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Space Siege
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 | Info |
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| Autor | | 3 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (9 votes) | | 4+ |
 |   | | 1.4 |
 |   | | 1.3 |
 |   | | 1.6 |
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| Name: | Space Siege |
| Genre: | Action Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2008/08 |
| Publisher: | Sega |
| Entwickler: | Gas Powered Games |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 2.6Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Multilingual |
| Patch: | DVD Erkennung Fix |
| USK: | 12 |
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| Space Siege (review von jan) |
"Spiel doch mal Space Siege" meinte Andy. Ich hatte ja zuletzt recht viel Hack & Slay Reviews
eingereicht, darin auch mehrfach gesagt, dass ich es mag, wenn da noch eine Hilfskreatur mit
rumwuselt, und das ich es nicht als Nachteil ansehe, wenn ein Spiel etwas einfacher gehalten
ist, war auch bekannt. Letzteres, das (zu) einfach gehaltene Gameplay wurde in vielen Reviews
zum Spiel ja als Manko angeführt…
Warum ich zwischenzeitlich meinte: "Ja, die Steuerung ist nicht perfekt, aber die Storypräsentation
nimmt mich gefangen, das Spiel verdient auf jeden Fall ein yiya Review" und warum ich am Ende
davon nicht mehr so überzeugt war - das zeigt der nachfolgende Text.
Chris Taylor scheint eine Ganz-Oder-Gar-Nicht-Natur zu sein, nimmt er als Zielgruppe Spieler,
die etwas taktischen, strategischen Anreiz suchen, dann zieht er komplexe Sachen aus dem Hut,
dass einem selbiger wegfliegt, nimmt er als Zielgruppe Spieler, die es etwas einfach und unbeschwert
haben wollen, dann liefert er ihnen Titel, bei denen man sich schon fragt, was überhaupt den
spielerischen Anteil ausmachen soll, ob nicht auch das zeitweise Beschweren einer Taste ausreichen
würde, damit man "nebenbei" Hausaufgaben lösen, Wohnung aufräumen oder Fernsehen schauen kann.
Space Siege hat nicht den automatischen Angriff, wie er noch in Dungeon Siege zum Einsatz kam
(wodurch man die eigene Truppe nur grob in Richtung Levelausgang schupsen brauchte, den Rest
haben die selbst erledigt) aber trotzdem wird nicht viel abverlangt. Zwei Zwischengegner verlangen,
dass man zwischen dem Beschießen ständig in Bewegung bleibt und der Endkampf ist richtig hart,
besonders wenn man den Weg ohne Implantate spielt, aber sonst heißt es meist einfach rechte
Maustaste gedrückt halten, bis es die Gegner nicht mehr gibt. Verschiedene Schwierigkeitsgrade
gibt es im "normalen" Soloplayer nicht, nur im Coop - Multiplayer (bis 4 Spieler, man kann ihn
aber auch für sich allein im Lanmodus starten), werden für die dortige 15 Maps Kampagne 3 Schwierigkeitsgrade
angeboten.
Storie(s)
Die Menschheit wagt Ende des 22. Jahrhunderts den großen Schritt hinaus in den Weltraum und
trifft dabei auf die kriegerische Rasse der Kerak. Diese macht sich gleich auf die Erde zu zerstören,
was ihnen auch recht schnell gelingt, d. h. obwohl diese Aliens scheinbar Schalentiere sind,
die in der deutschen Version auch meist nur Krebse genannt werden, sind sie doch deutlich zielstrebiger
und schneller als die Zylonen beim Kampfstern Galactica. Wie auch in jener Science Fiction Serie
ist der überlebende Teil der Menschheit in mehreren riesigen Raumschiffen unterwegs, um natürlich
erstmal der Bedrohung zu entfliehen und später sich irgendwo niederzulassen. Und auch wie bei
Galactica werden diese Schiffe vom Feind recht schnell gefunden, angegriffen und oft auch zerstört.
In der Kampagne des Multiplayers startet man die Missionen (allein oder mit bis zu 3 Mitspielern)
vom Kontrollzentrum eines von den Kerak angegriffenen Kolonisationsschiffes aus. Man bekommt
jede Mission ein Briefing, was zu tun ist, um das Schiff wieder flott und aus der Hand der Keraks
zu bekommen. Das Ganze ist recht einfach gehalten und läuft auf eine Konfrontation mit dem Befehlshaber
des angreifenden Kerakschiffes hinaus.
