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Still Life
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 | Info |
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| Autor | | 2 |
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 |   | | 1.5 |
 |   | | 2 |
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| Gesamt (21 votes) | | 2 |
 |   | | 0.3 |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 2.1 |
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| Name: | Still Life |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2005/05 |
| Publisher: | The Adventure Company |
| Entwickler: | Microids |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Hardware: | 800Mhz, 128MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Bemerkung: | auch für Xbox |
| USK: | 16 |
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Seit einiger Zeit befindet sich das Adventure Still Life von Microids in den Läden und wie
inzwischen auch längst nicht mehr unüblich zugleich für PC und Xbox. Basierend auf dem Grundgerüst
von Syberia 2 wird hier ein schonungsloses,
etwas düsteres Adventure ohne neumodischen Actionsequenz-Schnickschnack präsentiert. Wie sich
der Nachfolger zu Post Mortem im Vergleich
zu anderen Spielen schlägt, soll das folgende Review klären.
Gerade einmal zwei CDs werden benötigt und mit 600 bis 1200 MB ist das Spiel auch recht schlank
ausgefallen. Als Einstieg und Information zum Spiel gibt es ein dünnes, aber dafür farbiges
Handbuch, in dem die insgesamt recht simple Handhabung des Spiels genau erklärt wird. Abstürze
oder andere technische Problem (vielleicht durch den StarForce Kopierschutz) traten beim Durchspielen
nicht auf.
Weihnachten, eigentlich eine besinnliche Zeit
Eigentlich ist die Weihnachtszeit ja etwas Schönes und Gemütliches, doch leider nicht für
alle. Insbesondere FBI Agentin Victoria McPherson ist nicht so ganz in Feierlaune. Ein Serientäter
treibt sein Unwesen in Chicago im Jahre 2005. Inzwischen gab es schon das fünfte Opfer und dabei
ist er nie besonders zimperlich vorgegangen und es wird auch nicht das letzte Opfer sein. Leider
wurde bislang auch noch keine wirklich heiße Spur entdeckt, welche die Ermittler zum Täter führen
konnte. Was Victoria anfangs noch nicht weiß ist, dass ihr aktueller Fall mit einer Ermittlung
ihres Großvaters im Jahre 1920 in Prag in Zusammenhang steht. Das Abenteuer beginnt. Im Gegensatz
zu vielen anderen Adventures geht Still Life in eine recht düstere Richtung und so gibt es einige
blutige Tatorte und Leichen zu bewundern. Die Story entwickelt sich dabei sehr spannend und
motiviert extrem zum Weiterspielen. Problematisch wird es jedoch zum Ende, wenn alles doch recht
offen gelassen wird. Man könnte auf einen dritten Teil (nach Post Mortem und Still Life) hoffen,
doch leider wurde Microids inzwischen von UbiSoft geschluckt und es sollen nun keine Adventures
mehr folgen.
Das fängt ja gut an
So erreicht Victoria nun zu beginn also den fünften Tatort. Vom Polizisten am Eingang gibt
es eine kurze Information zur Situation und dann geht es auch schon rein in das runtergekommene
Gebäude. Vor der Tür zur Wohnung trifft man dann auch Partner Miller, dem die Szene erheblich
zugesetzt hat. Während dieser noch weiter gegen seinen Brechreiz ankämpft, kümmert sich der
Spieler um die nötige Beweissicherung. Neben der Kamera hat man weitere Utensilien zur Spurensicherung.
