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Star Wars: Force Unl.2
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 | Info |
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| Name: | Star Wars: The Force Unleashed 2 |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2010/10 |
| Publisher: | Lucas Arts |
| Entwickler: | Lucas Arts |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | Xbox360 |
| System: | Xbox360 |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Bemerkung: | auch für PS3, Wii, PC |
| USK: | 16 |
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| Star Wars: The Force Unleashed 2 (review von nali_warcow) |
Wenn ein Spiel erfolgreich ist, dann liegt es nahe, dass möglichst schnell eine Fortsetzung
nachgeschoben wird. Nicht selten leidet allerdings beim schnellen Ausschlachten der auserkorenen
Geldquelle die Qualität. Als Lucas Arts Ende 2008, also vor gut zwei Jahren, mit Star Wars -
The Force Unleashed, einen modernen und optisch ansehnlichen Actiontitel auf den Markt brachte,
der von den Spielern - trotz einiger Gameplayschwächen - gut angenommen wurde, wäre es eigentlich
nicht verwunderlich gewesen, wenn der Nachfolger bereits 12 Monate später im Regal gestanden
hätte. Aber die Zeit wurde erst einmal genutzt, um mit weiteren DLC-Missionen und einer GOTY-Version,
womit Force Unleashed auch endlich für PC-Spieler verfügbar wurde, die Einnahmen zu maximieren.
Erst weitere 12 Monate später erschien der Nachfolger, was den Entwicklern zwei Jahre Entwicklungszeit
für den nächsten Teil gegeben hat. In der Theorie standen die Zeichen für einen hochwertigen
Nachfolger nicht schlecht, aber haben die Entwickler die Zeit sinnvoll genutzt? Hat sich das
Spiel weiterentwickelt, wurden Schwächen eliminiert und wie schlägt sich Force Unleashed 2 im
Vergleich zu anderen Actiontiteln, die 2010 veröffentlicht wurden und im Weihnachtsgeschäft
ebenfalls um die Gunst der Käufer buhlen?
Neben den Konsolenfassungen für Playstation 3 und Xbox 360, worauf dieses Review basiert,
gibt es auch einen Ableger für Nintendo Wii und einen PC-Port, dieses Mal ohne zeitliche Verzögerung.
Eine Playstation 2-Version gibt es dagegen nicht mehr und die PSP-Fassung wurde gestrichen.
Lediglich das Nintendo DS wird im Handheldbereich noch unterstützt. Eine weitere Besonderheit
der HD-Konsolenversionen ist die optional erhältliche Collectors Edition, die neben Mini-USB-Stick
und Bonus-Disk mit Hintergründen auch zusätzliche Spielinhalte beinhaltet, wie drei weitere
Kampfarenen und Lichtschwertkristalle, die zusätzliche Fertigkeiten im Spiel zur Auswahl stellen.
Ich bin wieder hier... und suche eine Frau
Auch im Nachfolger schlüpft der Spieler wieder in die Rolle von Starkiller, was allerdings
nicht unbedingt die beste Entscheidung gewesen ist. Wer sich an die beiden möglichen Endsequenzen
von Force Unleashed 1 erinnert, die grobe Star Wars-Geschichte im Hinterkopf hat, der weiß,
welches Ende nur in Frage kommen kann, damit die Rebellenallianz nicht schon vor deren Gründung
vernichtet wird, und was mit Starkiller passierte. Die Frage, die Darth Vader somit zu Beginn
des Nachfolgers aufwirft und weshalb der Spieler in Starkillers Haut schlüpft, ist damit quasi
beantwortet, bevor die Geschichte beginnt. Das wäre im Grunde gar nicht mal so schlimm, allerdings
rückt diese zentrale Frage im weiteren Verlauf doch eher in den Hintergrund und der "Held" ist
mehr daran interessiert seine alte Liebe Juno aus dem Vorgänger zu finden. Mit fortgeschrittener
Spielzeit kommt zwar noch der ein oder andere, kleine Höhepunkt dazu, doch am Ende schafft es
keine der beiden möglichen Finalsequenzen, die wieder einmal auf der moralischen gut-böse-Entscheidung
nach dem Endkampf basieren, den Handlungsbogen so weit zu schließen, dass man als Spieler nun
wirklich eine Antwort bekommt. Ob das nun, was Vader anfangs behauptet hat, wahr ist oder gelogen
war, muss man zwischen den Zeilen bzw. Spielen erkennen. Insgesamt wurde einiges an Potential
verschenkt, eine stimmige Geschichte mit interessanten / überraschenden Wendungen zu erzählen,
wie es noch im Vorgänger der Fall war.
