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Steel Walker
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 | Info |
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| Gesamt (6 votes) | | 4 |
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| Name: | Steel Walker |
| Genre: | Action Sim |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2007/03 |
| Publisher: | Software Discount 99 |
| Entwickler: | Og Soft |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 1.4Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 1000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win XP/2000/Vista, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| USK: | 12 |
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Sonderlich viel Futter gab es für Mech-Fans in den letzten Jahren nicht auf dem PC. Mit
"Steel Walker", einem Produkt aus Deutschland, soll dies wieder anders werden. Wie gut das Erstlingswerk
von "OG-Soft Productions" geworden ist und wie es sich im Vergleich zu inzwischen reichlich
betagten Mech-Spielen schlägt, soll das folgende Review klären.
Das Actionspiel ist Midprice von ca 30 € erhältlich. Da ist es nicht verwunderlich,
dass lediglich ein "Infobogen" mit einigen Angaben zur Installation, den Hardwareanforderungen
und eine Tastaturbelegung in der DVD Box zu finden ist. Eine kurze PDF-Anleitung befindet sich
im Spielverzeichnis. Ein DVD Laufwerk ist nicht erforderlich, die 1 GB Spieldaten sind gepackt
auf einer CD untergebracht. Neben Windows 2000 und Windows XP wird auch schon Windows Vista
in der 32 und 64Bit Variante unterstützt, sofern für die Grafikkarte aktuelle DirectX Treiber
erhältlich sind. Technische Probleme oder Ärger mit dem Kopierschutz traten im Testverlauf nicht
auf.
Wenn der Präsident zum Terroristen wird
In der leicht verworrenen Hintergrundgeschichte des Spiels geht es um einen US Präsidenten,
der gerne länger im Amt bleiben möchte, um die Verfassung zu ändern. Doch die Rechnung geht
nicht auf und es kommt zum Bürgerkrieg, wobei Industrie und Präsident gegen die restliche Bevölkerung
antreten. Irgendwann greifen schließlich auch die anderen Nationen in den Krieg ein, da sich
herausgestellt hat, dass der Präsident von den Terroristen unterstützt wurde. Dieser hat daraufhin
schnell noch die Seiten gewechselt und gleichzeitig die Allianz mit Namen "Augen des Herrn"
ins Leben gerufen. Nach drei Jahren Krieg war die große Schlacht gewonnen und die Rebellen hatten
den Sieg errungen. Nur vom Präsidenten und dem Rest der Allianz fehlte jede Spur. Doch der Terror
ebbte nicht ab und daher bewilligte die UNO Gelder für den Bau einer neuen Waffe gegen den Terrorismus:
Den Walker. Zwei Jahre später ist der erste Prototyp fertig gestellt. Vor der Massenproduktion
gilt es noch einen Testlauf zu absolvieren und zu überprüfen, ob der Walker im Kampf wirklich
so wirkungsvoll ist. Die Auswahl für den Piloten fällt dabei auf den Spieler, der im Mech den
Kampf gegen die verbleibenden Terroristen aufnehmen darf. Warum unbedingt (wieder einmal) auf
Terroristen zurückgegriffen werden musste, werden vermutlich nur die Entwickler wissen. Das
Thema ist doch inzwischen mehr als verbraucht, zudem klingt die Hintergrundgeschichte schon
sehr komisch und lässt sich im Prinzip beliebig austauschen. Statt Terroristen hätte der Spieler
auch eine religiöse Sekte oder sonst einen "Feind" jagen können. Außerdem beschränkt sich die
gesamte Präsentation der Story schlichten Text, den der Spieler beim Spielstart sieht oder im
PDF-Handbuch nachlesen kann.
