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S.W.I.N.E.
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 | Info |
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| Autor | | 1 |
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| Gesamt (83 votes) | | 2+ |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 2.1 |
 |   | | 2.3 |
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| Name: | S.W.I.N.E. |
| Genre: | Echtzeitstrategie |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2001/10 |
| Publisher: | Fishtank |
| Entwickler: | Storm Region |
| Hardware: | 466Mhz, 96MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 900 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.9 |
| USK: | 12 |
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| S.W.I.N.E. (review von ronin) |
Einigeln - Ressourcen sammeln - viele Panzer bauen ->Tankrush. So
oder ähnlich lassen sich die meisten derzeit erhältlichen Echtzeitstrategiespiele
(mit Ausnahme des recht komplexen Age of Empire 2) beschreiben. Aus
diesem Grunde hatte das Genre für mich seinen Reiz verloren und dementsprechend
skeptisch ging ich an den Test von S.W.I.N.E heran. Zwei Stunden später,
sowie zwei Hasenmissionen weiter, waren diese Vorurteile wie weggepustet,
ähm wie weggefegt. Warum sich ein notorischer Echtzeitstrategiehasser
plötzlich in schwule Hasen und nationalistische "Schweine" verliebt und
nur noch mit physischer Gewalt vom Monitor zu entfernen ist, soll der
folgende Test klären.
Die Story umgeht geschickt die derzeitige politische Brisanz von realistischer
Kriegsdarstellung und benutzt dafür einen Konflikt zwischen Hasen und
Schweinen. Das fiktive Szenario erinnert zwar frappierend an einen durchaus
realen Konflikt der Vergangenheit, nimmt diesen allerdings dermaßen gekonnt
auf die Schippe, dass Kritik hier fehl am Platz wäre. Die Bewohner der
beiden Staaten Karottenland und der Schweinerepublik leben jahrelang friedlich
nebeneinander, bis den Schweinen die Eicheln ausgehen und sie auf die
überquellenden Karottenfelder der Hasen schielen. Als dann noch ein Militärdiktator,
mit dem klangvollem Namen General EisenHAUER die Macht in der ehemals
demokratischen Republik an sich reißt, ist Schluss mit lustig. Kurz gesagt:
Die Schweine wollen den Karnickeln an die Möhren.
Dass ebengenannter General nicht nur der Story nach, sondern auch von
seiner heiserkreischenden Stimme gefährlich an einen untersetzten Österreicher
mit Oberlippenbart und speckigem Scheitel erinnert, ignorieren wir hier
einfach mal ;). Es kommt also wie es kommen musste. Die Nationale Schweinsarmee
gewinnt Lebensraum im Karottenland und besiegt die Hasen in nur zwei Wochen
nach Blitzkriegmanier. Ab hier übernimmt der Spieler das Ruder und darf
sich für eine der beiden Parteien entscheiden. Entweder gibt's Hasenbraten
mit Möhrengemüse oder Schweinsroulade in frischen Eicheln. Jedem der sich
auf das Spielerlebnis S.W.I.N.E einlassen will, empfehle ich zuerst die
Hasen zu spielen. Nicht nur weil dieser Haufen von stockschwulen Plüschtierchen
sofort zum weiterspielen animiert, sondern auch wegen des leichteren Gameplays.
Die ersten zwei Missionen haben eher Tutorialcharakter und führen (neben
einem richtigem Tutorial) ins Spiel ein. Steuerung und Spielweise wird
in den Grundzügen gut erklärt, den Rest kriegt man im Spiel mit, denn
die Lernkurve steigt seicht aber immer fordernd an. Außerdem ist die Guerillataktik
der Hasen mehr auf hinterhältige Spielweise ausgelegt und lässt mehr Zeit
zum planen. Wie sich das im Spielverlauf äußert möchte ich später noch
anhand einer Spielsituation genauer erklären. An dieser Stelle muss ich
allerdings meine erste Kritik loswerden. Warum ist die Reihenfolge der
zu spielenden Parteien nicht vom Programm von Beginn an festgelegt, bzw.
