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Sphinx u.d.verfl.Mumie
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 2.5 |
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| Gesamt (33 votes) | | 1 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 2 |
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| Name: | Sphinx und die verfluchte Mumie |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/02 |
| Publisher: | THQ |
| Entwickler: | Eurocom |
| System: | Xbox |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Deutsch |
| Bemerkung: | auch für PS2/GameCube |
| USK: | 12 |
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 | | 1-10 Xbox |
 | | 11-18 GameCube |
 | | Herstellerscreens |
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| Sphinx und die verfluchte Mumie (review von yak) |
Eigentlich dachte ich, dass solche Spiele fast ausgestorben waren. Charmante
Figuren, eine gehörige Portion Humor, knackige Rätsel und Herausforderungen
jenseits der üblichen "Mach alles platt, was sich bewegt Manier" und dazu
noch leicht in der Bedienung. Spiele dieses Kalibers sind wirklich rar
geworden, wecken sie doch zugleich nostalgische Gefühle zu Zeiten des
C64, wo vor 20 Jahren "Whistler's Brother" oder "Castle of Dr. Creeps"
eine ähnliche Herausforderungen stellten. Ein Spielprinzip, das neben
der immer noch übermächtigen Shooterflut zu Unrecht in der Versenkung
verschwunden ist und nur selten gibt es würdige Wiedergeburten. In ein
Szenario, sprich Dungeon, geworfen zu werden und mit geschickten Manipulationen
des Umfeldes die dortigen Aufgaben zu meistern oder einfach nur zu Entkommen
und sich einen Weg durch die Gefahren zu bahnen, angereichert mit fordernden
Rätsel und Kampfeinlagen, gibt es in dieser gelungenen Kombination eher
selten. So fallen hier spontan nur Project
Eden und Beyond
Good and Evil ein, besonders aber auch die Zelda
Reihe, mit ihrem neusten Teil "The
Wind Waker", dessen Spielprinzip sich das Team von Eurocom auch sehr
zu Nutze gemacht hat. Ob es ein frecher zweitrangiger Klon oder ein Spiel
mit genügend eigenem Charme und Ideen geworden ist, soll unser Review
klären.
Einst gab es im alten Ägypten ein Königreich, das in keinem Geschichtsbuch
Erwähnung fand. Es erstreckte sich über mehrere Welten und war durch Portale,
die durch die Kraft bestimmter magischer Kronen aufrecht erhalten wurde,
miteinander verbunden. Doch das Königreich wurde zerstört, die Kronen
gingen verloren und ein Grossteil der Verbindungen zwischen den Welten
brach zusammen. Doch es gab zwei Mächte, die um die Vorherrschaft dort
kämpften. Osiris, Behüter der positiven Kräfte und Set, der für Zerstörung
und Unheil stand. Zwei ungleiche Helden sollen nun die Welt vor dem Untergang
retten. Sphinx, vielversprechender Schüler von Imhotep, geborener Kämpfer
und waghalsiger Abenteurer und Tutankhamen, der tollpatschige Prinz, dessen
Schicksal ihn kurz vor seinem Geburtstag in einen Untoten, in Form einer
Mumie, verwandelt. Ein richtiges Dreamteam, wie es unterschiedlicher kaum
sein kann, macht sich auf die gefahrvolle Reise durch fremde Welten, gefährliche
Dungeons, tritt gegen übermächtige Gegner an und lässt bei so manchen
Rätseln die Gehirnzellen anständig köcheln.
Zur Technik: Begutachtet wurden die Xbox und GameCube Version,
wobei die Xbox Fassung zum Durchspielen "herhalten" musste. Aus technischer
Sicht gibt es keine merkbaren Unterschiede der beiden Fassungen, womit
sich ein besser/schlechter Vergleich erübrigt und somit keiner Version
aus technischer Hinsicht Vorzug gewährt werden müsste. Graphik, Sound
und Performance sind nahezu identisch, womit im weiteren diesbezüglich
auch keine Unterschiede gemacht werden.
Die Graphik ist in allem Belangen mehr als gelungen. Eindrucksvoll und
mit guter Sichtweite werden die Szenarien auf den Bildschirm gezaubert.
