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Siedler 2
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 | Info |
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| Autor | | 1 |
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| Gesamt (91 votes) | | 1+ |
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 |   | | 2.4 |
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| Name: | Die Siedler 2 |
| Genre: | Strategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 1996/04 |
| Publisher: | Ubisoft |
| Entwickler: | Blue Byte |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Links: | siedler-welt.de |
| Hardware: | 4/86-66Mhz, 8MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 30 MB |
| System: | Dos oder Windows |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Splitscreen |
| Sprache: | Deutsch |
| Addon: | ja |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.51 |
| Bemerkung: | Auch für MacOS |
| USK: | 6 |
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 | | Gestrandete Römer |
 | | Erste Planung |
 | | Siedlungsaufbau |
 | | ... wenig später |
 | | Die Nubier, das neue Volk |
 | | Picture in Picture |
 | | Nubier in Ödlandschaft |
 | | Noch ein Volk |
 | | Grenzkonflikte |
 | | Ein Hafen entsteht |
 | | Expeditionsvorbereitung |
 | | Expeditionsstart |
 | | Landgang |
 | | Missionsbriefing |
 | | Missions-CD Welteroberung |
 | | Eiswelten der Missions-CD |
 | | Kornanbau auf Eiskarten |
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Mit Siedler 1 hatte Blue Byte im Jahre 1994 ein unglaublich gelungenes Aufbaustrategiespiel
für PC und Amiga veröffentlicht. Kein Wunder, dass die PC Spieler über den angekündigten
Nachfolger höchst erfreut waren und auch heute noch mit Begeisterung spielen. Zehn Jahre
nach dem Release von "Die Siedler 2: Veni, Vidi; Vici" erfreut sich der Titel immer noch größter
Beliebtheit und ist für viele Spieler der beste Teil der Serie. Gerade die immer stärkere
werdende Zuwendung in Richtung Echtzeitstrategie stieß vielen Siedlerspielern bei den späteren
Ablegern der Serie unangenehm auf. Vom Aufbaustrategiespiel zum RTS-Klon spotteten viele Fans
der ersten beiden Teile. Doch Blue Byte und der späterer Publisher Ubi Soft haben die Rufe der
Fans erhört. Anfang September 2006 stand schließlich ein Remake von Siedler 2 in den Regalen.
Ein passender Zeitpunkt - vor einem Review zum Remake - einen Blick auf das 10 Jahre alte Original
zu werfen.
Auch wenn Siedler 2: Veni, Vidi, Vici einige Jahre auf dem Buckel hat, mit ein wenig Glück
sind noch vereinzelte Exemplare aus der "Gold Edition" im Handel zu finden, dies zuletzt in
der Software Pyramide aufgelegt wurde. Aber auch in Z-Shops und Onlineauktionen lassen sich
noch recht problemlos Exemplare ergattern. Die Gold-Edition beinhaltet neben dem Hauptspiel
auch die sechs Monate später erschienene Missions-CD. Als Goodie gibt es das "alte" Siedler
2 auch zusammen mit der 3D Neuauflage "Die Siedler 2: Die nächste Generation". Allerdings nur
für Käufer der Sammleredition und die war bei einigen Händlern schon vor Release restlos ausverkauft.
Spieler, die nicht die Gold Edition ihr Eigen nennen und Siedler 2 und die Missions CD einzeln
erworben haben, sollten auf jeden Fall den aktuellsten Patch auf Version 1.51 einspielen, der
über die BlueByte Seite zum Spiel bezogen werden kann. Auch finden Nicht-Siedler eine Demo (3,5
MB), die allerdings nicht ganz der fertigen Version entspricht und einige Bugs und Hänger beinhaltet.
In der englischen Demo kann der Spieler das Tutorial und ein Freies Spiel gegen die CPU antesten.
Siedler 2 unter WinXP? Mit Tricks und Kniffen möglich!
War es bei Siedler 1 noch recht einfach, das Spiel zur Zusammenarbeit mit Windows XP zu bewegen,
müssen beim Nachfolger schon etwas schwerere Geschütze aufgefahren werden. Außer der Spieler
möchte sich mit der geringsten Auflösung und damit schlechtesten Übersicht zufrieden geben.
