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Stalin Subway, The
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| Gesamt (3 votes) | | 4+ |
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| Name: | The Stalin Subway |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/12 |
| Publisher: | Frogster Interactive |
| Entwickler: | Orion |
| Links: | Buka |
| Hardware: | 2Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | ja |
| USK: | 18 |
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| The Stalin Subway (review von yak) |
Stalin lebt!
…Elvis auch, denn wir schreiben das Jahr 1952. Mit stählerner Faust regiert er sein Land.
Doch eine Verschwörung nimmt hinter den Mauern des Kreml Gestalt an. Endlich mal kein WWII Shooter,
dafür aber kurz danach, was zumindest waffentechnisch wenig Umgewöhnung bedarf, wenn man in
die Rolle des KGB Leuntnants Gleb Suworow schlüpft und ungewollt in das Intrigenspiel und die
dramatischen Ereignbisse gerissen wird. Ein weiterer Shooter aus Russland erreicht die heimischen
Gefilde und soll frischen Wind und Abwechslung in den leider immer "mainstreamigernen" Tunnelshooterbrei
bringen, den man aus Übersee mittlerweile gewohnt ist. Ob den Entwicklern von Orion das gelungen
ist, nachdem sie schon mit ihrem Vorgänger Hellforces
(Deutschlandrelease Ende Januar 2006) überraschen konnten, soll unser Review zeigen.
Technik:
Gesetzt wird auf die Technik, die schon im Horrorshooter Hellforces zum Einsatz kam. Somit
trifft man auch ähnliche Vorzüge, leider aber auch ein paar Nachteile. Auffallend hierbei ist
wieder, dass sich der Look des Games erheblich von den bekannten Engines unterscheidet. Farben
und Texturen wirken hier völlig anders, was man besonders an den dunklen Passagen bemerkt, wenn
es z. B. in die düsteren Katakomben und Untergrundgewölbe geht, die nur spärlich beleuchtet
sind. Hier zeigt die Engine ihre Stärke, auch was Texturdetails und Spezialeffekte wie Wasser
oder volumetrischen Rauch und Nebel betrifft. Die Texturen des alten Gemäuers sind so detailliert,
dass man fast den Kalk rieseln hört. Dazu kommt der höchst realistische Eindruck, dass man nicht
in einer sonst so "cleanen" Welt kämpft, sondern in einer wirklich verrotteten, vom Zahn der
Zeit gezeichneten Umgebung. Leider ist die graphische Qualität nicht konstant über die gesamte
Spieldauer und ähnlich wie beim Gameplay erweckt es den Eindruck, dass zwei Entwicklungsteams
bei der Arbeit waren, doch dazu später im Gameplaybereich mehr. Im direkten Vergleich zum Vorgänger
Hellforces zieht The Stalin Subway merkwürdigerweise, obwohl es später entwickelt wurde, den
Kürzeren. Es gibt weniger Details, die Figuren sind detailärmer und auch die Levelgraphik wirkt
einen Gang heruntergeschaltet. Konnte Hellforces noch mit vielen Details aufwarten, gibt es
im The Stalin Subway eindeutig weniger zu sehen, angefangen bei den vielen Kleinigkeiten, die
als bewegliche 3D Objekte zur Atmosphäresteigerung einfach herum lagen, bis hin zum Abwechslungsreichtum
der Level, die jedoch zum Teil nachvollziehbar bei Stalin Subway der Handlung zu Schulden kommt,
denn die Entwickler wollten reale Schauplätze verwenden und so den Kreml, die Universität und
zig verschiedene Bahnhöfe und U-Bahnstationen einbinden, leider auch zu Lasten der Abwechslung
im Gameplay, wie wir später noch feststellen. Einige Levelteile, wie z. B. der Innenhof des
Kremls sehen wirklich schlimm aus, wie eine reine Kulissenstadt und es scheint, dass man hier
nur werbewirksam Aufsehen erregen wollte. Diese Bereiche spielen sich vom Gameplay schrecklich
und zudem rennt man öfter vor imaginäre Glaswände, als es einem lieb ist. Ansonsten gibt es
wie schon im Vorgänger im externen Konfigurationsmenü eine Fülle an Optionen, um die Engine
an die eigenen Rechnerverhältnisse anzupassen und ein aussagekräftiges Handbuch verrät zudem
viel über Wirkung der einzelnen Graphikoptionen, die für Unwissende in anderen Spielen oft nur
ein Rätsel bleiben. Hier wird jede Option vorbildlich erklärt und eine Benchmarkoption steht
zur Überprüfung der Einstellungen ebenfalls zur Verfügung. Die Figuren und deren Animation sind
in Ordnung, wenn sie auch wieder etwas detailärmer im Vergleich zu Hellforces ausfallen. Grobe
Schnitzer erlaubt sich die verwendete Technik nicht, sieht man einmal von den Schatten ab, die
schon Mal durch Wände projiziert werden und so unfreiwillig einen Gegnerhinterhalt vorab verraten,
aber diesen Peter Pan Effekt kennt ja selbst der "Übershooter" Half
Life 2, wenn Gegner ihren Schatten über mehrere Treppenhäuser verteilt an den Mann bringen.