Bis die Rohre glühen
Das Ziel ist in Sichtweite. Nur noch über die Brücke und das Dorf ist erreicht. Im Laufschritt
geht es mit dem tonnenschweren Kampfläufer über die Brücke. Die nächsten Feinde lassen auch
nicht lange auf sich warten. Auf den Dächern der Gebäude tauchen einige Soldaten auf und eröffnen
das Feuer. Eine Salve aus dem Bord-MG reicht jedoch und es kehrt wieder Ruhe an. Vorsichtig
geht es am Dorf vorbei und die Suche nach der noch zu rettenden Zielperson beginnt. Ganz unerwartet
seilen sich plötzlich noch zwei weitere Soldaten vom nahen Hügel ab. Da sie jedoch so schlau
sind und auf halber Höhe, genau auf Höhe des Fadenkreuzes, hängen bleiben, stellen auch sie
keine ernsthafte Gefahr dar. Mit ein wenig Müh und Not geht es durch das Dorf, in dem schon
der kleinste Zaun ein Hindernis darstellt. Wenig später ist der Wissenschaftler gefunden und
es gilt noch lebend den Schauplatz zu verlassen…
Mit 40 Tonnen Stahl durch die Landschaft
In insgesamt zehn Missionen steuert der Spieler seinen Mech-Walker durch die Level. Dabei
ist es völlig egal, ob nun Mission eins oder zehn gespielt wird. Nicht nur das Gameplay, sondern
auch das Missionsdesign ist immer gleich. Das Spiel kennt nur zwei Missionsziele: Entweder gilt
es eine Reihe an Zielen zu zerstören und Gebiete zu sichern oder aber ein NPC muss gerettet
werden. Bevor es zu langweilig wird, gibt es auch mal eine Kombination aus beiden Zielvorgaben.
Egal ob der Spieler seinen Mech nun durch ein Stadt, die Wüste, eine Eislandschaft oder bewaldete
Gebiete steuert, der Spielablauf ist eintönig und linear. Alle Karten sind rechteckig aufgebaut,
wobei der Spieler durch Berge und kleine Hügel dazu bewegt wird, den vorgegebenen Weg zu nehmen.
Die Landschaft wirkt wie aus einem Zufallsgenerator. In regelmäßigen Abständen sind dabei Gegner
in der Landschaft verteilt oder tauchen plötzlich im Umfeld auf. Für sonderlich viele Feindtypen
hat es nicht gereicht. Einen Großteil der Spielzeit kämpft der Spieler nur gegen zwei Feinde:
Soldaten und Panzer. Während die Panzer noch einigermaßen nachvollziehbar recht fix die Beine
des Kampfläufers beschädigen, schaffen es die mit leichten Gewehren ausgestatteten Fußtruppen
recht schnell den Torso zu zerstören. Einige schlecht zu erkennende Soldaten auf irgendeinem
Gebäude und eine Mission ist rasch verloren; selbst auf einem der unteren Schwierigkeitsgrade.
Mit ein wenig "Glück" bekommt es der Spieler auch ab und zu mit einem Helikopter oder stationären
Abwehrgeschütz zu tun. Alle Gegner haben außerdem die Gemeinsamkeit, dass sie strohdumm agieren,
wenn man das bei Soldaten überhaupt sagen kann, das sie am Seil hängen bleiben, statt sich vollständig
abzuseilen und Deckung zu suchen. Von den intelligenten Gegnern, die auf der Packungsrückseite
versprochen werden, war im Spiel zumindest nichts zu sehen.
Wo ist das Gaspedal?
Ohne große Worte landet der Spieler nach dem Missionsstart hinter dem Steuer des Walkers.
Optional kann sein Test-Gelände besucht und auf einige aufgestellte Zielscheiben gefeuert werden.
Zwar ist die Handhabung des Kampfgefährts schnell klar, doch die Grundlagen muss sich jeder
Zocker selber erarbeiten. Das Spiel gibt hier keinerlei Hilfestellung und ein Tutorial fehlt
ebenso. Vier Tasten und die Maus reichen aus, um die Grundfunktionen des Walkers zu benutzen.