Wie bei allen Re(tro)views, hier nun die unterschiedlichen Möglichkeiten, Siedler 2 bzw. Siedler
2 Gold Edition unter Windows XP spielen zu können.
1. Möglichkeit: Direkt aus dem Windows Explorer heraus
Wer sich mit der geringsten Auflösung des Spiels (640 x 480) anfreunden kann, der kann mit
wenigen Klicks Siedler 2 auch unter Windows XP starten. Sowohl die eigentliche Installation,
als auch der Spielstart sollten reibungslos aus dem Windows Explorer heraus funktionieren. Wer
außerdem Sound möchte, muss zum kleinen Helfer "VDM
Sound" greifen, diesen installieren und jeweils per Rechtsklick auf die "Setup.exe" bzw.
"S2.exe" und der Auswahl "Run with VDM Sound" die Anwendung starten. Die emulierte Soundkarte
sollte durch den automatischen Suchlauf des Setups gefunden werden. Siedler 2 Partien mit und
ohne AddOn sollten auf diesem Weg ohne Probleme möglich sein.
Umständlicher könnte es werden, wenn der Klassiker in höchster Auflösung (1024 x 768) laufen
soll. In diesem Fall bekommen viele Spieler nur die Meldung "ungültiger Frequenzbereich" angezeigt.
Doch auch dafür gibt es Abhilfe. Das kleine Tool "VGAFix Version 1.0" muss heruntergeladen und
gestartet werden. Es erscheint ein DOS-Fenster mit einer Abfrage, ob eine Systemdatei ersetzt
werden soll (Ein Backup wird angelegt, was auch im entsprechenden Fenster angekündigt wird).
Hier ist es wichtig, die Frage nicht einfach durch "Y" zu beantworten, sondern "yes" auch auszuschreiben.
Ansonsten passiert gar nichts. Je nach Rechnereinstellung kann es sein, dass eine Warnmeldung
von Windows erscheint, die besagt, dass eine wichtige Systemdatei geändert wurde. Windows schlägt
vor, diese Datei wieder durch ein Original zu ersetzen. Dies muss entsprechend verneint werden.
(Rückgängig gemacht werden kann die Änderung, indem die gesicherte Datei wieder eingespielt
wird.) Mit dieser Änderung an einer Systemdatei sollte Siedler 2 auch wieder in 1024er Auflösung
unter Windows XP gespielt werden können. Diese Methode ist zwar umständlich, aber gleichzeitig
die mit der besten Performance für hohe Auflösungen.
2. Möglichkeit: Über die DOS-Box
Auch über die Dos-Box
kann Siedler 2 gespielt werden. Zuvor muss jedoch ein Verzeichnis der Festplatte als DOS-Laufwerk
eingebunden werden und - je nach Siedler 2 Version ggf. auch das CD/DVD Laufwerk des Rechners.
Hierfür wird die Datei "Dosbox.conf" über die Verknüpfung im Startmenü geöffnet oder über den
Windows Explorer und ganz am Ende unter dem Punkt "[autoexec]" zwei Zeilen eingefügt. Soll beispielsweise
der Ordner "DOS-Box-Games" auf E als virtuelles Laufwerk C in der DOS-Box erscheinen, dann muss
folgernder Eintrag gemacht werden: "mount c e:\DOS-Box-Games". Das CD/DVD Laufwerk
wird entsprechend mit "mount d k:\ -t cdrom" eingebunden, wobei "K" der Laufwerksbuchstabe ist,
den das Laufwerk unter Windows besitzt. Über die DOS-Box kann das Spiel anschließend ganz normal
installiert, gestartet und gespielt werden. Sollte Siedler 2 nicht schnell genug laufen, dann
können über STRG + F12 auch noch die CPU-Cycles erhöht werden. (Beim Testrechner AMD3500+ waren
21000 Cycle ein guter Wert.) Allerdings stößt die Emulation über die DOS-Box schnell an die
Grenzen. Mehr als 800x600 sollte als Auflösung nicht genutzt werden, da das Gameplay sonst sehr
zäh und langsam wird.