Seien es die Strände vor Anubis Tempel, die düsteren durch Fackelschein
erleuchteten Katakomben, der mit Fallen bestückte Tempel von Uruk oder
das rege Treiben auf dem Marktplatz von Abydos - alles wurde mit viel
Liebe zum Detail sehr stimmungsvoll umgesetzt. Besonders die Tempelanlagen
haben es mir angetan. So wünscht man sich ein durch Fallen und Tricks
gesichertes Pharaonengrab, in dem jeder Schritt der letzte sein kann -
es sei denn, man ist ein untote Mumie :-). Steinquader, die einen zusammenquetschen,
Feuerstösse, die eine Metallbrücke in einen Grill verwandeln oder riesige
Fallbeile, die aus einer Mumie in Sekundenbruchteile drei zu machen verstehen.
Ebenso viel Arbeit machte man sich bei der Figurengestaltung. So findet
man eine Vielzahl von einfallsreichen Figuren. Sphinx selbst ist scheinbar
eine Mischung aus Löwe und Mensch, Imhothep hat den genetischen Ursprung
eines Affen und der Bürgermeister von Abydos sieht einem dicken Vogel
nicht unähnlich. Ebenso bei den Gegnern, die allesamt nahe Verwandtschaft
aus dem Tierreich nachweisen können. Kampfkolosse, die an einen Stier
erinnern sind ebenso mit von der Partie wie Mumienwürmer. Alles passt
aber hervorragend zur ägyptischen Mythologie, da auch dort die Verbindung
der Gottheiten zwischen Mensch und Tier sehr ausgeprägt ist. Dadurch gewinnt
das Spiel einen recht eigenen Charme, weil man hier jetzt die sonst lediglich
auf Statuen oder Wandmalerei reduzierten Figuren des alten Ägypten
nun zum Leben erweckt vorfindet. Die Animationen sind mehr als gelungen.
Sphinx bewegt sich anmutig katzenhaft, wenn er eine Leiter emporklettert
oder einen Vorsprung erklimmt. Die Mumie hingegen ist da eher etwas tollpatschig,
was man schon daran erkennen konnte, weil sie noch als Mensch jeden Blumetopf
in Armlänge von Sockel holte. Besonders gefallen haben aber auch die Animationen,
während z. B. die arme Mumie Feuer gefangen hat und wie auf heißen Kohlen
von einem Bein auf's andere hüpft und dabei pustende Geräusche von sich
gibt, so als ob sie sich selbst löschen wollte. Gönnt man den Spielfiguren
eine Ruhepause, bleiben sie jedoch nicht untätig. Ganz gelangweilt von
der Untätigkeit des Spieler betrachte sich Freund Mumie dann ganz aufmerksam
selbst, findet an seinen Bandagen begleitzet von einem Schreikrampf einen
losen Faden, um dann unter einem erlösenden "Puhh" festzustellen, dass
es nur ein loser Fussel, statt einer todbringenden Laufmasche war. Klasse!
Abgerundet mit guten Licht- und Spezialeffekten gibt es im Bereich Graphik
nichts zu beklagen. Besonders erwähnenswert ist noch die Portalstatue.
Nähert sich Sphinx dieser Statue, erwacht diese aus ihrer Stasis mit glühenden
Augen und haucht, begleitet von einem angsteinflössenden Sound, eine Art
Sandatem in Richtung des Spielers, um ihn in die andere Welt zu befördern.
Der Sound ist ebenso gelungen. So gibt es gute Geräuscheffekte und Umgebungssounds,
die stimmig die Atmosphäre verstärken. Die Musik orientiert sich mit vollorchestralem
Sound und Chorpassagen sicher nicht unbeabsichtigt am Stil der Filme "Die
Mumie" (Jerry Goldsmith) und "Die Mumie kehrt zurück" (Alan Silvestri).
Kein Fehler, handelt es sich dabei doch um hervorragende Vorbilder :).
So gibt es großartige Actionstücke oder mehr mystisch angehauchte Passagen,
immer mit orientalischem Flair. Ein wenig mehr Themen oder Variationen
in den Spielpassagen, wo es hauptsächlich um die Erkundung des Umfeldes
oder "Reisen" zwischen den Welten ging, hätte ich mir dennoch gewünscht.