Langsam arbeitet man sich nun durch die einzelnen Räume. An einem Nagel findet man einige Haare,
die fotografiert und eingetütet werden, die Schleifspuren im Gang sind auch eine interessante
Entdeckung. In den beiden vorderen Räumen gibt es entsprechende Blutproben auf dem Boden zu
sichern, die unter Schwarzlicht gut auszumachen sind. Einfach den entsprechenden Filter vor
die Scheinwerfer stecken. Außerdem findet man einige makabere mit Blut geschriebene Sprüche
des Täters an der Wand, nachdem man diese mit Luminol sichtbar gemacht hat. Auch die Untersuchung
der Leiche hat einige Kleinigkeiten offenbart und vielleicht wird die folgende Untersuchung
im Leichenschauhaus noch weitere hilfreiche Infos ans Tageslicht bringen. Damit sollten erst
mal genug Infos gesammelt worden sein und die Nachforschungen gehen auf dem Revier weiter…
Dem Killer auf der Spur
In insgesamt sieben Abschnitten ist Victoria darum bemüht den Serienkiller dingfest zu machen.
Allerdings spielt der Spieler nur etwa 50% der leider recht knappen Spielzeit von etwa 7 bis
10 Stunden Victoria. Schon gegen Ende des ersten Abschnitts entdeckt der Spieler auf dem Dachboden
die Aufzeichnungen von Gus McPherson, der Kennern von Post Mortem ein Begriff sein sollte. Zufälligerweise
war er als Privatdetektiv in Prag im Jahre 1920 einem ganz ähnlichen Fall auf der Spur. Und
genau diese Ermittlung werden nachgespielt, so dass nach jedem Abschnitt ein Perspektivenwechsel
erfolgt, der die beiden Handlungsstränge wunderbar miteinander kombiniert. Das Gameplay ist
dabei in beiden Epochen gleich. Der Spieler steuert den Ermittler bzw. die Ermittlerin in bester
Point & Klick Manier durch die Landschaft. Im Gegensatz zum Anfang des Spiels bzw. der Demo
ist der Fokus des Gameplays jedoch weniger bei den richtigen Rätseln, sondern eher bei Gesprächen.
Da wollen Zeugen verhört, neue Freundschaften geschlossen und der ein oder andere Gefallen eingelöst
werden. So hat man in einem Gespräch belauschen können, dass der Zuhälter meint, man hätte es
auf seine Mädels abgesehen. Dies versucht man im folgenden Gespräch richtigzustellen. Als kleinen
Beweis soll man den Schläger Roman aus dem Knast holen, weil dieser dem Polizisten Stasek eine
geknallt hatte. Also geht es auf zur Wache und da man Stasek gut kennt, ist es auch kein großes
Problem. Dieser möchte lediglich eine kleine Gefälligkeit und seine Tapferkeitsmedaille zurück,
die die Zuhälterin Apolina besitzt. Nach einer kurzen Diskussion bekommt man sie dann auch und
klappert dann die Leute der Reihe nach rückwärts wieder ab. Somit gestattet der Zuhälter ein
Gespräch mit einem bestimmten Mädchen. Dies ist eine recht beispielhafte Passage aus Laufwegen
und Gesprächen. Auch vorhanden sind einige kleine Puzzle, wie etwas später auf einem Schrottplatz,
wo Kisten mit einem Kran richtig angeordnet werden müssen oder Schiebeaufgaben zu lösen
sind. Im Prinzip sind diese Schiebeaufgaben nette Knobeleien. Nur leider ist an ein oder zwei
Stellen der Schwierigkeitsgrad bei den Entwicklern durchgegangen. Hierunter fällt das Knacken
eines Schlosses, bei dem man mit zwei Dietrichen die Stifte im Schloss reindrücken muss.
Wer nicht gerade viel Ahnung vom Backen hat, der wird auch seine "Freude" an der Plätzchenaufgabe
haben. Hier müssen einige Kekse für den lieben Herrn Papa gebacken werden. Leider liegt das
Rezept nur in kryptischer Form (1 Tasse Liebe, ½ Tasse Großzügigkeit, etc) vor und muss vom
Spieler entsprechend auf die Zutaten angewendet werden. Aber auch bekanntere Aufgaben sind vorhanden.
Wie bekommt man aus 5 Liter Wasser in einem Bottich nur noch 4 Liter oder Schiebepuzzle, in
denen ein Bild zusammengestückelt werden muss. Actionaufgaben, sind glücklicherweise nicht vorhanden.
