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Shellshock NAM 67
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 | Info |
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| Autor | | 4+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1 |
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| Gesamt (43 votes) | | 3+ |
 |   | | 1.6 |
 |   | | 1.1 |
 |   | | 1.4 |
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| Name: | Shellshock NAM 67 |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/09 |
| Publisher: | Eidos |
| Entwickler: | Guerilla |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Englisch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | nur auf DVD, auch für Xbox/ PS2 |
| USK: | keine |
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| Shellshock NAM 67 (review von yak) |
Kriegsspiele erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, besonders, wenn sie auf realen Ereignissen
beruhen. Scheint das Thema WW2 mittlerweile durch die unzähligen Shooter und Strategiespiele
mehr als ausgereizt, braucht man die Geschichtsbücher nur ein wenig weiter zu blättern, um zu
den nächsten "großen" Ereignissen zu gelangen. Und so landet man nach den Seiten mit "Call
of Duty", "Medal of Honor", "Commandos"
& Co mit kleinem Zwischenstopp "Korea Forgotten Conflict" letztendlich in Vietnam. Ein Krieg,
der sich, blickt man zurück, sicher nicht so glorifizierend betrachten lässt, wie der WW2, was
aber die Entwicklern wenig stört, bieten sich doch hier zumindest neue Ideen für Maps und Leveldesign
... und fiese neue Waffen und Fallen, was die Abteilung Marketing natürlich gerne sieht, da
sich Kriegsspiele scheinbar besser verkaufen und anpreisen lassen, als Zukunftsshooter.
Dass nun gerade ein holländisches Entwicklerteam sich dieser Thematik annimmt, lässt zumindest
hoffen, dass die Geschehnisse zumindest nicht durch die rosarote Brille namens "Amerikanischer
Patriotismus" verblendet werden. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall und wird dem sensiblen
Thema kaum gerecht. Doch dazu später mehr...
Entwickler Guerilla /Publisher Eidos wollen mit dem 3rd Person Shooter Shellshock NAM 67
die Erlebnisse eines US Soldaten im Vietnam-Krieg zu einer hautnahen und angsteinflössenden
Spielerfahrung machen. Ob es ihnen gelungen ist, soll unser Review zeigen.
Zur Technik:
Shellshock NAM 67 ist eine Multiplattformentwicklung, die zeitgleich zur PC Fassung auch
für die Xbox & PS2 erschienen ist. Dennoch macht die Graphik einen zufriedenstellenden Eindruck.
Zum Glück kann man das Szenario ja sehr mit Nebeleffekten kaschieren, was jedoch zum Setting
und der Levelgestaltung passt. Es finden sich Passagen die wirklich den Eindruck eines dicht
bewachsenen Waldes vermitteln, doch wird dies durch die sehr limitierte Bewegungsfreiheit eingeschränkt,
da man sich hauptsächlich auf eng vorgegebenen Pfaden bewegen kann und der Dschungeleindruck
auf den Screenshots zwar ganz manierlich aussehen mag, jedoch keine richtige Verwendung im Gameplay
findet, da man sich mehr oder weniger nur auf einer vorgegebenen "Strasse" befindet.
Die Levelbereiche, in denen man mehr Bewegungsfreiheit hat, sind dann auch wesentlich weniger
bewachsen. Hier wohl ein eindeutiges Indiz an die Hardwarelimitierung der Konsolen. Die Schauplätze
sind recht abwechslungsreich gestaltet. So findet man Dschungelpfade, unterirdische Höhlen,
Strände, alte Tempelanlagen, Bauerndörfer, Reisplantagen und verlassene Festungen mit recht
großem Ausmaß. Die Figuren sind ansehnlich animiert, jedoch kommt die gesamte graphische Gestaltung
nicht über Standardkost hinaus, dafür sorgte jedoch die eigenentwickelte Engine für solide Framraten.
