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The Thing
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| Name: | The Thing - Das Ding aus einer anderen Welt |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/10 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Computer Artworks |
| Hardware: | 400Mhz, 64MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch |
| zensiert: | ja |
| Patch: | 1.2 |
| Bemerkung: | auch für Xbox, Gamecube und PS2 erhältlich |
| USK: | 16 |
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 | | Teambesprechung |
 | | Brennen muss Salem |
 | | Bulldog-Attacke |
 | | IT-Mutationen |
 | | Bin ich schon drin? |
 | | Tales from the ... Herdplatte |
 | | Verrat! |
 | | Auf den Hund gekommen |
 | | Fire & Ice |
 | | Do-it-yourself-Ufo? |
 | | Dein Freund und Helfer |
 | | Verbotene Experimente |
 | | Todes-Odem |
 | | Bluttest- To THING or not to THING |
 | | Rat mal, wer zum Essen kommt? |
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| The Thing - Das Ding aus einer anderen Welt (review von yak) |
Ur-DING: 1982 schuf John Carpenter mit der Wiederverfilmung von
"The Thing" einen Kultklassiker des Horror-SciFi Genres. Auch die ursprüngliche
Verfilmung von Howard Hawks aus dem Jahre 1951 zählt heute zu Klassikern
des Genres.
Carpenter erzählte damals erneut über den Alien-Horror in der Antarktis,
basierend auf der Kurzgeschichte "Who goes there?" aus dem Jahre 1934
von John W. Campbell, dem Vater des Magazins "Astounding", wo schon Talente
wie Asimov, Heinlein und Kuttner ihre ersten schriftstellerischen Arbeiten
veröffentlichten.
Carpenters Werk war jedoch nicht nur der brutale Horror um eine ausserirdische
Lebensform, die sich in Wirtskörpern ausbreitet und sie vollkommen zu
imitieren vermag, bis "DAS DING" schliesslich ausbricht. Vielmehr beruhte
der Horror seines Filmes darin, dass man nicht mehr wusste, wem man trauen
kann, wer infiziert ist und welche Gefahr von einer doch sonst vertrauten
Person drohen kann. Was verbirgt sich sozusagen unter der bekannten Hülle?
Wie sieht es hinter der Fassade aus? Wem kann ich trauen? Bin ich selbst
noch ich? Eigentlich viel zuviel für einen Film, den man eigentlich eher
in die B-Movie Schublade stecken würde? Wohl kaum, ist doch die Thematik
in der heutigen Zeit aktueller denn je!
Carpenter tauschte jedoch das karottenförmige Monster aus der Urverfilmung
gegen phantastische Spezialeffekte ein und vertraute, lange bevor Computeranimationen
fremde Welten schufen, auf die Fähigkeiten von Albert Whitlock, der auf
Glas die bizarren Bilder der Arktis schuf, die auch heute noch beweisen,
dass Matte-Painting eindrucksvoller aussehen kann, als manche computergerenderte
Umgebung.
Da sich Hollywood in letzter Zeit sehr auf Neuverfilmungen alter Klassiker
oder Fortsetzungen erfolgreicher Filme verlässt, scheint es um so verwunderlicher,
warum man bisher "DAS DING" ausser Acht gelassen hat. Diese "Marktlücke"
wusste man aber dennoch multimedial zu schliessen, indem man sich im Hause
Universal Vivendi die Lizenz zum Mutieren besorgte, wobei die eigentliche
Assimilation dem Programmierteam von Computer Artworks überlassen wurde,
die bereits mit Evolva
erste Genmanipulationen nachweisen konnten. Ob daraus eine gute, glaubwürdige
Fortsetzung geworden ist, soll unser Review zeigen.
Die Story beginnt unmittelbar nach den Ereignissen des Filmes. Ein Hubschrauber
fliegt über die zerstörte Forschungsstation in der Arktis, um dort zur
Klärung der Vorfälle ein Team von Soldaten abzusetzen. Schneewehen peitschen
im Sturm über die zerstörten Gebäude und eine Landung scheint fast unmöglich.
Doch es gelingt, ein Team unter der Leitung von Captain Blake dort abzusetzen.
Der Hubschrauber startet wieder und wir stehen allein mit unserem Alter
Ego und seinem Team bei 40 Grad Minus vor den unheimlich wirkenden Ruinen
einer verlassenen und wie es aussieht menschenleeren Forschungsstation.