warum wird nicht mit Hilfe einer Warnung auf den höheren Schwierigkeitsgrad
der Schweinekampagne hingewiesen ?! (siehe Starcraft) Das wäre sicher
kein Problem gewesen. Falls es einem Spieler jedoch an Herausforderung
fehlt kann er immer noch zwischen den drei Schwierigkeitsgraden leicht,
normal und schwer entscheiden. Ansonsten unterscheiden sich die Parteien
der Hasen und Schweine kaum. Die Einheiten sind fast identisch, wobei
die Schweine eher auf starke Panzerung und Feuerkraft, die Hasen dagegen
auf mobile und weitreichende Fahrzeuge zurückgreifen. Es gibt verschiedene
Arten von Panzern, Artilleriegeschütze, Mehrfachraketenwerfer, Minenleger,
Zugmaschinen für Anhänger (Nachschub) und Kommandofahrzeuge. Eine Amphibieneinheit
und ein karotten- bzw. eichelnschießender Mörser runden das Ganze ab.
Insgesamt kommt man inklusive Anhängertypen auf ca. 12 verschiedene Fahrzeuge
pro Partei. Wobei, wie schon gesagt, die Unterschiede eher im grafischen
Bereich zu finden sind. Zusätzlich können die Einheiten mit Powerups ausgestattet
werden: Da wären ein Fernglas zur erhöhten Sichtweite, verstärkte Panzerung,
erweiterte Treibstoff- und Munitionsbehälter, Turbos, Minensucher und
Karottensaft bzw. Eichelbier ;). Fast jede Einheit hat außerdem noch eine
eigene Spezialfähigkeit: Panzer können sich in den Boden eingraben und
damit etwaige Schäden reduzieren, die Artillerie kann nur schießen, wenn
sie im Boden verankert ist und der Raketenwerfer schaltet vom Einfach-
zum Mehrfachschuss um. Pro Kampagne darf man 10 Missionen spielen, wobei
diese teilweise in den selben Gebieten handeln. Wo man mit den Hasen eine
Ölraffinerie, die vorher von den "Säuen" erobert wurde, zurückgewinnen
muss, so ist es in der Schweinekampagne die Aufgabe des Spieler, diese
zu verteidigen. Langweilig wird es deswegen trotzdem nicht und schon die
Namen der jeweiligen Mission laden immer wieder zum Schmunzeln ein. Die
letzte Hasenmission zum Beispiel hat das Schloss von General EisenHAUER
zum Ziel und heißt: Return to castle Eisenhauer ;). Auch ansonsten sind
die Missionen relativ abwechslungsreich gestaltet. Mal müssen Fabriken
zerstört, mal ein Militärstützpunkt eine zeitlang verteidigt werden, dem
vorher erst Nachschub geliefert werden musste. Alles in allem genretypische
Missionskost, die Spaß macht, aber nicht außergewöhnlich ist. Bei besonderen
Ereignissen wird mit der Spieleengine eine gescriptete Sequenz abgespielt,
was das Ganze noch ein wenig spannender gestaltet.
Ich hatte zu Beginn schon auf das in S.W.I.N.E nicht existente Problem
des Tankrushs hingewiesen. Das hat einen ganz einfachen Grund: Die Fahrzeuge
und Powerups kosten viel, viel Geld (in Form von sogenannten Strategiepunkten
SP), die Einheiten gewinnen mit der Zeit an Erfahrung, was ihnen zusätzliche
Panzerung und Feuerkraft einbringt, und Gebäude sowie Ressourcenmanagement
im typischen C&C Sinne gibt es nicht. Ein Verlust an Einheiten kann man
sich also ganz einfach nicht leisten. Wer in den ersten beiden Missionen
zwei seiner lebenswichtigen Artilleriegeschütze einbüßt kann gleich von
vorn anfangen. Pro gewonnener Mission gewinnt man 1000 SP dazu, eine Artillerie
kostet ohne Update jedoch schon 600 SP, was sie zu einem sehr kostbaren
Gut macht. Hinzu kommen noch die Kosten für Reparatur-, Treibstoff-, und
Munitionsanhänger, die (was mir sehr unverständlich erscheint) jede
Mission nachgekauft werden müssen. Man sieht also worauf das hinausläuft:
Qualität statt Quantität. Tankrushfetischisten werden schon nach wenigen
Minuten alt aussehen.