3. Möglichkeit: Mit dem Virtual PC 2004 (oder einem andern virtuellen Rechner)
Auch mit dem - inzwischen kostenlosen - virtuellen
PC 2004 von Microsoft oder einem anderen virtuellen Rechner kann Siedler 2 zum Laufen gebracht
werden. Allerdings ist diese Lösung lediglich eine Option für PC Kenner, die noch über ausreichende
DOS-Kenntnisse von vor 10 bis 15 Jahren verfügen und sich den Rechner entsprechend einrichten,
eine virtuelle Festplatte erstellen und über eine Bootdisk das System zum Spielen vorbereiten
können. Die Performance ist eine ganze Ecke besser als mit der DOS-Box, allerdings auch die
aufwendigste Lösung, Siedler 2 wieder spielen zu können. Dafür kann das Spiel jedoch auch jederzeit
im Hintergrund weiterlaufen und andere Dinge nebenbei gemacht werden.
4. Möglichkeit: Über die "Siedler 2: Die nächste Generation"-Sammleredition
Ubi Soft verspricht außerdem für die Sammleredition der 3D Version von Siedler 2 eine für
Windows XP optimierte und angepasste Fassung des Klassikers. Sicherlich die teuerste Lösung,
um ein wenig in Retro-Stimmung zu kommen. Allerdings ist die Sammleredition mit etwa 50 bis
55€ nicht gerade preiswert. Enthalten ist eine vollständige Siedler 2 Gold Edition, die ohne
Probleme unter Windows XP läuft, zudem sind sogar die 100 Bonusmaps der Gold Edition enthalten.
Wahlweise im Fenster oder im Vollbild mit einer Auflösung von 640 bis 1024 Pixeln läuft die
Windows XP optimierte Fassung. Doch der "einfache Start" unter WinXP hat auch zwei sehr unschöne
Nachteile. Zum einen wird das Remake durch einen Securom-Kopierschutz geschützt. Dieser ist
extrem störrisch ausgefallen und zwingt den Spieler dazu, für ein zehn Jahre altes Spiel
die CD im Laufwerk zu belassen. Zum anderen hat sich bei der Konvertierung ein sehr unschöner
Bug eingeschlichen. Der Doppelklick für den schnellen Wegbau funktioniert nicht mehr. Das bedeutet,
dass man statt eines Doppelklicks auf eine Flagge jetzt zuerst die Flagge anwählt, danach die
Maus ein wenig nach rechts auf "Straße bauen" bewegt, um dann mit einem Klick diese Aktion bestätigen
zu können. Abschließend muss die Maus wieder nach links bewegt werden, damit der Wegbau
begonnen werden kann. Ähnlich umständlich ist es auch Fähnchen zu setzen. Auch hier kann nicht
einfach ein Doppelklick gemacht werden, um das Fähnchen zu setzen. Erst muss die Position angewählt
werden, dann die Maus aufs Icon und schließlich mit einem Klick endgültig bestätigt werden.
Mit der rechten Maustaste kann der Spieler außerdem den Wegbau nicht mehr verlassen, er muss
auch hier den Umweg über das entsprechende Icon nehmen. Insgesamt ist dies zwar nur eine winzige
Kleinigkeit in der Bedienung, aber bei einer Funktion, die der Spieler nahezu ständig braucht,
unglücklich gelöst. Innerhalb einer Siedlerpartie werden Hunderte Wege angelegt und
noch mehr Fähnchen gesetzt und so wirkt sich dies ganz extrem auf den Spielfluss aus. Wichtig
für alle zukünftigen Besitzer von Windows Vista bzw. Benutzer der aktuellen Beta/ RC 1 Version.
Siedler 2 in der aktuellen WinXP Variante ist - genauso wie die Neuauflage "Die nächste Generation
- NICHT lauffähig unter Windows Vista.