Störend wirkte jedoch die mangelnde Weitsicht, die sich auch im Optionsmenü nicht verbessern
lies. So "poppen" die Hintergründe regelmäßig zu lasten der Atmosphäre auf und besonders das
Gras erscheit erst wesentlich später als die Bodentextur. Dafür gab es recht ansehnliche Spezialeffekte,
wie z. B. ein Napalmangriff oder volumetrische Nebelschwaden, die dicht über dem Boden
tiefergelegener Tälern lagen. Leider gab es in einigen Missionen massive Graphikfehler, besonders
in den Bereichen, in denen viele Gegner auftauchten. Hier wurden z. B. in der Stadtmission
bestimmte Levelbereiche nicht mehr dargestellt, was teilweise soweit ging, dass selbst die Gegner
nicht mehr zu sehen waren, dafür jedoch ihre Waffen wie von Geisterhand durch die Luft schwebten.
"Jagd auf einen Unsichtbaren". Ein Neustart des Games war notwendig, um den Fehler zu beheben,
der aber sporadisch dennoch wieder auftauchte.
Der Sound ist ordentlich umgesetzt. Überall scheppert es, Querschläger surren um die Ohren,
Hilfeschreie und Granateinschläge sorgen für eine gelungene Soundatmosphäre. Störend waren die
oft wiederholenden Sprachsamples, die manchmal nicht zu den On-Screen Situationen passten. Da
das Spiel nur in englischer Originalversion erhältlich ist, muss man auch mit englischen Texten
und Sprachsamples auskommen, die jedoch gelungen eingesprochen wurden, so z. B. durch den
Schauspieler George Dzundza (Crimson Tide/ Basic Instinct). Musikalisch gibt es nur im Intro
Musik und während man im eigenen Camp herumläuft. Dort bekommt man dann passende Songs von Roy
Orbison, Percy Sledge, usw. zu Gehör.
Gesteuert wir in einer Kombination Maus/Tastaur, die auch frei konfigurierbar ist. Jedoch
ist die Maussteuerung etwas zu schwammig und unpräzise, was sich auch durch Änderungen in den
Optionen nicht zufriedenstellend lösen lässt.
Gespeichert wird jeweils pro Level, bzw. an automatischen Savepoints, die recht fair in den
jeweiligen Levelabschnitten verteilt sind.
Gespielt werden kann in drei Schwierigkeitsgraden, wobei Anfänger mit dem leichtesten gut
bedient werden.
Gameplay:
Von einem muss man sich sehr schnell trennen - der Hoffnung, dass es sich um einen realistischen,
atmosphärischen, glaubwürdigen Shooter handelt. Was nach kurzer Spielzeit übrig bleibt, ist
mehr oder weniger ein Arcadeshooter, der eher an eine Kreuzung aus Pac Man und Serious Sam in
3rd Person erinnert. Aber der Reihe nach.
Man beginnt die Mission als normaler Soldat in den Wirren Vietnams, um sich dort mit dem
Trupp durch den Urwald zu schlagen und die bösen Vietcongs auszulöschen. Viel Rechts und Links
gibt es dabei nicht, denn meistens ist der Bewegungsradius sehr eingeschränkt und man bewegt
sich praktisch wie auf einer Strasse, was dem Sprichwort "Der Weg ist das Ziel" eine neue Bedeutung
schenkt. Und damit man auch als angehender Private nicht zuviel falsch machen kann, spielt "Friendly
Fire" auch eine so nebensächliche Sache, dass unsere Kumpanen selbst bei 58 leergeballerten
Magazinen in ihren Eingeweiden, es dennoch nicht als Hindernis ansehen, um nach kurzer Zeit
wieder froh und munter weiter gegen die gelbe Bedrohung zu kämpfen. Echte Männer halt und spätestens
jetzt muss man sich Hoffnungen an einen realitätsorientierten Shooter abschminken. Einfache
Missionsziele, in denen es darum geht, bestimmte Zielpunkte zu erreichen oder zu zerstören,
werden durch reine Gegnermassen bestimmt. Eine KI ist so gut wie nicht vorhanden und alle Aktionen
wirken grundsätzlich geskriptet. Jede Situation, sollte man einmal "abdanken", wiederholt sich
identisch und somit kennt man die kommenden Vorgänge genau und kann entsprechend agieren, denn
auch der Vietcong wird daran nichts ändern (können). So kommt es einzig und allein darauf an,
genügend Munition bei sich zu tragen, eine halbwegs sichere Position einzunehmen, die nicht
auf der "Gegnerroute" liegt und die One Man Vernichtungsanlage kann in Betrieb genommen werden.
