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Syberia
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
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 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (56 votes) | | 2+ |
 |   | | 0.7 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 2.3 |
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| Name: | Syberia |
| Genre: | Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/08 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Microids |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | 350Mhz, 64MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 400 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| Patch: | 3.0 |
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| Syberia (review von look) |
Es regnet, passend zur melancholischen Melodie im Vorspann.
Auf einer abschüssigen Straße, im malerischen Valadilène in den französischen
Alpen, erscheint ein die Trommel schlagender Automat, der dem von einem
Pferd gezogenem Leichenwagen voran schreitet. Dem Sarg folgend kommt die
völlig in schwarz gekleidete Ehrenwache an uns vorbei, die nun hinter
dem Tor der Kirche verschwinden...
Dies ist der Anfang der Abenteuer von Kate Walker. Einer Anwältin aus
der großen Stadt New York. Was anderes als Geschäfte könnte sie wohl in
ein solch verlassenes, im tiefsten Hinterland verstecktes Örtchen führen.
Der Einstieg ist so mysteriös wie die ganze Geschichte an sich. Hierher
geschickt, um den Verkauf einer kleinen Fabrik unter Dach und Fach zu
bringen, die nun von einem Multimillionen Dollar Konglomerat namens "Universal
Toy´s Company" geschluckt werden soll (wer da nicht Analogien zur heutigen
Zeit sieht), sieht sie sich nun mit dem Ableben der Eigentümerin Anna
Voralberg konfrontiert. Dies wäre nicht so schlimm, da die Verträge schon
so ausgehandelt wurden, daß auch nach dem Tod der Besitzerin das
Geschäft vollzogen werden könnte. Es gab jedoch einen dunklen Fleck in
der Geschichte der Dynastie Voralberg, der nun durch das Testament aufgedeckt
wurde- Hans Voralberg, Erbe und Bruder der Verstorbenen. Um das Geschäft
trotzdem abschließen zu können, den kommerziell denkenden Aktionären und
der damit beauftragten Anwaltskanzlei "Marson & Lormont" gerecht zu werden,
muß nun also das Einverständnis des einzigen Erben eingeholt werden. Dies
ist der Hauptplot, der diese Geschichte voran führt.
Das gestaltet sich jedoch als schwieriger als es zunächst den Anschein
hat, denn niemand weiß, wo sich Hans Voralberg aufhält. Auf der Suche
nach ihm und seiner Geschichte begeben wir uns in der Gestalt von Kate
nun in die von ihm erdachte Welt. Mehr oder weniger hilfreich, steht uns
dabei der Automat Oskar zur Seite, denn Hans mag verschwunden sein, aber
trotz alledem bestand über 50 Jahre lang immer noch eine Verbindung zu
der Fabrik und seiner Schwester. Hans, der durch einen Unfall an einer
Unterentwicklung seiner geistigen und körperlichen Fähigkeiten litt, war
jedoch eine Kapazität auf dem Gebiet der Automaten, hat er der Firma doch
immer wieder Baupläne für neue und noch aufwendigere Automaten geliefert.
Sein Meisterwerk, ein völlig automatischer Zug und dessen Zugführer Oskar,
wurde noch vor dem Ableben von Anna Voralberg fertig gestellt. Mit diesem
Vehikel machen wir uns auf die Suche nach ihm und reisen seinem Lebenslauf
hinterher, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte windet, auf
der Suche nach seinem heiligen Gral. Das ganze Spiel ist in einem Umfeld
zu hause, das sich mit und um die Automaten, deren Erfinder und Erbauer
dreht. Da es ein reinrassiges Adventure ist, kann man sich in diesem Umfeld
dann auch schon vorstellen, welche Rätsel uns gestellt werden. Die Glanzzeiten
der Automatisierung sind vorbei, die mechanischen Wunderwerke mußten
Platz machen für die elektronische Konkurrenz. Es wurde eine Szenerie
entworfen, die den zeitlosen genialen Werken der feinmechanischen, fast
schon uhrmachermäßigen Präzision ihren angestammten Platz zwar zugesteht,
doch wurden diese in einem sehr schlechten, den Elementen frei und ungeschützten
Zustand preisgegeben. Die besten Jahre sind vorbei, nur noch durch das
einmalige Know-how einiger Spezialisten und auch durch die immer noch
lebenden Liebhaber edler Stücke, konnte diese Manufaktur überleben.