Generalüberholung
Mit Siedler 2 hat sich Entwickler Blue Byte nach dem grandiosen ersten Teil zwei Jahre Zeit
gelassen und präsentierte schließlich 1996 einen Nachfolger, der auch noch ein wirklicher Nachfolger
war und nicht ein schnell dahingeschludertes Add-On - mitunter noch zum Vollpreis - wie es heutzutage
leider viel zu üblich ist. Neben merklichen Verbesserungen im grafischen Bereich hat Blue Byte
viele neue Ideen und sinnvolle Verbesserungen eingebaut. Am Gameplay wurde nicht viel verändert,
sondern es wurde durchdacht weiterentwickelt. Neue Gebäude, Waren, Völker, eine Story-Kampagne
und schönere Optik zeichnen Siedler 2 aus. Außerdem haben die Entwickler das Gameplay ein wenig
beschleunigt, indem nicht mehr nur ein Siedler gleichzeitig an einer Flagge sein kann, sondern
beliebig viele. Das Gameplay ist somit gleichgeblieben, spielt sich allerdings wie ein Siedler
ohne "Handbremse", wodurch die erste Wachhütte auch nach wenigen Minuten statt Stunden steht.
Dennoch hat der Spieler auch im Nachfolger genug Zeit, den Siedlern bei der Arbeit zuzuschauen
und die Befehle werden noch immer indirekt gegeben. Nach wie vor gilt es sich einige Gedanken
über den Warenkreislauf und die sinnvolle Plazierung der Gebäude zu machen. Gerade auch, weil
das Gameplay ein wenig schneller abläuft, machen sich Fehlplanungen merklich früher bemerkbar.
In Siedler 2 gilt es wieder zahlreiche Wirtschaftskreisläufe zu betreiben und ein wohldurchdachtes
Wegsystem auf die Beine zu stellen. Optimal ist esi, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt die
Waren zum Ziel zu transportieren, so dass für überlastete Bereiche des Wegsystems Ausweichmöglichkeiten
existieren. Um eine Ware wie Holz oder Stein von einem Ort zum nächsten zu bringen, haben die
Träger wieder allerlei Arbeit zu bewältigen, da noch mehr Waren von einem Fähnchen zum nächsten
gebracht werden müssen. Wer mit dem Wegsystem und dem Transport der Waren von einer Flagge zur
nächsten durch einen Träger nicht vertraut ist und wer über die Zusammenhänge der Wirtschaftskreislaufe
(Beispielsweise Holz: Holzfäller -> fällt Bäume -> Stämme werden von Trägern zum Sägewerk gebracht
-> in Holzbretter geschnitten -> von Trägern ins Lager / zur nächsten Baustelle gebracht ->
während dessen pflanzt der Förster neue Bäume) nichts weiß, sollte sich über das Re(tro)view
zu Siedler 1 ein wenig über die grundlegende Spielmechanik informieren.
Die folgenden Waren und Produktionsbetriebe beziehen sich auf die reinen Neuerungen und Änderungen
in Siedler 2. Wer einfach drauflos "siedelt" und in bekannter Art und Weise das Reich aufbaut,
Waren erwirtschaftet und den Siedlern beim Arbeiten zuschaut, wird schon sehr bald die ersten
Änderungen im Gameplay bemerken. Das Gameplay ist eine Spur schneller, was daran liegt, dass
nicht mehr an jeder Flagge nur ein Siedler gleichzeitig Waren aufnehmen und abliefern kann.
Auch wird die Transportkapazität der Wege mit der Zeit gesteigert. Besonders stark frequentierte
Trampelpfade werden - automatisch und kostenlos - zu Straßen ausgebaut, was durch bessere Wege
und schöne Flaggen angezeigt wird. Neben einem Siedler verrichtet dort außerdem ein Esel seinen
Dienst und trägt Waren von einer Flagge zur anderen. Doch im Gegensatz zu den Trägern, die sich
im zweiten Teil der Siedler Serie in nahezu unendlichen Mengen in den Lagern befinden, sind
Esel eher Mangelware und vermehren sich auch nicht automatisch. Damit der Spieler im späteren
Spielverlauf, wenn deutlich mehr Waren - u.a. die ganzen Rohstoffe aus den Bergwerken - transportiert
werden müssen, nicht ohne Maultiere dasteht, ist es wichtig, frühzeitig in eines der neuen Gebäude
zu investieren: Die Eselszucht. Diese greift, genau wie Mühle und Schweinezucht, auf die Erzeugnisse
der Landwirtschaft zurück und benötigt jeweils einen Packen Korn und einen Eimer Wasser. Wasser
ist ein neuer Rohstoff, den die Geologen finden können. Allerdings eignet sich jede grüne Wiese
als Standort für einen Brunnen, so dass die Herren deswegen nicht herbei geordert werden müssen.