Um eine Ahnung von der typischen Spielweise mit den Hasen bzw. Schweinen
zu bekommen, möchte ich im Groben eine Mission nachspielen und auch die
Unterschiede beider Parteien beleuchten. Das Ziel ist die Zerstörung zweier
Waffenfabriken der Schweine, die innerhalb einer Stadt stehen, um jedoch
dort hinzugelangen ist es nötig ein langes, schmales Tal zu durchqueren,
welches links und rechts mit Artillerieeinheiten und Panzern gesichert
ist. Im Tal selbst wimmelt es von Minen und patroullierenden Spähpanzern.
Die eigenen Truppen bestehen aus einigen wenigen Nahkampfeinheiten wie
Panzern, Mörsern und Raketenwerfern sowie vier Artilleriegeschützen, die
weit hinter der Front aufgestellt werden und Ziele aus großer Entfernung
angreifen können. Als Nachschub dienen Zugmaschinen mit jeweils zwei Anhängern
für Reparatur, Munition und Treibstoff. Obwohl die Einheiten vor der Mission
in einem extra Menü zusammengestellt und ausgerüstet werden, kann man
auch nachträglich (wenn noch Geld übrig ist) Einheiten per Hubschrauber
anfordern. Damit die Artillerie die gegnerischen Truppen auf's Korn nehmen
kann, muss das sogenannte Kommandofahrzeug das Gebiet aufklären; um vor
etwaigen Minen sicher zu sein, begleitet es noch ein Spähpanzer, der per
PowerUp mit einem Minensucher ausgerüstet wurde. Da S.W.I.N.E den Sichtbereich
realistisch aufdeckt und damit Höhenunterschiede und Hindernisse wie Bäume
mit einrechnet, bleibt uns die Sicht auf die das Tal umgebenden Berge
versperrt. Es bleibt nur eine Lösung: Die Berge müssen über den kleinen
Seitenpass von Feindeinheiten gesäubert werden, damit wir unbeschadet
durch das Tal kommen. Also Artillerie in Position gebracht, die Panzer
als Schutzlinie davor eingebuddelt und in zweiter Reihe die Raketenwerfer
in Stellung geschafft. Das Kommandofahrzeug klärt das Gebiet vor uns auf
und entdeckt prompt zwei Panzer, drei Mörser und ein Kommandofahrzeug,
das vor einer Artilleriestellung wartet. Die beiden gegnerischen Panzer
fallen in den Sichtbereich unserer Fernwaffen, was es unserer Artillerie
leicht macht. Der Feuerbefehl wird erteilt und schon rollen die beiden
auf unsere gut vorbereitete Verteidigungslinie zu. Nach wenigen Sekunden
und den typisch verhöhnenden und beleidigenden Sprüchen beider Parteien
später, sind die Panzer Schrott. Bei den drei Mörsern wird es schon schwieriger,
die sind nicht nur schwerer gepanzert, sondern liegen auch außerhalb des
Angriffsradius der Artillerie. Ein Spähpanzer wird vorgeschickt und lockt
die drei Säue unter Dauerbeschuss und eingelegtem Rückwärtsgang zu unserer
Verteidigungslinie. Die sind also auch Geschichte. Jetzt fehlt uns nur
noch die gegnerische Artillerie und das Kommandofahrzeug. Aufgrund des
Fernrohrupdates kann unser Kundschafter ein paar Meter weiter sehen und
somit wird das Kommandofahrzeug von unseren Fernwaffen erfolgreich und
ohne Gegenwehr ausgeschalten. Darauf folgt die Artillerie und der Pass
ist wenigstens von "oben" frei.
Jetzt kann unser Kommandofahrzeug das Tal inklusive Minen auskundschaften
und die wenigen patroullierenden Spähpanzer sind mit unseren schweren
Panzern schnell beseitigt. In Vorbereitung auf die folgenden Kämpfe wird
unser wackeres tödliches Duzend mit neuem Sprit, neuer Munition und ein
paar Reparatureinheiten versorgt. Nach dem schwierigen bergigen Gelände
des Tals folgt nun eine freie Fläche, die es uns ermöglicht, mit der selben
vorher schon angewandten Taktik und mehr Bewegungsspielraum die gegnerischen
Einheiten anzulocken. Lediglich die zwischen den Häusern versteckten Artilleriegeschütze
sind aufgrund mangelnder Sicht ein Problem. Nach zwei Stunden aufreibendem
und forderndem Vorantastens liegen die beiden Fabriken in Schutt und Asche.