Hier stellt sich ca. ab der Hälfte der Spielzeit ein Wiederholungsfaktor
ein. Ansonsten aber eine gelungene musikalische Vertonung. Ein großes
Defizit in der Abteilung Sound ist jedoch die Sprachausgabe, bzw. das
Fehlen selbiger. Sphinx verzichtet komplett auf das gesprochene Wort und
vermittelt alle Unterhaltungen nur durch entsprechende Untertitel. Damit
geht eine Menge an Atmosphäre verloren, besonders bei den doch sehr gut
mit der Gameengine inszenierten Zwischensequenzen. Wenn z. B. eine böse
Gottheit vom nahenden Weltuntergang "spricht" und dabei auch entsprechende
Mundbewegungen macht, jedoch nicht mehr als heiße Luft in Form von Untertiteln
dabei herauskommt, ist das leider nicht so prickelnd. Hier erwartet man
eine düstere machtvolle Stimme, die den Spieler einschüchtert, leider
aber Fehlanzeige. Grund dafür ist sicher die Kostenersparnis einer jeweiligen
Lokalisierung, aber hier wäre dann zumindest ein englischer Originalton
oder eine Phantasiesprache realisierbar gewesen, wie man sie auch aus
anderen Spielen kennt (Rayman2,
Wind
Waker). Hier leider ein definitiver Abzug in der Realisation.
Die Steuerung ist, bis auf kleine Ausnahmen, die im Bereich Kritik gesondert
erwähnt werden, problemlos. Alles lässt sich gut und innovativ steuern.
Die Kollisionsabfrage ist ordentlich und ein millimetergenaues Agieren
wie man es z. B. aus den Tomb Raider Teilen her kennt, niemals notwendig.
Zum Gameplay: Sphinx und die verfluche Mumie ist ein 3rd Person
Action Adventure mit viel Rätsel- und Knobeleinlagen, gewürzt mit einer
Prise Charakterupgrade, das in einem relativ frei erkund- und begehbarem
Szenario spielt. Vergleichbar am ehesten mit Beyond
Good and Evil, mehr aber noch mit Zelda:
The Wind Waker, von dem es zugleich auch viel "entliehen" hat und
sogar in Teilbereichen besser als Nintendos Vorzeigeprodukt macht. Der
große und zudem gelungenste Unterschied ist, dass man in Sphinx die Kontrolle
über zwei Figuren übernimmt. Beginnt man das Abenteuer mit dem Draufgänger
Sphinx, wechselt man, nach einem vorgegebenen Storyevent, zum Prinzen
Tutankhamen, der erst mal durch seine Gutgläubigkeit selbst dafür Sorge
zu tragen hat, in eine Mumie verwandelt zu werden. Und so unterschiedlich
diese beiden Charaktere auch sind, so unterschiedlich spielen sich auch
die jeweiligen Abschnitte, doch dazu später mehr. Jeder Charakter wird
dem Spieler durch ein, in die Geschichte eingebundenes, Tutorial vertraut
gemacht, was auch im weiteren Spielverlauf ständig beim Erlernen neuer
Fähigkeiten beibehalten wird und somit den Blick ins Handbuch überflüssig
macht. Sphinx lernt das Springen, Hangeln, Steine werfen, an Seilen schwingen,
Klettern und den Kampf, sobald er in der ersten Mission das Schwert gefunden
hat. Nachdem er die erste Aufgabe bestanden hat, wird er durch die Macht
eines Portalamulettes in die Welt Abydos teleportiert, wo dann auch gleich
seine ersten Quests beginnen. Verlorene Schmuckstücke für einen Bewohner
suchen, damit seine Frau nicht enttäuscht ist, dem Museum die gestohlenen
Wertgegenstände zurückbeschaffen, Heilpflanzen für den erkrankten Bürgermeister
suchen oder Monster einfangen und der Ausstellung im Museum zur Verfügung
stellen. In Abydos erfährt man auch viel über die bösen Machenschaften.
Monster bedrohen die Stadt und eine böse Macht will die Kontrolle erzwingen.