Neben der Eselszucht braucht auch die Mühle einen Eimer Wasser, um aus jeweils einem Sack Mehl
und einer Portion Wasser einen Brotlaib backen zu können. Ein weiterer Grund, um mehr Farmen
in Siedler 2 zu errichten, ist die Brauerei. Mit dem Bier, das aus Wasser und Korn gewonnen
wird, werden neue Rekruten angeworben. Entsprechend müssen sich die drei Waren Schild, Schwert
und Bier im gleichen Lager befinden. Auch der Aufstieg der Soldaten vom Schützen bis zum General
wurde verändert. In Siedler 2 ist es nicht mehr länger notwendig, die Soldaten möglichst lange
in einem Lager zu behalten, damit sie kontinuierlich aufsteigen. Wenn Münzen, die in der Münzprägung
aus Gold und Kohle gewonnen werden, in ein Militärgebäude gebracht werden, dann steigt pro Münze
ein Soldat eines jeden Ranges auf. Befinden sich also im Wachturm sechs Schützen, dann steigt
mit einer Münze nur ein Schütze zum Gefreiten auf. Mit der nächsten Münze würde ein weiter Schütze
zum Gefreiten aufsteigen und gleichzeitig der andere Gefreite zum Unteroffizier. Es lohnt sich
somit, die Gebäude möglichst voll besetzt und möglichst viele unterschiedliche Ränge in einem
Gebäude stationiert zu haben. Dadurch kann der größte Nutzen pro Münze erzielt werden. Der Rang
des Soldaten - vom Schützen bis zum General - hat nämlich deutlich stärkere Auswirkungen auf
den Kampf. Zwar steuert der Spieler weiterhin nur indirekt die Soldaten und gibt lediglich ein
Ziel und die Anzahl der Einheiten vor, die das Militärgebäude angreifen sollen, doch die Einheiten
regenerieren sich nicht mehr nach einem Kampf, sondern nur, wenn die Einheit wieder ins Gebäude
verschwindet. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen die Einheiten auf feindlichem Gelände sehr
schlecht gekämpft haben, wodurch militärische Ausschreitungen in Siedler 2 nun deutlich früher
im Spielverlauf auftreten können. Doch es müssen nicht unbedingt eigene Soldaten ausgeschickt
werden, um den Gegner zu schwächen.
Ein weiteres neues Gebäude ist das Katapult. Dies benötigt zum Betrieb Steine, die auf den
meisten Karten in rauen Mengen vorhanden sind. In regelmäßigen Abständen feuert das Katapult
auf sämtliche feindlichen Militärbauten, wobei pro Treffer ein dort stationierter Soldat umkommt.
Genügend Steine vorausgesetzt, lassen sich so besonders gut gesicherte Festungen knacken oder
aber die eigene Grenze absichern. Lediglich an die doch recht bescheidene Trefferquote des Katapults
muss sich der Spieler gewöhnen. Aber es gibt auch nicht ganz so kriegerische Möglichkeiten.
