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Scratches
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 | Info |
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| Autor | | 3 |
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 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (20 votes) | | 2 |
 |   | | 1 |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 2.2 |
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| Name: | Scratches |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2006/01 |
| Publisher: | Rondomedia |
| Entwickler: | Nucleosys |
| Hardware: | 1Ghz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 550 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, 2000 |
| Steuerung: | Maus |
| Sprache: | Deutsch |
| Patch: | Patch |
| USK: | 16 |
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Seitdem Adventure in den letzten Jahren wieder "lebendiger" wurden, sind einige interessante
Titel auf den Markt gekommen. Somit müssen auch Adventure wieder versuchen, sich von der Masse
abzuheben. Das Spiel Scratches steht nicht als simples Adventure in den Läden, sondern wird
auf der Packung als Mystery-Psycho-Thriller bezeichnet. Was letztendlich beim diesem Midprice-Game
herausgekommen ist, soll das folgende Review zeigen.
In der Pappverpackung von Scratches befindet sich die eigentliche Spiel-DVD Hülle. Erstaunlich
platzsparend kommt das Game mit lediglich einer CD aus und belegt auf der Festplatte auch nur
knapp 500 MB. Das Wieso und Warum wird dann beim Spielen schnell deutlich, aber dazu später
mehr. Durchaus eine Überraschung für ein ca. 25€ Spiel ist das farbige Handbuch, das die Grundlagen
und Hintergründe kurz und knapp (leider ohne Bilder) erklärt. Wer verkraften kann, das Handbuch
zu zerschneiden, findet einen Gutschein ermäßigt in die Hamburg
Dungeons zu betreten. Abgesehen von einem Hänger im Spiel gab es keinerlei technische Probleme
oder übereifrige Kopierschutzmechanismen.
Auf der Suche nach Inspiration
Irgendwo muss die Muse ja zu finden sein. Nachdem der Schriftsteller Michael Arthate seinen
ersten Bestsellerroman fertig gestellt hat, braucht er Inspiration für sein nächstes Werk. Was
liegt also näher, als ein altes Herrenhaus am Rande der Stadt zu kaufen und dort in aller Ruhe
einige Ideen auf's Papier zu bringen? Damit beginnt für Michael bzw. den Spieler, ein unheimlicher
Aufenthalt in einem Gebäude, das allerlei Geheimnisse birgt. Die ehemaligen Bewohner waren alles
andere als normal. So wurde angeblich James T. Blackwood in den Wahnsinn getrieben und hat seine
Frau ermordet. Doch das alles ist noch nicht vergangen. Der Spuk beginnt, als Michael das Gelände
betritt…
Drei Tage und Nächte wird Scratches den Spieler bei Atem halten und es gilt dabei den mysteriösen
Geheimnissen, Ritualen und ehemaligen Ereignissen auf dem Gelände auf den Grund zu gehen. Die
Hintergrundgeschichte wird dabei ausschließlich aus Sicht des Spielers erzählt, der diese durch
Telefongespräche, Erkundung des Hauses und mittels alter Dokumente ergründet.
Stromrechnung nicht bezahlt?
Bei einem alten Herrenhaus darf natürlich kein fünf Sterne Hotel erwartet werden. Aber zumindest
Strom sollte es geben, oder? Aber da hat Michael leider Pech. Das Licht bleibt aus und die Butze
relativ dunkel. Als absoluter Techniklaie meldet man sich dann erst mal beim Makler, der sich
hoffentlich um eine Lösung kümmern wird. Also schnell zum alten Telefon, das ausnahmsweise funktioniert,
und das Problem vorgetragen. Was für ein Glück aber auch, ein Handwerker wurde schon für heute
bestellt und sollte eigentlich da sein. Dann mal raus ans Tor und den Herrn begrüßen. Wie es
das Schicksal allerdings, will wartet vor dem Tor kein Handwerker. Ein Blick in den Briefkasten
fördert eine Nachricht zu Tage, die besagt, dass der Techniker vor kurzem da war, den neuen
Besitzer aber leider verpasst hat. Das ist natürlich sehr ärgerlich, also wird der Frust an
Markler Jerry ausgelassen. Selbstverständlich tut es ihm schrecklich leid, aber vor dem morgigen
Tag ist da nichts zu machen. So schwer kann es aber doch nicht sein, das Problem eventuell selbst
zu lösen. Warum schaut der Schriftsteller nicht einfach mal nach den Sicherungen? Könnte angeblich
sogar eine Großmutter. Na dann, auf geht die Suche nach der Sicherung. Nach einigem Suchen findet
Michael endlich den Sicherungskasten im Keller, doch die Sicherungen machen einen ausgezeichneten
und fehlerfreien Eindruck. Mal schauen, welchen Tipp Jerry als nächstes hat. Aber klar, Kerzen
könnte man doch anzünden, so dass wenigstens etwas mehr zu sehen ist. Mit diesem Tipp im Hinterkopf
geht es erneut durch das ganze Haus auf der Suche nach nur einer einzigen Kerze. Fassungslos
muss jedoch schließlich eingestanden werden, dass im großen Haus keine zu finden ist. Was also
nun? Klar, Jerry anrufen. ;) Der Gute ist inzwischen schon recht angespannt, schließlich ist
er Makler und nicht die Telefonseelsorge. Sein nächste Vorschlag empfiehlt, dass Michael einfach
mit dem Wagen in die Stadt fährt, um sich Kerzen zu kaufen... mit der wenig später erfolgenden
Rückmeldung, dass das Fahrzeug nicht anspringt...