Eine zusätzliche Physikengine sorgt zudem für etwas Leben unter dem Kreml. Richtig Sinn macht
das aber selten (wie in vielen Shootern), es dient lediglich einer etwas realistischeren Darstellung,
wenn man ein paar Bücher aus dem Regal schießt oder die Gegner von der Granatexplosion durch
die Luft fliegen, wobei man davon nicht viel hat, denn die USK-Schere hat hier für entsprechende
Abhilfe gesorgt und Scottie beamt sie fast schon auf die Enterprise, bevor sie den Boden berühren.
So muss es nicht verwundern, wenn man einen Gegner, der gerade noch ein Telefonat führte, verschwindet
und der Hörer dabei in der Luft hängen bleibt. In The Stalin Subway wirkt die Physikengine jedoch
nervig. War es schon bei Hellforces manchmal ärgerlich, dass man erst Gegenstände beiseite schieben
musste, um weiterzukommen, wirkt dies bei Stalin Subway viel zu willkürlich und nervig. Um einen
Raum durchsuchen zu können stehen dort ein paar Kisten, die beiseite geschoben werden müssen
oder Passanten sind undurchdringbar und gehen nicht zur Seite, so dass man über Stühle und Tische
muss, um den Weg fortzusetzen. Hier hat man es etwas übertrieben.
Der Sound ist ok, wenn es auch im ersten Abschnitt eine durchgängige Alarmsirene gibt, die
sich unsagbar lange in den Gehörgang brennt, dass es schon unverschämt ist, wie so etwas durch
die Qualitätssicherung kommen konnte. Hier konnte man wirklich nur den Ton abdrehen, bis dieser
Abschnitt erledigt war. Die Waffen und Umgebungsgeräusche sind soweit in Ordnung, die deutsche
Sprachausgabe ebenso, auch wenn es einige Ausrutscher gibt, besonders in den Zwischensequenzen,
in denen der Sprecher von Lawrenti Berija es den anderen scheinbar zeigen will, wie man das
macht und rausgekommen ist dabei so eine Glanzleistung, wie sie Thomas Kretschmann vollbrachte,
als er sich selbst im neuen King Kong Film synchronisierte. Jedenfalls hat er sich damit zum
Pornosynchrontalent des Jahres etabliert. Etwas geschludert hat man bei der Eindeutschung der
deutschen Texte, so fehlen leider Sonderzeichen der deutschen Sprache in den Missionsbriefings.
Dass die Übersetzung scheinbar im Entwicklerland durchgeführt wurde und damit etwas unfreiwillig
komisch daher kommt, zeigt der Text "Nicht Patron" mehr als deutlich bei Angabe eines leeren
Magazins :-). Die Qualität der Musik variiert leider auch. Von sehr gut bis nervig, doch die
nervigeren Passagen sind hier eindeutig in der Minderheit. Insgesamt ist die Vertonung, mit
Ausnahme des etwas übermotivierten Sprechers, ebenso solide wie die Graphik.
Gesteuert wird Stalin Subway genreüblich mit Maus/Tastatur und die Funktionen können frei
konfiguriert werden. Gewählt werden kann zwischen drei Schwierigkeitsgraden, wobei normal für
geübte Spieler fordernd genug ausfallen dürfte.
Gespeichert werden kann jederzeit und das geht wie schon bei Hellforces in Sekundenbruchteilen.