Der größte Unterschied im Vergleich zu anderen Mechspielen besteht darin, dass der Spieler durch
Drücken von W und S jeweils einen Gang hoch bzw. runter schalten kann. Jeder Gang steht dabei
für eine feste Geschwindigkeit. Die genaue Dosierung im Kampf erfordert daher ein wenig Übung,
auch weil Rumpf und Torso individuell gedreht werden. Da die Waffen an unterschiedlichen Stellen
des Walkers angebracht sind, werden auch nicht alle in die aktuelle Blickrichtung abgefeuert.
Für die beiden MGs und Lasers gibt es ein "bewegliches" Fadenkreuz, das per Maus gesteuert wird.
Raketen sind dagegen am Rumpf untergebracht, werden immer in "Laufrichtung" abgeschossen und
müssen durch eine Drehung des Walkers ausgerichtet werden, was durch eine automatische Ausrichtung
in Blickrichtung zumindest etwas vereinfacht wird. Steuern kann der Spieler das Gefährt über
unterschiedliche Außen- und Cockpitansichten. Auch eine Raketenkamera steht im Spielverlauf
zur Auswahl. Trotz dieser "freien Wahl" ist keine Perspektive dabei, die einen das Geschehen
gut überblicken lässt. In der Außenansicht wird viel zu viel auf dem Bild vom Walker verdeckt,
wodurch gerade die sehr kleinen Soldaten zur Qual werden, in der Cockpitansicht ist die Ausrichtung
nicht zu gut zu erkennen. Zumindest am Anfang einer jeden Mission kann der Spieler auch auf
ein Radar zurückgreifen, auf dem feindliche Einheiten angezeigt werden. Ein Feature, das sogar
recht gelungen ist, sind die unterschiedlichen Bordsysteme. Je nach Trefferzone werden unterschiedliche
Systeme in Mitleidenschaft gezogen. Wird das Antriebssystem beschädigt, dann verringert sich
die Maximalgeschwindigkeit. Bei Treffern in der Elektronik kann das Radar zwischenzeitlich ausfallen.
Um solche Beschädigungen zu reparieren und die Waffensystem aufzurüsten bzw. mit neuer Munition
zu versorgen, gilt es die Level nach entsprechenden "Power-Ups" abzusuchen, welche in Form von
Kisten verteilt sind. Am Anfang einer Mission wird dem Spieler zwar jeweils mitgeteilt, dass
die aktuellen Missionsziele über die Taste "l" einzusehen sind, doch war damit keine Auflistung
der Missionsziele zu erreichen. Entsprechend gut sollte der Spieler bei den schnörkellosen und
öden Missionsbriefings aufpassen. Neben einem kurzen Text, der aus ein oder zwei Sätzen besteht,
werden die wichtigsten Ziele auf einer Karte angezeigt.