Das Abenteuer kann beginnen...
Graphik-DING: Graphisch macht The Thing einen sehr guten Eindruck.
Die benutzte Engine schafft es hervorragend, den Spieler sofort in die
richtige Gruselatmosphäre zu versetzen. Die Sicht ist durch Nebel und
Schneewehen behindert und Gebäude sind nur schemenhaft zu erkennen. Ein
eindrucksvolles Schneetreiben, das uns draussen empfängt, lässt einen
gleich an Heizung-Hochdrehen oder Wärmflasche-Machen denken. Von Null
auf Hundert sind wir nicht mehr in einem Spiel, sondern befinden uns "live"
in der Arktis. Die Locations sind ebenso detailreich wie glaubwürdig.
So führt uns unser Abenteuer durch Forschungslabors, unterirdische Anlagen,
Fabrikhallen bis hin zu einem Flughafenhangar. Beeindruckend sind auch
die blauen Orientierungslichter, die uns den Weg durch die Schneewehen
weisen sollen. Viele Sets sind fast 1:1 aus dem Spielfilm übernommen.
So gleicht z. B. die norwegische Basis, in der eine Art Schneesarg steht,
genau dem Filmebenbild. Die Darstellung der Figuren ist von gleicher Qualität.
So sehen unsere Team-Mates niemals gleich aus, sondern unterscheiden sich
voneinander, was der Glaubwürdigkeit und dem Filmambiente sehr zu Gute
kommt. Highlight sind in jedem Falle die Monster. Sie wurden gelungen
umgesetzt und dürften den Filmkennern bekannt sein. So gibt es Varianten
vom laufendem Kopf, dem mutierten Hund und auch einigen neuen Monstern.
Freund und Feind wurde ansprechend animiert und gerade die Szenen, in
denen "Das Ding" mutiert, sehen phantastisch aus. Wenn z. B. einer unserer
Teamkameraden "entscheidet", sein Leben grundlegend ändern zu wollen,
kann man es praktisch sehen, wie er aus der Haut fährt, nur, dass aus
der hässlichen Raupe kein schöner Schmetterling wird, sondern eher umgekehrt.
Zu den generell gut gemachten Umgebung- und Lichteffekten gesellt sich
noch eindrucksvoll der Flammenwerfer, der zudem im Spiel noch unser bester
Freund werden soll.
Bei der Engine handelt es sich um die stark verbesserte Evolva Technologie,
die nun auch gegenüber dem Vorgänger auf der PS2 und der Xbox
ihre Arbeit leistet. Auflösungen von 640 x 480 bis 1600 x 1200 in 16/32
Bit werden unterstützt. Die Zwischensequenzen werden durch gekonnte Einstellungen
und Kamerafahrten mittels der Gameengine "erzählt". Vermisst habe ich
lediglich ein kleines Detail. Warum hat man den Figuren in den Aussenleveln
bei Minus 40 Grad keinen sichtbaren Atem verpasst? Ok, die einzige Ausrede
wäre, dass man in vielen Filmszenen auch darauf verzichten musste :-)
.
Sound-DING: Der Sound unterstützt das Gruselambiente entsprechend.
Schrille Monsterschreie, die wir hinter verschlossenen Türen hören können,
lassen es uns mehr als einmal überlegen, nach der "Hoppla-jetzt-komm-ich-Methode"
einen Raum zu stürmen und sorgen für gepflegte Gänsehaut. Der Wind weht
uns stürmisch um die Ohren und wir hören unsere Schuhe im Schnee knirschen.
Die Sprachausgabe wirkt jederzeit professionell in der englischen, wie
auch in der deutschen Fassung, in der Manfred Lehmann (dt. Stimme von
Bruce Willis) den Helden intonieren darf.
Musik-DING: Musik wird im Spiel für meinen Geschmack leider ein
wenig zu sparsam eingesetzt. Zu hören bekommt man Carpenter-vertraute
"Mono-Tonie", die schon in seinen Filmen wie "Halloween" oder "Die Klapperschlange"
wirkungsvoll durch ihre Einfachheit zum Einsatz kam. An den Original-Film-Score
von Ennio Morricone erinnert sie jedoch weniger.
