade diese beiden Missionen in allen Stufen gleich, und meines Erachtens eher auf "schwer" ausgelegt. Darum hierzu zwei Tipps: Es gibt noch weitere Missionen, in denen es anfänglich um das "Scannen" von Gegnern geht, dies kann man getrost ignorieren. Man soll dabei stets ein Schiff unter mehreren aufstöbern und dann vernichten, warum also nicht von Anfang an alle unter Beschuss nehmen, wenn man das richtige getroffen hat, wird man schon informiert.

Besonders beim Bonuszeitrennen ist Gegenverkehr sehr hinderlich… Von diesen beiden Schlüsselstellen abgesehen, ist jede Mission gut lösbar, vielleicht braucht es mal einen zweiten Versuch aber dann klappt es meist immer, bei Kämpfen sollte man stets den Zustand des eigenen Schildes im Auge behalten und im richtigen Moment durchs Anfliegen des entsprechenden Schild-Items erneuern, aber sonst bekommt man fast jeden Gegner mit normaler Feuerkraft klein. Erst die beiden Endgegner verlangen regelrecht, dass man Bonusmissionen, also den verrückten Wetten, annimmt, denn durch diese bekommt man Upgrades für seine Waffen. Wenn man, wie ich eben, diese verrückten Wetten erst mal bei Seite lässt und nur dem Handlungsstrang folgt, erlebt man schon eine ziemliche dicht erzählte Story in den 15 Stunden Spielzeit. Natürlich erhält die Story keinen Schönheitspreis, wirklich jede auftauchende Figur wird kurzzeitig als Bösewicht und Gegner verarbeitet und wer das Handbuch genau liest weiß von Anfang an, wem man im abschließenden Kampf gegenüberstehen wird, aber ein gut kann man der Story und dem ganzen Spiel meiner Meinung nach nicht verwehren.

Ganz zum Schluss noch ein zwei Sachen die nicht unerwähnt bleiben sollten. Wer vom Namen American McGee bissigen, rabenschwarzen Wortwitz wie bei Alice im Wunderland auch in Scrapland erwartet, wird leider enttäuscht, mit Humor und Witz wurde größtenteils gespart bzw. fiel anscheinend der Übersetzung ins Deutsche zum Opfer. Das Spiel kommt leider auch nicht mehrsprachig daher. Bis auf kleine Anspielungen auf Amt und Würdenträger (Polizei, Kirche, Beamte, Bürgermeister) gibt es höchstens die Cutscenes, die ein lustiges, wenn auch sehr morbides Augenzwinkern liefern. Wobei man aber auch sagen muss, dass beim Betrachten der Mordfilmchen sich mir schon die Frage stellte, wie das Spiel als USk12 eingestuft werden konnte. Vom Gameplay her ist das Spiel schon was für unsere halb hohen Spielefans, Eltern müssten nur damit klar kommen, dass ihr Spross eben das schon erwähnte Massaker anrichten wird und auf eine unschuldige Frage, was denn bitte eine Sado-Maso Massage ist, sollten sie auch eine Antwort parat haben. Dass Scrapland als Kopierschutz auf Starforce setzt, hat mir nicht gefallen, es gab zwar keinerlei Probleme, wem es wie mir aber ein Dorn im Auge ist, dass sich so ein Programm selbstständig installiert, sich mit Admin Rechten ausstattet und in der Gerätekonfiguration rumwerkelt, der sollte warten bis Scrapland in einer Low Budget Reihe auftaucht, diese verzichten meist auf sowas. Das Spiel ist auf jeden Fall spielenswert.


Geschrieben am 11.04.2005, Testkonfiguration: AMD1700+, 512MB, Geforce3, OnboardSound
 



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