Man sollte jedoch nicht ausschließlich die Quicksave Funktion nutzen, denn Stalin Subway hat
einige Bugs, bzw. Unzulänglichkeiten. Zwar wird vom Spiel oft ein Autosave zum Levelwechsel
angelegt, jedoch nicht nach jedem Abschnitt. Das ist deswegen ärgerlich, weil man mit ein wenig
Pech genau zu dem Zeitpunkt speichert, wenn das eigentlich schon aufgrund seines eigenen Todes
nicht mehr funktionieren sollte. Entsprechend kann man dann auch nur noch, was höchst unbefriedigend
ist, den Tod durch Quickload wieder herstellen :). Ärgerlich ist auch, dass man in einigen zeitabhängigen
Missionen dennoch weiterspielen kann und danach auch speichern darf. So z. B. eine Mission,
die auch nach dem Scheitern nicht endet oder abgebrochen wird. Eine Chance, es noch mal neu
zu versuchen gibt es nur, wenn man ein entsprechendes Savegame zum Levelbeginn hat. Also häufiger
konventionelle Savegames anlegen.
Gameplay:
The Stalin Subway präsentiert sich als Shooter im zugegebenermaßen unkonventionellen aber
interessantem Setting. Die Frage bleibt jedoch, ob die Entwickler es auch verstanden haben,
das ins Gameplay einfließen zu lassen. Leider ist ihnen das nicht durchgängig gelungen. Die
Story und die Ereignisse lassen jedoch zu beginn einiges vermuten, enden jedoch in einer merkwürdigen
Aneinanderreihung der unterschiedlichsten Lokalitäten, ohne ein wirklich stimmiges Gesamtbild
abliefern zu können. Das Spiel verliert sich leider darin, möglichst viele reale Russlandschauplätze
zu verknüpfen, als einen stimmigen atmosphärischen Spielverlauf abzuliefern, was besonders den
Mittelteil zu einer eintönigen Geduldsprobe mit fast unverschämten Levelrecycling macht. Doch
der Reihe nach.
Als Held des Volkes übernimmt man die Rolle des KGB Leutnants Gleb Suworow. Durch einen Anruf
seines Vaters, der in den Labors der Akademie der Wissenschaft arbeitet, wird er informiert,
dass dort merkwürdige Ereignisse ablaufen und sich irgendetwas anbahnt. Doch das merkt Gleb
am eigenen Leibe recht schnell, als das Chaos losbricht und seine Kameraden erschossen werden.
Ihm selbst, scheinbar der einzige Überlebende, bleibt nur die Flucht und er muss dringend seinen
Vater erreichen, um herauszubekommen, was vor sich geht. Und genau das bringt ihn auch mit dem
Moskauer Untergrund in Kontakt, mehr als ihm lieb ist, aber das Spiel muss ja seinem Namen gerecht
werden. So scheint die sicherste Möglichkeit, seinen Vater zu erreichen und unentdeckt zu bleiben,
die Benutzung diverser U-Bahnen, Tunnelanlagen und Züge, um das Ziel zu erreichen. Und genau
hier liegt das Problem. The Stalin Subway vermittelt leider öfters den Eindruck, den Anspruch
eines Fremdenführers für Moskauer Bahnhöfe zu erfüllen, als den eines spannenden Shooters. Viel
zu oft rennt man von einem Zug quer über den Bahnsteig zum nächsten, behindert von Gegnern,
die das nicht so gerne hätten. Das man für einen Abschnitt eine gute Idee sein, nur sollte dieses
Prinzip nicht die halbe Spielzeit in Anspruch nehmen. Zudem sehen sich die Level, auch wenn
sie den Originalschauplätzen noch so akribisch nachempfunden sein sollen, viel zu ähnlich und
man empfindet mehr Deja Vu als Spaß. Das ist aber noch nicht alles. Damit der Spieler es sich
nicht so einfach macht, einfach direkt in den Zug zu steigen, gibt es nur eine offene Türe,
ihn zu betreten. Selbstverständlich genau am anderen Ende, damit man auch ja den gesamten Bahnsteig
abklappert und die Gegner erledigt. Damit man auch nicht auf dumme Gedanken kommt, evtl. auf
die Rolltreppe zu steigen oder Treppen hinaufzugehen, die man nicht hinaufgehen soll, haben
die Designer dort "unkaputtbare" Scharfschützen installiert. Da kann man draufhalten wie man
will, es kostet nur Munition. Dann schon lieber verschlossene Türen, wie in den anderen Leveln,
das spart wenigsten Munition. Damit ist aber die "Zugfahrt" noch lange nicht beendet, denn die
gleiche Strecke geht es wieder zurück innerhalb des Zuges, denn das Ziel ist das Steuerhaus.