Gameplay-DING: Gesteuert wir unser Alter Ego problemlos mittels
frei konfigurierbarer Maus/Tastatur Kombination. Gespielt wird aus der
3rd Person Ansicht, wobei man jederzeit auf Egoshooter-Ansicht zwecks
Detailerkundung oder Snipermode wechseln kann, jedoch zum Preise der Bewegungsunfähigkeit.
Als Captain Blake wird man nun mit der Aufgabe konfrontiert, Licht ins
Dunkel zu bringen und eine Erklärung für die Zerstörung der Forschungsstation
zu finden und Überlebende zu suchen. Um das zu erreichen, müssen
wir uns in Computersysteme einloggen, defekte Sicherheitstüren reparieren
und weitere Rätsel und Aufgaben erfüllen immer mit der knisternden Hochspannung
im Nacken, von dem DING überrascht zu werden oder mit ansehen zu müssen,
wie sich einer unsere Teammates durch die Alieninfektion auf links zieht.
Und das ist auch das Aussergewöhnliche an dem Spiel, dass es von anderen
unterscheidet. Wir müssen unsere Aufgabe nicht alleine lösen, sondern
dürfen mit einer Handvoll Spezialisten diese Aufgabe bestreiten, was zudem
die Atmosphäre durch die Aktionen und Reaktionen unserer Begleiter höchst
glaubwürdig macht und man in diesem Spiel, mehr als es bisher in anderen
der Fall war, sich auch verantwortlich für seine Kameraden und deren Zustand
fühlt. Sie sind nicht nur schmuckes Beiwerk, sondern erfüllen notwendige
Aufgaben, zu denen wir selbst nicht in der Lage sind. So gibt es Techniker,
die für uns zu schwierige Reparaturen durchführen können oder aber auch
Sanitäter, die sich um unseren Gesundheitszustand kümmern. "The Thing"
ist deswegen auch noch etwas Besonderes, weil die Figuren nicht einfach
nur ihre "Skripte" abarbeiten, sondern jeweils eigene Gemütszustände haben
und auf unsere Aktionen oder aber auch auf das Umfeld, reagieren. Trifft
man z. B. auf einen neuen Charakter, wird dieser meist von Zweifeln geplagt,
weil er denkt, dass in unserem Alter Ego das Gen des Aliens tickt und
wir eine potentielle Gefahr für ihn sind. So muss man zuerst einmal versuchen,
sein Vertrauen zu gewinnen, was man dadurch erreichen kann, dass man ihm
eine Waffe anvertraut oder z. B. mit einem Healthpack zu Hilfe kommt, wenn
er verletzt ist. An Ansehen kann man auch gewinnen, wenn man vor den Augen
der Begleiter ein DING dingfest macht oder einen bereits Infizierten krematorisch
berücksichtigt.
Man muss seine Teammates immer gut im Auge behalten, damit sie nicht
den Verdacht hegen, dass wir selbst zur ausserirdischen Spezies mutieren.
Welchen Zustand des Vertrauens sie haben, lässt sich leicht an eine Teamübersicht
ablesen. Sollten wir zu stark an Vertrauen verlieren, kann es sein, dass
sie uns für ein DING halten und das Feuer eröffnen. Elementar wichtig
ist es also, sie bei "Laune" zu halten. Nehmen wir ihnen z. B.
die Waffen weg, verlieren wir an Vertrauen und müssen uns auch auf ihren
Kommentar gefasst machen, der vom Stinkefinger zeigen bis zu verbalen
Beschimpfungen reicht.
Aber nicht nur unsere Aktionen setzten ihnen zu. So sind sie auch sehr
empfänglich für das Umfeld, wobei sich hier Marines stark von Sanitätern
oder Technikern unterscheiden. Marines sind es z. B. eher gewohnt, die
"Schrecken des Krieges" zu sehen, als ein Techniker. Betreten wir beispielsweise
einen Raum, dessen "Inhalt" ein schreckliches Alienmassaker vermuten lässt,
kann es sein, dass sie vor Angst die Kontrolle verlieren oder sich vor
Ort übergeben müssen, weil ihnen schlecht geworden ist. Hier hilft oft
nur gut zureden, sie schnellstmöglich von diesem Ort wegzubringen oder
ihnen eine Beruhigungsspritze zu geben. Kümmert man sich nicht um ihren
Zustand, so kann es passieren, dass sie einem "wegsterben".