Lediglich gegen Ende muss ein Roboter durch Laserstrahlen gesteuert werden, was nicht so schwer
ist, weil es auch nur einen Weg gibt. Wird der Roboter jedoch zerstört, muss man wieder von
vorne anfangen und abspeichern geht dabei nicht. Ab und zu findet man dann auch noch die klassischen
Adventureaufgaben. Da muss man beispielsweise die Putzkraft ablenken, damit man an die Schlüssel
kommt, ein Ausweis will zusammengebastelt werden oder es gilt Fingerabdrücke zu sichern. Es
kann jedoch nicht gesagt werden, dass diese Aufgaben besonders schwer geraten sind. Auch Einsteiger
sollten damit bestens zurechtkommen. Glücklicherweise gibt es auch nicht sehr viel Pixelhunting.
Es sind fast alle Gegenstände gut zu erkennen bzw. beim Überfahren mit dem Cursor werden sie
gut sichtbar angezeigt. Da kann man zwar beispielsweise die Tasse vom Chef noch nicht nehmen,
erkennt aber, dass etwas anklickbar ist um es früher oder später zu verwenden. Wer somit die
Räume schon immer von Anfang an untersucht, sollte fast immer wissen, was man wo bekommt. Lediglich
an einige Sachen wie einem Messer auf den Fliesen vor dem Werkzeugkasten sind sehr schwer zu
erkennen, zumal man sich sowieso fragt, weshalb man nicht auch einfach eins der sicherlich vielen
Messer aus der Küche nehmen könnte. Ebenfalls sind Aufgaben vorhanden, in denen es auf zwei
Aufnahmen kleine Unterschiede zu erkennen gilt und "Indiana-Jones-like" muss auch
ein dunkles Labyrinth aus der Vogelperspektive überwunden werden. Kontinuierlich kommen immer
mehr Schauplätze hinzu und die Story wird mit einigen interessanten Wendungen präsentiert. Auch
lockern stimmige Zwischensequenzen das Spiel immer wieder auf und verknüpfen gleichzeitig sehr
gekonnt die beiden Zeitepochen. Nur das Ende ist sicherlich nicht ganz befriedigend, weil das
große Erfolgerlebnis leider ausbleibt. Im Spiel selber wird man jedoch meist sehr schnell Erfolgserlebnisse
erzielen. Oftmals wird dem Spieler sehr direkt gesagt, wo es weitergeht und auch die Helden
denken da sehr laut nach.
Handhabung des Spiels
Die Steuerung geht insgesamt sehr einfach und weitestgehend problemlos von der Hand. Der
Mauszeiger verändert sich entsprechend, wenn man mit Personen sprechen, Dinge aufheben oder
aktivieren oder das Bild verlassen kann. Dank laufen per Doppelklick und Karte kommt man auch
recht fix von einem Schauplatz zum anderen. Sehr viele Interaktionsmöglichkeiten bieten viele
der gerenderten Hintergründe leider nicht. Irgendwelche Objekte, die einfach nur so angewählt
werden können, tauchen kaum auf. Im Gegensatz zu anderen Spielen gibt es für Gespräche nur zwei
Tasten. Sollte eigentlich einfach sein, nur scheinbar haben damit einige "professionelle Tester"
Probleme und bemängeln die Gesprächsführung als "umständlich". Die Handhabung ist ganz einfach.