Force Unleashed 2 hat den Beigeschmack einer 08/15 Ergänzung mit offenem Ende, um irgendwie
etwas zwischen den bisherigen Star Wars Geschichten erzählen zu können. Auch ein 10-Sekunden-Gastauftritt
von Yoda oder Boba Fett hilft da wenig, um die Handlung interessanter zu machen. Dazu sind die
Auftritte zu kurz und zu austauschbar.
Kurzzeitspaß zum Vollpreis
Ohne allzu große Umschweife und einem kurzen Tutorial geht es bei Force Unleashed 2 gleich
richtig zur Sache. Jedi Starkiller zeigt schon nach wenigen Minuten, wie man eine Imperial Basis
auf Kamino auseinander nehmen kann. Der bombastische Einstieg geizt dabei weder mit Effekten
noch mit Gameplaymöglichkeiten. Im Gegensatz zum Vorgänger, wo der Spieler nach einer kurzen
Einleitung als Schwächling in die eigentliche Spielwelt entlassen wurde, so geht es im Nachfolger
als erfahrener Kämpfer in die Schlacht. Um Neueinsteiger nicht zu sehr zu überfordern wurde
der erste Level zudem recht stimmig als Einführung für alle Spielmöglichkeiten genutzt. Mit
Hilfe der Macht und mit zwei Lichtschwertern gleichzeitig kämpft der Spieler dabei in bekannter
Art und Weise gegen die unterschiedlichsten, meist jedoch imperialen Feinde. Von 08/15 Sturmtrupplern
und Jetpack-Troopern über imperiale Jedi-Anfänger bis hin zu geklonten, unsichtbaren Angreifern
wird weniger Abwechslung geboten, als noch im Vorgänger. Auch sind die Feinde sehr viel leichter
zu besiegen, was teilweise an der sehr geradlinigen und vorhersehbaren KI liegt, aber auch die
Umgebung ist für die Feinde sehr viel tödlicher geworden. Entweder, weil der Spieler in Außenbereichen
unterwegs ist, wo links & rechts neben dem Pfad ein tödlicher Abgrund ist oder aber diverse
Kraftfelder als wirkungsvolle Eliminierungsmöglichkeit verwendet werden können. Warum sich also
mit Sturmtruppen anlegen, die eine Energielanze haben und im Nahkampf blocken, wenn die Angreifer
auch widerstandlos in die nächste, tödliche "Falle" geworfen werden können? Dabei muss das Ziel
nicht einmal "angefasst" werden, die Machtfertigkeit "Force Push" schleudert die Angreifer wie
Spielzeug durch die Luft, so dass auch die ab und zu eingestreuten Feinde, die immun gegen den
Machtgriff sind, keine große Gefahr darstellen. Sehr wirkungsvoll ist in Kämpfen auch ein starker
Angriff (X + A-Taste), wodurch der Widersacher mit dem Lichtschwert durchbohrt und dann in eine
gut kalkulierbare Richtung geworfen werden kann.