Das Spiel schafft es in kurzer Zeit, dass man sich mehr und mehr um sein
Team Sorgen macht und es hat mich selbst schon dazu bewegt, einen Level
neu zu beginnen, weil ich nicht akzeptieren wollte, dass mein Sani vor
Angst stirbt, nur weil ich kein Mittel hatte, ihn zu beruhigen. Also sucht
man eine andere Taktik, damit er nicht vom DING in Todesangst versetzt
wird. Es kann natürlich passieren, dass einer unserer Kameraden von uns
unbemerkt, infiziert wurde und plötzlich durch komische Verhaltensweise
auf sich aufmerksam macht, bis wir mit Schrecken feststellen müssen, dass
er infiziert wurde und nun selbst zum Feind wird.
Der Spruch "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" scheint hier mehr
als passend, denn ein gelungenes Tutorial macht uns schnell mit der ganzen
Vielfalt der Teamkontrolle vertraut. So gestaltet sich das Handling und
die Befehlsvorgabe an unsere Kameraden denkbar einfach. Besonders positiv
zu erwähnen ist, dass das Tutorial so flexibel gestaltet ist und nach
der Tastenneu- & Umkonfiguration die von uns für diese Funktion gewählte
Taste erwähnt und nicht wie in vielen anderen Programmen, nur die Standardkonfiguration
rezitiert.
DAS DING bietet mit dem Teamcharakter so eine völlig neue Spielerfahrung.
Wenn man z. B. erst den Techniker soweit bringen muss, bis er uns vertraut,
damit er eine notwendige Reparatur ausführt oder wir ihn mit der harten
Gangart überzeugen, indem wir ihn mit vorgehaltener Waffe dazu nötigen,
was jedoch nicht gerade Besserung der zwischenmenschlichen Beziehung honoriert
wird.
DING(s)-BUMS: Was wäre aber ein Horrorspiel ohne Action? Leben
die ersten Level noch von der latenten Angst des Erstkontaktes, wie man
sie aus klassischen Horrorfilmen kennt, kommen später mehr und mehr DINGE
dazu, die Mutanten werden grösser, gefährlicher und sind nicht mehr mit
normalen Kugelgeschossen zu befriedigen. So muss man ihren einmal geschwächten
Körper mit dem Flammenwerfer final nachbearbeiten, um langfristig Ruhe
zu haben. Von normalen Schusswaffen geht es über Flammenwerfer bis hin
zu Granatwerfern, um der Alienmacht entgegen zu wirken. Unsere Teammates
sind dabei dank gelungener KI sehr hilfreich. Mit den richtigen Waffen
ausgestattet, stehen sie uns tapfer zu Seite und ihre Wegfindungsroutinen
sind sehr gelungen, was auch wieder an die KI von Evolva
erinnert, wo man auch im Viererteam agierte. Ebenso zufriedenstellend
ist die Gegner KI, wobei man natürlich speziesbedingt nicht erwarten darf,
dass sie Türen öffnen. Das durfte nur Spielberg in Jurassic Park :-).
Die menschlichen Gegner jedoch legen da später eindeutig zu, was ihre
Sniperfähigkeit und Angriffsstrategie betrifft. Im Kampf ist teilweise
auch Strategie gefragt. So sollte man seinen Sani besser im Hinterhalt
lassen, damit man sich bei ihm jederzeit "auffrischen" kann. Kommen später
mehr und mehr harte Brocken auf uns zu, sieht man sich auch schon mal
gezwungen, mit dem Flammenwerfer auf dem Boden eine Feuerwand zu errichten,
damit man kurzfristig einen Nahkontakt vermeiden kann, der meist tödlich
endet oder unsere Teamkameraden infizieren kann, denn Feuer meiden die
DINGER wie die Pest. Etwas Planung ist auch in den Aussenleveln nötig,
da ein zu langer Aufenthalt unsere Körpertemperatur soweit absinken lässt,
dass wir Schaden nehmen. So muss man regelmässig und rechtzeitig Unterschlupf
suchen, um sich wieder zu erwärmen.