Der Sieg der Hasen und das Ende EisenHAUERs sind wieder ein Stück greifbarer
geworden.
Der Vorteil an den Hasenmissionen ist die relative Blödheit der Schweine.
Mit hinterhältigen Attacken an der Flanke oder in den Rücken braucht man
bei ihnen nicht zu fürchten. Es reicht wie oben vorzugehen und die Einheiten
anzulocken. Natürlich sind die Schweinepanzer harte Nüsse und der Reparaturanhänger
muss ständig schrauben und hämmern, aber das Vorgehen ist berechenbarer
und damit leichter. Umso überraschter war ich, als ich anfing die Schweine
zu kommandieren. Ich baute an einer geeigneten Stelle meine typische Verteidigungsstellung
auf und lockte die flinken Einheiten der Hasen an. Das Ergebnis war ein
zwei Minuten später erfolgender Neustart. Der Grund: Die Hasen erhielten
Verstärkung, die sich unbemerkt von hinten an mich herangeschlichen hatte.
Gegen die flinken kleinen Panzer der Hasen sah meine träge Artillerie
alt aus und die Panzer waren noch mit den von vorn angreifenden Hasen
beschäftigt. Währendessen beschossen mich frisch per Helikopter eingeflogene
Raketenwerfer von der Flanke und zerrieselten meine Nachschubcontainer.
Meine Artillerie war mittlerweile umzingelt und zur Hälfte vernichtet.
Zähneknirschend gestand ich meine Niederlage ein und war um mehrere Erfahrungen
reicher. Nach dem Neustart sicherte ich meinen Rückweg mit mehreren Minenfeldern
und einer zweiten Verteidigungslinie aus eingegrabenen Panzern. Das Ergebnis
war befriedigend ;). Mit einer gewissen Einarbeitungszeit sorgt das neue
Verhalten des Gegners für genügend Abwechslung, um auch weiterhin zu motivieren.
Ab der sechsten Mission der Schweinekampagne steigt der Schwierigkeitsgrad
stark an und obwohl dem Spieler mehr Geld zugewiesen wird, kommt es unweigerlich
zu größeren Verlusten, welche selbst mit überlegtem Taktieren nicht kompensiert
werden können. Welche Partei einem mehr zusagt muss allerdings jeder selbst
entscheiden, die Hasen spielen sich aber weitaus entspannter.
Neben diesem erfrischend anderen Spielerlebnis und dem offensichtlichen
Humor durch die Story wird das Flair von S.W.I.N.E vor allem durch die
6000 verschiedenen Sprachsamples aufgebaut. Jede Einheit hat ständig neue
fantastisch witzige Sprüche drauf, welche mit unglaublicher Liebe zum
Detail synchronisiert wurden und mit bösen Anspielungen nur so um sich
werfen. Um euch das zu verdeutlichen habe ich ein paar Sprüche aufgeschrieben.
Bis zum Schluss hat man jedoch nicht einmal die Hälfte gehört. Das geht
soweit, dass beschädigte Einheiten plötzlich zickig werden und nur noch
widerwillig den Befehlen gehorchen, in der Wüste über die Hitze sowie
im Schnee über die Kälte lamentieren und Einheiten bei Nachtmissionen
nur noch flüstern. Meine Favoriten sind natürlich die schwulen Häschen
mit der Lispelstimme und den ständigen frivolen Anspielungen (Bully ist´n
Scheiß dagegen). Die chronisch unter Raucherhusten leidenden Schweine
haben ihre eigene Art, die sicher auch ihre Anhänger finden werden. Hier
nur eine kleine Auswahl, ich möchte auch nicht zuviel verraten :). - "Schlaf
Schweinchen schlaf ..." Triumphruf auf einen zerstörten Schweinepanzer
- "Ich mache eine Sauerei aus dir ..." Angriffsschrei der Hasen - "Auf
zur nächsten Stellung ..." Bewegungsbefehl der Hasen - "Ohhh ich liebe
Stellungswechsel *töff*" Bewegungsbefehl der Hasen - "Nehme Kursk ins
Ziel ähmm Kurs aufs Ziel ..." Auch Bewegungsbefehl ;) - "Ich schieß dir
einen Abfluss in den Darm ..." Angriffsschrei der Hasen - "Komm her du
SAU !!! ..." Reaktion auf Beschuss - "Wer möchte ein 100 - teiliges Hasenpuzzle
*quiek* ..." Triumphruf auf einen vernichteten Hasen - "Riecht seltsam
... werden hier Hasen verkohlt ?! HAHA ..." Triumphruf auf einen vernichteten
Hasen.