Die Soloplaykampagne ist etwa doppelt so lang, sie startet auch mit einem Kerakangriff auf
ein Kolonisationsschiff, bietet aber noch ein paar zusätzliche Wendungen in der Geschichte,
da man sich neben erwähnten Kampfschiff Galactica auch an 2001 Odyssey im Weltraum bediente.
Sprich: nach einer Weile offenbart die Bord-KI "eigene Pläne" und deshalb gilt es, nachdem man
bei etwa 3/4 des Spiels den Kerakangriff erstmal zurückgeschlagen hat, noch gegen Pilot (so
der Name der HAL Kopie) vorzugehen bzw. sich mit ihm zu verbünden und die vorher geretteten
und nicht mit den Absichten von Pilot einverstanden Menschen "einzufangen". Im Gegensatz zum
Mehrspieler ist man im Soloplay personifiziert, man spielt Seth Walker, einen Kerl mit sowohl
militärischer als auch technischer Ausbildung. Besonders Roboter haben es ihm angetan, weshalb
er gern auf einen HR-V (ausgesprochen wie der Name Harvey, steht für Hodgins Robotereinheit
Model Fünf) als Begleiter zurückgreift und weshalb er (je nachdem, wie sich der Spieler entscheidet)
sich selbst im Laufe des Spiels mit immer mehr cybernetischen Teilen ausstattet. Dieses Für
und Wider bei den Implantaten, das Einreden verschiedener Personen auf Seth, fand ich während
des Spielens wirklich gut gemacht, es baute eine gewisse Erwartungshaltung auf, ich wollte unbedingt
wissen, wie das Ganze am Ende ausgeht. Es war dann leider doch etwas enttäuschend. Zwei, der
3 möglichen Enden sind anständig gemacht, aber natürlich leicht voraussehbar. Versucht Seth
die Menschen zu retten und verzichtet dabei auf Implantate, gefällt dies natürlich dem Mädel,
das immer gegen die Implantate gesprochen hat und klar, verbündet er sich mit Pilot, läuft es
auf eine eher düstere Zukunft für die "reine" Menschheit hinaus. Aber besonders beim Mittelweg,
also dem Retten der Menschen unter Opferung der eigenen Menschlichkeit, den bestimmt auch viele
Spieler nehmen, hätte ich mehr erwartet.
Nun, und sehr viel mehr erwartet hatte ich vor allem von der Clara Nebenstory. Man findet
in den Levels recht viele Datenaufzeichnungen anderer Kolonisten, da werden hier und da beklemmend
die letzten Worte Sterbender aufgeführt, mehrere kleine Sachen werden angerissen, wie etwa dass
irgend ein Kolonist ein düsteres Geheimnis mit sich rumträgt usw. Ich hätte mich über die Klärung
all dieser Geschichten gefreut - wäre aber kein Muss gewesen. Anders die Clara Geschichte, die
ja auch wirklich oft "angefüttert" wurde. Man sah das kleine Mädchen, das vor den Kerak, Robotern
und Cyborgs weglief, kurz an 3 Stellen, man las von ihr 1-2 Mal und vom Vater, der seine Tochter
suchte, fand man gar 6-8 Botschaften - und zu Ende geführt wird dies alles kurz vor Schluss
nur in einem geskripteten Ereignis von 1-2 Sekunden, das man a) leicht übersehen konnte (und
nicht wenige haben dies auch) und b) was einen einfach nicht zufrieden stellt.
Sound
Wie gerade angeführt, war ich von den Enden der Erzählstränge etwas enttäuscht, vor allem
weil vorher so viel aufgebaut, so viel Spannung erzeugt wurde - und das hat viel mit der Sprachausgabe
zu tun, die ich wirklich gelungen fand. Das Spiel wird mehrsprachig vertrieben, was schon ein
beträchtlicher Aufwand ist, da wirklich jede Datenpad-Nachricht vertont wurde und auch die Funksprüche
nicht wenig sind. Alle Sprecher leisteten tolle Arbeit. Die auf einmal so monotone und gefühlskalte
Stimme von Seth beim "Pro-Pilot" Verlauf hat auf mich richtig beklemmend gewirkt, aber auch
Claras Vater, der immer zwischen Verzweiflung und Hoffnung schwankte und die Überredungsversuche
des Doktors, von Jake und von Pilot für die Transplantate, sowie Ginas Anreden dagegen, waren
ausgezeichnet inszeniert. Ich kann andere Tester, die nach ihren Aussagen das Spiel eher emotionslos
durchballerten, weil ihnen die "0815 Geschichte" nicht viel gab, nicht verstehen, ich war gefesselt
von den Sprecherleistungen, war gespannt, wie es ausgeht. Ansonsten gibt es auf einem Raumschiff
natürlich nicht viele Hintergrundgeräusche, hier und da hört man Maschinen - aber die meiste
Zeit war man ja sowieso mit Kämpfen beschäftigt und es gab Kampfgeräusche auf die Ohren. Während
der Kämpfe gab es auch viele Explosionen, da wirklich überall Gastanks und Benzinfässer standen
(nicht sehr fortschrittlich für's Ende des 22 Jahrhundert, aber man brauchte für das Gameplay
halt Möglichkeiten der angreifenden Horden Herr zu werden).