Die linke Taste führt ein Gespräch, das zwingend notwendig ist um im Spiel voranzukommen, mit
der anderen wird Smalltalk gestartet. Woran man sich anfangs etwas gewöhnen muss ist die Handhabung
bei Gegenständen. Hier leuchtet auf dem Bild oben links ein entsprechendes Handsymbol auf, das
darauf hindeutet, dass man an genau dieser Stelle ein Objekt verwenden kann. Dann geht man ins
Inventar und benutzt den Gegenstand und danach muß man mitunter erst noch das Ziel wählen, meist,
wenn es um die Anwendung in einer Nahansicht geht. Steht man jedoch irgendwo im Raum und möchte
nun einen Gegenstand auf ein weit entferntes Objekt anwenden, dann muss man sich erst dorthin
begeben. Außerdem können Gegenstände betrachtet und gedreht werden, so dass beispielsweise ein
Code auf der Rückseite einer Chipkarte entdeckt wird. Neben Aufzeichnungen, die alle wichtigen
Fortschritte in knapper Textform festhalten, sammelt man auch im Laufe der Zeit einige Dokumente,
die im Inventar betrachtet werden können. Leider gibt es hier jedoch wenig Liebe zum Detail,
wenn man dies mit anderen Spielen wie Syberia 2 vom gleichen Entwickler oder den sehr schönen
Übersetzungen von Büchern in Black Mirror
vergleicht. Hier steht nur schlichter Text, unschön, wenn man zuvor - den Gegenstand noch in
schöner grafischer Pracht gesehen hat. Im Kochbuch wird die englische Handschrift einfach von
einem schlichten Textfeld überblendet.
Grafik & Sound
Wohl aufgrund der Konsolenentwicklung baut Still Life nur auf 800 x 600 Pixel große gerenderte
Hintergrundbilder. Dennoch sind diese sehr ansehnlich geworden. Da rieselt der Schnee, Nebel
wabbert durchs Bild und das Wasser ist leicht in Bewegung. Dennoch macht das Spiel einen leicht
sterilen und künstlichen Eindruck, was jedoch auch durchaus Geschmackssache ist. Dank vieler
NPCs in den Gebieten habe ich es beim Spielen nicht als unangenehm empfunden. Die Charaktere
selber sind 3D Modelle und da hätte man doch einige Polygone und bessere Texturen spendieren
können. Ansonsten sind die Animationen überwiegend ganz nett und ansehnlich und so gibt es beispielsweise
unterschiedliche Warteanimationen im Aufzug. Doch auf der anderen Seite sieht das Laufen der
Heldin doch etwas unfertig aus. Die Videos sind sehr passend zum Spiel und zeigen auch unterhaltsame
Actionpassagen - weniger Verpixelung in den Videos wäre jedoch schön gewesen. Performanceprobleme
gab es nicht. Die Musikl hat mich sehr überzeugt und war durchweg stimmig und hat für ordentlich
Atmosphäre gesorgt. Die deutsche Sprachausgabe ist da eher ein zweischneidiges Schwert. An Vertonungen
von DTP bei z. B. Sherlock Holmes kommt Still Life nicht heran. Einige Sprecher, wie z. B. der
Vater, wirken sehr unpassend und dazu gibt es noch erstaunliche Betonungen. Jedoch hätte
es auch deutlich schlechter sein können und andere Stimmen wie z. B. Victoria sind deutlich
besser.
Meinung
Also ich muss sagen, dass ich nach der Demo ein leicht anderes Spiel erwartet habe. Und zwar
mit einem deutlicheren Schwerpunkt bei den Rätseln und Kombinationsaufgaben in Sachen Blutanalyse
und Spurensicherung. Doch auch wenn der klassische Rätselpart nicht so ausgeprägt und schwer
ist, wie sich so mancher Profi das wünscht, stimmt ansonsten fast alles. Lediglich mit dem Türschloss
und Backrätsel haben es die Entwickler etwas übertrieben. Insbesondere die Atmosphäre kommt
wunderbar rüber, wird stimmungsvoll in den beiden Zeitepochen präsentiert und miteinander verknüpft.
Leider rollt der Abspann dann doch etwas früh über den Schirm und läßt so manche Frage offen,
auf die man wohl auch keine Antwort mehr bekommen wird. Abgerundet wird das Spiel durch insgesamt
sehr schöne Grafiken und einer einfachen Steuerung. Abgesehen von den kleinen Mankos ist es
ein wunderbares und atmosphärisches Spiel, das wie Black Mirror in jede gut sortierte Adventuresammlung
gehört.
Geschrieben am 24.06.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
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