Der erste der sechs Level wimmelt daher natürlich von diesen, von Patina
übersäten Gesellen, die an möglichen und unmöglichen Stellen ihren Dienst
verrichten. Das ganze Dörfchen, so wie das weitere Spiel, ist an ein dem
Verfall preisgebenden Szenario gebunden. Es zeigt auf, wie einstmals blühendes
Handwerk und belebte Dörfer, Universitäten, Fabriken oder Kurstätten,
diesen Charme des alten Verströmen, dessen Glanztage zwar vorbei sind,
jedoch läßt sich überall erahnen, welch grandioses Werk es einstmals gewesen
sein mußte, wie bedeutend dies alles mal war. In dieser Umgebung von dahinsiechender
Präsenz bewegen wir unsere Spielerfigur durch sehr unterschiedliche Level,
die zwar alle einen gleichen Kontext besitzen, aber unterschiedlicher
nicht sein können.
So fangen wir in einem kleinen Dorf in den französischen Alpen an, dessen
größter Arbeitgeber eben diese Automatenmanufaktur war. Dieses beschauliche
Städtchen erinnert in seiner Bauweise verblüffend dem baulichen Stilen
Ende des 19 Jahrhunderts. Jedoch wurde alles durch die etwas surreale
Formgebung der Bauten aufgepeppt, wird jedoch von industriellem Gedankengut
beherrscht. Die Universität in Barockstadt hingegen, zeigt die pompöse
Seite dieser Zeit, vor allem der Volierenbahnhof, der wirklich allerlei
Getier in sich beherbergt, ist eine Augenweide. Kein Wunder, schließlich
dominierte in dieser Universität die Paläontologie und vor allem die Ornithologie
das Geschehen. Genauso zeigt sich dies am prächtigem Hauptgebäude in dieser
Enklave des Wissens. Der eigentliche Verfall der Systeme zeigt sich aber
erst in Komkolzgrad, einer Ruine im Niemandsland der Sowjetunion, dessen
Hauptaufgabe einstmals der Bergbau war, jedoch jetzt nur noch ein dahinsiechendes
Stück früherer Bedeutung ist. Der einzige noch verbliebende Bewohner ist
der Direktor dieser Anstalt. In gleicher Art und Weise zeigt sich der
ehemalige Weltraumhafen in Komkolzgrad, der der Stolz eines einst mächtigen
Systems gewesen war, jetzt hingegen nur noch einem Wodka trinkendem, ehemaligem
Raumfahrer als Unterschlupf dient. Zu guter letzt verschlägt es uns nach
Aralbad, einem Kurort, der früher einmal den Oberhäuptern und Wichtigen
des Landes als Urlaubsziel diente, jedoch durch ökologische Gründe ins
Hintertreffen geriet.
Die bisherige Atmosphäre wird durch die sehr guten Soundkollagen zusätzlich
unterstützt und untermalt. Da die Umgebung immer etwas verlassen und tot
wirkt, was sicherlich im Sinne des dargestellten Kontextes ist, wird sie
jedoch durch die Geräusche wieder etwas belebt. Seien es nun die Rufe
der Vögel, das Rauschen des Wassers, das Fegen des Windes oder die Geräusche,
die nun mal in solchen Etablissements vorkommen. Desweiteren kann man
sich im Gegensatz zu Myst endlich auch mal mit Leuten unterhalten. Dies
ist sogar nötig um weiterzukommen, zeigt aber auch, wie man es in heutiger
Zeit schaffen kann, das Adventuregenre zu beleben. Die Sychronisation,
auch wenn sie kleinere Schwächen hat, die nicht von Bedeutung sind, ist
wirklich sehr gut gelungen und zeigt, wie ein Spiel dadurch bereichert
werden kann, gibt es doch genügend Negativbeispiele für schlechte
Synchronisationen. In Syberia ist die Sprachausgabe deswegen sehr wichtig,
da sie es im Grunde ist, die uns weiterbringt, bekommen wir doch von den
knapp 30 NPC´s die meisten Hinweise, um unsere Aufgaben zu bewältigen.