Ich schrieb diesen Review erst ein ganzes Stück nachdem ich das Spiel beendet hatte (vor
allem wegen der Enttäuschung bezüglich Story) und da fragte ich mich wirklich im Nachhinein,
gab es überhaupt Musik? Spielte dann mehrere Level noch mal an und musste schmunzeln. Natürlich
gab es Musik und der Score zum Spiel ist auch wirklich gut - aber er ist auch eher unauffällig,
drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern "wabert" mit vor allem dunklen Tönen und langsamer,
getragener Melodie daher. Als ich ihn mir bewusst noch mal anhörte, war ich schon der Meinung,
dass er einen gehörigen Anteil zur Atmosphäre beitrug, ohne dass ich das beim Spielen so wahrgenommen
hatte.
Grafik
Space Siege ist schon richtig schick - wenn man wie ich eher Augenmerk auf Texturen und Modelle
und weniger auf Effekte legt. Ja und die Performance war auf meinem System bei Auflösung von
1680 zu 1050 wirklich solide, auch mit den ganzen Explosionen, mit den ganzen Physikspielereien
der umher fliegenden Gasflaschen usw. Die Menschenmodelle gefallen mir richtig gut (kommen aber
meist nur in Zwischensequenzen richtig zum Tragen) und das Design des Schiffes entspricht dem,
wie ich Science Fiction mag. Ich mag helle saubere Raumschiffe, nicht so blutverschmierte dunkle
Settings. Und ich mag die Balance, die bei den Farben und dem Equipment gewählt wurde. Es ist
nicht so karg und steril wie bei Star Wars, aber auch nicht so (pastell)farbig wie Enterprise.
Einzig die Raumhöhen fand ich hin und wieder merkwürdigen. Klar man spielt in der Draufsicht
und mir ist es immer lieber, wenn es etwas rausgezoomt ist, man eine gute Übersicht hat, als
wenn man quasi "über der Spielfigur hockt", aber wenn der gute Seth manch Gang entlang ging
und man rechts und links die Wände nach oben laufen sah, dachte man schon, die müssen aber Platz
haben in so einem Raumschiff, dass die die Decken erst bei 20 m ziehen. Auch ja und wenn der
gute Seth läuft, egal ob als "Voll-Mensch", "Halb- oder Ganzcyborg", dann sieht das schon witzig
aus. Ist etwas sehr nach vorn gebeugt - aber ansonsten wirklich alles recht natürlich und realistisch
- im Gegensatz zu den Dungeon Siege Teilen (besonders 2), wo der Grafikstil, die Proportionen
der Modelle usw. mir irgendwie nicht so zugesagten.