Keine Frage, dass man sich hier wieder durch die neuen geskripteten Gegner bis nach vorne kämpfen
muss. Endlich dort angekommen, erfährt man durch eine Zwischensequenz, dass man jetzt wieder
ans Zugende muss, jetzt aber innerhalb eines Zeitlimits, denn dort brennt es. Ok, kein Garant
für Spielspass, wenn man den Ablauf betrachtet und als Ausrutscher sicher verzeihbar. Dass man
aber solche Bravourstücke gleich dreimal in Folge, nur in leicht anderer Variation, erleben
darf, zerrt schon mächtig an den Nerven - ok, die Bahnhöfe haben andere Namen.
Zum Glück gibt es aber ein paar wirklich stimmige Level, die jedoch zumeist in den unterirdischen
Katakomben und Anlagen spielen, die das Spiel etwas retten. Hier erinnert es dann auch in den
guten Abschnitten viel mehr an ihr durchaus gelungenes Vorgängergame Hellforces. Das Leveldesign
ist nicht zu linear und es gibt schon mal alternative Wege oder ganz einfache Sackgassen, an
denen es den meisten "modernen" Shooter oftmals schon mangelt. Leider sind diese jedoch in The
Stalin Subways ohne "Tiefgang" und auch ohne Nutzen. Selten gibt es zusätzliche Items
oder Waffen, die den Aufwand entlohnen würden. Zumindest tragen sie aber dazu bei, den Level
nicht zu gradlinig und dadurch etwas atmosphärischer zu gestalten. Auch sind hier die Ausgänge
zum nächsten Level niemals so augenscheinlich, wie man es aus den Mainstreamshootern gewohnt
ist. Ein Eingang verbirgt sich unter Kisten, ein anderer ist nur zu öffnen, wenn man durch das
Lüftungssystem klettert und von dort eine Türblockade wegballert, um danach die Türe öffnen
zu können. Leider hat man es aber auch in den Leveln wie dem Gefängnis oder auch der Akademie
etwas übertrieben. So findet man viele verschlossene Türen, muss aber jede zumindest zu öffnen
versuchen, um sicherzustellen, dass man dort nichts verpasst, um z. B. den Schlüssel zum nächsten
Ausgang zu finden. Es gibt dazu unzählige Büros, natürlich mit Feinden besetzt, die im Endeffekt
nur Staffage sind, wenn man einmal weiß, wo der notwendige Gegenstand zu finden ist, kann man
diese Abschnitte ohne Probleme vernachlässigen und den Feind Feind sein lassen. Sie kosten nur
Munition und in den Räumen ist meist nichts zu finden, was zumindest den Verbrauch an Patronen
rechtfertigt. Ein etwas merkwürdiges Leveldesign. Merkwürdig ist auch, dass man einige Türen
erst öffnen kann, wenn man bestimmte Dinge erledigt hat. Hat man so z. B. vorher schon einmal
alle Türe abgeklappert und erfolglos versucht zu öffnen, kann man dies gegebenenfalls komplett
noch mal wiederholen. So lies sich z. B. im Gefängnis erst eine Gittertüre öffnen, nachdem ich
dort eine bestimmte Person getötet hatte. Eigentlich wollte ich das schon als Bugs abschreiben,
doch wie sich zeigte, musste ich eine KGB Dame töten, damit sich die Türe öffnen lies. Sie hatte
nicht einmal einen Schlüssel, noch kam eine Info, dass sich jetzt die Türe geöffnete hatte.
Das ist zudem besonders ärgerlich, weil man sie fast als Passantin deklariert hatte, denn sollte
man zu viele Passanten töten, straft das Spiel dies mit "Game Over" ab. Da die gute Dame jedoch
keine Anstalten machte, sich zu wehren, war sie für mich, trotz ihrer Uniform, in der Schublade
"Achtung, nicht töten!" gelandet. Viel von der Spielzeit wird in The Stalin Subway also damit
verbracht, die Level noch einmal abzulaufen und zu prüfen, wo jetzt was geht, von den offensichtlicheren,
mit einem "Stalin Sternchen" auf sich aufmerksam machende Aktions-Events einmal abgesehen.