Zusätzlich gibt es immer mal wieder eingestreute, mechanische Feinde. Aus der Luft greift
der ein oder andere Tie-Fighter an, in manchen Hallen, Gängen und Korridoren steht mitunter
ein Kampf gegen gut gepanzerte Karbonit-Droiden, die versuchen den Helden einzufrieden, auf
dem Programm und in größeren Arealen taucht auch schon einmal ein AT-ST bzw. die Raketenversion
AT-MP auf. Sehr viel schwieriger zu beseitigen sind die großen Gegner allerdings auch nicht,
wenn man einmal die entsprechende Taktik kennt (etwa beim AT-MP immer nur die Raketen abfangen
und mit der Macht zurück schicken) und auch die KI lässt sich auf allen Schwierigkeitsgraden
recht einfach austricksen. Insbesondere da die Gegner nur in einem bestimmten Bereich den Spieler
angreifen / verfolgen und dann, wenn der Spieler eine unsichtbare Barriere überquert, sich wieder
abwenden. In größeren Räumen, wo sich einige Gegner befinden, lassen sich mit ähnlichen Taktiken
auch nach und nach einzelne Feindesgruppen herauslocken und nacheinander ausschalten. Gerade
im Vergleich zum ersten Teil ist Force Unleashed 2 somit sehr viel einfacher und der Spielcharakter
deutlich mächtiger geworden. Auf dem untersten Schwierigkeitsgrad (einfach) ist der Jedi nahezu
unsterblich und verliert auch durch die stärksten Angriffe nur sehr wenig Energie. Zudem gehen
gefühlt 99% des Schadens nur temporär von der Gesundheit ab, die sich nach wenigen Augenblicken
wieder regeneriert. Lediglich Abgründe stellen eine Bedrohung dar.
Aber auch die höchste Spielstufe (Unleashed) ist merklich entschärft worden. Zum einen liegt
dies am mächtigeren Jedi, den leichter zu besiegenden Feinden und einer durchgehend besseren
Verteilung der Kontrollpunkte, die es jetzt auch in Bosskämpfen gibt. Zum andern startet der
Spieler jeweils mit voller Gesundheit vom letzten Checkpoint. Wirklich unfair ist der Nachfolger
daher glücklicherweise kaum noch und beinhaltet lediglich drei kniffligere Passagen, wo die
Masse an Feinden und der abgesperrte Raum den Kampf zum Glücksspiel werden lässt. Wenn aber
dann auf recht freier Fläche mehrere Nahkämpfer heranstürmen, die über sehr viele Trefferpunkte
verfügen (aber kein Abgrund vorhanden ist, um diese in selbigen zu befördern), gleichzeitig
von den Feinden Machtkräfte eingesetzt werden, Sturmtruppen auf den Helden feuern und im Hintergrund
größere Feinde mit Lasern und Granaten auf den Spielern feuern, die einen selbst dann treffen
können, wenn sich in einer Quick-Time-Aktion befindet, dann sind auch im ansonsten leichteren
Nachfolger Frustmomente dabei - aber das auch nur auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad.
Sicherlich ist es verständlich, dass ein Star Wars-Spiel etwas mehr auf den Massenmarkt abzielt,
als andere Actiontitel. Und wer nicht gerade auf der Suche nach einem Hardcore-Titel ist, der
bekommt auf der Unleashed-Spielstufe einen Actiontitel, der schon bedachtes Vorgehen erfordert,
aber nur ganz selten unfair ist. Das eigentlich Problem bzw. der große Kritikpunkt am Nachfolger
ist das extrem öde & repetitive Leveldesign und eine Spielzeit, die trotz Längen und künstlicher
Streckung bei etwa vier bis fünf Stunden liegt. Von neun Leveln insgesamt sind nur zwei wirklich
gut, ein weiterer stellt lediglich eine kurze Zwischensequenz dar und der Rest besteht aus Variationen
und Copy & Paste Passagen bekannter und/oder langweiliger Passagen. So ist der Spieler beispielsweise
in drei Leveln auf Kamino unterwegs.
Was im actionreichen Intro noch ganz spaßig rüberkommt und stimmig inszeniert ist, wird langweilig,
wenn man später zum Großteil durch die gleiche oder minimal abgewandelte Levelpassagen läuft.
An einer anderen Stelle geht es durch ein Schlachtschiff der Republik, was nicht nur aus immer
wieder gleichen Levelabschnitten besteht, sondern im nächsten Level geht es fast den gesamten
Level wieder zurück. Durch die gleichen Gänge und Räume. Nur auf dem Rückweg nicht von A nach
B, sondern von B nach A. Und auch die beiden Leveln, die in der Wolkenstadt Tarko-se spielen,
sind leider nicht abwechslungsreicher ausgefallen, sondern bieten etliche 1 zu 1 kopierte Bereiche.