Durch die Erfüllung mehrere Aufgaben verdient sich Sphinx seine ersten
Sporen, erhält neue Gerätschaften, wie z. B. einem Blasrohr oder einer
Seilrolle, mit der er an gespannten Seilen hin und her gleiten kann und
so auch das Schiff erreicht, mit dem er nach Heliopolis reisen kann, vorausgesetzt,
er hat genügend Geld-Skarabäen für die Überfahrt gesammelt,
die sich gerne in Vasen verstecken und die er daher grundsätzlich mit
dem Schwert "untersuchen" sollte. Oft verbergen sich darin Geld, Lebensenergie
und später auch die beliebten Fangkäfer. In Heliopolis angekommen wird
ihm auch gleich das Ausmaß der bevorstehenden Katastrophe bewusst. Das
Gebiet ist durch Geschütztürme gesichert, die mit ihren Energiestrahlen
keinen Durchlass gewähren. Die andere Seite ist nicht zu erreichen. Der
verfluchte Tempel bringt ebenso wenig Erfolg, denn dort finden sich nur
zu Stein verwandelte Bewohner, die auf Erlösung warten. Ein Bauer, der
verzweifelt vor dem Tempel wartet, bittet ihn, seinen versteinerten Bruder
dort zu befreien. Aber bisher sieht Sphinx noch keine Möglichkeit, ihm
helfen zu können. Der Eingang von Anubis Tempel ist zu hoch und bis jetzt
für ihn springend nicht zu erreichen, die Geschütztürme verwehren
den Durchgang usw. Doch ein wenig das Umfeld erkunden und die Welt sieht
anders aus. So z. B. die Möglichkeiten, die ihm die Fangkäfer offerieren.
Kleine Geschöpfe, die in der Lage sind, geschwächte Gegner einzufangen
und für sich bei Bedarf nutzen zu können. Also auf ins Gefecht mit den
Feuergürteltieren, bis man sie soweit geschwächt hat, dass sie für den
Fangkäfer leichte Beute sind. Diese sind dann im Inventar auswählbar und
können z. B. dazu genutzt werden, um ein Feuer zu legen und so z. B. eine
im Weg stehende Holzkonstruktion oder einen Zaun in Brand zu versetzten.
Also ein paar der Feuertierchen eingesammelt und weiter geht's. Ach, da
war ja auch noch dieses Adleramulett, vielleicht sollte es Sphinx auf
dieser sehr ähnlich aussehende Bodenplatte anwenden. Ein riesiger Vogel
eilt herbei und trägt Sphinx durch die Lüfte über die gefährlichen Geschütztürme
hinweg. Aber dennoch scheint der Weg dahinter versperrt. Ein Wasserloch
führt zum Beduinenlager, aber ist nach einen gefährlichen Tauchgang dennoch
versperrt und lässt sich nicht passieren. Eine von Felsbrocken versperrte
Höhle ermöglich auch keinen Durchgang. Aber wie wir schon im Tutorial
lernten, gab es ja diesen kleinen lebenden Bombenkerlchen, die uns verfolgten
und mit einer Explosion alles in Schutt und Asche zerlegten. Da ist eine
Felsspalte, die der Behausung der Kerlchen aus dem Tutorial sehr ähnlich
ist und mit den Fangkäfer "bewaffnet" ergeben sich sicher neue
Möglichkeiten. Gesagt, getan, ein Kerlchen gefangen und dann vor der Felswand
freigesetzt, eröffnet die Detonation den Durchgang zu einem neuen Bereich
und wir Besuchen Imhothep, der uns unsere nächsten Aufgaben stellt. Dieser
verkündet uns auch gleich, dass wir die Aufgaben nicht alleine meistern
können und Hilfe brauchen. Und so wird ein Weidenkorb, der die Eigenschaft
besitzt, zwischen den Welten zu reisen, damit beauftragt, eine von Sphinx
gefundene Urne zur Wiederbelebung an Tutankhamen zu überbringen.
Durch die Urne wiederbelebt, muss Gevatter Mumie nun im Palast von Uruk
auf die Reise gehen und wichtige Gegenstände besorgen, die Sphinx in der
anderen Welt für seine Aufgaben benötigt. Hier wechselt dann das Spiel
zum Mumiencharakter und der Spieler besorgt in diesen Sequenzen Gegenstände,
die Sphinx notwendigerweise in der anderen Welt braucht. Durch die Funde
von der Mumie und auch als Belohnung für erledigte Quests erweitert Sphinx
so sein Repertoire an Möglichkeiten. Er lernt den Doppelsprung, erhält
mehr Kraft, bekommt ein Blasrohr mit unterschiedlicher Munition, ein Energieschild
und auch neue Gold-Ankhs, die seine Lebensenergie erweitern. Aber auch
die Mumie "lernt" dazu, denn es gibt auch für sie neue Fähigkeiten. So
wird sie bei Kontakt mit Feuer zur lebenden Fackel, Elektroschocks verwandeln
sie in ein "untotes" wandelndes Kraftwerk, stampfende Steinquader verwandeln
sie in eine hauchdünne Papyrusmumie, die durch Gitterstäbe hindurchpasst,
eine scharfe Klinge dreiteilt sie, sie wird in eine Fledermausmumie verwandelt
oder kann sich, auf Kosten der Beweglichkeit, unsichtbar machen. Die Parts
der beiden Hauptfiguren unterscheiden sich daher auch aufgrund ihrer Fähigkeiten
entsprechend. Sphinx erkundet die Welt, löst Quest, kämpft in den Dungeons
gegen Gegner und löst ein paar Rätsel. Die Mumie hingegen braucht nicht
zu kämpfen, sondern muss ihren bandagierte Grips auf Vordermann bringen,
obwohl es schwierig wird, da ja jeder weis, dass man bei Mumien das Gehirn
durch die Nase mit Haken nach außen zieht :-).