Nicht nur Geologen können an jeden Flaggenpunkt gerufen werden, auch Kundschafter warten auf
den Einsatz und klären die nähere Umgebung auf. Da es bei Siedler keinen "Nebel des Krieges"
gibt und aufgedeckte Bereiche "offen bleiben", bieten sowohl Späher als auch Spähtürme eine
gute Möglichkeit, weiter ins Hinterland zu blicken. Doch Siedler 2 bietet nicht nur neue Möglichkeiten
beim Militär, sondern auch die Welt hat sich ein wenig gewandelt. Die Rohstoffe in den Bergen
halten längst nicht mehr so lange und die Bergwerke fördern deutlich geringere Mengen aus einem
Berg. Außerdem gibt es nun eine schnellere Möglichkeit an Fleisch zu kommen, indem eine Jagdhütte
errichtet wird. Entsprechend tummeln sich nun auch Hasen und Rehe auf den grünen Wiesen der
Siedler-Welt. Auch das Wasser ist in Siedler nicht mehr länger nur für kleine Tümpel und Seen
verwendet worden, sondern in einigen Missionen kann der Spieler auch Expeditionen zu anderen
Insel starten. Hierfür wird zum einen ein Bootsbauer benötigt, der neben kleinen Ruderbooten
auch große Segelschiffe bauen kann. Zum anderen muss ein Hafen am Wasser errichtet werden, was
jedoch nur an sehr wenigen, ausgewählten Stellen und Missionen möglich ist. Der Hafen dient
außerdem als Lagerhaus, worin Waren und Siedler aufgenommen werden können. Ist ein Schiff vom
Stapel gelassen und seetüchtig, dann kann die Expedition vorbereitet werden. Ein Bauarbeiter,
etwas Holz und einige Steine werden im nächsten Schiff verstaut. Danach kann der Spieler noch
grob eine Richtung angeben, an der nach einer geeigneten Landestelle gesucht werden soll und
die Expedition beginnt. An einer günstigen Landestelle werden schließlich Rohstoffe und Arbeiter
ausgeladen und der Bau eines Hafens begonnen. Um den Warenaustausch zwischen den Häfen kümmern
sich die Segelschiffe, die selbstständig Waren und Siedler transportieren. Leider sind die Möglichkeiten
über See neue Bereiche zu erschließen stark begrenzt. Lediglich in zwei Missionen kann der Spieler
die Seefahrt richtig nutzen. Weder im freien Spiel, noch im Editor oder mit dem AddOn wurde
der Punkt weiter ausgebaut. Lediglich über Umwege ist es möglich, auf einer selbst erstellten
Karte Expeditionen zu starten.
Eine Reise ans Ende der Welt
Gab es in Siedler 1 einfach 30 Missionen, die wie aus einem Zufallsgenerator wirkten, macht
der zweite Teil schon einen kleinen Schritt nach vorn. Es gibt zwar keine unterschiedlichen
Missionsziele, aber dafür haben die Entwickler sich zehn sehr unterschiedliche Missionen ausgedacht,
in denen ein oder mehrere Gegner bezwungen werden müssen. Ziel in jeder Mission ist es, das
"Tor" auf der Karte zu erreichen, wodurch die nächste Mission frei geschaltet wird. Die Hintergrundgeschichte
erzählt die Reise der Römer, die mit ihrem Schiff an der Küste Schiffbruch erlitten haben. Die
Wikinger, Asiaten und Nubier, auf die der Spieler trifft, sind dabei alles andere als freundlich
und bewachen die jeweilige Tore gut. Je nach Mission gibt es jeweils eine kleine Besonderheit
auf der Karte. Sei es, dass ein gigantischer Steinwall den Spieler vom Gegner abschottet, sich
der Spieler über den Seeweg einen Weg zum Feind suchen muss oder aber der Feind direkt neben
einem siedelt. Die erste Mission des Spiels dient gleichzeitig als Einführung in das Spielprinzip
und erklärt - auch für Kenner der Serie - die neuen Gebäude und Möglichkeiten des Spiels. Schön
wäre es gewesen, nicht nur die Römer in der Kampagne spielen zu können, sondern auch die anderen
Völker. Dies geht lediglich im freien Spiel gegen Mensch und/oder CPU. Bei den Missionen gibt
es nur einen Schwierigkeitsgrad, der jedoch überwiegend fair gehalten ist. Lediglich die achte
Mission fängt sehr knifflig an, wobei eine Niederlage am Anfang sehr schnell eintreten kann.
Ansonsten ist die CPU jedoch eher passiv und lässt sich recht leicht "aushungern", wobei insbesondere
die Katapulte wertvolle Dienste verrichten. Ein wenig kann sich jedoch auch der Spieler selber
das Leben erleichtern. Es geht nicht darum jeden Feind vollständig zu vernichten, sondern es
muss lediglich ein Gebäude in der Nähe des Tores eingenommen werden. Damit ist die Mission jeweils
geschafft. Auch frühzeitige Ausdehnung und Sicherung von Bodenschätzen ist mitunter eine gute
Gelegenheit, sich einen Vorteil zu verschaffen, statt den Gegner den Berg einnehmen zu lassen
und dort die ganzen Rohstoffe abbauen zu lassen. Für jede Mission kann der Spieler einige Stunden
einkalkulieren, wobei optional auch jederzeit mit doppelter Spielgeschwindigkeit gesiedelt werden
kann. 30 bis 40 Stunden ist der Spieler aber durchaus mit den 10 Missionen beschäftigt, wenn
mit normaler Geschwindigkeit gespielt wird.