Auch sonst ist der Sound von erstklassiger Qualität. Im eigentlichen
Spiel hört man Landschaftsgeräusche wie Vogelgezwitscher, Grillenzirpen
und rauschendes Wasser ... natürlich neben den bombastischen Explosionsgeräuschen
und den coolen Hase - Sau - Diskussionen, aber auch kleinere Gags wie
Kirchenmusik, wenn man über eine Kirche scrollt, oder das Grunzen schlafender
Schweine, während man über ihren Häusern verharrt. Das Pendant dazu ist
das Bugs Bunny - typische Möhrenknabbern ;). Ja es ging sogar soweit,
dass auf einem Schweineflughafen im Hintergrund ein Radio mit hetzerischen
Reden Propaganda vertreibt. (Ein Schelm der Böses dabei denkt). In den
Menüs bestimmt POPPige Musik die Atmosphäre, welche jedwede Ernsthaftigkeit
sofort im Keim erstickt . Sobald man mit den Schweinen spielt, ändert
sich neben dem Menülayout auch der Sound zu harten Industrialstücken.
Liebe im Detail bestimmt hier das Gesamtbild und macht das Spiel zu einem
besonderen Leckerbissen. Neben dem tollen Sound kann S.W.I.N.E auch mit
einer grandiosen Optik aufwarten. Die 3D - Grafik ist zoomlos dreh- und
schwenkbar und bietet eine (nicht immer übliche) ständige Übersicht
und lässt keine Orientierungsprobleme aufkommen, da ständige Schwenks
nicht notwendig sind. Die Einheiten sehen detailreich animiert aus und
bewegen sich realistisch. Jeeps drehen sich bei Bewegung nicht einfach
im Kreis, sondern "Wenden in drei Zügen". Mit einem Erfahrungsaufstieg
ändert sich auch die Optik der Einheiten, wie zusätzliche Panzerplatten
etc. Staubwolken und Spuren im Sand zeigen erneut die zahlreichen Details.
In Städten klappen die Einwohner ihre Fensterläden ein, sobald eine gegnerische
Einheit vorbeifährt, Bäume und Sträucher wiegen sich im Wind und spielunrelevante
Objekte wie Windkrafträder und Bunkeranlagen lassen die Welt sehr lebendig
erscheinen. Die Explosionen und Effekte sind spektakulär und lassen vergleichbare
Titel im Genre hinter sich. (Wobei die C&C Serie sicher keine Konkurrenz
in Sachen Grafik darstellt) Auch verschiedene Landschaftstypen, Tag-
und Nachtmissionen sowie diverse Wettereffekte werden geboten. Alle gängigen
Auflösungen werden unterstützt. Auf meinem Athlon 1,2 mit Geforce2 Ultra
lief das Spiel mit 1024*768 32 bit absolut flüssig. Aber in einer geringeren
Auflösung und etwas verringerten Details dürften auch schwächere Rechner
keine Probleme haben. Die Zwischensequenzen sind von guter Qualität und
treiben nach der wenig textlastigen Missionsbeschreibung die Story voran,
wobei hier hauptsächlich durch Videos humoristische Einlagen des Hasen
- Schweine - Konfliktes zum besten gegeben werden. Die Steuerung ist genretypisch
und orientiert sich an Warcraft2. Also mit rechts bewegen und mit links
auswählen. Ansonsten können auf die übliche Weise Rahmen gezogen werden
und typgleiche Einheiten mit Doppelklick ausgewählt werden.