Das ist im Einzelfall auch kein Problem und für Spieler, die wie ich gerne einen Level erkunden,
sicher auch unterhaltsam, bei Stalin Subway geht diese Rechnung leider nicht auf. Warum lässt
sich der Aufzug mit dem Schlüssel nur in der unteren Etage rufen, Warum kann ich den Strom erst
einschalten, wenn ich festgestellt habe, dass der Aufzug keinen Saft hat, auch wenn ich vorher
schon versucht habe, den Schalter zu betätigen? Dabei sind die rätsellastigeren Level noch die
unterhaltsamsten, wenn sie auch maximal die Hälfte der Spielzeit einnehmen. Viel nerviger sind
dagegen die U-Bahn Station und Zugabschnitte, die vom Design eher so wirken wie eine Multiplayerkarte
(weswegen man diese auch im Mehrspielerteil wiederfindet). Die Unterschiede in der Levelqualität
lassen hier wirklich vermuten, dass diese Maps von einem anderen Entwickler stammen und das
Team von Orion mit diesen "Resten" zur Schadensbegrenzung engagiert wurden und einige Level
hinzugefügt haben, die nach dem Hellforces Schema ablaufen. Leider kommt dadurch aber kein stimmiges
Gesamtbild auf. Ebenso die Missonen, die man kurzzeitig als GRU Majorin Natalija Michalewa spielen
darf, laufen prinzipiell nach dem gleichen Schema ab, auch wenn man jetzt mal lackierte Nägel
an der Waffenskin sieht ;-)
Für einen Shooter elementar sind Waffen und die Gegner KI. Die Waffen orientieren sich nach
realen Wummen und werden im Handbuch auch höchst ausführlich beschrieben, inkl. kleiner Geschichtskunde
zur Entstehung, für Waffenfreaks ein kleines Mekka. Geboten werden die üblichen Varianten von
Pistolen, über Maschinengewehr bis hin zum Raketenwerfer und Granaten, natürlich die russischen
Modelvarianten mit Namen wie Tokarev, Schpagin, Simonov, Degtjarew usw. Die Waffen unterscheiden
sich auch recht gut in ihrer Wirkung und Durchschlagskraft und so macht es schon strategisch
Sinn, für bestimmte Situation auch entsprechende Waffen einzusetzen. Die Granate ist jedoch
mit Vorsicht zu genießen. Hier muss man im näheren Umfeld schon schnell die Beine in die Hand
nehmen. Schön ist auch, dass man durch die eigenen Querschläger Schaden nimmt, wenn man mal
wieder versucht, ein Vorhängeschloss oder eine Munitionskiste klein zu ballern. Die Gegner KI
muss in zwei Gruppen unterteilt werden. Von geskripteten Abläufen bis zum "normalen" Dienst.
Die Gegner in geskripteten Szene sind zumeist leichte Opfer, weil sie nach Vorgabe erst mal
darum bemüht sind, eine bestimmte Position einzunehmen. Kennt man diesen Ablauf, dann sind sie
Kanonenfutter. Auch mit Türen haben sie ihre Problem, öffnen ist nicht und oft warten sie einfach
dahinter. Anders sieht es aus, wenn sie etwas Bewegungsfreiheit haben und scheinbar die normale
Kampf-KI, jenseits der vorgeskripteten Ereignisse, zu tragen kommt. Hier gehen sie in Deckung,
schleichen sich auch schon mal von hinten heran, sind Meisterschützen aus der Entfernung und
treffen so gut wie immer, was insgesamt auch für einen deftigen Schwierigkeitsgrad sorgt. So
grottig, wie manche Reviews behaupten, ist die KI sicher nicht. Die Gegner brauchen lediglich
ein wenig "Auslauf".
Es gibt jedoch noch weiter Details, die bei The Stalin Subway ärgerten. So z. B., dass man
nach einer Mission einen Teil seiner Waffen nicht mehr zur Verfügung hat (und ich meine nicht
die obligatorische "Held gerät in Gefangenschaft-Mission"), sowie einige "Zeitsprünge", in den
Zwischensequenzen, so aussehen, als ob Teile komplett fehlten. Warum man zudem eine Rüstungsanzeige
zur Gesundheitsanzeige hat, ist mir ebenso ein Rätsel. Im gesamten Spielverlauf habe ich keinen
Gegenstand gefunden, der mir die verlorene Rüstung wiederherstellt. Einmal verlorene Rüstung
lies sich für beide Spielcharaktere nicht wieder herstellen. Vielleicht haben die Entwickler
auch einfach vergessen, selbige Gegenstände ins Spiel einzubauen.