Rätsel-DING: Die Rätsel im Spiel sind gelungen, nie zu schwer
und gut ins Geschehen eingebunden. So muss man z. B. einen geheimen Türcode
finden, indem man mit einer Beobachtungskamera einen Raum absucht, wo
man ihn schliesslich auf einer Pinwand notiert findet. Dann muss man beispielsweise
eine Person davon überzeugen, dass man selbst und seine Teammates nicht
infiziert wurden, was mit einem Vor-Ort-Bluttest zu bewerkstelligen ist,
vorausgesetzt, man findet das richtige Equipment. Für Abwechslung ist
also ausreichend gesorgt, wenn es auch gegen Ende des Spiels etwas variationsarm
wird. Dafür entschädigen aber wieder die Levelbosse, denen man alleine
im Kampf gegenüber steht und man die richtige Strategie herausfinden muss,
um sie zu besiegen.
Kritik-DING: DAS DING krankt leider an einigen Punkten. So wird
es sich selbst in einigen Punkten untreu, was das selbst definierte Szenario
angeht und dadurch der Atmosphäre schadet. So ist z. B. der Einsatz des
Bluttestes, ausser in einer Zwischensequenz, nur an sich selbst sinnvoll,
um Teamkameraden davon zu überzeugen, dass man "clean" ist. Will man ihn
an seinen Teamkameraden ausprobieren, sinkt ihr Vertrauen, der Test besagt,
dass sie nicht inifiziert sind und wir werden komischerweise 30 Sekunden
später Zeuge ihrer Verwandlung. So wird dem Spiel ein grosser Anteil an
Spannung entzogen. Dass, wovon der Film lebte, bleibt hier leider auf
der Strecke und hat lediglich Zufallscharakter. Was mir nicht so sehr
gefiel war das Autoaiming, welches zwar zu Beginn des Spiels aus drei
Varianten ausgewählt werden kann, jedoch etwas zu konsolenlastig erscheint
und man dadurch eigentlich so gut wie nie daneben schiesst, was den Kampf
spieltechnisch etwas zu blass werden lässt. In der Egoperspektive muss
man selbst anvisieren, was jedoch nur Sinn macht, wenn man Gegner aus
der Entfernung hinaus angreifen möchte.
Der Spielverlauf selbst ist absolut linear und sieht keinerlei Variationen
im Spielablauf vor. So passiert es, dass per Skripting ein Feuer entsteht,
das sich mehr und mehr ausbreitet, um uns den Weg zu versperren. Obwohl
man einen Feuerlöscher benutzen könnte, bleibt dieses Feuer davon unbeeindruckt.
Dem Spiel hätte auch etwas mehr Abwechslung in den Actionparts gut getan.
So wären einige Schleichpassagen sicher auch für den Adrenalinspiegel
besser gewesen, als alles nur mit Waffen-Power niedermähen zu müssen.
Hier gab es im Spiel zwar in dieser Richtung einen kleinen "Ausbrecher",
der jedoch in meinen Augen ausbaufähiger gewesen wäre. So musste man im
Versuchslabor einem Alien ohne Waffen entkommen und versuchen, ihn dort
einzusperren. Etwas mehr von solchen Aktionen und das Gameplay hätte
davon eindeutig profitiert.
Savepoints sind für viele PC Spieler ein Schrecken. So evtl. auch bei
DAS DING, denn der Spielstand ist nur an bestimmten Positionen speicherbar.
Man findet ähnlich wie in Resident Evil Tonbänder, an denen jedoch beliebig
oft gespeichert werden kann. Somit stellen die Savepoints kein grosses
Problem dar. Ärgerlich ist nur, dass man diese gerade zu Levelbeginn erst
nach einiger Zeit erreichen kann. Es gibt leider kein Autosave zum Levelstart.
Zwar kann man einen Level beliebig oft neu starten, will man jedoch erstmal
"aussteigen", ist man gezwungen, den letzten Savepoint vom vorherigen
Level zu laden. Ein unverzeihlicher Designfehler!
Auch bekommt man nach dem virtuellen Tod lediglich die Option angeboten,
den Level neu zu starten. Will mal den letzten Savepoint laden, muss man
sich erst wieder umständlich ins Load/Save Menü begeben.