Das AddOn
Mit dem Addon zu Siedler 2, das den sehr schlichten Titel "Mission CD" trägt, kommen zwar
neue Karten und Missionen hinzu, doch die Geschichte der Römer, die nach einem Rückweg nach
Hause suchen, wird nicht fortgesetzt. Vielmehr werden hier insgesamt neue Karten präsentiert,
die den Spielern Siedlerpartien auf nachgebauten Kontinenten ermöglichen. Das AddOn beginnt
mit einer Nachbildung von Europa. Ist eine entsprechende Mission geschafft, werden eine oder
mehrere neue Karten frei geschaltet. Einige der Karten sind sehr groß und beinhalten zahlreiche
Feinde, die alle besiegt werden wollen. Andere Maps, wie Grönland, sind merklich kleiner gehalten
und bieten spannende Partien zwischen nur zwei oder drei Parteien. Zu Gunsten besserer Spielbarkeit
wurden einige Karten leicht verändert und zusätzliche Übergänge zwischen Landmassen geschaffen.
Ansonsten sind die einzelnen Karten jedoch recht anspruchsvoll geraten, bieten meist einige
breitere Areale, wodurch es zu spannenden Grenzkonflikten kommt und die Spielzeit der einzelnen
Missionen ist auch alles andere als kurz. Außerdem bringt das AddOn Winterlandschaften mit in
die Siedlerwelt, die jedoch keinerlei spielerische Auswirkungen haben. Sprich: Korn wächst auch
im Schnee so gut, wie auf einer grünen Wiese. Neben zusätzlichen Karten für das freie Spiel
hat Blue Byte außerdem einen Karteneditor mitgeliefert.
Freies Spiel und mehr
Wer keine Lust mehr auf die vorgefertigten Missionen des Spiels hat oder einfach mit/ gegen
einen Freund - inklusive optionaler CPU Siedler - spielen möchte, findet im freien Spiel reichlich
Möglichkeiten. Zur Auswahl stehen sogar einige Optionen, die es im Einzelspielermodus gar nicht
gibt. Neben einer zufälligen Verteilung der Startpositionen kann der Warenbestand des Lagers
bestimmt werden, auf Wunsch die Karte aufgedeckt und das Spielziel definiert werden. Reicht
es, wenn ein Spieler dreiviertel der Karte eingenommen hat oder muss die Alleinherrschaft errungen
worden sein? Neben der Auswahl aller vier Zivilisationen können auch Teams gebildet werden.
Jeder gegen Jeden, Mensch vs. CPU oder aber Volk gegen Volk stehen zur Auswahl. Einen Zufallsgenerator
gibt es in Siedler 2 nicht mehr. Vielmehr wird auf manuell erstellte Karten zurückgegriffen,
wovon das Hauptspiel 17 Stück beinhaltet und das AddOn weitere 12 nachliefert. Käufer der Sieder
2 Gold Edition können sich außerdem über 130 weitere Bonuskarten freuen, die jedoch erst manuell
aus dem "Welten"-Verzeichnis der CD ins Spielverzeichnis auf die Festplatte kopiert werden müssen.
Wem das nicht reicht, der kann sich auch - mit ein wenig Einarbeitungszeit - selber Karten erstellen.