Einheitengruppierung fällt ebenfalls genretypisch aus. Die Spezialfunktion
jeder Einheit kann mit der Taste "X" aktiviert werden, was unnötige Verwirrung
aufgrund von Hotkeys erspart. Leider lassen sich keine Formationen speichern
und auch automatisches Anordnen sucht man vergebens. Bei einem solchen
Spiel, wo die richtige Formation über Sieg oder Niederlage entscheidet,
ist das besonders ärgerlich, da man zuviel Zeit mit dem ständigen Neuausrichten
der Verteidigungsstellung verbringt. Allerdings ist es möglich, das Spiel
zu pausieren und in ruhigen Minuten die Spielgeschwindigkeit zu verdoppeln,
was bei langen Strecken viel Zeit erspart und dafür sorgt, dass das Spiel
nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Ansonsten hat man sich nach 10
Minuten an die leicht zugängliche Steuerung gewöhnt und es bleibt ein
positives Gesamtbild.
Natürlich gibt es in S.W.I.N.E auch einen Multiplayermodus. Vier Varianten
(Deathmatch, Capture The Flag etc.) werden angeboten, die bis zu acht
Spieler zulassen. Auch über Gamespy Arcade können MP - Partien gesucht
werden. In wieweit sich eine Community für das Spiel durchsetzen wird,
bleibt wie immer abzuwarten. Auf meiner nächsten LAN - Session wird S.W.I.N.E
aber ganz sicher dabei sein :).
Zum Schluss bleibt aber auch noch die Kritik. Diese macht natürlich auch
nicht vor S.W.I.N.E halt. Da wäre vor allem die technische Seite. Sieht
man sich im Forum der Herstellerhomepage um, merkt man schnell, dass ich
mit meinem Rechner Glück hatte. Genau wie bei Aquanox (vom selben Publisher)
macht S.W.I.N.E mit manchen Grafik- und Soundkarten Probleme. Häufige
Freezies (eingefrorener Bildschirm) und Soundabstürze trüben das Gesamtbild
und obwohl schon ein Patch veröffentlicht wurde, haben sich diese Probleme
kaum gelegt. Hier kann man nur auf weitere Patches hoffen. Neben diesen
technischen Problemen sind auch im Spiel kleinere Mängel, die teilweise
an den Nerven zerren. Die Wegroutinen sind manchmal nicht ganz so gut
gelungen, an Brücken oder anderen engen Stellen bleiben Einheiten einfach
stehen oder verkannten sich, was mühsame Handarbeit zur Folge hat. Auch
sind die Gegner (was mir vor allem bei den Schweinen auffiel) nicht
immer so intelligent wie sie sein sollten. Manchmal bleiben gegnerische
Einheiten, die beschossen werden, einfach stehen bis sie vernichtet sind.
Das passiert völlig zufällig, denn meistens kommt die komplette Gegnerschaft
dieses Bereiches auf den Spieler zugefahren. Auch die schon angesprochene
fehlende Formationsfunktion ist ärgerlich. Als letztes möchte ich noch
den plötzlich sehr stark ansteigenden Schwierigkeitsgrad ab der sechsten
Schweinemission bemängeln, was einen unnötigen Bruch im allgemeinen Spielerlebnis
darstellt und zu Frust führen kann.
Das wäre es an Kritik aber auch schon gewesen. Missionsaufbau, Grafik,
Sound, Langzeitmotivation und Atmosphäre sind ansonsten perfekt gelungen.
Den ungarischen Entwicklern Stormregion ist mit S.W.I.N.E der Überraschungshit
gelungen. Selbst Echtzeit - Strategiemuffel werden an diesem Kracher ihre
Freude haben. Die stimmige "andere" Atmosphäre, der schräge, bitterböse
Humor, die liebevolle, detailreiche Grafik und die einfache Handhabung
werden letztendlich jeden überzeugen. (unbedingt Demo antesten) Die
wenigen Kritikpunkte trüben den Gesamteindruck nicht sonderlich und rechtfertigen
die hohe Bewertung vollkommen. Ich hoffe schon auf Teil 2 (welcher im
Abspann schon angekündigt wird) und anderen innovativen Geniestreichen
von den ungarischen Newcomern.
Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews ,
der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.
Geschrieben am 29.11.2001, Testkonfiguration: AMD1200, GeForce2 Ultra, 256MB Ram, SB Live
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