Mehrspielermodus:
The Stalin Subway verfügt auch über einen Mehrspielermodus. Das war's auch schon, denn zum
Testen kam man nicht, Online war nie ein Spiel verfügbar, was auch nachvollziehbar ist, denn
die vier Maps laden nicht gerade zu ausladenden Mehrspielerduellen ein. Die Varianten Deathmatch
und Team Deathmatch müssen mit drei Karten auskommen, während eine CS Lite- Variante mit einer
Map auskommen muss, die zudem identisch mit einer der drei DM/TDM Karten ist. Wieder einmal
eine Mehrspielerpart mit reiner Alibifunktion und die Behauptung, reale Moskauer Schauplätze
vorzufinden, ist mehr als übertreiben, es sei denn dazu zählen ein U-Bahnschacht oder eine Baustelle.
Zensur:
Die deutsche Version zu The Stalin Subway ist entgegen den ersten Pressemeldungen zensiert.
Die Gegner verschwinden innerhalb von Sekunden von der Spielfläche und ihnen ist auch kein Tropfen
Blut zu entlocken. Komischerweise ist das in den Zwischensequenzen, die mit der Engine dargestellt
werden, nicht so. Hier sieht man ein Exekutionskommando, Leute werden an die Wand gestellt,
durchlöchert und Blut spritzt an die Wand. Auch sind die durch die Zwischensequenzen "liegengebliebenen"
Leichen weiterhin vorhanden, nur selbstgetötete verschwinden. Peinlich für die USK, dass sich
die durch Skriptsequenzen manifestierten Gegner auch weiterhin sehr Ragdoll-intensiv vom Handlungsort
wegbewegen lassen. Leider wirkt sich das Leichenwegbeamen auch ein wenig negativ auf die Orientierung
aus, denn gerade in den sehr labyrinthähnlichen Katakomben würden sie zumindest die Orientierung
in den sehr gleichen Räumen und Grotten gewährleisten und so Orte kennzeichnen, die man zuvor
schon gesehen hat. Zumindest bleiben manchmal einige Hüte liegen, sollten sie vor ihren Tode
durch die Gegend geschleudert werden, ansonsten wird alles komplett "verbeamt".
Fazit:
The Stalin Subway zu bewerten ist schwer, schwer deswegen, weil die Levelqualität von grottig
bis guter Durchschnitt variiert. Die Frage ist nun, wie man das Gesamtspielerlebnis bewertet,
wirft man alles in einen Topf. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit, die man sich bei solchen Titeln
nach dem Durchspielen gönnen sollte, komme ich aber zu dem Entschluss, dass man mit The Stalin
Subways nichts verpasst hat. Zu ärgerlich sind hier viele Details, um es gut in Erinnerung behalten
zu können. Die nervigen wiederholenden U-Bahn Abschnitte und das immer wiederholende Türenabklappern
stehen da im Vordergrund, auch wenn es einige nette Abschnitte und doch atmosphärische gelungene
Teile gibt. Im direkten Vergleich zum Vorgängerspiel Hellforces zieht es jedoch in allen Belangen
den Kürzeren. Die Graphik ist nicht so gelungen, es ist weniger abwechslungsreich und die Spielzeit
zudem kürzer. Die an sich interessante Idee, einen Shooter zu entwickeln, der an realen Moskauer
Schauplätzen zur Zeit des Stalin Regimes spielt, steht sich jedoch hier selbst im Weg, da man
es nicht schaffte, es interessant umzusetzen. Vielleicht eher was für Zugbegeisterte und Fahrplanstudierer,
als Shooterfreund jedoch von einem Zug in den nächsten zu rennen, erleben viele dank DB schon
im Real-Life genügend. Die Hälfte der ca. 10-12 Stunden Spielzeit rennt man leider über
Bahnsteige. The Stalin Subway ist zwar ein 30€ Mid-Price Titel, doch auch in diesem Bereich
gibt es günstigere und unterhaltsamere Titel, aktuell z. B. Land
of the Dead, Operation Matriarchy
oder das im Januar erscheinende Vorgängerspiel des gleichen Entwicklers namens Hellforces.
Geschrieben am 30.12.2005, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 2GB Ram, Creative X-Fi Extreme
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