Das Spiel ist in einer dreidimensionalen Welt gehalten, die aus schon
vorgerenderten Szenen besteht. Bei diesen zeigt sich mal wieder, was Grafiker
und Designer alles zu erschaffen vermögen, wenn man sie nur läßt. Man
kann Minuten damit verbringen, sich all diese Details anzusehen und wird
nicht müde, sich auf eine neue Szenerie zu freuen. Wenn dies auch nur
in 800 x 600er Auflösung geschieht, wird die Spielewelt dennoch
völlig detailliert dargestellt. Die Zwischensequenzen werden im 16:9 Formates
abgespielt, sind sehr gut animiert und grafisch ansprechend.
Wir bewegen uns im Spiel in alter Point & Klick Manier komplett mausgesteuert
durch die Welten, eine heutzutage eher seltene Methode. Die linke Maustaste
ist zum Greifen, Ansprechen, Bewegen etc. da, die rechte öffnet das Inventar
und dient zum Aufrufen von Unterlagen oder dem Handy. Mehr braucht es
dabei nicht. Ein Novum ist vielleicht, daß Kate immer mit einem
Handy herum läuft, welches man auch zum Lösen von einigen Rätseln benötigt.
Mit diesem kann man auch wirklich telefonieren und die Anrufe, die während
des Spiels immer mal wieder durchkommen zeigen, daß man den Charakteren
auch eine soziale Hintergrundstory zukommen ließ. Wer dies nicht für wichtig
erachten, kann diese aber auch wegklicken.
Einzig die manchmal etwas hakeligen Animationen unseres Hauptcharakters
wirken deplaziert, was jedoch nur äußerst selten zum Tragen kommt (z. B.
wenn man eine Treppe nicht ganz mittig hochlaufen möchte).
Die Macher von dem Spiel sind keine Neulinge in diesem Geschäft. Microids
haben schon Spiele wie Far Gate, Road to India und Warrior Kings heraus
gebracht. Eine gute Grundlage einem Spiel wie Syberia, ein gutes Konzept
zukommen zu lassen.
Kommen wir nun zu dem eigentlich wichtigem in einem reinrassigem Adventure,
wo es keine Deathzones gibt, nämlich zu den Rätseln.
Die Welt in der wir uns bewegen ist von Hans Voralbergs Automaten beherrscht,
so daß meist unsere Aufgabe darin besteht, die altersschwachen Meisterwerke
wieder in Gang zu bringen. Die erste Hauptaufgabe ist dabei zunächst immer
den Zug wieder zum Laufen zu bringen, denn wie es sich für einen Automaten
gehört, wird dieser per Feder betrieben, die sich jedoch immer wieder
mit der Zeit entspannt hat. So sind wir gezwungen, uns der Aufgabe des
Aufladens zu widmen. Eine wirklich große "Hilfe" ist uns dabei immer der
Zugführer Oskar, ein sprechendes und sich humanoid bewegendes Meisterstück
der Feinmechanik. Wer sich bei ihm an 3PO aus Star Wars erinnert fühlt,
ist sicherlich nicht ganz auf dem Holzweg, denn genau wie dieser, ist
uns Oskar immer behilflich :-), bzw. stellt klar, daß er uns nicht
behilflich sein kann.
Leider sind die Rätsel nicht wirklich genretypisch. Es müssen weder Dinge
kombiniert werden, noch muß man um die Ecke denken, um die Rätsel zu lösen.
Meist reicht es aus, Ding A an Maschine B zu bringen und ein paar Hebel
zu drücken- fertig. Genrespezialisten und Freaks in dieser Fertigkeit
können diesem Spielprinzip hier leider nicht allzuviel abgewinnen. Es
ist wirklich leichte Kost, was einem hier geboten wird und mit ein paar
Ausnahmen auch nicht schwerer, als einem Kind den Lolli zu klauen. Dazu
ist leider das Spiel zu linear, als daß man wirklich mal auf ein
Rätsel trifft, das mehr als 5 Minuten Zeit in Anspruch nimmt. Schade eigentlich,
denn das Konzept würde zur Ehre gereichen, wurde jedoch dessen beraubt,
was es ausmacht- den knackigen Rätseln.