Das ist besonders gemein, weil gerade die Abschnitte mit der Mumie für
die Gehirnzellen die kniffeligsten sind. Jedoch immer fair und praktisch
frustfrei, da man hier keinerlei Angst um sein Ableben haben muss- die
Mumie ist nämlich schon tot! Daher gibt es auch soviel Versuche,
wie man will und diese Spielparts entpuppen sich dann auch als Gameplay
par excellence. Selten hat mich ein Spiel so gefesselt und auch zugleich
herausgefordert, dabei aber immer die Waage gehalten zwischen Erfolg,
Versagen und letztendlich dem Aha-Effekt - vom Spaß und Humor dabei ganz
zu schweigen. Die Mumienlevel sind gewitzte Knobeleien, in denen man das
Umfeld so verändern oder beeinflussen muss, um ein Ziel oder einen Gegenstand
erreichen zu können. Einfacher gesagt als getan. Wie kann ich z. B. einen
Holzzaun verbrennen, wenn davor ein Wasserbecken ist und die einmal entflammte
Mumie dort sofort gelöscht wird? Eine Brücke herunterlassen? Richtig,
aber wie? Vielleicht die Maschine dort mit Elektrizität versorgen? Aber
auch die Elektromumie wird von Wasser entladen. Die zwei Schalter dort
hinten scheinen ja irgendwas zu aktivieren, leider nur, wenn ich sie gleichzeitig
betätige und ein Stein, den ich darauf platzieren könnte, ist nicht verfügbar.
Vielleicht durch die Klinge dreiteilen lassen und dann jeweils eine Mumie
darauf platzieren? Aber wie komme ich lebend durch die Lava hindurch?
Schützt der Status der Feuermumie vielleicht vor dem Verbrennen, aber
das Gitter dort lässt die Mumie im Normalzustand nicht passieren, vielleicht
sollte man sich von den Steinen zur Papyrusmumie plätten lassen. Aber
vorsichtig, nicht durch den Raum, der uns wieder zur Feuermumie verwandelt,
denn das hebt den Papyrusstatus wieder auf, also aufpassen. Aber dort
komme ich nicht als Feuermumie vorbei, da ein Wasserfall den Eingang versperrt
und das Feuer direkt wieder löschen würde. Also den Raum gesucht, den
Freund Mumie in eine Fledermausmumie verwandelt und den Luftraum absuchen,
ob dort irgendwo ein Schalter ist, der die Wasserzufuhr abstellt. Dabei
ist die Zeit im Auge zu behalten, denn der Status hält nicht unbegrenzt.
Wie kommt man als Elektromumie durch einen Raum, der uns zwingend in eine
Feuermumie verwandelt? Schnell im nächsten Sarkophag vor der Feuersbrunst
verstecken, um den Elekrostatus zu behalten oder sich an eine Stange schwingen,
um der ins Feuer sinkenden Plattform zu entgehen. An einem Förderband
hangelnd als brennende Mumie sollte man den Wasserfontänen aus dem Weg
gehen und den Weg gut vorplanen, damit man nicht gegen einen Steinsäule
"klatscht" und unweigerlich wieder im Wasser landet. Hier baut man sich
durch das Schieben von Steinquadern unten einen sicheren Weg, um das Holzgerüst
unter der Steinsäule zu verbrennen, was zur Folge hat, dass diese ein
wenig kleiner wird und man oben ungehindert am Förderband hängend hindurch
kommt.Auch Stealthpassagen gibt es, wo es gilt, ungesehen an "Beobachtungsaugen"
vorbeizuschleichen, die mit ihrem drehenden Auge (und auch nicht viel
mehr) immer einen bestimmten Bereich kontrollieren. Hier gilt es, rechtzeitig,
bevor das Auge wieder in die entsprechende Richtung blickt, Deckung zu
erreichen oder still stehen zu bleiben und den Tarnmodus zu aktivieren.