Gameplay
Chris Taylor meinte (auch im Zuge der Promotionphase zu diesem Titel), dass man bei Spielen
keine Frusterlebnisse haben sollte, sondern es (ihm) um Entspannung und Spaß geht. Kein schlechter
Ansatz und seine Vereinfachungen waren bestimmt auch mit dieser Zielsetzung getroffen, aber
manche Entscheidungen wirken schon etwas merkwürdig. So ist das Finden von bestimmten Gegenständen
ja meist der größte Spaß in Hack & Slay Titeln, in Space Siege aber ist der Ort, an dem man
die neue Waffe oder das neue Implantat findet, von der Story fest vorgeschrieben. Auch wäre
es deutlich entspannender, wenn man die Tastenbelegung der Befehle selbst bestimmen könnte,
anstatt auf eins der drei vorgefertigten Layouts beschränkt zu sein. Und beim Endkampf ist nun
mal wirklich Frust vorprogrammiert, so eng wie der Bewegungsraum, so mächtig wie der Angriff
und die Panzerung des Gegners ist. Dazu kommt noch die merkwürdige Idee, dem Spieler nur 4 Gesundheitspacks
für einen Bosskampf zu zugestehen …
Der Endkampf (eigentlich auch die 2 Zwischenkämpfe - aber die sind gefälliger designed) steht
damit im totalen Gegensatz zu den normalen Kämpfen, die erstmal recht einfach sind, und bei
denen man sich über das virtuelle Ableben seiner Figur nicht groß sorgen braucht, man wird halt
beim letzten Respawnpunkt (Heilstation, oder wenn die noch nicht im Level erreicht, dann Levelstart)
wieder ins Spiel geworfen. Abzüge vom Erfahrungspunktekonto bei Respawn, wie bei anderen Titeln,
gibt es nicht, denn es gibt gar kein System mit Erfahrungspunkten/Levelaufstiegen. Bei Space
Siege gibt es für das Erfüllen von Missionszielen Lernpunkte und das Vernichten von Gegnern
sowie das Plündern von Kisten bringt "Upgradematerial". Mit dieser "Währung" kann man nicht
nur den Schaden seiner Waffen, sowie seine und HR-V´s maximalen Lebenspunkte, Widerstände und
Angriffswerte erhöhen, man kann es auch zum Kaufen von Granaten, Drohnen, Fallen (Munition für
die Gewehre muss aber nicht gekauft werden) verwenden, oder sich an den zahlreichen Automaten
(mehrere in jeder Mission) für einen geringen Betrag einen neuen HR-V ziehen, wenn der letzte
zerstört wurde. Natürlich bekommt man am Automaten den HR-V so wie man ihn geupdatet hat, d.h.
man muss ihn nicht jedes Mal erneut "hochpeppeln". Und natürlich findet sich im Kampfgebiet
des Endgegners kein Automat - da muss man mit dem einen Exemplar auskommen. Der Endkampf ist
halt ganz anders als das vorherige Spielen… HR-V greift selbstständig die Gegner an, kann aber
auch über die Funktionstasten relativ gut mit "Greif an" "Komm zurück" "Nutze Fähigkeit…" gesteuert
werden, das klappt in den normalen Kämpfen recht gut und wenn's mal nicht klappt, ist es nicht
tragisch, der nächste Automat ist nicht weit. Man ahnt was kommt, im Endkampf klappt das so
einfach nicht. Ich habe zig Mal den Kampf neu beginnen müssen, weil HR-V trotz "Komm" Befehl
auf Abstand blieb, schnell im vom Endgegner gestreuten Minenfeld stand und somit mich nicht
sehr lang unterstützen konnte.
Das Entwickeln der Waffen, der eigenen Person und von HR-V über das Upgradematerial ist im
Grunde eine schicke Idee, es ist einfach aufgebaut und steckt man am Anfang nicht allzu viel
in Waffen, sondern in erster Linie in die Figuren und später erst, wenn die dicken Wummen gefunden
sind, ins Kriegsgerät, dann hat man die Entwicklungsbalken recht schnell voll. Ein "Verskillen"
gibt es da nicht, nur für's Beschaffen des Updatematerials sind enorm viele Kisten zu öffnen
oder zu zerstören. So viele Boxen hab ich wirklich in noch keinem anderen Spiel zerstört.
Der "richtige" Einsatz der insgesamt 40 Lernpunkte in den beiden Fähigkeitsbäumen Gefecht
und Maschinenbau ist da schon etwas kniffliger, beim ersten Durchspielen hat man ja auch noch
nicht die Kenntnis der Maximalzahl und könnte es entsprechend ins Kalkül ziehen. So hätte ich
schon gern eine spezielle Fähigkeit erworben, aber für diese hatte es die Bedingung vorher 25
Punkte in Gefecht zu investieren, da waren aber nicht sonderlich viel andere interessante Sachen
auf dem Gebiet, weshalb ich eher Maschinenbauskills erworben hatte… Ansonsten muss in den Fähigkeitsbäumen
noch beachtet werden, dass etwa die Hälfte der Fertigkeiten das Einpflanzen bestimmter Implantate
voraussetze und 1-2 andere Fertigkeiten einen größeren verbliebenen Anteil von Menschlichkeit
verlangten.