Ein weiterer ärgerlicher Punkt ist, dass man seinen eigenen Gesundheitszustand
nicht permanent angezeigt bekommt. Nur bei Verletzung oder bei Nutzung
eines Healthpacks wird der Statusbalken sichtbar. Dies ist besonders ungünstig,
weil eine Healthstatusabfrage entweder ein Medipack "kostet" und dadurch
unnötigerweise verbraucht wird. Die Information ist aber wichtig , wenn
man einschätzen muss, ob die vorhandene Gesundheit noch für
den nächsten schweren Kampf ausreicht.
Leider sind die Textinfoboxen mit einer viel zu grossen Schrift ausgestattet,
die mehrfaches Scrollen für nur wenig Text notwendig machen- das "Relikt"
einer Konsolenumsetzung.
Bug-DING: Leider gab es auch ein paar Logikbugs. So "verliert"
man schon einmal beim Levelwechsel einige Waffen oder es kann passieren,
dass man zu viert in einen Fahrstuhl einsteigt, aber nur zu dritt ankommt.
Irgendwo ist ein Teammate auf der Strecke geblieben. Wäre es vom Spielablauf
nötig gewesen, hätte man den Kameraden, der "zuviel" war, zumindest mutieren
lassen können, um einen Bruch in der Story zu verhindern. Im späteren
Verlauf muss man zudem noch gegen Marines kämpfen, die auch Laserfallen
aufgebaut haben. Scheinbar sind sie nicht für alle NPCs geeignet, denn
eines meiner Teammates konnte sie ohne Probleme durchlaufen, ohne eine
Detonation auszulösen. Ein schwerwiegender Bug war aber gegen Ende des
Spiels festzustellen, der es mir nicht ermöglichte, den Level zu beenden,
da ich eine Skriptszene "töten" konnte. Ich habe zufällig einen Techniker
"erwischt", bevor er hinter einer Türe verschwindet, die er dann verriegeln
sollte. Die Türe ist aber trotzdem verschlossen und eine nötige Keycard
deswegen nicht zu erreichen. Neuer Versuch! Jetzt lasse ich den Techniker
seine Flucht ausführen. Er verbarrikadiert sich hinter der Tür, was ich
mittels Beobachtungskameras innerhalb des Raumes einsehen kann. Eigentlich
sollte er jetzt mit Treibstofffässern die Türe verbauen, die ich dann
mittels ferngelenkter Schusswaffe zum Explodieren bringe. Dies passierte
aber leider erst nach dem dritten Versuch mit jeweiligem Levelneustart.
Ich hoffe, der aktuelle Patch, der leider bisher nur für die US Version
verfügbar ist, beseitigt dieses Problem. Da das Spiel ansonsten die Mission
als gescheitert kennzeichnet, wenn sie aus diversen Gründen nicht vollendbar
ist, spielt man wahrscheinlich dann an dieser Stelle unendlich weiter,
da es nachweislich kein "Fehlverhalten" gab. Ansonsten lief das Programm
absolut stabil und führte niemals zum Absturz.
Gesamt-DING: DAS DING ist dennoch ein gelungenes, spannendes
Spielerlebnis, das zwar leider von der Spieldauer nur ca. 10 Stunden zu
bieten hat, dafür aber weitesgehend den Spannungsbogen aufrecht erhalten
kann- etwas, das viele Spielfilme schon bei 90 min Lauflänge nicht realisieren
können. Schockelemente, Nervenkitzel und Action wurden in einer neuen
Form des Teamplays in eine spannende Handlung eingebunden. Fans des Films
und auch Genrefreunde, die Resident Evil mit Shooterambiente mögen, liegen
hier richtig. Die Spieltiefe und Puzzledichte mit Charaktervielfalt, wie
man sie in "Project
Eden" findet, wird jedoch nicht erreicht. Die klaustrophobische Atmosphäre
weiss dies aber gelungen auszugleichen. Die deutsche Version wurde entgegen
der getesteten englischen Version etwas entschärft, was die Blutdarstellung
und zwei Zwischensequenzen betrifft. Dies wirkt sich jedoch nicht auf
die Spannung und den Spielablauf aus. DAS DING ist ein empfehlenswertes
Spiel, das besonders mit den Team-Bots und ihrem stimmungsabhängigen Verhalten
neue Wege für ein Actiongame beschreitet, auch wenn es hier und da einige
Ecken und Kanten hat. Eine der wenigen gelungenen Film-Umsetzungen.
Geschrieben am 02.11.2002, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
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