Die Möglichkeiten sind wirklich phantastisch und das Leveldesign grandios.
Hier hat man wirklich das große Vorbild Zelda The Wind Waker in Sachen
Komplexität und Herausforderung übertroffen. Selten kann man sich von
dem Spiel losreißen, weil man irgendwie immer den Ansporn verspürt- das
Stück pack ich noch- jetzt probier ich dies noch aus, um dann festzustellen,
dass es doch nicht geklappt hat, dabei aber gleich eine neue Idee bekommen
hat, wie man es noch angehen könnte. Die Motivation weiterzuspielen liegt
hier sehr hoch. Die Passagen vom Helden Sphinx spielen sich da ein wenig
anders, da actionorientierter, dennoch mit genügend Puzzleanteil. Im Gegensatz
zur Mumie muss Sphinx sehr wohl auf seine Lebensenergie achten und diese
auch nach Gegnerkontakt mit neuen Ankhs auffüllen, die es versteckt in
Vasen oder aber manchmal auch als Belohnung für erlegte Gegner gibt. Auch
wenn der Kampf bei diesem Spiel nicht im Vordergrund steht, sind die Kämpfe
spannend gemacht und die unterschiedlichen Gegnertypen erfordern auch
eine differenzierte Herangehensweise. Direkter Kontakt mit einem brennenden
Gürteltier ist nicht sonderlich gesund. Hier ist ausweichen, bzw. ein
gut getimter Sprung sinnvoller, als die direkte Konfrontation. Durch die
unterschiedlichen neuen Fähigkeiten und erhaltenen Artefakte erlangt Sphinx
so mehr und mehr Zugang zu den verschiedenen Orten. So trifft er auf Händler,
die ihm wertvolle Gegenstände anbieten, im Beduinenlager kann er sich
gegen Bares aus 4 Ankh-Teilen ein neues Goldteil fertigen lassen, das
seine Energieleiste erhöht, Schlüssel, die Tore zu Abkürzungen innerhalb
von Heliopolis eröffnen usw. Aber auch sein Equipment hilft ihm bei der
Lösung der Aufgaben innerhalb der Tempel und Dungeons. So erhält er ein
Blasrohr, mit dem er unerreichbare Schalter aktivieren kann, um damit
Transportplattformen in Bewegung zu setzten. Spätere Pfeilupgrades ermöglichen
ihm Eis- oder Säurepfeile zu verschießen, um damit Gegner in große Eiswürfel
zu verwandeln oder mit der Säure Metall aufzulösen. Es gilt also ständig,
das Umfeld genau zu beobachten, um zu sehen, ob sich dort vielleicht ein
mit einer Kette fixiertes Seil befindet, das man durch einen gezielten
Schuss mit dem Säurepfeil aus der Verankerung lösen kann. Ein zu einem
Eiswürfel "mutiertes" Monster eignet sich gut, um es als Stufe zu benutzen,
damit man höher gelegene Plattformen erreichen kann und wenn man einmal
3 Bodenschalter gleichzeitig betätigen muss, es aber nicht wie Freund
Mumie für gesund erachtet, sich dreiteilen zu lassen, dann ködert man
3 Gegner herbei, schockfrostet sie und trägt die Eisblöcke auf die Bodenschalter.
Problem gelöst. Richtige Schlüssel müssen gefunden werden, gefangene
Bombentierchen werden zum Sprengen von bereits lädierten Säulen benutzt
oder sind im Kampf gegen Bösewichte eine Hilfe. Dann gibt es noch innerhalb
der Level bestimmte Teleportationspunkte, mit denen man, dank eines Spezialpfeiles,
hin und her reisen kann und so vormals unerreichbare Standorte kein Problem
mehr sind. An Seilen schwingen, Steinquader auf beweglichen Plattformen
durch einen Level manövrieren, damit man einen Schalter aktivieren kann,
die Variationen sind vielfältig und werden bis zum Ende niemals langweilig
und empfindet niemals reine Wiederholungen vorgesetzt zu bekommen. Und
da Sphinx eine richtige Kämpfernatur ist, darf er auch gegen einige Endbosse
ins Felde ziehen. Hier hat man sich genügend einfallen lassen, damit es
nicht eine einfache Hau-Drauf-Aktion wird. Warum nicht einmal von einer
bösen Insektengottheit in einen Frosch verwandeln lassen, damit man höher
gelegene Plattformen erreicht, um dort ein paar böse kleine Spinnentiere
freizulassen, die eine Vorliebe für den undurchdringlichen Schutzwall
der Königin haben und diesen kurzzeitig zum Erliegen bringen?