Notfalls kann man in heiklen Situationen auch einfach mal die unsterblichen Begleiter vorlassen,
die ja ab 4 KG intravenösen Kugelgenuss grundsätzlich wieder auferstehen, es sei denn, ein Skript
verlangt es oder sie forderten von den Produzenten für den nächsten Level eine höhere Gage-
dann werden sie halt einfach "rausgeschrieben".
Der aufmerksame Leser merkt jetzt schon, dass das Spiel nicht wirklich ein Kandidat für höhere
Wertungsregionen zu werden scheint, was ich hiermit auch nur bestätigen kann. Nicht nur das
Gegneraufkommen ist geskriptet, sondern auch das Erreichen der Missionsziele. So muss man oft
minutenlang auf einen Höhleneingang ballern, bis er eigentlich schon vor erlegten Feinden verstopft
sein müsste, aber da kann man ja notfalls auch noch eine Sprengladung anbringen, die den Nachschub
dann letztendlich zum Versiegen bringt. Erledigt man solche Aktionen z. B. nicht in einer
bestimmten Reihenfolge, lassen sich auch andere Ziele nicht erfüllen. So passiert in der Mission,
in der man einen Treibstofftank sprengen musste, vorher jedoch vor dem Tunnel die Gegnerschar
ausmerzen musste, bis eine Nachricht erfolgt, jetzt den Tank sprengen zu dürfen. Macht
man dies jedoch in wahnwitziger Einzelkämpfermanier unter lebensbedrohlichen Gefahren vorab
im Alleingang, bringt dies herzlich wenig. Dabei sind die Locations trotzdem ziemlich abwechslungsreich,
dass sich jedoch alles auf reine Massenballerei reduziert, lässt das Gameplay viel zu repetiv
wirken, auch wenn man sich durch unterirdische Höhlensystem, am Strand oder durch die Bordelle
einer Stadt schießen darf und hin und wieder mal hinter einer stationären Railgun oder vom Hubschrauber
aus ballern darf. Im Prinzip wiederholt sich alles nur und zudem fehlt es an ordentlichen Missionsbeschreibungen,
so dass man oft nur hin und her irrt, bis man alles niedergemäht, abgeballert oder den nächsten
Skriptpunkt erreicht hat. Es wird zwar nicht richtig langweilig, aber nach einem Level hat man
erst einmal wieder genug von dem Spiel und rührt es 2-3 Tage nicht an, auch wenn die Gesamtspielzeit
bei nur ca. 10 Stunden liegt.
Auch die kleinen, jedoch fürchterlich realisierten "Gimmicks" bringen wenig Mehrwert. So
kann man beispielsweise Fallen des Vietcongs demontieren. Dazu muss man dann unter Zeitlimit
mittels Vier-Wege-Steuerung zur Entschärfung durch ein kleines "Labyrinth" steuern. Peinlich
nur, dass dazu nicht die normalen Steuertasten zu benutzen sind, was wohl ein Relikt der Konsolenversionen
ist. Und noch peinlicher ist, dass man die Tasten eigentlich dazu benutzen könnte, da man sich
in dem Entschärfungsungsmodus selbst nicht fortbewegen und auch den Vorgang nicht abbrechen
kann. Schade, wenn man dann einen der Vietcongs im Gebüsch hockend übersehen hat, der sein Geschäft
noch nicht verrichtet hat. Letztlich kann man dann besser die Fallen durch "Körperkontakt" ausschalten.
Auch die in einer Mission so propagierte, jedoch absolut ungenügend umgesetzte Stealthaktion
ist ein Witz. Die Versuche, sich unbemerkt und ungesehen anzuschleichen sind wesentlich schwieriger,
als eine "Rambo 2/3-ich-mach-euch-alle-platt-Aktion". Ebenso tragen die Bewegungsmöglichkeiten
der Spielfigur etwas zum allgemeinen Frust bei. So darf der Held sich hocken und dabei fast
kriechend laufen oder aber auch auf dem Boden robben, was man spielerisch aber kaum benötigt
und auch das Links/Rechts-Lehnen habe ich sicher nur 4-5 Mal verwendet. Dafür kann unser Einzelkämpfer
aber keine kleineren Erhöhungen "erhüpfen". Der Vietcong kann dafür über den Wall in der
Basis rennen, die eigene Spielfigur nicht. Sie war selbst nicht einmal in der Lage, in dem Stadtlevel
aus einem kleinen Granatenkrater zu klettern und somit war der Rückweg in diesem Bereich gesperrt.