Drei Tage und zwei Nächte
Wie geht es nun also weiter? Es muss doch wohl möglich sein, etwas Licht in diese verdammt
Bude zu bekommen. Die Lösung ist so simpel wie irreführend. Gar nicht! An dieser Stelle wird
der Rätselstrang unterbrochen und der Spieler hat sich anderen Aufgaben zu widmen. Nur leider
liegt gerade hier das Problem bei der Rätselmischung und Präsentation von Scratches. Immer wieder
erreicht der Spieler sozusagen ein Dead-End, bei dem nichts weiter zu machen ist. Eine geheime
Kammer wird gefunden, die Aktionsmöglichkeiten haben noch nicht viel, eher gar nichts, ergeben
und dennoch kann hier bis zum nächsten Tag nichts gemacht werden. Allerdings muss der Spieler
dies selber erkennen. Ähnliche Situation auch bei der Kerzensuche im Haus. Wer wirklich meint,
Kerzen im Haus finden zu können, der würde im Jahr 2010 immer noch suchen. Es gilt da schlicht
und ergreifend, nur drei ganz bestimmte Objekte zu untersuchen und dortige Gegenstände zu nehmen.
Dann wird die Aufgabe "Kerzensuche" vom Programm intern als gelöst betrachtet, der Spieler wird
aber leider darüber nicht in Kenntnis gesetzt. Hier wäre ein "Verdammt, nichts zu finden.
Ich beschwere mich bei Jerry" von der Spielfigur doch eine gute Info gewesen, wie an einigen
anderen Stellen auch. Sollte der Spieler jedoch schon vor dem Gespräch mit Jerry das Haus abgesucht
und die drei Objekte angeschaut haben, die für den Auftrag „Kerzensuche“ durchstöbert werden
müssen, so verläuft das Gespräch vollkommen gleich. Sprich: Der Spieler wird auf die Suche geschickt,
obwohl der Auftrag schon abgeschlossen ist. Wer das nicht weiß, sucht erneut im Haus, statt
einfach am Endes des Gespräches noch einmal anzurufen.
Während am ersten Tag noch recht viele Telefongespräche geführt werden, reduziert sich die
Anzahl an den anderen beiden Tagen merklich, was doch dem Spielspaß zu Gute kommt. Jerry ist
einem sowieso meist keine Hilfe, außer es wird eine Adresse oder Kombination für den Safe gesucht.
Die restlichen Rätsel präsentieren sich sehr unterschiedlich. Einige lassen sich noch gleich
im selben Raum durch eine andere Aktion lösen, andere erfordern nur längere Laufwege und wieder
andere sind recht gemein ausgedacht bzw. platziert. So ist plötzlich eine neue Aktion möglich.
Ein Gegenstand kann auf einmal verwendet werden oder es müssen einfach zum Zeitvertreib
- überflüssige - Aktionen ausgeführt werden. Mal gilt es nur einfach zwei Gegenstände zu
kombinieren, Informationen wollen aus einer Zeitung gesucht, Kletteraufgaben mit Hilfe eines
Seils bewerkstelligt und Geheimräume gefunden werden. Oder es muss ein Abfluss gesäubert und
der darin befindliche Schlüssel herausgespült werden und auch ein mysteriöses Schalterrätsel
steht auf dem Programm. Es gilt ein Amulett herzustellen und Licht in eine dunkle Kammer umzuleiten.
Die Spielzeit ist sehr stark davon abhängig, wie lange der Spieler an einigen Passagen hängt
bzw. bis die nächste Aufgabe im Spiel gefunden wird. Aufzeichnungen, was als nächstes zu tun
ist, gibt es nicht und hilfreiche Kommentare des Spielcharakters sehr selten. Wer aber das Haus
und den angrenzenden Garten - inklusive Kapelle, Gewächshaus und Werkstatt von Anfang an gründlich
absucht und genau nach Interaktionspunkten schaut, der sollte bereits nach etwa zwei Abenden
durch sein und kann dann über das doch recht überraschende, aber auch verwirrende, rätselhafte
und offene Ende grübeln. Auf Actioneinlagen wurde glücklicherweise verzichtet und alle Rätsel
können ohne Zeitdruck gemeistert werden.