Aber Sphinx und die verfluchte Mumie bietet noch viel mehr. So gibt es
massig Bonusaufgaben, die man optional erfüllen kann, wie z. B. die Minispiele
in der Stadt Abydos, wo man sein Kampf oder Sprunggeschick unter Beweis
stellen muss. Vielleicht will man aber auch nur dafür Sorge tragen, dass
das Museum dank unserer Hilfe alle Monster für die Sammlung erhält. Secret
und Bonusgegenstände natürlich inklusive und die Ankhteile für die Energieaufstockung
sind sehr vergleichbar mit den Herzteilen, wie man sie aus Zelda kennt.
Die Designer haben sehr darauf geachtet, dass der Spielfluss mit steigendem
Charakterupgrade erhalten bleibt. So kann man sich später Abkürzungen
"erspielen", damit die vormals notwendigerweise recht langen Wege verkürzt
werden. So kann man Zugänge zu Verbindungshöhlen öffnen, die hinderlichen
Geschütztürme mit eingefangenen Bombentierchen sprengen, durch das Aktivieren
bestimmter Statuen werden Beschleunigungsplattformen geöffnet, die Sphinx
für kurze Zeit schneller rennen lassen usw. Hier hat man die Spielbarkeit
sehr gut im Auge behalten, um das Spiel gegen Ende nicht unnötig auszubremsen.
Ebenfalls schön, dass man nach einem Todessturz nur geringfügig Energie
verliert und meist in der Nähe des Unglücksortes wieder ausgesetzt wird.
Anders als bei Zelda, respawnen auch die Gegner in den Dungeons nicht,
wenn man diesen Teilbereich einmal erledigt hat, was das Erkunden wesentlich
vereinfacht, sollte man den Ort nochmals aufsuchen. Lediglich puzzlerelevante
Gegner bleiben "vorrätig".
Dennoch ein wenig Kritik: Neben der fehlenden Sprachausgabe, die
jedoch das Gameplay nicht trübt, gibt es einige technische Mängel. Allen
voran vermisse ich im Kampf eine Gegneraufschaltung, wie sie z. B. in Zelda
perfekt umgesetzt wurde. Bei Sphinx gibt es das nicht. So haut man schon
mal ungewollt Löcher in die Luft oder man verliert den Gegner aus den
Augen, wenn er an einem vorbeizischt und eh man ihn wieder ausgemacht
und die Kamera gedreht hat, ist er schon wieder vorbei, was besonders
gerne von kleinen und flinken Gegner wie den Feuergürteltieren praktiziert
wird. Ärgerlich zudem, weil man diese oft für die Rätsel benötigt und
einfangen muss. Da man sie jedoch erst durch ein paar Schläge schwächen
muss, keine leichte Aufgabe, zumal man dadurch bedingt, das Schläge oft
vorbeigehen, in der Regel schon 2-3 Hiebe hintereinander ausführt. Mist,
wenn dann alle treffen, dann ist nämlich das liebe Tierchen nur noch ein
Dampfwolke. Hier liegt bei Sphinx mein größter Kritikpunkt. Es macht das
Spiel keinesfalls unspielbar aber ein wenig mehr Feintuning in der Kampfsteuerung
und der Titel hätte die Note 1 bekommen. So ist es aber oft zu unübersichtlich
und sind zwei oder mehr Gegner auf dem Kampfparkett, muss man oft Schläge
von Gegnern einstecken, die man gar nicht sehen konnte. Ein weitere Kritikpunkt
ist die Steuerung der Fangkäfer. Oft ist es notwendig, will man besonders
seltene Monster fangen, dass man die Fangkäfer auch mal mitten im Gefecht
auf einen geschwächten Gegner loslässt. Ärgerlich nur, dass man dann mit
dem zweiten Analogstick die Kamera nicht mehr für die Sicht benutzt, sondern
für die Käfersteuerung. Die Kamera wird dann automatisch immer in Richtung
Fangkäfer positioniert, was oft in heiklen Situationen für Probleme sorgt
und man so zwar den Käfer noch gut steuern kann, mit Sphinx aber nur eingeschränkt
weiter am Kampf gegen andere teilnehmen kann, zumal ja auch geschwächte
Gegner noch weiter aktiv herumlaufen. Auch kann man, sollte man den Gegner
nicht rechtzeitig mit dem Käfer einfangen können, den Käfer nicht vorzeitig
"entlassen", damit man sich wieder 100% dem Kampf widmen kann. Er klebt
am Schuh wie Kaugummi, bis man entweder ein Monster gefangen hat oder
der Käfer nach einer bestimmten Zeit freiwillig verschwindet. Verbesserungswürdig
sind auch noch ein paar andere kleine Details. So kann man die Kamera,
die ansonsten frei drehbar ist, nicht an bestimmten Gegenständen vorbeischwenken.