Implantate gibt es im ganzen Spiel 7 Stück für 7 unterschiedliche Körperregionen. Ob man
viel oder wenig/keins davon einsetzt, hat -wenn man nicht mit Pilot paktiert - Auswirkungen
auf die Abschlusssequenz. Jedes Implantat bringt einen gewissen Bonus (mehr Lebenspunkte, mehr
Schaden etc.) und manch Implantat ist Vorraussetzung für eine bestimmte Fähigkeit oder Waffe.
Durch die Story wird man während des Spiels von verschiedenen Personen mit der Aussage "Du brauchst
es um stärker zu sein, um uns zu retten …" aufgefordert, sich Implantate einzupflanzen. Es ist
aber kein Problem das Spiel bis zum Endkampf ohne Implantate zu spielen. Nur beim Endkampf selbst
(den, wie der Leser mitbekommen haben wird, ich nicht sehr mag) steht man als 100 % Fleisch
und Blut Ausgabe vor einer arg schweren Aufgabe.
Wie man sieht hat Space Siege nur noch wenig Elemente eines Hack&Slay Titels, es gibt kein
Itemdrop, man kann (abgesehen von den Implantaten) die Figuren nicht mit Ausrüstungsteilen ausstatten
- im Grunde ist Space Siege ein reiner Actiontitel. Das einzige, was wirklich klassisch H&S
ist, wäre die Mausklicksteuerung - und das ist im Grunde schade, eine direkte Steuerung über
Bewegungstasten (wie im Avencast oder in Shadowgrounds) wäre deutlich besser gewesen. Man packte
zwar "für die Action" eine Rolle ins Bewegungsangebot, nur die Ausführung ist nicht wirklich
gelungen. Drückt man die entsprechende Taste, so rollt Seth in Richtung Mauszeiger, da man diesen
im Kampf ja meist auf den Gegner gerichtet hat, gibt es folglich eine unpassende Vorwärtsrolle,
bis einem wieder einfällt, ach ja, muss die Maus ja vorher noch wegbewegen… von daher nimmt
man die Option gar nicht mehr war. Auch etwas "fummelig" wird es hier und da in Bezug auf die
Kamera. Sie schwenkt nicht mit, sondern muss bei Bedarf gedreht werden (Mauszeiger an entsprechenden
Bildrand oder rechts bzw. links drehen Taste). An sich kein Problem, nur da der Blickwinkel
von oben schon hier und da suboptimal scheint (man kann in gewissen Maßen rein- und rauszoomen,
aber ein "Kippen" wird nicht angeboten), endet es schon mal im etwas hektischen Bildjustieren.
Und es kann gut sein, dass man sich beim Spielen ab und zu auf dem Stuhl wieder aufrichten muss,
da man unbewusst mit dem Kopf bzw. dem ganzen Körper nach unten rutscht - in der Hoffnung, etwas
"weiter" in den Raum sehen zu können. Wenn man dann auch Seth immer so krumm laufen sieht, kann
man wirklich über Haltungsschäden bei den Entwicklern spekulieren. Aber das führt zu weit, daher
lieber jetzt die abschließende Meinung zum Spiel.
Meinung
Es fällt mir relativ leicht, dem Spiel in Sachen Atmosphäre eine gute Note zu geben, indem
ich halt das Beenden der Geschichten als nur geringen Teil betrachte, der im Vergleich zu der
guten Präsentation bis kurz vor Ende nicht so ins Gewicht fällt. Bei der Gesamtnote tue ich
mich aber eher schwer, mir ist da schon der Abschluss recht wichtig, man hatte vorher mehrere
Stunden Spaß - schön und gut, aber wenn man sich über's Ende ärgert, dann kippt das in Richtung
"nach so vielen Stunden dann so was?". Lange Zeit war das Spiel bei mir auf eine 2er Wertung
zugerollt, dann kam das Ende der Clara Story - hmm, schon enttäuschend, dann kam der Endk(r)ampf
- hat lange frustriert (und ist bei allen 3 Enden der gleiche), na und dann kamen die Enden…
gutes Ende ist nett (aber dicker Minuspunkt, weil dafür Endkampf extra fies), düsteres Ende
gut inszeniert - aber negative Spielenden enttäuschen mich immer, Mittelweg - war da am meisten
gespannt, mit welcher Botschaft das endet - nun ja, kam wenig Botschaft. Von daher kann ich
nur mit Vorbehalt, mit einem großen Aber und Verweis auf die angeführten Kritikpunkte das Spiel
empfehlen.
Geschrieben am 16.07.2009, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6300, Geforce 7600GT, 2GB RAM, Onboard Sound
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