Präsentation
Bei Scratches klickt sich der Spieler durch eine düstere Welt, bestehend aus 360 Grad-Rundumbildern,
die nicht nur zur Seite sondern auch etwas nach oben und unten gescrollt werden können. Das
kleinste Manko daran ist sicherlich der fehlende Übergang von Bild zu Bild, so dass jeweils
immer nur ein "Sprung" in eine Richtung erfolgt. Gerade bei der Interaktion fallen die schlecht
erkennbaren Interaktionspunkte unangenehm auf. Zwar verändert der Mauszeiger je nach Möglichkeit
die Form, doch die Hotspots sind stellenweise sehr klein. Auch die Navigation von Standbild
zu Standbild ist nicht so gelungen, wie sie sein könnte. Hier sind die Interaktionspunkte ebenfalls
sehr klein gehalten. Selbst wenn der Spieler nur nach vorn gehen kann, so muss genau an einem
kleinen Bereich (z. B. dem Weg) geklickt werden. Gerade in engeren Räumen ist das System daher
umständlich, da man leicht einen Weg / Abzweigung übersieht und stellenweise der Charakter
mit einem sehr ungünstigen Blickwinkel im nächsten Bild steht. Aber auch bei Türen fällt es
störend auf, dass der Spieler erst laufend nach "unten" zum Türknauf schauen muss. Gegenstände
lassen sich zwar schnell und problemlos aus dem Inventar nehmen, verschwinden aber nach einem
fehlerhaften gebrauch - beispielsweise an der falschen Stelle - sofort wieder im Inventar und
müssen erneut hervorgeholt werden. Gerade bei der Präsentation merkt man, warum das Spiel so
wenig Platz auf der Festplatte benötigt. Scratches besteht ausschließlich aus Standbildern.
Selbst Animationen sind fast überhaupt nicht zu finden, wenn man von sporadisch bewegenden Regentropfen
oder einer kurzen Videosequenz beim Öffnen einer Tür absieht. Weder für irgendwelche Objekte,
noch für fließendes Wasser oder Aktionen des Spielers gibt es eine Animation. In Scratches bewegt
sich weniger als in Myst 1 aus dem Jahre 93! Da benutzt Michael ein Amulett an einer Statue,
doch zum Standbild mit der Statue gibt es lediglich den Untertitel "Ich schwenke das Amulett
vor der Maske", so wie man es aus den ersten Textadventures kennt. Selbst bei einer billigen
Zahlenkombination ändert sich das grafische Zahlenschloss nicht, sondern am unteren Rand werden
die Ziffern per Texteinblendung angezeigt. Außerdem wurde bei der Sprachausgabe gespart. Abgesehen
von den Telefonaten spricht der Held kein Wort und andere Personen trifft der Spieler nicht.
Weitere Infos, Aussagen oder Gedanken des Helden gibt es lediglich in Form von Texteinblendungen
am unteren Bildschirmrand. Obwohl auch die musikalische Untermalung mau ist und lediglich die
überwiegend dezente Hintergrundmusik zu vernehmen ist, baut Scratches dennoch eine nette Atmosphäre
im einsamen Haus auf. Gerade weil der Spieler nicht weiß, was ihn erwartet und welche Räume
noch gefunden werden. Sehr gut sind hingegen die übersetzen Zeitschriften, Briefe, etc.
ausgefallen, die nicht einfach nur mit einer 0815 Schriftart ersetzt wurden. Bis auf einen kleinen
unübersetzten englischen Absatz gibt es nichts zu beanstanden. Lediglich die Schrift hätte
in einigen Fällen durchaus etwas größer ausfallen dürfen.
Meinung
Scratches will ein Horror-Psycho-Adventure sein, doch leider gelingt dies nicht durchgehend.
Gerade wenn der Spieler einen neuen Bereich des Hauses erkundet oder in der Nacht aufwacht und
Geräusche hört, baut das Spiel eine spannende Atmosphäre auf, zumindest so lange, bis der Spieler
dann wieder an einer Passage "hängt". Die Hintergrundgeschichte ist spannend, wenngleich etwas
trocken, da überwiegend in Textform erzählt. Die Rätsel sind eigentlich auch nicht schlecht,
nur überwiegend sehr willkürlich gestaltet. Der Spieler weiß mitunter gar nicht, dass er an
einer Stelle nichts mehr machen kann, sondern ganz woanders eine vielleicht sinnlos erscheinende
Aktion ausüben muss. Etwas mehr Sprachausgabe oder auch nur Textkommentare und Gedanken
des Charakters (Jetzt sollte ich aber mal dies oder jenes machen) und Scratches wäre durchaus
ein empfehlenswertes Spiel - gerade für Einsteiger - geworden. So aber schwankt es zwischen
Kürze, Willkür und Frust. Gerade die laue Präsentation und nicht optimale Handhabung und Interaktion
verhindern eine höhere Wertung, die im Prinzip bei dem Mid-Preis-Titel drin gewesen wäre. Wer
es noch nicht hat, ist z. B. mit Black Mirror
besser bedient.
Geschrieben am 12.02.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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