Ebenso störend waren auch die unsichtbaren Levelbarrieren. Strassen, die durch unsichtbare Barrieren
versperrt waren oder undurchdringliche Gebüsche. Hilfreich war da nur die "Close-up" Einstellung,
in der man auf Knopfdruck eine Kameranahsicht direkt hinter unserem Helden, die ein genaueres
Zielen ermöglicht. Leider stimmt hier jedoch die "Spielphysik" nicht, denn obwohl man die Position
nicht wechselt, geht in der Fernsicht z. B. ein Schuss ohne Probleme über eine Mauer, wechselt
man in die Nahsicht, kann es sein, dass genau in gleicher Position die Mauer das Ziel verdeckt.
Ein anderes Problem ergab sich - und hier kommt einer der realistischsten Aspekte - durch das
Inventar. Nur eine dicke Wumme und zusätzlicher Kleinkram in Form von Pistole, Granaten und
Sprengsätzen, können mitgeführt werden. So entstand bei den Massenballerorgien nicht selten
starkes Munitionsdefizit, was uns zum Punkte des "Leichenfledderns" bringt.
Man kann die Waffen der erlegten Feinde und deren Munition aufnehmen - aber nicht nur diese,
denn jetzt folgt der Pac Man Anteil. Wir machen uns auf die fleißige Bonusgegenstand-Jagd. Hier
mal ein Buddha aus dem Bordell, dort mal eine Vietcong-Fahne oder ein Hundemarke, die man dann
in dem so super angekündigten interaktiven Camp tauschen kann. Ich frag mich, was die Designer
da geraucht haben. Wir ziehen mal frisch, fromm, fröhlich, frei über ein mit Napalm gefüttertes
Schlachtfeld, um kleine niedliche Bonusgegenstände einzusammeln, weil ich dafür im Dorf Chits
bekomme, die ich in einem entsprechenden Etablissement in "Hoppelkarten" tauschen kann. Toll!.
Man mag zwar geteilter Meinung über die Beteiligung im Vietnam Krieg sein, aber diese Ereignisse
auf eine solche Weise zu reduzieren ist in meinen Augen geschmacklos, weil damit die US Soldaten
in diesem Spiel mehr oder weniger alle als notgeile, ballerwütige Psychopathen dargestellt werden
(was nicht heißen soll, dass das im Einzelfall auszuschließen ist)- und so was sage ich als
Pazifist, aber vielleicht soll Shellshock ja auch eine Satire der Bauart MASH sein, was sich
mir aber bis jetzt noch nicht so recht erschlossen hat, jedenfalls sprechen die Krankenschwestern
im Camp dafür, dass dem so ist, denn mehr als Anbaggern und im Lager Drogen oder Pornohefte
kaufen, kann man eh nicht. Unterhaltungen, die angeblich so interaktiv sein sollen, entpuppen
sich mehr oder weniger als Monolog ohne irgendwelches Feedback, so dass man sich selbiges ab
dem dritten Besuch im Lager ohnehin erspart, da immer die selben Antworten erfolgen. Einzig
der Waffenübungsplatz ist da die Ausnahme. Außerdem wird die "Interaktion" zudem noch technisch
ausgebremst, denn einen umherlaufenden Charakter anzusprechen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit,
denn hat man ihn zwecks Interaktion "markiert", hat er sich auch bereits wieder aus dem Aktionsradius
herausbewegt. Keiner mag mich :-). Oder doch ? Denn nach ein paar Missionen wird man befördert
und landet in einer Spezialeinheit, was aber am Gameplay wenig, außer einer schicken, neuen
Kopfbedeckung im Colombo Stil, ändert.
