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Tale of a Hero  

Rückseite ]

Info
Autor 3+
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 1.5
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Gesamt 3+
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Name:Tale of a Hero
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2010/08
Publisher: Daedalic Entertainment
Entwickler: Future Games
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1.3Ghz, 256MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 2500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: WinXP/ Vista/ Windows7/ 98SE/ 2000, DX9
Steuerung: Maus
Sprache: Deutsch
USK: 6
Tale of a Hero (review von yak)

Adventurefreunde können sich in letzter Zeit nicht beschweren. Sie werden mit ausreichend neuen Titeln versorgt und hin und wieder auch mit älteren, die erst jetzt das Licht in deutschen Händlerregalen erblicken.

Was nicht tragisch ist, wenn die Qualität in Ordnung geht und man so die ein oder andere hier bisher noch nicht veröffentliche Adventureperle in einer ordentlich eingedeutschten Fassung spielen darf. Adventurespiele unterliegen ohnehin nicht so sehr dem Technik-Zahn der Zeit, wie andere Spielgenres und daher werden Adventurefreunde sicher nicht allzu böse sein, wenn sie einen Titel wie Full Pipe oder hier im aktuellen Falle "Tale of a Hero" spielen dürfen, der schon seine Jährchen auf dem Buckel hat.

Entwickler Future Games, die sich mit "Black Mirror" einen Namen gemacht haben, schufen in Jahre 2006 das Fantasy Adventure Tale of a Hero, dass Publisher Daedalic (Edna bricht aus, The Whispered World) jetzt in einer komplett deutsch synchronisierten Fassung für knapp 20 Euro auf den Markt gebracht hat. Ob der Zahn der Zeit zu sehr am Heldenknochen genagt hat und ob das Gameplay auch für heutige Maßstäbe noch vertretbar ist, soll unser Review zeigen.

Technik

Man sieht dem Titel schon an, dass er einige Jährchen auf dem Buckel hat und wäre auch, wenn er im Entstehungsjahre 2006 veröffentlicht worden wäre, sicher kein State of the Art gewesen. Die Animationen sind etwas holprig, es gibt wenig Hintergrundanimation und insgesamt wirkt alles etwas zu statisch. Der Graphikstil der Hintergründe wirkt auch wie eine nicht ganz passende Mischung aus gerendert und Handzeichung, gerade in Nahdarstellungen von Gegenständen. Insgesamt ist die Darstellung der Lokations aber dem Genre entsprechend angemessen umgesetzt, mehr aber sicher nicht. Gespart wurde auch bei aufwendigeren Animationen oder notwendigen Änderungen der Graphik. Hier blendet man kurz den Screen aus um ihn dann mit den Änderungen wieder einzublenden. Einige Rendersequenzen lockern zwar den Spielverlauf auf, sind aber ebenfalls als recht bescheiden anzusehen. Etwas stockend kommt hinzu, dass man Animationsequenzen nicht abbrechen kann und der Held diese erst komplett ausführt. Relativiert wird dies aber dadurch, dass es keine überflüssigen Animationen gibt. Es werden also nur spielrelevante Animationen angezeigt und diese auch nur einmalig, so dass es auch keine Wiederholungen gibt. Kann der Held mit der entsprechenden Anweisung nichts "anfangen", passiert auch nichts, dass jedoch auch ohne jegliches Feedback oder das gewohnte "Das geht hier nicht".

Graphisch ist "Tale of he Hero" sicher kein "Burner". Der Sound kann da aber einiges kompensieren. Eine wirklich tolle deutsche Synchronisation - und das bei einem Budget-Titel - , kann hier einige Kartoffeln aus dem Feuer holen. Die Sprecher schaffen es durch ihre tolle Darstellung, den ansonsten graphisch sehr leblosen Figuren Charakter einzuhauchen. Da macht es dann auch fast nichts, dass es weder Nahdarstellungen der Figuren in Dialogen oder Lippenbewegungen gibt. Erstaunlich, was die Sprecher hier leisten. Es gibt hier keinen Ausrutscher und jeder Satz ist so gut betont, dass er weder gekünzelt noch zu pathetisch klingt. Es klingt einfach authentisch, soweit man das zu einem Titel sagen kann, der auf humorvolle Fantasy setzt. Die Dialoge zwischen Helden Olaf und seiner Freundin sollten ins Lehrbuch für Snychronsprecher aufgenommen werden, so gut und glaubwürdig haben die Sprecher es verstanden. Klasse und ein ausdrückliches Lob an das Snychronteam. Bei Tale of a Hero habe ich es nie über das Herz gebracht, die Dialoge vorab wegzuklicken, weil ich den gelesenen Text bereits als Untertitel gelesen hatte, dafür waren sie einfach viel zu gut eingesprochen. Das passiert mir in der Regel nur selten.

Die Musik ist stimmungsvoll und unterstützt das Setting mit passenden Melodien, ebenso die Geräuscheffekte. Abschließend muss man sagen, dass das Spiel technisch nicht in hohen Regionen spielt, man aber durch die hervorragende Vertonung viel retten konnte. Ein erfreulicher Nebeneffekt ist aber durch das Alter des Spieles bedingt, dass es auch problemlos auf älteren Rechnern läuft.

Gespeichert werden kann jederzeit, gespielt wird ausschließlich mit der Maus, sterben kann der Held nicht. Bugs oder andere technische Probleme traten im gesamten Spielverlauf bei mir nicht auf.

Leider läuft das Spiel nur in einer Auflösung von 1024x768 und funktioniert auch nicht im Fenstermodus. Besitzer von Breitbildmonitoren müssen daher wahrscheinlich mit einem gestreckten Bild leben, sollte ihr Monitor die native Auflösung nicht unterstützen.