Technisch wurde alles perfekt umgesetzt, endlich mal wieder nach langer
Zeit ein Spiel, welches keinen Patch braucht. Vielleicht sollten sich
das mal ein paar Hersteller und Publisher ansehen, denn so sollte es eigentlich
laufen.
Man kann es auch auf etwas altersschwachen PC's mit vollen Details genießen,
da die wirkliche Rechenleistung schon vorher erbracht wurde (zum ersten
mal habe ich bewußt ein Antialiasing einsetzen können, ohne gleich Ruckler
zu provozieren). Leider gibt es wie bei fast jedem Spiel eine Schattenseite.
Zum einen ist da die Synchronisation von einem Jungen namens Momo zu
nennen, der doch tatsächlich von einer Frau gesprochen wurde. Zum zweiten
die recht faden Rätseleinlagen, die nicht wirklich in das so gut gemachte
Spiel passen wollen. Weiter gibt es da kleinere technische Aspekte, die
irgendwie nicht so ganz passen wollen, oder wie anders kann ich es mir
erklären, daß ein Zug aus Europa in die Sowjetunion fahren kann,
ohne an die Gleisspurbreite angepaßt zu werden, das ein normales Handy
wirklich überall, selbst im hintersten und tiefsten Sibirien funktioniet,
oder das sich unsere liebe Kate mit wirklich drei unterschiedlichen Nationalitäten
unterhalten kann, ohne das irgendwelche Akzente zu hören sind, nun ja,
das sind wieder mal Gedanken eines Spielers, der wirklich alles analysieren
muß, also nehmt das nicht all zu ernst :-).
Das wirkliche Hauptproblem ist aber leider die viel zu kurze Spieldauer.
Adventurefreunde werden es wohl schon in gut 15 Stunden bis zum Ende gebracht
haben und selbst Newbies sind mit 20 Stunden schon durch, leider, jedoch
ist dies wohl kein all zu großer Hinderungsgrund in der heutigen Zeit,
den selbst gestandene Veteranen im Spielegeschäft bieten meist nicht mehr
Spieldauer. Das Ende ist nicht wirklich atemberaubend, läßt aber den Schluß
zu, daß es einen weiteren Teil geben könnte.
Als Fazit läßt sich sagen: Dieses Spiel ist eher etwas für ruhige Stunden.
Die Atmosphäre ist eher etwas melancholisch gehalten, jedoch führt dies
nie zu einer drückenden Stimmung. Wer Myst gespielt hat und endlich mal
mit Leuten reden möchte, kann hier ruhigen Gewissens zugreifen, auch die
Grafikenthusiasten sind hier gut aufgehoben, jedenfalls wenn sie gute
Texturen zu schätzen wissen, wovon ich jedoch ausgehe. Die Rätselfraktion
unter den Adventurefreunden wird leider ein wenig enttäuscht sein, jedoch
ist die Entschädigung durch die Umgebung und das Spielprinizp mehr als
gerecht. Es lohnt sich auf alle Fälle für diejenigen, die nicht immer
nur lustige, schnelle oder blutige Spiele auf ihrer Platte haben und die
Abwechslung lieben, auch die Quereinsteiger werden hiermit sicherlich
ein gutes Einsteigerspiel bekommen. Für alle die mit der Spiellänge hadern,
behaltet es im Auge und kauft es euch, wenn es zum Budget-Preis angeboten
wird, es ist kein Fehlkauf :-), aber wie gesagt, im Grunde ist die Spieldauer
nur eine subjektive Kritik meinerseits, da ich auf mehr gehofft hatte.
Ich freue mich jedoch sehr, daß die Spieleindustrie diesen Zweig
bzw. dieses Genre nicht aussterben läßt und es immer wieder mal Schmieden
gibt, die ein solches Risiko eingehen, denn auch altgediente Veteranen
sind noch immer aktiv vor dem PC.
Geschrieben am 16.08.2002, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
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