Zwischen den Kämpfen gibt es auch immer mal wieder leicht eingestreute "Puzzle" zu lösen,
um den nächsten Abschnitt zu erreichen. So gilt es eine Tür wieder mit Energie zu versorgen,
ein Objekt richtig auszurichten, durch ein Energiefeld zu kommen, eine Barrikade zu zerstören
oder sich durch kleine Sprungeinlagen in der Klonfabrik nach oben zu arbeiten. Aber auch hier
haben es die Entwickler mit der Massen an gleichen Aktionen, die oftmals immer wieder hintereinander
kommen, deutlich übertrieben. Statt einer kurzen Klettereinlage und Neuausrichtung von "Rohren"
zur nächsten Ebene dreht sich fast der ganze Level nur darum. Statt eine Tür mit Energie zu
versorgen sind es etliche hintereinander. Statt eine Energiebarriere zu überwinden sind es drei
hintereinander. Aber auch in den Bosskämpfen, von denen es weniger gibt, als noch im Vorgänger,
wird durch immer wieder gleiche Abläufe die Spielzeit gestreckt und der Spaß gemindert. Das
eigentliche Highlight im Spiel, was auch schon im 1. Teaser angedeutet wurde, ist ein eindrucksvoller
Kampf gegen ein gigantisches Ungetüm in einer Arena. Ohne zu viel vom Kampf zu verraten, aber
um den Boss zu besiegen gilt es drei "Phasen" zu bestehen. Nur leider muss man innerhalb einer
Phase mehrfach die gleichen Aktionen durchführen. Und auch die anderen Bosskämpfe bestehen aus
recycelten Passagen, die mehrfach hintereinander verwendet werden. Einmalig ist es ja eine interessante,
spaßige und überraschende Sache, wenn der Gegner plötzlich Gegenstände auf den Charakter wirft
oder um einen herum lauter "Helfer" auftauchen und sich der Gegner auf die nächste Plattform
verzieht. Aber nicht, wenn das immer wieder vorkommt.
Und sonst?
Wer die recht kurze Storykampagne abgeschlossen hat, kann entweder jeden Level erneut und
auf einem höheren Schwierigkeitsgrad spielen, verpasste Secrets in Form von "Holocrons" suchen,
die Boni freischalten, oder den Herausforderungsmodus in Angriff nehmen. Dort stehen zehn Aufgaben
zur Auswahl, die im Kampagnenverlauf freigeschaltet werden, und den Spieler unterschiedliche
"Minispielchen" unter Zeitdruck absolvieren lassen. Neben einem Highscore gibt es auch die Möglichkeit,
die eigene Leistung mit Freunden zu vergleichen. Mal gilt es möglichst schnell und fehlerfrei
unterschiedliche Lichtschwertangriffe zu absolvieren, Gegner müssen von einer Stelle X ferngehalten
werden, es gilt einen Hindernisparcours zu bewältigen oder sich möglichst schnell durch mehrere
aneinandergereihte Kampfareale zu schnetzeln. Außerdem gab es Mitte Dezember 2010 auch die ersten
Downloadinhalte fürs Spiel, die allerdings im Vergleich zum Vorgänger deutlich preiswerter ausgefallen
sind. So gibt es ein Kostümset und einen neuen Level nicht mehr für jeweils 10€, diesmal ist
man mit einem 1€ bzw. 80 MS Points dabei. Im DL-Zusatzlevel "Endor" kehrt der Spieler
dann als böser Jedi auf den bekannten Waldmond zurück und muss den Angriff der Rebellen auf
den Schildgenerator verhindern, was allerdings weder zum Ende von Force Unleashed 2 noch zum
Star Wars-Kanon passt. Spielerisch wird ansonsten gewohnte FU2-Kost geboten: Es gibt nette Ideen
und Ansätze und die werden dann wieder und wieder aufgetischt. Abgesehen von einem kleinen "Physik-
& Kletterrätsel" geht es durch immer wieder ähnliche Waldabschnitte, die von Rebellentruppen,
Ewoks und stationären Geschützen verteidigt werden, und dem XXL Schildgenerator, der aus etlichen
aneinandergereihten Brücken und Stahlkonstruktionen besteht. Wieso die imperialen Truppen im
Gebäude zudem den Spieler angreifen, ist auch nicht wirklich verständlich. Zwei neue Bossfights
im Level runden das Downloadpaket ab.