Kommen wir nun jedoch noch zu einem "Hauptproblem". Eigentlich stört mich Gewaltdarstellung
in Spielen, sofern sie passend und nicht willkürlich übertrieben wirkt, nicht. Bei Shellshock
ist es etwas anderes und das aus einem einfachen Grund. Wie vielleicht aus dem vorhergehenden
Text ersichtlich, ist das Spiel als Vietnam Shooter/Schocker nicht wirklich ernst zu nehmen,
auch wenn es in den eigentlichen Leveln wirklich fast um "Massenvernichtung" geht. Das Spiel
schafft es jedoch nicht, eine wirklich bedrückende und angsteinflössende Atmosphäre durch die
Spielsituation zu erreichen, wie man es z. B. aus Medal of Honor oder Call of Duty her
kennt, wo man es fast nicht wagt, den Kopf aus dem Schützengraben zu heben, aus Angst, dass
es das Letzte ist, was man erlebt. Lediglich 1-2 Level sorgten in Shellshock für leichte
Spannungsbögen, wie z. B. die Berfreiung der Gefangenen aus der Festung. Ansonsten
musste ich beim Spielen irgendwie immer an die kopflosen Angreifer aus Serious Sam denken, die
mit ihren stumpfsinnigen Vogelfluglinienattacken auf einen zu rennen- und die Vietcongs in Shellshock
könnten sicher mit ihnen verwandt sein, denn ihre Köpfe platzen genauso melonenartig auseinander
- von Horror oder Gewaltverherrlichung in meinen Augen nicht die Spur, es wirkt viel zu übertrieben
und comichaft. Jetzt aber zur Kritik, denn was die Designer nicht geschafft haben, atmosphärisch
ins Gameplay einzubinden, wollten sie jetzt wohl zwanghaft mit übertrieben brutalen Cutszenen
ausgleichen. Da werden Kehlen von Gefangenen durchschlitzt, Selbstjustiz, Köpfe rollen und Exekutionen
sind das "Normalste" von der Welt, was aber im Zusammenhang mit dem eher "harmlos" wirkenden
Spielablauf, den man einfach nicht ernst nehmen kann, extrem deplaziert wirkt. Vergleichbar
wäre das mit Mario 64, der freudig erregt seine Sterne sammelt, von einem Pilz zum nächsten
hüpft, nachdem er alle Schildkröten "entpanzert" hat, um am Levelende zuzusehen, wie der böse
Bowser Prinzessin Peach von ihren Kleidern und ihrer Jungfräulichkeit beraubt und ihr die
Eingeweide rauspult - oder umgekehrt. Mahlzeit!
Fazit:
Shellshock Nam 67 ist nur ein durchschnittlicher 3rd Person Shooter geworden, der fehlende
In-Game-Atmosphäre durch exzessive Gewaltdarstellung in den Zwischensequenzen kaschieren will,
was dem Game eher schadet, als es ihm gut tut. Sicher ein "Rettungswurf" der Entwickler, mit
einem nur durchschnittlichen Spiel zumindest mit der Gewaltdarstellung in den Zwischensequenzen
auf sich aufmerksam machen zu wollen. Zieht man diese "Details" ab, bleibt zumindest ein actionreicher
3rd Person Shooter, dessen Spielprinzip eher an Games wie Serious Sam oder X
Com Enforcer erinnert, nach dem Motto: "Auf alles was sich bewegt, darf geschossen werden
Jungs, wir kennen weder "Friendly Fire" noch Erbamen! ". Im Vergleich zu anderen Produkten
und durch die beschriebenen Mängel gehört Shellshock aber sicher nicht zur ersten Wahl, da gibt
es eindeutig Besseres in den Budgetregalen. Das Problem ist, dass Shellshock nichts Halbes und
nichts Ganzes ist, was vielleicht aber auch zu Lasten der Konsolenspielkonzepte geht. Ein atmosphärischer
Kriegsshooter ist es sicher nicht und ein unterhaltsames 3rd Person Action Game nur in Teilen.
Man hat hier zwei Genre miteinander zu vereinen versucht, die scheinbar nicht dafür "geeignet"
sind. Shooterfreunde sind da sicher besser mit Medal
of Honor oder Call of Duty beraten
oder sie warten auf die Flut der angekündigten Vietnam Shooter oder spielen Action 3rd Person
Games der Bauart Alice, Heretic
2 oder Heavy Metall Fakk2. Wer atmosphärische
Gewaltorgien erleben will, kann gerne auch zu The
Suffering greifen oder bei Max Payne
anklopfen, die allesamt bereits wesentlich günstiger zu haben sind.
Geschrieben am 21.10.2004, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 1GB Ram, SB Audigy2ZS
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