Den Editor lieferte Blue Byte mit der Missions CD aus. Wie in einem Grafikprogramm wird der
Untergrund "aufgemalt" und davor oder danach die Landschaft angehoben oder abgesenkt. Auch alle
weiteren Parameter von Rohstoffen bis Startpositionen sind per Editor einstellbar. Lediglich
bei Häfen weigert sich der Editor diese funktionsfähig einzubinden. Doch mit einigen Tricks,
Kniffen und kleinen Tools ist es auch möglich, solche Welten zu erstellen. Wie dies geht ist
beispielsweise auf "Siedler-Welten"
nachzulesen. Aber auch eine Reihe von Fan erstellter Karten findet man dort oder in den Weiten
des WWW. Wer ein wenig sucht, findet auch das "S2
Utility 1.0 von Jürgen Nagel". Gegen einen kleinen Obolus kann sich jeder einen recht leistungsstarken
und einfach zu bedienenden Editor runterladen. Darüber lassen sich auch weitere Parameter wie
Startrohstoffe einstellen, außerdem Ressourcen besser verteilen und sogar Übersichtskarten als
BMP speichern. Ebenfalls im Preis enthalten ist ein extrem leistungsstarker Zufallsgenerator,
der per Knopfdruck wunderschöne Karten erzeugt. An Hand einer Vorschaufunktion kann so lange
an den zahlreichen Parametern verstellt werden, bis eine passende Welt erzeugt wurde. Zu beiden
Programmen gibt es entsprechende Demoversionen auf der genannten Webseite.
Präsentation
Grafisch setzte Siedler 2 1996 selbstverständlich noch auf 2D. Im Vergleich zum zwei Jahre
alten Vorgänger hat das Spiel jedoch einen großen Schritt nach vorn getan. Zum einen konnte
in 1024 x 768 gespielt werden, aber auch in Sachen Detailreichtum hatte Blue Byte ganze Arbeit
geleistet. Die Welt machte einen für damalige Verhältnisse sehr lebendigen Eindruck und war
schön animiert. Egal wohin der Spieler schaute, es machte viel Spaß den Siedlern beim Arbeiten
zuzuschauen und das Spiel lief dabei - unabhängig von der Anzahl der Siedler auf dem Schirm
- immer butterweich. Die einzelnen Völker hatten jeweils individuell aussehende Gebäude und
Figuren, ohne sich allerdings spielerisch zu unterscheiden. Aber auch die drei unterschiedlichen
Settings Wiesenlandschaft, Ödland und Eisregionen sorgten für Abwechslung auf dem Schirm. Auch
heutzutage, nach zehn Jahren, bringt das Spiel eine ordentliche und stimmige Grafik auf den
Schirm. Gerade durch die Möglichkeit in 1024 spielen zu können, hat Siedler 2 die Zeit wunderbar
überdauert und sieht besser aus, als so manches 3D Strategiespiel, das vor einigen Jahren erschienen
ist. Der eigentliche Soundtrack des Spiels hatte zwar wieder seine Erkennungsmerkmale, allerdings
geht einem das Gedudel - trotz 14 unterschiedlicher Tracks - recht schnell auf die Nerven. Aber
dafür gibt es sogar direkt Abhilfe durch den integrierten CD-Audio-Player. Ansonsten sorgten
die vielen kleinen Nebengeräusche wie zwitschernde Vögel und allerlei arbeitende Betriebe und
das "Yeepie" der Geologen für eine sehr stimmige Soundkulisse.
Meinung
10 Jahre alt und kaum Falten. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich Siedler 2 gehalten hat.
Auch heutzutage sieht das Spiel recht ordentlich aus und bietet eine wunderbare Kombination
aus ansprechender Grafik und übersichtlichem Spieldesign. Nach wenigen Minuten ist man wieder
"drin" und kann sich über ein Aufbaustrategiespiel freuen, das viele Möglichkeiten
bietet, eine einfache Steuerung hat und alles andere als stressig ist. In anderen Bereichen,
wie beispielsweise Missions-Design, hat sich jedoch in den letzten 10 Jahren einiges getan.
Da wirkt das Spiel ein wenig altbacken. Wer keinen High-End-Rechner hat und einfach ein anspruchsvolles
und durchdachtes Aufbaustrategiespiel will, bekommt auch heute noch mit Siedler 2 ein wunderbares
Spiel. Da können sich Nintendo DS Besitzer auf eine hoffentlich gelungene Umsetzung freuen.
Wer außerdem keine Lust hat, etwa 40€ für eine 3D Variante auszugeben, kann auch einfach bei
Tauschbörsen und Co nach einem gebrauchten Exemplar von "Die Siedler 2 - Gold Edition" schauen.
Wer jedoch auf schnelle Spiele steht und keine langwierigen Aufbauphasen mag, sollte einen Bogen
um das Game machen und sich lieber den üblichen Verdächtigen im Rush-RTS-Bereich zuwenden.
Geschrieben am 17.09.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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