Schön ist, dass der Publisher auf einen Kopierschutz verzichtet hat und die DVD nach der Installation nicht im Laufwerk liegen muss. Erwähnenswert ist noch die schöne Umverpackung in geprägter Klappbox, in der sich eine normale DVD Hülle befindet. Bei einem Budgettitel sicher kein Standard. Schwach fällt lediglich das Handbuch aus - aber was gibt es schon viel zu einem Adventure zu erklären.

Gameplay

Neue Helden braucht das Land. In diesem Fall den Helden Olaf, der ein Ungetüm besiegen soll, das sein Heimatdorf terrorisiert. Geboren als jüngster Spross einer Heldenfamilie macht er sich auf in die Höhle, um dem Treiben ein Ende zu setzten. Doch es kommt anders, als er es sich gedacht hat, nicht immer sind vermeintliche Übertäter das, was sie zu sein scheinen… und das muss Olaf auf seinen Abenteuern mehr als einmal feststellen.

Story und Gameplay-technisch kann man Tale of a Hero wohl am besten mit der alten Kings Quest Serie von Roberta Williams vergleichen. Kühner Held gegen Monster in einer humorvollen Geschichte verpackt. Und da muss man sich auch nicht wundern, wenn der Held auf kuriose Gestalten trifft. Ein alter Pilz als allwissendes Orakel, der Angst vor einer Schneckeninvasion hat, geschwätzige Miesmuscheln mit Maulsperre, ein Geisterkapitän auf dem Grunde des Meeres und weitere skurrile Gestalten. Für Abwechslung und lustige Gespräche ist also gesorgt.

Olaf soll einen bösen Eisriesen besiegen, der die Prinzessin des Landes entführt hat und es zudem auch auf seinen Familienzweig abgesehen hat. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Held Olaf einiges vor sich und muss auf seiner Reise die unterschiedlichsten Orte besuchen, vom ländlichen Heimatdorf, zu Sümpfen, dem Meeresgrund bis hin zu einer Eislandschaft.

Klassisch wie das Setting sind auch die Rätsel. Diese sind im Prinzip immer nachvollziehbar, wenn auch manchmal etwas zu fantasievoll. Im Nachhinein erscheinen sie dann aber immer recht logisch, so dass man, wenn man sich etwas auf die Rätselstruktur eingeschossen hat, auch selten zu lange an einer Aufgabenstellung herumexperimentieren muss. Dennoch sitzt man an den vier Kapiteln des Spiel so schätzungsweise seine 12-15 Stunden und ingesamt sind die Aufgaben dennoch als sehr fordernd anzusehen. Für Einsteiger vielleicht schon ein wenig zu schwer.

Es gibt jedoch einige Dinge, an die man sich gewöhnen muss und die vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß sind. Es gibt keine Hotspotanzeige von Gegenständen. Hier ist es mir mehr als einmal passiert, dass ich einen Gegenstand übersehen habe, den ich für das nächste Rätsel gebraucht hätte. Hier hilft leider nur ein "Abfahren" der Maus über den Bildschirm. So passiert, als ich für meine Lampe einen Brennstoff suchte und es nicht gesehen habe, dass an dem Schinken in der Vorratskammer ein großes Stück Fett anwählbar war. Das hat bei einigen Aufgaben schon mal die Spielzeit unnötigerweise gestreckt. Auch die Tatsache, dass man bestimmte Aktionen nur während einer Figurenanimation ausführen kann. So konnte ich eine Riesenschildkröte nur passieren, während die Kauanimation lief, da sie mir ansonsten arg zugesetzt hätte. Wenn man diese Tatsachen aber einmal herausgefunden hat, kommt man jedoch damit klar, nur hätte hier vielleicht von Spiel ein Hinweis kommen können, dass man vielleicht "beim Kauen" aktiv werden sollte. Vorher waren die Animationen der Figuren im Game lediglich Beiwerk und kein integraler Spielbestandteil.

Ebenso gewöhnungsbedürftig war die Tatsache, dass an bereits durchsuchten Orten nach bestimmten Dialogen oder Handlungsabläufen Gegenstände erst aufnehmbar, bzw. auffindbar sind. Das lässt sich aber verkraften, da die Orte jeweils nachvollziehbar sind. So z.B. der Hinweis, dass ich mich bzgl. einer Pflanzenart informieren sollte. Das Ziel ist dann natürlich die hauseigene Bibliothek, wo der Held dann auch fündig wird. Schön ist, dass sich das Inventar von nicht mehr benötigten Gegenständen automatisch selbst bereinigt. So bleibt das Rätseln und Probieren mit Gegenständen stets übersichtlich. Eine Karte mit Schnellreisefunktion verkürtzt zudem unnötige Wege.

Fazit

Auch wenn "Tale of a Hero" technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist, bleibt es ein höchst unterhaltsames Adventure für Genrefreunde und besonders für Anhänger der alten Kings Quest Serie. Die tolle Synchronisation kann das Graphikdefizit gut kompensieren und ebenso die gut gemachten und für humorvolle Fantasy dennoch nachvollziehbaren und fordernden Rätsel. Witzige Dialoge und einige Zitate auf das Fantasygenre runden das Spielerlebnis ab. Auch wenn zur Zeit das Adventuregenre mit vielen Titeln fast ein Überangebot bietet; wer klassische Adventures mag und sich von der etwas antiquierten Graphik nicht abschrecken lässt, wird die Anschaffung, die mit 20 Euro zudem recht fair ausfällt, sicher nicht bereuen. Insgesamt gibt es für "Tale of a Hero" daher eine 3+.


Geschrieben am 15.09.2010, Testkonfiguration: Intel Dual Core 3,17GHz, ATI4870HD, 3GB RAM, Creative X-Fi
 



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