Durchwachsene Technik
Kenner werden sich im 2. Teil der Force Unleashed-Reihe sofort heimisch fühlen, Einsteiger
bekommen anhand des umfangreichen Tutorials im 1. Level alles in kleinen Häppchen beigebracht,
um den Jedi sicher durchs Spiel zu lotsen. Mit dem linken Stick wird der Charakter gesteuert
und der andere dient zum nachjustieren der Kamera, was oftmals notwendig ist, da die Auto-Ansicht
nicht immer ein optimales Blickfeld findet. Neben dem normalen Angriff (X) gibt eine ganze Reihe
an Jedi-Angriffen, die der Spieler von Beginn an nutzen und mit Erfahrungspunkten besiegter
Gegner bis Stufe 3 verbessern kann, wodurch der schon anfangs starke Kämpfer noch deutlich gefährlicher
wird. Mit Blitz, Machtschub und Sprung lassen sich unterschiedlichste Kombos erstellen, Gegner
schon auf Entfernung angreifen / besiegen und das Gameplay geht überwiegend recht gut von der
Hand, wenngleich sich das Kampfgeschehen noch immer wie ein Nahkampfsystem mit aufgesetzten
Fernkampfaspekten anfühlt. In anderen Spielen, wie etwa God of War, bekommt es der Spieler primär
mit Nahkämpfern zu tun, während in der Star Wars-Variante die Fernkämpfer dominieren und es
wichtig ist, den Gegner auf Entfernung zu bekämpfen (Lichtschwertwurf, Blitz, Machtschub, etc.)
bzw. die Entfernung möglichst schnell zu überwinden, um in den Nahkampf gehen zu können. Im
Kampf sammelt der Held zudem nicht nur Erfahrung zum Aufleveln, sondern auch Macht-Wut, um -
wenn die Anzeige voll ist - kurzzeitig noch stärker und unverwundbar zu sein. Da die Wut-Anzeige
mit einem Neustart vom letzten Kontrollpunkt nicht zurückgesetzt wird, ist es so möglich, an
schwierigen Stellen noch Wut zu sammeln, um dann nach X Anläufen noch den Spezialangriff zur
Verfügung zu haben. Blöd wird es allerdings, wenn man es nicht geschafft hat und danach keine
Macht-Wut mehr hat und diese erst wieder langwierig aufbauen muss.
Die beiden Lichtschwerter können zudem mit unterschiedlichen Kristallen ausgestattet werden,
die zusätzliche Fertigkeiten ermöglichen, so dass etwa Blitzangriffe noch wirkungsvoller sind
oder der Charakter besser blocken kann. Manuelles Blocken ist im Spiel auch möglich, allerdings
funktioniert ein schneller 5-Meter-Ausweichsprint doch besser. Ein wenig verbessert wurde auch
das Auto-Zielsystem. Befindet sich der Spieler nach einem Sprung beispielsweise in der Luft,
dann klappt es in Force Unleashed 2 schon öfters mit einem Blitzangriff einen Gegner zu treffen,
der sich etwas unter dem Charakter befindet. Allerdings ist das gezielte Aufheben und Werfen
von Gegenständen im Kampf noch immer ein Glücksspiel. Insbesondere je mehr Objekte auf dem Schirm
ist, desto willkürlicher wird die automatische Auswahl, was der Held mit der Macht greift und
wohin das Geschoss fliegt. Einige Gegner in einem Meer aus Fässern bedeutet nicht, dass die
Fässer in der Hand in Richtung Angreifer fliegen, sondern - da zahlreicher - ein anderes Fass
als Ziel auserkoren wird. Mit all diesen kleinen Problemen kann man sich mit der Zeit halbwegs
"anfreunden", da einige starke Angriffe und Machtkräfte ausreichen, um es mit den meisten Angreifern
problemlos aufzunehmen. Allerdings enttäuscht die technische Umsetzung sehr, da es im späteren
Spielverlauf zu ständigen und extrem nervigen Freezes kam, wobei das Geschehen für ein bis zwei
Sekunden pausierte und danach ganz normal weiterläuft. Das Problem trat dabei sowohl in Sequenzen
auf, in denen 10 Angreifer auf den Spieler einstürmten, als auch in ruhigen Passagen, wenn der
Charakter nur einen Schritt nach vorn machte. Die Aussetzer gab es nicht nur in Gameplaypassagen,
sondern auch in den selbstablaufenden Quick-Time-Sequenzen und im Herausforderungsmodus. Hat
man allerdings einmal den Kampagnenlevel beendet, dann lief der Level beim erneuten Durchspielen
ohne die genannten Probleme.