Präsentation
Vermutlich aus werbetechnischen Gründen wird auf der Packung von fantastischen Landschaften
und zahlreichen Spezialeffekten gesprochen. Wirklich viel ist davon im Endprodukt nicht zu finden,
eher gesagt gar nichts. Optisch wirkt Steel Walkers extrem altbacken. Die Landschaften machen
einen sehr leblosen Eindruck und scheinen wie auf die Schnelle in einem Editor aus dem Boden
gestampft worden zu sein. Ab und zu sind einige Bäume oder gar zwei/ drei Hütten zu sehen, die
jedoch auch nicht gerade aus sonderlich vielen Polygonen bestehen. (Von den Texturen ganz zu
schweigen.) Obwohl pro Mission vielleicht 20 Objekte zu sehen sind, so lassen sich davon auch
nur einige wenige vorgegebene Bauten wirklich zerstören. Einzig die Stadtmission wirkt optisch
ein wenig schöner als die ansonsten hügeligen Außenbereiche. Optimal gelungen sind Schlachten
im Schnee, wobei das Fadenkreuz ebenfalls in weiß gehalten ist. Überhaupt sind die Auseinandersetzungen
noch das geringste Problem. An zahlreichen Stellen bleibt der tonnenschwere Walker hängen. Felsen
und Mauerkanten werden dadurch zu unüberwindbaren Hindernissen und fast jede Hügelkuppe ist
mit einer unsichtbaren Glaswand versehen. So kann der Spieler in einer Mission schräg rechts
vor sich das "Ziel" erkennen. Allerdings ist es nicht möglich auf das Ziel zuzulaufen, da ein
Anstieg von vielleicht 2 oder 3% den Walker aufhält und gleichzeitig die Meldung erscheint,
dass das Missionsgebiet verlassen wurde. Hier gilt es sich erst links um den Hügel herum zu
bewegen. Aber auch andere kleine Berghänge bereiten diesen Ärger. Abgesehen von einigen Feuereffekten
(etwa bei einer Explosion eines Panzers), Wasserspritzer und ein wenig Qualm, wenn der Walker
angeschlagen ist, sind keine besonderen Effekte zu erkennen. Die Welt ist leblos und präsentiert
sich durchweg statisch. Während auf dem Schlachtfeld zumindest noch ab und zu eine kleine Baumgruppe
zu finden ist, die sogar bei der Berührung mit dem Walker zerbricht, sind auf den Hügeln um
das Schlachtfeld herum aufgeklebte Bitmaptexturen zu bewundern. Auch die Texturqualität ist
alles andere als auf der Höhe der Zeit. Insgesamt ist es mehr als schleierhaft, wofür das Spiel
satte 1000 MB auf der Festplatte in Anspruch nimmt. Entsprechend sind die Ladezeiten für so
eine schwache Optik deutlich zu lang. Allein das schnörkellose Missionsbriefing (bestehend aus
zwei Textzeilen und einer 200 x 200 Pixel großen Grafik) braucht gut zehn Sekunden, um geladen
zu werden. Um die Akustik ist es leider auch nicht viel besser bestellt. Der Soundtrack dudelt
ein wenig penetrant nebenbei und vermischt sich mit den 08/15 Sounds der Waffen und dem Stapfen
des Walkers. Auch Sprachausgabe wird der Spieler kaum hören. Lediglich am Anfang einer jeden
Mission gibt es denselben Funkaustausch zwischen "HQ" und Spieler, worin es einen kurzen Abschiedsgruß
gibt. Als Krönung kann der Spieler die Lautstärke der einzelnen Quellen (Landschaft, Funk, etc.)
per Mausklick in 1%-Schritten ändern, was fast spannender ist, als das eigentliche Spiel.
Meinung
Sicherlich ist die Entwicklung eines Spiels nicht einfach. Gerade beim ersten Projekt wird
nicht unbedingt eine Glanzleistung abgeliefert. Allerdings hat Steel Walker das Problem, dass
nicht nur in ein oder zwei Bereichen Nachbesserungsbedarf besteht, sondern überall. Handlung?
Gibt es nicht. Präsentation? Lustlos und demotivierend. Missionen? Wirken wie an einem Abend
schnell zusammengeschustert. KI? Nicht vorhanden. Steuerung? Sehr gewöhnungsbedürftig und in
Verbindung mit den sehr schwammigen Kollisionszonen und strikter Wegvorgabe inakzeptabel. Ein
Mehrspielermodus wurde da dann lieber gleich gespart und für einen Editor gibt es ebenfalls
kaum Bedarf, so dass es nicht stört, wenn keiner mitgeliefert wird. Selbst zum Midprice von
unter 30€ ist das Spiel maßlos überteuert und ein Fehlkauf für jeden, der Spaß am Rechner haben
will. Als Beweis dafür dient die mittlerweile erschienene Demo.
Geschrieben am 16.03.2007, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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