Steht rechts neben uns eine Säule, geht's auch nur bis dorthin, was sehr
hinderlich ist und oft die Übersicht erschwert. Für die Sprungpassagen
ist der Blickwinkel nicht immer ganz optimal und er richtet sich auch
selbständig nach Nachjustage wieder auf den gleichen Winkel aus. Eine
etwas steilerer Winkel würde die nächsten Plattformen besser sichtbar
und die Entfernungen zu nächsten besser einschätzbar machen, gleiches
Problem bei den Sprüngen von Seil zu Seil. Dadurch, dass aber ein Todessturz
nicht hoch bestraft wird und man in der Nähe wieder starten kann, kein
zu großes Problem. Gespeichert werden kann nur an bestimmten Speicherstatuen,
was größtenteils ok ist. jedoch hätte ich mir in den Mumienpassagen ein
wenig mehr gewünscht, dort machten sie sich verhältnismäßig rar, was zwar
bedingt durch die Mumienunsterblichkeit problemlos ist, aber irgendwann
will man auch mal aufhören mit dem Spielen ;-).
Einen Bug gab es bei dem Reisen mit dem Schiff, der jedoch nicht rekonstruierbar
und wiederholbar war. Hier passierte es einmal, dass sich das Menü mit
den Zielorten nicht verlassen lies und auch keine Reise angetreten werden
konnte. Etwas geärgert hat, dass z. B. bestimmte gelernte Eigenschaften
nicht überall funktionierten. Warum konnte ich z. B. in der Außenwelt einige
große Gegner nicht mit dem Eispfeil schockfrosten oder warum half das
Energieschild nicht bei allen Attacken? Die Ladezeiten zwischen den Levelabschnitten
sind leider ein wenig zu lang und bremsen den Spielfluss. Etwas mühselig
und umständlich war zudem das Plazieren von Steinen auf beweglichen Plattformen.
Hier hat man nur die Möglichkeit gehabt, die Steine auf die Plattform
zu werfen und da ging leider oft der Wurf über das Ziel hinaus. Ansonsten
ist jedoch keiner der kritisierten Punkte eine richtige Spielspassbremse,
jedoch zeigen sie an, wie aus einem sehr guten Spiel ein großartiges hätte
werden können.
Fazit: Sphinx und die verfluchte Mumie ist für mich eine echte
Überraschung. Ein Spiel, das mich an die alten, guten Spielkonzepte vergangener
Zeiten erinnert, als Gameplay noch wichtiger war als der Kampf um neue
Graphikeffekte und Frameraten. Verpackt in solider technischer Präsentation
gibt es für ca. 25-30 Stunden Spielspass pur, auf hohem Niveau mit viel
Humor, netten Charakteren und einer schönen Geschichte. Ein Spiel, das
vor allem eines vom Spieler fordert, was andere Games in ihm verkümmern
ließen: Logisches Denken, Knobeln, Ausprobieren, daraus lernen und den
Erfolg davontragen, wobei der Schwierigkeitsgrad genau richtig ist, niemals
zu schwer oder zu leicht, aber immer fordernd. Alle, die Zelda
The Wind Waker oder Beyond
Good and Evil mochten, sei "Sphinx und die verfluchte Mumie"
ans Herz gelegt. Ein empfehlenswertes, gutes Spiel, das den Spieler zudem
für einen recht fairen Preis im Vergleich zu anderen Konsolentiteln in
die mystische Welt der Pharaonen, Tempel und Mumien eintauchen lässt.
Das Spiel ist ein echter Geheimtipp! Bleibt mir nur noch eins zu sagen:
Wann kommt eine Fortsetzung :-) ?
Geschrieben am 15.03.2004, Testkonfiguration: Xbox
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