Der Rest der Technik ist solide ausgefallen und bietet wieder einmal ein nettes Zusammenspiel
der Euphoria und Havok-Physikengine. Animationen und Interaktion von Objekten und Personen ist
ausgesprochen glaubwürdig. Auch gibt es einige wirklich schöne Hintergründe, ansehnliche CG-Zwischensequenzen
und das Geschehen auf dem Schirm wirkt auch mit zwei Jahre alter Technik auf dem Buckel stimmig,
wenn 10 Gegner auf den Spieler einstürmen, Laserblitze durch die Luft fliegen und der Machtstoß
sämtliche Gegner im nahen Umkreis durch die Luft schleudert. Da ein Großteil des Leveldesigns
aus immer wieder ähnlichen Passagen besteht, wird nicht nur das Gameplay eintönig, sondern auch
die Optik. Es fehlt an Höhepunkten, an neuen Welten und mehr Abwechslung. Die ersten 15 Minuten
in einem neuen Setting sind gelungen und machen Spaß, danach wird es öde. In Sachen Musik und
Sound gibt es zwar auch viele bekannte Klänge, allen voran der markante Soundtrack von John
Williams, aber das sind Elemente, die muss ein Star Wars-Titel haben, um glaubwürdig und stimmig
zu sein. Wer keine deutschen Sprecher hören möchte, der kann auch durch Umschalten der Ländersprache
an der Konsole, das englische Original höhren. Da allerdings die Handlung selbst nicht so viel
hergibt und dünner ausgefallen ist, als beim Erstling, können auch die Originalsprecher nicht
so viel mehr Atmosphäre herausholen.
Meinung
Nach zwei Jahren einen so unmotiviert zusammengeschusterten Nachfolger zu veröffentlichen
ist schon sehr verwunderlich. Es passiert ja nicht selten, dass so manche Vollversion den Eindruck
eines Mission-Packs hinterlässt, aber bei Force Unleashed 2 bekommt man ein künstlich gestrecktes
und mit einer dünnen Story gestricktes DLC-Paket zum Vollpreis. Es gibt Highlights, wie der
Arenakampf oder ein spektakulärer Absturz mit einem Raumschiff, aber die gehen in der Masse
der sonstigen Copy & Paste-Passagen, Wiederholungen und extremem Levelrecycling unter. Dazu
gibt es dann auch noch einen sehr unschönen Freeze-Bug, der einem in den Herausforderungen und
im ersten Spieldurchlauf mächtig auf die Nerven geht. Wer unbedingt ein Star Wars Actionspiel
braucht, der bekommt mit dem Vorgänger deutlich bessere Kost und der Titel kostet - je nach
Plattform - inzwischen ggf. weniger als 10€. Wenn Force Unleashed 2 irgendwann einmal zum Billigpreis
verramscht wird, dann können Interessierte einen Blick riskieren und hoffen, dass der Technikbug
beseitigt wurde. Aber wer 2010 Geld für ein Vollpreis-Actionspiel ausgeben will, der sollte
tunlichst die Finger vom Spiel lassen und lieber die guten Games, wie etwa God of War auf der
Playstation 3 oder Castlevania: Lords of
Shadow auf den HD-Konsolen, finanziell unterstützen.
Geschrieben am 19.12.2010, Testkonfiguration: Xbox360
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